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  1. Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #1
    Liebe Freunde!

    Wie viele von euch sicher mitbekommen haben, wird seit Monaten über eine geplante Fahrverordnung auf der Isar diskutiert. Mittlerweile gibt es einen Entwurf des Landratsamtes Wolfratshausen welcher hier nachzulesen ist.

    Dieser Entwurf sieht neben verschiedenen Einschränkungen vor, das Paddeln auf der Isar nur mehr von 01. Juni bis 15. Oktober zu erlauben.

    Damit werden die Probleme bezüglich der "Übernützung" der Isar in keiner Weise gelöst, sondern eher noch verschärft. Die "Party & Saufpaddler" sind von der Verordnung nicht betroffen, da diese ohnehin nur innerhalb des der Verordnung nach erlaubten Zeitraumes auf der Isar unterwegs sind. Betroffen sind jene Paddler, die Fachwissen mitbringen und den Fluss abseits der Horden im Sommer erleben möchten. Durch die zeitliche Beschränkung wird der Druck auf die Isar in der Hauptsaison sogar weiterhin erhöht. Aus Sicht des Naturschützers würde es mehr Sinn machen den Fluss genau im erlaubten Zeitraum zu sperren, da der Druck hier am größten ist. In der restlichen Jahreszeit ist ohnehin kaum jemand auf der Isar unterwegs.

    Bis 31.01.2019 ist noch Zeit schriftlich gegen den Entwurf zu protestieren. Bitte helft mit diese Verordnung in dieser Form zu verhindern!

    Schickt eure Meinung per Mail direkt an den Landrat und zusätzlich an die betreffenden Personen in den Ämtern:

    Der Landrat bzw. sein Büro
    landrat(aet)lra-toelz.de

    Sachgebiet Umwelt allgemein bzw. dessen Leiter
    umwelt(aet)lra-toelz.de
    Franz.Steger(aet)lra-toelz.de

    Hotspot-Projekt "Alpenflusslandschaften"
    Joachim.Kaschek(aet)lra-toelz.de

    Naturschutz; Beratung, Information und Öffentlichkeitsarbeit
    simon.behm(aet)lra-toelz.de


    Danke für eure Aufmerksamkeit

    Steve

  2. AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #2
    Hier einmal meine schnelle Meinung zu der Verordnung, wie seht ihr das?

    (1) Das Befahren der Isar im Landkreis Bad Tölz - Wolfratshausen mit geeigneten Wasserfahrzeugen ohne eigene Triebkraft im Rahmen des Gemeingebrauchs ist nur unter Beachtung der in den folgenden Absätzen aufgeführten Regelungen und Beschränkungen zulässig.
    Es ist stets eine an die jeweiligen Gegebenheiten angepasste Fahrweise geboten.
    Wasserfahrzeuge ohne eigene Triebkraft sind insbesondere Kanus, Kajaks, Schlauchboote, wildwassertaugliche, kanuähnliche, luftgefüllte Boote („Schlauchcanadier“) sowie alle sonstigen auf dem Wasser schwimmenden, für die Isar geeigneten Fahrzeuge.


    (2) Das Anhängen von unbesetzten Beibooten ist untersagt. Auch das Zusammenbinden von Booten ist nicht zulässig.

    Anmerkung: Aus meiner Sicht richtig und begrüßenswert.

    (3) Bootfahrer dürfen nicht mehr als 0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut oder eine Alkoholmenge im Körper haben, die zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt. Dies entspricht den Bestimmungen der Schifffahrtsordnung (§ 26 Abs. 5 SchO).

    Anmerkung: Aus meiner Sicht richtig und begrüßenswert.


    (4) Kinder bis 12 Jahre und Nichtschwimmer haben geeignete Rettungswesten (Rettungsmittel) zu tragen.

    Anmerkung: Aus meiner Sicht richtig und begrüßenswert.

    (5) Das Mitführen von Glasflaschen oder Glasgefäßen aller Art ist untersagt.

    Anmerkung: Aus meiner Sicht in Ordnung.

    (6) Das Befahren der Isar ist nur im Zeitraum von 01. Juni bis 15. Oktober zulässig.

