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  1. AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #21
    Mitreisende: Wafer
    Ich habe mir letzte Woche den Film hier gekauft:


    (INFO: Bitte kein Bildmaterial einfügen, das die Rechte Dritter verletzt. d.h. i.d.R. keine Musikvideos, TV-Serien etc. )

    Ganz nett, auch wenn der Trailer mehr verspricht, als der Film halten kann. Im ganzen Film selber sieht man aber sehr gut, was einen nach Porto Covo ungefähr erwartet . Da hat Werner schon recht mit dem was er schreibt.

    Edit: Hab den Beitrag editiert, da das Video nicht funktionierte und den Text was abgeändert. Danke an Wafer für den Hinweis!
    Geändert von basstardo (15.04.2019 um 15:07 Uhr)

  2. Fuchs
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #22
    8. Tag: Von Burgau nach Sagres
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    Samstag, 12. Januar 2019
    Strecke: 28 Km – Ecovia Gesamt: 225 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 550 m, ↓ 550 m – Ecovia Gesamt: ↑ 2.225 m, ↓ 2.225 m Gehzeit: 7 h 30 – Ecovia Gesamt: 60 h

    Heute Nacht hatte ich die Heizung durchlaufen. Das war wohl zu viel für die Sicherung. Zum Glück habe ich mit der Taschenlampe den Sicherungskasten gefunden. Hat aber etwas gedauert. So bin ich noch recht müde als der Morgen mich mit Sonnenschein begrüßt. Ich mache mich fertig und starte. Ein Frühstück gibt es hier leider nicht.
    Ich ziehe zunächst durch das Dorf um ein offenes Cafe zu suchen. Leider finde ich nichts. Kurz vor den letzten Häusern gehe ich wieder an den Abbruch vor. Die Klippen werden hier immer höher.


    Rückblick auf Burgau

    Der kleine Strand von Burgau bleibt zurück. Und es geht noch weiter hinauf. Auch hier ist die Rota Vincentina wieder funkelnagelneu markiert.


    Wegzeichen eines Fishermentrails der Rota Vicentina auf dem Weg nach Sagres

    Oben auf den Klippen geht es mit tollem Weitblick dahin. Unter mir liegt ein Strand, der von Land aus nicht erreichbar ist. Jetzt gibt es hier so wenig Strand und dann kommt man noch nicht mal hin.


    Die felsige Algarvenküste bei Burgau

    Aber zum nächsten Strand da kann man runter. Und das mache ich auch. Ich habe eigentlich vor wieder am Strand zu bleiben. Da kommt man schneller und müheloser voran. An verlassenen Häusern komme ich zum nächsten Strand.


    Am Praia de Almadena ist am Strand kein Weiterkommen

    Der endet aber auch schnell wieder an einer Felswand. Also zurück und zum nächsten Ort ins Landesinnere. Von dort kann man dann wieder auf die Klippen hinauf. Denn dort liegt laut Karte eine Ruine einer alten Festung. Von der ist aber schon nicht mehr so wirklich viel da.

    Die Reste des Forte de Almadena

    Und schon muss ich wieder runter von den Klippen. Irgendwie erwische ich den falschen Weg und bin viel zu schnell an der nächsten Straße. Über die nächsten Hügel ziehe ich nach Salema hinein. Ein Fischerdorf ohne viel Touristischen Schnick-Schnack.


    In den Straßen von Salema

    Direkt am Strand gibt es aber ein Cafe, das sogar geöffnet hat. So kann ich endlich frühstücken. Als einziger Gast bin ich von den drei Kellnern überversorgt. Aber der Blick ist herrlich!


    Frühstück am Strand von Salema

    Man sitzt einfach viel zu gut! Mit Mühe komme ich nach einer guten halben Stunde wieder auf die Sohlen. Aber auch hier geht es am Strand nicht weiter.


    Auch der Strand von Salema ist von überschaubarer Größe

    Ich muss etwas zurückversetzt eine Straße hoch und dann kann ich wieder an die Abbruchkante. Der Blick hinunter zeigt was vor mir liegt: Der nächste Abstieg! Hier geht es ganz schön rauf und runter. Aber zum Glück meist nicht allzu weit.


    Die noch unverbaute Küste zwischen Salema und Sagres

    Am Hang entlang führt der Weg tendenziell abwärts. Oberhalb des nächsten Strandes liegt die nächste Ruine. Von der ist aber noch weniger übrig als von der letzten. 2 oder 3 vereinzelte Mauern stehen herum mit einem tollen Blick auf den nächsten Strand.


    Das Forte de Santa Cruz da Figueira mit seinem Strand

    Zu dem steige ich hinunter. Aber so langsam habe ich genug von dem ständigen auf und ab. Ich probiere diesmal am Strand zu bleiben. Das sieht mir so aus, als könnte es gehen. Aber die Flut ist schon wieder im Anmarsch. Also los!


    Am Praia da Figueira

    Toller Strand! Und wieder ist kein Mensch da. Klasse!
    Weiter hinten wird es felsiger. Aber wenn das Wasser zurückweicht komme ich gut durch. Als ich glaube, hier sei es dann doch zu Ende komme ich hinter einer Felsnase auf einen Sandstreifen, der mich in die Felsen führt. Ein Durchbruch zum nächsten Strand ermöglicht einen Durchgang unter grandiosen Felsportalen hindurch.


    Natursteinportal zum Praia Furnas Naturista

    Einfach Grandios!
    Steil geht es hinter dem Strand aber wieder auf die Klippen hinauf. Eine Gruppe Jugendlicher sucht nach dem Weg. Die haben noch nicht so viel Erfahrung. Wenn man sich hier durch das Grünzeug schlägt, dann wird es recht stachelig. Ich konnte aber aus der Entfernung sehen, wo es gut hinauf geht.


    Aufstieg nach dem Praia Furnas Naturista

    Oben angekommen geht es dann wieder recht eben dahin. Die Sicht ist heute wieder großartig. Und kaum ein Haus in Sichtweite. Hier ist die Küste noch fast unverbaut. Tolle Ecke hier!


    Schöne Wanderwege auf dem Weg nach Sagres

    Und damit man nicht so schnell vom rechten Weg abkommt ist dieser hier wieder sehr gut markiert. Und auch wieder ganz frisch!


