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    [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsleden

    #1
    Mitreisende: pekra62
    Motiviert durch das Lesen von einigen Reiseberichten in der letzten Zeit, will ich mich nun endlich auch mal zu einem aufraffen. Einerseits um die Tour nochmal für mich Revue passieren zu lassen, anderseits als mögliche Unterhaltung für interessierte Leser, aber auch als Info-Quelle für „Nachahmungstäter“.
    Zeitraum der Tour war 31.08. bis 09.09.2018

    Vorab zu mir
    Ich heiße Peter, war zum Zeitpunkt der Tour 55 Jahre alt und komme aus Norddeutschland. 1990 hat es mich während einer vierwöchigen Motoradtour durch Schweden mehr zufällig auf den nördlichen Kungsleden verschlagen. Dort wurde ich mit dem „Nordlandvirus“ infiziert. Bis zu diesem Zeitpunkt nur Tagestouren in Deutschland unternehmend, packe ich nun (fast) jedes Jahr meinen Rucksack für unterschiedlichste Touren in Norwegen und Schweden. Anfangs zu zweit, zu dritt oder zu viert auf den markierten Wegen, unternehme ich zwischenzeitlich auch gern Touren allein und bewege mich zunehmend auf unmarkierten Pfaden oder frei nach Karte (habe aber auch die Erfahrung machen müssen, dass dies Tücken in sich birgt)

    Eine kleine Vorgeschichte
    Irgendwann stellte ich fest, dass es vom Gipfel des Kebnekaise unzählige Fotos im Netz gibt, aber von einem unscheinbaren Gipfel (Kåtotjåkka, 1991 m) einige km nördlich, nur wenige, sehr wenige. Warum? So abseits, so schwierig? Um das zu überprüfen, war ich 2016 von Abisko gestartet, kam dem Kåtotjåkka auch recht nah, musste aber feststellen, dass die geringe Zahl der Fotos im Netz nicht grundlos ist (mal sehen, vielleicht schaffe ich es ja noch im Nachhinein, auch dazu einen Bericht zu verfassen). Tja, und so hatte ich für 2018 wieder einen Anlass nach Kiruna zu fliegen und einen weiteren Anlauf zu starten.
    Ich bin kein Meister, was ausgiebige Landschaftsbeschreibungen angeht. Viele potentielle Leser werden auch die bereiste Gegend kennen. Für die anderen werde ich aussagekräftige Fotos anfügen (hoffentlich nicht zu viele; die Auswahl fällt mir schwer), so dass es in meinem Bericht eher um die Route, die Bedingungen und mein Befinden gehen wird.

    Anreise und 1. Etappe
    Für mich als Norddeutscher mit engem Zeitfenster, ist der Flug von Hannover nach Kiruna die ideale Anreiseart. So buchte ich bereits Anfang 2018 den Flug. Aus Kostengründen allerdings den, der erst um 14:30 in Kiruna landet. Das stellte sich als Handicap heraus. Um an diesem Tag noch nach Nikkaluokta zu kommen, musste ich mit dem Nikkaluoktaexpressen direkt vom Flughafen nach Nikkaluokta fahren, also war kein Einkauf mehr in Kiruna möglich. Okay, kaufst du eben Knäckebrot und Käse schon in Deutschland und das Gas bei Sarri in Nikkaluokta - dachte ich. Kurz vor Tour-Start kam aber die Meldung, dass das Gas dort ausverkauft ist. Der glückliche Zufall und dieses fantastische Forum brachten mich dann aber mit „Norbert42“ zusammen. Er landete früher in Kiruna und wollte auch von Nikkaluokta gehen. Er kaufte für mich Gas in Kiruna und wir trafen uns in Nikkaluokta (an dieser Stelle noch einmal ein herzlicher Dank). Kaffee und warme Mahlzeiten waren also sichergestellt.

    Die eigentliche Anreise mit SAS (Hannover – Kopenhagen – Stockholm – Kiruna) war wie gewohnt (fast) ereignislos. Nur die Verspätung des Flugs Kopenhagen – Stockholm brachte den Puls wegen der knapp kalkulierten Umsteigezeit etwas in Wallung. Ich (und einige andere Kiruna-Reisende) wurden vom Personal aus dem Flieger direkt auf’s Rollfeld gelotst und mit einem kleinen Transporter zum entsprechenden Flugzeug gebracht. Und auch mein Rucksack war noch trotz der knappen Zeit umgeladen worden. So konnte ich wie geplant am Kiruna „Airport“ direkt in den Bus einsteigen und in Nikkaluokta das Gas übernehmen („Norbert42“ fuhr auch von Kiruna, aber Bahnhof – teils fahren zwei Busse fast parallel von Kiruna nach Nikkaluokta! Daher trafen wir uns nicht wie gedacht im Bus, sondern erst vor Ort)).