    Anmerkung: Dieser Punkt ist meiner Meinung nach völlig falsch da er das Problem der Übernützung der Isar nicht entschärft sondern weiter verstärkt. Die Probleme welche überhaupt zu dieser Verordnung geführt haben treten alle in genau diesem Zeitraum auf. Ginge es wirklich um den Schutz der Natur müsste die Isar genau in diesem Zeitraum gesperrt und den Rest des Jahres frei gegeben werden. Dies ist nicht meine Forderung, wäre aber im Bezug auf den Naturschutz sinnvoller als dieser Vorschlag. Im Herbst und Winter sind ohnehin nur erfahrene Paddler auf der Isar unterwegs die kaum eine Belastung für die Natur darstellen. Auch der Verleih von Booten ohne fachkundige Begleitung hat jedenfalls seinen Anteil an der Problematik und wird in der Verordnung gar nicht erwähnt. Sollte dieser Punkt 6 so umgesetzt werden, wäre das aus Sicht des Naturschützers ein klarer Rückschritt im Vergleich zur aktuellen Situation.

    Im Erlaubten Zeitraum herrscht dann ohnehin so ein Chaos auf der Isar dass die anderen Verbote nicht mehr zu kontrollieren sind.



    (7) Das Befahren der Isar ist von 20:30 Uhr bis 07:00 Uhr nicht zulässig.

    Anmerkung: Aus meiner Sicht vertretbar wenngleich nicht notwendig.

    (8) Wasserfahrzeuge dürfen nicht mit mehr als 10 Personen besetzt sein.

    Anmerkung: Aus meiner Sicht vertretbar, wenngleich ein Boot je nach Modell auch bereits mit drei Personen überladen sein kann. Sollte dieser Punkt auf kommerzielles Rafting abzielen ist er zwar zu begrüßen aber aus meiner Sicht nicht eindeutig formuliert. Ein Raftingboot mit 8 Personen bringt die gleiche Problematik mit sich.

    (9) Die Befahrung der Isar hat möglichst in der Flussmitte oder in tiefem Wasser zu erfolgen.

    Anmerkung: Aus meiner Sicht vertretbar wenngleich nicht notwendig.

    (10) Von Kiesinseln und Kiesbankbereichen, die als Brutplatz für Kiesbrüter gekennzeichnet sind, ist ein möglichst großer Abstand zu halten.

    Anmerkung: Aus meiner Sicht richtig und begrüßenswert wenngleich fraglich ob nicht ein generelles Betretungsverbot von Kiesbänken im Zeitraum der Brut sinnvoller wäre.


    (11) Das Anlanden und Betreten von Kiesinseln ist, ausgenommen im Notfall untersagt.

    Anmerkung: Aus meiner Sicht geht dieser Punkt zu weit wenn er sämtlich Inseln und nicht nur die gekennzeichneten betrifft, hier ist fraglich ob nicht ein generelles Betretungsverbot von Kiesbänken im Zeitraum der Brut sinnvoller wäre.

    (12) Eine Verwendung von Tonverstärkern und Lautsprechern ist untersagt.

    Anmerkung: Aus meiner Sicht richtig und begrüßenswert.

    (13) Boote dürfen möglichst nicht durch Flachwasserzonen gezogen werden.

    Anmerkung: Aus meiner Sicht vertretbar wenngleich nicht notwendig.

    (14) Das Herausspringen aus den Booten (sog. Gumpenspringen) ist außer im Notfall nicht zulässig.

    Anmerkung: Aus meiner Sicht nicht eindeutig genug formuliert.

    (15) Hinweis:
    Die Schiff- und Floßfahrt einschließlich dem Befahren der Isar mit Wasserfahrzeugen mit eigener Triebkraft, werden von dieser Verordnung nicht erfasst und bedürfen einer besonderen Genehmigung des Landratsamtes.

    Anmerkung: Zu diesem Punkt kann ich nichts betragen da mir die Ausmaße der Floßfahrten nicht bekannt sind.

    Was mir noch unklar ist, für welche Abschnitte gilt denn die Verordnung? Bad Tölz - München?
    Geändert von StevePeacewalker (11.01.2019 um 00:11 Uhr)

  3. Fuchs
    Avatar von Mus
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    AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #3
    Sie sollten ein Befahrungsverbot für normale Schlauchboote erlassen. Damit hätten sie die meisten Probleme auf der Isar inklusive des riesigen Müllberges (Kartonverpackungen) u.a. an der Einsatzstelle in Wolfratshausen mit einem einzelnen Paragaphen gelöst.

