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  1. AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #21
    Mitreisende: ticipico
    HRP Tag 15: zurück nach Frankreich

    So allmählich gewöhne ich mich an das "frühe" Aufstehen. Um 6:10 Uhr klingelt mein 'Wecker' im doch etwas unpersönlichen Refugio Respomusu und ich pelle mich aus dem Schlafsack, ziehe mich an, packe meinen Rucksack und "mache mich zurecht".

    Saloum und ich frühstücken in der Hütte. Unser letzter gemeinsamer Wandertag bricht an. Sehr schade.

    Kurz vor dem 'Abflug' kommen wir mit Felix, einem 23jährigen Wiener, ins Gespräch. Er war bisher 'ultralight' und ultra-allein auf dem GR11 in Spanien unterwegs und hat sich ein Knie bei einem panikartigen Gewitterabstieg überbeansprucht. Eigentlich wollte er schon nach Hause fliegen. Doch schöpfte er Zuversicht als wir ihm eine Bandage und ein schmerz- und entzündungshemmendes Medikament anboten.

    So liefen wir zu dritt zum Col de Facho. Und wieder war die Landschaft um uns herum so beeindruckend, dass jeder still und staunend vor sich hin lief.






    Wir begegneten Murmeltieren, die sich unscheu aus nächster Nähe fotografieren ließen.


    Auch vom Timing lagen wir mal wieder goldrichtig. 5 Minuten bevor wir die Refuge Wallon erreichten, begann es mal wieder zu regnen.


    Das Refugium hatte wieder diese lässig, freundliche, unkommerzielle Art, die wir auf dem spanischen Refugio vermissten.


    International ging es wieder zu: Menschen aus Frankreich, Belgien, Österreich und Deutschland, - kurz: ein bisschen Europa war anwesend und verstand sich prächtig. Essen und Wein waren gut. Was braucht es mehr?

    https://4.bp.blogspot.com/-f81jG0JSh...24-960x640.png
    Diesen Aschenbecher habe ich mir zuhause nachgebaut, falls ich mal rauchende Gäste habe .

    Kenndaten - Länge: ca. 17 km - Aufstieg: ca. 1.050 m - Abstieg: ca. 1.450 m - Dauer: ca. 8,5 Std.
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  2. AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #22
    HRP Tag 16: Kranke Rebe

    So hieß übersetzt das heutige Glanzlicht, wobei am Abend noch ein hoch gelegener Zeltplatz als Schmankerl hinzu kam.

    Aber von vorn:

    Am Vorabend ergänzte Manfred unsere ZufallsWanderGruppe.

    Kleidung wurde über Nacht im freien nicht geheizten Gastraum "getrocknet". Auf jeden Fall war die gute Absicht da und manches wechselte den Zustand von nass nach feucht bzw. klamm.


    Wir nahmen Abschied von unseren Hüttenwirten, die fast alles sehr locker sahen und Trancemelodien aus der Konserve als Tischmusik bevorzugten.



    noch ein Blick zurück ...

    und wir mussten uns leider bald an einer Weggabelung von Saloum verabschieden. Ich möchte gern Kontakt zu ihm halten. Danke für die schönen gemeinsamen Tage.

    "Schon" nach einem Auf- und Abstieg (4 Std.) erreichten wir (Felix, Manfred und ich) das Val Oulettes mit der Vignemale (=kranke Rebe) als Talabschluss. Immer noch ein phantastischer Anblick, obwohl der Gletscher schon massiv geschmolzen ist. Eigentlich müsste man hier eine Nacht und einen Morgen verbringen ...


    Vignemale


    Beim Aufstieg zur höchst gelegenen bewirtschafteten Hütte der Pyrenäen, Refuge de Bayssellance (2651m), kamen zwar Wolken auf, doch blieben sie im Tal hängen.

    Dafür war die Ankunft an der Hütte ...

    und die Aussicht vom Zeltplatz grandios.

    Den Abend verbrachten wir mit drei belgischen Bergwandergruppen, die rein zufällig am gleichen Tag hier waren bei gutem Essen und süßen Rotwein. Durch den kleinen Gastraum und der Dichte der Gäste heizten wir uns selbst ein.

    Die Nacht draußen war dann etwas frischer, so ca. 4 Grad. Dank Zelt und Schlafsack kein Problem.

    Kenndaten - Länge: ca. 14 km - Aufstieg: ca. 1530 m - Abstieg: ca. 770 m - Dauer: ca. 8,5 Std.
    Geändert von ticipico (18.01.2019 um 13:46 Uhr)
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  3. AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #23
    HRP Tag 17: Rücksturz zur KommerzErde

    6:30 Uhr in der Früh, ein Blick aus dem Zelt: mehr braucht es nicht, um zufrieden zu sein...


    Ein "petit déjeuner", das hier wirklich stets klein ausfällt, war unser Kick in den Tag. Danach ginge es 7 Std. fast nur bergab.


    Felix hielt mit seinen Knieschmerzen gut durch, wollte jedoch nach diesem KnallerAbstieg zur Erholung mindestens einen Tag Pause einlegen.

