Ergebnis 1 bis 16 von 16
  1. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Ziz
    Dabei seit
    02.07.2015
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    4.488

    [SCO] Shetland Mai 2018

    #1
    Mitreisende: Ziz
    Dieser Bericht über Shetland ist sowohl Reisebericht mit vielen Bildern über die famose Landschaft als auch Erfahrungsbericht für alle Reisende, die auch mal in die nördlichste alle schottischen Insel(gruppe)n wollen und in mindestens einem Punkt ähnliche Anforderungen haben wie wir. Denn wir haben probiert drei Herausforderungen zu meistern:
    1. Nur mit ÖPNV und Hitchhiking die Insel erkunden
    2. Vegan essen (einschließlich Kochen mit Gas)
    3. Mit Tarp und Biwaksäcken unterwegs sein

    Zum ersten Punkt muss man sagen, dass die Shetlands (denn eigentlich sind es viele Inseln) keine Bahnstrecken haben. Würde bei den vielen Einzelinseln auch keinen Sinn ergeben. Es gibt aber sehr gute und günstige Busverbindungen und die Menschen sind sehr anhalterfreundlich, später mehr dazu.

    Wir sind primär auf die Shetlands gefahren, um die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt zu bewundern. Kulinarische und historische Kultur war schmückendes Beiwerk. Deshalb hatten wir auch kein Problem damit, schottische Spezialitäten an uns vorbeiziehen zu sehen und probiert unseren Lebensstil auch am gefühlten Rande Europas fortzusetzen. Und Whiskey gab es da eigentlich eh nicht, eher Gin.

    Wir sind schon länger mit Biwaksäcken und Tarp unterwegs, wenn auch meist eher beim Paddeln, da wir (leider viel zu) selten per Pedes in der Natur übernachtend unterwegs sind. Jetzt hat Shetland einen großen Nachteil für ein Tarp: Es gibt praktisch keine Bäume außerhalb von menschlichen Siedlungen. Wir haben deshalb zwei Trekkingstöcke mitgenommen, die wir übrigens außer fürs Tarp gar nicht benötigt haben. Insgesamt war die Kombi aber immer noch weit leichter als unser Monstertunnelzelt – und ein neues Zelt wollten wir (noch) nicht extra kaufen.

    Teil 1 - Mainland I

    Mit diesen Plänen und Vorraussetzungen ging es am 18. Mai los. Der Flug ging von Berlin über London und Edinburgh nach Sumburgh am südlichstens Zipfel der shetländischen Hauptinsel. Zumindest für uns, mein Rucksack hat sich in London oder Edinburgh einen längeren Aufenthalt gegönnt, was unpraktisch war, denn in diesem war neben meinem Schlafsack auch mein Biwaksack und das Tarp. Übernachten im Freien fiel also flach und wir mussten einen unerwartet großen Teil des Reisebudgets in die erste Übernachtung im einzigen Hotel in der Nähe investieren, wo wir Abends auch Stewardess und Pilotin unseres Flugs wiedertrafen.



    Das Hotel war typisch Brittisch eingerichtet, zu Abend haben wir sogar was veganes in der Karte gefunden. Unser Zimmer war geräumig und es tat gut nach dem Stress mit dem Gepäck in einem richtigen Bett pennen zu können. Das Frühstück war auch typisch brittisch/schottich, aber zumindest leicht vegetarisch gestaltbar. Abgesehen von dieser ungeplanten nichtveganen Bewirtung, war es den Rest der Reise leicht vegan unterwegs zu sein.

    Am nächsten Tag wollten wir einkaufen gehen, zum Sumburgh Head laufen, weil uns da eine Papageientaucherkolonie versprochen wurde und auf meinen Rucksack warten. Dazu haben wir dem Flughafen extra meine Handynummer gegeben. Wir blieben immer in Sichtweite des Flughafens, mussten sogar über die Landebahn laufen und bei jedem landendem Flieger habe ich auf einen Anruf gewartet – aber vergebens. Nichtsdestotrotz sind wir zu dem einzigen Laden im Umkreis gelaufen ("John Goudie" in Toab) und waren überrascht, dass dieser winzige Shop wirklich alles hatte, was wir brauchten. Ich hatte mich vorher informiert, ob und wo wir in Shetland Gas bekommen und dort fanden wir Kartuschen sowohl mit Steck- als auch Schraubventil. Da ich vorsichtshalber einen Adapter für Steckventile dabei hatte, konnten wir die günstigere Kartusche nehmen.

    Aber auch sonst gabe es alles. Obst, Gemüse, Pflanzenmilch, Müsli, "Brot", Marmelade und natürlich das obligatorische Knabberzeug. Gut ausgerüstet ging es zurück ins Hotel, wo wir die Einkäufe verstauen und dann weiter zum Sumburgh Head wollten. Dabei sahen wir die ersten Vögel, die es zumindest in Dresden nicht gibt: (Alpen?)Strandläufer.



    Im Hotel dann die Überraschung: Mein Rucksack lag neben dem zurückgelassenen meiner Freundin. Da jeder jeden kennt, wussten die Flughafenangestellten, wo wir waren und haben den Rucksack einfach abgeliefert. All die Sorge umsonst. Wir haben unsere Sachen verstaut, Tagesgepäck eingepackt und uns auf den Weg zum Leuchtturm an der Südküste gemacht.



    Ein Sandregenpfeifer.



    Das Wetter war Spitze! Etwas windig und im Vergleich zum Mai in Deutschland kühler, aber das war uns vorher klar gewesen. Insgesamt hatten wir mal wieder richtig Glück mit dem Wetter in Schottland.

