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    [NP] Annapurna Circuit (29.09.18 - 21.10.18) - Videobericht

    #1
    Mitreisende: Benni783
    Kathmandu & Busfahrt nach Besisahar

    Zuerst sahen wir die gewaltigen Gipfel des Himalaya im schwachen Licht der Dämmerung über dem Wolkenmeer, dann tauchte unser Flieger in die Wolken hinab. Darunter noch mehr Berge. Dann ein gewaltiger Haufen Dreck: Kathmandu! Eine rießige Fläche voller bunter, dicht aneinander gebauter, wirrer Häuser. Es war warm und etwas schwül.

    Der Kulturschock war höher als in Surat Thani in Thailand damals: Der Himmel gelb vor schlechter Luft, auf den Straßen und allen Flächen dicker Staub. Man atmete jede Menge Dreck ein und Stromleitungen bildeten echte Streetart. Irgendwo mitten in diesem Chaos war unser Hotel: Das Trekkers Home. Bettlacken mit Flecken und Steinharte Matratzen in einem schimmligen Raum. Dusche ein Rinnsal, WC kaputt, kein Klopapier. Ich fühlte mich rundum wohl!



    Gegen Abend füllte sich das Leben in der Stadt. Unzählige Trekkinggeschäfte mit „TheNorthFake Produkten“ waren in allen Straßen. Wir rüsteten uns noch etwas aus und besorgten uns günstige Schlafsäcke. Geld abheben war auch nicht einfach: Nur 1 ATM konnten wir finden, der Geld ausspuckte. Da wir Geld für die ganze Reise brauchten, räumten wir den Automaten quasi leer.



    Als es dunkel wurde, wirkte KTM noch verrückter: Überall ein Gemisch aus Backpackern, Trekkertouristen und Einheimischen die auf der Straße lebten. Es gab einen guten Supermarkt und eine Bäckerei. Zudem konnten wir hervorragend essen gehen. Auch Dachterrassen Ambiente fehlt hier nicht. Von den Bergen ist hier nichts zu sehen, da die Sonne nur schwach durch die dicke gelbe Luft schimmert. Wir desinfizierten unsere Hände ständig, als wir rumliefen. Die Stadt bot keine größeren Plätze oder Touristische Sightseeings, eher ein Labyrinth aus schmalen Gassen voller Geschäfte.



    Es gäbe da ein paar Tempel zu besuchen, z.b. den Monkeytempel, was wir zeitlich aber leider nicht mehr hinbekamen. Kathmandu war ein harter Einstieg in das Land, aber trotzdem fühlte ich mich wohl hier. Denn sofort merkten wir, wie freundlich und offen alle waren. Im Hotel trafen wir dann unseren Guide: Karna! Wir bezahlten ihn und machten einen Treffpunkt für unsere morgige Busfahrt nach Besisahar aus. Alles war geregelt, es konnte los gehen!



    Info: Es gibt auch teure Ausrüster mit echter Ware: z.b. Sherpa (Geschäft). Den Unterschied merkt man am Preis. Die Fake Sachen sind qualitativ ca. 75% je nachdem um was es geht. Manche ATMs spucken 10.000NPR aus, einer gab uns jeweils 25.000NPR.


    Busfahrt nach Besi

    Im Hotel kauften wir am Vorabend unsere Tickets mit reservierten Plätzen im Bus nach „Dumre“ bei Bandipur. Dort sollten wir irgendwie umsteigen nach Besisahar. In der Früh um 07 Uhr stiegen wir dann ein und es ging los. Naja es sollte… doch gab es Stau. Und das war mit Abstand der längste Stau in dem ich je gewesen bin. Wir brauchten sage und schreibe 5 volle Stunden NUR um aus Kathmandu rauszukommen. Es war eine Ewigkeit: Minutenlang stehen und dann 10 Meter fahren. Außerhalb der Stadt konnte man die Schlange der Fahrzeuge bis ins Tal runter zum Horizont sehen.



    Im Toto-Bus gabs zum Glück eine Klimaanlage, doch konnte ich nirgends sitzen, da ich keinen Platz hatte. Also habe ich mich in den Gang gesetzt oder an der Tür den Kopf ausm Fenster gehangen. Als wir irgendwann hinter einer Kontrolle waren, gings endlich flüssig weiter. Wir machten noch einen Stop zum Mittagessen bevor es weiterging. Doch ging die Fahrt noch eine Ewigkeit. Abends standen wir dann in Dumre und organisierten uns einen Jeep mit Privat Fahrer der uns dann nach Besi fuhr. Die Sonne ging langsam unter und es wurde dunkel. Nach gesamt 12 Std. Fahrt waren wir dann gegen 19:00 Uhr endlich in Besi und das Hotel war schon voll.



    Auf die Schnelle fanden wir ein anderes Hotel weiter die Straße rauf (dank Karna, der das gleich für uns organisierte). Somit wurde durch den Stau bereits unser Zeitplan geschändet, denn wir hatten eigentlich vor nach der Busfahrt noch die erste Etappe bis Ngadi zu marschieren, was jetzt natürlich nicht mehr ging.


    Video zur Vorbereitung und Anreise bis nach Besisahar:

    (INFO: Bitte kein Bildmaterial einfügen, das die Rechte Dritter verletzt. d.h. i.d.R. keine Musikvideos, TV-Serien etc. )

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    Geändert von Benni783 (06.02.2019 um 13:11 Uhr)

  2. Anfänger im Forum

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    AW: [NP] Annapurna Circuit (29.09.18 - 21.10.18) - Videobericht

    #2
    Annapurna Circuit: Von Besisahar nach Jagat
    Etappe I + II: ➚ 1.734 hm – 29 KM – 07:00 h

    Unsere Reise begann mehr als straff…. Da wir am Vortag die erste Etappe nach Ngadi Bazaar vergessen konnten, mussten wir jetzt 2 Etappen gehen. Und zwar bis nach Jagat! Ein sehr weiter Weg… Es bedeutete leider auch, dass wir die ganze Strecke über Jeeproads gehen mussten. Heute lernten wir auch unser 5. Teammitglied kennen: Die Alex aus Essen (18), die ganz alleine den Trail gehen wollte. Von heute an ging sie den Trail mit uns zusammen

    Wegpunkte I: Besi (760m) – Khudi (790m) - Bhulbhule (850m) – Ngadi (900m)

    In Besi war der erste TIMS Post für den Checkpoint. Dann führte uns die Jeeppiste (die lange Straße nach Manang), langsam hinein in das große Tal. Man könnte aber auch eine schönere Variante (über Khasur und Simalchauer) wandern und damit abseits der Straße gehen. Dies würde jedoch mehr Höhenmeter und Strecke bedeute und dafür hatten wir leider nicht genug Zeit…



    Kleine Dörfer, extrem laute Tiergeräusche aus dem Dschungel, tropische Vegetation, schwüle Luft. Es war heiß! Die Sonne brannte erbarmungslos herunter. Wir folgten dem großen, reißenden Fluss immer entlang der Straße. Immer wieder kamen laute Busse, Jeeps oder LKWs an uns vorbei die Trekker nach Chame oder Manang brachten oder Proviant für die unzähligen Unterkünfte lieferten. Ein Nepalese blieb stehen um uns zu loben, dass wir den Trail von Besi aus gingen. Wir fühlten uns geehrt!



    Von hohen Bergen war hier noch keine Spur: Große, mit dichtem Dschungel übersäte Hügel zieren die Landschaften um uns. Diese Etappe lag noch ganz weit unten im sehr breiten, ebenen Tal und nur langsam kamen wir auf ein paar Berge zu. Hinter Khudi Bazaar (große Brücke) biegt man schließlich nach Osten ab in das ewig lange Tal, durch das der Trail führt. Nach einem großen Wasserkraftwerk, führt die Straße ein Stück durch einen Tunnel. Dahinter liegt Bhulbhule (2:40h). Hier machten wir eine Mittagspause. Direkt nach der Ortschaft ist ein großer Wasserfall zu bestaunen. Noch ein Stück weiter liegt dann Ngadi Bazaar, dass sehr nette Lodges anbot die an Schrebergärten mit kleinen Hütten erinnerten. Dort wäre eigentlich unser erstes Ziel gestern gewesen. Die Hotelinhaberinnen standen auf der Straße und winkten uns zu ob wir nicht hier rasten wollten, doch war unser Weg noch weit.