    Gut markierter Fishermenstrail

    Kurze Zeit darauf habe ich einen tollen Blick auf den nächsten Strandabschnitt: Den Praia do Zavial. Wieder kein sehr großer Strand. Aber es haben sich hier ein paar Häuser angesiedelt. Von Dorf will ich hier noch nicht sprechen.


    Blick auf den Praia do Zavial

    Auf einer kleinen Straße geht es zum nächsten Ministrand hinüber. Wirklich schon fast wieder ein Schmuckstück!


    Der kleine Praia da Ingrina

    Kurzweilig führt mich der Weg weiter. Auf diesem Stück treffe ich doch tatsächlich auf ein paar Leute. Am nächsten Strändchen stehen ein paar Wohnmobile. Aber einen Campingplatz gibt es nicht. Jeder sucht sich ein Plätzchen wo er sein Fahrzeug abstellt.
    Es geht auf Trittspuren auch mal etwas weiter vom Meer weg. Und schon blüht es hier wieder.


    Es blüht auf dem Weg nach Sagres

    Die Wegfindung ist hier etwas schwierig: Es gibt viele Wegspuren, die hier auf den Kippen entlang führen. Aber irgendwann treffen sich alle wieder. Es scheint fast egal zu sein, welche man nimmt – solange man auf die Grundrichtung achtet. Und das ist noch nicht ganz so schwer: solange man das Meer sieht ist mach gut unterwegs.
    Manche Felsspalten sorgen allerdings auch für so manchen Umweg. Zu dicht sollte man also nicht am Meer bleiben.


    Die Klippen sind recht hoch und rau kurz vor Sagres

    Lange sieht man nichts von Sagres. Die letzten Klippen vor dem Ort sind wohl die höchsten.
    Nach einer ausgiebigen Mittagspause mit Meerblick ziehe ich weiter. Und nach der nächsten Biegung sehe ich dann auch mein heutiges Tagesziel das erste Mal. Aber das sind noch ein paar Meter. Zunächst geht es nochmal ans Meer hinunter. Auf den rauen Felsen wird geangelt.


    Ein Angler kurz vor Sagres

    Auf schönen Wegen geht es windgeschützt zum Strand hinüber.


    Es geht hinunter zum Strand von Sagres - zum Praia do Martinhal

    Sagres ist nun nicht wirklich ein schöner Ort. Er zieht sich etwas auseinander. Hier gibt es auch leichte Ansätze von Industrie. Das Bier, das hier überall angeboten wird, kommt von hier.
    Ich wandere auf die Ortsmitte zu und stehe plötzlich am nächsten Strand. Hier ist der Ort dann schon wieder zu Ende. Von einer Ortsmitte habe ich nichts mitbekommen.


    Sagres mit dem Praia da Mareta

    Ich erkundige mich, wo ich unterkommen könnte. Das ist hier wieder nicht so leicht: das eine Hotel ist maßlos überteuert, das nächste hat geschlossen und das nächste hat nur Apartments. Ein viertes finde ich nicht. Es soll am anderen Ende des Ortes noch sowas wie eine Jugendherberge geben. Da fange ich mal lieber mit der Dame an der Rezeption des Aparthotels zu handeln an. Als wir uns dann in erschwinglichen Regionen einigen bekomme ich ein 3-Zimmer-Apartment zur alleinigen Nutzung. Vom Balkon kann ich erkennen wo ich heute entlang gewandert bin.


    Rückblick von Sagres aus

    Als ich mich nach einem Bier erkundige wird mir ein Sixpack in den Kühlschrank gestellt. Dann verlassen die Angestellten den Tatort. Ich versenke mich in meiner Badewanne und lesen den Ortsprospekt auf der Suche nach einer Möglichkeit zum Abendessen durch.
    Gegen später treibe ich ein gut besuchtes Fischrestaurant auf – das andere hat zu – und so plätschert der Abend dahin.


    Sonnenuntergang über Sagres

    Im Hotel zurück leuchtet am Horizont der Leuchtturm Cabo de Sao Vicente. Das wird Morgen ein Zwischenziel.
    Das war heute wieder ein abwechslungsreicher Tag. Die Besiedelung wird hier immer weiter und die Küste immer rauer. Das dürfte wohl an der Kraft des Atlantiks liegen, die hier ankommt. So ändert sich die Landschaft und die Küste hier fast jeden Tag. Das gefällt mir! Und morgen geht es zu dem Süd-Westlichsten Punkt Portugals und dann weiter nach Norden. Ich bin gespannt, was ich da noch zu sehen bekomme! Bis dahin: Gute Nacht!
    Geändert von Wafer (16.04.2019 um 23:49 Uhr)

  3. AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #23
    Schöne Bilder, da freue ich mich 2021 schon auf meine (erneute) Wanderung entlang der Rota Vicentina. Ziel ist es dann auch die Circular Routes zu wandern. Das Bier kommt übrigens aus Lissabon, die Stadt war/ist nur Namensgeber =).

  4. Fuchs
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #24
    Sieht aus, als hätten wir im gleichen Zimmer im Navigator übernachtet.
    Heute auch mehr wie Werner - mit dem WoMo dort.

  5. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #25
    Zitat Zitat von basstardo Beitrag anzeigen
    Schöne Bilder, da freue ich mich 2021 schon auf meine (erneute) Wanderung entlang der Rota Vicentina. Ziel ist es dann auch die Circular Routes zu wandern. Das Bier kommt übrigens aus Lissabon, die Stadt war/ist nur Namensgeber =).
    Danke!
    Und das mit dem Bier: Da habe ich wohl mal wieder was vorausgesetzt, was ich nicht recherchiert habe. Dabei wäre es so einfach gewesen! Das ist in etwa so als käme das Stuttgarter Hofbräu aus einer Berliner Brauerei. Sachen gibts!

    Zitat Zitat von PWD Beitrag anzeigen
    Sieht aus, als hätten wir im gleichen Zimmer im Navigator übernachtet.
    Heute auch mehr wie Werner - mit dem WoMo dort.
    Das mit dem Wohnmobil scheint da unten ja recht um sich zu greifen. Überall habe ich welche gesehen. Viele Niederländer, Engländer aber auch Deutsche. Scheint ein beliebtes Ziel zu sein um dem Winter ein Schnippchen zu schlagen. Könnte ich mir aber auch gut vorstellen. Wenn mal die Kinder aus dem Haus sind .... Aber ist die Fahrerei von uns aus nicht etwas viel? Und kommt man da trotzdem zum echten Weitwandern?

