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  1. AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #41
    Mitreisende: Wafer
    Hallo Wafer,
    Auch wir hatten eigentlich nie vor, den Neckarweg oder -steig komplett zu laufen. Vor drei Wochen waren wir allerdings in der Margaretenschlucht bei Neckargerach. Dort führt auch der Neckarsteig durch. Eine wunderschöne Ecke!
    Dazu Deine tollen Bilder und Beschreibungen....
    Vielleicht sollten wir den Weg doch mal in Teilwanderungen angehen

  2. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #42
    Hallo Enjoy.

    Zitat Zitat von enjoy Beitrag anzeigen
    Hallo Wafer,
    Auch wir hatten eigentlich nie vor, den Neckarweg oder -steig komplett zu laufen. Vor drei Wochen waren wir allerdings in der Margaretenschlucht bei Neckargerach. Dort führt auch der Neckarsteig durch. Eine wunderschöne Ecke!
    Ich finde wir haben bei uns in Deutschland, oder eigentlich in ganz Europa, so eine hohe Dichte an unterschiedlichen Landschaften mit eigenen Entwicklungen und Kulturen und auch kulinarischen Überraschungen, da muss man meist gar nicht weit gehen um was Neues und Interessantes zu entdecken. Daher finde ich es wichtig, dass auch Wege und Regionen vorgestellt werden, die nicht so im Fokus des Massentourismus stehen. Die Welt ist so schon laut genug! Und was man mit Bahn oder zumindest ohne Flugzeug erreichen kann hat ökologisch gesehen eh noch einen höheren Wert!
    Und was in Europa üblich, aber wo anders gar nicht normal ist: Jeder Weg darf von jedem erstmal begangen werden. Erst wenn er gesperrt ist kann man darauf nicht wandern. In anderen Regionen ist das anders! Es hat etwas gebraucht zu erfahren, was wir hier für einen Vorteil haben! Ich denke das ist auch einer der Gründe warum sich Europa so zu einer Wanderregion entwickelt hat. Mit sehr vielen Hütten in den Alpen und Gites an Weitwanderwegen und eigentlich an fast jedem Weg ausreichende Übernachtungsmöglichkeiten. Das gilt es zu erhalten! So, jetzt bin ich etwas abgeschweift. Aber das musste auch mal gesagt werden.
    Der Neckarweg ist ein schönes Beispiel dafür: Lang, gut markiert und gepflegt, sehr abwechslungsreich, führt durch teilweise wirklich dicht besiedeltes Gebiet aber trotzdem wird immer versucht eine möglichst naturnahe Wegführung zu ermöglichen, ... Und das alles in unserem wirklich schönen Baden-Württemberg!

    Zitat Zitat von enjoy Beitrag anzeigen
    Dazu Deine tollen Bilder und Beschreibungen....
    Danke für die Blumen! Nehme ich immer wieder gerne!

    Zitat Zitat von enjoy Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollten wir den Weg doch mal in Teilwanderungen angehen
    Und wenn ihr diese angedachte Tour auf dem Neckarweg wirklich machen solltet, dann hat sich der Bericht ja schon gelohnt!!! Schön, dass es euch gefällt! Ich wünsche euch genauso viel Spaß wie mir - oder sogar noch mehr!

    Viele Grüße

    Wafer

  3. AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #43
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Und wenn ihr diese angedachte Tour auf dem Neckarweg wirklich machen solltet, dann hat sich der Bericht ja schon gelohnt!!! Schön, dass es euch gefällt! Ich wünsche euch genauso viel Spaß wie mir - oder sogar noch mehr!
    Vielen lieben Dank, Wafer!
    Und Du hast recht, es gibt so viele tolle Gegenden in der Nähe! Zum Glück, denn wir fliegen ungern und somit bisher nie

  4. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #44
    Auf dem Neckarweg von Horb nach Sulz
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    Samstag, 13. Oktober 2018
    Strecke: 20 Km (Gesamt: 145 Km)
    Höhenunterschiede: ↑ 425 m, ↓ 375 m (Gesamt: ↑ 2.250 m, ↓ 2.150 m)
    Gehzeit: 4 h (Gesamt: 34 h)

    Der goldene Oktober ruft mich auf den Neckarweg. Dieses Mal mache ich mich wieder Flussaufwärts auf den Weg. Das Auto steht im Parkhaus am Bahnhof und ich gehe als erstes zum Neckar hinunter. Der Neckarweg kehrt dann aber zum Bahnhof zurück. Hätte ich mir die Karte genau angesehen, hätte ich das erkennen können.


    Horb am Neckar im Oktober

    Zunächst geht es direkt am Neckar entlang bis man unter den Gleisen der Bahn - hier ist es zwischenzeitlich die IC-Linie von Stuttgart nach Zürich – hindurch geht und im Wald aufsteigt. Auf Waldwegen geht es nach Isenburg. Hier ist man kurz auf Teer unterwegs bis man auf der anderen Seite des Ortes wieder im Wald verschwindet. Naturnahe Wege führen im und am Wald entlang. Teilweise nicht weit von der Bahnlinie entfernt.


    Es geht auch mal ein Stück an der Bahnlinie entlang

    Der Neckarweg hält auf Dettingen zu. Der Neckartalradweg wird auf der anderen Seite der Bahnlinie geführt.


    Dettingen mit dem Dießener Tal

    Dettingen wird nur gestreift.


