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  1. Alter Hase
    Avatar von Schmusebaerchen
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    Geodät jenseits des Mainstreams

    #1
    Vorwort

    Ich möchte mir nun endlich mal das Zelt nähen was mir schon sehr lange vorschwebt. Da etliches völlig anderes wird deklariere ich das hier gleich mal als Langzeitprojekt. Da es teilweise sehr schwierig zu erklären ist was ich vorhabe werde ich es Stück für Stück hier reinstellen. Vermutlich wird es eh erst Mal der nächste Prototyp

    Gestängeanordnung

    Als Gestängeanordnung kommt für mich nur ein doppeltes doppelt gekreuztes Parallelgestänge (ich nenne es mal DDGP) in Frage. Häh, was für ein Ding?

    Hier der Versuchsaufbau:


    und der Prototyp zur Veranschaulichung (ohne die gelbe Stange):


    Die Gestängeanordnung habe ich bisher nur beim TNF Bastion gesehen.
    https://www.thenorthface.de/shop/de/...on-4-zelt-ca8c
    In irgendeiner Bewertung stand mal sinngemäß: "TNF Bastion hat nicht mal gewackelt, während es ein VE25 in der gleichen Nacht zerlegt hat."

    Im Prinzip sind es 2 Salewa Micra, wovon eins um 90° gedreht ist. Optional möchte ich auf kurzen oder bergigen Touren 2 Gestänge weglassen können, so dass es im Prinzip von der Gestängeanordnung her einem Salewa Micra entspricht.

    Für diese Gestängeanordnung habe ich mich entschieden, weil diese nach eigenen Tests doppelt so robust gegen Verformung ist, wie klassische Geodäte (TNF VE25). Dadurch ergibt sich die Frage nach dem passenden Gestänge.

    1. Welcher Gestängedurchmesser wäre für ein Geodät mit 4 bis 4,4 m Gestängelänge, 2,4m Durchmesser und 1 bis 1,5 m Zelthöhe geeignet? Das Zelt soll von Gewicht und Maßen her im Bereich von üblichen 3 Personen Geodäten liegen.
    a) DAC NSL 8,05 mm
    b) DAC NSL 9 mm
    c) DAC NSL 10,25 mm
    8,05 erscheint mir bei den Gestängelängen etwas wenig, tendiere eher zu 9 oder 10,25 mm. Besonders im Hinblick auf die Möglichkeit 2 Gestänge weglassen zu können sollte es schon stabiler sein.

    Gestängebefestigung

    Durch die paarweise Gestängeanordnung werden auch die windabgewandten Gestänge belastet. Das funktioniert nur, wenn die Gestängekreuzungspunkte fest (Knoten, Klett) miteinander verbunden sind. Daher scheiden Karabiner und Haken aus.

    Knoten ist mit Handschuhen zu fumelig, obwohl es beim Prototypen gut funktioniert hat. Eine Wickeltechnik könnte ich mir jedoch vorstellen.

    Gestängekanäle sind mir zu fummelig.

    Ich tendiere zu Klett wegen der Flexiblität und der sehr festen Verbindung der Gestänge zueinander. Habe jedoch bedenken wegen Vereisung.

    2. Hat jemand Erfahrungen mit vereistem Klettverschluss?

    3. Gibt es noch andere Alternativen?


    Von den 3 Fragen hängt die erste Bestellung ab. Danach geht es weiter.
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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #2
    Das wurde aber auch Zeit. Ich bin gespannt...

  3. Dauerbesucher

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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #3
    Ich habe kürzlich ein sehr ähnliches Projekt angefangen - ausgehend davon würde ich mindestens zu 9mm Gestängedurchmesser tendieren. Dafür habe beim großen Versandhändler ein günstiges Gestänge gekauft (das aber dennoch einen sehr guten Eindruck macht), das nur ein Bruchteil von einem DAC-Gestänge kostet. So sind Fehlschläge nicht so schmerzhaft

    Wenn die Gestängeverbindung fest sein muss, würde ich eine Lösung mit Tankas oder Blitzverschlüssen wählen, bei der man dann das Band oder die Kordel festziehen kann. An den entsprechenden Stellen ist ja womöglich ohnehin das Außenzelt aufgehängt. Klett und Eis ist tedenziell Mist.

    Bin sehr gespannt wie es weitergeht!

    EDIT: Sammelt sich bei der Konstruktion ohne die fünfte Stange nicht Wasser auf dem Dach?