    Besonders toll fanden wir, dass obwohl Besi überfüllt war, wir (bis auf Alex) keinen einzigen anderen Trekker begegneten!! Nein, selbst bis Jagat waren wir unter uns und nur Einheimische und die zahllosen Fahrzeuge auf der Straße waren unser ständiger Begleiter.

    Wegpunkte II: Ngadi (900m) – Syange (1100m) – Jagat (1300m)

    Hier hätte man jetzt die Möglichkeit über normale Wanderwege, abseits der Jeeppisten zu marschieren (über Bahundanda & Ghermu), doch leider konnten wir auch das vergessen: Denn das wäre ein sehr großer Umweg, der sehr viel mehr Höhenmeter und Zeit beansprucht hätte. In unserer Doppeletappe, die ohnehin schon lang ist, zu viel! Ab jetzt ging die Straße mehr und mehr etwas steiler. Die Hitze immer noch enorm, doch eine leichte Brise zog ab über 1000m Höhe gelegentlich vorbei. Das Tal verengte sich zunehmend und man hatte jetzt nur noch den Weg, die höher werdenden Berge über sich und den reißenden Fluss unter sich. Wir entdeckten jetzt erstmals die unzähligen Marihuana Pflanzen, die wie Unkraut überall wuchsen.





    Irgendwann erreichten wir diese wichtige Kreuzung: Geradeaus: Jeeproads, Rechts lang: Der anspruchsvolle Wanderweg. Oder auch so: Links vom Fluss die ebene Straße, rechts vom Fluss der Wanderweg, der durch Dschungel und über mehrere Berge führt. Ein total verwahrloster Junge folgte uns nun für den Rest des Tages, der uns nicht ganz geheuer war… Die Straße war völlig kaputt, hatte tiefe Matschkulen und nicht fertig gebaute Brücken. An einer Stelle mussten wir durch einen Fluss, über kleine Steinchen steigen. Doch so erodiert die Schlammstraße auch war, es fuhr hier trotzdem alles durch! Der Weg zog sich einfach ewig und auf der gegenüberliegenden Seite erhoben sich immer mehr Berge (bis 3.000m). Man konnte den Wanderweg erkennen wie er entlang des Hangs führte.





    Als langsam so richtig die Füße brannten und die Beine müde waren (8:52h), erreichten wir Syange, wo uns eine ganze Herde Ziegen entgegenkam. Immer öfter sahen wir große Drahtbrücken, die über den Fluss führten. Hinter der Ortschaft war dann eine Baustelle: Die Straße war aufgerissen und ein Bagger verlegte gerade ein Rohr. Wir mussten jetzt ca. 20 Minuten warten bis die Arbeiten fertig waren und der Bagger wieder Erde über das Rohr gelegt hatte, um weiter zu gehen… Dann mussten noch ein paar sehr anstrengende Serpentinen aufgestiegen werden und Jagat kam endlich in Sichtweite. Die Lage des Orts war bemerkenswert: Wie auf einem großen Sockel, zwischen den hohen Bergwänden mitten im Tal.





    Nach 10:30h waren wir fix und fertig und es begann auch noch zu Regnen. Karna checkte uns in einem rosafarbenen Hotel (The North Face) ein. Nachts tobten die Ratten über uns auf den Dächern. Es gab gutes Momo & Daal Bhat und Tuborg Bier! Wir machten erstmals Bekanntschaft mit den Toiletten, die uns von jetzt an immer erwarten würden: Loch im Boden. Schon diese Nacht war es kühl und ich fror leicht ohne eine Decke… Morgen würde eine weitere, recht lange Etappe auf uns warten!


    Fazit:

    Es wäre wesentlich besser gewesen, die Strecke auf 2 Tage aufzuteilen und abseits der Jeep Pisten zu marschieren, doch leider hatten wir aufgrund unseres Zeitplans keine Wahl mehr. Aber trotzdem fanden wir den Weg schön und die Straßen nicht so schlimm. Auch wenn wir schon etwas sehnsüchtig auf die normalen Wanderwege auf der anderen Seite blickten. Das laufen durch all die Dörfer ist super kulturell und man lernt viel über die Lebensbedingungen hier! Das Tal und der Fluss sind ein immer toller werdendes Bild, je weiter man läuft. So haben wir es genossen bei 0 anzufangen und in die Berge hineinzumarschieren.

    Video der Etappe:

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    AW: [NP] Annapurna Circuit (29.09.18 - 21.10.18) - Videobericht

    #3
    Von Jagat nach Dharapani
    Etappe III: ➚1.213 hm – 15 KM – 04:40 h

    Wegpunkte: Jagat (1300m) – Chyamche (1380m) – Tal (1680m) – Karte (1860m) – Dharapani (1900m)

    Die Etappe führt nun deutlich hinein in die Berge, immer weiter durch das ewige Tal. Die Bergwände, zwischen denen wir wandern, werden immer höher und beeindruckender und das Tal und dessen tiefe Schluchten, immer enger. Die Vegetation immer noch tropisch, der Fluss mit Brücken übersäht. Kleine Dörfer, Wasserfälle, und die ersten Gebetsmühlen begegnen uns heute. Außerdem betreten wir ab Tal den Manang District.



    Zum Frühstück in Jagat gab es frischen Apfelkuchen. Wir beobachteten draußen wie ein vorbeifahrender Bagger ein Haus beschädigte. Wir marschierten los und folgten zunächst wieder der Jeep Road bis nach Chyamche. Auf dem Weg dorthin konnten wir einen spektakulären Wasserfall bestaunen! In Chyamche gab es dann endlich die Gelegenheit, die Jeep Piste zu verlassen um einen Wanderweg zu folgen. Dazu ging es via Drahtbrücke über den Fluss auf die andere Seite.



    Hier wurde der Weg wirklich malerisch! Mitten durch die Dschungellandschaft hindurch, konnten wir sogar ein paar Weißkopfäffchen in den Bäumen sehen! Überall wuchs Mariuhana als wäre es Unkraut. Es war immer noch heiß und trocken. Ein besonders prächtiger und spitzer Berg, der mitten in der tiefen Schlucht emporragt, ist besonders beeindruckend! Der Weg fühlt sich jetzt mehr nach Wandern an und geht „nepali-Flat“ schön immer bergauf und wieder bergab.





    Dann durchschritten wir das Tor zum District Manang und verließen somit den Lamjung Distrinct. Dahinter die Ortschaft: Tal, die wir für eine Mittagspause nutzen. Wir wurden wieder mal ganz toll von den Einheimischen bekocht. Was die da an Arbeit reinstecken nur um uns etwas Leckeres zu machen, ist schon bemerkenswert! Hier begegneten wir dann auch den aller ersten Gebetsmühlen (Immer links dran vorbeigehen und drehen: bring Glück!)





    Irgendwann führte der Wanderweg über eine der vielen Drahtseilbrücken zurück auf die Jeep Road. Dort erreichten wir dann nach 7:40h endlich Dharapani, einem schnuckligen kleinen Dorf. Das New Tibet Guest House (mal nicht in Rosa), hatte wunderschöne, hölzerne Zimmer mit Blick auf einen Wasserfall. Es waren auch heute kaum Trekker zu sehen, nee wir begegneten zum ersten Mal Andere und auch nur 1-2 Gruppen. Hier war es ruhig und idyllisch. Doch wurde es hier Nachts schon ziemlich kalt, sodass wir uns über die dicken Decken und der mit Gas beheizten Dusche im Guesthouse freuten!


    Video der Etappe:

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    AW: [NP] Annapurna Circuit (29.09.18 - 21.10.18) - Videobericht

    #4
    Annapurna Circuit: Von Dharapani nach Chame
    Etappe IV: ➚1.288 hm – 16 KM – 04:08 h

    Wegpunkte: Dharapani (1900m) – Bagarchhap (2.115m) - Danakyu (2190m) – Timang (2620m) – Tanchok (2630m) – Chame (2670m)

    Die Etappe voller Gebetsmühlen und Manisteinen führt nun schließlich nach Westen. Nachdem man der Straße bis nach Bagarchhap folgt, geht es steil den Berg hinauf. An diesem Tag ändert sich die Vegetation nun endlich und die Hitze lässt schließlich nach. Besonders ausfällig sind die unzähligen Apfelplantagen überall, die aus Italien importiert worden sind und hier großflächig angeboten werden. Deshalb bekommt man überall besten Apfelkuchen oder Apfelchips! Das Ziel: Chame ist ein lebendiger großer Ort, von dem aus die meisten Trekker ihre Tour starten.



