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  1. Erfahren

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    AW: [DE] Im schwarzen Wald: 3 Trekking-Camps, 2 Beine, 4 Pfoten (plus 2+4)

    #21
    Mitreisende: agricolina
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    die Erstbefahrung des Yukon rückwärts durch einen geigespielenden Stand-Up-Paddler
    ...ist übrigens zufällig genau mein nächstes Pojekt


    Neeee, im Ernst: Ganz vielen lieben Dank rundum für die netten Rückmeldungen. Das freut mich wirklich sehr.
    Man lauscht ja besorgt ins Netz hinterher, wenn man so was freigesetzt hat. Umso ungenierter werde ich jetzt den Bericht vom dritten Camp - Camp Grimbach - hier noch anschließen, das ich dann in drei Wochen Abstand noch angeschlossen habe - diesmal aber in Begleitung - unterwegs waren vier Beine und acht Pfoten. Und diesmal war es deutlich ruhiger. Zumindest, was den Straßenlärm betrifft.

    Ich wollte das Ganze auch nicht als Schwarzwald-Bashing verstanden wissen. Man kann sich den Camps auf vielen Wegen nähern, ohne akkustisch in den unmittelbaren Bereich der Schwarzwaldhochstraße zu geraten. Und wer nicht an Wochenenden und bei schönstem Wetter unterwegs sein muss, hat es sicher auch ruhiger.

    Aber nun - willkommen auf unserer Tour zum Camp Grimbach.

  2. Erfahren

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    AW: [DE] Im schwarzen Wald: 3 Trekking-Camps, 2 Beine, 4 Pfoten (plus 2+4)

    #22
    31. Oktober 2018

    Wanderparkplatz Malschbach – Trekkingcamp Grimbach

    8,2 km 818m /\ 411 m


    Bitte die teils sehr mäßige Qualität der Fotos zu entschuldigen, zum Teil mit einer schlechten Handykamera gemacht wurden, die Bilder sind nur zu Dokuzwecken eingestellt, weil man da das Camp erkennen kann.

    Ohne das Camp Grimbach kennenzulernen, soll die Saison aber nicht zu Ende gehen. Offiziell endet sie am 31. Oktober, wobei die Nacht auf den 1. November noch gebucht werden kann. Das habe ich schon direkt nach der Rückkehr vor drei Wochen gemacht, in der etwas wahnwitzigen Hoffnung auf gutes Wetter an Allerheiligen (Feiertag) und dem Wissen um zwei freie Tage. Und tatsächlich tut mir der Endlos-Herbst den Gefallen. Der kurze Frost-Einbruch der letzten Tage ist vorbei, der erste Schnee im Schwarzwald wieder getaut. Nachts soll es nur noch auf drei Grad abkühlen. Wir nutzen also die letzte legale Chance des Jahres auf das Camp Grimbach – diesmal mit mit vier Beinen und acht Pfoten.

    Meine Freundin Maria mit Hund Fini, unsere gewohnte Gassi-Gang, ist mit Sack und Pack dabei. So starten wir vier Damen - Coco und ich, Maria und Fini - am Mittag des 31. Oktober auf dem Wanderparkplatz Malschbach bei Baden-Baden Richtung Geroldsauer Wasserfälle. Es ist bestes Wanderwetter im knapp zweistelligen Temperaturbereich. Na ja, ich geb's zu: Erstmals seit April habe ich die Shorts zuhause gelassen und lange Hosen an. Auf unserer Route sind es nur knapp neun Kilometer bis zum Camp, aber es wird jetzt früh dunkel. Die Abende und Nächte sind lang draußen. Um vier Uhr spätestens wollen wir ankommen, um noch Tageslicht zum Aufbauen und fürs Feuer zu haben. Im Hinterkopf spukt mir herum, dass es am Camp Grimbach, anders als an den anderen beiden Camps, weder Feuerholz noch Schutzhütte gibt.