    Es war ein sonniger Empfang in Lappland. Blauer Himmel mit schönen weißen Wolken (der von mir so genannte „Schweden-Himmel“) lieferten angenehme Temperaturen. Das Wollhemd konnte im Rucksack verschwinden. Ein Shirt war völlig ausreichend.



    Die ersten km lief ich mit „Norbert42“ zusammen.



    Seine Route führte ihn zur Kebnekaise Fjällstation, während ich gleich bei der ersten Brücke rechts abbog. Mein Ziel war es, am Čievrrajohka entlang zu gehen bis zum Kaskasavagge. Morgen. Heute, es war bereits nachmittags, wollte ich nur ein kurzes Stückchen gehen, den Hauptweg verlassen, die Baumgrenze erreichen und das Zelt aufbauen.
    In der Karte ist direkt hinter der Brücke ein Pfad eingezeichnet. Wenn man das nicht weiß, kann man leicht an ihm vorbeilaufen. Einfach an lichter Stelle in’s Gebüsch schlagen, paar Meter den geringsten Widerstand nehmen, dann landet man auch auf diesem Pfad.



    Zunächst schlängelt er sich einige hundert Meter durch eine dicht bewachsene Zone an dem hörbaren, kleinen Fluss sanft bergauf. Dann wird der Bewuchs spärlicher, die Höhenlinien auf der Karte rücken enger zusammen und folglich vermehren sich die Schweißperlen auf der Stirn. Dann ist es auch bald geschafft – die Bäume wurden weniger und kleiner und Nikkaluokta und der Paittasjärvi sind rückwärtig zu sehen.



    Zeit, einen schönen Platz für das Zelt zu suchen. Na ja, paar Höhenmeter noch. Was du heute machst, brauchst du morgen nicht mehr. Auf ca. 700 m ü. NN. angekommen, ist dann Feierabend. Das Zelt wird nahe einem kleinen Bach aufgebaut und die Abendsonne bei der ersten warmen Mahlzeit von meinem neuen Primus-Kocher genossen. Währenddessen beobachte ich drei Personen, die einige hundert Meter unterhalb ebenfalls ihre Zelte aufbauen, sowie einige Rentiere in anderer Richtung. Es war ein langer Tag und mit Anbruch der Dunkelheit verkrieche ich mich in meinen Schlafsack.





    Am Ende meiner 2016er Tour hatte ich erfahren, dass ich mein erstes Polarlicht schlicht verschlafen hatte und 2017 (in Norwegen) hatte ich ein erstes schüchternes „Polarflimmern“ gesehen. Auf dieser Tour will ich nun endlich ein richtiges Polarlicht genießen und hatte mir vorgenommen, bei entsprechendem Wetter, den Wecker zu stellen. Ich stelle ihn, er weckt mich – aber ich beschließe, dass es zu kalt ist und schlafe wieder ein. Memme!

  2. Erfahren
    Avatar von Blahake
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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #2
    Sehr schön, dass wir Dich nach fünf Jahren wieder zu einem Bericht anstiften konnten.
    Fängt ja auch schon sehr fein an! By the way - hast Du die letzten Johannisbeeren hinter der Brücke gepflückt und sie Pfiffie weggeschnappt?

  3. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #3
    Na, wer sich alles rund um den Kebnekaise getummelt hat in jenen Tagen. Freue mich auf den Bericht! Zusammen mit Bernd (Borgman) sehe ich so langsam den hannoverschen Fotoabend heraufkommen

  4. Fuchs
    Avatar von Pfiffie
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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #4
    Die Wahrscheinlichkeit unwissend an Horden von ODS´lern vorbeigelaufen zu sein ist wirklich recht hoch Da wird's dann auch knapp mit Johannisbeeren

    Ich freu mich auf jeden Bericht von da oben, bin sehr gespannt wie es auf den ungewöhnlichen Abzweig weiter geht!
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #5
    hast Du die letzten Johannisbeeren hinter der Brücke gepflückt und sie Pfiffie weggeschnappt?
    nein, das war ich wirklich nicht

    Übrigens, du (Blahake) und Pfiffie habt maßgeblichen Anteil, dass ich mich endlich mal zu einem Bericht aufgerafft hab.
    Macht ja eigentlich auch Spaß . Der Anfang fällt halt schwer und man braucht schon Portion Zeit

    sehe ich so langsam den hannoverschen Fotoabend heraufkommen
    das wäre schon witzig

    Peter

  6. Erfahren
    Avatar von Borgman
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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #6
    Zitat Zitat von pekra62 Beitrag anzeigen
    Motiviert durch das Lesen von einigen Reiseberichten in der letzten Zeit, will ich mich nun endlich auch mal zu einem aufraffen.
    Sehr löblich! Und das fängt ja auch schon gut an, man ist sofort drin im Geschehen. Bin gespannt.