    Der Neckar bei Dettingen

    Man überquert den Neckar und ist schnell wieder auf Feld- und Waldwegen unterwegs. Der in der Karte eingezeichnete Kiosk hat leider geschlossen. Nun, das war mitten im Oktober fast zu erwarten. Meist am Waldrand geht es mit Blick auf das leicht tiefer liegende Neckartal und den dort verlaufenden Radweg in Richtung Süden.


    Der Neckar mit Neckartalradweg in Herbstfarben

    Es geht an Neckarhausen vorbei, durch den Wald hinauf und auf Fischingen zu. Der Neckar wird immer kleiner.


    Auf der Fischinger Neckarbrücke

    Fischingen zieht sich dann etwas aber danach geht es wieder in den Wald. Der Weg zieht an und auf die südliche Hangseite hinauf. Oben hat man einen weiten Blick bis zu den Ausläufern der Schwäbischen Alb.


    Tolle Wege zwischen Horb und Sulz am Neckar

    Mal hat man Blick auf das Neckartal und mal auf das Albvorland. So geht es auf Holzhausen zu.


    Ein Insektenhotel - Praktizierter Umweltschutz am Wegesrand

    Hinter Holzhausen zieht der Weg dann nochmal unerwartet an und führt mich hinauf zum Gähnenden Stein.


    Am Aussichtspunkt Gähnender Stein

    Die Beleuchtung macht mir klar, dass die Tage schon deutlich kürzer werden. Aber der Blick ins Tal lohnt sich! Sulz am Neckar liegt dort unten und schmiegt sich ins Neckartal.


    Sulz am Neckar liegt einem zu Füßen

    Damit ist mit ca. 510 Höhenmetern heute der höchste Punkt erreicht. Der Horber Bahnhof liegt ca. auf 390 Metern.
    Im Zick-Zack geht es nach Sulz hinunter. Rasch verlieren wir an Höhe und kommen unten am Neckar an.


    In Sulz am Neckar gab es wohl mal Bergbau - oben der Gähnende Stein

    Über eine kleine Brücke gelangt man auf die Nordseite des Neckars und durch wenige Straßen hinüber zum Bahnhof. Leider habe ich Pech und der nächste Zug kommt erst in einer knappen Stunde. Im nächsten Supermarkt besorge ich uns was zu essen und dann geht es mit der Bahn zurück nach Horb und wieder nach Hause.

    Vorherige Etappe Flussaufwärts:
    Nächste Etappe Flussabwärts: Von Horb am Neckar nach Eyach
    Geändert von Wafer (03.07.2019 um 17:59 Uhr)

  5. AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #45
    Der Gähnende Stein in der Abendsonne sieht herrlich idyllisch und ruhig aus! Am liebsten würde ich dort sitzen und die Ruhe genießen, bis die Sonne verschwunden ist.

    Was ist Deine Hundebegleitung denn für eine Rasse? Irgendwie habe ich auf den Bildern keinen Größenvergleich. Könnte also ein Pinscher sein oder ein Prager Rattler. Abgesehen davon: soooo süß!!!

  6. Vorstand
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    AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #46
    Und mich erinnerte die Lage und Aussicht stark an die der Schutzhütte am E1 in der Nähe von Bad Driburg/Nähe Iburg

  7. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #47
    Sorry, dass ich jetzt erst antworte. Ich war unterwegs.

    Zitat Zitat von enjoy Beitrag anzeigen
    Was ist Deine Hundebegleitung denn für eine Rasse? Irgendwie habe ich auf den Bildern keinen Größenvergleich. Könnte also ein Pinscher sein oder ein Prager Rattler. Abgesehen davon: soooo süß!!!
    Das ist ein Zwergpinscher. Mit 6 Kg gehört sie zu den Größeren ihrer Rasse. Das sind Jagdthunde und recht ausdauernde Läufer. Das hat der Atze auch schon gezeigt.

    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Und mich erinnerte die Lage und Aussicht stark an die der Schutzhütte am E1 in der Nähe von Bad Driburg/Nähe Iburg
    Das dürfte wohl die Schöne-Aussicht-Hütte an der Schönen Aussicht gewesen sein. Die fand ich auch ganz toll! (Bild 5 und 6 am 23. Tag auf dem Weg von Willebadessen nach Horn) Leider habe ich die nur auf meinen Papierkarten gefunden. Selbst bei OSM ist sie nicht eingetragen .

    Gruß Wafer

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    Avatar von lina
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    AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #48
    OT: Aaaber in unserem wiki

  9. AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #49
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Das ist ein Zwergpinscher. Mit 6 Kg gehört sie zu den Größeren ihrer Rasse. Das sind Jagdthunde und recht ausdauernde Läufer. Das hat der Atze auch schon gezeigt.
    Ist schon extrem, WIE ausdauernd die Kleinen sein können! Unsere Joy (Chihuahua-Oma) ist auch immer mit dabei und 2016 auf dem Pfälzer Waldpfad ist sie noch richtig gut gelaufen. Mit ihren heute 13 Jahren und den Wehwehchen geht das leider nicht mehr so. Dafür kann man ihr Gewicht gut tragen und sie ist trotzdem überall mit dabei

    Gruß an Atze!

  10. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #50
    Auf dem Neckarweg von Sulz nach Oberndorf
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    Freitag, 26. Oktober 2018
    Strecke: 17 Km (Gesamt: 162 Km)
    Höhenunterschiede: ↑ 425 m, ↓ 375 m (Gesamt: ↑ 2.675 m, ↓ 2.525 m)
    Gehzeit: 3 h 30 (Gesamt: 37 h 30)

    Es hat nicht lange gedauert und es gibt wieder schönes Wetter. Inzwischen ist Herbst und die Wälder sind bunt geworden. Ich finde mich kurz nach dem Mittagessen in Sulz am Neckar ein. Vom Bahnhof, wo mein Auto steht, geht es zunächst mal quer durch den Ort zurück zum Neckarweg.