    Direkt hinter Dharapani sahen wir einen Abzweig vom anderen Flussufer: Dies war der Abstiegsweg vom Manaslu Trail. Manaslu ist der 8. höchste Berg der Welt mit über 8000m und wird uns noch oft auf der Reise begegnen. Die Jeeproad führt uns weiter durch Pasang und weiteren Dörfern hindurch, bis wir schließlich das schöne Dorf Bagarchhap erreichten. Hier waren weitere Gebetsmühlen und eine Menschengroße Mühle in einem Häuschen neben einem Tempel. Hier machten wir eine Teepause (Masala Tea ist genial!) bevor es weiterging.



    Jetzt führte uns ein Wanderweg weg von der Straße und in steilen Serpentinen durch den dichten Urwald voller Rhododendronbäume hindurch. Schleichend ist der Kulturraum immer stärker tibetisch beeinflusst, da mehr und mehr Manisteine zu sehen sind. Bis nach Timang geht’s durch den Wald bergauf. Dabei gibt es viel zu sehen: Tolle und gewaltige, zerklüftete Berggipfel, das große Tal, welches wir zurückgelassen haben, und in der Ferne ein weißer Gigant.



    Oben angekommen spielten Kinder auf dem Wanderweg, der uns bald aus dem Wald bringen würde. In Timang machten wir dann schließlich Mittagspause. Der Himmel war grau bedeckt und es wurde draußen nun richtig frisch. Wir mussten schon Jacken anziehen! Hier trafen wir zum ersten Mal Florian und seine Freundin: Zwei Deutsche, die auf einen der Chulu Gipfel wollten (6.500). Nach Momo und Maisbrot gings weiter durch den Wald steil bergauf. Nach einer großen Hängebrücke bei Thanchok dann nur noch leicht bergauf.



    Jetzt passierte es: Die Bäume änderten sich quasi schlagartig: Die Tiergeräusche verschwanden und der Wald, nun voller Nadelbäume, wirkte wie ein normaler deutscher Forst. Eine totale landschaftliche Veränderung! Der Weg war genial: Leichter Anstieg und entlang einer Schlucht die uns von hohen Klippen und Bergen trennte. In Koto (Checkpoint) werden Äpfel und Apfelchips verkauft. Ab hier führte die Jeeproad nun wieder weiter und nur ein kurzes Stück bis Chame



    Chame ist die bisher größte Ortschaft des Trails und hat einen EC Automat, einen Trekkingshop und viele, viele Gasthäuser. Hier nutzen wir die Gelegenheit bisschen Kekse und co zu kaufen und checkten wieder in ein Rosa Gasthaus ein: Mit kleinen Holzhüttchen! Hier gabs sogar ein normales WC. Nachts wurde es jetzt richtig, richtig kalt! Eine Wetterapp meinte in Manang hätte es -10°C!! Das machte uns schon etwas Angst… In Chame waren es jetzt vielleicht +5°C und wir saßen dicht beim Ofen der Gaststube. Beni erklärte uns ein Kartenspiel (Durak) und wir spielten den Abend und tranken unsere letzten Biere. Denn ab morgen werden wir über 3000meter schlafen…

    Video der Etappe:

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    AW: [NP] Annapurna Circuit (29.09.18 - 21.10.18) - Videobericht

    #5
    Annapurna Circuit: Von Dharapani nach Chame
    Etappe V: ➚ 817 hm – 16 KM – 04:08 h
    Wegpunkte: Chame (2670m) – Bhratang (2860m) – Dhuker Pokhari (3190m) – Upper Pisang (3300m) – Pisang (3200m

    In dieser Etappe betreten wir eine neue Welt. Da wir die magischen 3000hm überschreiten beginnt an diesem Tag die Hochtour und das Thema Höhenkrankheit spielt eine ernste Rolle. Ab Chame wandern wir nicht mehr allein, sondern mit unzähligen Trekkern auf ihrer Reise nach Manang. Am heutigen Tage betreten wir das beeindruckende Manang Tal an dessen Talschluss der Pass wartete. Die Landschaft ändert sich und die ersten weißen Riesen tauchen auf. Der einzigartige Berg „Heaven“ wird der Begleiter des Tages sein.



    Der Weg durch Chame war schon ein kleines Highlight: Kleine Geschäfte, heiße Quellen und eine Hängebrücke völlig übersäht von Gebetsfahnen und verzierte Manisteine. (Gibt auch eine Safe Drinking Water Station). Am Ortsende durchschritten wir ein wunderschönes Chörte, das wie ein Tor nach Tibet wirkte. Voller spiritueller Energie ging es nun weiter entlang der Jeeproad, zunächst noch wie gehabt: In der Schlucht entlang des Flusses.



    Was sofort auffiel: Der gewaltige weiße Gigant „Lamjung Himal“ (6.983m), der sich zu unserer Linken am Ende eines Tals, fern von uns, aufragte. Junge Rinder, Frauen mit großen Flechtkörben und prächtige Apfelbäume begleiteten uns. Wir sahen auch zum ersten Mal Porter, die für andere Trekker Gepäck und Ausrüstung auf ihrem Rücken transportierten. Das schwere Gepäck wird einfach mit einer weißen Binde an der Stirn getragen, echt irre!



    Auch heute erstaunte ich mehr und mehr über die immer schrofferen und höheren Berge um uns. Ich fand es krass, dass (im Gegensatz zu unseren Bergen in den Alpen) sich dort vermutlich nicht einmal ein offizieller Weg hinauf befand. Erste Schneefelder konnte man an den Gipfeln dieser 4000er sehen. Große Wolkenschwaden durchdrungen die Scharten dieser Giganten. Der Gedanke daran auf einem scharfen Grat dieser Berge zu stehen machte mir schon eine Gänsehaut. Doch dort wo wir marschierten gab es Apfelbäume aus Südtirol: Und zwar massenhaft! Ganze Felder, abgezäunt und am Ende einen großen Shop mit Hotel. Dies war Bhratang.



    Danach führte uns die Straße, die in eine Felswand hineingesprengt wurde, weiter durch die Schlucht hindurch und ging auf einen besonders auffälligen und hohen Berg zu. Man erkannte ihn sofort an seiner spiegelglatten, gewaltigen Rampe, die wie eine Half-Pipe aussah: Der heilige Berg „Swargadwari“ oder auch „Heaven“ mit knappen 5000metern Höhe. Den Erzählungen nach haben die Mönche ihre Toten an den Fuß der Rampe gelegt, da sie glaubten, ihre Seelen würden über die Rampe einfacher gen Himmel steigen. Daher der Name: „Heaven“. Ein längerer Aufstieg direkt auf Heaven zu, folgte, und je näher wir kamen, desto mächtiger wirkte die Rampe.



    Der Heavens Berg wirkte auch als hinterste Wand, quasi als Talschluss für das lange Tal durch dass wir seit Besisahar marschierten. Der Wald bestand nur noch aus Tannen und anderen Nadelbäumen. Am Ende des langen Wanderwegs wartete eine große Brücke: Schon jetzt hatten wir die 3000 Höhenmeter überschritten! So nahe dem Berg, konnten wir seine unfassbar riesigen, glatten Platten genau sehen, total unwirklich! Ein steiler & schweißtreibender Aufstieg durch den Nadelwald folgte. Auf 3.100m gab es kleine Holzhütten, die sonst als Bazar für Souvenire herhalten sollten. Eine alte Frau verkaufte Schmuck aus Yak-Knochen.