    Auf dieser Tour will ich nun endlich ein richtiges Polarlicht genießen und hatte mir vorgenommen, bei entsprechendem Wetter, den Wecker zu stellen. Ich stelle ihn, er weckt mich – aber ich beschließe, dass es zu kalt ist und schlafe wieder ein. Memme!
    Haha, das nehme ich mir auch seit Jahren vor und hab noch jedes Polarlicht verschlafen, konnte mich bisher nicht mal dazu durchringen, den Wecker zu stellen...

    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Zusammen mit Bernd (Borgman) sehe ich so langsam den hannoverschen Fotoabend heraufkommen
    Klar doch, bin dabei!

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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #7
    2. Etappe, zum Kaskasavagge

    Blauer Himmel empfängt mir morgens beim ersten Blick aus dem Zelt – genialer Tour-Start. Die Nacht war recht frisch. Ich habe nicht gefroren, aber …. der neue Schlafsack, wegen Gewichtsersparnis mein erster mit Daune, scheint weniger gedämmt als der Alte aus Kunstfaser und war letzte Nacht am Rande meines „Komfortbereichs“. Mal gucken, wie das wird, wenn ich etwas höher komme in den nächsten Tagen.



    Nun erstmal alles verpacken. Chaos im Zelt. Zum Start braucht es etwas, bis ich wieder Struktur in meinem Rucksack bzw. Packsystem habe. Zwischendurch lassen sich wieder ein paar Rentiere blicken. Dann geht’s los. Noch eine kleine Anhöhe auf einem sichtbaren Pfad, dann wird’s flacher. Sanft geht es bergauf und die Vegetation wird spärlicher, der Pfad verschwindet.



    Der Fluss fließt rechts von mir in seinem Canyon, ich bewege mich nordwestlich möglichst parallel zu den Höhenlinien. Der Várdu (1316 m), als Zeichen für das Kaskasavagge und heutiges Ziel, wird bald in meinen Blick kommen. Und es wird steiniger. Und steiniger.



    Mein Weg führt mich an einer Renvaktarstuga vorbei. Ein Stück danach mache ich längere Pause und da kommen die drei Gestalten von gestern Abend vorbei. Wie sich herausstellt, sind es drei Tschechen. Auch in Nikkaluokta gestartet, wollen sie ebenfalls nach Abisko. Für die nächsten Tage sogar auf derselben Route wie ich. Im Kaskasavagge links abbiegen und über den Pyramiden-Pass zur Unna Räitastugan.

    Und noch eine Gemeinsamkeit: Wir alle hatten den Rückflug für den Sonntagmorgen gebucht und waren vor einigen Wochen von SAS informiert worden, dass der Flug ausfällt. Mich hatten sie auf einen späteren Flug setzen wollen, mit dem ich dann aber nachts in Hamburg gelandet wäre. Nachdem ich dieses dankend abgelehnt hatte, einigten wir uns auf den Nachmittagsflug nach Stockholm, Übernachtung auf Kosten der SAS im Flughafenhotel und Weiterflug am Montagmorgen. Die drei Tschechen hatten sich auch für die Variante mit Zwischenübernachtung in Stockholm entschieden, nur hatten sie nicht das Angebot mit dem Flughafenhotel bekommen.



    Die drei ziehen dann weiter, während ich noch eine Stärkung zu mir nehme. Links von mir liegt der Darfálčorru, dessen Pass ich einige Jahre zuvor von Tarfala kommend, überquert hatte. Es geht weiter, leicht bergauf und verdammt steinig.



    Dann kommt der See auf 1127 in Sicht, es geht bergab und langsam nimmt die Vegetation wieder zu. Wird Zeit. Die erste richtige Tagesetappe zieht sich doch länger als gedacht. Ursprünglich hatte ich das Zelt bei der Kaskavagge-Rasthütte aufbauen und am nächsten Morgen entscheiden wollen, ob ich links oder rechts des Flusses das Tal aufwärtsgehe (im Endeffekt bin ich auf der linken Seite geblieben, was wohl auch die bessere Möglichkeit darstellt). Aber für heute reicht’s. Mein Körper hat sich noch nicht an Gewicht und Belastung gewöhnt. Kurz vor dem See steht bereits ein Zelt. Ich sehe zwei Personen, entscheide aber westlich den See zu passieren, da ich nun doch nicht bis zur Rasthütte gehen werde. Das Ufer ist sehr steinig, kein Zeltplatz direkt am Wasser. Also noch etwas weiter. Dann am Hang abwärts ein Labyrinth von kleinen Bächen. Scheinen trinkbar, also Platz für Zelt suchen und aufbauen.

    Mittlerweile hat sich der Himmel zugezogen. Kein Blau mehr, nur Wolken. Zwar Trocken, aber es wird frisch. Rasch das Zelt aufbauen, etwas Warmes essen und ab in den Schlafsack.