  4. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #4
    Zitat Zitat von Mus Beitrag anzeigen
    Sie sollten ein Befahrungsverbot für normale Schlauchboote erlassen. Damit hätten sie die meisten Probleme auf der Isar inklusive des riesigen Müllberges (Kartonverpackungen) u.a. an der Einsatzstelle in Wolfratshausen mit einem einzelnen Paragaphen gelöst.
    Und was ist dann ein "normales" Schlauchboot und wer wäre Betroffen?

    Packrafter?

    Scubifahrer oder andere Hybrid-Boot Fahrer?

    Faltboote mit Luftschlauch (rettet die Tradition, viele Erstbefahrungen in den Alpen waren mit Faltbooten)?

    SUPler mit aufblasbaren Boards ja, welche mit Festboards nein?

    Oder wird eine Preisgrenze definiert, nur Boote ab wxyz € Kaufpreis? Dann wird es wenigstens wieder elitär, nur ob damit das Verständnis (oder eher Unverständnis) Problem von Naturschutz gelöst ist wage ich zu bezweifeln.


    Man könnte auch, analog zu einigen Heideflüssen die Befahrung nur für DKV Mitglieder erlauben (wäre mir ja egal, aber es gibt genug vernünftige "freie Paddler und unvernünftige DKVler), oder Permits ausgeben, wie an der oberen Donau?

    Dabei ist halt nur das Problem der Kontrolle. Man braucht dann halt qualifiziertes Personal, dass nicht nur an einer Stelle steht und dem vorbeifahrenden Bootchen zurufen kann: "das dürft Ihr aber nicht". Und damit bleibt in den Gedanken eines Amtes halt als einfachste Lösung die Vollsperrung, Leider.

    Oder noch schlimmer: es wird eine private public partnership eingegangen, und die Lizenzierung und Kontrolle wird von den örtlichen Verleihern durchgeführt und überwacht ...

  5. AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #5
    im Prinzip ist das Befahrungsverbot für Bade-Schlauchboote ja in (1) geregelt:
    Wasserfahrzeuge ohne eigene Triebkraft sind insbesondere Kanus, Kajaks, Schlauchboote, wildwassertaugliche, kanuähnliche, luftgefüllte Boote („Schlauchcanadier“) sowie alle sonstigen auf dem Wasser schwimmenden, für die Isar geeigneten Fahrzeuge.
    Schlauchboote aus einfachem PVC ohne Gewebeverstärkung sind halt weder wildwassertauglich noch für die Isar geeignet. Die genannten Scubis/Packrafts fallen nicht in diese Kategorie. Man könnte natürlich auch technische Einzelheiten wie Reißfestigkeit des Materials, Luftdruck o.ä. definieren, aber das würde dann wohl sehr umfangreich und unflexibel.

    Zu den Verboten im Winter: Was ist denn primär die Motivation dieses Abschnitts? Naturschutz oder Vermeidung von Unfällen? Man könnte ev. durch eine Pflicht zu Kälteschutzkleidung sowohl die Befahrdichte als auch Unfallgefahr senken.

  6. Fuchs
    Avatar von Mus
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    AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #6
    Ich kenne Leute, die in Wolfratshausen wohnen und oft an der Isar unterwegs sind. Die Sache läuft üblicherweise so:
    1. Billigschlauchboot bei Amazon oder einem Discounter kaufen
    2. S- Bahn von München bis Endstation Wolfratshausen nehmen
    3. kürzesten Weg zur Isar nehmen (1km, das war dann schon die sportlichste Leistung des Tages)
    4. unterwegs beim Rewe an der Strecke noch Alk bunkern
    5. Schlauchboot auspacken, Verpackung in die Landschaft schmeißen, aufpumpen losfahren
    6. kreischen, grölen, schlingern, Mukke aufdrehen, Müll in die Puplinger Au schmeißen, überall hinpissen
    7. das halbkaputte Schlauchboot und den restlichen Müll in München am Ufer liegen lassen