    Endlich macht mal jemand ein schönes Bild von mir!

    Der schluchtige Weg entlang das Bachs zum Geroldsauer Wasserfall ist für mich Neuland. Überall Farne, felsige Einschnitte, der Geruch von feuchtem, modrigen Holz, der Weg schlängelt sich am Hang entlang und ist dem Gesäuse mal näher, mal ferner. Der Bach staut sich immer wieder in natürlichen Felsbecken auf, die zum Hineinspringen einladen. Na ja, jedenfalls theoretisch.



    Temperaturschätzung



    Felsbecken



    Unsere Gassigang ist dabei


    Im Sommer, nehmen wir uns vor, kommen wir wieder. Aber auch Nebel und Schnee dürften hier ihren Zauber haben. Nur: Wo ist denn jetzt eigentlich der Wasserfall? Schließlich sind wir schon aus dem Wald auf einen weiten Talgrund gekommen. Eindrucksvolle Bisente grasen hier. Maria lacht mich aus, ich hab' den Wasserfall gar nicht als solchen identifiziert, er hat eher Spielzeug-Dimensionen, ich bin einfach dran vorbeigelaufen.

    In dem Talgrund verlassen wir die letzten Normal-Spaziergänger und steigen einsam das Harzbachtal hinauf. Fast verpassen wir den unscheinbaren Pfad zum Abzweig durch die Grimbach-Schlucht, eine tolle, ursprüngliche und etwas felsige Passage in dichtem Wald entlang des Grimbachs, in der es etliche Felsblöcke und Baumstämme zu überklettern gilt. Eine Schlucht ist es natürlich nicht, wir sind hier im Nordschwarzwald, aber doch kleiner abenteuerlicher, einigermaßen steiler Weg. Ich brauche immer wieder die Hände. Die Hunde haben echt ihren Spaß hier. Planschen, klettern, rennen, im Laub toben - ein Paradies.


    Da geht's hoch


    Blick zurück


    Da kommen wir her


    Doch auch hier ist die Beschreibung der „letzten Meile“ zum Camp etwas missverständlich. Nach einigen Irrwegen aber kommt das Camp-Symbol auf dem GPS-Track (ich habe gelernt!) beständig näher. Schon lange haben wir keine Menschenseele mehr gesehen, Wald und Wege sind bedeckt von einer dichten Laubschicht. Nur das duftende, frisch eingeschlagene Holz und meterhohe Berge von markierten Stämmen am Wegesrand zeigen, dass hier doch der Forst am Werk ist.

    Nach einer letzten Biegung öffnet sich unser Forstweg auf eine laubbedeckte große Lichtung – das Trekkingcamp Grimbach. Die von Steinblöcken eingefasste Feuerstelle liegt direkt an der „Forstautobahn“, auf der aber nichts und niemand unterwegs ist. Überhaupt ist dieses Camp tief im Baden-Badener Stadtwald am weitesten der drei Camps entfernt von Straßen, Tagesausflüglern und Zivilisationsgeräuschen. Zumindest, solange der Staatsforst hier nicht unterwegs ist. Zufällig findet man eher nicht her. Am Hang oberhalb im lichten, hohen Buchenwald entdecken wir nach einigem Suchen unter dem Laub drei begradigte Flächen, in einiger Entfernung steht auch das unverschlossene Toilettenhäuschen. Ein Platz ist riesig und etwas abgelegener, auf den untersten Platz passt mein Chinook gerade so auf die geebnete Fläche. Maria macht weiter oben im Wald Quartier.


    Camp steht - mit Strandmuschel und Chinook.

    c
    Nur zur Doku: Blick vom oberen Platz abwärts Richtung Weg und Feuerstelle. Der helle Streifen hinten ist der Forstweg, das Schild am Baum, das dort zu ahnen ist, ist neben der Feuerstelle.