    Tief im Wald führte uns der Wanderweg irgendwann zurück auf die Straße und entlang der gewaltigen Rampe. Am Ende der Rampe verließen wir den Wald und erreichten Dhunker Pokhari (Mittagspause). Dies war das Tor zum gewaltigen Manangtal! Den Heavens Berg ließen wir schließlich zurück und schritten in eine so wundervolle und malerische Landschaft, wie ich sie selten gesehen habe! Riesige Berge, kleine Wälder soweit das Auge reicht! Und die absolute Ruhe. Etwas oberhalb der Straße und dem Tal marschierten wir auf einem höher gelegenen Wanderweg, der uns einen faszinierenden Blick in das neugeborene Tal schenkte.



    Kaum zu glauben, dass wir auf über 3000 Metern befanden, angesichts der Berge und Vegetation hier. Es wirkte wie ein Tal in Kanada oder so… überall wuchsen rote und schwarze Beeren und schöne Blumen. Was für eine landschaftliche Veränderung! Wir folgten dem hoch gelegenen Pfad bis nach Upper Pisang, wo es ein großes Kloster gab. Karna hatte uns schon in Lower Pisang ein Hotel reserviert und er erzählte uns, dass in 1,5 Std. hier eine buddhistische Messe abgehalten werden würde. Also warteten wir vor dem Tempel, der prunkvoll vergoldet war und neben einer großen Pagode stand. Ein Kätzchen kam um gekrault zu werden.



    Vor uns war eine dicke Wolkendecke hinter der sich ein Geheimnis verbarg: Die eisige Wand von Annapurna II wartete. Gelegentlich rissen die Wolken auf und gaben kleine Einblicke auf die Gletscher. Schon jetzt war ich überwältigt… Die Zeremonie war interessant (mehr im Video). Dann stiegen wir nach Lower Pisang (100hm) ab. Ein paar Yaks grölten auf einer Wiese, sie aßen wohl den ganzen Tag Marihuana! Nachts wurde es Schweine Kalt! Kalt wie ein typischer Dezemberabend: 0°C. Bei warmen Feuer im Ofen und leckeren Speisen fassten wir schließlich einen wichtigen Entschluss:



    Wir würden noch den Tilicholake Trail machen: Der Tilicholake ist der höchste, größere See der Welt auf knapp 5000metern. 3 Tage würden wir benötigen: Also wählten wir aus: den geplanten Aklimatisierungstag in Manang, einen Etappentag den wir dadurch nicht bräuchten und den letzten Tag von Muktinath nach Jomson. Lange diskutierten wir es und schauten es uns genau an. Am Tag drauf war es dann beschlossene Sache!

    Video der Etappe:

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    AW: [NP] Annapurna Circuit (29.09.18 - 21.10.18) - Videobericht

    #6
    Annapurna Circuit: Von Pisang nach Ngawal
    Etappe VI: ➚733 hm – 10 KM – 03:00 h[
    Wegpunkte: Pisang (3200m) – Ghyaru (3670m) – Ngawal (3680m)

    Die heutige Etappe empfand ich als die mit Abstand Schönste! Ganze 4.000m hinauf, blickt man auf den weißen Rießen Annapurna II, und sieht auch die anderen beiden Annapurna Gipfel. Aber nicht nur landschaftlich ist die Etappe so gewaltig, auch die beiden Bergdörfer Ghyaru und Ngawal sind still und voller tibetischer Symbole geprägte Dörfer. Ein Höhenweg lässt einem immer wieder erstaunen über die großen 7000er vor einem.
    Auch wenn es nachts auf den hohen Pisang und Chulu Gipfeln leicht schneite, war es ein frischer aber sonniger Morgen. Wir hatten uns schnell an die Kälte gewohnt und der Pulli war nun unverzichtbar geworden. Mit der besten Laune gingen wir los und bemerkten schnell, dass wir bereits mehr schnauften als sonst. Kaum als wir über eine Brücke den Ort verließen um durch die trockene Steppe weiter in Richtung Manang zu gehen, bemerkten wir hinter uns diesen gigantischen Berg. Und obwohl wir uns über 3000 metern befanden, ragte diese unvorstellbar gewaltige Wand aus Eis und Fels ganze 4000meter auf. Mit dem Kopf im Nacken und offenen Mund bestaunten wir Annapurna II, dessen volle Pracht nun vollständig sichtbar war. Mit 7.937m der höchste 7000er Nepals.



    Es ist als ob man die Sonne anschauen würde und versuchen würde dessen Größe zu begreifen, einfach nur unfassbar! Vom benachbarten Annapurna IV Gipfel konnten wir gerade eine Lawine sehen die sich zwischen den gewaltigen Eismassen wie in SloMo in die Tiefe stürzte. Es war einfach alles so groß und wir so winzig… Wie das wohl wäre dort oben zu stehen??? Der Anblick des Berges begleitete uns heute auf unserer Reise. Eine Weile ging es durch den verträumten Nadelwald hindruch. Der Untergrund war staubig und braun. Lehmig irgendwie. Ein gutes Stück ging es so weiter. Dann folgten, bei einer Kreuzung, dem Weg nach rechts in Richtung „Ghyaru“. Der andere Weg würde direkt nach Manang weitergehen.



    Eine aus Lehm gefertigte Gallerie voller Manisteine und kleinen Chörten stand hier mitten im Wald und wirkte uralt und porös. Vergilbte Malereien zierten das Innere, wirklich schön! Dahinter kam die nächste große Drahtbrücke und hinter dieser begann ein harter Aufstieg. Für mich war das konditionell noch voll OK, doch die Anderen spürten die Höhe langsam und schnauften ganz schön. Ganz schön lange dauerte der Aufstieg auf bis 3.670m hinauf. Immer windiger und trockener wurde alles. Man musste sich schon sehr gut schützen gegen die ungebremste UV-Strahlung der Sonne (dünnere Luft).





    Beim Aufstieg sahen wir schon den hinteren Teil des Manag Tals etwas und dessen gigantischer Nachbar: Annapura III. Beide Annapura Gipfel waren ein Teil der heutigen Kulisse und immer wieder musste man sie bestaunen, der Panoramaweg sucht seinesgleichen. Dann erreichten wir das antike und sehr ursprüngliche Hochdorf: Ghyaru. Eine große Pagoda neben einem großen Nussbaum voller Gebetsfahnen die im starken Wind wehten gaben uns das ultimative Nepalfeeling. Wir machten einige Fotos mit Annapurna II. Der lang ersehnte Blick war da!



    Lange saßen wir zu Mittag hier in einem örtliche Lokal, wo wieder frisches Essen für uns zubereitet wurde. Nach über 1,5 Stunden gingen wir weiter und verließen das stille Örtchen. Zwischen den Gassen der Lehmhäuser irrte man hinaus zu einer Wassermühle an einem Baum. Hier ging das unbeschreiblich schöne Panorama weg weiter, immer weiter, entlang des Hangs. Ich weiß nicht was man sagen soll, einfach mal im Video schauen. Die Gefühle hier waren einzigartig. Der Weg brachte Stille in meinem Kopf und in meinem Herzen hervor und ich verschmolz total mit allem hier.





    Hier oben war es wirklich ruhig. Wir wanderten alleine und sonst sahen wir nichts außer die Landschaft und den braunen Boden um uns herum. Auch die Chulu Gipfel ragten nun hinter uns empor. Sogar Manaslu war nun hinter Mount Heaven zu sehen. An einem Punkt wo wir eine Pause machten, lagen wieder Manisteine auf einem großen Podest. Hier sahen wir nun Annapura III vor uns und darunter des Hintere Manang Tal. Wieder eine neue Kulisse! Es hörte nicht auf… An dieser Stelle hörte ich mir einen Song von Monolink auf meinem MP3 Player an. Hier hatte ich ihn schließlich: Meinen Moment: Gänsehaut! Ich schloss die Augen und genoss die Anwesenheit der Berge und meiner Freunde. Das Gefühl überwältigte mich…. Es war der Höhepunkt der Reise für mich: Jetzt hier mit Jay, Kathi, beni und Burning Sun von Monolink. Perfekt!