    Dann oben, nahe dem Leuchtturm hatten wir Glück und sahen die ersten Puffins! Eigentlich haben wir ein wichtiges Hauptziel damit schon erreicht gehabt und hätten direkt wieder nach Hause fliegen können. Aber das wäre sehr schade gewesen, denn wir wussten da noch nicht, was wir verpassen würden.



    Aber dem Weg runter dann Shetlandponys und Shetlandponyfohlen. Die ausgewachsenen Tiere sind ja schon winzig, aber die Fohlen sind so unglaublich winzig und niedlich! (Danke Homer, dass du so lange auf dieses Smilie gepocht hast!)



    Auf dem Rückweg ist uns dann ein kleines Maleur passiert. Wie in ganz Schottland darf man in Shetland überall langlaufen. Es gibt zwar Hilfen, vor allem um über Mauern zu gelangen, aber wir dachten, wir kürzen mal ab. Leider haben wir damit ein Schild übersehen, so dass wir direkt in eine Bodenbrutkollonie reingelaufen sind, was man im Mai unterlassen sollte. Ist aber alles gut gegangen. Für die Vögel und für uns, denn außer Gemecker ist nichts passiert. Einige Arten in Shetland praktizieren nämlich das so genannten Bomb diving: D.h. mit dem Schnabel vorran auf einen Niederdüsen. Vor allem vor den Raubmöwen sollte man sich in Acht nehmen.





    Am Abend holten wir unser Gepäck und stiegen in den Bus. Für einen Appel und ein Ei brachte er uns nach Sandwick, wo wir die erste Nacht draußen verbringen wollten, um am nächsten Tag mit der Fähre nach Mousa überzusetzen, eine geschützte Insel mit einer guten Chance seltene Tiere zu beobachten. Die Busse sagen übrigens nichts an, man sollte also mit Karte oder besser GPS aufpassen, wo man gerade ist. Wir wären fast durch Sandwick durchgedüst... Die Menschen sind aber sehr freundlich, also im Zweifel einfach nachfragen, wenn was unklar ist.

    In Shetland ist zwar das Betreten und Übernachten überall gestattet, aber zum einen war Lämmersaison und diese Wiesen sollte man meiden, zum anderen sollte man den Besitzer der Wiese fragen, bevor man dort sein Zelt aufbaut. Auch sollte man nicht im erweiterten Vorgarten von Häusern bleiben. Die Einwohnerdichte ist auf Shetland zwar gering, aber trotzdem mussten wir recht weit laufen, um ein gutes Stückchen Wiese zu finden, denn fast alle Flächen sind schon mit Schafherden besetzt gewesen.





    An dem Abend hat es ziemlich gewindet und mit Tarp Richtung Meer aufbauen, wurde es nichts. Generell war der Plan auch mal einen sehr offenen Aufbau zu wählen, damit wir ein paar entspannte Stunden am Wasser verbringen können und nach Walen Ausschau halten. Aber es war jedes mal zu windig. Die gezeigte Aufbauform hat sich aber bewährt. Die erste Nacht war das Geflatter sehr ungewohnt (und ein bisschen beängstigend), aber alles ging gut. Falls sich an der Stelle übrigens jemand fragt, was wir gemacht hätten, wenn das Experiment mit dem Tarp nicht funktioniert hätte: Plan B wäre ein sehr flaches Abspannen gewesen, Plan C ohne Tarp und Plan D Hostel/Hotel.

    Neben Tieren, die es bei uns gar nicht gibt, sahen wir auch Tiere, die wir auch in Sachsen finden, aber dafür häufiger, z.B. diesen Kiebitz, der auch gut als Grasbüschel durchgehen würde.



    Leider hat der Wind nicht nur uns eine unruhige Nacht beschert, sondern auch die Fähre wurde gecancelt. Hier sieht man links Mousa. Selbst dieser kurze Weg war nicht machbar.



    Man sollte sich auf Shetland also immer darauf einstellen, dass man spontan umplanen muss, insbesondere wenn eine Fähre involviert ist. Je kleiner die Fähre, desto größer die Gefahr. Wir sind dann einfach spontan früher nach Lerwick und haben uns Mousa für den Rückweg vorgenommen, denn wir mussten eh wieder nach Sumburgh Head für den Rückflug.

    Natürlich fuhr so spontan kein Bus. Er fährt zwar regelmäßig, aber halt doch nur alle 1-2 Stunden. Wir hielten also den Finger raus und saßen wenige Minuten später in einem Auto, dass uns am Stadtrand von Lerwick rausgelassen hat. Den Rest liefen wir dann, was sich als günstig erwiesen hat, weil wir sonst dieses Broch am Stadtrand verpasst hätten.





    Brochs sind eine schottische Spezialität aus der Eisenzeit. Wir sind eigentlich nicht wegen der Kultur dagewesen, aber nehmen sie natürlich gerne mit, wenn sie einem übern Weg läuft – und man ist ständig über Brochs gestolpert. Der Nutzen der zylindrigen Steinaufschüttungen ist dabei gar nicht bekannt. Man vermutet Versammlungsort, Kochstätte oder Verteidigungsfunktionen. Es gibt aber auch die These, dass es einfach um einen repräsentativen Charakter ging. Wer hat den größten Broch? Phallussymbol und so. Spannend ist auf jeden Fall, dass die erhaltenen Brochs um die 2000 Jahre alt sind.

    Und in den zweitausend Jahren haben sie nicht nur verschiedene menschliche Benanspruchungen überstanden.



    In den Ritzen nisten Vögel, in dem Fall hier ein Star, der, wir wir später herausfanden, eine eigene, shetländische Unterart besitzt: Sturnus vulgaris zetlandicus.

