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  1. Gerne im Forum

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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #41
    Hi.
    Vorneweg: Viel Spaß beim EBC.
    Die Everest Gegend ist wirklich grandios.

    Ich werds mir vermutlich diesen Februar gönnen, bin eh schon vor Ort ;)
    Werde das allerdings von Jiri angehen und auch die 3 Pässe noch (mal) machen.

    Zu dem Wikiprogramm:

    Geht alles erstmal in Ordnung, wobei ich den Aklimatisations"spaziergang" am 2. Tag schon etwas übertrieben finde.

    Mir ist dann aber der Sprung Dingboche-Lobuche zu groß (eine Zwiscchenübernachtung in Dukla (4600m) wäre sinniger), das sind 550 m Unterschied und das ist in dieser Höhe eigentlich zuviel, besonders wenn man dann anschließend gleich 3 Nächte im 5000 m Bereich übernachten will, also 1 mal 4950m und 2 mal 5100m

    So ähnlich habe ich mir dort oben mal ein Lungenödem eingehandelt, was mich in eine sehr kritische, lebensgefährliche Situation gebracht hat

    Auch halte ich 2 Nächte in Gorakshep für unnötig, man kann EBC und Kalo Patthar auch mit einer Nacht in Gorakshep locker machen.
    Warum die das so machen, bleibt wohl deren Betriebsgeheimnis.

    Gefährlich ist ja nicht so sehr die Maximalhöhe sondern die Dauer auf dieser Höhe.

    Lobuche-Gorakshep und was den lieben langen Tag dort machen?
    Bei gutem Wetter würde ich dann auf jeden Fall zum Sonnenuntergang auf den Kalo Patthar gehen (an deiner Stelle).


    Aber egal, ich will dir die Vorfreude nicht nehmen.
    Du bist ja erstmal eh an dieses Programm gebunden.

    Bei schwachen Symptome hilft oft abwarten und Tee trinken und auch mal ne Ibu.
    Wenn Symptome wie Kopfschmerzen aber anhalten oder sehr stark sind oder bei Anzeichen von Luftnot , starkem Kraftverlust etc. musst du absteigen, notfalls auch mitten in der Nacht, dafür haben die Wikinger bestimmt auch mindestens einen Co-Guide dabei

    Aber mach dir mal keine allzugroßen Sorgen.
    Das mit dem Höhenmediziner -und Zelt würde ich mir auch sparen.

    Bringt beides meines Erachten nichts.

    Da glaube ich dann schon eher an die gute alte Knoblauchsuppe....

    Und beuge dich auf keinem Fall irgendeinem Gruppendruck, d.h. nicht dass du von Anfang an aus der Reihe tanzen sollst, sondern mache nichts mit, wenn es dir nicht gut geht.

    Eine Strategie wird dir ja von den Wikingern schon vorbestimmt, da kannst du nun leider kaum noch etwas dran drehen und das ist genau das Problem von Gruppenreisen in solche Höhen...
    So bleibt dir eigentlich nur, dich und die anderen gut zu beobachten, und im Zweifel richtig reagieren (erstmal absteigen, bis es einem wieder gut geht)

    Man muss auch darauf achten warm zu bleiben, denn Kälte und Höhenkrankheit sollen in einem gewissen Kontext stehen.
    Wichtig ist auch die Ohren vor kälte und Wind zu schützen, ansonsten bekommt man leichter Kopfschmerzen, die zu den häufigsten Warnsymptomen gehört. D .h aver nicht dass man bei leichten Kopfschmerzen bereits höhenkrank ist oder wird. Also nicht gleich in Panik verfallen. In der Regel verschwinden diese nach ner Weile wieder.

    Was kostet der Spass eigentlich, wenn ich mal fragen darf?

    Überigens hättest du den ebc trek auch konservativ ohne heliflug in der Zeit machen können.

