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  1. Anfänger im Forum

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    Erste-Hilfe: Was tun im kalten Wasser, kalte Luft?

    #1
    Hey Leute,

    Also ich hatte mal ein Nehbergs Überlebensbuch und da ist folgendes hängengeblieben:

    1) Wenn die Luft kalt ist und man sich aufwärmen will,
    sollte man sich bewegen!
    2) Wenn man zufällig in einen vereisten See mit ner niedrigen Wassertemperatur fällt, jegliche hastige Bewegungen vermeiden um die Wärme nicht so schnell abzugeben.

    Ist das richtig? Wenn ja warum muss man sich beim einen bewegen und beim anderen "stillschwimmen"?

    Daneben kombinieren wir mal beide Szenarien:
    Man fällt in's Wasser, kommt mit nassen Klamotten wieder raus.
    Sagen wir, es ist Winter. Was muss man tun, wenn kein Rettungsdienst zur Stelle ist? Und man alleine bzw. zu zweit wandert?

    Mal gespannt was ich drauf antwortet

  2. Gesperrt Fuchs

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    #2
    Luft ist ein Wärme/Kälteisolator.
    Wasser ist ein Wärmeleiter.

    Wenn du dich in Wasser bewegst, kühlst du eher aus. Weil immer wieder neues kaltes Wasser an deinen Körper kommt. Des weiteren ist die Bewegung im Wasser mit mehr Eigenaufwand (Energieverlust) verbunden.

    Bei Luft bringst du mit Bewegung den Kreislauf in die Gänge.

  3. Alter Hase
    Avatar von Christine M
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    #3
    Bezüglich Bewegung sollte man allerdings aufpassen, wenn man schon deutlich unterkühlt ist, dann kann es nämlich genau das Falsche sein. Mir hat mal jemand Folgendes erzählt: Ein Paddler war im kalten Wasser gekentert und es hat anscheinend eine ganze Weile gedauert, bis er wieder aus dem Wasser draußen war. An Land hatte er blaue Lippen und wohl auch sonstige Anzeichen von Unterkühlung. Also gab ihm sein Kumpel den gutgemeinten Tip, sich doch etwas zu bewegen, also zu joggen oder so. Nach einigen Metern ist der verunglückte Paddler mit Herzversagen zusammengebrochen. Was war passiert? Bei eintretender Unterkühlung stoppt der Körper den Kreislauf zu den Extremitäten (Arme + Beine) und hält nur noch den Blutkreislauf im Rumpf in Gang und das dortige Blut warm. Wenn man sich jetzt plötzlich bewegt (oder bewegt wird), strömt das kalte Blut von den Extremitäten zum Herz. Das kann der Körper nicht verkraften, es kommt zum Schock. Ich habe auch gehört, daß dies bei der Bergrettung als sog. Bergungstod bekannt ist (dort, wenn im Rahmen der Bergung der Verunglückte bewegt wird). Na ja, die medizinisch Gebildeten hier könnens vermutlich besser und genauer beschreiben, aber ich wollte darauf hingewiesen haben.

    Christine

  4. Fuchs

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    #4
    Christine´s Kommentar ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Weitere Informationen zum Thema Kälte findet man unter www.bexmed.de (und viele weitere gute Infos) der homepage der "Deutschen Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin e.V.".

    Gruß Felö

  5. Gesperrt Fuchs

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    #5
    Na ja, da kam na klar die dritte Variante ins Spiel

    1. War ja in der Luft
    2. Im Wasser
    3. Im Wasser, und dann in der Luft.

    Das na klar, wenn man schon im Wasser unterkühlt ist, darf man na klar nicht laufen. Da klappt na klar der Kreislauf zusammen.

    Bei Variante 3 kenne ich es so: Dafür zu sorgen, dass der Körper nicht noch mehr Wärme verliert.

    Das heißt, nichts warmes einflößen, weil sich dann die Poren vergrößern, und der Körper endgültig zusammen klappt, sondern in Decken einhüllen, oder Kleidungsstücke, oder sonst was, was verhindert, dass die Körperwärme weiter verschwindet.