    Lerwick selbst ist mit ~7000 Einwohnern die größte und einzige Stadt der Shetlands, sowieo die nördlichste der UK und östlichste Schottlands.



    Unser Plan war auch hier unser Tarp aufzuschlagen. Und zwar in oder zumindest der Nähe der Stadt. Also gingen wir in die Tourist information. Generell ist das auf Shetland eine sehr gute Idee! Zum einen gibt es davon echt viele und sie sind ein super Anlaufpunkt für Fähr- und Buszeiten, kostenloses Kartenmaterial aber auch für sinnvolles Kaufmaterial, um den Urlaub bestmöglich zu planen. Sie bieten auch kostenlose Infoblätter zu den verschiedenen Tier- und da vor allem Vogelarten, die man entdecken kann.

    Er empfahl uns ein Stück Wiese in der Nähe des Friedhofs, auf dem Weg dahin fanden wir aber was besseres. Vor den Häusern an der Küste verläuft ein Weg, dann kommt ein Streifen Wiese, dann Felsen und Meer. Diese Wiese wollten wir nutzen. Vor einem Haus sahen wir einen Einwohner im Garten werkeln. Wir fragten ihn, ob ihn unser Zelt stören würde. Er sagte, das sei öffentlicher Grund, und wir können da machen, was wir wollen, aber vor allem zeigte er uns eine noch bessere Stelle, gut geschützt hinter einer ca. einen Meter hohen Mauer. Die Stelle nahmen wir dann dankbar an.



    Am nächsten Tag sind wir morgens in ein Hostel gegangen, wo wir planten die drauffolgende Nacht zu verbringen, haben unser Gepäck abgestellt und sind mit der Fähre auf die Insel Bressay übergesetzt. Denn in der Information haben wir eine klasse, wenn auch grobe Karte von Shetland abgegriffen, in welcher Piktogramme die Möglichkeiten der verschiedenen Teile Shetlands zeigten. Es gab welche für Robben, Vögel, Wale, Aussichten, Kultur... und für Otter! Das wollten wir auf Bressay ausprobieren. Dazu mussten wir erstmal die Insel komplett überqueren. Sie ist aber auch nur 5 km breit.





    Das Wetter war so mittel, aber die Landschaft bombastisch!



    Die Robbenpiktogramme kann man sich übrigens sparen, man sieht überall Seehunde rumliegen und andauernd wird man von Kegelrobben beobachtet. Wenn man der Küste entlangläuft, verfolgen einen die Köpfe auch. Schon fast ein bisschen creepy. Aber sehr süß.



    Neben Robben gab es auch Eiderenten.



    Und dann hatten wir tatsächlich Glück!



    Leider sind Otter sehr sehr scheu und wir haben ihn leider überrascht, weshalb er direkt im Wasser Zuflucht suchte. Unsere Technik hat sich im Laufe des Urlaubs aber verbessert.

    Am Ende der Halbinsel, die wir entlangliefen, schien es, als würde hier auch die bekannte Welt enden. Schroffe Felsen markierten abrupt das Ende unserer heutigen Tour.





    Außerdem konnten wir einen ersten Blick auf Noss werfen. Dieser Vogelschutzinsel wllten wir am nächsten Tag noch einen Besuch abstatten.



    Ein Bewohner der Insel zeigte sich aber schon. Neben den Puffins waren die Tölpel (Gannets) einer der Hauptgründe für den Besuch der Shetlands.



    Auf dem Rückweg hatten wir schon etwas mehr Fotoglück. Ob es der gleiche Otter ist, wissen wir natürlich ist, die Stelle war aber ähnlich.



    Wir sahen natürlich noch viele andere Tiere, aber nicht jedes lies sich immer gut ablichten – schon gar nicht auf eine Art und Weise, die ODS würdig wäre. Dieser Große Brachvogel blieb aber mal in halbwegs geeigneter Entfernung halbwegs lange sitzen, um dieses Bild von ihm zu schießen.



    So nördlich Shetland auch liegt, so gibt es doch Tiere, die auch dort sehr seltene Gäste sind, z.B. diese Bartrobbe, die man eigentlich in Island und noch nördlicher erwarten würde. Das etwas ältere Tier hat aber beschlossen den Sommer in Lerwick zu verbringen. Dort konnte man sie öfters am Pier beobachten – der dann für Schiffe gesperrt wurde.







    Als nördlichste schottische Stadt zwischen Island und dem europäischen Festland, war Lerwick natürlich auch ein beliebtes Ausflugsziel für Ausflugsdampfer. Wenn so ein Schiff vor Anker lag, haben wir mit Abstand die meisten Deutschen getroffen. Die Stadt wurde dann regelrecht mit deutschen Touristen geflutet. Ganz Lerwick würde auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff Platz finden. Auf den großen könnte man wohl die ganzen Shetlands unterbringen.
    Zum Glück haben es die Touristen nicht aus Lerwick rausgeschafft.
    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  2. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Ziz
    Dabei seit
    02.07.2015
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    4.488

    AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #2
    Teil 2 - Yell und Fetlar

    Ńach einer Nacht im Hostel sollte es am nächsten Morgen dann mit einer geführten Tour um Noss weitergehen. Aber genau wie die Mousatour musste auch diese Tour gecancelt werden. Da es sonst nichts wirklich interessantes mehr in Lerwick zu tun gab, flohen wir vor den Kreuzfahrtschifftouristen gen Norden nach Fetlar. Dazu müssen wir eine Zwischeninsel (Yell) komplett durchqueren und zweimal mit der Fähre übersetzen. Interessanterweise gibt es eine Busverbindung direkt von Fetlar im Norden bis nach Lerwick und zurück. Man kann dort also morgens gegen 7 losfahren, fährt dann mit dem Bus auf die Fähre, ist um 10 Uhr in Lerwick, kann einkaufen gehen und um 16 Uhr gibt es einen garantierten Anschluss zurück. Auf den kleinen Inseln gibt es Anrufbusse, aber auch die funktionieren einwandfrei. Wir haben aber nicht die Direktverbindung gewählt, weil wir nicht wussten, was wir bis 16 Uhr in Lerwick sollen, sondern sind schonmal bis Yell vorgefahren, um dort 3h auf den Bus nach Fetlar zu warten. Denn am südlichen Fährhafen gab es wieder ein Otterpiktogramm in der Karte.