    Der verbliebene Müllberg ist in Wolfratshausen an der Einstiegstelle z.T. so groß, dass ein LKW damit problemlos gefüllt werden könnte. Die Müllabfuhr muss im Sommer oft täglich anrücken. Ein entsprechendes Verbot würde genau die beschrieben Zielgruppe treffen, im Gegensatz zu der jetzt angestrebten Regelung.
    Und das Problem ist so gravierend, dass ich geneigt bin zu sagen, dass man zur Not auch den ungerechtfertigten Ausschluss von Packraftern und Scubifahrern in Kauf nehmen sollte. Besser wäre es natürlich wirklich eine Abgrenzung zu finden.
    Aber die jetzige Regelung ist so, dass sie wirklich schwer durchsetztbar ist: Bis man da kontrolliert, ist die Musik weggepackt und das Bierbeiboot versenkt und die Schwimmweste übergezogen und weiter in die Mitte gesteuert. Ein Boot dagegen kann man nicht so schnell unterm Hintern verschwinden lassen.

    Ich würde mal vermuten, dass ein entsprechendes Verbot mit dazugehöriger empfindlicher Strafe und gezielte Kontrollen allein an den ersten beiden heißen Wochenenden schnell auf der Titelseite des Merkur landen und damit zumindest die großen Massen auch ohne weitere regelmäßige Kontrollen abhalten könnten. Falls nicht, trägt sich der Kontroll-Job problemlos aus eigenen Mitteln. Die Wolfratshauser Müllabfuhr kann sicher aufgrund ihrer Erfahrung von den letzten Jahren sagen, wann es sich am meisten lohnt, zu kontrollieren.

  7. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Ziz
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    AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #7
    Mus und ChristianBerlin, ich denke LihofDirk ist der Hintergrund eures Vorschlags bewusst. Aber das ändert nichts an seiner Frage, die ihr nicht beantwortet habt: Wie verbietet man Billigschlauchboote ohne Kolleteralverbote von Gumotex, Grabner, Scubi, SUP und Co?

    Man könnte sowas formulieren wie "für die Isar geeignet", aber dann wird es Grauzonen geben. Preislich argumentieren ist auch affig, soll ich meine Rechnung mitführen? Was ist mit Gebrauchtkauf?

    Vielleicht wären Kontingentregelungen nicht das schlechteste. Alleine der Verwaltungsakt wäre vielen Badebootpaddlern wahrscheinlich zu viel. Müsste dann halt auch kontrolliert werden. Ich fands an der Diemel ganz gut gemacht, da hatten Anwohner und Verleiher Interesse daran, dass die Leute sich benehmen und haben das auch entsprechend kontrolliert. Welche Interessengruppen gäbe es denn an der Isar, die man einspannen könnte? Angler? Anwohner? Verleiher?

    Finde deine Initiative auf jeden Fall sehr begrüßenswert, Steve!
    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  8. AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #8
    Zitat Zitat von Ziz Beitrag anzeigen
    Wie verbietet man Billigschlauchboote ohne Kolleteralverbote von Gumotex, Grabner, Scubi, SUP und Co?
    Auch die bösen Billigschlauchboote sind für die Isar geeignet, wie hunderte geglückte Befahrungen bezeugen. Wenn mal was schiefging, dann waren das 'Fahrfehler'.

    Und ich glaube dann sind wir bei der weiteren Argumentation wieder beim so geliebten Paddelpass.

  9. Fuchs
    Avatar von Mus
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    AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #9
    Ich hab die Frage mit dem Kollateralverbot sehr wohl beantwortet: Es ist für die Sommermonate in Anbetracht der bestehenden Verhältnisse wirklich das kleinere Übel!!!

    Außerhalb der Sommermonate könnte man dann wieder problemlos alle fahren lassen, da können dann auch Scubis & Co zu ihrem Recht kommen.
    Ich denke es braucht hier wirklich eine ganz klare und einfach zu kontrollierende Regelung, die auch noch dem letzten, bereits halbweggetretenen Jungesellenabschiedler zu vermitteln ist. Man darf die Leute erst gar nicht aufs Wasser lassen bzw. muss sie sofort wieder komplett rauspflücken. Sonst wird über kurz oder lang ein komplettes Befahrungsverbot kommen, wie es ja bereits für Oktober bis Juni geplant ist.