    So, aber heute habe ich mal wieder etwas mehr Zeit am Rechner verbracht, die nächsten Bilder zusammengestellt und am Bericht geschrieben. Jetzt muss ich die noch hochladen und in den Bericht einbinden. Dann kann der nächste Tag kommen ... (wird ja auch langsam Zeit ...)

  6. AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #26
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Aber ist die Fahrerei von uns aus nicht etwas viel? Und kommt man da trotzdem zum echten Weitwandern?
    OT: Fahren ist doch entspannend. Die innerspanischen Autobahnen sind leer wie bei uns nur einsame Landstraßen um Mitternacht. Eine Maut fällt meist auch nicht an.

    Weitwandern? Nee, weder zum echten, noch zum falschen. Tageswanderungen, Spaziergänge, Touren mit dem Rad. Als Zugabe kommt man in Ecken, die als Weitwanderecken außen vor sind; oder man kriecht durchs Gebüsch, weil eine Karte zu korrigieren ist. Es ist eine andere Form des Reisens. Aber wem erzähle ich das.
    .

  7. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #27
    9. Tag: Von Sagres nach Vila do Bispo
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    Sonntag, 13. Januar 2019
    Strecke: 22 Km – Ecovia: 8 Km – Rota Vicentina: 14 Km - Ecovia Gesamt: 233 Km - Gesamt: 247 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 300 m, ↓ 250 m –Gesamt: ↑ 2.525 m, ↓ 2.475 m Gehzeit: 6 h 30 – Gesamt: 66 h 30

    Der Morgen beginnt wie ich es hier gewohnt bin: Mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. Beim Blick vom Balkon kann ich die Leuchttürme erkennen, die einsam am Ende der Felsklippen stehen. Zu einem der beiden, dem Farol do Cabo de São Vicente, will ich heute im Laufe des Tages hin.


    Sagres am Morgen

    Nach dem Frühstück umgehe ich Sagres südlich. Ein kleiner Schlenker über den Strand darf natürlich nicht fehlen. Was dann folgt ist aber weniger schön: Ich habe außer der Straße keine Alternative für einen Weg zum Leuchtturm gefunden.


    Ein paar fast endlose Straßenkilometer liegen vor mir

    Die kleinen Pfade am Rande der Kippen gibt es hier nicht. Die Straße wurde auch sehr dicht am Rand gebaut. So geht es dann eben am Rand der Straße entlang.


    Badebuchten mit Strand gibt es hier nur noch sehr wenige – wie hier der Praio do Beliche

    Obwohl der Leuchtturm ein recht bekanntes und gerne besuchtes Bauwerk ist hält sich der Verkehr in Grenzen. So werde ich nicht mal als Anhalter mitgenommen. Sehe ich nach einer Woche schon so abgerissen aus?
    So muss man seinen Fokus eben anders legen.


    Was blüht denn da?

    Nach 8 endlosen Kilometern bin ich dann endlich da: Der Leuchtturm liegt vor mir!


    Der Farol Cabo Sao Vicente im äußersten Süd-Westen Portugals ist erreicht

    Auf dem Parkplatz direkt davor stehen 2 Autos. Weiter links stehen noch ein paar Wohnmobile – die hier wohl üblich gewordene Behausung.


    Die Zeichen von Ecovia und Rota Vicentina stehen hier direkt nebeneinander

    Die Gebäude rund um den berühmten Leuchtturm sind gut in Schuss.


    Und nochmal das berühmte Motiv

    Leider kann man nicht auf den Turm hinauf. Der Kiosk hat zwar offen aber es ist niemand da, der ihn besucht. So richtig reißen tut mich das Touristen-Standard-Angebot aber auch nicht wirklich.


    Der Cabo Sao Vincente – mit Kiosk

    Die letzten Tage bin ich hier fast ausschließlich in Ost-West-Richtung unterwegs gewesen. Das wird sich nun ändern. Ab hier geht es von Süden nach Norden. Und die Küste sieht hier recht felsig aus.


    Die Atlantikküste nach Norden gibt sich etwas rau

    Nach einer letzten Runde zu den Felsabbrüchen am Leuchtturm mache ich mich wieder auf den Weg. Gerade kommt ein Bus an. Er lädt immerhin ganze 5 Touristen aus.
    Und wieder geht es zunächst auf der Straßen entlang.


    Und tschüss ...

    Zum Glück geht es recht schnell auf kleine Pfade und von der Straße wieder weg. In der Ferne des Südens wird der Farol am Horizont immer kleiner.


    Auf einer endlosen Ebene geht es nach Norden

    Hier oben auf der Hochebene über den Klippen sind die Bedingungen wohl recht rau: Die Vegetation ist knöchelhoch und sieht recht robust aus. Neben den eher dornigen Bodendeckern gibt es aber auch blühende Vertreter der Pflanzenwelt.


    Die Vegetation ist hier nicht sehr hoch

    Die Pfade sind hier nicht ganz eindeutig markiert, führen aber alle in die gleiche Richtung. An den Badebuchten treffen sie sich meist wieder.


    Vereinzelt gibt es auch hier Badebuchten mit Sandstränden

    Oberhalb der Strände gibt es Parkplätze und dort stehen jedes Mal vereinzelte Wohnmobile. Man kann sich wohl auf Feldwegen bis hierher durchschlagen. Der Wanderweg versucht diese Parkplätze zu umgehen und führt etwas wild durch die Schluchten, die auch zu den Stränden hinunter führen.


    Die Rota Vicentina ist gut markiert und ausgebaut

    An einem ruhigen Fleckchen mit Meerblick mache ich Mittagspause.


    Mittagspause am rauen Atlantik

    Der in der Karte eingezeichnete Torre de Aspa (156 m) stellt sich als einfache Betonsäule heraus. Um mich herum gibt es zunehmend Felder, die landwirtschaftlich genutzt sind.