    Manfred zweigte in ein Seitental ab. Er wollte in den nächsten Tagen abseits vom HRP noch mindestens zwei Dreitausender besteigen, bevor es für ihn wieder nach Hause ging.


    hält (noch )

    Ein von weitem trügerische Schneefeld entschärfte sich bei näherer Betrachtung und war tatsächlich noch begehbar.


    Wir streiften eine schöne Schäferhütte (Cabana) mit "modernem" Grasdach ...



    ... und einfachem "Interieur".

    Und weiter ging's bergab nach Gavernie, einem in Frankreich sehr beliebten Reiseziel in den französischen Pyrenäen.

    Kommerz und Genuss hatten uns wieder.

    Wir stellten unsere Zelte auf einem Campingplatz auf, von dem wir eine wunderbare Aussicht auf den "Cirque de Gavernie" hatten. Wirklich beeindruckend, inkl. des höchsten Wasserfalls Frankreichs, den "Grand Cascades de Gavernie", über 400m hoch.


    Zur Ferienzeit lockt das natürlich Touristenströme an. Gut, dass wir außerhalb der Saison da waren.


    Kaufrauschzone Gavernie

    Kenndaten - Länge: ca. 18 km - Aufstieg: ca. 520 m - Abstieg: ca. 1770 m - Dauer: ca. 7,5 Std.
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  4. AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #24
    HRP Tag 18: mal wieder solo unterwegs

    Am Morgen konnte ich nochmal ein paar Pixel für den Cirque de Gavernie nutzen. Es gibt nur wenige wanderbare Übergänge an diesem Talende. Dahinter liegt Spanien.


    Cirque de Gavernie

    Von Felix habe ich mich heute nach dem Frühstück verabschiedet. Ich hoffe, seinem Knie geht es schnell besser, damit er noch einige Touren gehen kann, bevor er von Barcelona nach Wien fliegt.

    Gen Osten ging es weiter. Es ging durch den Nationalpark Pyrenäen. Im Rückblick ab und zu der Cirque.


    Es ist still, wenn ich allein laufe. Ich muss mich wieder dran gewöhnen. Immerhin bin ich jetzt 6 Tage mit anderen gemeinsam gegangen. Ich hatte weniger Lust zu fotografieren, wie hier das Symbol des Nationalpark, die Pyrenäengämse (Isard). Bisher habe ich noch keine in echt gesehen.


    Nach Auf- und Abstieg sowie abschließendem 5km Straßenlauf erreichte ich Héas. Ton Joosten empfiehlt hier die Auberge de la Munia, jetzt "Chez Soaz", wegen des guten Essens und der gemütlichen Atmosphäre. Beides stimmt voll und ganz.


    ... nur dass Spanien noch einige Stunden Fußmarsch entfernt ist ...

    Die Auberge wird von zwei Frauen auf sehr persönliche und französische Weise geführt. Zur Not werden auch ein paar englische Wörter benutzt. Ausgewählte ausländische Produkte werden boykottiert.


    Keine Coca! Kein Nutella!

    Ein leicht indischer Einschlag bei der Zimmergestaltung lässt auf entsprechende frühere Auslandsaufenthalte schließen.


    Kenndaten - Länge: ca. 19 km - Aufstieg: ca. 1.250 m - Abstieg: ca. 1.110 m - Dauer: ca. 8,5 Std.
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  5. Erfahren

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    AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #25
    lese fasziniert mit
    Es ist immer zu früh, um aufzugeben.

  6. AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #26
    Zitat Zitat von Waldlaeuferin Beitrag anzeigen
    lese fasziniert mit
    Freut mich. Das motiviert mich doch zum weiterschreiben

    HRP Tag 19: Jour Zero

    Den amerikanischen Begriff "zeroday" habe ich mal französiert: Jour Zero.

    Für diesen entschied ich mich heute morgen, als ich beim Frühstück um 7:30 Uhr noch sehr müde war. Es hat auch bestimmt damit zu tun, dass mir meine bisherigen Mitwanderer fehlen. Also ist Nichtstun, Schlafen, Waschen, Rucksack optimieren sowie die weitere Tour planen angesagt.

    Es gibt zwei Routen für die nächsten 5 Tage durch die hohen Pyrenäen.

    Die eine, auf der französischen Seite, - spektakulär, stark wetterabhängig und evtl. mit Schnee- und Eisresten versehen, die manchmal Leichtsteigeisen erforderlich machen sollen.

    Die andere, auf der spanischen Seite, - weniger grandios und weniger wetterabhängig sowie im Normalfall ohne Steigeisen begehbar.

    Der Zufall wollte es, dass ein anderer HRP-Wanderer hier auch einen Pausentag einlegte. Es empfahl mir die spanische Variante, da in diesem Jahr auch jetzt im Herbst noch relativ viel vereister Schnee liege und daher Steigeisen notwendig seien.

    Somit entschied ich mich für die spanische Variante. Damit ergibt sich mindestens ein Grund nochmal die hohen Pyrenäen zu durchwandern , dann aber mit Steighilfen für vereisten Altschnee.


