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  1. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    [IS] Solo-Allir góðir hlutir eru þrír-Im Skaftárhlaup und andere Überraschungen

    #1
    Mitreisende: evernorth
    27.07.18 - 14.08.18





    Prolog


    „ 2018 geht es in eine andere Region, Schweden oder Norwegen vermutlich. Island habe ich fertig,
    basta! “
    Das waren meine Gedanken, unmittelbar nach meiner Tour in 2017.
    Wer den Grund dafür erfahren möchte, der kann hier noch einmal nachlesen.
    Keine zwei Monate später sah die Sache schon wieder ganz anders aus. Ich hatte eben noch nicht fertig, denn die Tour schrie förmlich nach Vervollständigung: Allir góðir hlutir eru þrír - Alle guten Dinge sind drei. Auf ein Neues!
    Im Januar 2018 wurden die Flüge gebucht. Nun, die Preise waren erneut gestiegen, was sicher der zunehmenden Popularität der nördlichen Insel geschuldet war. Zu allem Überfluss ging der Hinflug zunächst von Hamburg nach Wien und dann erst nach Keflavik, was mir erheblich widerstrebte. Im Nachhinein sollte sich das noch als gute Wahl herausstellen.

    Neue Ausrüstung kam auch zum Einsatz. Während ich meinem Zelt Chinook 1Plus von Big Sky International erneut ( und zurecht! ) vertraute, tauschte ich die Petzl Steigeisen gegen meine bewährten Kathoola micro - spikes für die Gletscher - Querung, legte mir von Mountain Equipment einen Ultra - leichten Biwaksack zu ( ich bin ja lernfähig ) und nahm den leichten Eispickel von Climbing Technology (CT) für alle Fälle wieder mit.
    Müßig zu erwähnen, daß ich weder den Biwaksack, noch den Eispickel benötigt, geschweige denn benutzt habe. Ich hatte es nicht anders erwartet.

    Die Route: Start Ring road 1, Núpstaðarskógar, Grænalón, Guðlaug, Querung Siðujökull, Langisjór, Skaerlingar, Eldgjá, Hólaskjól ( Ziel ).

    Das ich auf meiner Tour allerdings in einen der größten und gewaltigsten Gletscherläufe ( den Skaftárhlaup ) der letzten Jahrzehnte geraten und auch sonst noch manche Überraschung erleben sollte, war mir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bewußt......

    - to be continued -
    Geändert von evernorth (08.01.2019 um 20:53 Uhr) Grund: ergänzt
    Ausgetretene Pfade sind die sichersten, aber es herrscht viel Verkehr. Ergo: Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen.

  2. Dauerbesucher
    Avatar von danobaja
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    AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #2
    Zitat Zitat von evernorth Beitrag anzeigen
    ....- to be continued -
    schnell, schnell, bitte!

    freu mich schon!
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  3. Erfahren
    Avatar von Borgman
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    AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #3
    Toll! Es geht los!
    Ich bin schon sooo gespannt, was Du diesmal alles erlebt hast. Über den Siðujökull, im Skaftárhlaup, das klingt schon mal hochgradig aufregend.

  4. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    AW:[IS] Solo-Allir góðir hlutir eru þrír-Im Skaftárhlaup und andere Überraschung

    #4
    27.07.18 + 28.07.18

    Anreise und Reykjavík

    Wie so viele Tage vorher ist es auch am Abflug - Tag wieder sehr warm in D. Die Eurowings Maschine hat bereits in Hamburg Verspätung, doch die hält sich mit 30 Minuten noch in Grenzen. Es gibt einen ausreichend - großen Puffer in Wien. Vielleicht ist etwas Intervall - Fasten angesagt, da die Anreise doch diesmal ein paar Stunden länger dauert? In Wien angekommen klappt alles bestens. Während des Fluges nach Keflavik dann die Überraschung: Es gibt sage und schreibe zwei warme Mahlzeiten im Flieger - kostenlos und mit freien, auch alkoholischen Getränken, alles sogar mehrmals. Es ist wie ein Relikt aus längs vergangenen Zeiten. Fasten ade. Ich bin jedenfalls begeistert. So kann es weitergehen.
    Bei der Ankunft in Keflavik eine Stunde vor Mitternacht bin ich in einer fast schon ausgelassenen Stimmung. Ob das an den alkoholischen Getränken liegt? K…..Kann sein, aber….ne, oder?
    Es nieselt etwas, doch schon bei der Ankunft auf dem CP in Reykjavík ist es wieder trocken. Ich muss etwas suchen, um bei dem deutlich eingeschränkten Tageslicht - es ist bereits gegen 01:00 Uhr nachts - einen halbwegs trockenen Platz zu finden. In manchen Stellen steht regelrecht der Modder. Das hab ich hier so auch noch nicht gesehen. Auf dem Platz herrscht noch eine recht laute Geschäftigkeit, doch das stört mich diesmal nicht besonders, da ich gleich Schlafen gehe. Ich habe Nachholbedarf.