    Der Gähnende Stein hoch über Sulz am Neckar

    Oberhalb dieser Felsformationen ging bei der letzten Etappe der Weg.
    Am Neckar nehme ich den Weg mit seinen Wanderzeichen wieder auf.


    Sulz am Necker

    Den Weg verliere ich aber ganz schnell wieder. In meiner Wanderkarte ist er anders eingezeichnet.


    Sulz liegt eng ins Tal des Neckars gezwängt

    Durch die Altstadt geht es weiter in Richtung südliches Ortsende. Dort erwartet mich auf einer Hügelkuppe ein echter Leckerbissen: Die Burgruine Albeck!


    Burg Albeck am südlichen Ortsausgang von Sulz am Neckar

    Die Burgherren haben ihre bescheidenen Behausungen in der Regel an die aussichtsreichsten Stellen gebaut. Der weg verschwindet hinter der Schule im Wald und geht im Zick-Zack zackig den Hang hinauf.


    Ich komme an der Burg Albeck an

    Oben erwarten mich die Überreste einer einst stolzen Burg. Es ist noch nicht mal 14 Uhr aber die Schatten werden schon wieder länger. Ist halt doch schon recht spät im Jahr. Aber hier am Neckar kann man an solchen Tagen noch herrlich wandern! Und genau richtig um so eine alte Burganlage zu erkunden!


    Leider wohnt hier keiner mehr ... Wäre auch ein wenig luftig!

    Der Neckar zieht sich nördlich von dem Hügel entlang. Die letzten Reste von Sulz gehen auch südlich ein Tal hinter.


    Sulz am Neckar liegt unter mir

    Nach einem ausführlichen Rundgang ziehe ich weiter. Der Weg zieht an der Flanke des Hangs entlang. Die herbstlichen Bäume präsentieren die recht einsame Gegend in schillernden Farben.


    Der Herbst hat mit seinen Farben am Neckarweg Einzug gehalten

    Und so schön wie die Aussicht ist, so schön und abwechslungsreich ist auch der Weg!


    Abwechslungsreicher Neckarweg von Sulz nach Oberndorf


    Entlang der Hangkante oder knapp dahinter geht es auf der Höhe über den Neckar gen Süden. Der Weg ist gut markiert und kaum zu verfehlen.


    Aufwendige Wegweiser

    Wenn man am Waldrand mal aus dem Wald tritt kann man im Osten die Ausläufer der Schwäbischen Alb sehen. Der Neckar verläuft hier durch das Südwestdeutsche Schichtstufenland, das hier die Grenze zwischen Schwarzwald im Westen und der Schwäbischen Alb im Osten bildet. Sehr breit ist das hier nicht!


    Ausläufer der Schwäbischen Alb sind vom Neckarweg aus zu sehen

    Der folgende Waldweg ist jetzt nicht wirklich der Hingucker. Ein Waldweg eben. Nach dem abwechslungsreichen Weg von Sulz hier rauf fällt das aber sofort auf. Trotzdem gibt es einiges zu sehen. So z.B. die Mammutbäume, die hier um 1866 rum gepflanzt wurden. So richtig groß sind sie ja noch nicht. 150 Jahre ist für die gar nichts.
    Es folgen auch mal ein paar Meter am Waldrand entlang. Pausenmöglichkeiten gibt es auch reichlich.


    Rastplätze am Neckarweg

    Und hier begegnet mir doch heute glatt ein Mensch! Kaum zu glauben! Aber auch er ist ein Hundegassigeher. Und sehr weit ist es bis zur nächsten menschlichen Siedlung hier in der Region in der Regel nach nicht.


    Sigmarswangen

    Hinter Sigmarswangen im Wald weiche ich mal wieder vom Neckarweg ab. Ich habe die Burgruine Bogeneck auf der Karte entdeckt und der Weg dorthin führt durch die Obere Denkenbachschlucht. Der Weg führt durch eine kleine Schlucht und dann am Hang entlang zur Burg Bogeneck hinüber. Oder besser: Hinunter.


    Neckarwaldweg von Sigmarswangen zur Burg Bogeneck


    Die verlorenen Höhenmeter müssen vor der Burg aber wieder erklommen werden.
    Ein Schild zeigt, wie die Burg Bogeneck wohl mal ausgesehen haben muss.


    So mag die Burg Bogeneck mal ausgehen haben

    Viel ist von der Ruine aber nicht mehr zu sehen: Das Schild, der Burgplatz und ein paar Mauerreste im Wald!


    Viel ist von Burg Bogeneck nicht mehr zu sehen

    Auf dem Bergrücken entlang des Neckars, auf dem die Burg am nördlichen Ende stand, geht es weiter aufwärts nach Süden. Ab und zu hat man mal einen Blick hinunter zum Neckar. Oberhalb vom Boller Fels habe ich dann für heute den höchsten Punkt erreicht. Über 630 Meter sind es ca. Hier im Wald merkt man aber nicht allzu viel davon.
    Ab hier wird es dann wieder Genusswandern pur! Der Weg führt an den einen oder anderen Aussichtspunkt mit Tiefblicken auf den Neckar vorbei.