    Die Landschaft war mal wieder klasse und das Wetter spielte auch noch mit. Und dann an der letzten Biegung, wo wir langsam Richtung Bus zurückwollten, sahen wir zwei Otter spielen. Aus unseren Erfahrungen gingen wir sofort zu Boden und robbten uns langsam Richtung Ufer und schossen ca. eine Viertelstunde lang ununterbrochen Fotos und nahmen Videos auf. Das 300mm Objektiv hatte sich definitiv gelohnt mitzunehmen!





    Unbedingt anschauen für das unglaublich niedliche Spielgeräusch der Otter!



    Das war wahrscheinlich das absolute Highlight des ganzen Urlaubs. Und das an einer Stelle, wo wir es einfach mal probiert haben während wir auf den Bus gewartet haben.

    Aber auch die obligatorischen Spannerrobben waren wieder mit von der Partie.



    Bei der Bus-/Fährstelle fiel mir dann dieser Elektroautoparkplatz auf. Wir sind mitten im Nirgendwo, auf ganz Yell leben nicht mal 1000 Menschen, aber es gibt eine Elektrotankstelle.



    Dann ging es mit dem Bus weiter in den Norden von Yell und dort mit der Fähre nach Fetlar. Hätten wir uns drum gekümmert, hätten wir dort in einen Anrufbus steigen können. Eine nette alte Dame, die uns auf der Fährfahrt die Geschichte Fetlars erzählt hat, hatte den jedoch gerufen und wir hätten bestimmt mitgekonnt. Wir sind trotzdem gelaufen und planten zu trampen. Das geht prinzipiell super, aber auf ganz Fetlar leben ~60 Menschen, entsprechend gering ist die Autodichte. Es gibt mehr Schafe als Menschen. Das ist übrigens auch Teil der traurigen Geschichte Fetlars. In der Vergangenheit wurde die Insel komplett besiedelt, aber alle Siedlungen im Westen wurden vom damaligen Landlord dem Erdboden gleichgemacht, um Platz für die Schafe zu machen. Ein Trauma, an dem die Inselbevölkerung heute noch knabbert. Aber sie machen das beste draus. Der Westen ist dafür heute ein Vogelschutzgebiet, was nicht betreten werden darf. Aber die Vögel fliegen auch in die anderen Teile der Insel, wo man dann eine gute Chance auf seltene Begegnungen hat!





    Neben den recht häufigen Strandläufern (Bild unten), hat man überall die kleinen Verwandten des Großen Brachvogels, den Regenbrachvogel (Whimbrel) gesehen – und gehört. Denn der Englische Name ist hier Programm, er klingt ein ein Kinderdrache im Flug, schwer zu beschreiben: Muss man erlebt haben.



    Wir wussten am Anfang nur, dass wir auf Fetlar wollen, aber hatten uns keine Gedanken über die Unterbringung gemacht. Als wir dann also doch eine Trampgelegenheit bekamen (mit der Crew der letzten Fähre, die Richtung Heimat unterwegs war ) ließen wir uns der Einfachheit halber zum Böd der Insel bringen. Böds sind ehemalige Fischerhütten, in die man sich für wenig Geld einmieten kann. So eine Mischung aus Boothie und Hostel. Einige haben mehr Einrichtung, einige weniger. Unseres hatte eine Küche und Betten, die man aber mit Schlafsack benutzten musste, denn es gab keine Bettwäsche. Eigentlich ruft man da vorher an und reserviert sich die Hütte. Dann bekommt man auch den Schlüssel. Wir dachten, wir rufen mal spontan an, wenn wir da sind – zur Not haben wir ja Biwaksack und Tarp dabei. Aber wir hatten Glück, eine Amerikanerin war schon da und hat die Haushühner gefüttert. Patty hat uns dann auch alles gezeigt und wir entschieden da zu bleiben. Wir riefen also bei der Betreuerin der Hütte an, aber entweder ging niemand ran oder die Verbindung war gestört. Sind dann trotzdem einfach da geblieben mit dem Plan halt am Ende zu zahlen. War auch kein Problem, wir mussten nur am Ende noch ein wenig Papier ausfüllen. Die Hütte lag auch direkt am Meer mit traumhaften Ausblick.





    Noch am selben Abend haben wir dann angefangen die Insel zu erkunden. Es gab ein paar Rundwandervorschläge in der Tourist information, die wir dankend annahmen. Um 20 Uhr sind wir aufgebrochen. Man muss dazu sagen, dass die Sonne in Shetland durch die nördliche Lage wirklich spät untergeht. Nachts war das teilweise schon ein Problem, wenn es um Mitternacht noch relativ hell ist, man aber schlafen will.

    Dort sahen wir einen weiteren, seltenen Vogel, den Sterntaucher. Das besondere an diesem Vogel ist, dass er auf dem Land kaum noch laufen kann und deshalb eigentlich nur auf Gewässern zu finden ist. Außerdem ist er sehr scheu und kann sogar ein Gelege aufgeben, wenn er gestört wird. Entsprechend weit entfernt mussten wir ihn beobachten.