    Noch in der Euphorie des Gefühls völliger und absoluter Selbstzufriedenheit gingen wir langsamer weiter. Wir saugten alles um uns herum auf: Wollten gar nicht mehr wo ankommen. Doch dann überraschte uns der nächte Blick: Ngawal! Das wohl ursprünglichste und heiligste Dorf der Reise. Ein großes Tor am Bergweg empfing uns hier und ich konnte einfach nicht glauben wie schön es war. Direkt am Fuße eines Chulu Berges lag es und man nur einen großen alten Baum im Inneren, ein paar Yaks die durch die leeren Gassen irrten und unzählige Flaggen und Gebetsmühlen. Der irrste Ort! Der gewaltige Baum auf 3.600m, der offenbar in einer alten Pagode heranwuchs und sie irgendwann sprengte war das Wahrzeichen. Es gab einen großen Tempel und eine große BuddhaFigur auf einer Anhöhe. Wir genossen einen malerischen Sonnenuntergang und sahen Annpurna III in voller Schönheit.





    Diese Etappe war echt ein Rausch der Gefühle für mich. Doch wurde es diese Nacht bitter kalt. Nur im beheizten Gastraum konnte man es aushalten, doch dort war es kultig und lebendig. Eine Gruppe Australier, die auf einen Chulu wollten saßen hier. Deren Guide: Ein Mann der schon 3x auf dem Everest war. Wir unterhielten uns gut.


    Video der Etappe:

    (INFO: Bitte kein Bildmaterial einfügen, das die Rechte Dritter verletzt. d.h. i.d.R. keine Musikvideos, TV-Serien etc. )

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    #7
    Annapurna Circuit: Von Ngawal - Manang - Khangshar


    Etappe VII: ➚391 hm – 15 KM – 03:45 h
    Wegpunkte: Ngawal (3680m) – Mungji (3460m) – Braga (3470m) – Manang (3540m) – Khangshar (3745m)

    Ngawal, perfekt zur Akklimatisierung, wird zurückgelassen. Die Etappe geht heute mehr bergab: wieder hinunter in das Manang Tal und durch diverse Ortschaften bis nach Manang. Annapurna III und Gangapurna sind der heutige Begleiter. Nach einer Pause in Manang ging es weiter für uns nach Khangshar: Ausgangspunkt für den Tilicho Lake Trail.



    Kathi hatte leichte Symptome der Höhenkrankheit und wurde von einem Experten, der eine Gruppe anführte, ausgefragt. Daraufhin nach sie 1/2 Diamox und bekam die Aufgabe besonders viel Wasser zu trinken. Wir zogen weiter: Strahlend blauer Himmel und die zerklüftete Eiswand vom mächtigen Annapura III. Einfach nur unglaublich! Singend marschierten wir über den Abstiegsweg wieder hinunter in das hohe Tal.



    Als wir so durch die Bäume im kiesigen und trocknen Tale wanderten, machte ich meinen MP3 Player an und hörte ein wenig Tash Sultana und bekam so ein richtiges Gefühl für das Abenteuer. Ich hatte mal endlich so ein „in der Gegenwart“ sein. Einfach nur gut gelaunt marschierten wir immer geradeaus am Fuße des Giganten in Richtung Manang. Der Blick zurück lässt nun eine perfekte Sicht auf den Pisang Peak zu. Weit in der Ferne erkennen wir den Tilicho Peak, dem wir bald sehr nahekommen würden. Bis ans Ende des Tals (zum Pass) war der Blick noch nicht möglich, doch sahen wir interessante Bergformationen in der Ferne. Besonders auffällig ein spitzer, hoher Zacken.



    Zunächst durchquerten wir ein Dorf (Mungji) mit einer Herde von Bluesheeps und mehreren Yaks. Rechts von uns bildete eine Wand aus Lehm und Stein mit tiefen Rissen ein interessantes Bild. Nach dem Dorf ging es an immer mehr Chörten und Pagoden vorbei. Alle paar KM wieder Fahnen und Gebetsmühlen. Ein spiritueller Weg! In Braga erschien nun ein gewaltiges Kloster, oberhalb vom Weg an einem Berghang. Die Lage und dessen Größe: Toll! Am liebsten hätte ich es besucht… Dahinter war der verschneite Gipfel eines Chulu zu sehen.



    Nochmal ein gutes Stück weiter entlang des Flusses, wirkte alles wie eine Steppe. Dann erreichten wir schließlich das Ende der Jeep Road: Ein großer Parkplatz vor einem uralten Chörte Tor: Manang! Kaum vorstellbar: Wir waren schon so lange unterwegs, aber manche „Trekker“ reisen mit dem Jeep von Besisahar in 1 Tag bis hier hin an. Manang war kleiner und viel dörflicher als ich erwartet hatte. Nachdem es ja der Hauptort des Distriktes ist und schon seit Tag 1 ausgeschildert wurde. Viele Einheimische arbeiteten auf Feldern und Trekker irrten umher. Es gab 4-Stöckige Gasthäuser und Hotels aus morschem Holz, eine Bäckerei und mehrere Ausrüster.



    Wir aßen ausgedehnt und lange, shoppten noch etwas: Z.b. dicke Socken & Handschuhe, aus Angst vor der Kälte. (Die Socken waren GOLD wert!!). Zu erwähnen: Karna. Er war einfach nur großartig: Jeden Tag kümmerte er sich um die Reservierungen in den Gast Häusern und kümmerte sich um die Bestellungen. Er war für jede noch so dumme Frage offen und ertrug selbst meinen Humor. Wir überlegten uns ob wir hier wohl etwas reiten konnten, und er rannte sofort los um sich im Dorf umzuhören ob das wohl möglich wäre. Manchmal machte er uns Sprachlos! Nicht lange, und wir verließen Manang wieder und folgten nun dem Wanderweg. Ab hier gab es keine Straße mehr!



    An diesem Punkt verließen wir schließlich den Trail und folgten dem Schild nach links weg hinein in ein anderes Tal: Wir betraten den Tilicho Lake Trail. Hier waren wir abseits der Massen und wieder völlig alleine. Der Weg führte uns an einem Berghang entlang, der die beiden Täler trennte. Dann gings über eine Brücke und ging dann steil bergauf. Mir fiel auf, dass wir nicht mehr so viel redeten und wirklich hart am Schnaufen waren: Die Höhe machte sich immer mehr bemerkbar! Es war nicht mehr genug Luft zum Reden und Wandern. Auch das Tempo: Viel langsamer und viel kleinere Schritte!



    Zerklüftete Wände und ein Fluss in deren Schlucht. So sah der Weg nun aus. Bis auf 3700m stiegen wir jetzt auf. Ein großes Tor vor Khangshar begrüßte uns. Der Ort war wie verlassen. Ein Yak stand planlos herum sonst sah ich niemanden. Das Hotel war groß aber wirkte wie ein Rohbau, Holzbretter vor den Fenstern, und ein Treppenhaus wie auf einer Baustelle. Wir waren die einzigen Gäste. Der Ort hier war unwirklich, so weit weg von Zuhause! Der Abend war aber toll: Nachbarn, Arbeiter und Familie kamen in den Gastraum und wir saßen vorm Ofen, spielten Karten, tranken Zitronentee und aßen MoMo. Karna brachte uns heute ein nepalesisches Trekking-Lied bei: Resham Firiri – Ein Volkslied! Alle sangen mit. Morgen würde es zum Tilicho Base Camp gehen.




    Fazit
    Es ist sehr zu empfehlen in Manang eine Nacht zu bleiben, wenn der Trail gemacht wird. Denn dort ist die wichtige Höhe 3.500m erreicht und man kann zum Icelake als Aklimatisierungstour gehen. In Manang gibt es große Gasthäuser eine Bäckerei und viele Geschäfte. Doch ist der Tilicho Lake euer Ziel, ist es zu empfehlen weiter nach Khangsar zu gehen. Die Etappe ist bis Manang reiner Abstieg, doch so wunderschön in diesem Tal zu gehen, dass ich mir wünschte dorthin zurückzukehren...