    Normalerweise bin ich im Schlasa nur leicht bekleidet, aber heute krieche ich mit Socken und langer U-Hose hinein. Zu warm wird die Nacht nicht und ich werde diese Kleiderordnung für den Rest der Tour beibehalten müssen, bzw. in einigen Nächten sogar noch um ein warmes Oberteil aufstocken.



    Heute brauche ich keinen Wecker für das Polarlicht stellen, zu viele Wolken. Und die drei Tschechen, ob die in der Rasthütte sind? Ein Zelt kann ich nirgends entdecken.

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    Avatar von Mortias
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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #8
    Eine sehr schöner Anfang. Die Gegend wo Du unterwegs warst kommt mir irgendwie gaaaaanz vage bekannt vor. Mir gefällt jedenfalls Deine Motivation mit dem Kåtotjåkka einen mehr oder weniger weißen Fleck in Lapplands Berglandschaft zu entdecken. Den Berg hatte ich zugegeben selbst auch noch nie aufm Radar gehabt. Bin dann mal gespannt was Du noch so alles zu berichten hast.

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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #9
    Tja, muss sagen, die Bilder mit Ausblick vom Kebnekaise sind schon klasse
    Aber teilweise doch ziemlicher Ansturm und da ist "Nebenberg" wie Kåtotjåkka irgendwie reizvoller.
    Zu sein, wo bisher wenig waren
    Oben soll es auch ein Gipfelbuch geben. Welches weit in Vergangenheit reicht, mit recht wenig Einträgen.

    Peter

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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #10
    3. Etappe, zum Pyramiden-Pass und (fast) zur Unna Räitastugan

    Schade, eine dichte Wolkendecke hängt am Himmel, kleine Tropfen in der Luft.



    Könnte bald richtig regnen, also besser gleich die Regensachen anziehen.



    Dick verpackt stapfe ich schräg den Hang hinunter, westlich in’s Kaskasavagge hinab. Auf der anderen Seite des Flusses sehe ich drei Personen, von Westen kommend, Richtung Osten, also nach Vistas gehend. Die Tschechen? Aber das ist doch die falsche Richtung. Merkwürdig. Waren sie schon am Pyramiden-Pass, der war nicht zu queren und nun alternative Strecke? Ne, soweit konnten die heute noch nicht gegangen sein. Dieses Rätsel würde sich am Ende der Tour klären.

    Ich laufe weiter im Tal Richtung Westen, noch auf angenehmen Untergrund.



    Ich gewinne langsam wieder Höhe, passiere den Kaskasatjåkka und es wird wieder steiniger.



    Dann kommt See 1167. Die Route führt laut Karte am nördlichen Ufer entlang.



    Klasse – das besteht komplett aus sehr groben Geröll und ist zudem noch sehr schräg. Kein normales Gehen möglich. Bei jedem Schritt genau gucken, wo ich den Fuß hinsetze und aufpassen, dass nichts wackelt. Da möchte ich keinen Sturz hinlegen. Entweder ich falle in’s Wasser oder verletze mich. Die Strecke ist nicht lang, aber hoch konzentriert mit 20 kg auf dem Rücken balancierend, doch ziemlich anstrengend.


    Ich atme auf, als ich heil am anderen Ende ankomme.


    (War hier die Kulisse für "Game of Thrones"?)

    Nun noch knapp 2 km bis ich rechts zum Pass abbiege. An der Abzweigung entdecke ich den „Windschutz“, von dem „Blahake“ mir im Vorfeld berichtet hatte (hey „Blahake“, ja dort habe ich an dich gedacht und war dankbar für „deine“ Mauer“).



    Ich mache eine kleine Pause, ein Snack zur Stärkung und auf geht’s zur Challange „Pyramiden-Pass“.

    Zuerst über Geröll bis zum Schneefeld, rechts vom Schneefeld bergauf.



    Zuerst bin ich skeptisch und vermeide das Schneefeld zu betreten, dann sehe ich Fußspuren und folge diesen. Aber ich muss mich weiter rechts halten, also verlasse ich das Schneefeld wieder und kämpfe mich über das Geröll weiter aufwärts.



    Es sind mehrere Moränen. Ich kann den Pass nicht mehr sehen. Ich versuche mich zu orientieren und den scheinbar leichtesten Weg zu wählen. Sand, Kies, Steine, Geröll, Felsbrocken – Schritt für Schritt auf rutschendem Untergrund direkt rechts neben dem Gletscher (oder ist es nur ein Eisfeld?) bergauf. Weiter und weiter – und der Pass noch immer nicht zu sehen. Dann habe ich eine tolle Idee – guck doch mal auf das GPS! MIST!! Ich bin zu weit links.