    Sieht nach mühsamer landwirtschaftlicher Arbeit aus

    Der Weg führt mich nun etwas von der Küste weg auf den nächsten Ort Vila do Bispo zu.


    Es geht auf Vila do Bispo zu

    Irgendwie bin ich Straßen wohl nicht mehr gewohnt. Das Wandern an der Straße entlang hat mich heute erstaunlicherweise viel Zeit gekostet. Schon recht spät nach Mittag treffe ich in Vila do Bispo ein.
    Die Besiedlung entlang der Küste wird hier immer spärlicher und die Orte kleiner. So ist keinesfalls mehr sicher gestellt, dass man in jedem Ort auch übernachten kann. Im nächsten Ort finde ich zwar eine Übernachtungsmöglichkeit aber dort gibt es aktuell kein geöffnetes Restaurant. Und meine Vorräte geben ein Abendessen, ein Frühstück und einen Tag Wanderverpflegung nicht mehr her. Und die am Sonntag geschlossenen Läden können das auch nicht mehr ändern.
    So lasse ich mich in einem kleinen Bistro am Straßenrand nieder und esse erstmal eine Kleinigkeit.


    Ein kleiner Snack zwischendurch ...

    Irgendwann entscheide ich mich dann hier in Vila do Bispo zu übernachten und checke in einem kleinen Hotel ein. Die haben sogar einen Innenpool. Allerdings unbeheizt. Das Wasser ist zapfenkalt. Also drehe ich die Runde nicht im Pool sondern lieber im Dorf.


    Der Nachmittag plätschert in der Sonne dahin

    In so einem Dorf einen Nachmittag zu verbringen ist kein Kunststück!


    Die Kirche von Vila do Bispo

    Das Abendessen fällt heute mal etwas anders aus als üblich: Das Kaffee auf der anderen Straßenseite bietet heute Abend Kaninchen als Tagesessen an. Also mal kein Fisch! Gute, klassische Hausmannskost. Wein, Wasser und Kaffee sind im Preis enthalten. Sehr viele Touristen scheinen sich hierher nicht zu verirren.
    Heute bin ich recht früh im Bett. Das Laufen auf der Straße hat mich irgendwie etwas angestrengt. Ich bin mal gespannt auf Morgen! Da geht es durch das Hinterland dieser Region. Spannend!
    Gute Nacht!
    Geändert von Wafer (03.05.2019 um 09:03 Uhr)

  8. AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #28
    Oh, ein neuer Wegweiser für GR11/E9. Das lässt hoffen, dass sich hinter Santiago do Cacem Richtung Norden auch was getan hat.

    Du hattest unglaubliches Wetterglück. Immer noch kein Foto mit grauer Wolkendecke.
    .

  9. Fuchs
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #29
    10. Tag: Von Vila do Bispo nach Carrapateira
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    Montag, 14. Januar 2019
    Strecke: 35 Km – Rota Vicentina Gesamt: 49 Km - Gesamt: 282 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 450 m, ↓ 525 m – Gesamt: ↑ 2.975 m, ↓ 3.000 m Gehzeit: 8 h – Gesamt: 74 h 30

    Heute Morgen weckt mich mal wieder die Sonne im Gesicht. Ganz was Neues! So ist es dann auch noch nicht sehr spät als ich vor der Tür startbereit bin. Ich schlage mich durch die engen Gassen des Ortes. Schön hier!


    Auf dem Weg durch Vila do Bispo

    Hier wurden noch keine touristischen Bausünden begangen. Der Ort ist über Jahre gewachsen und das sieht man ihm an. Die Rota Vicentina führt zunächst neben der Straße aufwärts um diese auf der Hochfläche zu verlassen. Der Weg ist recht sandig.


    Hinter Vila do Bispo geht es recht eben dahin

    Nach offener Fläche hält der Weg auf den Waldrand zu und verschwindet darin. Der Weg ist gut zu finden.


    Gute und neue Markierungen auf dem Weg nach Pedralva

    Es geht jetzt auch mal nach Osten. Also von der Küste weg ins Hinterland. Und schon wird die Landschaft hügeliger.


    Das Hinterland um Pedralva wird zunehmend hügeliger

    Hier liegen auch ein paar Seen am Weg. Das sind meist kleine Stauseen die im Sommer zur Bewässerung genutzt werden. Auch wenn da mal eine Sonnenliege daneben steht lädt das nicht gerade zum Baden ein.
    Der Weg senkt sich in ein Tal hinunter und führt auf Pedralva zu.


    Pedralva liegt vor mir und zieht sich den Hang hinauf

    Zeitlich genau richtig für ein zweites Frühstück laufe ich in dem kleinen Ort ein. Und der hat sich richtig rausgeputzt! Schick! Direkt am Weg liegt das Gasthaus, in dem ich übernachten wollte. Und das gefällt mir ausgesprochen gut.


    Das wäre die Unterkunft in Pedralva gewesen

    Schade, dass es hier gestern Abend nichts zu essen gab! Aber alle Restaurants im Ort haben aktuell geschlossen. Getränkte bekomme ich. Aber kein zweites Frühstück. So verschwinden meine letzten Vorräte in der Sonne bei einem Café. Ich schreibe Postkarten und erfahre, dass es hier sogar einen Briefkasten mit regelmäßiger Leerung gibt. So ziehe ich durch das Dorf auf der Suche nach selbigem.


    Gepflegtes Pedralva

    Das Dorf hat mir richtig gut gefallen. Und einen Rastplatz für Wanderer, die es nicht so mit den Restaurants haben gibt es auch. Da wird man allerdings sehr genau beobachtet!


    Der Rastplatz von Pedralva

    Der Weg führt weiter in dem Tal entlang. Da fließt auch ein kleiner Bach. Aktuell aber eher ein Rinnsal. Und das bisschen Feuchtigkeit, dass da fließt wird in einem Becken gesammelt.


    Eine Einladung zum Schwimmen am Weg

    Bei frischem Wasser und im Hochsommer sicher sehr reizvoll. So lasse ich das Angebot aber mal lieber ungenutzt.
    Hier wächst auch recht viel.


    Ein heideartiges Gewächs

    Das Tal windet sich durch die Hügel und führt nach Norden. Auch hier lassen die Markierungen keine Wünsche offen.