  4. AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #4
    Wow, das wird bestimmt kompliziert, die Flächen korrekt zuzuschneiden! Ich schaue sehr gerne gespannt zu!

  5. Alter Hase
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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #5
    @morit.z:
    Die Idee finde ich gut. Wollte eh sehr viel mit T-Stoppern machen, weil leicht, kompakt, robust und schneller als ein Knoten.

    Ich stelle mir gerade einen T-Stopper vor, der eine Verlängerung in Richtung der Leine hat. An der Verlängerung kann man den T-Stopper hochkant durch die beiden Leinen schieben. Quer stellt er sich von selbst. Zum Abbau an der Verlängerung anfassen, hochkant drehen und ziehen.

    Wenn das funktioniert wäre der Aufbau fast so einfach wie mit Karabinern, aber wesentlich weniger Gewicht und Kosten.


    Ich plane ein modulares Design. Nach jetziger Planung wird ein Modulteil der Deckel. Das heißt ich kann das Problem angehen wenn es kommt. Die erste Version wird erstmal einfach zu sein. Als alternativen Aufsatz habe ich mir bereits überlegt eine Pyramide in dieses Viereck zu setzen. Damit bekomme ich auf ca. 0,6 x 0,6 m Stehhöhe oder fast Stehhöhe, ohne dass das Zelt riesig wird.

    Prototyp 1 hatte ich schon beim Winterzelten dabei. Weil es Abends geregnet hat, habe ich ein Tarp drüber gezogen (Silnylon). Früh war eine ca. 40 x 40 x 5 cm große Pfütze in der Senke ... inkl. Eisschicht. Drunter war alles trocken. Also von daher

    @rumpelstil:
    Bei klassischer Bauweise ja. Aber das soll kein Mainstreamzelt werden
    Genau die Bedenken hatte ich auch, wird hoffentlich nicht so kritisch, weil:
    - AZ wird über Gummiseile aufgehängt
    - Keine (Doppelte-)Kappnaht, sondern aufgesetzt
    - Noch ein paar Kniffe die im nächsten Schritt deutlich werden
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  6. Alter Hase
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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #6
    Habe mich für 10,25er Gestänge entschieden.

    Hauptgrund:
    9 mm spart gegenüber 10,25 mm 250 g für alle 4 Stangen. Wenn ich nur 3 Stangen 10,25 mm mitnehme spare ich 282 g und mit 2 Stangen sogar 564 g. Deswegen lieber die stärkeren, dafür eher mal mit nur 2 Stangen losziehen die etwas mehr aushalten, aber auch die Option haben 4 richtig robuste Stangen mitnehmen zu können.

    Problem ist eher: Rundkappen sind bei Extremtextil erst ab 01.05.2019 wieder lieferbar. Kennt jemand eine alternative Quelle?
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  7. Erfahren

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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #7
    Servus,
    für die gestängeverbindungen würde ich das probieren: https://www.extremtextil.de/dac-swiv...is-11-1mm.html

    vür die Aufhängung wie beim Jurek mit Haken und Strick: https://www.youtube.com/watch?v=-LI2JyQoDPs
    oder eben das: https://www.extremtextil.de/zelthake...rchmesser.html

    klett oder knoten wird bei kälte mist.
    bedenke aber beim 10,xxer gestänge, dass du schon einen gewissen kuppeldurchmesser haben solltest.

    gute liefernaten findest du bei aliexpress, amazon oder ebay.
    konstruktiv wichtig bei deiner idee ist der Eingang, wenn du den regensicher gestalten willst.

  8. AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #8
    Hast du schon mal drüber nachgedacht zwei verschiedene Stärken beim Gestänge zu verwenden?

    die 10er als Grundgerüst wenn du nur 2 Stangen verwenden willst, und meinetwegen 2x8er als Verstärkung wenn sie nötig ist?

  9. Alter Hase
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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #9
    @smok:
    Im Prinzip entsprechen die Stangen denen vom Hilleberg Saivo. Dort haben die Kuppelstangen eine Bodenlänge von 2,86 m und die geodätischen Stangen eine Bodenlänge von 1,7 m. Mit 2,4 m Bodenlänge sollte ich da eigentlich richtig liegen.

    Den Swivel Q habe ich auch schon gesehen. Den Bildern und Beschreibungen nach muss man die Stangen durchschieben. Sowas zum einhängen wärs im Prinzip.