    Der Pass ist rechts, also muss ich über diese dämliche, steile Moräne rüber, an dessen Hang ich mehr krauche als gehe. Es sind nur vielleicht 10 m Höhe zu überwinden, aber steil und bei jedem Schritt aufwärts, rutsche ich zurück und Geröll kommt mir entgegen. Mein Puls geht heftig, teils vor Anstrengung, teils geht mir die Düse. Dann endlich, überschreite ich den Scheitel und muss mich erstmal beruhigen. Ich hatte wohl noch nie auf einer Tour solche Muffe, wie in der letzten Viertelstunde.

    Bei dieser Gelegenheit kommt mir in den Sinn, dass mein gemieteter „Spot“ relativ witzlos ist, wenn ich einen Abgang mache und mich nicht mehr bewegen können sollte. Er ist auf dem Deckelfach meines Rucksacks fixiert. Schlecht dranzukommen, wenn ich irgendwo liege. Ich nehme mir vor, ihn bei nächster Gelegenheit abzunehmen und ihn mir besser am Riemen um den Hals zu hängen.

    Noch ein paar Schritte und ich bin auf dem Pass, sehe die Unna Räitastugan.



    So, jetzt nur noch den Hang runter und ich habe eine kuschlige Hütte. Hatte ich schon erwähnt, dass der Himmel bewölkt geblieben war. Naja, eigentlich habe ich seit einiger Zeit Nieselregen. Und hier oben ist es verdammt windig. Ungemütlich. Unter den Regenklamotten bin ich verschwitzt. Es wird kalt, wenn ich stehe. Also weiter.

    Nur, wo komme ich den Hang runter??? Links und rechts sind steile Felshänge, etwas für Gämsen, aber nicht für Wanderer.



    Etwas weiter rechts ist der Fels nicht ganz so steil, da wäre es möglich. Aber um dorthin zu gelangen, müsste ich einige Meter an steiler Felswand klettern. Und zwischen den steilen Felswänden ist ein Schneefeld, also da einfach runter.



    Aber … das ist kein Schnee, das ist Eis! Kein Halt für die Schuhe. Anfangs sehr steil, läuft das „Schneefeld“ unten flach aus, insgesamt vielleicht 200 m lang, dann Geröll.

    Auf dem Hintern rutschen? Auf dem Rucksack rutschen? Ich halte mich an dem obersten Geröll und mache einen vorsichtigen Schritt. Verdammt, blankes Eis. Selbst mit der harten Spitze meines Stocks kein Eindringen. Und die Schuhe gehen ab wie Schmidts Katze. Wenn ich da rutsche, bekomme ich einen Affenzahn drauf, völlig unkontrolliert und unlenkbar. Vielleicht ist weiter unten Schnee, kein Eis? Bremsen wäre dann möglich. Und wenn nicht? Unten, auf den letzten Metern des Eises, liegen Felsstücke. Dagegen rutschen und Feierabend ist. Nein, hier traue ich mich nicht runter. Gefahrensucher war ich früher, heute bin ich Familienvater.

    Ich stehe und gucke und überlege, wäge ab – und beginne zu frieren. Ich hasse es umzukehren. „Blahake“ hatte im Vorfeld berichtet, dass es möglich sein sollte. Daran klammern sich meine Gedanken. Und ich stehe dort und gucke (und friere), aber hier sehe ich für mich keine Chance. Also zurück zum steinigen Windschutz.

    Der Abstieg zurück ist unproblematisch. Im Windschutz (übrigens der einzige brauchbare Platz in weiterer Umgebung für Zelt und Heringe) das Zelt aufgebaut und schnell was Warmes für den Magen, bei dem Wetter natürlich im Zelt zubereitet.


    (Im Hintergrund der Aufstieg zum Pass)


    (Blick zu anderer Seite, Richtung Aufstieg zum Pass nach Tarfala, der links vom Bildrand sein dürfte)

    Ziemlich erschöpft und mit einer zusätzlichen wärmenden Schicht am Oberkörper geht’s früh in den Schlafsack. An Polarlichter denke ich heute nicht mal, aber an Plan B, bzw. wie Plan B aussehen könnte. Natürlich hatte ich Plan B im Kopf, aber der war nicht für ein Scheitern schon an dieser Stelle gedacht, sondern erst für die nächste Challenge.

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    Avatar von andrea2
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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #11
    Hallo Peter,

    ich verfolge gespannt deinen Bericht. Schade, dass es nicht geklappt hat mit dem Pyramidenpass. Auf deinen Bildern von oben sieht es deutlich schlimmer aus, als auf Blahakes Bildern von unten.

    Wenn ich das vom Datum richtig verfolgt habe, dann standen wir einen Tag bevor du da hinunter geschaut hast an der Unna Räitastugan. Allerdings hatten wir nicht vor über den Pass zu gehen.

    Bin gespannt wie es weiter geht und ob du den Kåtotjåkka bestiegen hast. An dem sind wir letztes Jahr auch vorbei gekommen. Es gibt so viele lohnende Ziele, da muss es nicht unbedingt der Kebnekaise sein.