  6. Lebt im Forum
    Avatar von derMac
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    #6
    Also wenn man stark unterkühlt ist (die Ursache ist dabei völlig egal) ist bewegen ungünstig, da so das kalte Blut aus den Extremitäten in den Körperkern kommen kann was zum Zusammenbruch führt.

    Wenn man nach außen hinreichend gut isoliert ist (wieder egal wo) hilft bewegen zum Aufwärmen. Wenn man schlecht isoliert ist, ist die erzeugte Wärmeenergie gleich wieder weg und man verschwendet Energie, besonders wenn längerfristig kein Energienachschub und keine Hilfe in Sicht sind. In dem Fall gilt Energie sparen und möglichst zusammenkauern.

    Im Wasser kommt erschwerend hinzu, dass man nahezu nie ausreichend isoliert ist. Wenn man jedoch aus eigener Kraft raus kann sollte man sich natürlich bewegen und rausklettern. :wink:

    Mac

  7. Erfahren
    Avatar von Crosswind
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    ausziehen

    #7
    Hallo!

    Also, ich denke man sollte sich auf alle Fälle ausziehen, wenn man in kaltes Wasser gefallen ist und wieder rausgekommen ist. Damit man die nasse Kleidung loskriegt, die einem sonst die ganze Wärme nimmt, die der Körper aufbaut.

    Ab einem gewissen Unterkühlungsstadium hört der Körper auch auf, sich gegen die Unterkühlung zu wehren. Merkt man daran dass man nicht mehr zittert. Der Körper beschränkt die Durchblutung dann zum größten Teil auf die wichtigen Organe. Deshalb hat man kälteres Blut in den Extremitäten (Schalenblut). Wenn dieses Blut durch Bewegung in den zentralen Kreislauf zurückfließt, gibts den Bergetod durch eine Schockreaktion.

    Wurde aber so ja auch schon fast geschrieben...kein Anspruch auf Vollständigkeit

    Phil

  8. Erfahren
    Avatar von Crosswind
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    achso...

    #8
    ...solte sich von selbst verstehen dass man die nassen Klamotten ausziehen sol und sich anschließend mit irgendetwas trockenem vor der Umgebungsluft schützen sollte...sprich Rettungsdecken, trockene Kleidung o.Ä.

  9. Fuchs
    Avatar von Thomas
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    #9
    Reicht die Isolationsschicht eines Neoprenanzuges eigentlich auch bei deutlichen Minusgraden aus, eingedrungenes und auf Körpertemperatur erwärmtes Wasser ausreichend gegen die Außenwelt zu isolieren?
    Nur wo du zu Fuß warst, bist du wirklich gewesen.

  10. Fuchs
    Avatar von wesen
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    Re: ausziehen

    #10
    Zitat Zitat von Crosswind
    Also, ich denke man sollte sich auf alle Fälle ausziehen, wenn man in kaltes Wasser gefallen ist und wieder rausgekommen ist. Damit man die nasse Kleidung loskriegt, die einem sonst die ganze Wärme nimmt, die der Körper aufbaut.
    und weiter:
    ...solte sich von selbst verstehen dass man die nassen Klamotten ausziehen sol und sich anschließend mit irgendetwas trockenem vor der Umgebungsluft schützen sollte...sprich Rettungsdecken, trockene Kleidung o.Ä.
    Ich denk' mal nicht, dass ich nasse Wollklamotten ausziehen und gegen eine Rettungsdecke eintauschen würde. Aber mich mit den nassen Klamotten in die Rettungsdecke einzuwickeln, halte ich für 'ne gute Idee. Auch nasses Zeug ist durchaus in der Lage zu isolieren. (Graduell abhängig vom Material.)

    Also: Trockene Klamotten sind besser als nasse,
    aber: Nasse Kleidung ist besser als nichts!

  11. Alter Hase
    Avatar von Christine M
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    #11
    Ich habe ebenfalls die Erfahrung gemacht, daß nasse Wolle durchaus noch wärmen kann. Voraussetzung ist natürlich, daß man keinerlei Wind ausgesetzt ist. Von daher bin ich mir nicht so sicher, ob das "nasse Kleidung ausziehen" pauschal in jeder Situation das richtige ist.