    Wir entschieden uns eine relativ kurze Runde um den nordöstlichen Teil der Insel zu gehen, der wieder am Böd enden sollte.











    Die Sternentaucher haben sich in viele, kleinen Pfützen, ähhh Lochs niedergelassen.



    Um 22:05 hat sich die Sonne dann langsam dem Horizont genähert, wir hatten es aber nicht mehr weit und nur noch über flaches Land zum Böd.



    Am nächsten Morgen war dann der nordwestliche Teil der Insel dran, beginngend mit einem obligatorischen Highlandrindbild.







    Natürlich wieder flankiert von einer Kegelrobbe.



    Das Wetter lieferte beste Vorraussetzungen für schöne Tieraufnahmen, z.B. von diesem Sandregenpfeifer.



    Oder einem weiteren Strandläufer.











    Dieser Goldregenpfeifer sah (in diesem Winkel) so aus, als er hätte eine Schottlandfahne auf dem Bauch.







    Das Wetter und die Landschaft von Fetlar waren so schön, dass wir spontan eine Nacht länger blieben. Am nächsten morgen war leider zumindest der Sonnenschein weg, aber die Landschaft blieb traumhaft.





    Neben einem wunderschönen Schlossgarten...



    ... einem Krankenwagen für 60 Menschen und freilaufenden Schweinen ...



    ... gab es schon wieder eine Elektrotankstelle! Keine Ahnung, ob ein sehr ambitionierter Elektroautofahrer auf Fetlar wohnt und alle Fährhäfen bis Lerwick mit diesen Zapfsäulen versehen hat, aber Klasse fand ich es trotzdem.



    Dazu sollte man erwähnen, dass ein Großteil des Wohlstands der Shetlands aus der Ölförderung in der Nordsee kommt. Auf dem Weg nach Fetlar fuhren wir auch an einem großen Ölterminal vorbei. Naja, irgendwo muss ja der Rohstoff für die UL-Produkte und die Flüge ins Nirgendwo herkommen. Trotzdem ein interessanter Gegensatz zu der einzigartigen Natur der Inseln.

    Am letzten Abend auf Fetlar haben wir dann noch dieses Odinshühnchen entdeckt, dass man kaum auf den brittischen Inseln findet und primär eben genau auf Fetlar.

    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  3. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Ziz
    Dabei seit
    02.07.2015
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    4.488

    AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #3
    Teil 3 - Mainland II

    Am Morgen des vierten Tages auf Fetlar ging es dann frühs mit dem Anrufbus und der gesicherten Verbindung direkt nach Lerwick. Das funktionierte wirklich einwandfrei. Patty ist unterwegs beim nächsten Böd ausgestiegen. Wir wollten zum Hostel, Sachen abstellen und dann auf die bisher verpasste Bootstour um Noss. Wir haben den Busfahrer gefragt, welche Station am nächsten am Hostel ist. Da der Bus außer uns schon leer war, hat er uns direkt vorm Hostel abgesetzt. Klasse Sache!

    Dann ging es um Bressay und Noss, Vogelkolonien anschauen. Dabei fuhren wir auch da vorbei, wo wir unsere erste Nacht in Lerwick verbracht haben, auf dem ersten Bild sieht man den Vorsprung (direkt vor den Häusern, in der Stadt).



    In vielen Leuchttürmen auf Shetland kann man übrigens auch bleiben, wie in diesem auf Bressay. Das kostet jedoch und eignet sich mehr für Gruppen. Trotzdem bestimmt ne schöne Sache.









    Auf Noss ist eine der größten Tölpelkolonien Schottlands.







    Einige Schiffe füttern die Vögel an. Unsere Tour tat das nicht. Find ich auch gut so. Davon abgesehen, dass es so schon schwer genug war, nicht angekackt zu werden. Das Päärchen, dass die Tour gemacht hat, hatte ihre erste Saison nachdem sie das Boot und die ganze Firma vor kurzem erst übernommen haben. Sie haben das aber Klasse gemacht und waren ganz wild auf Feedback.















    Leider bestehen viele Näster aus Plastikmüll, was sich von Zeit zu Zeit rächt.





    Ich sprach vorhin schon von den Raubmöwen, lokal Skuas genannt. Sie waren eigentlich allgegenwärtig, aber da sie Bodenbrüter sind, wusste man nie, wie klug es ist, ihnen näher zu kommen. Wenn da ein Nest gewesen wäre, hätte es schmerzhaft werden können. Im Flug übern Wasser gab es aber keine Gefahr. Sehr neugierige und schöne Tiere.



    Am nächsten Tag sind wir dann nochmal per pedes auf Noss. Dazu mussten wir Bressay wieder komplett queren, haben diesmal aber den Daumen rausgestreckt. So erreichten wir fix das Nordende der Insel.



    Von da auch ging es dann mit einer "Fähre" nach Noss. Die Fähre war ein Schlauchboot und der Sound of Noss fast durchwatbar.

    Die Insel ist komplett Vogelschutzgebiet und darf außer auf einem Rundweg nicht betreten werden. Die Mitte und die Steilküsten sind also Tabu. Man sah trotzdem genug. Ein Vorteil bei der Vogelbeobachtung in Shetland ist, dass die Tiere sich nicht im Wald verstecken können. So konnten wir auch einheimische Vögel gut ablichten, wie z.B. diesen Kolkraben.







    Das ist übrigens keine Möwe, sondern ein Eissturmvogel. Sieht aus wie eine Mischung aus Möwe und Taube. Klassicher Fall von analoger Entwicklung.