    Auch Oberndorf hat nicht viel Platz im Neckartal

    Der Weg gefällt mir so gut, dass ich gar nicht erst daran denke wieder auf den Neckarweg zu wechseln, als der an der Brandhalde kreuzt.
    So halte ich munter auf Boller Halde (619 m) zu. Wirklich schön zu gehen!


    Oberndorfer Neckarwegeindrücke

    Hier oben an der Boller Halde sind auch Reste der Fliegersperre zu finden, die im zweiten Weltkrieg gebaut wurde, um die Kriegsindustrie im Ort vor Tieffliegerangriffen zu schützen. Das Thema gab es mal im Allgemeinen Outdoor-Fotorätsel. Da musste ich mir das bei der Gelegenheit doch ansehen! Ein Schild beschreibt, was damals gebaut worden war.
    Was wir hier tun, wird genau beobachtet.


    Wir stehen unter scharfer Beobachtung

    Wir sind halt nicht die einzigen hier, die neugierig sind!
    Es folgt ein Abstieg über den Schillerhöheweg. So komme ich von Osten nach Oberndorf am Neckar hinein und schlage mich durch zum Bahnhof. Nicht ohne dabei den Neckar noch zu überqueren.


    Herbst am Neckar bei Km 50 (Oberndorf am Neckar)

    Der Bahnhof ist nicht weit weg. Aber eine Baustelle. Bis ich den Automaten gefunden habe verpasse ich fast den nächsten Zug. So aber kommen wir dieses Mal zügig von hier weg. Bei der Ortsausfahrt des Zuges können wir dann den Boller Felsen von unten bewundern.


    Der Bollerfels oberhalb von Oberndorf am Neckar

    Das war heute wieder eine ganz klasse Etappe auf dem Neckarweg! Es gab viel zu sehen und abwechslungsreiche Wege. Aber außer auf der Boller Halde oberhalb von Oberndorf und bei Sigmarswangen habe ich heute wieder keine Menschenseele getroffen. Eigentlich schön, wenn man ungestört wandern kann. Aber bei solchen Wegen wundert es mich schon, dass man da alleine unterwegs ist! Ich schreibe es mal der Jahreszeit zu!
    Geändert von Wafer (15.07.2019 um 21:08 Uhr)

  11. Anfänger im Forum

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    AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #51
    Oh wie schön!

    Meine Gegend mit den Augen eines Wanderers gesehen.
    Das stimmt, da ist meist wenig los.
    Wobei ich dort eher jogge oder Radfahre.
    Aber jedesmal genieße, wie schön es hier ist.

    Danke für den schönen Bericht.

  12. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #52
    Meine Herren – Hier ist aber schon lange nichts mehr voran gegangen! Die Bilder setzen ja schon fast Schimmel an! Ich war irgendwie der Meinung, ich sei hier schon weiter ... also beim Schreiben meine ich jetzt! Also los:

    Auf dem Neckarweg von Oberndorf nach Rottweil
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    Montag, 5. November 2018
    Strecke: 29 Km (Gesamt: 191 Km)
    Höhenunterschiede: ↑ 750 m, ↓ 650 m (Gesamt: ↑ 3.425 m, ↓ 3.175 m)
    Gehzeit: 6 h (Gesamt: 43 h 30)

    Heute gibt es mal wieder eine kürzere oder eine deutlich längere Etappe: Es gibt keinen Bahnhof zwischen Oberndorf und Rottweil. Es gibt einen Bus das Neckartal entlang, der auch in Epfendorf hält. Aber Bahn wäre mir schon lieber. Wenn man sich mal an die Bahn gewöhnt hat ...
    So stelle ich mein Auto an den Bahnhof von Oberndorf und quere das Tal nach Osten um wieder die Spur des Neckarweges auf zu nehmen.


    Am Neckar wird es immer bunter

    Wanderzeichen gibt es genug. Und löblicherweise verlässt der Neckarweg den Ort recht schnell wieder in Richtung Süden. Es geht aber auch zackig aufwärts. Da wird einem wenigstens nicht kalt! Und schöne Aussicht gibt es gratis dazu.


    Hoch über dem Ostufer des Neckars geht es von Oberndorf nach Süden

    Auf schönen Waldwegen geht es nach Altoberndorf – wie der Ortsname schon vermuten lässt: Ein Ortsteil von Oberndorf.


    Abstieg durch Altoberndorf

    Die leichte Bewölkung verzieht sich immer mehr. Also ist das Wetter schon mal kein Grund in Epfendorf schon auf zu hören! Der kleine Weiler liegt schnell hinter mir und es geht durch bunte Felder wiedermal aufwärts zum Naturschutzgebiet Kälberhalde. Nicht groß aber immerhin. Und jetzt im Herbst sind die Wacholderheiden schön an zu sehen.


    Bunte Wacholderheide im Naturschutzgebiet Kälberhalde

    Was allerdings ein geteerter Feldweg hier mitten im eh schon sehr kleinen Naturschutzgebiet verloren hat ... Man muss wohl nicht alles verstehen!


    Im Naturschutzgebiet Kälberhalde mit Blick auf Altoberndorf

    Im Wald geht es die gerade erstiegenen Höhenmeter auch schon wieder runter. Nur um gleich darauf wieder den nächsten Hügel zu ersteigen.


    Bunt sind schon die Wälder ...

    Die Ruine Schenkenburg lasse ich mangels Kenntnis über selbige rechts liegen. Wie ärgerlich! Viel steht von ihr aber nicht mehr. Aber auch wenn mir klar gewesen wäre, dass sie da liegt bin ich mir nicht sicher, ob ich sie noch erstiegen hätte.