    Hauptgang des köstlichen Abendessens
    bei Chez Soaz

    Vollkommen aufgefrischt (Akkus, Kalorien, Planung) laufe ich morgen wieder weiter.

    Kenndaten - Länge: 0 km - Aufstieg: 0 m - Abstieg: 0 m - Dauer: 0 Std.


    HRP Tag 20: de Héas (F) à Barrosa (E)

    Der Abschied heute morgen fiel mir etwas schwer. Ich fühlte mich hier richtig wohl.


    Héas mit Auberge und Kapelle

    Auch das Tal, in dem die paar Häuser liegen, die als Héas zusammengefasst sind, liegt verträumt da.


    Ein Rückblick auf den Cirque de Troumouse, der bis auf eine Mautstraße kommerzfrei scheint. Vielleicht besuche ich ihn beim nächsten mal.


    Nach einer Stunde habe ich wieder den Nationalpark erreicht.


    Manchmal gibt es auch Cabanas aus Naturstein anstatt verputzt. Ich finde, sie passen einfach besser in die Landschaft.


    Die letzten Meter zum Col wirken etwas ausgesetzt.

    Genauso die ersten Meter des Abstiegs vom Col.

    Heute muss ich insgesamt vier kleine Pässe zwischen 2400m und 2600m bewältigen. Eine Brotzeit zwischendurch ist da sinnvoll.

    Bei jedem Pass ergibt sich eine neue Aussicht. Die Pyrenäen sind einfach unverschämt schön.



    Ein kleiner Schmetterling zeigt auch seine Schönheit. Wie wir Menschen ihn nennen, damit wir ihn besser einsortieren können, muss ich noch rausfinden.

    Vorbei geht es an den Lacs de Barroud hinauf zum letzten Pass und hinein nach Spanien. Dieses Europa ist meist schon toll, finde ich. Alles ist so fast grenzenlos.


    Nach einem langwierigen und -weiligen Abstieg in das Val Barrosa erreiche ich endlich das gleichnamige Cabane de Barrosa,

    eine recht ordentliche und einfache Unterkunft.




    Ich mache mir was zu essen (Reis mit Butter, Bouillon und Thunfisch), danach noch einen Kaffee mit Schokolade. Ein Bier oder Wein wäre auch nicht schlecht.

    Jetzt sitze ich hier bei offener Tür im Halbdunkel und höre dem leichten Gewitter und dem Regen zu. Dieses Abendprogramm läuft seit ca. einer halben Stunde und hat kein offizielles Ende. Ich hoffe, morgen ist es wieder gutes Laufwetter.

    Kenndaten - Länge: 20 km - Aufstieg: ca. 1.710m - Abstieg: ca. 1.500 m - Dauer: ca. 10 Std.
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  7. Fuchs
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    AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #27
    Zitat Zitat von ticipico Beitrag anzeigen
    da in diesem Jahr auch jetzt im Herbst noch relativ viel vereister Schnee liege und daher Steigeisen notwendig seien.
    ... ein Grund nochmal die hohen Pyrenäen zu durchwandern
    Sogar im Herbst noch
    Das machen die da absichtlich! Bestimmt! Mich haben sie damit auch schon an die Angel bekommen ...


    Ein Rückblick auf den Cirque de Troumouse, der bis auf eine Mautstraße kommerzfrei scheint.
    Es gibt einen größeren Wanderparkplatz (der im Sommer am späten Vormittag mit 1-2 Autos belegt war), sonst direkt im Cirque nichts. Zwischen Heas und dem Cirque waren einige Restaurationen, in die ich aber nicht eingekehrt bin, ich habe sie in einem Bogen umrundet. Vom Cirque selbst habe ich im Nebel nicht so viel gesehen, die Wände waren aber schon hübsch steil. Irgendwo sollte da eine Spur durchführen, die ich aber nicht gefunden habe (wegen des Nebels auch nicht intensiv gesucht habe).

    Die letzten Meter zum Col wirken etwas ausgesetzt.
    Genauso die ersten Meter des Abstiegs vom Col.
    Fand ich auch. Wenn das da nass ist, ist es sicher weniger entspannt ...


    Bei jedem Pass ergibt sich eine neue Aussicht. Die Pyrenäen sind einfach unverschämt schön.
    Noch ein Grund ...


    Dieses Europa ist meist schon toll, finde ich. Alles ist so fast grenzenlos.
    Ja. Fällt mir gerade besonders auf, weil ich versuche herauszufinden, ob es sinnvoll ist, für Anfang April einen Flug nach England zu buchen ... oder ob da dann das totale Chaos im Flugbetrieb auf die Insel herrscht ...


    Den Falter würde ich irgendwo in die Familie der Bläulinge einsortieren, falls ich das wollte, aber davon gibt es so viele, dass es zwar leicht ist, die meisten auszuschließen, aber nicht so leicht, den richtigen zu finden.


    Falls du nochmal in die Gegend der Barroude-Seen kommst, kann ich dir die Route von Folko nach Riumanjou sehr empfehlen. Anstrengend, aber herrlich!