    Am anderen Morgen lasse ich mir Zeit. Ich frühstücke in der Küche, in der eine anstrengende Geschäftigkeit herrscht. Ich habe Mühe, einen Platz zu finden. Alle sind - mehr oder weniger - mit sich selbst beschäftigt, alle ( und es gibt viele! ) Smartphone - Lade-Dosen in Benutzung. Es ist hier ( wie andernorts auch ) nicht anders: 90 Prozent aller Leute sind mit ihrem Smart - Dings beschäftigt und starren auf ein kleines Farb - Display. Was soll´s, ich mache es nicht anders. Ab morgen wird sich das deutlich ändern.
    Gespräche und Gedanken - Austausch findet nur wenig statt. Zum Ende hin mache ich dann doch schnell, da ich mich hier zunehmend unwohl fühle.
    Ich will mir heute wieder ein Rad mieten und werde dafür an das benachbarte Hostel verwiesen. Aha, das ist neu, der CP vermietet also nicht mehr selbst. Mit dem Rad klappere ich verschiedene Tankstellen in Reykjavík ab, da ich Gaskartuschen brauche - ohne Erfolg. Im Útilíf im Einkaufszentrum Kringlan werde ich schließlich zu einem ordentlichen Preis fündig. Meine Lebensmittel habe ich bereits komplett aus D mitgebracht. Was sich bewährt hat, will ich nicht ändern. Dann fahre ich mit dem Rad direkt ins Zentrum zum Kaffibrennslan, mein Lieblings - Café in Reykjavík. Puh, schon wieder Hunger! Auf Tour wird sich das wieder ändern, da habe ich meist nur mässigen Appetit. Im Café gibt es immer eine leckere Vielfalt an kleinen Gerichten und der Kaffee aus der Espresso - Maschine ist vorbildlich und sehr lecker. Vor lauter Entspannung vergesse ich fast die Zeit und muss mich dann etwas beeilen, um das Fahrrad rechtzeitig wieder abzugeben. Im Anschluß packe ich etwas um, da morgen in aller Frühe nur wenig Zeit dafür bleibt. Zum Abend hin führt mich mein Weg dann noch zum Hot Dog Stand am Laugardalslaug für einen Imbiss.


    29.07.18

    Verzögerung in Kirkjubæjarklaustur

    Gegen 7.00 Uhr stehe ich rechtzeitig an der Bushaltestelle. Pünktlich trifft der Sterna - Bus ein.
    Er ist eine Stunde weniger unterwegs und trifft um 13 Uhr in Kirkjubæjarklaustur ein.
    Erst auf der Fahrt habe ich dann festgestellt, daß sich die Fahrt - Zeiten meines Anschluss - Busses von
    re.is geändert haben. Das komfortable Zeitfenster in Kirkjubæjarklaustur ist dahin, Proviant abgeben und pünktlich weiterfahren ist nun nicht mehr an einem Tag zu schaffen. Da ich nicht trampen will bleibe ich „freiwillig“ eine Nacht auf dem immerhin schönen CP, und nehme den früheren Sterna - Bus um 13 Uhr am nächsten Tag. Da es in Kirkjubæjarklaustur alles gibt, was das Herz begehrt, geht es also erst einmal in den nahegelegenen Vínbúðin, um mir zwei Dosen Bier zu gönnen. Bei der Gelegenheit kaufe ich im nahegelegenen Supermarkt noch ein paar Dinge für den Tag ein und verbringe dann einen entspannten Nachmittag auf dem CP.
    Den Abend lasse ich in dem freundlichen Aufenthaltsraum ausklingen und nutze - neben Essen, Lesen, und Trinken - wie alle anderen auch die Zeit, um mein Mobiltelefon ein letztes Mal an der Steckdose aufzuladen. Gibt es überhaupt noch einen Campingplatz, der es wagt, dieses „Grundbedürfnis“ des modernen Outdoorers zu ignorieren?


    30.07.18

    Am nächsten Morgen ist der Himmel bedeckt, doch es ist trocken. Ich lasse mir Zeit, packe und deponiere einen Teil meines Proviants in der Rezeption. Ich nehme Proviant für 12 Tage mit, hoffe jedoch, bei guten Wetterbedingungen schneller voran zu kommen, aber wann sind die Wetterbedingungen auf Island schon mal gut?