    Neckarwegimpressionen zwischen Altoberndorf und Epfendorf

    Epfendorf liegt vor mir und damit der einzige sinnvolle Endpunkt außer Rottweil. Aber die größere Hälfte des Weges nach Rottweil liegt noch vor mir.


    Epfendorf

    Es ist aber gerade mal kurz vor 2. Also weiter!
    Der Neckarweg zieht oberhalb von Epfendorf am Ort vorbei und neigt sich dann wieder zum Neckar hinunter.


    Abstieg zum Neckar bei Epfendorf

    Jetzt bin ich wieder in der Sonne unterwegs. Im Wald wird es zu der Jahreszeit schon recht kühl! Ich nutze die Wiesen und verlasse den hier gerade mal wieder geteerten Weg und streune mit meinem Hund quer über die Wiesen.


    Epfendorf mit der Marienkapelle von Süden gesehen

    Der Neckar windet sich hier durch das zwischenzeitlich doch schon recht enge Neckartal. Und mit ihm der Neckarweg, die Bundesstraße 14 und die eingleisige IC-Bahnlinie von Stuttgart nach Zürich. Durch die eingleisige Auslegung ist die Anzahl der Züge aber sehr beschränkt. Mich stört die Bahn eigentlich wenig. Will ich sie doch auch wieder zur Heimreise nutzen.
    Der nächste Ort kündigt sich an: Talhausen.


    Talhausen mit der Burgruine Herrenzimmern

    Im Tal dahinter liegt die Ruine der Burg Herrenzimmern auf einem Absatz. Hier gibt es etliche solcher Bauwerke. Und da heißt es immer, bei uns würde die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer: Ich glaube früher war die noch deutlich größer!
    Am Ortsende von Talhausen gibt es eine Imbisbude bzw. kleine bewirtschaftete Hütte: Die Rosenhütte. Aber im November ist deren Saison auch vorbei: Sie hat geschlossen. Warum die Hütte hier steht ist aber eigentlich klar, oder?


    Der Neckar bei Talhausen

    Ein paar Meter weiter bzw. auf der anderen Seite der Bahnlinie sind zackige Gipfel zu sehen.


    Die Tiersteinfelsen Talhausen

    Es folgt der ehemalige Bahnhof von Talhausen. Er scheint heute noch durch die Bahn genutzt zu werden. Allerdings nicht mehr als Personenbahnhof. Und schon geht es wieder mit einer hoch modernen Brücke über den Neckar.


    Hölzerne Neckarbrücke bei Hohenstein

    Eigentlich hatte ich den kleinen Steig gesucht, der direkt dahinter den Hang hinaufgehen soll. Leider habe ich ihn nicht gefunden. So muss ich ein paar 100 Meter auf einem Sträßchen entlang. Diese führt mich mal wieder um eine Burgruine herum. Diesmal ist es die Burgruine Hohenstein. Bevor ich zu dem Schloss Hohenstein komme, das ein paar Meter weiter liegt biege ich wieder auf einen kleinen Pfad ab und steige wieder zum Neckar hinunter.


    Hohenstein

    Die Schatten werden schon etwas länger. Im November steht eben nicht mehr der ganze Tag zum Wandern zur Verfügung. Ich muss also zusehen, dass ich noch bei Tag nach Rottweil komme. Mit Verkehrsmitteln kriegt man das ganz gut hin – nur von hieraus nicht!


    Verkehrstechnische Infrastruktur im Neckartal

    Nachdem ich die A81 unterquert habe liegt die nächste ehemalige Burg am Weg: die Neckarburg. Nach dem E-Werk ist die Markierung etwas mehrdeutig und ich bin erstmal falsch unterwegs. So komme ich noch in den Genuss, das Hofgut Neckarburg kennen zu lernen.


    Hofgut Neckarburg

    Ich merke es schnell und komme wieder zu einer Holzbrücke vom Feinsten.


    Neckarquerung unter der Neckarburg

    Diese Brücke stellt mich aber noch vor eine besondere Herausforderung: Sie ist selbst für Fußgänger gesperrt! Wo gibt es denn sowas?


    Gesperrte Neckarbrücke bei der Ruine Neckarburg

    So brauchen wir dann ein wenig bis wird dieses Hindernis umgangen haben. Es endet mit einer wilden Kletterei und nassen Füßen. So lassen wir uns erstmal an der Fischtreppe nieder und machen Pause.


    Fischtreppe am Neckar

    Als wir so am Wasser sitzen treibt die Strömung ein paar Blätter an uns vorbei. Darauf sitzt ein Frosch und quakt vor sich hin. Das will ich mir aus der Nähe anschauen! Ich greife zu Brille und schon bin ich wieder nass. Mein Hund wollte sich das wohl auch aus der Nähe ansehen. Er war wohl der Meinung der Frosch säße auf einer stabilen Konstruktion. Dass dem nicht so ist hat er schnell gemerkt! Mein wasserscheuer Hund quiekt überrascht und kämpft sich mit meiner Hilfe aus der Strömung zurück ans Ufer. Prima: Jetzt sind wir beide nass!
    Die Sonne hat unseren tollen Platz nun aber leider verlassen. Also brechen auch wir auf. Das Neckartal wird immer tiefer und die Wände rücken immer näher an den Fluss heran. Inzwischen sind nur noch die oberen Felsenstücke von der Sonne beleuchtet.