    Andrea

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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #12
    Es gibt so viele lohnende Ziele, da muss es nicht unbedingt der Kebnekaise sein.


    Ja. Ich war ja nun schon paar Mal in der Ecke, aber hab' noch immer neue Ideen für dort

    Peter

  13. Erfahren
    Avatar von Blahake
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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #13
    Zitat Zitat von pekra62 Beitrag anzeigen


    „Blahake“ hatte im Vorfeld berichtet, dass es möglich sein sollte. Daran klammern sich meine Gedanken.
    Ach Du Schande! Wenn ich gewußt hätte, wie das von oben aussieht, hätte ich Dir anders berichtet, verzeih!
    Ich hatte stattdessen noch vor Augen, wie der Wanderer, der uns da entgegen kam, runtergerutscht ist. Das sah ja relativ entspannt aus. Allerdings habe ich das nur im unteren Abschnitt richtig verfolgt.

    Zitat Zitat von pekra62 Beitrag anzeigen
    An der Abzweigung entdecke ich den „Windschutz“, von dem „Blahake“ mir im Vorfeld berichtet hatte (hey „Blahake“, ja dort habe ich an dich gedacht und war dankbar für „deine“ Mauer“).
    Na, dann hat sich die Arbeit doch erst recht gelohnt! Freut mich!

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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #14
    Ach Du Schande! Wenn ich gewußt hätte, wie das von oben aussieht, hätte ich Dir anders berichtet, verzeih!
    Ach, da kannst du doch nix für. Ich weiß ja nicht, wie der das geschafft hat. Oder ob vielleicht auch einige Tage vorher die Verhältnisse noch anders waren. Vielleicht wäre es ja auch gegangen. Alles gut
    Mal gucken, anderes Jahr, neuer Versuch?

    Peter

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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #15
    4. Etappe, Plan B oder an Sälka vorbei Richtung Nallo

    Plan B drängt sich nahezu zwangsläufig auf – im Tal zurück und über Vistas Richtung Abisko scheidet aus (abgesehen davon, dass ich zurück nicht mag, lockt die Felsenstrecke wenig und den Teil von der Kaskavagge-Rasthütte zur Vistasstugan war ich vor einigen Jahren gegangen). Also dem Tal weiter folgen Richtung Tjäktjavagge, an Sälka vorbei in’s Stuor Reaiddavaggi, zur Nallostugan und weiter in’s Vistasvaggi.

    Das Wetter ist bescheiden. Tiefhängende Wolken, kräftiger Wind und erhöhte Luftfeuchtigkeit (manche würden es Sprühregen nennen) zwingen mich wieder in die Regenklamotten. Und auf geht’s.



    Über Steine und Steine und Steine.



    Sanft abfallend folge ich dem Fluss in südwestlicher Richtung zum Tjäktjavagge, also dem Kungsleden. Nach einigen km beginnt wieder die Vegetation und das Tal öffnet sich.



    Ich bin nicht scharf drauf, auf dem Kungsleden zu laufen, lieber Strecke abkürzen. So biege ich bereits bei Höhe ca. 1000 m rechts ab und laufe mehr parallel zu den Höhelinien am Hang entlang in nördliche Richtung. Auf dieser Höhe ist es noch ziemlich schräg und verblockt, ich muss noch etwas Höhe verlieren.



    Ca. auf Höhe 900 m passiere ich Sälka und ändere meine Richtung nach Nordost.

    Jetzt müsste ich doch bald auf den Weg Sälka – Nallo stoßen. Ich habe Hunger und Durst und bin etwas erschöpft, brauche eine Pause. Ich stapfe weiter und weiter. Wann kommt denn endlich ein Bach? Und der Weg, der einfacheres Gehen verspricht?
    Dann, endlich – Wasser und in etwas Entfernung Menschen. Da muss der Weg sein. Also runter mit dem Rucksack, Wasser geschöpft und einen Snack aus dem Rucksack geholt. Nicht sehr gemütlich, bei mittelstarkem Regen auf der freien Pleine ohne jeglichen Schutz zu pausieren.



    Dann weiter, Ziel für heute ist der Reaiddajavri. Mittlerweile recht lustlos stapfe ich durch den Regen und quere zahlreiche Bäche bzw. Ausläufer von kleinen Flüssen, passiere den Reaidda-Gletscher.



    Ich mag nicht mehr, möchte Zelt aufbauen. Der See kommt in Sicht. Aber erstens, ein Stückchen geht noch, und zweitens, die brauchbaren Flächen für mein Zelt sind … nicht sichtbar. Dann endlich – da müsste es möglich sein. Stelle inspizieren – jau, passt. Boah, hab‘ ich für heute die Schnauze voll. Zelt aufgebaut und rein in die gute Stube.