    Letztes Foto vor dem Aufbruch


    Früh gehe ich hinunter zur Bushaltestelle. An der Tankstelle trinke ich noch einen Kaffee.
    Sterna fährt die Strecke von Vík í Mýrdal nach Skaftafell in diesem Jahr lediglich mit einem Kleinbus. Als der Bus mit leichter Verspätung eintrifft, sitzen bereits ein paar Leute darin. Etliche Sitzplätze sind frei. Den Rucksack stelle ich einfach auf den Nachbarsitz; eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Die Fahrt dauert nur etwa 45 Minuten, dann hält der Busfahrer an der vereinbarten Stelle, kurz vor der Brücke über den Nupsvötn. Ich quere die R1 und versuche, mich erst einmal einzufühlen und zurechtzufinden. Viele Wolken, aber auch sonnige Abschnitte. Die Sicht ist gut und mein Tagesziel - Núpstaðarskógar - ist bereits mit meinen Augen grob auszumachen. Wenn mir nur nicht die Núpsá einen Strich durch die Rechnung macht. Der manchmal gefährliche Gletscherfluss war im Vorjahr nicht furtbar. Mit gemischten Gefühlen mache ich mich auf den Weg.
    Bis zur Furtstelle ist es nicht weit. Schon bald werde ich wissen, ob der Fluss mir diesmal wohlgesonnen ist.




    Meine Richtung - bewölkt, aber trocken














    Kaum bin ich richtig warmgelaufen, da stehe ich auch schon an der Furtstelle über die Núpsá. Ging das im letzten Jahr auch so schnell? Na, es soll mir recht sein. Das ganze schaut - nun ja - mittelprächtig aus. Ist schon weniger Wasser, als im letzten Jahr, aber ob es damit einfacher wird?
    Ich fühle mich etwas ehrfürchtig, denn die Strömung ist schon eindrucksvoll. Die Geräuschkulisse ist beachtlich. Ich bemerke, dass ich noch nicht im „Abenteuer - Modus“ bin und mein Wagnis - Level vielleicht bei 1 von 5 liegt. Hier und jetzt entscheidet sich, ob ich die Tour fortsetzen darf, oder nicht.
    Ich gehe zunächst zu der Stelle, wo das Wasser etwas ruhiger fließt. Dazu muss ich schon früh ins
    wirklich kalte Nass. Ich probiere etwas herum, eher mutlos und uninspiriert. Das bisschen Mut verlässt mich schnell wieder, denn rasch wird es tiefer. Also wieder zurück. Ich probiere es ein wenig abseits, doch auch dort wird es schnell tiefer. Was ist denn nur los mit mir? Ich will hier doch rüber und das sollte doch gehen, wenn nicht jetzt, wann dann? Schließlich gehe ich wieder zurück und schaue mir den ganzen Flussabschnitt noch einmal genau an. Kurz vor dem bewegten Wasser will ich es dann erneut wagen. Ja, hier hat das Wasser mehr Fliessgeschwindigkeit, doch zu meiner großen Überraschung ist diese viel geringer, als ich erwartet habe und die Wassertiefe ist zu meinem Erstaunen nur knapp über dem Knie. Recht schnell erreiche ich das andere Ufer.
    Das zündet umgehend meinen Turbo, Adrenalin schießt ein und da ist es, mein erstes Glücksgefühl. Jetzt bin ich auf meinem Weg und definitiv im Tour - Modus angekommen. Ich weiss aus der Vergangenheit, dass mich nun bis zur Kette ( darauf gehe ich später noch ein ) in Núpstaðarskógar nichts mehr aufhalten kann.




    Etwa bei dem großen Stein - links der Bildmitte - bin ich gefurtet



    Aus dieser Richtung bin ich gekommen



    Ich entferne mich von der linken Talseite; im Hintergrund: Lómagnúpur






    Ich wechsle nun langsam zur anderen Talseite hinüber. Es dauert nicht lange, da kann ich schon von weitem zwei Hütten ausmachen. Ah, etwas Neues, denke ich, denn die gab es bei meinem letzten Besuch vor sechs Jahren noch nicht. Die schaue ich mir mal genau an. Ich vermute mal, dass sich die Islandic Mountain Guides hier eine wetterfeste Unterkunft gebaut haben. Klick!




    Versorgungshütte der Islandic Mountain Guides












    Ich gehe auf einem recht breiten Weg weiter, der wohl gelegentlich auch von allradbetriebenen Fahrzeugen benutzt wird. Schon nach kurzer Zeit wird der Weg zum schmalen Fußpfad, der immer tiefer in das Tal hinein führt. Von weitem ist schon so etwas wie das Ende auszumachen. Hoch über der Núpsá geht es auf und ab, durch Büsche und an erstarrter Lava entlang.
    Ich komme hinunter auf eine Ebene und stehe auf einmal mitten in einem Blumenmeer. Was für eine Überraschung! Island bietet immer wieder unerwartete Geschenke.











    Am Ende der Ebene werde ich zufällig auf einen etwas abseitigen Pfad aufmerksam. Dem folge ich neugierig ein Stück und plötzlich stehe ich vor einem Erdhügel, der von einer klapprigen Tür versperrt wird. Vorsichtig öffne ich die Tür und kann im Halbdunkel ein paar Gegenstände erkennen. Da hängt etwas von oben herunter…..nein, es ist nicht der Gehängte, vielmehr schaut das nach einem Sack aus, der wohl nicht am Boden liegen soll. Teekessel und Töpfe kann ich auch entdecken. Ob die Mountain Guides das auch als Rückzugs - Refugium nutzen? Vielleicht hat sich hier - vor langer Zeit, so in den 1950 -60er Jahren der Postbote vor besonders schlimmen Wetter geschützt? Die jüngere Nutzung deutet wohl eher auf die Mountain Guides hin.