    @Lobo:
    Das funktioniert nicht. Die Gestängeanordnung ist so, dass außeneinwirkende Kräfte sich auf die anderen Gestänge verteilen. Deswegen brauche ich eine feste Verbindung zwischen den Gestängebögen. Wenn ich 2 starke und 2 schwache Stangen nehme, drücken mir die starken Stangen die schwachen soweit, dass diese brechen.

    Außerdem macht eine Stangengröße den Aufbau und Ersatzteilhaltung einfacher.
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  10. Alter Hase
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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #10
    Kleines Update:

    Eine Tatsache hat mich noch einige Nerven gekostet. Es gibt 2 geniale Technologien, die leider nur ein Nischendasein frissten. Zum einen wäre da die Gummibandaufhängung von Vaude (z.B. Mark 2). Und zum anderen die Technik der inneren Abspannung (Internal Guy Line System).

    Nach eigenen Versuchsaufbauten macht die interne Abspannung das Gestänge ca. 3 mal so steif (ich hoffe auch stabil ). Ein DAC NSL 10,25 mm Gestänge 4,4 m wiegt ~300 g. Dafür werden 15 m Leine benötigt, welche bei 2 mm Dyneema ca. 30 g wiegen und 400 kg Reißfestigkeit haben. Sprich: +10 % Gewicht, +200 % Stabilität ... geil. Da ist natürlich klar, dass ich das unbedingt einbauen muss. Hier ist mal ein Bild:
    http://images-nitrosell-com.akamaize...mb-IM18793.JPG
    Hier bei einem Tunnelzelt:
    http://www.exped.com/switzerland/de/...vi#prettyPhoto

    Meiner Meinung nach sollte das Gestänge still stehen bleiben und sich nicht verformen, um einer Materialermüdung vorzubeugen. Was den Wind abfedern sollte ist der Zeltstoff. Da es sowas nicht als brauchbaren Zeltstoff gibt, muss man konstruktionell mit Gummiband nachhelfen. Außerdem spart man mit solchen Gummiaufhängungen das Nachspannen des Silnylon.

    Jetzt gibt es nur ein Problem. Die interne Abspannung muss fest mit dem Gestänge verbunden werden. Der Zeltstoff jedoch über Gummibänder. Dadurch kommt sich beides ins Gehege.


    Ich konnte mich nicht zwischen beiden Technologien entscheiden, deswegen hat es lange gedauert, aber jetzt gibt es eine Lösung:


    So sieht es als Test aus:

    Wird in der fertigen Version etwas anders, aber dazu sind ja Testmuster da. Die Dyneemaleine hängt erstaunlich gut. Links nur 3 mal drüber genäht und bekomme ich nicht abgerissen.

    Frage:
    Welches Gummiband wäre das richtige bei Extex für diese Aufgabe, als auch für die Gestänge?
    2 mm
    3 mm
    3 mm starker Zug?

    2mm und 10 mm habe ich da und würde sagen, dass 2 mm zu schwach ist oder ich muss es öfters durchziehen. Würde zwar gern 10 nehmen, aber das wird zu schwer.

    Ich möchte nicht irgendwas als Material nehmen, sondern auch etwas aufeinander abstimmen. Deswegen mal kurz meine Rechnung:

    Annahme ist, dass ein Sturm kein Problem sein sollte und ein Orkan die Kotzgrenze der Materialbelastung. Berechnet wurde ohne zusätzliche Flächenabspannungen.


    Auch wenn das viel klingt, halte ich meine Berechnung durchaus für realistisch. 126 kg ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass das jede Hängematte aushalten muss. Nur beim Gummiband sehe ich Probleme. Für das 10 mm Gummiband: Bei 92,8 kg (Bruchpunkt) liegen 265 % Dehnung an. Bei 100 % Dehnung sind es nur 12,5 kg. Das heißt wenn ich das Gummiband nicht 4 fach nehme, knallt mir bei einer orkanartigen Böe das Gummiband komplett durch, so dass die Last ohne Abbremsung ungefedert anliegt (ich hoffe ihr versteht was ich meine). Das heißt auf der anderen Seite, die Abspannungen müssen immer für 126 kg aufgebaut sein.

    Vielleicht mache ich das Gummiband zum optional einhängen, je nach dem wie gut die Heringe verankert sind. Auf jeden Fall bin ich damit schon mal einen Schritt weiter.
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  11. Dauerbesucher
    Avatar von Linnaeus
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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #11


    Wenn ich einen Innovationspreis zu vergeben hätte, du wärest ein Spitzenanwärter!