    Über die Hälfte ist für Heute geschafft

    Ich wurde schon darauf angesprochen, dass der Weg nur bei wenig Wasser komplett begehbar wäre. Das soll vermutlich das gelbe Warndreieck signalisieren. Nachdem es die letzten 10 Tage nicht geregnet hat dürfte da aber nicht viel zu befürchten sein.
    Als der Weg den Bach kreuzt fällt mir eine Brücke auf.


    Der E9 hinter Pedralva

    Außer einer Pfütze ist hier aber von dem Bach gerade nicht viel zu sehen. Aber es ist klar erkennbar, dass hier der Wasserstand auch schon mal deutlich höher ausfällt.
    Und es ist auch erkennbar, dass es hier nachts recht kalt wird.


    Die Pfützen im Schatten sind noch zugefroren

    Davon ist jetzt (ca. 11 Uhr) aber nur noch wenig zu spüren. Ich habe heute aber die lange Wanderhose an. Der Bach ist nun auch auf der Karte verzeichnet. Es ist der Ribeira da Carrapateira. An ihm entlang geht es auf den gleichnamigen Ort zu, der mein heutiges Ziel ist.
    Hier im Tal wachsen Orangen und Korkeichen. Die Orangenbäume sehen nicht so aus, als wären sie gepflanzt worden. Die wachsen hier wohl wild. Und die Orangen schmecken richtig gut. Nur schwierig zu essen weil sie so saftig sind. Das bin ich von unserer Supermarktware nicht gewöhnt!


    Alte Korkeiche am Weg

    Hier im Tal liegen auch ein paar einzelne Höfe verstreut. In einigen soll man auch übernachten können. Die meisten machen einen sehr gepflegten Eindruck.


    Hier könnte man wohl übernachten

    Als ich am Horizont so langsam das Meer erahne schlängelt sich der Weg als kleiner Pfad einen Hang hinauf und führt mich auf den Tercenas (108 m), den Hausberg von Carrapateira.


    Carapateira vom Tercenas aus gesehen

    Die Aussicht ist wirklich klasse! Weiter im Süden kann man gut diese durch Hügel geprägte Landschaft erkennen, wie sie vor dem Meer liegt.


    Großartiges Hügelland um Carrapateira

    Nach einer ausgiebigen Pause mache ich mich an den Abstieg. So komme ich von oben nach Carrapateira hinein. Ich komme an ein paar Pensionen vorbei aber alle sind geschlossen. Zumindest ist niemand da. Am Hauptplatz hat ein Café geöffnet.


    Carrapateira

    Hier mache ich eine verspätete Mittagspause. Ich komme mit 2 Schweden ins Gespräch. Die sind mit ganz kurzen Klamotten unterwegs und freuen sich, dass es so warm ist. Die Portugiesen sitzen heute, wo es etwas kühler ist als die letzten Tage, mit Strickjacken, Wollpollovern und Steppjacken an den Tischen. So ist das Temperaturempfinden je nach Heimatregion (und Genen? Wie weit spielen die da wohl eine Rolle?) doch sehr unterschiedlich.
    Ich versuche nochmal eine geöffnete Unterkunft zu finden. Aber wieder treffe ich nirgends jemanden an. Ich beschließe es später nochmal zu probieren. Jetzt ist es gerade mal kurz vor 15 Uhr. Da sind die vielleicht unterwegs.
    So mache ich mich auf, um den Rundweg um Carrapateira herum an zu gehen. Er gehört auch zur Rota Vicentina und ist gewohnt gut markiert. Durch die Hügel komme ich an den Strand.


    Am Praia do Amado

    Hier, abseits des Dorfes hat sogar ein Imbiss offen. Der lebt vermutlich wieder von den Wohnwagen, deren Bewohner dem Winter in Nord- und Mitteleuropa ein Schnippchen schlagen wollen. Ich genieße noch einen kleinen Snack und mache mich dann wieder auf den Weg. Der markierte Weg führt hinauf auf die Klippen nach Norden. Mal auf Holz und mal auf Teer führt er am Rande des Abbruchs entlang. Dort liegen auch ein paar islamische Ruinenreste. Genaueres konnte ich leider aus dem Portugiesischen nicht übersetzen. Oder habe ich mich bei dem bisschen auch schon verlesen?


    Islamische Ruinen auf der Runde um Carrapateira

    Recht abwechslungsreicht geht es dahin. Einzig macht mir mein Schatten etwas Sorgen: Der wird immer länger!


    Auf der Runde um Carrapateira

    An einer etwas weiter ins Meer hinausragenden Stelle hat man einen guten Überblick. Über die zurückgelegte Strecke ...


    Der Praio do Amado

    ... als auch über das, was morgen kommen wird.


    Am Horizont liegt Arrifana

    Als ich nach Carrapateira zurück komme liegen die Häuser schon im Schatten der Hügel. Es ist recht kühl geworden. Ich steuere noch 2 Gasthäuser an aber auch die haben zu. Also lasse ich mich irgendwo nieder und telefoniere die B&B ab. Da klappt das dann ganz schnell. Nicht weit weg von mir bekomme ich ein Zimmer in einem Anbau, das Tip-Top in Ordnung ist. Als Abendessen bekomme ich hausgemachte Lasagne, Wein und Obst als Nachtisch.


    Bunter Häuserschmuck auf dem heutigen Weg

    Nachts rauscht das Meer. Ein Hund bellt eine Zeit lang. Ich höre das gut obwohl das Meer doch noch recht weit weg ist und die Fenster und Türen geschlossen sind. Ein Zeichen dafür, dass auch die Qualität der Türen und Fenster auf den Süden ausgerichtet ist. Die verfügbare Elektro-Heizung ist viel zu klein – die kriegt den doppelt hohen Raum gar nicht richtig warm. So bin ich dann mit 2 Decken recht bald im Bett.

    Bis Morgen!
    Geändert von Wafer (08.05.2019 um 10:54 Uhr)

  10. Fuchs
    Avatar von PWD
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #30
    Du bist dort an der ehemaligen islamischen Fischersiedlung vorbeigekommen.