    Ich bin ja ein Gearfreak und kann mich Ewigkeiten begeistert mit Ausrüstung beschäftigen, bei der ich auch penibel aufs Gewicht achte, während ich bei mir selbst sehr viel großzügiger bin. Maria ist da völlig schmerzfrei: Das große Familienzelt war ihr zu schwer, deshalb hat sie kurzerhand ihre Strandmuschel zum Übernachten eingepackt, dazu Isomatte und Schlafsack von steinzeitlichen Ausmaßen und Isolationswerten (immerhin letzteres rächt sich ein wenig). Das Ganze in einem Rucksack, der schon ihrer Mutter gehörte. Und der, wie ich ein wenig gekränkt feststelle, sich in der Funktionalität gar nicht groß von meinem topmodernen Leichtgewicht unterscheidet. Er ist zwar etwas schwerer, könnte aber locker noch die nächsten Generationen überstehen. Bei meinem guten Maven bin ich mir da nicht so sicher.

    Und ich stelle fest, dass ich schon wieder ein kleines Wasserproblem habe. Die letzten Stunden sind wir so beständig an Wasser, Brunnen und Bächen vorbeimarschiert, dass ich einfach getrunken und ans Flaschenfüllen gar nicht weiter gedacht habe. Jetzt fällt mir auf, dass ich schon seit langem kein Plätschern gehört mehr habe. Am Camp soll zwar ein Bach sein, aber auch in diesem modrigen Bachbett finden sich nach dem trockenen Sommer und Herbst nur ein paar schmutzige Pfützen, in denen wir gerade so die Hundenäpfe füllen können.

    Als wir Feuer machen, jagen immer wieder kalte Böen durch den Wald. Das Rauschen in den Baumkronen hoch über uns nimmt beständig zu. Wir schleppen erst mal reichlich Holz herbei, zum Glück ist an halbwegs trockenem Bruchholz kein Mangel.


    Kleinholz sammeln...


    Kommt da ein Herbststurm?

    Das Feuer brennt rasch und wärmt, um halb sechs ist es stockdunkel. Eigentlich gemütliche Lager- und Abendessenszeit. Maria hat zwei Fertig-Gerichte für 1,50 € aus dem Supermarkt dabei, heißes Wasser in die Tassen, fertig ist das KaPü mit Fleischbällchen. Ich darf probieren: Das ist gar nicht so übel. Während ich etwas missmutig mein teures Trekk'n'Eat mümmele, das mir heute gar nicht schmeckt, komme ich erneut über mein Ausrüstungsgetue ins Grübeln. Geht's vielleicht doch ein wenig einfacher, unkomplizierter, billiger? Zweimal schlagen die Hunde an und starren in die Dunkelheit Richtung trockenem Bachlauf. Da scheinen doch noch ein paar Waldbewohner an den Pfützen zu sein.

    Derweil nimmt das Rauschen und Knacken über uns beständig zu. Umlaufende Böen jagen uns immer wieder beißenden Qualm vom Feuer in die Augen. Es kühlt spürbar ab. Am Rücken, noch nass geschwitzt, friere ich, trotzdem ich alles an Klamotten anhabe. Vorne werde ich gegrillt. Mir wird kalt. Weil ich Wasser sparen muss, kann ich mir keinen heißen Tee mehr erlauben, waschen muss auch ausfallen. Wir grübeln darüber, wie stark der Wind wohl werden wird und ob sich ein Herbststurm zusammenbraut. Der Wetterbericht hatte den nicht vorgesehen. Unsere Zelte stehen ungeschützt unter hohen Bäumen, deren Kronen im Wind ächzen. Ab und zu bricht lautstark etwas durchs Geäst. Schutz nach oben gibt es hier nicht. Ich muss ins Warme, deshalb krabble ich schon um kurz vor acht mit mulmigem Gefühl ins Zelt. Schade, den Abend hatte ich mir gemütlicher vorgestellt...