    Viele Grüße,
    Sylvia
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  8. Fuchs

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    AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #28
    Schön.
    Auf deinen Bericht hab ich schon gewartet. Hattest du ja schon angekündig.
    Mir macht es immer Freude etwas über die Pyrenäen zu lesen und Fotos anzuschauen.

    LG. Folko
    www.mitrucksack.de
    Ganz viel Pyrenäen ( HRP- Haute Randonnée Pyrénéenne - komplett) und ein bisschen La Gomera

  9. AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #29
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    für Anfang April einen Flug nach England zu buchen ... oder ob da dann das totale Chaos im Flugbetrieb auf die Insel herrscht ...
    OT: ... wird bestimmt nicht so heiß gegessen, wie es derzeit gekocht wird.
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  10. AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #30
    Zitat Zitat von Nicki Beitrag anzeigen
    Mir macht es immer Freude etwas über die Pyrenäen zu lesen und Fotos anzuschauen.
    Prima, wenn ich dir den Winter etwas verschönern kann. Ich hoffe, deinem Rücken geht es etwas besser.

    LG Klaus
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  11. AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #31
    HRP Tag 21: teilweise öde und ent-täuschend

    Heute Nacht ist es passiert: Um ca. 2 Uhr wurde ich wach, weil ich mit meiner Hüfte durch meine tolle Luftmatratze hindurch die OSB-Platte spürte, auf der die Matte lag.

    Dafür gab es nur eine Erklärung: Die Matte hat mindestens ein Loch mehr als vorgesehen. Also erstmal nachpumpen, damit ich weiterschlafen konnte. Das wiederholte sich dann nochmal um ca. 5 Uhr und kurz vor dem Aufstehen.

    Zum gemütlich Frühstücken war es noch zu frisch. So packte ich am Morgen mein Hab' und Gut stiefelte los. Erst noch ein Abschiedsbild von der Cabana Barrosa ...


    und ein Willkommensbild vom Schein der aufgehenden Sonne ...


    Zunächst ging es schattig 2,5 Stunden bergab. Der Weg führte mich an einer Weihnachtsstimmung vorbei. Die Assoziation dazu war einfach plötzlich bei mir da ...


    Bis dahin hatte ich immer noch kein Frühstück und ich wusste, es steht mir ein sich hinziehender elf km langer (Dirt Road) Aufstieg bevor. Für die nächsten Tage fehlte mir auch noch etwas Proviant, so dass ich einen guten Grund hatte auf der A-138, die Spanien mit Frankreich über den Tunnel d'Aragnouet verbindet, bis zum Lebensmittelladen an der Tankstelle in Parzan zu laufen ...


    Auf der A-138 war nichts los.
    Interessant, dass es auch mal schön sein kann, auf Asphalt zu laufen.

    und mir in der dortigen Bar ein großzügiges Brunch zu gönnen. Ungewohnte, manchmal angenehme (Kaffeemaschine), manchmal unangenehme (Automotor) Geräusche und Gerüche umgeben mich. Der Unterschied ist wirklich krass, wenn man ein paar Tage aus dem menschlichen Bienenschwarm draußen ist und dann wieder Kontakt aufnimmt.

    Frisch gestärkt ging es wieder 1,5 km zurück bis zum Start der ElfKmDirtRoad. Doch vorher noch ein Vitaminschub. Ich war ganz schön spät dran für mein heutiges Vorhaben.


    Wenn schon keine Bären, dann schon wenigstens Beeren


    mal wieder Dirt Road

    Der Weg war so breit, dass er einspurig befahrbar war. Nur zwei SUVs kamen mir auf der ganzen Strecke entgegen. In den Ferien wird das anders sein, denn am Ende des Weges gibt es ein paar schön gelegene Seen. Da lässt sich Allrad"abenteuer" mit WochenendPicknick gut verbinden. An einigen Kehren erlaubt mir der Weg einen kurzen Einblick in den Barranco de Urdiceto, eine gewaltige Schlucht, die mir schon beim Anblick Respekt einflößt. Nicht meins. Zu dunkel, zu eng.

    Bis zum Paso de los Caballos auf 2.319m ging es hoch, vorbei an der gleichnamigen Cabane de los Caballos (nicht sehr einladend) ...


    ... und etwas muffig-rauchig.

    Ab hier ging es dann fast nur abwärts, mal auf Dirt Road, mal auf naturnahen Wegen bis ich mit vielen Kilo- und Höhenmetern in den Beinen am Abend gerade noch rechtzeitig zum Abendessen das Rifugio de Viados erreichte. Für Zeltaufbau und Kochen hatte ich einfach keine Lust mehr.

    Beim Essen lernte ich einen Europäer deutscher Herkunft kennen, der sich die Begehung des GR11 vom Mittelmeer zum Atlantik zum Ziel gesetzt hatte. Wir hatten einen intensiven Austausch über Routen und Ausrüstung. Leider wurden ihm am folgenden Morgen seine SuperCarbonTrekkingStöcke gestohlen. Der erste Diebstahl, den ich in all den Jahren meiner Bergwanderzeit auf einer Hütte in den Bergen erlebt habe. Ich war ent-täuscht.