    Erdhütte im Birkenwald








    Dann ist das Talende erreicht und ich bereite mich auf das Finden der Kette vor. Obwohl ich noch genau zu glauben weiß, wie ich dahin komme, verpasse ich doch glatt oben am Hang eine Abzweigung, die allerdings, gut getarnt von einem blickversperrenden Busch, kaum zu erkennen ist. Dann stehe ich vor der Wand, wo von oben eine Kette herab reicht.




    Links oben die Kette, daneben das bereits heruntergeholte Bergseil


    Doch wo ist das Bergseil, das gleich daneben hängen soll und mit dem ich von oben meinen Rucksack nachholen will.
    Es bleibt mir nichts anderes übrig, als zunächst einmal an der Kette die 8-10 Meter hochzusteigen und zu schauen, ob das Seil noch oben liegt. Während ich hochsteige, fällt mir auf, das der ganze Fels nass von leicht fließendem Wasser ist. Das macht das Klettern auch nicht leichter und ich muss höllisch aufpassen, hier nicht abzurutschen. Es gibt zahlreiche Griffmöglichkeiten, doch die sind tückisch nass. Als ich endlich oben bin, muss ich erst einmal tief durchatmen. Das war sehr stressig und hat Zeit gekostet. Das Bergseil liegt tatsächlich hier oben und ich werfe es hinunter.
    Nun muss ich zu meinem Verdruss noch einmal hinunterklettern, um das Bergseil mit dem Rucksack zu verbinden, um den, nach meinem erneuten Aufstieg, von oben hochzuziehen.
    Nun, der Abstieg geht dann deutlich fixer von statten und nachdem ich erneut, sehr langsam und äußerst vorsichtig wieder oben heil angekommen bin, mache ich mich daran, den Rucksack hochzuziehen. Um diesen vor Schürfschäden zu schützen, habe ich das Regen - Cover übergezogen ( an dem ich später einen Riss flicken musste ). Man, ist der schwer! Mit Kamera wiegt der so um die 20 kg, also das sollte sich doch eigentlich leichter ziehen lassen. Ich finde hier oben auf feucht - nassem Untergrund nur ausgesprochen schlecht Halt. Ich muss mich wirklich ordentlich reinhängen, doch irgendwann ist es dann endlich geschafft. Yeah!
    Verwundert schaue ich auf die Uhr und stelle fest, dass es schon 21:30 Uhr ist. Schnell ist ein Zeltplatz gefunden, selbstverständlich mit grandioser Aussicht.
    Bis das Zelt dann endlich steht, ich in einem weiten Schlenker zu einem Bach gefunden habe, mich gewaschen und Wasser in die Flaschen gefüllt habe und ich endlich vor meinem rauschenden Kocher sitze, geht es schon auf 23:00 Uhr zu. Es dämmert ein wenig und ich lasse mir meine Mahlzeit schmecken. Den Tag beschließt ein guter Schluck single malt. Erst nach Mitternacht finde ich endlich in den Schlafsack.
    What a fucking Anfang!




    Die Núpsá mäandert durch das Tal







    Grandiose Aussicht / Camp 1


    - to be continued -
    Geändert von evernorth (08.01.2019 um 20:57 Uhr) Grund: Fehler-Korrektur
    Ausgetretene Pfade sind die sichersten, aber es herrscht viel Verkehr. Ergo: Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen.

  5. Erfahren

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    AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #5
    Wie cool! Das macht Lust auf mehr.

  6. Fuchs
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    AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #6
    Klingt nach Abenteuer!
    Ich bin dabei!

    Neugierig wartend ...
    Kalender *Papageitaucher 2019*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  7. Fuchs
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    AW:[IS] Solo-Allir góðir hlutir eru þrír-Im Skaftárhlaup und andere Überraschung

    #7
    31.07.18

    Im Sog der Tiefenentspannung

    Um den nun folgenden Tag und meine dort noch sehr präsente Grundstimmung zu erläutern, muss ich kurz ausholen.
    Schon vor meiner Abreise auf die Insel war ich ganz in dem Bann des neuen und vorzüglichen Island - Reiseberichtes von Borgman: Klick!