    Die aktuell geplante Regelung wird nämlich am eigentlichen Problem wenig ändern. Statt dem Bierkasten im Beiboot werden halt Dosen im Schlauchboot mitgenommen, falls es zu eng wird, kann man die ja immer noch die leeren über Bord werfen. Die Mukke wird halt erst nach der nächsten Ecke angedreht und Erwachsene müssen ja nach wie vor keine Schwimmwesten tragen. De Fakto ist sie einfach ein Ganzjahresfahrverbot für erntshafte Paddler: Im Winter dürfen sie nicht und im Sommer wollen sie nicht.
    Geändert von Mus (11.01.2019 um 09:48 Uhr)

  10. Fuchs

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    AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #10
    Bei dem Befahrungsverbot im Winter, wäre es wichtig die Begründung zu kennen.

    Für den Zeitraum vom 28.2 bis 31.5. ist z.B. die Laichzeit des Donaulachses (Huchen). Die Isar ist eines der letzten natürlichen Vorkommen dieser stark gefährdeten Fischart.

    Ich denke, wenn es für das Befahrungsverbot von Oktober bis Mai gewichtige Naturschutz Argumente gibt, dann kann man das akzeptieren. Es wäre interessant die Begründung zu erfahren. Wenn es nur um die Interessen der Fischereiverbände geht, dann ist das natürlich doof.

    Die Formulierung "geeignet' ist natürlich spannend. Ich denke eine Schwimmhilfen Pflicht (Din Norm 50N) wäre leichter zu überprüfen und dann hätte jeder Teilnehmer der Bootsfahrt sich schon besser vorbereitet, als nur ein Gummiteil aus der Verpackung gerissen.

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    AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #11
    Ich schätze, dass es Naturschutz ist. Den Tieren und der Natur im Winter die Möglichkeit geben, sich zu erholen. Und natürlich muss das Gewässer nicht ganzjährig befahrbar gehalten werden, sondern die Natur kann wuchern.

    Ich kenne die Isar nicht. Ich weiß aber, dass es bei uns auch immer mehr Befahrensbeschränkungen gibt. Ich bin zwiegespalten. Einerseits schade, andererseits finde ich es auch richtig. Man kann nicht von Naturschutz reden und dann die egoistischen Interessen voran stellen.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org
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  12. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #12
    Zitat Zitat von ChristianBerlin Beitrag anzeigen
    im Prinzip ist das Befahrungsverbot für Bade-Schlauchboote ja in (1) geregelt:

    Schlauchboote aus einfachem PVC ohne Gewebeverstärkung sind halt weder wildwassertauglich noch für die Isar geeignet. Die genannten Scubis/Packrafts fallen nicht in diese Kategorie.
    Nur, wer soll das kontrollieren?

    Einem mit der Materie vertrauten ist der Unterschied in der Fahrbarkeit und Materialfestigkeit zwischen einem Eigenbau Packraft und einem Badeboot vom Discounter durchaus vertraut, aber dem Mitarbeiter eines örtlichen Ordnungsamtes wohl schwerlich zu vermitteln.

    Zitat Zitat von Spartaner
    Auch die bösen Billigschlauchboote sind für die Isar geeignet, wie hunderte geglückte Befahrungen bezeugen. Wenn mal was schiefging, dann waren das 'Fahrfehler'.
    Ich wage mal zu behaupten, dass mit einem Packraft oder Scubi doch erheblich weniger ungeplante Strandungen, Fahrten durch hängende Büsche, etc auch bei gleicher Paddler Qualifikation stattfinden werden. Einfach weil sie besser steuerbar sind.

  13. Fuchs
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    AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #13
    Zitat Zitat von LihofDirk Beitrag anzeigen
    Nur, wer soll das kontrollieren?
    Wie schon oben angedeutet: gezielte, punktuelle Kontrollen mit empfindlichen Strafen zum Beginn der Saison, direkt hinter der ersten Kurve nach der üblichen Einsatzstelle in Wolfratshausen und mit einem kleinen Leak direkt am frühen Vormittag an den Merkur dürften zur dauerhaften Abschreckung der großen Masse schon mal ziemlich wirkungsvoll sein.
    Wenn die Stadt Wolfratshausen dafür Personal bereit stellt, ist es für sie immer noch günstiger, als die Müllentsorgung den ganzen Sommer über. Einen Ranger für das Gebiet, der koordinierend und beratend unterstützen könnte, gibt es bereits.