    Kenndaten - Länge: ca. 31 km - Aufstieg: ca. 1.630m - Abstieg: ca. 1.650m - Dauer: ca. 10,5 Std.
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  12. Erfahren

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    AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #32
    Super. Ich zweifle, ob ich das körperlich schaffe, aber die Gegend sieht so toll aus, dass ich den Weg mal auf meine Liste setze. Spanien ist eh meine 2. Heimat.
    Es ist immer zu früh, um aufzugeben.

  13. AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #33
    HRP Tag 22: auf dem GR11

    Buenos días! Das sind die Müllreste meines bisher süßesten Frühstücks auf dem Refugio Viados. Ich komme mir vor wie häufig auf italienischen Hütten. Gut gemeint und voll daneben.

    Positiv ausgedrückt gibt es hier noch enormes Entwicklungspotential in Sachen Ernährung und Nachhaltigkeit. Vielleicht sollte ich zukünftig auf das angebotene Frühstück verzichten und nur den meist richtig guten "cafe con leche" bestellen.


    mein Tischmülleimer

    Noch einmal rückwärts schauen für ein Abschiedsbild.

    Rifugio Viados


    zunächst ging es durch ein noch recht ursprüngliches Tal mit vielen Schäfereien ...

    ... auf sehr entspannt laufbaren Wegen ...

    Die Landschaft mutete schon fast mittelgebirgig an, doch der Schein trügt. Das ganze liegt auf etwa 2.200 m Höhe.

    Und gleichzeitig gab es in diesen Höhen noch in Massen Pilze, ob (un)genießbar sei dahingestellt.

    Eine Notunterkunft mit einer Türhöhe von ca. einem Meter. Sie war sogar nutzbar. Für umherstreifende Hobbits.



    Immer wieder beeindruckten mich die bis in die 3000er Regionen vorhandenen grünen Hänge.

    An der Cabane unten habe ich ein Päuschen und ein Nickerchen gemacht.


    Ein Biwakplatz am Collade de Eriste
    Es ist wie eine Einladung für eine Nacht, um hier den Sternenhimmel zu erleben.


    Beim Abstieg gab es wieder gemütliche Wege und bewegende Aussichten.


    Das Rifugio Estos liegt günstig für einige Bergbesteigungen und Übergänge nach Frankreich. Im Sommer ist hier bestimmt einiges los. Jetzt im September verlieren sich nur ein paar vereinzelte Wander*er*innen*gruppen hierher. Den Abend verbrachte ich mit einer französisch/baskischen Wandergruppe, einem Basken aus Spanien und zwei jungen Männern aus Deutschland, die einen Teil des GR11 in aller Langsamkeit zu Entschleunigung laufen, bevor sie wieder einen deutschen Großkonzern unterstützen, autonom fahrende Hochgeschwindigkeits-U-Bahnen für Chinas Großstädte zu entwickeln. Crazy.

    Kenndaten - Länge: ca. 11 km - Aufstieg: ca. 960m - Abstieg: ca. 800m - Dauer: ca. 6 Std.
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  14. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #34
    Ich schau jeden Tag hier rein, ob´s was Neues gibt von dir.
    Vor ein paar Tagen habe ich mir quer durch Europa die neu aufgelegten Rando editions Karten 5-7 und 12 für die Zentralpyrenäen bestellt. Die nächsten, 23 und 22, sollen Ende des Monats erscheinen.
    Dann geht es an die konkrete Planung für den kommenden Sommer

    Herrliche Bilder! Und bei deinen Texten muss ich oft lachen, beispielsweise hier:

    Zitat Zitat von ticipico Beitrag anzeigen
    Für umherstreifende Hobbits.
    ...
    Ein Biwakplatz am Collade de Eriste
    Es ist wie eine Einladung für eine Nacht, um hier den Sternenhimmel zu erleben.


    Ich kann´s gar nicht abwarten, wieder da zu wandern!
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    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  15. AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #35
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Ich kann´s gar nicht abwarten, wieder da zu wandern!
    Da geht es Dir wie mir auch. Obwohl ich für die Zeit davor auch schon ein paar Ideen habe (GTA, nördlicher Teil - einige kleinere Gänge durch deutsches Mittelgebirge) und ich mich darauf freue, - so wird die HRP-Ergänzung und -Fortsetzung mein Hochlicht in diesem Jahr sein.
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  16. AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #36
    HRP Tag 23: ¡Hola!

    Nach illustrem weinseligem Abend in europäischer Gesellschaft verdrückte ich am folgenden Morgen das von mir (zum vorletzten Mal) bestellte süße Verpackungsmüll-Frühstück und machte mich auf den Weg.


    Das Rifugio Estos liegt wirklich traumhaft am Talende des Val (naah? - richtig!) Estos.

    Bei diesem wunderbaren, sonnigen, klaren Herbstwetter kamen mir einigen Wandernde aus dem Tal entgegen, die ich schon recht routiniert mit "¡Hola!" begrüßte. Nur die Aussprache des umgekehrten Ausrufezeichens ¡ fällt mir immer noch etwas schwer.