    Christine

  12. Anfänger im Forum

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    #12
    Also zusammengefasst:

    Als Opfer:

    Mensch im Wasser:
    Versuchen sich aus der Lage zu befreien, sich bewegen,
    kühlen Kopf bewahren (gg) ,sich aus der misslichen Lage zu befreien.
    Wenn Rettungseinsatz erwartet wird, dann jede Bewegung vermeiden und einfach nur durchhalten.

    Mensch an der Luft:
    Wenn gut isoliert -> bewegen
    Wenn schlecht isoliert -> zusammenkauern, windstillen Platz suchen

    Mensch mit nassen Klamotten an der Luft:
    Klamotten anlassen anstatt zu wechseln. Versuchen zu wärmen durch kauern etc. Behausung...

    Als "Retter".
    Wärmen (klar), bei starker Unterkühlung Opfer abraten, sich zu bewegen.

    Was ist mit Mitmenschlicher Körperwärme?
    Oh je, irgendwie handelt jeder 2. Beitrag von mir um zwischenmenschliche physische Beziehungen...

  13. Fuchs
    Avatar von cd
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    #13
    Zitat Zitat von MrMacchiato
    Als "Retter".
    Wärmen (klar), bei starker Unterkühlung Opfer abraten, sich zu bewegen.

    Was ist mit Mitmenschlicher Körperwärme?
    Oh je, irgendwie handelt jeder 2. Beitrag von mir um zwischenmenschliche physische Beziehungen...
    Körperwärme ist denke ich die am schnellsten und immer (wenn ein Helfer da ist) verfügbare Wärmequelle. Und das sogar mit der perfekten Temperatur. Also: NUTZEN. Und die zwei/drei/wasweißichwieviele Leute zusammen gut isolieren.

    cd

  14. Lebt im Forum
    Avatar von derMac
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    #14
    Zitat Zitat von Thomas
    Reicht die Isolationsschicht eines Neoprenanzuges eigentlich auch bei deutlichen Minusgraden aus, eingedrungenes und auf Körpertemperatur erwärmtes Wasser ausreichend gegen die Außenwelt zu isolieren?
    Kommt auf die "Außenwelt" und die Dicke der Neoprenschicht an. Ich nehm mal an, du meinst komplett außerhalb des Wassers? Da würde ich aber bei starkem Frost auch nicht allein auf Neopren vertrauen wollen. Versucht hab ich das aber noch nicht. Im Wasser hilft bei wirklich niedrigen Temperaturen sicher nur noch ein Trockenanzug mit viel drunter.

    Zum Kleidung anlassen: Würde ich von der Art der Kleidung und den Umständen abhängig machen. In der Nähe der Zivilisation und/oder mit genügend Nahrung versehen und noch nicht ernsthaft geschwächt/unterkühlt würde ich versuchen mich in den nassen Klamotten warmzulaufen. Wenn das alles nicht zutrifft und man auch sonst nichts hat, siehts IMHO ziemlich aus. Keine Ahnung was dann das Richtige ist. Wer schon mal gesehen hat, wie das Wasser noch beim runterlaufen an der Kleidung gefroren ist, weiß was ich meine. :wink:

    Mac

  15. Lebt im Forum
    Avatar von derMac
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    #15
    Zitat Zitat von MrMacchiato
    Mensch an der Luft:
    Wenn gut isoliert -> bewegen
    Wenn schlecht isoliert -> zusammenkauern, windstillen Platz suchen
    Im 2. Fall kann bewegen auch gut sein, wenn es nicht zur Erschöpfung führt und Energie "nachgetankt" werden kann. Zusammenkauern nur wenn man "hilflos" auf Rettung warten muss. Da muss man entscheiden: Kann ich mich selber retten oder wäre der Versuch Energieverschwendung die nur zum schnelleren Tot führt. Zusammenkauern gilt übrigens auch im Wasser.