    Mitten in der Nacht wache ich auf. Irgendetwas stimmt hier überhaupt nicht. Ich brauche eine Weile, bis ich drauf komme: Es ist absolut still. Der Wind ist weg. Irgendein Tier schreit später noch heiser im Wald. Der Hund neben mir stellt kurz die Ohren auf, ohne den Kopf zu heben. Das würde ich echt auch gern können. Der Hund schnauft tief, rollt sich fester ein und schläft weiter. Mir ist jetzt herrlich warm. Darum geht’s doch: Feuer. Wasser. Wärme. Stille. Es ist der 1. November, ich bin draußen, und es tut gut.



    1. November 2018

    Camp Grimbach – Badener Höhe – Kreuzfelsen – Wanderparkplatz Malschbach

    20,1 km 740m /\ 1140mm


    Als ich am Morgen das Zelt öffne, treffen mich die Herbstfarben des Laubs und der stahlblaue Himmel über den Bäumen wie ein Farbschock. Frisch ist es, Maria hat doch etwas gelitten in ihrer Sommerstrandmuschel. Die Kälte schreit mich an: Bleib im Schlafsack! Gerne. Aber die Hunde toben schon mal durchs Laub. Maria hat ein Päckchen Erfrischungstücher dabei, das mein kluger Hund voller Begeisterung zwischen den Zelten hin und her transportiert. So eine Trockenwäsche im Schlafsack hat auch was...

    Wir machen noch mal das Feuer an zum Frühstück und wärmen uns, bevor wir das Camp verlassen. Ein Bilderbuch-Tag. Auf zwar breiten Wegen, aber durch schönen Wald geht es hinauf auf 1002 Meter zur Badener Höhe, über die ein kühler Wind weht. Zu viert erklimmen wir den Friedrichsturm, ein imposantes, zerknittertes Buntsandsteinmonument aus dem vorletzten Jahrhundert.


    Friedrichsturm auf der Badener Höhe. Gleich spielt sich ganz da oben ein Drama ab.

    Jagen die Hunde erst noch die steinerne Wendeltreppe im düsteren Turminneren neugierig hinauf, ist unterhalb der oberen Aussichtsplattform erst mal Schluss. Ganz hoch führt nur eine enge Metallgitter-Wendeltreppe. Fini entscheidet sich prompt zur Umkehr und donnert wieder hinunter. Maria hat keine Wahl, sie muss nach kurzem Aufenthalt auf der Plattform hinterher. Weil meine Coco recht souverän mit Treppen und Gittern umgeht, beschließe ich, dass wir zusammen auf die Plattform steigen. Der Hund ist vorsichtig, aber konzentriert und willig. Oben: Mächtig Wind und eine prächtige Rundumsicht. 30 Meter unter uns kommen Maria und Fini als winzige Figuren gerade aus dem Turm. Blick auf Herrenwies im Tal, am Horizont Mehliskopf und Hornisgrinde, Schwarzwald, so weit das Auge reicht.

    Ich mache eines dieser dämlichen Selfies, auf denen man einfach bescheuert und verschwitzt aussieht und sich hinterher ärgert, dass man die Landschaft zugestellt hat. Nur Sekunden später sitze ich auf dem Boden mit dem Rücken an der Steinmauer. Ich zittere am ganzen Leib und habe einen Schweißausbruch, mir ist schlecht und mein Magen krampft. Ich kenne das Gefühl. Genauso so war es auch, als meine Tochter als Dreijährige vom Schaukelgerüst fiel. Mein Hund sitzt vor mir. Was ist passiert?

    Gerade habe mich auf die Brüstung des Turms gelehnt und nach unten geschaut. Die Zinnen sind etwa 20 cm tief und 30 cm breit. Ein Metallstab ist noch quer zur Sicherung angebracht, dahinter geht es 30 Meter senkrecht runter. Da bemerke im Augenwinkel einen dunklen Schatten neben mir. Mein Hund setzt zum Sprung auf die etwa 1,20 m hohe Brüstungsmauer an. Reflexartig reagiere ich in einem Sekundenbruchteil, bekomme im vollen Sprung Cocos Geschirr zu fassen und reiße 20 Kilo Hund zurück. Unmittelbar trifft mich die Schock-Faust im Magen. Ob Coco den Sprung hätte abbremsen könnten auf der schmalen Brüstung? Ich glaube nicht. Mein Hund wäre einfach mit Schwung darüber hinaus und tief unten aufgeschlagen. Ich muss erst mal schwer schlucken.