  12. AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #12
    KISS - keep it simple, stupid!

    Du planst ein Zelt, welches dem Piteraq mehrfach standhalten soll?
    Wie viel wird dieses Zelt wiegen und kosten?
    Wie praktisch wird es aufzubauen und zu reparieren sein, wenn es Defekte gibt (die bei komplexen Systemen öfter auftreten als bei simplen)?

    Wie oft brechen Euch so die Gestänge und woran lag es meist?
    Alternativen wären aufstellen längs zur Windrichtung oder eine Schneehöhle zu bauen, die man bei der Gröndlandquerung sowieso dabei haben sollte.
    Wandern in Ísland?
    ICE-SAR: Ekki týnast!

  13. Alter Hase
    Avatar von Schmusebaerchen
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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #13
    Danke für den Hinweis.

    Ich plane immer was technisch maximal möglich ist und breche das auf praktikable Lösungen runter, die dann versucht werden umzusetzen. Wenns immer nur "haben wir schon immer so gemacht" ist, dann kommt man nie auf einfachere und evtl. bessere Lösungen. Reparierbarkeit und Modularität sind bei meinen Projekten immer sehr wichtig. Bedienbarkeit gegenüber Funktionalität muss ich mich immer selbst etwas zügeln

    Typische Windgeschwindigkeiten sind 50–80 m/s (180–288 km/h). Am 6. Februar 1970 wurde die Gemeinde Tasiilaq vom stärksten bisher dokumentierten Piteraq in Grönland getroffen. Die geschätzte Höchstgeschwindigkeit betrug 90 m/s (324 km/h).
    https://de.wikipedia.org/wiki/Piteraq

    Nee, eher einen halben. 90 km/h + Böen ist der Maßstab. Sonst wirds wie du sagst zu teuer und zu schwer.
    Zum Beispiel würde mir das Aramid Segellaminat bei Extex gefallen, aber Aramid Segellaminat 64,90 €/m -> Silnylon 3,90 €/m.


    Aber du hast Recht, ich habe gar keine Specs genannt:

    - ca. 400 € (Wovon das Gestänge mit Abstand das teuerste ist, dafür aber auch anderweitig verwendet werden könnte.)

    - 1-3 Personen (Abhängig vom Innenzelt. 1/3, 2/3, 3/3, genäht wird vorerst nur eine Bodenwanne) und 2,20 m garantierte Liegelänge

    - mindestens Sitzhöhe, evtl. Kniehöhe

    - ca. 4-5 kg (normal mit 4 Stangen), ca. 3 kg (abgespeckt mit 2 Stangen), ca. 10 kg (optional ausbaubar auf 10 Stangen , spätere Erweiterung kein Problem wird aber nichts dafür gekauft oder angenäht). Aus der Erfahrung heraus wird es eh 1-2 kg schwerer

    - Feldreparierbar (Alles was brechen kann darf nicht fest eingenäht oder Sonderartikel sein. Sollte dies nicht möglich sein, muss es mit einfachen Mitteln, wie Karabiner und Dyneemaleine reparierbar sein. So dürfen die Gummibänder nicht eingenäht werden.)

    - Außen und Innenzelt zusammen aufbaubar und erst verankern, dann Gestänge rein. Aufbauzeit normal (Muss nicht so schnell sein wie ein HB Nallo, aber auch nicht so langsam wie ein 5 Personen Campingplatzzelt.)

    - komplett modular mit wenigen Griffen (zum Beispiel kann mit ein paar T-Stoppern eine externe Apsis eingehangen werden, das Innenzelt gegen eine andere Größe gewechselt werden oder die Seitenwände abgenommen werden. Ein kompletter Umbau darf nicht länger als 10 min dauern und nicht komplizierter sein, als ein Ikea Regal aufzubauen.)

    - in der Grundkonfiguration (4 Stangen) ohne zusätzliche Apsiden komplett freistehend. Apsis wie beim Wechsel Forum oder HB Staika in der Kuppel.

    - mit Trekkingstöcken, Ski oder was man sonst so findet aufbaubar/stützbar

    Das sind so die Anforderungen die ich habe. Mal sehen was ich davon nicht umsetzen kann.
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  14. Erfahren

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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #14
    Ist denn das Gummiband ausreichend kältestabil?
    Eigentlich benötigst du die inneren Abspannungen ja, um die Verformung der Bögen durch eine Böe zu begrenzen (es wird vereinfacht gesagt Knich zu Druck gewandelt). Daher ist m.M. nach die direkte Diagonale von einem möglichst unverschieblichen Bodenpunkt zu einem Punkt auf ca. 2/3 Höhe am günstigsten, auch wenn die für den Normalzustand viel zu viel PLatz beanspruchen würde. Du könntest diesen Abspannpunkt fest ausführen und nur die anderen mit Gummi, dass könnte funktionieren.
    Ich würde mir weiter überlegen, ob ich die Abspannpunkte jeweils in zwei Richtungen abspannen würde, um die Bewegung weiter zu begrenzen (gab mal einen Tread dazu).