    Ein zweiter Heliflug steht eh in Aussicht, wenn wie so häufig die flieger wegen Nebels in lukla nicht landen/starten können

    Viel Erfolg
    Geändert von Nepalflo (16.01.2019 um 10:29 Uhr)

  2. Anfänger im Forum

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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #42
    Mir ist dann aber der Sprung Dingboche-Lobuche zu groß (eine Zwiscchenübernachtung in Dukla (4600m) wäre sinniger), das sind 550 m Unterschied und das ist in dieser Höhe eigentlich zuviel, besonders wenn man dann anschließend gleich 3 Nächte im 5000 m Bereich übernachten will, also 1 mal 4950m und 2 mal 5100m. So ähnlich habe ich mir dort oben mal ein Lungenödem eingehandelt, was mich in eine sehr kritische, lebensgefährliche Situation gebracht hat
    Daher hatte ich ja an die Vorakklimatisierung zu Hause mittels Höhenzelt und Höhengenerator gedacht, um das Risiko für Lungen-/Höhenhirnödem zu minimieren. Aber zu dieser Idee gingen die Meinungen hier ja eher in die Richtung, dass das etwas übertrieben sei... aber dein Fall zeigt ja dann schon, dass die Gefahr sehr real ist...

    Lobuche-Gorakshep und was den lieben langen Tag dort machen?
    Überleben???

    Was kostet der Spass eigentlich, wenn ich mal fragen darf?
    Im Einzelzimmer so ca. 3500 Euro, im Doppelzimmer 500 Euro billiger. Einzelzimmer gibt's aber natürlich eh nur bis Tengboche, danach wird man dann wohl einfach irgendwo dazu gesteckt.

    Viel Erfolg
    Danke!

  3. Gerne im Forum

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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #43
    Ich zweifle einfach an der Wirksamkeit des zeltes.
    Wenn es funktionieren würde könnten Everest Besteiger sich ja das wochenlange Prozedere vor Ort sparen und den Berg in einer Woche besteigen.
    Das ist auch mein Totschlagargument gehen die Diamoxschlucker.

    Das Hirnödem dürfte dich weniger tangieren. Dies tritt eher ab 7000m auf.
    Lungenödem ist ein problem, aber in der Regel reicht schnell abzusteigen....

    Das einzelzimmer bekommst du nicht weil es Hauptsaison ist . Jetzt im Februar werde ich selbst in Gorakshep die halbe Lodge für mich haben
    Geändert von Nepalflo (23.01.2019 um 08:15 Uhr)

  4. Lebt im Forum
    Avatar von derSammy
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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #44
    Ah wah…

    Die "großen" (sprich geldigen) Veranstalter/Agenturen haben Ihre Stammlodges samt fixen Zimmerkontingent,,,zu 99% wirst du alleine schlafen (also liegen ) können!

    @floh ...wieso quälst Du Dich denn schon wieder da rauf??

    Da gibt's doch noch sooo viele andere "Hügel" und Wege...???


    @rider…

    Bevor Du ins Zelt gehst setzt Dich lieber ab sofort jeden Abend 4 Std. frierend auf die Terasse/Balkon … feil an Deinen "uno" Skills und atme den Rauch von brennender "Kuhschxxe" ein … das bringt sicherlich mehr zur Vorbereitung

  5. Gerne im Forum

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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #45
    Weil ich es eben ziemlich geil finde und es jemanden zeigen möchte. Ausserdem kann ich auf dem jiritrek viell. den einen oder anderen Abstecher machen, den ich noch nicht kenne, da wäre ja noch der numbur cheese circuit und der pikey trek

    Edit :und friss ab jetzt nur noch reis und linsen. .. im khumbu isst du aber nur noch yaksteak auf wikingers kosten hähä
    Geändert von Nepalflo (23.01.2019 um 10:26 Uhr)

  6. Erfahren

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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #46
    Äh Nepalflo,

    "Ich zweifle einfach an der Wirksamkeit des zeltes.
    Wenn es funktionieren würde könnten Everest Besteiger sich ja das wochenlange Prozedere vor Ort sparen und den Berg in einer Woche besteigen."



    nicht daß ich ein Freund von sowas wäre, aber https://www.bergundsteigen.blog/luka...-expeditionen/

    es scheint zu funktionieren. Und vielleicht ist das sogar die bessere Lösung als Sherpas in Gefahr durch handlungsunfähige Kunden. Schad halt, daß von dem ganzen Geld dann praktisch kaum was in Nepal ankommt.