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  8. Anfänger im Forum

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    AW: [NP] Annapurna Circuit (29.09.18 - 21.10.18) - Videobericht

    #8
    Tilicho Lake Trek zum höchsten größten See der Welt


    Tilicho Trail Etappe I: ➚807 hm – 9 KM – 03:00 h
    Wegpunkte: Khangshar (3745m) – Tare Gomp (3940m) – Shree Kharka (4069m) – Tilicho Base Camp (4150m)

    Der Tilicholake Trail ist ein optimaler Umweg ins Zweigtal zur Great Barrier, deren überwältigender, riesigen Gletscherwand man sehr nah kommt. Auf der Grenze zu 5000hm findet man den höchsten (größeren) See der ganzen Welt! Auch hinsichtlich der Aklimatisierung ist dieser Umweg eine perfekte Vorbereitung für den Pass. Jedoch keine einfache! Man begibt sich auf wirklich hoch gelegenes Terrain und muss die Landslides Area überwinden, um zunächst das Basecamp zu erreichen.



    Von Khangshar starteten wir auf 3.700hm bei intensivster Sonne. Jay und Alex hatten bereits eine leichte Erkältung, die noch zusätzlich strapazierte. Nach dem Verlassen des Ortes eröffnete sich für uns das weite schöne Zweigtal. In der Ferne ein Sandberg – dahinter der See. Der Spitze Berg rechts daneben und hinter allem die gewaltige Great Barrier, dessen Gipfel der Tilicho Peak war. Es ging einsam und trocken entlang des Wanderweges bergauf. Nur langsam gings voran, da die Höhe uns echt abbremste.



    Es gab hier keine Bäume mehr, nur mehr Sträucher. Es zog eine kalte Brise war aber trotzdem sonnig. Nach einer Weile erreichten wir das wundervolle Kloster „Tare Gomp“. Hier arbeiteten gerade ein paar Leute an der Restauration des roten Tempels. Der Dalai Lama besuchte einst diesen Ort. Nur ein kurzes Stück weiter bergauf überschritten wir schließlich zum ersten Mal die 4.000 Meter Grenze! Dann trafen wir auf den Höhenweg: Nach links Tilicho Lake, nach rechts Yak Kharka und zurück zum Circuit, hier würden wir unseren Rückweg fortsetzen.



    In Shree Kharka machten wir im Guesthouse „Tilicho Peak“ eine Pause und leisteten schon eine Anzahlung für den nächsten Tag. Dann folgten wir dem Höhenweg tiefer hinein ins Tal. Dieser zog sich noch sehr sehr lange! Langsam wurde die Sicht frei zum Tilicho Peak. Die Bergkette gegenüber war so beeindruckend und mächtig und gleichzeitig auch so nah. Blue Sheeps kauerten am Hang und ein Adler kreiste über uns. Die Schritte gingen langsam und beschwerlich. Nach einer große Brücke gings bergauf, mühsig! Nach langem wandern am Höhenweg erreichten wir schließlich die Landslide Area.



    Diese war nicht nur unglaublich spektakulär sondern auch recht ausgesetzt am sehr steilen Hanggelände. Man musste über einen Trampelpfad auf einem sehr sehr steilen Schotterhang gehen. Stöcke machen sich bewehrt! Außerdem sollte man den Blick nach oben richten, da an den Hängen sehr schnell was unterstützen kann. Manche Felsen sahen aus, als ob sie jeden Augenblick abrutschen würden. Langsam und vorsichtig gings gute 40 Minuten durch die Area. Am Ende erblickte man dann schließlich die Häuser des Basecamps.



    Noch etwas Abstieg und man war da. Überall irrten Yaks umher. Einer trank aus einen Wäscheeimer. Die Guides wurden in Zelten untergebracht. Es gab 2 große Häuser und es war hier deutlich teurer als an den bisherigen Gasthäusern. Trotzdem das volle Essensprogramm, doch oberhalb der 4000 war es ein komisches Gefühl. Nach einer eiskalten Dusche tranken wir Literweiße Tee und ich gesellte mich zu einer Frau aus Frankreich, die gerade draußen Ziehharmonika spielte. Sie wollte mit ihrem Vater den Tilicho Peak (7.134m) besteigen. Sie erzählte mir, sie würde dann über eine Woche lang mit dem Zelt auf dem Eis verbringen… total irre!




    Tilicho Trail Etappe II: ➚1224 hm – 18 KM – 5:45 h
    Wegpunkte: Tilicho Lake Base Camp (4150m) – Tilicho Lake (4990m) – Shree Kharka (4069m)

    Die Etappe geht ans Eingemachte. Drei Stunden & 800hm bis auf knapp 5.000 Meter geht es vom Basecamp hinauf. Der Weg ist einfach, doch allein die Höhe macht es zu einem konditionellen Albtraum. Doch ist der Höchste See der Welt ein Highlight der Reise und lohnt sich! Ein früher Aufbruch ist wichtig, da ab Mittag die Wolken hochziehen und das Wetter sehr stürmisch werden kann.



    In der Früh um 4 Uhr trafen wir uns zum Kaffe im Gastraum, wo auch einige Leute ohne Zimmer auf dem Boden schlufen. Draußen war es sehr kalt und noch finsterste Nacht. Ein so prächtiger und klarer Sternenhimmel war für mich etwas Neues! Erschöpft und müde gings dann ohne Rucksack los, auf den langen Aufstieg des Sandberges. Am Anfang ging es noch recht flott, doch ich fluchte über die eisige Kälte, in der wir wie verrückt schnauften. Bald kam der Sonnenaufgang, und dieser war einfach nur unglaublich!





    Es dauerte bis die warme Sonne uns wieder aufwärmte. Noch nicht weit waren wir gekommen. Und jetzt waren wir wirklich sehr sehr langsam geworden. Im Schneckentempo setzten wir müßig einen Fuß vor den anderen und blieben immer wieder stehen um nach Luft zu ringen. Nach den ersten 400hm, die sich qualvoll und langsam auf dem immer weiter nach oben schlängelndem Wanderweg zogen, drehte Jay schließlich um. Wir alle waren auf Reserve aber Jay war krank und brachte es nicht mehr zustande weiter zu gehen. Der Rest ging weiter.



    Trotz des langsamen Tempos überholten wir noch andere Wanderer. Nur ein paar Nepalesen zogen schneller an uns vorbei. Nach einigen Serpentinen, fast oben, erreichten wir eine Aussicht, die mich überwältigte. Ich kannte den Blick schon aus den Alpen: Wenn du so weit oben bist, dass du mit allen Gipfeln auf Augenhöhe zu sein scheinst, wenn das Tal verschwindet und man all die Berge sieht, und das hatten wir hier. Im Himalaya! Vor mir ragte nur noch der gewaltige Tilicho Peak auf, dessen Kamm (The great Barrier) und die Sicht auf Annapurna I versperrte. Am Fuße dieser kolossalen Eiswand, Schnee, Gletscher und unser Wanderweg.



    Doch jetzt bekam ich richtig starke Kopfschmerzen und leichten Schwindel. Das hatte ich bisher noch nicht aber hier oben, killte mich die dünne Luft und auch wenn es kaum weiter bergauf ging, mussten wir noch einen KM auf der Hochebene gehen. Wie als ob man krank ist und joggen muss. Total fertig erreichten wir schließlich den höchsten See der Welt: Tilicho! Wir waren auf 5.000metern! Ein kleines Teehaus bot Notunterkünfte und … Tee. Wir machten Fotos und versuchten es zu genießen. Ein paar wenige Berge rundum erhoben sich wie kleine Zacken. Der See knüpfte direkt am gewaltigen Gletscher des Tilicho Peaks an. Wer mal die große Mauer von Game of Thrones in Echt sehen wollte, das war sie! Nur dieses Foto kann erklären wie gewaltig sie war.





    Wir stiegen jetzt wieder ab. Es zog sich ewig und ich schaute, dass ich so schnell runterkam wie es ging. Zu unwohl fühlte ich mich hier oben. Es war gut zu wissen, dass wir nun perfekt akklimatisiert waren für den Pass, und dass uns die Höhenkrankheit wohl nicht mehr einholen würden (bis auf Jay..?) Wir machten noch eine Pause unten und brachen dann wieder auf zu den Landslides und den ganzen langen Weg zurück bis nach Shree Kharka. Dort angekommen kämpfte Jay durch Inhalieren mit speziellen Kräutern über Dampf gegen seine Erkältung an. In Shree Kharka war viel los und wir hatten einen großartigen Abend. Dort begegnete ich jemanden der meinen Blog in Facebook verfolgte und mich sofort erkannte. Total irre ^^




    Fazit
    Welch ein Ziel: Der höchste See der Welt! Ich musste feststellen, was für einen gewaltigen Unterschied das wandern auf 4.000 metern und 5.000 metern noch ausmacht. Der Körper ist dem höchsten Stress ausgesetzt. Die Tour ist wunderschön. Die Landslides sind etwas heikel aber für einen geübten Wanderer halb so wild, der Weg zum See ist einfach zu gehen aber fordert einem trotzdem alles ab. Ein anstrengender Tag! Das Basecamp ist nicht so schön, da es sehr überfüllt ist. Doch ist man oben am See, fehlen einem einfach nur noch die Worte... und der Atem!