    Auch den Steinschmätzer gibt es bei uns, aber in Shetland (nicht nur auf Noss) war er viel einfacher zu beobachten.



    Dann ging es los mit den Puffins. Es gab auf Noss nur eine Stelle, wo sie gut beobachtbar waren, da aber so richtig! Man sieht, wie nah sie einem kamen.





    Es folgt eine kleine Auswahl an Papageientaucherbildern. Insgesamt haben wir auf der ganzen Reise 4500 Bilder gemacht, alleine 1000 von den Puffins und Ottern. Wir haben bis jetzt, Dezember, gebraucht, die auf 1500 gute und nicht doppelte Bilder einzudampfen und dann nochmal Stunden, um davon die wenig über 100 auszuwählen, die ihr hier seht.



















    Neben den Puffins waren wir natürlich auch wegen den schon erwähnten Gannets da. Auch hier gingen viele Bilder ins Land bis einer im Flug mal scharf wurde. Und leider sieht man wieder die Plastikproblematik.









    Die Tölpel waren eher direkt am Felsen wohingegen die Eissturmvögel an dem Übergang zwischen Felsen und Wiese ruhten.



    Hier wieder ein eigentlich einheimischer Vogel, den ich aber bei uns noch nie einzeln beobachtet habe. Wir waren uns unsicher, ob es ein Zilpzalp oder der sehr ähnliche Fitis ist (und auf den Gesang haben wir nicht geachtet). Da Zilpzalps stark von Wäldern abhängen, haben wir den dann auf Shetland ausgeschlossen. Es wird also ein Fitis sein.







    Abends haben wir uns dann in Lerwick wieder einen schönen Platz zum Biwakieren gesucht, diesmal etwas vorgelagert auf einer Halbinsel mit Blick Richtung Bressay – denn ab und zu soll man im Sound auf Bressay Wale sehen können. Diesmal mit Blick Richtung Meer, denn der Wind kam von halb links.





    Am nächsten Morgen wieder perfekter Sonnenschein – bei 12°C.



    Hier sieht man ungefähr die Entfernung zur Stadt. Wobei es weiter weg aussieht, als es war.



    Am nächsten morgen ging es dann wieder per Anhalter Richtung Sumburgh Head, aber mit Zwischenstopp in Sandwick. Denn wir wollten unbedingt noch auf Mousa! Und an diesem Tag fuhr die Fähre auch. Unsere Mitfahrgelegenheit wollte weiter nach Sumburgh, um dort mit der Familie baden zu gehen. Im Mai. Bei 12°C. In der Nordsee. Naja, war wohl mehr so ein Ritual. Schnell rein, schnell raus und dann feiern.

    Der Rundweg auf Mousa war ähnlich wie auf Noss. Schön außen rum, schön auf dem Weg bleiben.



    Das sind übrigens keine (klassischen) Kormorane, wie bei uns, sondern nah verwandte Shags (deutsch: Krähenscharbe O_o). Gut erkennbar an dem Irokesen.



    Suchbild!





    Auf Mousa gab es eines der ältesten und best erhaltenen Brochs von Shetland. Man konnte ihn sogar besteigen.



    Auch dieses 2100 Jahre alte Relikt wurde fleißig von Mensch und Tier genutzt, hier von einer Trottellumme.





    Abends ging es dann weiter nach Sumburgh Head, wo wir uns wieder gen Leuchtturm aufgemacht haben, um am Abend und Morgen nochmal die Chance auf Wale zu haben und am nächsten morgen in Ruhe Richtung Flughafen laufen können, wo gegen Mittag unser Flieger kommen sollte. Gezeigt hat sich aber leider im ganzen Urlaub keiner. Dafür andere tolle Tiere.





    Die Puffins vom ersten Tag waren übrigens kaum noch da, nur ganz vereinzelt waren welche zu sehen. Einer davon direkt bei unserem Tarp. Damit schließt mein Urlaubsbericht auch passend mit diesem Vogel.



    Die Rückreise am nächsten Tag verlief zuerst schleppend, denn unser Flieger kam zu spät in Sumburgh an, weil es sich in Glasgow staute. So schrumpften 2h Umsteigezeit auf 30 Minuten, die wir auch nur zügigen Schrittes schafften. Unser Gepäck aber nicht, diesmal schaffte es kein Rucksack nach Berlin. Aber wir haben ja auf dem Hinweg unsere Lektion gelernt und alles wichtige war im Handgepäck. So konnten wir ganz entspannt von Berlin nach Dresden den Bus nehmen und unser Gepäck kam zwei und drei Tage später per DHL. Ein Nachbar hatte aber Angst davor einen Rucksack anzunehmen, das war ihm nicht suspekt. Sie fanden trotzdem zurück.

    Zu den eingangs erwähten, uns wichtigen Punkten, hat sich die Ernährung als kleinstes (lies: kein) Problem dargestellt. Das Angebot ist genauso gut wie in Deutschland und selbst auf der kleinsten Insel gab es Pflanzenmilch und -joghurt. (Und wir wären auch ohne klar gekommen...). Wir blieben aber auch nur in Selbstversorgerunterkünften – bis auf das Hotel am ersten Tag.

    Die ÖPNV-Anbindung ist Klasse, aber man muss sich natürlich auf die relativ seltenen Buss einstellen. Trampen geht einwandfrei und schnell, wenn die Destination dicht genug besiedelt ist für häufigen Autoverkehr. Auto ausleiehen ist günstig möglich, aber imho gibt es für den Erstbesuch auch mehr als genug ohne Auto zu erkunden. Wenn wir ein zweites mal hinfahren würden, würden wir wohl durchaus mal ein Auto ausleihen, aber auch nicht für die ganze Zeit. Gerade, wenn man Tiere beobachten will, hat sich zu Fuß gehen immer als beste Möglichkeit gezeigt.