    Das wäre die Fallhöhe gewesen.

    Zu allem Überfluss gestaltet sich dann der Abstieg über die Metallgitter-Wendeltreppe dann nicht als ganz so problemlos wie der Aufstieg. Wie so oft auch am Berg. Der Hund tastet vorsichtig und will immer wieder umdrehen. Aber mit gutem Zureden und Geduld schafft sie es doch. Als wir wieder festen Boden unter den Füßen haben, brauche ich eine Pause. Coco nicht.

    Kalt ist's hier oben und zugig, aber das Wetter ist prächtig. So marschieren wir, als ich mich wieder gefasst habe, mit guter Laune auf schönem Weg weiter Richtung Badener Sattel. Unterwegs passieren wir Schneereste. Der angepeilte Fritz-Brunnen auf dem Weg ist trocken, jetzt muss ich doch Maria um ihre Reserven anpumpen. Mein Wassermanagement muss besser werden. Nach gut einer Stunde treffen wir auf einen herrlichen Pausenplatz links am Wegrand: Irgendein Künstler hat aus Baumstümpfen eine hölzerne Sitzgruppe gesägt: Holzsessel mit Armlehnen, Fußschemel, Tische, alles da. Wer Platz nimmt, genießt einen prachtvollen Panoramablick über den Schwarzwald. Natürlich lassen wir uns hier erst mal nieder und von der Sonne wärmen. Zeit fürs Vesper.


    Panoramapäuschen: Maria als Rumpelstilzchen



    ....und ich. Natürlich mit vollem Mund und leerer Trinkflasche.



    Weiter geht’s auf unterschiedlichen Wegen – mal breiter Forst, mal schöner Pfad auf Nadelwaldboden, Richtung Scherrhof hinunter, einem beliebten Ausflugsziel mit Biergarten bei schönem Wetter im Sommer. Heute, am 1. November, liegt der Hof verlassen und still da. Wir passieren den Hof, und der letzte leichte Anstieg des Tages führt zum Aussichtspunkt Kreuzfelsen hinauf. Unterhalb liegt die Bernickelfelshütte, und ich beschließe spontan, hier eine der nächsten Draußen-Übernachtungen zu verbringen.


    Die Rucksäcke klaut keiner, solange wir am Kreuzfelsen oben sind

    Der Blick hinüber nach Norden und Nordwesten auf die Höhen um Baden-Baden ist phänomenal. Oben am eigentlichen Kreuzfelsen ist nicht viel Platz und Ruhe, ein paar Tagesausflügler machen noch ihre Fotos, die Sonne nähert sich dem Horizont. Als wir dann endgültig hinabsteigen, sind wir sehr froh, den Weg aus dieser Richtung zu gehen. Steil über Wurzeln und Steine geht es den Wald hinab Richtung Parkplatz und Bütthof. Der Tag neigt sich dem Ende zu, doch uns kommen immer noch Wanderer entgegen, sogar mit kleinen Kindern. Ich schätze mal, dass es höchstens noch eine Stunde Dämmerlicht gibt. Die werden ihren Spaß noch haben auf dem Weg, denke ich.