    Und highrider, nein, daß hat keine Relevanz für dich, geh draußen joggen, geh auch einfach mal nen Wochenende 2 Tage hintereinander mit nem 10kg Rucksack je 20km wandern, einfach bewegen und vergiß deine Sorgen, es wird dann auf jeden Fall unfitere Leute als dich dort geben

  7. Dauerbesucher
    Avatar von macroshooter
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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #47
    Trotz Vorakklimatisierung mit Hypoxie-Zelt ist aber NACH WIE VOR der wesentliche Faktor für den Gipfelerfolg das:

    Everest Flash und die € 95.000 bedeuten tatsächlich auch ein hohes Maß an Support und Sicherheit am Berg. Wir rechnen mit zwei Sherpas pro Teilnehmer, stellen unlimitiert Sauerstoff zur Verfügung und haben eigene Regler entwickeln lassen, die eine Flussrate von bis zu 8 Litern pro Minute ermöglichen. Zudem wird die gesamte Sauerstoffversorgung bis zum Gipfel redundant für jeden Teilnehmer mitgeführt. Die heutige Standardflussrate am Gipfeltag am Everest bei westlichen Veranstaltern liegt bei 4-6 Litern pro Minute
    Punkt.
    Ich würde mal gerne das genaue Trainingsprogramm unter Hypoxie sehen. Und auch Messwerte zur Leistungsentwicklung.
    Ich bin nämlich immer noch der Meinung, dass ein Training für sowas wie den Mount Everest so fordernd ist, dass Hypoxie den Trainingseffekt untergräbt, weil es die Erholung von einer Trainingseinheit verschlechtert.
    Wenn Vorakklimatisierung im Hypoxie-Zelt, dann nur in den letzten 2-3 Wochen vor Beginn der Expedition. Und dann auch nur noch reduziertes Training.

  8. Erfahren

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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #48
    OT: Aber das wird doch weder vom Reiseveranstalter, noch von mir bestritten, insofern versteh ich nicht ganz warum Du da son fetten Punkt draus machst?

    Ich hab so den leisen Verdacht, auch wenn der gute Herr Furtenbach sehr kommunikativ ist, daß er nicht unbedingt nen genauen Trainingsplan rausrückt ohne Buchung, also dein Einsatz

  9. Dauerbesucher
    Avatar von macroshooter
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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #49
    Zitat Zitat von walnut Beitrag anzeigen
    [OT]Aber das wird doch weder vom Reiseveranstalter, noch von mir bestritten, insofern versteh ich nicht ganz warum Du da son fetten Punkt draus machst?
    Weil das meiner Meinung nach auch nicht wirklich eingeordnet wird.
    Er sagt zwar, wie die Versorgung mit zusätzlichen Sauerstoff war, aber nicht, was das im Vergleich zur Vorakklimatisierung bedeutet.

  10. Erfahren
    Avatar von Bergzebra
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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #50
    Was haben seekrank, höhenkrank und früher der Schlackeneinschluß beim Autogen-Schweißen gemeinsam?

    Kaum denkt man dran, hat man es schon.

    Höhenverträglichkeit hat zusätzlich zu den sonstigen Einflußfaktoren auch noch viel mit der eigenen Psyche und/oder Unterbewusstsein zu tun.

    Zusätzliche Problematik ist nachts beim Schlaf, wenn man die Einflußfaktoren nicht mehr wissentlich steuern kann.