    Das Tarp war überhaupt kein Problem, aber wir hatten wirklich Wetterglück. Welche Windstärke das war, weiß ich nicht. Die Trekkingstöcke waren auf jeden Fall komplett sinnlos, die braucht man da nicht. Alles in allem ist man da gewichtstechnisch bei einem relativ schweren, modernen Zwei-Personen-Leichtgewichtszelt besser aufgestellt (Wortspiel intended!). Spaß hat es trotzdem gemacht. Und auch wenn wir leider keine Wale erblickt haben, war es Klasse Abends und morgens aufs Meer zu schauen. Und die Tölpel, Puffins und Otter haben es mehr als wett gemacht.

    10/10 would do again!
    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  4. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von ronaldo
    Dabei seit
    24.01.2011
    Ort
    München
    Beiträge
    4.940

    AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #4
    Sehr beeindruckend!
    Kennst du übrigens die Shetlandkrimis von Marsali Taylor?

  5. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Ziz
    Dabei seit
    02.07.2015
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    4.488

    AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #5
    Zitat Zitat von ronaldo Beitrag anzeigen
    Sehr beeindruckend!
    Danke.


    Zitat Zitat von ronaldo Beitrag anzeigen
    Kennst du übrigens die Shetlandkrimis von Marsali Taylor?
    Nö, bin aber auch nicht so der Krimileser. Empfehlenswert?
    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  6. AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #6
    Interessanter Bericht!

    Willst du die verwendete Kameratechnik preisgeben?

    Und das "Otters playing Shetland"-Video würde vielleicht profitieren, wenn man es mal durch "proDAD Mercalli V4 SAL" entwackeln würde. Könnte ich auch für dich machen, mich würde jedenfalls mal interessieren, ob das Programm auch gut mit diesen heftigen Wacklern klarkommt.

  7. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Ziz
    Dabei seit
    02.07.2015
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    4.488

    AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #7
    Zitat Zitat von Spartaner Beitrag anzeigen
    Interessanter Bericht!
    Danke

    Zitat Zitat von Spartaner Beitrag anzeigen
    Willst du die verwendete Kameratechnik preisgeben?
    Nichts besonderes, eine Nikon D3200 Body und ein Nikon AF-S DX NIKKOR 18-300mm f/3.5-6.3G ED VR Objektiv. Wir wollten nicht zu viel schleppen und bei Tageslicht sowohl nah als auch fern fotografieren, deshalb fiel die Wahl auf ein Zoomobjektiv. Die Metadaten der Bilder sollten sogar erhalten geblieben sein, falls sich jemand für Details interessiert.

    Zitat Zitat von Spartaner Beitrag anzeigen
    Und das "Otters playing Shetland"-Video würde vielleicht profitieren, wenn man es mal durch "proDAD Mercalli V4 SAL" entwackeln würde. Könnte ich auch für dich machen, mich würde jedenfalls mal interessieren, ob das Programm auch gut mit diesen heftigen Wacklern klarkommt.
    Ich hab schon das Rauschen des Windes entfernt, damit man die Otter besser hört, du kannst es gerne mal durchjagen. Ich fand halt vor allem den Ton wichtig. Und bei 300mm Zoom und Wind, in Robbenhaltung nicht zu wackeln war echt schwer.
    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  8. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von ronaldo
    Dabei seit
    24.01.2011
    Ort
    München
    Beiträge
    4.940

    AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #8
    Zitat Zitat von Ziz Beitrag anzeigen
    ...
    Nö, bin aber auch nicht so der Krimileser. Empfehlenswert?

    Eben, ich auch nicht. Diese Krimis haben aber ein ausgefallenes Setting (sorry für neudeutsch) und viel Lokalkolorit.

  9. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Ziz
    Dabei seit
    02.07.2015
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    4.488

    AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #9
    Zitat Zitat von ronaldo Beitrag anzeigen
    Eben, ich auch nicht. Diese Krimis haben aber ein ausgefallenes Setting (sorry für neudeutsch) und viel Lokalkolorit.
    Hmm... Sexy.
    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  10. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Ziz
    Dabei seit
    02.07.2015
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    4.488

    AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #10
    Zitat Zitat von Spartaner Beitrag anzeigen
    Und das "Otters playing Shetland"-Video würde vielleicht profitieren, wenn man es mal durch "proDAD Mercalli V4 SAL" entwackeln würde. Könnte ich auch für dich machen, mich würde jedenfalls mal interessieren, ob das Programm auch gut mit diesen heftigen Wacklern klarkommt.
    Ein wenig verzerrt an einigen Stellen, aber weit besser als vorher. Danke, Spartaner!

    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  11. AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #11
    Tolle Bilder, vielen Dank für den Reisebericht! Das ist ja schon eine erstaunliche Tiervielfalt. Ein paar Fragen:

    - Hast du dich mal mit den Einheimischen unterhalten in welchen Monaten die Tiere "Winterschlaf" halten bzw. wann man da weniger Tiere zu Gesicht bekommt?
    - Gibt es da genauso Midges wie in den Highlands oder eher nicht weil zu viel Wind / Küste?
    - Wie stark bläst der Wind auf so einer Insel, hat man da mitunter Probleme mit dem Aufstellen eines Zelts am Meer? Euer Tap scheint ja eine ziemlich flache Konstruktion gewesen zu sein daher frage ich mich das.