    Für uns geht es nun nur noch den Wasserfallweg hinab. Diesmal identifiziere ich den „Geroldsauer Wasserfall“ auch richtig, der sich in ein einladendes Felsbecken ergießt. Es dämmert, die Luft ist kühl und feucht, und wieder fasziniert mich der schöne, schmale Weg zwischen Fels, dichten Farnen und Wasserlauf. Einen letzten Brunnen passieren wir noch – den Brahmsbrunnen am Beginn des Wasserfallweges. Nebenan im Haus übt jemand Schlagzeug. Zwei Minuten später stehen wir am Auto auf dem Wanderparkplatz. Keine Stunde später sind wir wieder zuhause. Vier Beine und acht Pfoten werden müde, aber tief zufrieden auf die jeweiligen Ruhekissen gestreckt. Der November kann kommen.



    Epilog

    Der kleine Finger ist ein Simulant. Beim Durchleuchten nach dreieinhalb Monaten hat sich gezeigt: Nichts war gebrochen. Aber dennoch weigert er sich, zu alter Form und Größe zurückzukehren.
    Geändert von agricolina (18.01.2019 um 08:44 Uhr)

  3. Erfahren

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    AW: [DE] Im schwarzen Wald: 3 Trekking-Camps, 2 Beine, 4 Pfoten (plus 2+4)

    #23
    Ein sehr schöner Bericht. Vor allem der letzte Teil. Wir sind auch immer um diese Zeit noch einmal unterwegs und hatten bisher immer Glück mit dem Wetter. Ja, die Tage sind sehr kurz, aber das Herbstlicht auf dem gold-gelb-braunrotem Laub ist was ganz besonderes.
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    AW: [DE] Im schwarzen Wald: 3 Trekking-Camps, 2 Beine, 4 Pfoten (plus 2+4)

    #24
    Danke, das klingt nach einem guten Abenteuer! Feiner Hund auch.
    Es ist immer zu früh, um aufzugeben.

  5. Erfahren

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    AW: [DE] Im schwarzen Wald: 3 Trekking-Camps, 2 Beine, 4 Pfoten (plus 2+4)

    #25
    Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen. Das freut mich sehr und ist wirklich eine Motivation für weitere!

    Bei mir hat das auch ausgelöst, dass ich einfach selbst noch öfter ein Dankeschön unter die vielen, vielen tollen Reiseberichte schreibe, die ich hier mitlese. Das macht dieses Forum hier wirklich zu einem Ort, der einem einen unbezahlbaren, neuen Blick auf die Welt gibt.

    Einen Kurzbeschreibung der Trekkingcamps habe ich übrigens ans Ende dieses Berichts angefügt, dann ist alles ein wenig beieinander.

    Viele Grüße und Danke fürs Mitlesen!

    agricolina

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    Avatar von danobaja
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    AW: [DE] Im schwarzen Wald: 3 Trekking-Camps, 2 Beine, 4 Pfoten (plus 2+4)

    #26
    und keinen weniger! vielen dank für den netten bericht, ich hab grad alles auf einen satz gelesen.

    hunde ohne leine finde ich immer klasse. ich freu mich auf den nächsten bericht von der "hundefängerin". glück gehabt!
    danobaja
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  7. Erfahren
    Avatar von Heather
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    AW: [DE] Im schwarzen Wald: 3 Trekking-Camps, 2 Beine, 4 Pfoten (plus 2+4)

    #27
    Vielen Dank fuer den kleinen, aber feinen Bericht! Schoen und spannend geschrieben, und dient zur Motivation, dass ich mich auch mal im Schwarzwald umschaue. Danke dir!!!

  8. Dauerbesucher
    Avatar von Blahake
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    AW: [DE] Im schwarzen Wald: 3 Trekking-Camps, 2 Beine, 4 Pfoten (plus 2+4)

    #28
    Zitat Zitat von agricolina Beitrag anzeigen
    Reiseberichtpremiere, unspektakuläre Tour und Handyfotos - bitte um Nachsicht
    Wir akzeptieren hier aber nur superspannende Abenteuerberichte, die mit waghalsigen, oder zumindest ausgesprochen interessanten Begebenheiten gespickt, mit trefflichem Humor - nicht zuviel und nicht zu wenig - geschrieben und durch eine wundervolle Bebilderung illustriert sind!!!