    Gekocht und gegessen wird heute nicht auf der Terrasse.

    Nach der warmen Mahlzeit wird vom Schlafsack aus wieder über der Karte sinniert. Wie geht’s morgen weiter? Ich bin „leicht“ gefrustet: Plan A hat nicht funktioniert, ich habe durch den Umweg einen Tag verbraucht, die Route hat mich (deutlich) mehr angestrengt als gedacht, ich bin erschöpft und das Wetter…
    Welche Optionen habe ich?

    Mich reizt etwas, morgen rechts abzubiegen und von dieser Seite zur Unna Räitastugan zu gehen. Ich will sie endlich kennenlernen. Aber wie dann weiter? Dem Unna Reaiddavaggi bis zum Vistasvaggi folgen? Und dann? Außerdem sieht es auf Karte aus, als wenn da auch ein sehr verblockter Weg auf mich warten könnte. Und ehrlich gesagt, davon hab‘ ich im Moment erstmal genug gehabt.

    Folglich müsste ich nun erstmal den einfachen Weg über Nallo zur Vistasstugan gehen. Und dann? Drei Richtungen, die ich alle schon gegangen bin: Rechts abbiegen, südöstlich nach Nikkaluokta, was praktisch einem Abbruch gleichkäme? Über den Mårmapass nach Norden? Oder weiter meinem ursprünglichen Plan folgend Richtung Alesjaure, was die Option bietet, nicht durch das Haupttal, sondern durch das Unna Vistasvaggi, also unbekanntes Terrain zu gehen?
    Entschieden wird morgen!

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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #16
    5. Etappe, über Nallo nach ???

    Uih, war die Nacht frisch. Nicht richtig gefroren, aber die Kapuze ging über die Ohren und Bündchen wurde zugezogen. Ich mag noch nicht aus dem Schlasa krabbeln. Was ist das? Da schimmert was Helles durch den Zeltstoff.



    S O N N E!!! Weiße Wolken mit blau dazwischen. Meine Lebensgeister feiern ausgelassene Party. Es ist schon verrückt, wie eine anstrengende Etappe, ein Rückschlag und ungemütliches Wetter die Stimmung kippen lassen – und wie schnell das wieder durch ein paar Sonnenstrahlen aufgehoben werden kann. Beim Kaffee noch ein Blick auf die Karte, aber eigentlich ist es nun klar – es geht weiter, über Vistasstugan Richtung Alesjaure meinem Plan folgend.

    Kaffee, Müsli, Gerödel einpacken, Zelt abbauen – es ist noch recht frisch, aber das Himmelsblau erzeugt gute Laune und Motivation. Auf geht’s, am See entlang.



    Ich komme am Ausfluss des Reaiddajavri entlang,



    sehe rechts die Abzweigung zur Unna Räitastugan





    und … links, auf der anderen Seite des Flusses einen Wanderer. Was macht der da? Ich will ihm zurufen, dass er auf der falschen Seite ist. Aber, die Entfernung ist recht groß und er wird schon wissen, was er macht. Ein Stückchen weiter bemerke ich es … nicht er, sondern ich befinde mich auf der falschen Seite. Ich bin an der planmäßigen Furt vorbeigegangen. Grrrr. Zurück? Blöd. Also hier rüber. Mmmh, der Fluss führt wenig Wasser, aber von Stein zu Stein könnte eng werden. Schuhe aus? Quatsch, gerade erst gestartet, will ich keine Zwangspause. Also von Stein zu Stein. Hätte auch beinahe geklappt. Okay, nur ein Schuh ist gewässert.

    Der Pfad schlängelt sich langsam die Höhenmeter hinab zur Nallostugan.



    Heute ist wieder diese herrliche Landschaft zu genießen, die Berggipfel nicht wolkenverhangen, ein gut zu begehender Pfad = . Die Hütte wird sichtbar.



    Ich erkenne sie nicht wieder. Bei meinem ersten und letzten Besuch hier, im Winter 1994 von der Tjäktjahütte kommend, lag alles unter einer dicken Schneedecke und die Umgebung sah komplett anders aus. Vor der Hütte schmeiß ich den Rucksack runter und setz mich zufrieden mit Snack und einem Drink in die Sonne. Der Hüttenwirt, gerade auf dem Weg zur Dusche, stellt sich als in Schweden lebender Deutscher vor (das dürfte, wie ich im Nachhinein festgestellt habe, der hier im Forum aktive Vintervik gewesen sein. Oder?). Nach einer kurzen Pause geht’s durch die oberhalb der Hütte liegende Furt weiter,



    abwärts nach Vistas, auf einem komfortablen, im engen Tal, am Fuße des Nallo liegenden Pfad.











    Mit der Zeit wird das Tal breiter, die Vegetation dichter, die Farben kräftiger. Das Visttasvaggi kommt in Sicht.