    Auf alle Fälle spannend, ich bin auf das Ergebnis gespannt.
    grüße, wulxc

  15. Alter Hase
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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #15
    https://www.kanirope.de/gummiseil-monospan-pe-kanirope
    Bei der Übersicht steht noch "Abdeckung fürs Winterlager". Und ansonsten das von Extex. Was besseres konnte ich nicht finden. Wenn die Gummiseile versagen (selbst wenn sie reißen) hängt der Außenstoff noch an dem Dehnungsstreifen Silnylon. Notfallreparatur wäre mit Karabinern oder Dyneemaleine festknoten.

    Du meinst das hier:

    Links ist mit fest verknoteter interner Abspannung (rot) und rechts ohne damit man mehr sieht.

    2/3 Höhe ist nicht machbar, weil da keine Kreuzungspunkte sind und Kreuzungspunkte sind aus Stabilitäts und Praxisgründen der Beste Punkt für Abspannungen. Ich finde 1/3 Abspannungen wichtiger, weil damit das Zelt breitgezogen wird und der Wind drüber macht. Ist die Abspannung zu weit oben und die Abspannung unten fehlt, kann sich der Zeltstoff zu einem Segel aufbauen und bietet dem Wind eine große Angriffsfläche (übertrieben dargestellt).

    Die untere Abspannung (blau) ist auf 1/3 Höhe. Außen ist sie obligatorisch und gehört fest zum Aufbau. die innere blaue Leine wird bei starkem Wind gespannt und ist ca. 40 cm über dem Boden. Man kann also noch gemütlich drunter liegen. Diese Leine bringt nach meinen Tests am meisten, verläuft aber halt auch mitten durchs Zelt.

    Die oberen Abspannleinen (orange) sind sowohl außen als auch innen je nach Bedarf. Befestigung erfolgt schnell per T-Stopper (alternativ Karabiner).

    Hier ein Bild, was ich in einem anderen Thread schon mal gepostet hatte (Achtung untere Abspannung andere Farben):

    An der 3D Zeichnung sieht man schön, wie die interne Abspannung (rot) das große Zelt in 5 kleine Zelte aufspaltet. 4 Kuppelzelte in den Seiten und die oberen 2/3 als geodätartiges Etwas.
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  16. Erfahren

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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #16
    Ich würde noch auf die großen Flächen mittig einen Abspannpunkt setzen (das brinngt aus meiner Erfahrung eine Menge. Meine Eigenbaujurte ähnlich Hilleberg Altai hat sicherlich auch durch diese gegenüber HB zusätzlichen Abspannungen bereits gemessene 70 km/h Böen ausgehalten, und war dabei noch nicht an seinen Grenzen). Rein von Stabilitätsaspekten würde ich mir mindestens die Möglichkeit schaffen, die Abspannpunkte und Gestängeenden alle separat mit Heringen versehen zu können.
    Punkte dazu:
    - Versagen von 1Hering weniger schlimm, wenn mehr
    - Lasten auf Hering im Sturm teilweise sehr groß
    - Bei deiner 3D-Ansicht liegen die zusammengeführten Abspannung nicht in Ebene des Bogens. Könnte die innere Abspannung daher weniger effektiv werden, weil die Endpunkte seitlich ausweichen?

    Was mir noch zu den inneren Abspannungen einfällt, ist dass der Winkel zwischen Bogen und Abspannung eigentlich möglichst groß sein müsste, um nicht zuviel zusätzlichen Druck zu erzeugen. Dies ist natürlich für den Alltagsbetrieb ungeeignet und nur für den Notfall einzusetzen.

    grüße, wulxc

  17. Alter Hase
    Avatar von JonasB
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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #17
    Statt Gummi nimm Silikonschlauch
    Nature-Base "Natürlich Draußen"

  18. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #18
    Zitat Zitat von JonasB Beitrag anzeigen
    Statt Gummi nimm Silikonschlauch
    +1 dafür. Gerade wenn Du im Winter Zelten willst. Standard Silikonschläuche gehen bis -60°C, Standard Gummi nur bis -10°C.