  11. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #31
    Zitat Zitat von PWD Beitrag anzeigen
    Du bist dort an der ehemaligen islamischen Fischersiedlung vorbeigekommen.
    Ah, Danke!
    Ich war mir jetzt beim Schreiben des Berichtes nicht mehr ganz sicher, ob das so sein kann. Islam ist ja keine Region oder kein Land sondern eine Religion. Dass man eine Siedlung eher einer Religion als einer Herkunft der Siedler zuordnet kam mir jetzt im Nachhinein etwas komisch vor. Dann kann ich also dem Bisschen, dass vom Portugiesischen bei mir hängen geblieben ist also durchaus trauen!

  12. Fuchs
    Avatar von PWD
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #32
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Ah, Danke!
    Ich war mir jetzt beim Schreiben des Berichtes nicht mehr ganz sicher, ob das so sein kann. Islam ist ja keine Region oder kein Land sondern eine Religion. Dass man eine Siedlung eher einer Religion als einer Herkunft der Siedler zuordnet kam mir jetzt im Nachhinein etwas komisch vor. Dann kann ich also dem Bisschen, dass vom Portugiesischen bei mir hängen geblieben ist also durchaus trauen!
    Kann ich gut nachvollziehen, sprechen doch die Portugiesen selbst immer von „os mouros“, also maurischer Provenienz, gerade in diesen südlicheren Gebieten Portugals. Die Mauren wurden halt von den Arabern islamisiert...

  13. Fuchs
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #33
    11. Tag: Von Carrapateira nach Arrifana
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    Dienstag, 15. Januar 2019
    Strecke: 27 Km – Rota Vicentina Gesamt: 76 Km - Gesamt: 309 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 600 m, ↓ 550 m – Gesamt: ↑ 3.575 m, ↓ 3.550 m Gehzeit: 8 h – Gesamt: 82 h 30

    Heute wache ich recht spät auf. Irgendwas stimmt heute nicht! Aber was? Beim morgendlichen Fensterkontrollblick weiß ich es dann: Da sind so komische graue Dinger am Himmel. Was ist das denn? Etwa Wolken? Was ist da zu tun?
    1. Die Tour abbrechen!
    2. Den Medizinmann aufsuchen und um Rat fragen!
    3. Beherzt die Tour fortsetzen!
    4. Den nächsten Hund den Wettergöttern opfern!
    Ich nehme den Telefonjoker und rufe Tante Google an. Sie meint ich soll das Regenzeug parat halten und ansonsten loslaufen.
    Das mache ich dann auch. Frühstück gibt es leider keines. Und der Laden im Dort hat geschlossen, wie mir meine Vermieter gestern mitgeteilt haben. Jetzt wird es langsam ganz eng mit dem Proviant.
    Ich ziehe los und komme zu dem Bach, an dem ich gestern so lange entlang gewandert bin.


    Da möchte ich lieber nicht wissen, wie die Autos hier von unten aussehen ...

    Die Rota Vicentina führt mich hinter einem restaurierten Hof nach Osten den Hang hinauf.


    Wolken über den Hügeln um Carrapateira

    Das geht ganz schön zackig aufwärts – für hiesige Verhältnisse. Da kommt man schon mal ins Schwitzen. Oben geht dann aber ein angenehmer leichter Wind. Teilweise auf den Kuppen aber auch mal in den Tälern geht es dahin.


    Durch die Hügelwelt bei Bodeira

    Die Vegetation ist hier im Vergleich zu Spanien auf gleicher Breite deutlich höher. Hier gibt es richtige Wälder. Hier scheint es also normalerweise häufiger zu regnen als in Spanien.


    Es geht heute ständig auf und ab

    So langsam knurrt etwas der Magen. Ich spekuliere auf ein Frühstück in der nächsten Ortschaft.


    Ein kleiner See

    Die ist jetzt gar nicht mehr so weit weg. Und der Weg führt auch schon nur noch abwärts.


    Bodeira

    Laut Karte soll es hier zumindest ein Café geben. Ich ziehe durch die Gassen der überschaubaren Ortschaft und spreche dann jemanden an. Das Café hat natürlich geschlossen. Und Alternativen gibt es hier nicht. Also mache ich nicht lange rum und ziehe weiter.


    In Bodeira gibt es nichts zu kaufen

    Der Weg geht im Tal des Ribeira da Bodeira entlang. Hier gibt es wieder Orangenbäume. Da hole ich mir dann man Frühstück.


    Korkeichenallee hinter Bodeira

    Irgendwann zieht der Weg wieder etwas hinauf auf eine Hochebene. Dort gibt es zwar verstreut ein paar Häuser aber nirgends was zum Einkaufen.


    Die Wege sind heute durchweg etwas breiter

    Als der Weg wieder etwas näher an die Küste führt geht es auch gleich wieder etwas mehr auf und ab. Und mitten in diesem Auf und Ab liegt ein Surf-Camp. Bis zur Küste sind es aber schon noch ein paar Kilometer. Vielleicht ist das ja der Grund, warum es geschlossen hat?
    Dafür sind die Wege zur Küste jetzt aber recht ausgefahren.


    Schnurgerade geht es zur Küste zurück

    An Höhe verliert man hier eigentlich kaum. Ich komme aber immer dichter ans Meer. Der Wald bleibt zurück, so dass man hier eine tolle Sicht auf die Landschaft der Hügelküste hat.


    Am Horizont ist die Landzunge von Carrapateira zu erkennen

    Als sich der Weg dann doch etwas nach unten neigt liegt ein kleiner Schotterstrand vor mir. Wie üblich parken auch hier ein paar Wohnmobile.


    Der Schotterstrand Praia do Canal

    Ich muss bis zum Strand runter und auf der anderen Seite wieder hinauf. Ein paar Surfer sind mit dicken Neoprenanzügen sogar im Wasser unterwegs. Scheint hier eine beliebte Surferregion zu sein.
    Wieder oben angekommen kann ich den nächsten Ort – Arrifana – vor mir liegen sehen. Als ich an den ersten Häusern vorbei bin kann ich etwas unterhalb dahinter ein großes Areal mit angelegten Straßen sehen. Viele Häuser stehen dort allerdings nicht. Hier war wohl jemand etwas sehr optimistisch bei der Ortsplanung. Ich halte auf den alten Ortsteil direkt an der Küste zu.
    In einer kleinen Kneipe lasse ich mich in der Sonne nieder. Für heute reicht es mir eigentlich. Eine offene Pension habe ich aber nicht gesehen. Ich spreche die Wirtsleute an. Die haben eine eigene Anlage in der nächsten Straße mit Pool und einigen Bungalows. Nach kurzem Handeln sind wir uns einig. Ich kriege einen ganzen Bungalow zum Preis von einem Einzelzimmer.