    Nun muss ich entscheiden, abbiegen und durch das Unna Visttasvaggi, was ich noch nicht kenne, nach Alesjaure? Oder bis zur Hütte und das Visttasvaggi aufwärtsgehen? Das bin ich zwar schon mal gegangen, aber es war sehr schön und bietet eine zusätzliche Option: Mein ursprüngliches Ziel, den Kåtotjåkka, habe ich zwar schon zwischenzeitlich aus meinem Kopf gestrichen (dazu später noch mehr), aber vielleicht wenigstens ein kleiner Abstecher in seine Richtung wäre schön. Also entscheide ich über die Vistasstugan dem Haupttal folgend nach Norden zu gehen.







    An der Hütte ist ordentlich was los, genau wie auf dem Weg seit Nallo. Schon ein Unterschied zu den Tagen zuvor. Ich mache eine kurze Snackpause, ein kurzes Gespräch in meinem holprigen Englisch mit der Hüttenwirtin und weiter geht’s. Ein Stück will ich heute noch schaffen.



    Nach 2 – 3 km, noch vor der Einmündung des Flusses, der aus dem Unna Visttasvaggi kommt, finde ich ein schönes Plätzchen direkt am Fluss.


    So kann ich zumindest in das Tal gucken, in welches ich beinahe gegangen wäre.
    Ich stehe mitten im Fluss beim Waschen, da kommt ein Heli angeflogen. Unten dran hängt ein großes Tier.



    Ren oder Elch? Etwas später kommt er zurück und fliegt noch einmal Richtung Nikkaluokta. Diesmal mit zwei hängenden Tieren. Na hier ist ja was los.

    Ein schöner Tag neigt sich dem Ende. Ich hatte heute durchgehend gutes Wetter, es war eine einfache Route und ohne Wind bei den letzten Sonnenstrahlen war das Waschen im Fluss sehr angenehm. Kaum ist die Sonne hinter den Bergen verschwunden, wird es deutlich frischer. Noch draußen kochen und essen und dabei das schöne Tal mit den beeindruckenden umliegenden Bergen genießen, dann geht es ab in’s Zelt.

  17. Fuchs
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    #17
    Japp, das war ich in Nallo.
    Ich war dort für die letzten fünf Wochen der Saison Stugvärd.
    Damit weiss ich jetzt von mind. vier Forumsmitgliedern, die in dieser Zeit die Hütte passiert haben.

    Deine Info, dass Du am Pyramidenpass oben vom Kaskasavagge aus kommend umgekehrt bist, war hilfreich, da im Laufe der folgenden Tage einige passierten, die nach dem Jojoleden fragten.

    Und den alten Sarv hast Du auch gesehen. Der hat sich ca eine Woche in der Nähe der Hütte aufgehalten und, wenn er nicht mit grasen beschäftigt war, faul in der Sonne gelegen.

    Ich hoffe, Du hast dann in der folgenden Nacht mal aus dem Zelt rausgeschaut.
    Geändert von Vintervik (08.02.2019 um 00:12 Uhr)

  18. Dauerbesucher

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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #18
    Ich hoffe, Du hast dann in der folgenden Nacht mal aus dem Zelt rausgeschaut.
    ne, hab ich nicht
    Hört sich an, als wenn ich es hätte tun sollen
    Aber in späteren Nächten

    Der alte Sarv - hört sich an, als wenn es dein Haus-Rentier wäre

    Deine Info, dass Du am Pyramidenpass oben vom Kaskasavagge aus kommend umgekehrt bist, war hilfreich, da im Laufe der folgenden Tage einige passierten, die nach dem Jojoleden fragten.
    Na dann hat sich mein Aufstieg ja doch gelohnt

    Peter

  19. Fuchs
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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #19
    Es war wohl das einzigste was da in dieser Zeit da oben rum rannte, an meinem Ankunfsttag dürfte ich es auch kurz aus der Ferne sehen

    Es müsste ja wirklich ein Wunder gleichen wenn man dort kein ODS Mitglied trifft


    Ich bin gespannt wie es hier weiter geht, für mich war das Tal zur Nallostuga eines der schönsten und eindruckvollsten, bin aber wirklich beeindruckt das der Weg dort noch einer der Guten sein soll im Vergleich zum Tal nebenan.
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

  20. Dauerbesucher

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    AW: [SE] Lappland 2018–solo zwischen Nikkaluokta und Abisko, (fast) ohne Kungsle

    #20
    Zitat Zitat von Vintervik Beitrag anzeigen
    Japp, das war ich in Nallo.
    Ich war dort für die letzten fünf Wochen der Saison Stugvärd.
    Damit weiss ich jetzt von mind. vier Forumsmitgliedern, die in dieser Zeit die Hütte passiert haben.
    Nee, an der Nallo-Hütte war ich 2018 zur Abwechslung mal nicht

    MfG, Heiko

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