    Ein etwas schattiger, aber deshalb nicht weniger gewaltiger Wasserfall lässt mich zum Bestaunen einen kleinen Umweg machen. Kommt leider auf dem Bild nicht so gewaltig heraus, war aber so.


    Be(un)ruhigend!
    Auch in Spanien gibt es Akribist*en*innen ...


    Am Ende des Val Estos erwartete mich ein großer Parkplatz, dessen Größe Rückschlüsse auf den Andrang in der sommerlichen Ferienzeit zuließ. Ein kurzes Stück ging es am Rio Esero in nördliche Richtung. Dann, am Beginn des gegenüberliegenden Tales durchquerte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Buchsbaumwald. Es war feucht und etwas modrig und strahlte gleichzeitig Urwüchsigkeit aus.


    Rückschau zeigt Schönheit

    Es ging mal wieder über "dirt road" gute 1.200 Höhenmeter aufwärts. Hat etwas Meditatives an sich, wenn ich gar nicht auf Wegart und -richtung achten muss. Und ich wurde echt schnell dabei ...

    Schon eine am Wegesrand stehende Cabana ist dann eine Abwechslung, die ich mir dann näher anschaute ...


    Von außen eine attraktive Selbstversorgerhütte: Cabana del Quillion




    von innen eher eine Notunterkunft, aber zur Not eben voll o.k.


    Endlich. Das Ende des Zufahrtsweges zum Rifugio de Coronas liegt in einem malerischen Hochtal, dass zum Picknicken und Pausieren einlädt.

    Ich machte mir Hoffnung auf ein naturnahen Pfad, dem ich folgen konnte ...


    Der Weg wurde zwar naturnah, gleichzeitig aber irgendwie "unrund" zu begehen ... vielleicht lag es auch nur an meiner schon aufkeimenden Müdigkeit, dass ich den Weg so mühselig begehbar empfand.


    Ich erreichte letztendlich die Pleta de Llosas, eine Hochebene unterhalb der (naah!? - richtig!) Llosas-Seen. Leicht sumpfig mit wunderbar klarem Wasser um mich herum, jedoch mit genügend trockenen Stellen, um ein Zelt aufzustellen. Eine echte Seelen-Oase.


    Das Abendlicht war magisch und machte still.

    Kenndaten - Länge: ca. 22 km - Aufstieg: ca. 1.280m - Abstieg: ca. 980m - Dauer: ca. 9 Std.
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  17. AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #37
    HRP Tag 24: frischere Fortsetzung folgt

    Da ich trotz allem Untertauchen in einem See immer noch nicht das Löchlein in meiner Schlafmatte gefunden habe, musste ich in dieser Nacht die Matte viermal nachfüllen, was nervig und schlafunterbrechend ist: Immer wenn meine Hüfte sich durch die Matte gedrückt hatte und ich so den Boden spürte, wurde ich wach.

    Zudem war es feuchtkalt (4 Uhr: 2 Grad auf 2250hm). Dementsprechend fühlte ich mich nicht sehr erholt. Die morgendliche Zeltaussicht war gleichwohl toll.


    Im morgendlichen Schatten der Berge zu frühstücken, macht nur kalt. So bin ich erstmal eine Stunde gelaufen, bevor mich die ersten Sonnenstrahlen wärmten. Gleichzeitig hatte ich eine Sicht auf die Rückseite des Maladeta-Massivs. Hört sich gut an. Sieht auch gut aus.


    Frische Heidelbeeren gab es auf 2.400hm! Dazu Müsli und Instantkaffee von Saloum. Lecker!


    Vor dem ersten steilen Pass gab es wundervoll gelegene Seen.


    Die vor zwei Jahren neu errichtete Hütte Refugi d'Anglios, schockierte mich etwas mit ihrem durch und durch Metallischen. Aber o.k., wenn nicht nur Verzehrtiere auf Spaltenböden laufen müssen, sondern auch Menschen. Meine Erfahrung: barfuß macht das gar keine Freude.


    Ein vorletzter Auf- und insbesondere steiler, großblockiger Abstieg setzte mir schon zu.


    Der allerletzte Abstieg über Stock und Stein und dichten, wilden Wald, hinunter in das Barranco de Les Ixalenques gab mir für heute den Rest.


    Knieschmerzen und Erschöpfung. Schaffe ich das, wenn die Tour so weiter geht?

    Und sie geht so weiter, sogar noch etwas strammer. Denn ab 1.10. werden weniger Hütten geöffnet haben, auf denen ich wieder Kräfte schöpfen kann. Ich merke, das eine Zeltnacht, insbesondere wegen der Abend- und Morgenstimmung, besonders schön sein kann. Doch macht es auch Freude, ein warmes Essen bereitet zu bekommen und in einem Bett ohne Leck in der Matratze durchschlafen zu können.

    Übrigens bin ich heute in Katalonien angekommen. Der Hüttenwirt des Rifugi de Conangles machte mich direkt darauf aufmerksam.

    Bona Nit (katalanisch)

    Kenndaten - Länge: ca. 21 km - Aufstieg: ca. 1.210m - Abstieg: ca. 960m, Dauer: ca. 8,5 Std.