    Das Neckartal kurz vor Rottweil

    Wir nähern uns aber auch den ersten Häusern von Rottweil. Freilich sind es zunächst nur einzelne Häuser, die weit draußen liegen – wie zum Beispiel das Heim der Sportschützen.


    Schiesssportanlage Pulverloch

    Der Neckar windet sich hier durch das verschlungene Tal. Rottweil ist zwar nicht mehr weit aber ich muss den Schlingen des Neckars folgen. So komme ich in den Genuss des neuen Thyssen-Aufzug-Turms, der hier direkt neben dem Neckar auf einem Höhenrücken steht.


    Der Thyssen-Aufzugs-Test-Turm

    Darin werden Drahtlose Aufzugssysteme getestet. Der Turm hat sich zwischenzeitlich zu einer beachtlichen Touristenattraktion gemausert. Er ist auch weit und breit der höchste Aussichtspunkt mit einem herrlichen Blick über die Alb, den Schwarzwald und das Neckartal. Die Stadt überlegt bereits vom Bahnhof oder von der Altstadt eine Hängebrücke über den Neckar zu bauen um den Turm von der Innenstadt fußläufig erreichbar zu machen.
    Dem Neckartal folgend komme ich durch ein kleines Industriegebiet, das sich hier ins Tal quetscht und sehe den Turm dadurch von allen Seiten im letzten Sonnenlicht des Tages.
    Ich mache einen kurzen Schlenker in die Altstadt von Rottweil, der ältesten Stadt von Baden-Württemberg.


    Rottweil

    Durch die alten Anlagen der Stadt steuere ich wieder den Neckar an.


    Der Tag endet in Rottenburg am Dominikanermuseum

    Da endet zwar der Tag aber noch nicht meine Tour. Ich muss noch zum Bahnhof. Das versuche ich auf direktem Weg. Die Neckarschleife um „In der Au“ lasse ich weg. Genau wie es der Neckarweg auch vorsieht. Aber wieder ist es hier mit den Wegzeichen nicht weit her. Oder meine Aufmerksamkeit lässt langsam nach: Ich lande auf der falschen Neckarseite und sehen den geplanten Zug aus dem Bahnhof fahren.


    Das Neckartal in Rottweil

    Der Neckar ist hier zwar schon sehr überschaubar geworden aber nicht so klein, dass ich problemlos ohne Brücke rüberkommen würde. So darf ich noch einmal den ganzen Bahnhof umrunden bis ich im Dunkeln endlich im Bahnhof einlaufe und noch eine ¾ h auf den nächsten Zug warten darf. Zum Glück bin ich nicht noch zu einer der Ruinen gewandert. Das wäre sonst noch eng geworden. Aber ab dem Industriegebiet unter dem Turm verkehren Busse. Mit denen hätte ich auch abkürzen können.
    So kommen wir zwei noch etwas feucht erst recht spät wieder zuhause an.

  13. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #53
    Toll!
    Herrliche Gegend, scheint mir.
    Und für einen Novembertag großartiges Wetter und alles noch so schön grün-bunt.
    Kalender *Papageitaucher 2021* Familienplaner
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  14. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #54
    Herbstfärbung ist etwas schönes.

    Du hast die B14 erwähnt die am Neckar entlang verläuft. Die brauchst du nur weiter verfolgen dann kannst du mich besuchen, weil sie direkt durch meinen Wohnort führt.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  15. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #55
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Toll!
    Herrliche Gegend, scheint mir.
    Und für einen Novembertag großartiges Wetter und alles noch so schön grün-bunt.
    Hallo Meer Berge.

    Ja, solche Wanderwege sind eigentlich fast Saison-unabhängig. Womit sie natürlich gerade für die Randsaisons sehr gut geeignet sind. Wenn alles blüht ist es auch sehr schön. Jede Jahreszeit hat eben was!

    Gruß Wafer

    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Herbstfärbung ist etwas schönes.

    Du hast die B14 erwähnt die am Neckar entlang verläuft. Die brauchst du nur weiter verfolgen dann kannst du mich besuchen, weil sie direkt durch meinen Wohnort führt.
    Hallo Blauloke.

    Vom Grundsatz her ja eine sehr verlockende Idee: Eine Weitwanderung von mir - oder gar vom Bodensee, denn da beginnt die B14 - bis zu dir an die Tschechische Grenze! Aber ich bin mir nicht sicher, ob die Wegwahl da so glücklich wäre! Da bevorzuge ich dann doch lieber Wanderwege. Oder Radwege, wenn ich mit dem Bike unterwegs bin. Da, wo die B14 als Kraftfahrstrasse ausgewiesen ist darf man eh weder laufen noch radeln. Und auf die Diskussion ich könnte bauartbedingt schneller als 60 Km/h laufen habe ich keine List!
    Dein Heimatort ist übrigens der letzte genannte Ort vor der Autobahn und der Grenze. Was mich etwas irritiert, ist die Bezeichnung da im Wiki: Reichsstraße 14! So hieß die wohl im dritten Reich. Das kommt aber erst im Text raus. Unter dem Bild von dem Verkehrsschild aber nicht. Gab es diese gelben Schilder denn in der Form schon im dritten Reich? Ich hätte da einen anderen Schriftfont oder sowas erwartet! Dubios!

    Gruß Wafer
    Geändert von Wafer (25.03.2020 um 20:08 Uhr)

  16. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #56
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Dein Heimatort ist übrigens der letzte genannte Ort vor der Autobahn und der Grenze. Was mich etwas irritiert, ist die Bezeichnung da im Wiki: Reichsstraße 14! So hieß die wohl im dritten Reich. Das kommt aber erst im Text raus. Unter dem Bild von dem Verkehrsschild aber nicht. Gab es diese gelben Schilder denn in der Form schon im dritten Reich? Ich hätte da einen anderen Schriftfont oder sowas erwartet! Dubios!