    Mac

  16. Fuchs
    Avatar von Thomas
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    #16
    Bei lebensbedrohlicher Unterkühlung schneidet man den Patienten wegen der Kern/Hülle-Problematik übrigens auf und wärmt den Organismus durch Durchspülen mit warmem Wasser langsam von innen wieder auf.

    Kochgeschirr und Schweizer Messer sind also durchaus praktisch. :wink:
    Nur wo du zu Fuß warst, bist du wirklich gewesen.

  17. Gesperrt Fuchs

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    #17
    Also bei den nassen Klamotten habe ich immer noch so meine Bedenken. Wasser ist nun mal ein guter Wärmeleiter. Das heißt auch, dass nasser Klamotten die Wärme aus dem Körper ziehen kann. Ausnahme, man kann darüber noch eine trockene Isolieurung legen, so dass die nassen Klamotten sich aufwärmen können. Ist erst einmal die Körpertemperatur ganz, oder fasst erreicht, dürfte der Isliereffekt der Kleidung wieder oberhand gewinnen. Glaube ich zumindest.

    Auf jeden Fall immer der Grundsatz. Keine Wärme einflösen,weil sich dann die Poren vergrößern, sondern eben verhindern, dass die Wärme entfleucht. Also von Außen isolieren.

  18. Lebt im Forum
    Avatar von derMac
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    #18
    Zitat Zitat von Erny
    Auf jeden Fall immer der Grundsatz. Keine Wärme einflösen,weil sich dann die Poren vergrößern, sondern eben verhindern, dass die Wärme entfleucht. Also von Außen isolieren.
    Das ist falsch. Von innen erwärmen ist nie ld: verkehrt. Welche Poren sollen sich denn öffnen? Vielmehr ist es verkehrt einen stark unterkühlten von außen zu erwärmen. In dem Fall Erwärmung durch warme Getränke und/oder durch Hibler-Packung. Das wurde oben mit dem kalten Schalenblut schon mal gut erklärt.

    Mac

  19. Alter Hase
    Avatar von Christine M
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    #19
    Tja, in meinem schlauen Buch steht leider auch nur "Nasse Kleidung sollte er [der Patient] wechseln." Bei einer leichten Unterkühlung soll man nach dem Buch übrigens warme, gesüßte Getränke geben. Und man kann auch vorsichtig von außen Wärme zuführen. Bei einer schweren Unterkühlung kann man es dagegen fast nur falsch machen.

    Christine

    PS: nur damit hier auch ja keine Mißverständnisse entstehen: wir reden über Situationen, in denen ärztliche Hilfe nicht erreichbar ist. In der Zivilisation sollte man bei jeder einigermaßen ernsthaften Unterkühlung den Rettungswagen rufen.

  20. Gesperrt Fuchs

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    #20
    Zitat Zitat von derMac
    Zitat Zitat von Erny
    Auf jeden Fall immer der Grundsatz. Keine Wärme einflösen,weil sich dann die Poren vergrößern, sondern eben verhindern, dass die Wärme entfleucht. Also von Außen isolieren.
    Das ist falsch. Von innen erwärmen ist nie ld: verkehrt. Welche Poren sollen sich denn öffnen? Vielmehr ist es verkehrt einen stark unterkühlten von außen zu erwärmen. In dem Fall Erwärmung durch warme Getränke und/oder durch Hibler-Packung. Das wurde oben mit dem kalten Schalenblut schon mal gut erklärt.

    Mac
    Mir hat man bei gebracht, dass bei warmer Flüssigkeit du deine Organe in Schwung bringst. Den Kreislauf in Wallung, das Blut zu den enlegenen Stellen wieder schneller fließt, die Haut sich weitet, und dadurch die Wärme schneller nach draußen geht. Isolierst du von außen, verringert sich der Wärmeverlust nach außen, je mehr sich die Luft zwischen Haut und Isolierung, sich der Hautemperatur angleicht.

    So beigebracht im erste Hilfekurs.

    Haben wir hier keine Medizinmänner, oder Medizinfrauen ???? Zur Klärung.

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