    Ja, was soll ich sagen, dieser Perspektivwechsel hat es mir angetan. Einfach mal weitgehend „planlos“ loslaufen, sich mal nicht von einer festen Route treiben lassen und dem Tag entspannt soweit zu folgen, bis er sich dem Ende neigt. Diese Idee ist es, die mein heutiges Sein bestimmt und mich ausgesprochen tiefenentspannt in den Tag starten lässt ( obwohl ich ja einen klaren Plan, nebst Route habe ).
    Das heißt, von „Starten“ kann eigentlich nicht die Rede sein, denn als der Wecker klingelt, bin ich noch ausgesprochen müde, drehe mich noch mal auf die Seite und schlafe noch ´ne Runde. Ist doch Urlaub, sagt mir noch meine schläfrige, innere Stimme und da ist mir nun meine ambitionierte Route gerade mal sowas von egal.
    Ja, ich habe diesmal einen kleinen und leichten Digitalwecker mit, auch ein neues Teil, das extra auf „Hörbarkeit“
    getestet wurde, nachdem ich den hochfrequenten Piepston meiner Armbanduhr wiederholt nicht gehört habe. Meist werde ich ja schon ohne Weckton vorher wach, doch hin und wieder benötige ich zur Sicherheit einen verlässlichen Wecker. Es handelt sich um einen Funkwecker und - wie sich im weiteren Verlauf der Tour herausstellt - um einen Wecker, der ein merkwürdiges Eigenleben führt und mich dazu veranlasst, immer wieder neue Korrektur - Ideen zu entwickeln, um den Wecker letztlich das tun zu lassen, für das er da ist: Die richtige Uhrzeit anzeigen. Irgendein Knopf wird im Rucksack regelmäßig gedrückt und schon hat sich die Anzeige / Uhrzeit wieder verstellt, ein Umstand, der mir noch manchen Nerv rauben sollte.

    Nun, ich habe vorzüglich geschlafen, stutze aber schon ein wenig, als ich mit blinzelnden Augen, feststelle, das der Wecker bereits 12 Uhr mittags anzeigt. Na, egal, Urlaub, Tiefenentspannung, die Erinnerung an meinen herrlichen Traum und schon bin ich wieder eingeschlafen, obwohl ich noch mit einem halbgeschlossenen Auge registriere, daß die Sonne längst auf das Zelt scheint.
    Gegen 13:30 Uhr bin ich dann endlich wach und ausgeschlafen. Nach Morgentoilette ( das Wort ist heute angebracht; sonst geht das bedeutend fixer und ist des Wortes eher nicht würdig ), ausgiebigem Frühstück mit einem 2. Becher Kaffee ( was es sonst praktisch nie gibt ) mache ich erst einmal zahlreiche Fotos, alles natürlich ganz in Ruhe, eben tiefenentspannt. Ich berausche mich an der super Location, an den Farben und dem tollen, sonnigen und warmen Wetter. Es gibt vieles, was ich wiederentdecke, manches hat sich auch nach 6 Jahren kaum verändert.














    Hvitáfoss




    Als ich endlich gepackt habe und aufbreche, ist es bereits - laut Wecker - 16:30 Uhr. So spät bin ich noch nie aufgebrochen, doch ich bin nicht in Eile. Ich will bis etwa 22 Uhr gehen und dann einen ausgesprochen kurzen Wandertag beenden.
    Doch bis dahin liegt noch ein gutes Stück Wegstrecke vor mir und vor allem ein weiteres Hindernis: Der „Kessel“, oder auch das „Kanonenrohr“ genannt. Das wird wieder spannend und darauf freue ich mich schon.




    Wasserfall der Nupsá







    Der Eingang in die Schlucht ( Bildmitte )


    Ich komme gut und zügig auf einem überwiegend gut erkennbaren Pfad voran und bald kann ich den Canyon mit dem Zugang zur nächsten Schlüsselstelle ausmachen. In dem Kessel möchte ich mir wirklich nicht vorstellen, dass gleich jemand von oben herabgestiegen kommt. Jeder von oben losgetretene Stein ( und das wäre unvermeidlich ) würde wie ein Geschoß auf mich herunterfliegen. Deshalb wohl auch der Name „Kanonenrohr“. Ein Ausweichen wäre wohl kaum möglich. Na, es kommt zum Glück niemand.




    Der "Kessel" / das "Kanonenrohr" von oben



    Das Foto vermittelt die Steilheit leider nur unzureichend


    Am Anfang komme ich zügig voran und mache gut Strecke. Was dann folgt, kenne ich schon. Zuweilen wird das flüssige Voranschreiten durch den einen oder anderen, kleinen und quer zur Wegrichtung verlaufenden Canyon unterbrochen. Ich muss dann jedes Mal schauen, ob es Hang- auf, oder abwärts leichter ist, diesen zu queren. Das kostet immer etwas Zeit, stellt aber kein Problem dar. Vor 6 Jahren im zunehmenden Nebel war das ganz anders, aber hey, jetzt ist das Wetter wunderbar und die Sicht ausgezeichnet.
    Gegen 21 Uhr komme ich an einer ausgezeichneten Campstelle vorbei, die noch vollständig in der Abendsonne erstrahlt. Uhrzeit hin oder her, hier bleibe ich. Ich wundere mich allerdings schon, das ich um diese Zeit noch so viel Sonne habe. Nachdem das Zelt steht, stelle ich fest, dass etwas mit der Uhrzeit meiner Armbanduhr nicht stimmen kann. Ich hatte diese nach der Uhrzeit meines neuen Weckers gestellt und hier offenbart sich jetzt ein großer Fauxpas, denn Wecker und Armbanduhr gehen zwei Stunden vor! Kein Wunder also, dass ich mein Zeitgefühl verliere.