    Die Ruine Fortaleza de Arrifana

    Am Abend gehe ich in das einzige geöffnete Restaurant des Ortes zum Essen. 3 Gäste werden von mindestens 5 Kellnern bedient. Das ändert sich schlagartig als eine richtig große Gruppe Portugiesen eintrifft. Die setzen sich aber nicht sondern stehen vorne im Lokal und singen portugiesische Volkslieder. Es wird viel gesungen und noch mehr getrunken. Leider verstehe ich zu wenig von dem, was mir da als alte Tradition erklärt wird. Aber schön war’s!
    So ist es dann recht spät als ich in meinen Bungalow komme. Müde falle ich ins Bett!

  14. Fuchs
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #34
    12. Tag: Von Arrifana nach Aljezur und 1. Teil Heimfahrt
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    Mittwoch, 16. Januar 2019
    Strecke: 11 Km – Rota Vicentina Gesamt: 87 Km - Gesamt: 320 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 600 m, ↓ 550 m – Gesamt: ↑ 3.575 m, ↓ 3.550 m Gehzeit: 8 h – Gesamt: 82 h 30

    Der Morgen empfängt mich mit gleichmäßigem Regen. So kann das nicht weiter gehen! Ich schaue mir den Wetterbericht an. Das soll so aber noch ein paar Tage bleiben. Also beende ich die Tour bei der nächsten sinnvollen Gelegenheit. Das ist in Aljezur. Dort gibt es zumindest einen vernünftigen Busanschluss. Das ist nicht weit. Nur etwas über 10 Km.
    Also drehe ich mich nochmal rum und schlafe noch ein Stündchen.
    Nach dem Frühstück hört es dann ganz langsam auf. Ich hoffe, das hält. Ich gehe nochmal bis zum Rand der Klippen.


    Arrifana mit seinem Strand

    Es tröpfelt immer mal wieder. Also nehme ich den direkten Weg nach Aljezur. Dieser führt durch den geplanten Ort, den ich gestern gesehen hatte. Es gibt auch einen Weg außen herum aber dafür ist mir das Wetter zu unbeständig. So wandere ich durch den noch werdenden Ort und treffe dahinter die Rota Vecentina wieder.


    Der Weg zieht Auf und Ab durch die Hügel

    Im Zick-Zack geht es zu einer Strasse hinauf. Hier hat man einen schönen Blick ins Tal des Ribeiro de Aljezur hinter.


    Das Tal des Ribeira de Aljezur

    Der Weg bleibt nicht lange an der Strasse sondern führt mich kurz darauf wieder auf Wanderwegen in das Tal hinab. Aljezur liegt auf der anderen Seite des Tales.


    Aljezur von hinten

    Von hinten komme ich in den Ort. Dieser zieht sich den Hang hinauf bzw. auf der anderen Seite hinunter. Oben auf dem Gipfel steht die Dorfkirche.


    Die Kirche von Aljezur

    Der Ort besteht aus einem alten Ortskern und einem neuen Ortsteil auf der anderen Seite des Flusses.


    Der alte Teil von Aljezur

    An der Bushaltestelle stelle ich fest, dass wohl gerade in Bus gefahren sein muss und der nächste erst in 4 Stunden kommt, als ein Auto ungefragt neben mir hält. Ich brauche eine Weile bis ich begreife, dass er mich mitnehmen will. So komme ich noch vor dem verpassten Bus in Lagos an. Die Züge zurück nach Faro fahren öfter. Also nehme ich mir noch Zeit für ein Mittagessen in der Altstadt.
    Als ich zum Bahnhof weiter ziehe komme ich nochmal am Hafen vorbei.


    Der Hafen von Lagos sieht ohne Sonne auch gleich ganz anders aus

    Die Bahn bringt mich zurück nach Faro. Der nächste Flieger geht leider erst morgen. So bleibt mir nochmal eine Nacht in Faro.


    Zurück in Faro

    So habe ich noch die Gelegenheit die andere Restaurantempfehlung aus zu probieren.


    Der Arco da Vila

    Nach reichlich Meeresfrüchten gibt es noch eine Käseplatte zum Abschluss.


    Ein letztes Trostpflaster vor dem Heimflug

    Am nächsten Morgen geht es dann mit einem Zwischenstopp in Lissabon wieder nach Hause.
    Geändert von Wafer (23.05.2019 um 21:32 Uhr)

  15. Fuchs
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #35
    Hallo Werner.

    Sorry, dass ich jetzt erst darauf eingehe. Aber das Wetterglück sollte sich ja just hier ändern ...
    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    Du hattest unglaubliches Wetterglück. Immer noch kein Foto mit grauer Wolkendecke.
    Ja, das hat 10 Tage super gehalten. Aber dann hat mich dieses Wetterglück, wie man nun sieht, leider verlassen. Ich hätte noch 2 Tage gehabt aber ich wollte die Region so in Erinnerung behalten, wie ich sie die letzten 10 Tage erlebt habe. Ist so eine lange Schönwetterphase eher ungewöhnlich in Portugal? Ich gedenke eigentlich sowas im nächsten Jahr zu wiederholen ...


    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    Oh, ein neuer Wegweiser für GR11/E9. Das lässt hoffen, dass sich hinter Santiago do Cacem Richtung Norden auch was getan hat.
    Das hoffe ich. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das je feststellen werde, da ich eher mit dem Gedanken spiele an der Küste zu bleiben. Oder gibt es gewichtige Gründe, das nicht zu tun?