    Gruß Wafer
    Vor dem Autobahnbau ging die 14er noch bis zur Grenze. Heute ist an der A93 Schluss, deshalb ist Schnaittenbach die letzte Stadt durch die sie verläuft. Aber die alten Straßenstücke entlang der Autobahn werden hier immer noch als B14 bezeichnet.
    Das mit der Reichsstraße 14 ist mir neu, wusste ich nicht. Allerdings die Schrift kann ich dir auch nicht erklären, so alt bin ich dann doch nicht.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  17. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE] Unbekanntes in Deutschland: Der Neckarweg

    #57
    Auf dem Neckarweg von Rottweil nach Schwenningen
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    Freitag, 16. November 2018
    Strecke: 25 Km (Gesamt: 216 Km)
    Höhenunterschiede: ↑ 400 m, ↓ 275 m (Gesamt: ↑ 3.825 m, ↓ 3.450 m)
    Gehzeit: 5 h 30 (Gesamt: 49 h)

    10 Tage später gibt es nochmal schönes Herbstwetter. So machen wir uns nochmal auf um den Neckar in seinem oberen Verlauf bis zur Quelle kennen zu lernen. Wir kommen erst gegen 13 Uhr am Bahnhof in Rottweil an. Etwas spät, aber wir starten noch.


    Über dem Bahnhof liegen die Dächer von Rottweil

    Gleich am Bahnhof fliest die Prim in den Neckar. Es sieht auf den ersten Blick so aus, als würde die Prim in etwa ähnlich viel Wasser führen, wie der Neckar selber. Der Neckar ist danach sogleich merklich kleiner und vor allem flacher.


    Der Neckar in Rottweil hat viel Platz und Grün drum herum

    Ich wandere über die Wiesen direkt am Neckar und muss dann leider auf ein paar Straßen ausweichen. Innerorts ist das kaum zu vermeiden. Bald aber führt mich der Neckarweg durch das Gelände der Klinik hier am Neckar.


    Das neurologische Vincent von Paul Hospital

    Die haben hier einen schönen Park angelegt und die alten Häuser top restauriert. Im Gesundheitswesen steckt in Deutschland halt doch eine Menge Geld!


    Es geht mitten durch den Klinikpark

    Die B27 wird unterquert und in Bühlingen geht es rechts den Hang hinauf. So verpasse ich eine Kuriosität: Den Zusammenfluss von Eschach und Neckar. Die Eschach ist deutlich länger als der Neckar bis hierher. Normalerweise müsste der Neckar ab hier also Eschach heißen. Trotzdem hat sich der Neckar als Name durchgesetzt.


    Herbstblumen

    Jetzt wird es richtig schön hier! Der Weg wird wieder zu einem Wanderweg und zieht in das Eschachtal hinunter. Auf kleinen Pfaden zieht der Weg am Hang entlang und windet sich mit der Eschach durch die Landschaft.


    Waldwanderwege im Eschachtal

    Mal wird das Eschachtal etwas weiter und mal bleibt es recht schmal. Der Wanderweg bewegt sich meist auf halber Höhe entlang und bietet tolle Aussichten.


    Durch das Eschachtal auf dem Weg zum Eckhof

    An mancher Stelle gibt es Geländer oder sogar Seilsicherungen. Von alpiner Note möchte ich zwar noch nicht sprechen aber der Weg macht richtig Spaß!


    Der Neckarweg im Eschachtal

    Pünktlich zur Nachmittagspause kommen wir am Eckhof an. Ein Bauernhof mit einem Landgasthof. Hier gibt es auch was zum Essen. Sogar für den Hund!


    Nachmittagspause am Eckhof

    Nach einer halben Stunde starte ich wieder. Im Schatten ist es jetzt schon richtig kalt. Leider zieht der Weg jetzt aber auf die Schattenseite der Eschach. Er will auch dieses schöne Tal verlassen. Schade! Der Abschnitt hat mir ausgesprochen gut gefallen!


    Abschied vom schönen Eschachtal

    Im Wald geht es 60 Höhenmeter hinauf. Auf die Wasserscheide zwischen Eschach und Neckar. Oben gibt es dann Weitblick mit Albsicht.


    Oberhalb von Deißlingen

    Mein Hund rastet völlig aus: Unter einem Baum steht eine Wildsau! Er sprintet sofort los um sie zu vertreiben. Wir brauchen beide eine Weile bis wir merken, dass die nicht flüchten kann.


    Was bei Deißlingen so alles unter den Bäumen wächst ...

    So richtig glücklich sieht sie aber auch nicht aus. Naja, würde ich vielleicht auch nicht, wenn ich ständig von Hunden angegriffen würde und könnte nicht flüchten ...
    Eine Allee führt mich in Richtung Deißlingen.


    Es geht nach Deißlingen hinunter

    Von hier hat man einen guten Blick auf die Schwäbische Alb!


    Blick auf die 8 Tausender der Schwäbischen Alb

    Der Steinbruch am Plettenberg ist gut zu sehen, den ich seinerzeit auf dem Albnordrandweg kennengelernt habe.
    Deißlingen habe ich bisher nicht so auf dem Schirm gehabt. Aber das Dorf hat was! Eine tolle Lage, wie ich schon gesehen habe aber auch noch andere schöne Dinge.