  12. Dauerbesucher

    Dabei seit
    16.03.2009
    Beiträge
    520

    AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #12

    Das ist ja fast wie im Zoo.. Schottland wird doch zunehmend attraktiver

    Zwei kleine Anmerkungen noch: die ersten "(Alpen-)Strandläufer" im Bericht sind Steinwälzer (Edit: Grad doch entdeckt, dass rechts doch ein Alpenstrandläufer dabei ist) und die Trottellumme eine Gryllteiste. Aber schon sehr schick was da mit 300mm an APS-C alles rausholen kann

  13. Fuchs

    Dabei seit
    17.07.2013
    Beiträge
    1.235

    AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #13


    Sensationell. Du (ihr) seid echt erstaunlich. Tierfotografie ist echt schwer, mir gelingt es nie ein einziges ODS-taugliches Tierfoto zu schießen und Ihr habt 5000 zum Aussortieren

  14. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Ziz
    Dabei seit
    02.07.2015
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    4.488

    AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #14
    Zitat Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    Tolle Bilder, vielen Dank für den Reisebericht! Das ist ja schon eine erstaunliche Tiervielfalt. Ein paar Fragen:
    Danke!

    Zitat Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    - Hast du dich mal mit den Einheimischen unterhalten in welchen Monaten die Tiere "Winterschlaf" halten bzw. wann man da weniger Tiere zu Gesicht bekommt?
    Nö, aber is halt immer noch Schottland am Golfstrom, d.h. im Winter wird nicht so richtig kalt. Wir sind halt bewusst zur Brutzeit hin, um Vögel zu sehen.
    Zitat Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    - Gibt es da genauso Midges wie in den Highlands oder eher nicht weil zu viel Wind / Küste?
    Wir wurden vor ihnen gewarnt und auf Fetlar haben sie kurz genervt. Wir hatten auch entsprechend Netze fürs Gesicht dabei, aber haben wir nicht gebraucht. Ich würde also sagen, eher weniger, wir waren auch viel an der Küste unterwegs. Aber ob das eine allgemeine Regel ist, kann ich nicht sagen. Wie gesagt, man wird vor ihnen gewarnt, also wahrscheinlich hatten wir unverschämtes Glück, genauso wie wir auch immer unverschämtes Wetterglück in Schottland haben.
    Zitat Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    - Wie stark bläst der Wind auf so einer Insel, hat man da mitunter Probleme mit dem Aufstellen eines Zelts am Meer? Euer Tap scheint ja eine ziemlich flache Konstruktion gewesen zu sein daher frage ich mich das.
    Also wir sind da bewusst mit dem Risiko hingegangen, dass das mit dem Tarp nichts wird. Plan B wäre Biwaksack ohne Überdachung gewesen, Plan C Hostel/Hotel. Es ging, aber auch hier denke ich, dass wird Glück hatten. Und selbst da war eine offenere Aufbauform nicht denkbar gewesen und auch so hat es unterm Tarp ziemlich gezogen. Es gibt halt kaum Windschutz, schon gar keine Bäume. Aber nen Tunnel in den Wind gestellt, wäre auch super gegangen. Der Boden ist Klasse für Befestigung und der Wind hat auch nachts kaum gedreht, aber ich empfehle eine Wetterapp fürs Handy, danach haben wir uns auch gerichtet beim Tarpaufbau – erfolgreich.

    Zitat Zitat von morit.z Beitrag anzeigen

    Das ist ja fast wie im Zoo.. Schottland wird doch zunehmend attraktiver

    Zwei kleine Anmerkungen noch: die ersten "(Alpen-)Strandläufer" im Bericht sind Steinwälzer (Edit: Grad doch entdeckt, dass rechts doch ein Alpenstrandläufer dabei ist)
    Ja, manchmal komme ich durcheinander, gerade wenn man vor Ort vor allem mit den Englischen Namen zu tun hat.
    Zitat Zitat von morit.z Beitrag anzeigen
    und die Trottellumme eine Gryllteiste. Aber schon sehr schick was da mit 300mm an APS-C alles rausholen kann
    Ja, hier hat uns auch das Englisch einen Streich gespielt, weil die Trottellumme ist eine Guillemot, die Gryllteiste eine Black Guillemot...

    Das Objektiv hat unsere Erwartungen auch erfüllt. Klar, da ginge immer mehr, aber als Kompromiss aus Gewicht, Größe, keinem Objektivwechsel bei u.U. wechselhaftem Wetter und gleichermaßen für weit entfernte Tiere und Landschaften sehr gut geeignet.
    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  15. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Ziz
    Dabei seit
    02.07.2015
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    4.488

    AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #15
    Zitat Zitat von qwertzui Beitrag anzeigen


    Sensationell. Du (ihr) seid echt erstaunlich. Tierfotografie ist echt schwer, mir gelingt es nie ein einziges ODS-taugliches Tierfoto zu schießen und Ihr habt 5000 zum Aussortieren
    Danke Für die Fauna verreisen wir ja auch, habt ihr ja auch auf der Saale gemerkt. Da arbeitet man auf solche Begegnungen so gut es geht auch hin.
    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  16. Alter Hase
    Avatar von anja13
    Dabei seit
    28.07.2010
    Ort
    2 km hinterm Deich
    Beiträge
    2.579

    AW: [SCO] Shetland Mai 2018

    #16
    Schöner Bericht!

    OT:
    Zitat Zitat von Ziz Beitrag anzeigen
    ...
    Nö, bin aber auch nicht so der Krimileser. Empfehlenswert?
    Ja, wenn man die Mischung aus Landschafts-/ bzw. Gesellschaftsbeschreibung, bisschen Romanze und Krimi mag

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)