    Wie simuliert ein Höhenzelt überhaupt den verringerten Außendruck, der auf den Körper wirkt? Ist in einem Höhenzelt/-kammer der Gegendruck beim Ausatmen ähnlich als in Natura?

    Zur Thematik Höhe und Psyche ein kleiner Auschnitt aus meiner Homepage zum Aufstieg auf den Kilimanjaro:

    Ein großes Problem bei „Höhenneulingen“ ist das Erkennen und bedingungslose Akzeptieren von Anspruch und Wirklichkeit der eigenen Grundleistungsfähigkeit. Den Höhenanfängerfehler

    »Ich lauf da schnell mal die 100m rauf!«

    macht so ziemlich jeder am Anfang ein Mal. Nach 10 Sekunden beginnt dann die verzweifelte Suche nach der imaginären „Herz-Lungen-Maschine“ in Tateinheit mit der unsichtbaren Wand. Eine Wand, gegen die man doch eigentlich in den letzten Sekunden gelaufen sein muss?

    Die Abnahme der Leistungsfähigkeit in der Höhe ist weitgehend nicht einem mangelhaften Ausdauerzustand geschuldet, sondern geht einher mit den Bedingungen in der Höhe. Wenn man schon darauf fast keinen Einfluss hat, dann sollte man wenigstens versuchen zu vermeiden, andere nicht zwingend notwendige Störfaktoren an sich herankommen zu lassen. Man sollte besser

    »Stress mit der Höhe« haben, aber nicht »Stress in der Höhe«.

    Somit lässt sich auch erklären, warum ich in einer möglichst kleinen Gruppe das Unternehmen Kilimanjaro starten wollte. Probleme am Kilimanjaro dürfte ich sowieso schon genügend haben, deshalb wollte ich in diesem Falle wenigstens auf gruppendynamisch bedingte Stressfaktoren verzichten.

    Sprichwörtlich gesprochen könnte dies bedeuten: Warum soll man sich überhaupt mit dem Wachsen des Grases auseinandersetzen, wenn man sowieso keinen Einfluss darauf hat. Die Situation am Berg ist fordernd genug, warum unnötig Ressourcen verschleudern für Sinnloses! Anders ausgedrückt bedeutet dies auch:

    »Und was ich nicht ändern kann, das nehme ich geduldig an!«

    Für nicht Wenige ist am Kilimanjaro der Umgang mit der Höhe Neuland, auch wenn man u.U. in Höhenkammern trainiert hat. Höhenkammertraining ist zwar sicherlich nicht schlecht, fordert aber gerade das Unterbewusstsein nur sehr bedingt. Ich möchte es vergleichen mit einem „Krücken-Gehtest“ ohne Probleme mit den Beinen zu haben. Es fehlt diesem Training bzw. dieser Vorbeitung die bedingungslose Ausgeliefertheit in der aktuellen Situation. In dieser Testsituation beendet man die Angelegenheit einfach im Überforderungsfalle. In der Realität am Berg muss man aber durch diese Situation bedingungslos durch, ob man es nun will oder nicht.

    Das Gespür zu unterscheiden, ob der Körper sich in der Anpassung an die Höhe befindet oder ob seine Leistungsfähigkeit diesbezüglich schon überschritten ist, ist bei Höhenneulingen oft erst ansatzweise vorhanden. Und dazu muss auch noch der Wille vorhanden sein, dies überhaupt erfahren zu wollen, die Medizin macht es einem mit Alternativmöglichkeiten in Pillen- und Kugelform ja so leicht. War man vielleicht bereits in großen Höhen beim Wandern, dann hat selten eine Übernachtung in der dünneren Luft stattgefunden. Der Organismus ist noch in der Anpassungsphase und selbst ist man schon in der Vorstellungswelt des „Hilfe ich bin höhenkrank“.

    Solange man untertags die Situation noch kontrollieren kann, läuft vieles trotz der Höhe noch wie von selbst. Ist während des Schlafs der Körper auf sich alleine gestellt, beginnen die Probleme.