    Des Deißlinger Kirchle macht fei scho ebes heer!

    Direkt hinter der Kirche komme ich auch wieder an den Neckar. Der ist hier schon nicht mehr wirklich groß!


    Ich bin in Deißlingen wieder am Neckar

    Infrastrukturell ist Deißlingen bevorzugt gelegen: Neben der B27 geht an den Ort auch noch die A81 vorbei und die beiden bilden ein großes Autobahnkreuz. Aber da muss ich zum Glück nicht dran vorbei.


    Zum letzten Mal die A81

    Am Neckar entlang geht es nach Westen. Der Neckar windet sich hier wieder durch ein recht tiefes Tal. Erstaunlich wie schnell er hier den Charakter verändern kann!


    Ein alter Steinbruch hinter Deißlingen

    Am Steinbruch hat der Schwäbische Albverein auch eine kleine Hütte stehen. Jetzt, im späten November, ist hier aber alles geschlossen.


    Vereinswappen des Schwäbischen Albvereins

    Das Neckartal gibt sich nochmal richtig mühe als Tal auf zu treten. Er windet sich durch sein Tal und der Weg folgt wieder meistens am Hang. Gefällt mir!


    Herbstliche Waldwege vor Trossingen

    Die folgende Kläranlage und der Bahnhof von Trossingen zerstören die Illusion unberührter Natur. Sowohl optisch als auch olfaktorisch! Trotzdem gibt es hier die eine oder andere schöne Ecke.


    Der Neckar wird bei Trossingen immer überschaubarer

    Der Neckar fließt hier sehr langsam und es gibt schöne Spiegelungen. Aber die Schatten sind schon recht lang. Vor allem wenn man bedenkt, dass meine Füße ja auf dieser Seite des Neckars stehen!


    Spiel mit dem Spiegelbild

    Ein schnöder Waldweg an der Bahnlinie entlang holt mich dann aber schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. An der nächsten Waldkante zeigt die herbstliche Abendsonne nochmal, dass sie noch da ist.


    Die Abendsonne kurz vor Schwenningen

    Hier stehen auch so komische Schilder rum, da braucht man eine Weile bis man versteht was damit gemeint ist!


    Es geht nach Baden hinein

    Ich glaube nicht, dass hier mal eine Außengrenze von Baden-Württemberg war, sondern dass hier die Innengrenze zwischen Baden und Württemberg gemeint ist. Bin ich damit im Ausland? Habe ich meinen Ausweis dabei?
    Auf Wiesenwegen geht es neben dem Neckar auf Schwenningen zu. Auf der anderen Bachseite liegt ein Sportflugplatz. Auf verschlungenen Wegen geht es nach Schwenningen hinein.


    Herbstliche Fruchtstände

    Was dann kommt ist schon krass! Jetzt wird es schon fast hässlich. Das kleine Rinnsal, das sich Neckar nennt fließt neben mir durch eine Hochaussiedlung. Ich habe zwar auch hier Bilder gemacht aber die erspare ich euch. Irgendwann komme ich zu einem Park. Hier fliest der Neckar sauber und gesittet in seinem Betonkorsett bolzgerade durch die künstliche Landschaft. Aufgemischt wird dieser Anblick durch den einen oder anderen See, den er bildet.


    Im Park der Landesgartenschau Schwenningen

    2010 gab es in Schwenningen eine Landesgartenschau. Dafür wurde damals ein Park angelegt, der sich hinter dem Bahnhof dahin zieht. Gerade wird er wieder Stück für Stück zugebaut. Vermutlich mit sündhaft teuren Wohnungen weil das ja mitten im Park liegt. Wir kämpfen uns durch diesen Park. Es wird langsam kalt und von der Sonne ist schon nicht mehr viel zu sehen. Kurz nach 17 Uhr stehe ich dann an der Neckarquelle.


    Die sehr natürliche Neckarquelle - gebaut für die Landesgartenschau 2010

    Die Neckarquelle ergießt sich in den angelegten Möglingsee. Wer aber genau hinschaut sieht, dass am Ausfluss von diesem See noch ein Bach in das mündet, was mal der Neckar werden soll. Diese „Neckarquelle“ ist rein symbolisch und wurde für die Gartenschau angelegt. Die eigentliche Neckarquelle gibt es eigentlich nicht. Der Neckar entwässert das Schwenninger Moos, eine Moorlandschaft, die wirklich schön ist. Der kleine Bach, der vom Moor bis zu dem Möglingsee fließt, nennt sich jetzt Moosbach.
    Leider wird es jetzt aber richtig kalt und dunkel, so dass ich das heute nicht mehr anschauen kann. Ich war hier aber auch schon mit dem Fahrrad. Damals auf meiner Tour entlang von Neckar und Donau. Ich empfehle daher jedem sich das Schwenninger Moos noch an zu sehen! Es ist wirklich schön und wird als Quellgebiet einem Fluss wie dem Neckar deutlich gerechter als diese symbolische Quelle.
    Ich packe meinen Hund und wir wärmen uns bei einem kleinen Snack beim nächsten Italiener auf bis die Bahn kommt und uns wieder zurück nach Rottweil bringt. Das wird das letzte Mal gewesen sein, dass wir dieses Jahr am Neckarweg unterwegs waren. Und auch das letzte Mal, dass wir in dieser Richtung unterwegs waren. Die nächsten Touren werden uns Flussabwärts bringen. Aber das kommt nächstes Jahr!
    Geändert von Wafer (01.04.2020 um 18:44 Uhr)

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