    Dazu kommt, dass Gummi empfindlich gegen Fette (Hand- und Sonnencreme) ist. Wenn Du also nicht immer mit Handschuhen aufbauen willst ...

  19. AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #19
    Zitat Zitat von Schmusebaerchen Beitrag anzeigen
    Ich plane immer was technisch maximal möglich ist und breche das auf praktikable Lösungen runter, die dann versucht werden umzusetzen. Wenns immer nur "haben wir schon immer so gemacht" ist, dann kommt man nie auf einfachere und evtl. bessere Lösungen. Reparierbarkeit und Modularität sind bei meinen Projekten immer sehr wichtig. Bedienbarkeit gegenüber Funktionalität muss ich mich immer selbst etwas zügeln
    Das ist zumindest super interessant zum mitlesen! Danke für das Berichten!

  20. Alter Hase
    Avatar von Schmusebaerchen
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    AW: Geodät jenseits des Mainstreams

    #20
    @wulxc:
    Abspannpunkte wie bei Hellsport Svalbard sind geplant. Sprich schön breite Dreiecke. Mit Taschen in den Dreiecken für je eine Leine.

    Schlaufen kann man nie genug haben Gestängeenden und dazwischen mittig am Stoff zusätzlich. Also ca. alle 30-70 cm. Die Dyneemaleine wiegt so gut wie nichts und geht mit dem Silnylon auch ohne Verstärkungsdreieck und ohne etliche Nähte bereits eine recht stabile Bindung ein.

    Zu den Heringen habe ich lange Werte gesucht. Das Video hier ist sehr gut.
    https://www.youtube.com/watch?v=aXYiotM35zg
    Die ersten beiden Versuche dürften ziemlich gut auf Trekkingzelte übertragbar sein. Also 30-60 kg. Im weichen Schnee oder Sand entsprechend weniger.
    Mit entsprechender Rechnung weiter oben wären bei einem Sturm (89 km/h, 90 kg auf Zelt) mindestens 3 Heringe in Windrichtung nötig. Bei einem Orkan (125 km/h 250 kg) 9

    Welche Abspannung im CAD Modell meinst du
    Bei den unteren orangnen geht es auf die rote Leine, die quer durchs Zelt geht. Zur Seite geht nicht, weil das Gestänge als Zweibein aufgebaut ist.
    Bei der oberen fehlen die Leinen quer durchs Zelt. Modell ist nicht auf dem neusten Stand. Die 2D Zeichnungen darüber sind aktuell.
    Evtl. mal auf dem CAD Bild die Stelle markieren mit Pfeil der Verwindungsrichtung.

    @LihofDirk, JonasB:
    Das Expanderseil ist als LKW Planen Abspannung ausgeschrieben. Ist genau so ein Gummiseil, was auch in Jacken und Schlafsäcken verarbeitet wird. Kann mir schlecht vorstellen, dass das schon bei -10 °C schlapp machen soll. Bitte nicht von dem Schlüpfergummi auf dem Bild täuschen lassen (war schnell greifbar). Das grüne dünne auf dem folgenden Bild ist das 2 mm Expanderseil von Extex.



    Ich die Aufnahme noch etwas optimiert. Das graue hauch dünne ist die Dyneemaleine. Diese folgt dem Gestänge und wird dort festgenäht, wo eine innere Abspannung angebracht wird (Bereich blauer Karabiner).
    Gestängeaufnahmen sind mit dem Klettband dargestellt. Ob es Klettband, Haken oder T-Stopper werden kann ich dann ganz einfach noch entscheiden. ca. alle 20-30 cm (mal probieren wenn das Gestänge da ist) ist eine Verbindung zum Gestänge.
    Der blaue Karabiner symbolisiert einen Abspannpunkt. Mit Karabiner könnte man auch jeder Zeit irgendwo an der Dyneemaleine einen weiteren Abspannpunkt setzen (bevorzugt, wo man gleich noch die Gummibänder mit in den Karabiner nimmt).
    Schlaufen am Zeltstoff werden durch die blanken Karabiner symbolisiert.
    Die Gummibänder sind Gummibänder. Immer paarweise umschlungen.

    Dadurch habe ich im Silnylon keine durchgängige Naht mehr direkt unter dem Gestänge, sondern kann den Dehnungsstreifen rechts und links vom Gestänge zu einem zusammenfassen. Spart 16 m Silnylonnaht und 16 m Dyneemaleine aufnähen.
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