    Aus einem Gefühl der Atemnot, wenn man mitten in der Nacht aufwacht, wird schnell in der Psyche eine Höhenkrankheit in der Endphase. Das Psycho-Hamsterrad beginnt sich zu drehen und es steigert sich die Angst, was passiert, wenn man aus dem Rad heraus fällt. Aufgrund der abgeflachten Atmung während des Schlafes in der Höhe ist man aufgewacht, da irgendein Sensor dem Gehirn einen Alarm gemeldet hatte. Ein paar tiefe Atemzüge hätten genügt und man hätte weiterschlafen können. Aber nein, man will ja als Höhenneuling das „Höhenkrank“ live miterleben. Man hat Angst, es könnte ja während des Schlafes noch schlimmer werden und man könnte es nicht mitbekommen!

    Zu Studiumszeiten hatte ich eine Vorlesung zur Physiologie des Menschen. Ein Themengebiet der Vorlesung war das menschliche Auge und die Wahrnehmung und Informationsverarbeitung im Gehirn zum Thema „Sehen“.

    In der Wahrnehmung arbeitet das menschliche Gehirn aus Gründen der Reaktionszeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit gerne mit bekannten und bereits früher abgespeicherten „Bildmustern“ und steuert daraus dann die notwendigen Reaktionen. Werden sich dabei der Sensor „Auge“ und die Recheneinheit „Gehirn“ uneins über die Interpretation eines „Umweltzustands“, dann ist Ärger für den Rest des Individuums Mensch vorprogrammiert. Und wenn sich das eigene Gehirn mit irgendeinem körpereigenen Bereich im „Kleinkrieg“ befindet, dann findet das der Rest im wahrsten Sinne des Wortes zum Kotzen.

    Ein Beispiel dazu: „Die Füße sind normal unten, unten ist der Boden und der Himmel ist oben“. Zunächst ist dies eine einfache primitive Feststellung. Die Augen und einer der Massenrezeptoren im menschlichen Körper bestätigen diese Ansicht. Man muss nur einmal mit den Augen nach unten gebückt durch die eigenen Füße schauen. Im Gehirn wird das eigentliche „auf dem Kopf stehen“ sofort folgerichtig interpretiert und man nimmt die Umwelt nicht seitenverkehrt wahr. In einer Raumstation im Weltall dagegen herrscht aber Schwerelosigkeit. Die Füße sind irgendwo im Raum, was das Auge auch (richtig) meldet. Der Massensensor meldet, dass er sich nicht mehr auskennt, aber das Auge wird schon recht haben. Aus der Erinnerung meint das Gehirn, dass, wo die Füße sind , unten ist. Der eigene Massensensor vertritt aber auf Nachfrage durch das Gehirn die Ansicht, dass unten irgendwo im Raum sein müsste. Und schon ist fast jeder neue Astronaut am ersten Tag in der Schwerelosigkeit auf der Suche nach der ominösen Tüte der Familie Ullr... . Erst nach einigen Stunden ist durch den Verstand die Situation im Griff.

    Wer nun aber meint, der Mensch besitzt gar keinen Massensensor (so nenne ich ihn zur Vereinfachung einmal), der sollte einmal viele Stunden am Stück mit schweren Bergstiefeln wandern und direkt im Anschluss daran versuchen mit leichten Turnschuhen Fußball zu spielen. Man hebt in den ersten Minuten den Fuß viel zu hoch und trifft fast den Ball nicht und beim Schießen ist schlichtweg kein Gefühl da. Man bolzt nur noch und die eigene Standfestigkeit ist sehr bescheiden. Oder warum findet man mit schlafwandlerischer Sicherheit jedes Mal durch eine Stolpereinlage bei 100 Treppenstufen immer genau die eine, die mit 1cm Differenz in der Höhe von den anderen Stufen abweicht? Nur zwei von unendlich vielen Beispielen, die man zu diesem Phänomen nennen kann.