    ... gleich am nächsten Morgen fühlte ich mich zwar etwas erholter.

    Dennoch habe ich die Tour an dieser Stelle beendet, - um sie im nächsten Jahr frischer, erholt, mit funktionsfähiger Schlafmatte und geöffneten Hütten fortzusetzen. Evtl. findet sich ja noch jemand bis dahin, der/die auch Lust auf die HRP-Begehung hat...
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  18. AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #38
    HRP: Erkenntnisse 2018

    Die Rückreise nach Kassel gestaltete sich entspannt und flüssig.

    Per Anhalter durch den Tunnel nach Vielha, einem der Haupt-Skiorte in den spanischen katalanischen Pyrenäen - weiter per Autostop (geht gut hier) über den N-230 bis zur spanisch- katalanisch-französischen Grenze; hier durfte ich eine kleine katalanische Autonomie-Demonstration erleben - weiter per Anhalter in Frankreich auf der N-125 bis nach Montréjeau. Parallel dazu besorgte ich mir online je eine Bahnfahrkarte bei oui.sncf für die Strecke Montréjeau-Toulouse-Paris-Straßbourg (inkl. Schlafwagen von Toulouse nach Paris, - war super!) und eine Fahrkarte bei bahn.de von Straßbourg nach Kassel. Muss noch getrennt gekauft werden, - so ganz europäisch geht der Online-Fahrkartenkauf dann doch noch nicht.


    Ende einer Wanderung: ich bin wieder in den Netzen

    Nach ein paar Tagen zu Hause und habe ich über diese Tour nachgedacht und, soweit möglich, -gefühlt.

    Zum Bestandsschutz der Pyrenäen müsste ich eigentlich schreiben,

    - dass die HRP langweilig und anstrengend ist und sich eine Begehung nicht lohnt
    - dass die Pyrenäen landschaftlich und stimmungsmäßig weit hinter den Alpen zurückbleiben
    - dass es an Essen, Trinken und Gastfreundschaft hapert
    - usw.

    So würde ich zumindest nicht dazu beitragen, dass dieses Großod (Kleinod wäre untertrieben) als ein Traumziel für Wandernde attraktiver wird.

    Doch ist das komplette Gegenteil der Fall. Wanderungen in den Pyrenäen sind für Menschen sehr geeignet, die es gern einfach, urwüchsig und still lieben. Ski-Resorts, Shopping-Meilen und touristische Ballungszentren sind seltene Ausnahmen und dienen eher als abschreckende menschengemachte Kontrapunkte.

    Meine Erkenntnisse für mich aus/während der Wanderung:

    Das Sehen der wundervollen Landschaft wurde mir mit der Zeit (bei mir in diesem Fall nach ca. 3 Wochen) zum Normalen, schliff sich ab. Ich nahm sie nicht mehr so intensiv wahr wie zu Beginn der Wanderung. Aufgrund der wunderbaren Reizflut nahm mein Reizempfinden ab. Eigentlich ist es doch gut, wenn das Schöne zum Normalen wird ... und gleichzeitig ist es schade, wenn ich einfach so dran vorbei laufe.
    Also scheint es für mich besser, mehrere "kürzere" (bis zu 4 Wochen) Touren zu machen, um so meine Sensitivität für das Neue/Schöne/... zu erhalten.

    Je mehr Tage ich unterwegs war, nahm ich die körperliche Belastung insbesondere bei steilen Abstiegen intensiver wahr. Durch dieses schmerzhafte Gehen wurden meine Schritte unsicherer, was wiederum mehr Aufmerksamkeit und Anstrengung notwendig machte, was wiederum früher erschöpfte.
    Also scheint es sinnvoll, wöchentlich einen Ruhetag zur Regenerierung einzulegen. Auch mein Gepäck werde ich nochmals prüfen und reduzieren.

    Obwohl ich auch gern allein gelaufen bin, habe ich mich über angenehme Begegnungen (auch menschliche ) stets gefreut.
    Also scheint es sinnvoll, in einem Zeitraum zu laufen, in der die Hütten noch bewirtschaftet sind und die Wege, Pässe und Hochtäler noch begangen werden, aber nicht überlaufen sind.

    Idee: Im September 2019 werde ich die HRP ab Rifuge de la Soula fortsetzen.
    So gebe ich mir die Möglichkeit, die vier "spektakulären" Etappen (lt. Ton Joosten), für die evtl. Steighilfen notwendig sind, doch noch zu laufen (in diesem Jahr bin ich sie auf dem GR11 umgangen). September, weil die bewirteten Hütten nicht mehr voll, aber noch offen sind. Außerdem war das Wetter in diesem September stabil schön, - typisches Bergwetter eben.

    Neben den typischen Pyrenäen-Durchquerungen GR10, GR11 und HRP gibt es noch viele weitere wunderbare Bergwanderungen (Rund- und Streckentouren), für die sich die etwas weitere Anfahrt lohnt. Die digitale Karte TopoPirineos ist dabei die Basis für eine schier unerschöpfliche Anzahl von Möglichkeiten. Eine weitere Fundgrube für Wanderungen, Seen, Gipfel und den "Pyreänismus" allgemein ist die französisch-sprachige Website pyrenees-passion.info.