    Der Zeltaufbau kommt mir dann auch etwas zu rasch in Folge vor, doch dann genieße ich einfach die warme Abendsonne. Ich nutze noch das tolle Licht für einige Fotos und es dauert nicht lange und schon ist die Sonne hinter den Bergen im Westen verschwunden.
    Das Abendessen schmeckt auch nach einem kurzen Tourtag und so nutze ich anschließend den Abend, um mal etwas länger, als gewöhnlich, zu lesen. Dann stelle ich meinen Wecker. Mal sehen, was diesmal daraus wird.

    Morgen wird definitiv ein bewegender Tag für mich, denn ich werde das erste Mal nach vielen Jahren den Gletschersee Grænalón wiedersehen. Wie wird er aussehen, oder ist er schon verschwunden?




    Nice to camp / Camp 2






    - to be continued -
    Geändert von evernorth (08.01.2019 um 20:59 Uhr)
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  8. AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #8
    Tolle Bilder, ich lese auf jeden Fall auch gespannt mit .

    Gerne kannst du übrigens auch deine Praxis-Erfahrungen mit dem Zelt irgendwo einfließen lassen, wenns irgendwann mal ein richtiges Zelt bei mir sein sollte wird es entweder das oder das Hilleberg Unna werden (bei letzterem hat man ja definitiv eine sichere Bank, aber das Gewicht...).

  9. Fuchs
    Avatar von evernorth
    Dabei seit
    22.08.2010
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    AW:[IS] Solo-Allir góðir hlutir eru þrír-Im Skaftárhlaup und andere Überraschung

    #9
    01.08.18

    Grænalón

    Mein Funkwecker scheint hier auf Island nicht zu funktionieren. Obwohl ich diesmal deutlich vor dem Weckerklingeln erwacht bin, zeigt meine Armbanduhr eine um 2 Stunden frühere Zeit an, als der Wecker. Mist, das wird langsam lästig und zu einem Problem. Gestern habe ich versucht, den Wecker auszutricksen und die Zeit einfach um 2 Stunden vorgestellt. Das war offensichtlich erfolglos. Mal geht der Wecker 2 Stunden vor, mal 2 Stunden nach. Immerhin zeigt meine Armbanduhr die richtige Zeit an.
    Von schönem Wetter kann heute morgen erst einmal keine Rede sein. Der Himmel ist bewölkt, aber es ist trocken. Das gefällt mir.
    Heute klappt alles wie am Schnürchen und ich bin wieder sehr fokussiert.
    Gegen 9 Uhr breche ich auf.
    Auf dem Weg liegt wieder der eine oder andere Canyon, doch ich komme zügig voran.




    Solche tiefen Canyons müssen zuweilen umgangen werden



    Hier ein anderes Beispiel; im Hintergrund die Nupsá


    Als ich eine Anhöhe erklimme, kann ich nach etwa 90 Minuten erstmalig den Vatnajökull sehen. Der sichtbare Teil ist der Grænalónjökull. Sehr weit kann es nun nicht mehr sein, obwohl ich weiss,
    das Schätzungen der Entfernung hier auf Island sehr trügerisch sind.




    Der Vatnajökull im Hintergrund; erstaunlich blau wirkend die Nupsá





    Im Hintergrund: Grænafjall




    Es dauert noch fast eine Stunde, bis ich den Gletscher sehen kann, der im weiten Schwung um den Gænafjall herumzieht. Doch wo ist der See?
    Wie bereits befürchtet, ist nur noch ein ganz schmaler Streifen Wasser vor der Abbruchkante des Skeiðarárjökull auszumachen. Das sah vor sechs Jahren noch ganz anders aus. Die Gletscher schmelzen auch auf Island in einem atemberaubenden Tempo ab. Ich bin erschüttert, die Auswirkungen des Klimawandels so drastisch vor Augen geführt zu bekommen.
    Ich lege hier eine Essenpause ein und sauge die Bilder der Umgebung förmlich ein. Der Anblick des Sees, oder vielmehr sein kümmerlicher Rest, macht mich traurig.




    Grænafjall, Skeiðarárjökull und die ernüchternden Reste des Sees Grænalón



    Grænalón 2018



    Grænalón 2012



    Grænalón 2012


    Über dem Skeiðarárjökull ist das Wetter aufgelockert und teilweise sonnig, so das ich zunächst gar nicht merke, das da von der anderen Seite schlechtes Wetter aufzieht. Das ist so ein rapider Wetterwechsel, wie er auf Island häufig vorkommt. Am Anfang habe ich noch Hoffnung, das schlechte Wetter schwenkt noch einmal in eine andere Richtung, an mir vorbei, doch die dunklen, unheimlichen Wolken ziehen rasch immer näher auf mich zu.
    Ich kann mich gerade noch hektisch in meine Regensachen werfen, da schüttet es auch schon los.