    Manch eine(r) wird sich fragen, was diese Ausführungen hier zum Aufstieg auf einen hohen Berg sollen?

    In niedrigen Höhen kennt sich das Gehirn mit seiner Peripherie bestens aus. Je höher man kommt, desto stärker driftet das Gesehene bzw. durch körpereigene Sensoren Aufgenommene von den Erinnerungsmustern für Gutzustände im Gehirn auseinander. Man ist z.B. für die Anstrengung bzw. das „Außer-Atem -Sein“ in der Höhe eigentlich für das Gehirn viel zu langsam unterwegs. Die interne Überprüfung der Situation durch das Gehirn ergibt, dass alle Aufnahmeeinheiten ordnungsgemäß funktionieren. „Berechnungen“ im Gehirn lassen den Schluss zu, dass das Auge etwas falsches sehen muss. Schafft es der Verstand nicht rechtzeitig für Klarheit in der Situation zu sorgen, dann ist der Ärger vorprogrammiert. Man ist nicht langsam, weil man nicht fit genug ist. Man ist langsam, weil man sich in der Höhe befindet.

    Dieses Phänomen tritt aber auch im umgekehrten Falle auf. Nach 3 Wochen in Peru durchgehend in Höhen zwischen 2500m und 4900m hatte ich nach Ankunft in der am Pazifik gelegenen chilenischen Stadt Arica auf Meereshöhe beim Spazierengehen das Gefühl, dass sich in meinem Rücken eine bis zum Brechen gespannte Feder befindet, die mich unaufhörlich nach vorne schieben will. War dies der Einstieg in eine medizinisch nicht beschriebene „Tiefenkrankheit“? Wahrscheinlich ist diese Vermutung gar nicht so abwegig, denn peruanische Hochlandbewohner haben im Tiefland ähnliche Symptome als Unsereiner in der Höhe.
    Schaffe Dir Erinnerungen bevor Du nur noch diese hast!

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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #51
    Das kann so nicht stehen bleiben.
    Die lebensbedrohlichen Formen von Höhenkrankheit sind nicht psychisch bedingt. Also nicht mit "alles nur Kopfsache".

    Zitat Zitat von Bergzebra Beitrag anzeigen
    Wie simuliert ein Höhenzelt überhaupt den verringerten Außendruck, der auf den Körper wirkt? Ist in einem Höhenzelt/-kammer der Gegendruck beim Ausatmen ähnlich als in Natura?
    Nein, das Hypoxiezelt reduziert nur den Sauerstoffanteil in der Luft. Es ändert nicht den Sauerstoffpartialdruck.

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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #52
    Zitat Zitat von macroshooter Beitrag anzeigen
    Das kann so nicht stehen bleiben.
    Die lebensbedrohlichen Formen von Höhenkrankheit sind nicht psychisch bedingt. Also nicht mit "alles nur Kopfsache".
    Habe ich auch so nicht geschrieben, siehe Zitat aus meinem Eintrag oben. Die betroffene Stelle im Fettdruck.

    Zitat Zitat von Bergzebra Beitrag anzeigen
    Höhenverträglichkeit hat zusätzlich zu den sonstigen Einflußfaktoren auch noch viel mit der eigenen Psyche und/oder Unterbewusstsein zu tun.
    Schaffe Dir Erinnerungen bevor Du nur noch diese hast!

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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #53
    @Bergzebra: welche Belege und wissenschaftliche Quellen hast Du für diese Aussage? Also dass man, im Grunde, mit der eigenen Einstellung die Sauerstoffsättigung im Blut beeinflussen kann (und sei es nur so gering) ?
    "Niemand hört den Ruf des Meeres oder der Berge, nur derjenige, der dem Meer oder den Bergen wesensverwandt ist" (O. Chambers)

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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #54
    OT:
    Zitat Zitat von macroshooter Beitrag anzeigen
    Trotz Vorakklimatisierung mit Hypoxie-Zelt ist aber NACH WIE VOR der wesentliche Faktor für den Gipfelerfolg das:



    Punkt.
    Ich würde mal gerne das genaue Trainingsprogramm unter Hypoxie sehen. Und auch Messwerte zur Leistungsentwicklung.
    Ich bin nämlich immer noch der Meinung, dass ein Training für sowas wie den Mount Everest so fordernd ist, dass Hypoxie den Trainingseffekt untergräbt, weil es die Erholung von einer Trainingseinheit verschlechtert.
    Wenn Vorakklimatisierung im Hypoxie-Zelt, dann nur in den letzten 2-3 Wochen vor Beginn der Expedition. Und dann auch nur noch reduziertes Training.
    Ich habe auch das ganze Interview in Bergundsteigen gelesen, bin zwar nicht ein Fan von diesem approach, aber dass es funktioniert, scheint gut belegt zu sein, der Trainingsplan wird da auch beschrieben (6 Wochen lang Höhensimulation beim schlafen bis zu Höhe von 7000 M). Die Kandidaten werden in wenigen Tagen sofort auf 7000 M gekarrt und die riesigen Mengen an Sauerstoff sind hauptächlich für den Notfall da.
    "Niemand hört den Ruf des Meeres oder der Berge, nur derjenige, der dem Meer oder den Bergen wesensverwandt ist" (O. Chambers)

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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #55
    Das ist ja gut und schön, was der alles erzählt und behauptet.
    Mir gefällt sein Stil schon mal nicht, der ist dermaßen überheblich.


    Nichtsdestotrotz war sein Team Flash auch 4 Wochen am Berg..
    Angeblich um ein Wetterfenster abzuwarten.....
    Also wenn die 4 Wochen da oben sind, wo ist nun der Beweis erbracht, dass es allein dieses Hypoxie-Training gebracht hat?
    In welchem Tempo sind sie denn nun auf die 7000m gestiegen?

    Und wozu nun die tollen Sauerstoff-Flaschen, die am Ende gar nicht gebraucht wurden? Auch das ist erstmal nur seine ungeprüfte Aussage. Er sagt das Team Flash habe nicht mehr Sauerstoff benötigt als das Team "Classic"
    Aber die waren auch 8 Wochen am Berg und Sauerstoff wird nicht nur am Gipfeltag verwendet

    Und wenn der Sauerstoffpartialdruck wie er behauptet gar keine Rolle spielt fürs Höhentraining.
    Wozu dann der ganze Aufwand mir dem Höhenzelt überhaupt?
    Schickt die Leute mit massig Sauerstoff und spezialventilen hoch und fertig.
    Und zwar innerhalb einer Woche....

    Das wäre dann schon eher revolutionär als Leute 8 Wochen einem Spezialtraining zu unterziehen.
    Ist das denn wirklich alltagstauglich? Und der ganze Spaß kostet auch noch das doppelte
    Geändert von Nepalflo (23.01.2019 um 16:47 Uhr)

  16. Dauerbesucher
    Avatar von simurgh
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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #56
    Zitat Zitat von Vegareve Beitrag anzeigen
    ...Also dass man, im Grunde, mit der eigenen Einstellung die Sauerstoffsättigung im Blut beeinflussen kann (und sei es nur so gering) ?
    Warum soll jemand wissenschaftliche Quellen nennen, für etwas, was er so niemals behauptet hat?

    @Bergzebra: Hab' deinen Beitrag gerne gelesen. Der Kopf machts...
    >> Ich suchte Berge und fand Menschen <<

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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #57
    OT:
    Zitat Zitat von Nepalflo Beitrag anzeigen
    Mir gefällt sein Stil schon mal nicht
    Mir auch nicht.

    Zitat Zitat von Nepalflo Beitrag anzeigen
    Also wenn die 4 Wochen da oben sind, wo ist nun der Beweis erbracht, dass es allein dieses Hypoxie-Training gebracht hat?
    Sonst hätten sie 6 bis 8 Wochen gebraucht.