  14. AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #14
    @Ziz: Ich habe eigentlich gar nichts vorgeschlagen bezüglich Schlauchboote - ich wollte nur darauf hinweisen, dass m.M. das Verbot von Badebooten schon in der geplanten Verordnung enthalten ist, sinnvoll oder nicht.

    @Dirk: Klar, das Kontrollproblem besteht unabhängig vom Wortlaut der Verordnung. In der Praxis ist es ja so: Es existiert eine Verordnung, die zuständige Behörde macht dann dazu Ausführungsberstimmungen bzw. Handlungsanweisungen für ihre Mitarbeiter, die entscheiden dann noch nach eigenem Ermessen, und am Ende kontrollieren Gerichte, falls jemand klagt. Meiner Meinung ist der Punkt (1) der Verordnung allgemein genug gehalten, um eine sinnvolle Auslegung zuzulassen. Die Kontrollbehörde muss nicht jedes einzelne Boot auf Tauglichkeit testen, sondern bspw. grob alle Ponton-Badeboote (oder alles mit "Intex" drauf ) runternehmen. Das schafft auch jemand ohne große Sachkenntnisse. Natürlich gibt es auch einfach-PVC-Boote, die den Modellen von Gumotex oder Grabner zumindest entfernt ähnlich sehen und dann durchrutschen. Oder Raftingboote, die ein Laie erstmal mit einer Badeinsel verwechseln könnte. Trotzdem hätte man damit schon einen Großteil der ungeeigneten Boote runter, und der Ordnungsamtsmitarbeiter sollte sich überzeugen lassen, dass der Mensch mit Schwimmweste und Neo keinen besseren Schwimmreifen, sondern ein durchaus geeignetes Packraft mit sich führt. Es hängt halt an einer sinnvollen Auslegung der Verordnung, Grenzfälle wird es zu beiden Seiten hin geben.
    Geändert von ChristianBerlin (11.01.2019 um 11:18 Uhr)

  15. AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #15
    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Ich schätze, dass es Naturschutz ist. Den Tieren und der Natur im Winter die Möglichkeit geben, sich zu erholen. Und natürlich muss das Gewässer nicht ganzjährig befahrbar gehalten werden, sondern die Natur kann wuchern.
    Wer fährt denn bitte im Winter? Wo wird denn an der Isar etwas freigehalten?

    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Ich kenne die Isar nicht.
    Ja, das merkt man.

    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Ich weiß aber, dass es bei uns auch immer mehr Befahrensbeschränkungen gibt. Ich bin zwiegespalten. Einerseits schade, andererseits finde ich es auch richtig. Man kann nicht von Naturschutz reden und dann die egoistischen Interessen voran stellen.
    Mit Naturschutz hat das genau gar nichts zu tun. Die Horden können im Sommer ja weiterhin wüten während die anderen ausgesperrt werden.

  16. Anfänger im Forum

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    AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #16
    Zitat Zitat von Mus Beitrag anzeigen
    Wenn die Stadt Wolfratshausen dafür Personal bereit stellt, ist es für sie immer noch günstiger, als die Müllentsorgung den ganzen Sommer über.
    Das glaube ich nicht! Du musst mindestens drei Planstellen schaffen ( Urlaub, Krankheit, Wochenende) eher vier oder fünf. Das macht ca. 200.000 Euro Personalkosten. Dafür kann ich die Müllabfuhr oft kommen lassen. Und was macht man mit denen im Winter?

    Nächstes Problem ist die Durchführung der Kontrolle. Es gibt dort keine Wasserschutzpolizei. Soll einer den ganzen Tag auf dem Fluss verbringen, oder den Zukontrollierenden ans Ufer winken? " Wir haben wirklich versucht, ans Ufer zu gelangen. Leider war uns die Strömung zu stark".