    Schönes Wetter im Skaftafellsfjöll



    Bedrohlicher Wetterwechsel aus der Gegenrichtung



    Abfluss ( auch Zufluss? ) vom Grænalónsjökull


    Nichts wie weg hier, denke ich und steige ab, da das Gelände in mehreren Terrassen angelegt ist und ich zunächst einmal tiefer kommen muss. Gut, das nun mein GPS Track ins Spiel kommt. Er soll mich ab hier nicht nur bis zur heißen Quelle Guðlaug, sondern noch weiter bis zum Siðujökull und dem See Langisjór leiten. Ab hier und bis zur heißen Quelle ist alles Neuland und entsprechend unbekannt für mich.
    Als ich den Track punktgenau erreiche, hört der Regen auch schon wieder auf.
    Ich erreiche einen Fluss, bei dem es sich, laut Karte, um die Mið-Bergvatnsá handelt. Mein Weg führt mich nun immer entlang des Flusses durch ein aufgelockertes Lavafeld. Da es sich um kein kompaktes, geschlossenes Lavafeld handelt, komme ich gut voran. Wie ich schon weiss, muss ich die Mið-Bergvatnsá hier irgendwo furten. Es ist nun bereits fortgeschrittener Nachmittag, als ich die Stelle erreiche, wo genau das von Statten gehen soll.
    Ich entscheide mich, genau an dem Punkt den Fluss zu queren, kurz bevor die Mið-Bergvatnsá in mehreren Stufen, leicht abfällt. Hier ist die Wassertiefe nur knapp über dem Knie und die Strömung ist noch recht moderat. Als ich auf der anderen Seite bin, spüre ich Erleichterung. Nun bin ich wohl endgültig im Tour - Modus angekommen - geht doch!




    Furt über die Mið-Bergvatnsá


    Nebenbei: Ich furte nun schon seit sechs Jahren mehr oder weniger ( seit 4 Jahren ausschließlich ) direkt in meinen Trailrunner Schuhen - also ohne Schuh- oder Hosenwechsel. Das ist für mich bereits selbstverständlich geworden; schnell, praktisch und völlig unkompliziert. An nasse Füsse habe ich mich weitgehend gewöhnt. Häufig sind Schuhe und ( dünne ) Socken am Ende des Tages schon überwiegend trocken gelaufen, oder sie trocknen fast vollständig über Nacht.

    Es ist immer noch stark bewölkt, und da die Sonne bereits hinter den Bergen steht, ist es schon recht düster. Ein Grund, warum ich nun keine weiteren Fotos mache.
    Der Weg ist recht schön zu gehen und es fällt mir recht leicht, schon im Voraus den weiteren Verlauf zu erraten. Meist liege ich damit schon sehr nahe am GPS - Track.
    Ich bin nun schon mehr als 11 Stunden auf den Beinen und es wird deshalb langsam Zeit, mir ein Nachtlager zu suchen. Doch entweder sind die Plätze uneben, oder es fehlt der Wasseranschluß.
    Als ich gerade ein längeren Stück schräg an einem Hang queren will, fällt mir das tiefer gelegene Tal auf, das in einem satten Grün vor Frische nur so strotzt. Rasch steige ich hinunter und schlage dicht an einem kleinen Bach mein Lager 3 auf.
    Heute war ein prächtiger Tag und morgen sollte ich - wenn alles gut geht - die heiße Quelle Guðlaug erreichen. Das wäre dann das zweite Mal innerhalb von 12 Monaten, wenn, ja wenn ich sie denn erneut finde, denn es ist wesentlich leichter, an ihr vorbeizulaufen, wie ich im Vorjahr erfahren durfte.




    Camp 3


    - to be continued -
    Geändert von evernorth (08.01.2019 um 21:00 Uhr) Grund: Ergänzt
    Ausgetretene Pfade sind die sichersten, aber es herrscht viel Verkehr. Ergo: Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen.

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    AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #10
    Toller Bericht bislang mit schicken Fotos! :-D Das hat mir den Morgen auf Arbeit versüßt

    Achja, Island muss auch mal sein...

  11. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #11
    Herzlichen Dank an alle. Freut mich, wenn es euch gefällt.
    Ausgetretene Pfade sind die sichersten, aber es herrscht viel Verkehr. Ergo: Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen.

  12. AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #12
    OT: die Quelle heißt anscheinend eigentlich Gunnlaug nach Gunna, der Frau des Entdeckers.
    Wandern in Ísland?
    ICE-SAR: Ekki týnast!

  13. Erfahren

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    AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #13
    War das ein Radiowecker? Dann ging er vielleicht richtig, bloss in der falschen Zeitzone, und hat sich immer wieder umgestellt, wenn er zweimal am Tag sein Funksignal bekam?