    Zitat Zitat von Nepalflo Beitrag anzeigen
    Und wozu nun die tollen Sauerstoff-Flaschen, die am Ende gar nicht gebraucht wurden?
    ...Für Notfall, Staus vor dem Gipfel, schlechtes Wetter etc.

    Zitat Zitat von Nepalflo Beitrag anzeigen
    Und wenn der Sauerstoffpartialdruck wie er behauptet gar keine Rolle spielt fürs Höhentraining.
    Wozu dann der ganze Aufwand mir dem Höhenzelt überhaupt?
    Schickt die Leute mit massig Sauerstoff und spezialventilen hoch und fertig.
    No comment .

    Ist zwar OT hier, Nepalflo, aber sorry, ich weiss dass Du oft in Nepal warst und bist, aber aus diesen Fragen klingt es für mich, also ob Du ganz und gar nicht viel vom Höhenbergsteigen verstehst, nichts für ungut. Lass uns lieber zurück zum Anliegen des TO kehren.
    "Niemand hört den Ruf des Meeres oder der Berge, nur derjenige, der dem Meer oder den Bergen wesensverwandt ist" (O. Chambers)

  18. Gerne im Forum

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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #58
    Klar wie soll ich auch etwas vom Höhenbergsteigen verstehen, wenn ich es noch nie gemacht habe.
    Das Bergsteigen am Mount Everest scheint aber weitestgehend auch nichts mehr mit(höhen) Bergsteigen zu tun zu haben.
    Der mit seinem Flash Team treibt es ja nun noch mehr auf die Spitze...

    Dieses Betonen: seine Kunden sehen aus, als ob sie gerade aus dem Büro kämen, kaum erschöpft etc.
    Also wo liegt da überhaupt noch die Challenge bei dem ganzen, wenn das alles nicht mal mehr an die Grenzen geht.

    Mich interessiert aber trotzdem schon wie es dort oben funktioniert und was nun physiologisch abgeht und warum man so und so vorgeht.
    So bisher bin ich davon ausgegangen, dass der Sauerstoffpartialdruck eben der entscheidene Faktor ist, also auch der Grund, warum man eben nicht einfach so mit Sauerstoffflaschen hochrennen kann.

    Nun sagt der Herr hier aber, der Sauerstoffpartialdruck spielt keine Rolle und sie hätten auch gleich zum Gipfel hochgehen können.
    Wozu denn nun dieses Hypoxie-Training? Warum kann man jetzt nicht, zumal mit den tollen neuen Sauerstoffflaschen ,direkt los stürmen

    Warum geht das also nicht?

    Nach Herrn .... müßte es doch theoretisch gehen
    Geändert von Nepalflo (23.01.2019 um 19:14 Uhr)

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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #59
    OT: Oh man, das ist echt nicht das Thema hier. Aber kurz gerissen: sie waren für die Höhe 7000 M akklimatisiert. Bis 8848 M ist es noch ein riesiger Unterschied. Man kann nicht einfach so sich zum Everest "hoch zudröhnen", als ob man sich auf 3000 M befände, schon allein logistisch ist es unmöglich. Ausserdem wäre es absolut fahrlässig, denn würde etwas passieren und man müsste ohne Sauerstoffflasche einige Schritte machen, würde man quasi tot umfallen. Dann die Anpassung an der Kälte und so weiter. Wenn dich das Thema Höhenexpeditionen interessiert, lies Bücher darüber, es gibt eine Unmenge an Literatur.
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    AW: Strategien zur Vermeidung der Höhenkrankheit auf EBC Trek April 2019

    #60
    OT: : Hier noch ein Bericht, was mit Vorakklimatisation im Hypoxie-Zelt - und gutem Training - auch für Amateure möglich sein kann: Acon solo und unsupported in 6 Tagen, zwei Monate später Denali (West Buttress) solo und unsupported in 7 Tagen und nochmal zwei Monate später den Illimani in 2 Tagen ...

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