    Kenndaten - Tage: 24, davon 1 Pausentag -
    Übernachtungen: im Zelt: 11, in Cabanas: 2, in Refuges: 5, in Gîte d'étape: 6
    Länge: ca. 417 km - Aufstieg: ca. 26.600 m - Abstieg: ca. 24.900 m - Dauer: ca. 186 Std.
    Geändert von ticipico (26.01.2019 um 15:31 Uhr)
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  19. Erfahren
    Avatar von TEK
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    AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #39
    Hallo ticipico,

    ich habe hier still und heimlich mitgelesen. Vielen Dank für den schönen Reisebericht! MeerBerge und Du habt dafür gesorgt, dass die Pyrenäen sich einen Platz auf meiner Wunschliste ergattert haben. Ob ich sie irgendwann mal mit meinen Kindern oder alleine – vielleicht auch erst, wenn die Kinder keine Lust mehr haben, mit ihren Eltern Urlaub zu machen – erwandern kann – mal sehen.

  20. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [FR] [ES] HRP, erster Teil

    #40
    Hallo Klaus!

    Noch einmal herzlichen Dank für deinen wunderbaren Bericht - für Erinnerungen an Bekanntes und für Neues!



    Zitat Zitat von ticipico Beitrag anzeigen
    HRP: Erkenntnisse 2018

    - dass die HRP langweilig und anstrengend ist und sich eine Begehung nicht lohnt
    - dass die Pyrenäen landschaftlich und stimmungsmäßig weit hinter den Alpen zurückbleiben
    - dass es an Essen, Trinken und Gastfreundschaft hapert
    - usw.
    Hier schließe ich mich voll und ganz an!


    Das Sehen der wundervollen Landschaft wurde mir mit der Zeit (bei mir in diesem Fall nach ca. 3 Wochen) zum Normalen, schliff sich ab. Ich nahm sie nicht mehr so intensiv wahr wie zu Beginn der Wanderung. Aufgrund der wunderbaren Reizflut nahm mein Reizempfinden ab.
    Das habe ich anders empfunden. Selbst nach 5 Wochen im Sommer war ich noch jeden Tag begeistert, habe so viel Neues und Interessantes am Wegrand entdeckt und konnte neugierig kaum den nächsten Pass erwarten um zu sehen, wie es dahinter aussieht. Und jedes Mal war es ein neues Wow und es sah irgendwie alles anders aus (und manches Mal ein Juhuu und manches Mal auch ein Puh, da darf/muss ich jetzt runter!?).


    Je mehr Tage ich unterwegs war, nahm ich die körperliche Belastung insbesondere bei steilen Abstiegen intensiver wahr.
    Also scheint es sinnvoll, wöchentlich einen Ruhetag zur Regenerierung einzulegen.
    Ich hatte eine gewisse Leistungskurve. Ziemlich unfit und untrainiert bin ich am Atlantik gestartet. Von da aus wurde es jeden Tag besser und leichter. Etwa ab der Hälfte dann hatte ich ebenfalls das Gefühl, dass meine Leistungsfähigkeit etwas nachlässt und das Bergwandern zeitweise schwerer fällt. Ich habe es bei mir dann auch auf fehlende Regenerationstage (46 Wandertage, 2 Pausentage, einer davon durch Unpässlichkeit erzwungen) zurückgeführt - und vielleicht auch auf fortschreitende Mangelernährung. Morgens Müsli geht ja noch, aber dann über den Tag nur noch Kekse oder so und abends Tütensuppe mit Couscous oder Pü, was zwar akut satt macht, aber wohl nicht die verbrauchten Energien ersetzen kann. Ich habe insgesamt auf der Tour dann auch einiges abgenommen und zunehmend das Gefühl gehabt, das geht an die Substanz.
    Das hast du mit einigen Hüttenmahlzeiten sicher besser gelöst als ich (nur im Zelt).


    Idee: Im September 2019 werde ich die HRP ab Rifuge de la Soula fortsetzen.
    Ich glaube, September ist eine super Zeit dort! Der Schnee ist maximal weg, die Hütten offen, der Andrang vorbei.
    Schade, dass ich im September leider keinen Urlaub habe, sonst könnte ich mir vorstellen, dass wir ganz gut ein Stückchen zusammen laufen könnten.
    Meine Reisezeit diesen Sommer beginnt schon (zu) früh, Ende Juni, und endet dann schon wieder Mitte August.
    Keine guten Voraussetzungen für die Bezwingung der hohen Pässe.
    Aber 3 meiner bestellten 5 Papierkarten 1:50.000 sind mittlerweile aus Frankreich bei mir eingetroffen (neu aufgelegte Rando editons 5, 6 und 12 (ex 24). Die 22 und 23 sollen diesen Winter/Frühling neu aufgelegt werden.
    Daraus werde ich mir auch was Hübsches basteln

    Viel Freude beim Planen deiner nächsten Touren!!!

    Beste Grüße,
    Sylvia
    Kalender *Papageitaucher 2019*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

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