    Zitat Zitat von agricolina Beitrag anzeigen
    ...Epilog...
    Du hast bestanden!

  9. Erfahren

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    AW: [DE] Im schwarzen Wald: 3 Trekking-Camps, 2 Beine, 4 Pfoten (plus 2+4)

    #29
    Zitat Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
    Wir akzeptieren hier aber nur superspannende Abenteuerberichte, die mit waghalsigen, oder zumindest ausgesprochen interessanten Begebenheiten gespickt, mit trefflichem Humor - nicht zuviel und nicht zu wenig - geschrieben und durch eine wundervolle Bebilderung illustriert sind!!!



    Du hast bestanden!
    Vielen lieben Dank auch noch!
    Und das von dir - bin bekennender Blahake-Fan. Fühle mich geehrt.

    Ich bekenne, dass ich zwei Karwochen im Rückstand bin (2019 und 2020 Westweg rückwärts von Basel aus) und auch den Grövelsjön-Bericht vom Herbst noch schuldig bin. Ich wurde einfach abgehalten, weil ich hier so viele tolle Berichte lesen musste - unter anderem von Blahake -

  10. Dauerbesucher
    Avatar von Blahake
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    AW: [DE] Im schwarzen Wald: 3 Trekking-Camps, 2 Beine, 4 Pfoten (plus 2+4)

    #30
    Zitat Zitat von agricolina Beitrag anzeigen
    Vielen lieben Dank auch noch!
    Und das von dir - bin bekennender Blahake-Fan. Fühle mich geehrt.
    Yeah, ich hab' nen Fan, ich hab'nen Fan!!!

    Zitat Zitat von agricolina Beitrag anzeigen
    Ich bekenne, dass ich zwei Karwochen im Rückstand bin (2019 und 2020 Westweg rückwärts von Basel aus) und auch den Grövelsjön-Bericht vom Herbst noch schuldig bin. Ich wurde einfach abgehalten, weil ich hier so viele tolle Berichte lesen musste - unter anderem von Blahake -
    Gut, ich schreib' nix mehr, bis Du Deine Berichte fertig hast!

  11. Erfahren

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    AW: [DE] Im schwarzen Wald: 3 Trekking-Camps, 2 Beine, 4 Pfoten (plus 2+4)

    #31
    Wie gut, dass dieser tolle Bericht wieder an die Oberfläche geschwemmt wurde! Vielen Dank für die lebendige Beschreibung der Abenteuer, die mal wieder beweist, dass man gar nicht weit fahren muss, um etwas zu erleben!
    Wie schön, dass da wohl noch der eine oder andere Bericht in der Warteschlange steht! Kann man denn diesbezüglich irgendwie ein wenig positiven Druck machen?

  12. Erfahren

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    AW: [DE] Im schwarzen Wald: 3 Trekking-Camps, 2 Beine, 4 Pfoten (plus 2+4)

    #32
    Danke schön!
    Das gebe ich gerade mal so zurück, denn ich wandere im Geiste auf jeden 1000er mit dir und deinem Täfelchen mit.
    Sehr schönes Projekt.

  13. Erfahren

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    #33
    Zitat Zitat von Bergahorn Beitrag anzeigen
    Wie schön, dass da wohl noch der eine oder andere Bericht in der Warteschlange steht! Kann man denn diesbezüglich irgendwie ein wenig positiven Druck machen?
    Es handelt sich nur noch um wenige Stunden bis zum ersten Post.

    OT: Ich muss aber gestehen, dass mich der Bild-Upload hier zum Wahnsinn treibt. Das hat mich jetzt ungelogen schon mehrere halbe Nächte gekostet. Es gibt bestimmt Gründe dafür, aber das ist ein echtes Drama und hemmt meine Berichterstattungsfreude erheblich. Ich wüsste gerne mal, ob es nicht einfacher geht und was ich falsch mache, schließlich bekommen das andere ja auch hin...

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