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    AW: [NP] Annapurna Circuit (29.09.18 - 21.10.18) - Videobericht

    #9
    Von Shree Kharka nach Yak Kharka

    Etappe VIII: ➚470 hm – 10 KM – 02:48 h

    Wegpunkte: Shree Kharka (4069m) – Upper Khangsar (4110m) – Bridge (3848m) – Yak Kharka (4021m)

    Diese Etappe führt über einen einsamen aber idyllischen Höhenweg um den Berg herum, der beide Täler trennt. Nach einem saftigen Abstieg hinunter zum Fluss erreicht man wieder den Seasonal Trail zum Pass und steigt wieder auf zur Yak Farm: Yak Kharka. Wer nicht vom Tilicholake kommt, erreicht das Dorf direkt von Manang, wenn man dem Trail folgt.



    Jay und Alex waren erkältet und geschwächt, doch über den Tag hinweg merkten auch Beni und ich, dass die Nase lief. So gings wieder hinaus auf den Wanderweg, der uns jetzt wieder zurück in Richtung Manang führte. 2 Nächte über 4.000 Meter waren es nun. Der Weg entlang des Berges wirkte verlassen und idyllisch. Nach kurzer Zeit erreichten wir Upper Khangsar, was nicht mehr war als eine Ruine. Hier wohnte niemand mehr.





    Hinter dem verwitterten Dorf ging es immer am Höhenweg den Berg entlang bis zur Spitze, welche die Gabelung der beiden Täler darstellte. Auf dem Weg wuchsen rote und grüne Sträucher, die der Landschaft einen Herbsttouch verliehen. An der Kehre dann eine Plattform als Aussichtspunkt hinein in das lange Manang Tal. Der wohl beste Aussichtspunkt bisher! Weit unten lag Manang und dahinter das weite und gewaltige Tal, von dem wir gekommen waren.



    Jetzt kehrte der Weg zurück ins hintere Manangtal. Hier blickte man nun bis zum Talschluss hinauf und sah die hintersten Berge, die sich am Ende dieser Sackgasse mächtig erhoben. Auf der gegenüberliegenden Seite der Trail (von Manang kommend) zu dem wir jetzt zurückkehren würden. Doch leider: Man muss einen langen Abstieg bis zum Fluss runter in Kauf nehmen um dann auf der anderen Seite wieder zum Trail aufzusteigen. Der Abstieg war rutschig und steil und führte durch einen kleinen aber schönen Wald.



    Nach einer gefühlten Ewigkeit waren wir an der Brücke und auf ca. 3.800 Metern. Hier gab es ein kleines Guesthouse. Ich bestand drauf was zu essen, da ich mich wirklich schwach und ausgelaugt fühlte, also machten wir Pause. Hinter dem Haus führte der Weg mitten durchs Gestrüpp hinauf zum Trail. Wir waren wieder auf dem Circuit! Zur rechten Seite tat sich nun plötzlich ein großes Nebental auf, dessen Ende durch den Chulu East begrenzt wurde. Unglaublich!



    Noch eine Weile Bergauf und wir erreichten Yak Kharka, ein altes Dorf. Der Name steht für „Yak Farm“. Wir alle entschieden an dieser Stelle, dass wir 2 Nächte bleiben würden. Denn wir waren alle krank und es macht keinen Sinn krank weiterzumarschieren. Also blieben wir 2 Tage in diesem winzigen Dorf auf 4000metern und sitzen die Erkältung aus. Beni verbrachte den ganzen Tag im Bett, der Rest im Cafe. Jeder trank ca. 5 Liter Tee und verbrauchte Rollenweise Klopapier ^^. Mal ein Pausentag zum Wäschewaschen und Füße langmachen, den brauchte es auch wirklich!!




    Video:

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    Geändert von Benni783 (07.05.2019 um 23:03 Uhr)

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    AW: [NP] Annapurna Circuit (29.09.18 - 21.10.18) - Videobericht

    #10
    Von Yak Kharka bis Thor0ng Phedi und von dort über den Thorong La Pass nach Muktinath

    Etappe IX: ➚546 hm – 7 KM – 02:30 h

    Wegpunkte: Yak Kharka (4021m) – Ledar (4200m) – Teahouse (4400m) – Thorung Phedi (4520m)

    Eine Etappe die einen Vorgeschmack gibt, auf dass was danach folgt. Zum Basecamp hinauf lassen wir alles hinter uns und gehen das Tal bis an sein Ende durch. Die Landschaft wird kärger und felsiger. Die Höhe ist aller spätestens hier ein Problem, weshalb man angehalten ist sich Zeit zu lassen und nur kleine Schritte zu machen. Dafür ist die Etappe nicht sehr lange.



    Von Yak Kharka ging es sehr mühselig und langsam bergauf. Wir waren immer noch krank und geschwächt, aber der Pausentag tat wirklich gut. Wir hofften einfach die Reservern würden schon reichen und dass wir uns im Base Camp noch stärken würden. Bis nach Ledar ging es relativ schnell (1h). Alex und Jay husteten, der Rest schnaufte permanent. Keine Energie zum Reden, stillschweigend gings weiter. Plan konnte man bequem marschieren, doch eine Steigung war jedes Mal eine Herausforderung, da man nur sehr langsam mit dem schweren Gepäck hinaufschlich.



    Der Höhenweg wurde immer spektakulärer! Scharfkantige und zackige Berge umringten uns. Dahinter verborgen: schneeweiße Gipfel. Im Gestrüpp eine Horde Bluesheeps und gelegentlich ein paar Yaks. Nach einer weiteren Stunde ging es über den Fluss und hinter der Brücke wieder steil bergauf. Nur wenige Höhenmeter aber pure Strapazen! Oberhalb der Serpentinen wartet ein kleines Teahouse. Zeit für eine Pause.



    Nach dem Haus ist es nicht mehr weit. Kaum mehr Höhenmeter zu machen! Der Weg führt wieder in ein Landslide Gebiet. Hier ging es bequem entlang des beeindruckenden Schotterfelds immer tiefer ins Tal. Das Tal verengte sich immer mehr und vor einem sah man bereits das Ende. Nach 3:15h erreichten wir den Talschluss: Thorung Phedi! Eingekesselt von hohen Felswänden lag der rießige Guesthouse Komplex auf 4.500m. Man konnte sofort den Aufstieg in Richtung Pass bestaunen.



    Wir waren völlig am Limit und fühlten uns schwach und müde. Der Körper war schlapp und jede Bewegung anstrengend und immerzu leichte Kopfschmerzen. Dafür war das gefüllte Basecamp (man sollte früh genug da sein!) ein richtiger Luxusort. Eine Süd-Afrikanerin die einen Nepalesen geheiratet hatte, führte den Laden. Große Soundboxen aus denen Raggee dröhnte standen im Cafe und es gab eine Bäckerrei. Wir aßen sehr viel Gebäck und tranken noch mehr Tee. Man hätte auch weiter aufsteigen können zum HighCamp auf knapp 5.000metern, doch der Nachteil: Weniger Komfort, noch kälter, weniger Plätze und noch schwieriger zu schlafen!



    Wir diskutierten lange, ob wir Kathi per Esel über den Pass eskortieren lassen sollten, waren alle nervös über den Erfolg. Sehr schwach waren wir und ich selbst zweifelte an mir. Dort oben umzukehren wäre schlecht… man müsste wieder absteigen und es am nächsten Tag erneut versuchen. Ich schlief bis Mitternacht und lag dann aufgeregt bis 3 Uhr nachts wach. Ich freute mich so sehr darüber hinter dem Pass wieder absteigen zu können, wieder besser atmen zu können, ein Bier zu trinken! Um 03:30 Uhr bei -10°C und klarsten Sternenhimmel marschierten wir schließlich los.