    Gruß Wafer

  16. AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #36
    Also ab "Santiago" ist es nur Richtung Süden gut beschildert (Richtung Norden gibt es keine Hinweise) und das Schild am "Cabo de Sao Vicente" stand da schon 2016. Aber schön, dass man jetzt auch weiter Richtung Lagos gehen kann. Ich bin evtl. im April 2020 wieder dort. Hier noch der Link zu unseren Bildern aus Portugal 2016 - 2017: Portugal 2016 - 2017


    Santiago do Cacém, Portugal - April 2017


    Santiago do Cacém, Portugal - April 2017


    Cabo de São Vicente, Portugal - Mai 2016

    Gruß,
    Westi
    Geändert von basstardo (24.05.2019 um 14:17 Uhr)

  17. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #37
    Hallo Wafer,
    danke für diesen ausführlichen Bericht in dem du uns eine touristisch bekannte Gegend aus der Sicht eines Wanderers zeigst.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  18. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #38
    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Hallo Wafer,
    danke für diesen ausführlichen Bericht in dem du uns eine touristisch bekannte Gegend aus der Sicht eines Wanderers zeigst.
    Hallo Blauloke.

    Die Algarve ist touristisch sehr bekannt. Das sieht man an den Bettenburgen, die ein wenig hinter den Stränden liegen. Um die Jahreszeit war aber nix bis gar nix los!
    Und wenn ich ehrlich bin: Der Teil in Ost-West-Richtung, also von Vila Real de Santo Antonio bis zum Leuchtturm Cabo de Sao Vicente (Varianten der Ecovia) hat mir fast besser gefallen als der Teil von dem Leuchtturm nach Norden (Rota Vicentina). Und das obwohl da bisher eigentlich gar kein durchgehender Wanderweg vorgesehen ist. Bis auf wirklich wenige Stücke gibt es aber richtig schöne Wege und Pfade in sehr unterschiedlicher Landschaft. Die Strände mit den Sandklippen oder Sandsteinskulpturen, die das Meer geformt hat, sind einfach der Knaller! Daher rechne ich fast damit, dass der Wanderweg an der Südküste in den nächsten Jahren weiter getrieben und publiziert wird. Bis Lagos erfolgt das ja aktuell gerade.

    Und dass ich mich von touristicher Überladung nicht abschrecken lasse und dabei großartige Tourenregionen entdecke ist für den geneigten Leser meiner Berichte ja nicht wirklich neu! Ich denke da nur mal an die Überschreitung von Gran Canaria oder andere Touren auf den Kanaren oder auch an Mallorca (wobei das dort schon besser bekannt ist!).

    Gruß Wafer

  19. AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #39
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Ist so eine lange Schönwetterphase eher ungewöhnlich in Portugal? Ich gedenke eigentlich sowas im nächsten Jahr zu wiederholen ...
    Da unten im Süden und Südwesten ist das fast normal. Die vom Atlantik kommenden Regenwolken regnen sich meist erst im Hinterland aus, und das fängt meist schon wenige Kilometer hinter der Küstenlinie an. Grauer Himmel über Tage haben wir, glaube ich, noch nicht erlebt. Periodisch waren Februar, März oder April jedoch in den letzten Jahren häufig ziemlich nass. Wir hatten auf unserer Wanderung von Lissabon bis Porto im März keinen Regen (Erinnerung, Erinnerung), zum Ausgleich kalten Nordwestwind.

    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Das hoffe ich. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das je feststellen werde, da ich eher mit dem Gedanken spiele an der Küste zu bleiben. Oder gibt es gewichtige Gründe, das nicht zu tun?
    Nö, mach mal. Einen Streckenvorschlag ab Sines entlang der Küste bis Setúbal habe ich weiter oben ja schon gemacht.

    Sollte Lissabon das Ziel sein, würde ich an deiner Stelle nach Montijo oder Barreiro wandern. Von dort mit der Fähre in die Hauptstadt. Aus dem Süden kann man eh nicht zu Fuß nach Lissabon wandern. Alle Brücken sind für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Weil wir den gefahrenen Abschnitt so kurz wie möglich halten wollten, hatten wir Almada mit der Ponte 25 de Abril als Ziel. Damals war das ein Fehler. Die "Vororte" von Lissabon wuchern ins Unendliche. Die Militärkarten kamen schnell an ihre Grenzen. Heute würde es mit OSM vermutlich sehr viel einfacher sein. Ab Coina ist das immer noch Stadtwandern!

    Bekannte von mir waren 3 Wochen hinter uns. Die hatten Montijo als Fährhafen gewählt und eine deutlich verkehrsärmere Route.

    Lissabon - Porto lohnt auch sehr, trotz Straßenwandern. Weniger wegen der Landschaft, eher weil Vieles noch immer nach Portugal aussieht. Es sind zwar einige Touristenorte am Weg, aber es sind keine, die für uns gemacht sind. Idylle darfst du nicht erwarten, mehr die Feriensiedlungen, die nach möglichst niedrigen Kosten geplant wurden.
    Geändert von Werner Hohn (12.06.2019 um 19:47 Uhr)
    .

  20. Fuchs
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    [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #40
    Fazit
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    Das war eine grandiose Wanderung! Fast 2 Wochen bestes Wanderwetter mitten im Winter! Die Algarve ist ein großartiges Wanderrevier! Sehr abwechslungsreich! Es gibt nicht viel, was ich bei einer zweiten Begehung anders machen würde. So wie ich die Ecovia begangen habe, ist sie als Wanderweg mehr als geeignet.
    Die Portugiesen der Algarve habe ich ausnahmslos als sehr freundlich und aufmerksam kennen gelernt. Sie verbreiten keinerlei Hektik. In der Regel können so gut wie alle Englisch. Zumindest auf einem Niveau, auf dem eine Verständigung möglich ist. Das Essen ist sehr Fisch-lastig und sehr gut!
    Die Küste der Algarve wechselt sehr häufig seine Landschaftsform:
    • Mal ein endloser Sandstrand wie bei Monto Gordo
    • Die Lagunenlandschaft mit seinen Salinebecken zwischen Tavira und Faro.
    • Dann wieder endlose Strände bis Quarteira
    • Weiter westlich dann mit den zusätzlichen Sandsteinklippen
    • Ab Olhos de Água die Felsenküste mit den kleinen sandigen Badebuchten
    • Das Hinterland um Lagoa
    • Die deutlich rauere Küste ab Lagos bis zum Cabo Sao Vincente
    • Die Hügellandschaft von Vila do Bispo nach Aljezur

    Ich bin mal sehr gespannt, was Portugal noch zu bieten hat. Denn das ich da nicht das letzte Mal war, das war mir schon auf dem Heimflug klar!

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