  14. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #14
    Zitat Zitat von Taffinaff Beitrag anzeigen
    War das ein Radiowecker? Dann ging er vielleicht richtig, bloss in der falschen Zeitzone, und hat sich immer wieder umgestellt, wenn er zweimal am Tag sein Funksignal bekam?
    Nein, kein Radiowecker. Mit deiner anderen Vermutung kommen wir der Wahrheit aber schon sehr nahe. Ich habe auch vermutet, dass der Wecker auf eine andere Zeitzone eingestellt war. Das tägliche Verstellen war besonders lästig, aber bei meinem " offenen " Transport auch unvermeidlich. Da muss ein Behältnis / eine passende Dose her.
    Geändert von evernorth (09.01.2019 um 09:08 Uhr)
    Ausgetretene Pfade sind die sichersten, aber es herrscht viel Verkehr. Ergo: Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen.

  15. AW: [IS] Solo-Allir góðir hlutir eru þrír-Im Skaftárhlaup und andere Überraschun

    #15
    Zitat Zitat von evernorth Beitrag anzeigen
    Es dauert noch fast eine Stunde, bis ich den Gletscher sehen kann, der im weiten Schwung um den Gænafjall herumzieht. Doch wo ist der See?
    Wie bereits befürchtet, ist nur noch ein ganz schmaler Streifen Wasser vor der Abbruchkante des Skeiðarárjökull auszumachen. Das sah vor sechs Jahren noch ganz anders aus. Die Gletscher schmelzen auch auf Island in einem atemberaubenden Tempo ab. Ich bin erschüttert, die Auswirkungen des Klimawandels so drastisch vor Augen geführt zu bekommen.



    Grænalón 2018



    Grænalón 2012
    Was schockiert dich daran so? Soweit ich das erkennen kann, ist der Gletscher in den 6 Jahren kein Stück zurückgewichen, die Lage der Front unverändert. Ich würde sagen, außergewöhnlich stabil.

    Nur der See ist weg. Entweder die Erosion hat weiter stromab die Abflussrinne vertieft und der See ist ausgelaufen, oder der See wurde von der feinen Asche, die der Gletscher mitbringt, zugeschüttet. Oder beides.

    Als du 2012 den See gesehen hattest, hättest du dem Klimawandel die Schuld geben können, da war der See sicherlich noch recht frisch, das Eis also erst vor kurzem zurückgewichen.

  16. Erfahren

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    AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #16
    Zitat Zitat von evernorth Beitrag anzeigen
    Nein, kein Radiowecker.
    Ich meinte auch nicht so ein Siebzigerjahregerät mit eingebautem Radio, sondern so einen, der ein Zeitsignal per Funk empfängt, keine Ahnung wie man so was nennt. Habe ich frueher als Chronometer zur Astronavigation benutzt.

    Taffi

  17. Fuchs
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    AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #17
    Zitat Zitat von Taffinaff Beitrag anzeigen
    Ich meinte auch nicht so ein Siebzigerjahregerät mit eingebautem Radio, sondern so einen, der ein Zeitsignal per Funk empfängt, keine Ahnung wie man so was nennt. Habe ich frueher als Chronometer zur Astronavigation benutzt.

    Taffi
    Ja, so ein Wecker ist das. Er bekommt ein Zeitsignal per Funk, manuell oder automatisch. Die gewählte Zeitzone spielt eine wichtige Rolle. Muss mir die Anleitung wohl doch noch einmal genauer durchlesen ( mag keine Anleitungen ).
    Ausgetretene Pfade sind die sichersten, aber es herrscht viel Verkehr. Ergo: Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen.

  18. Dauerbesucher
    Avatar von blackteah
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    AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #18
    Hi evernorth,

    das fängt ja schon mal super an! Ich finde, deine neue tiefenentspannte Einstellung sehr inspirierend – ich hoffe, das bleibt auch so. Ich bin ja schon mal sehr gespannt, wo und wie du dem Gletscherfluss "begegnest".

    Fotos sind wie immer erste Sahne.

    Bitte ganz schnell weiter schreiben

  19. Gerne im Forum

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    AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #19
    Die Tour bzw. die Bilder, sehen bisher wirklich sehr gut aus und deine entspannte Grundhaltung kommt ebenfalls gut rüber. Ich bin echt gespannt, wie es weiter geht. Werd mir auch mal deinen vorherigen Tourbericht durchlesen.

  20. Erfahren
    Avatar von Blahake
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    AW: [IS] Solo - Allir góðir hlutir eru þrír - Im Skaftárhlaup und andere Überras

    #20
    Unglaubliche Bilder, spannend geschrieben, tolle Route - das kennen wir ja von Dir ist aber trotzdem immer wieder aufs Neue faszinierend! Eigentlich habe ich Island für mich schon abgehakt, die leichten Strecken sind inzwischen zu überlaufen, die anderen (so wie Deine) viel zu schwierig für mich. Aber Dein Bericht weckt schweres Island-Fernweh!

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