  17. Fuchs
    Avatar von Mus
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    AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #17
    Zitat Zitat von GlenScotia Beitrag anzeigen
    Das glaube ich nicht! Du musst mindestens drei Planstellen schaffen ( Urlaub, Krankheit, Wochenende) eher vier oder fünf. Das macht ca. 200.000 Euro Personalkosten. Dafür kann ich die Müllabfuhr oft kommen lassen. Und was macht man mit denen im Winter?
    Weißt du was, lies doch erst mal meinen ganzen Post, bevor du daran rumäkelst.


    Nächstes Problem ist die Durchführung der Kontrolle. Es gibt dort keine Wasserschutzpolizei. Soll einer den ganzen Tag auf dem Fluss verbringen, oder den Zukontrollierenden ans Ufer winken? " Wir haben wirklich versucht, ans Ufer zu gelangen. Leider war uns die Strömung zu stark".
    Und schau dir die Situation vor Ort an. Und zwar genau dort, wovon ich rede.

  18. Anfänger im Forum

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    AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #18
    Zitat Zitat von Mus Beitrag anzeigen
    Weißt du was, lies doch erst mal meinen ganzen Post, bevor du daran rumäkelst.
    Ich weiss zwar nicht, was daran mäkeln ist. Vermutlich kannst du mit abweichenden Meinungen nicht umgehen. Macht ja nix, deine Lösung wird sowieso nicht kommen

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    Avatar von Torres
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    AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #19
    Zitat Zitat von StevePeacewalker Beitrag anzeigen
    Wer fährt denn bitte im Winter? Wo wird denn an der Isar etwas freigehalten?

    Ja, das merkt man.

    Mit Naturschutz hat das genau gar nichts zu tun. Die Horden können im Sommer ja weiterhin wüten während die anderen ausgesperrt werden.
    Vielleicht hätte ich nicht Winter schreiben sollen, sondern Nebensaison? Winter ist bei uns von Ende Oktober bis Ende April, da findet kein regluärer Paddelbetrieb statt (auch wenn einzelne natürlich den Winter durchpaddeln).
    Und ich kenne natürlich nur unsere Gewässer, und da ist nunmal das Frühjahr Vogelzeit, und im Herbst brechen die Bäume und werden dann liegengelassen. Auch die Verkrautung wird nicht mehr weggenommen. Zwischen Oktober und Mai ist das Wasser zudem noch sehr kalt, so dass angepasste Kleidung notwendig ist.

    Sicherlich, für den Paddler, der gerne außerhalb der Saison paddelt, ist das eine Einschränkung. Aber es wird doch sicherlich noch andere Gewässer geben. Regelungen, dass DKV Mitglieder paddeln dürfen und andere nicht, führen ebenso zu Unmut. Dann doch lieber für alle sperren ohne Ausnahme.

    Oder ärgert es Dich nur, dass die "Horden" nicht reguliert werden? Freizeitangebote sind halt für alle da. Die andere Lösung wäre eine Komplettsperrung. Oder die von Mus angeregte Kontrolle, die aber nicht unbedingt die Menge der Paddler, sondern die Qualität regulieren würde.
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  20. AW: Drohende Befahrungsbeschränkung auf der Isar - Aufruf zum Protest

    #20
    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Sicherlich, für den Paddler, der gerne außerhalb der Saison paddelt, ist das eine Einschränkung. Aber es wird doch sicherlich noch andere Gewässer geben. Regelungen, dass DKV Mitglieder paddeln dürfen und andere nicht, führen ebenso zu Unmut. Dann doch lieber für alle sperren ohne Ausnahme.
    Schau, dir doch bitte einmal die Anzahl der Reglementierungen in Bayern an bevor du solche Aussagen triffst! An fast jedem Fluss gibt es eine Befahrungsbeschränkung! Mit welcher Konsequenz? Dass der Druck auf die verbliebenen Gewässer steigt, was sonst. Die Folge sind weiter Sperrungen, irgendwann haben wir alles durch.

    Und dann? Sollen dann alle bayerischen Paddler nach Österreich oder Italien kommen?

    Gegen Sperrungen in der Brutzeit etc ist ja gar nichts einzuwenden, aber solche Brachiallösungen, lösen nun einmal keine Probleme, im Gegenteil sie tragen weiter zur Verschlechterung der Situation bei.

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