    Etappe X: ➚910 hm – 15 KM – 05:00 h


    Wegpunkte: Thorung Phedi (4520m) – High Camp (4.890m) – Teahouse (5.080m) – Thorung La (5.416m) – Charbarbu (4.240m) – Muktinath (3.760m)




    Die Königsetappe! Dies ist die anspruchsvollste und auch längste Etappe des Trails und führt vom Basecamp knapp 1.000hm hinauf zum höchsten Pass der Welt, dem Thorung La auf 5.414m. Hinterher ist ein saftiger Abstieg von 1.700m zu bewältigen. Beim Überschreiten des Passes verlässt man das nördliche Annapurna Gebiet und trifft auf eine ganz neue Landschaft. Man erblickt weitere 8.000er und ein tibetanisches und trockenes Gebiet.



    Um 03:30 Uhr trafen wir uns in dicken Daunenjacken bei -10°C vor dem Gasthouse für einen Tee. Der Blick zum Pass war eines der unwirklichsten Dinge, die ich je gesehen habe: Ein gewaltiger Berg in völliger Finsternis an dem sich eine gewaltige, funkelende Lichterkette befand: All die Leute mit Stirnlampen beim Aufstieg. Noch immer voll Zweifel ging es los. Zunächst zum Highcamp auf 5.000meter. Karna meinte, das wäre das schlimmste und schon die Hälfte der Höhenmeter. Die Serpentinen waren sehr steil und schier endlos. Es blieb tiefste Nacht und Schweine kalt. Man ging maximal 1km/h und fast wie in Slow Motion. Der Rucksack war noch schwerer als sonst. Immer wieder wurden wir von Eseln überholt, die andere Leute transportierten.



    Obwohl ich 2 Handschuhe trug froren meine Hände so dermaßen ab, dass ich vor Schmerz meine Stöcke nicht mehr halten konnte. Beni gab mir daraufhin Stricksocken, die ich mir über die Hände stülpte. Ich dachte einfach nicht nach über den Weg und zählte nur die Zeit die uns Näher ans Ziel brachte. Es gab eine Stelle am Fels, die die Höhe des Mont Blanc markierte. Kurz vor der Dämmerung erreichten wir endlich das High Camp auf 4.890m (1:10h). Hier machten wir eine weitere Teepause und aßen einen Riegel. Ich zog mir hier noch ein weiteres Paar Socken an und versuchte mich etwas zu wärmen.



    Doch weiter gings: Jetzt kam langsam die Sonne und man konnte etwas um sich herum wahrnehmen. Ein so wunderschönes Gebiet! Die Berge, die Situation, das Abenteuer, der Sonnenaufgang einfach unbeschreiblich!!! Weiterhin machen wir nur winzige Schritte und gehen auf die nächste Steigung zu. Diese führte uns dann über 5.000meter hinaus. Die Berge um uns waren viel kleiner geworden. Alles war tot und unwirklich: staubig und felsig in verschiedenen Brauntönen. Nach dem Aufstieg sahen wir den Weg der noch im Schatten sich weit in die Ferne zog. Ein langer Marsch…



    Nach 3 Stunden erreichten wir das letzte Teahouse auf ca. 5.080m. Wieder Pause gemacht. Ich fühlte mich so dermaßen erledigt und fertig wie noch nie, aber ich wusste jetzt dass wir es schaffen würden. Doch jetzt waren wir endlich im Sonnenlicht angekommen! Es wurde schnell wärmer und angenehmer zu gehen. Ich konnte bald die Socken von den Händen nehmen. Vom Teahouse war es aber immer noch weit bis zum Pass. Immer wieder erreichte man eine Anhöhe und dachte endlich das Ziel zu sehen, doch erschien nur wieder noch mehr Weg. Viele Leute waren hier unterwegs! Überall wehten Fahnen. Dann nach ganzen 4:30h (um 09 Uhr) waren wir endlich am lang ersehnten Ziel: Dem Pass!





    Mit Tränen in den Augen umarmte ich meine Freunde und lies meinen Rucksack fallen. Wir waren auf 5.414m angekommen! Der Thorung La voller Gebetsfahnen war endlich vor uns. Aber es waren unglaublich viele Leute hier oben… Eine Gruppe Italiener hatte hier ein Zelt. Denn direkt vor uns ragte der Thorung Peak weitere 1.000m auf. Er wirkte schon klein. Die Gruppe kam grad in voller Hochtourenmontur zurück zum Zelt. Nach vielen Fotos mussten wir dann schließlich weiter. Ein sehr sehr langer Abstieg stand noch bevor.



    Doch das neue Gebiet hinter dem Pass fand ich am beeindruckendsten. Es wirkte wie eine mongolische Wüste: karge braune Berge so weit das Auge reicht. Wie tot und verlassen, unwirklich! Und richtig, man muss da ganz unten runter, in das weit weit entfernte Tal, wo man etwas grün sieht. Der Abstieg war nicht so anstrengend, aber wollte einfach kein Ende nehmen. So taten immer mehr die Füße und die Knie weh. Es gab sogar einige völlig verrückte die uns hier entgegen kamen! Dann erschien in der Ferne ein so gewaltiger, pyramidenförmiger Berg wie ich noch nie einen zuvor gesehen hatte. Noch unwirklicher als Annapurna II! Dies ist Dhaulagiri (8.167m)



    Auf einer Anhöhe mit toller Aussicht machten viele eine Pause. Mein Kopf glühte schon… Doch wir mussten immer weiter. Jetzt bemerkten wir eine breite Serpentinenkerbe im Schotterhang: Es wurde wohl gerade ein Fundament für eine Straße hinaufgearbeitet. Wir folgten dem breiten Weg entlang des Schotterfelds. Nach ganzen 8:20h erreichten wir das Guesthouse Charbarbu, wo ich mir Nudeln bestellte. Eine letzte Pause vor Muktinath! Jetzt ging es noch etwas bergab und dann über langen Weg bis zu einer Brücke. Dann plötzlich, hinter einer Kurve, erschien unter unseren Füßen Muktinath in einem grünen Tal. Ein völlig hinreißender und verzauberter Wüstenort!



    Wir waren wieder auf 3.500m angekommen und schlenderten entlang der Mauern eines Frauenklosters durch die uralte Pilgerstadt. Viele Inder pilgerten hier her. Neben all der Glocken und Gebetsmühlen gab es auch einen Hindu-Tempel, wo eine indische Familie gerade eine Zeremonie abhielten. Wir beobachteten das eine Weile und gingen weiter hinab. Zwischen Glocken und großen Bäumen hindurch in die trockene Stadt. Im Gästehaus tranken wir das erste Bier seit über 1 Woche.



    Wir aßen zusammen am Tisch und überreichten Karna ein saftiges Trinkgeld und dankten ihm für seine tolle Führung! Am nächsten Morgen würden wir den Jeep nach Jomson nehmen und Alex verlassen. Eine tolle gemeinsame Reise, die ihren Höhepunkt heute hatte und morgen enden würde. Wir tranken darauf!

    Video:

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    Fazit
    Das hintere Manangtal ist so wunderschön und gleichzeitig tod und karg. Doch ab Yak Kharka sind die Strapazen enorm! Die Höhenmeter werden immer schwieriger auch wenn der Weg über den Pass technisch total harmloser Schotterweg ist. Man sollte fit sein, keine Anzeichen für Höhenkrankheit haben und SEHR SEHR viel trinken! Früh losgehen ist super wichtig, da man mindestens 10 Stunden unterwegs ist, nicht nur die beschwerliche Wanderung hinauf sondern auch der 3h+ Abstieg muss einberechnet werden. Der Pass ist gut besucht, da hier alle letztlich langgehen. Der Abstieg ist nicht zu unterschätzen, die 1700meter sitzen in den Knochen. Muktinath ist einer der tollsten Orte die ich gesehen habe, so viel Kultur und gleichzeitg eine kleine Oase inmitten dieser neuen staubigen Landschaft.
    Geändert von Benni783 (07.05.2019 um 23:04 Uhr)

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