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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #41
    Mitreisende: Nordwinkel
    Zitat Zitat von pekra62 Beitrag anzeigen
    Und richtig verstanden, sogar als Hüttentour ohne Zelt machbar?
    Davon würde ich dringend abraten. Teilweise sind die Abstände zu groß, die Hütten können voll sein, das Wetter kann dich zur Rast abseits der Hütten zwingen usw. Bei meinem Trip war z.B. eine Hütte wegen Buschbrand drumrum nicht nutzbar:


  2. AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #42
    Zitat Zitat von Nordwinkel Beitrag anzeigen
    So haben wir es auch gemacht. 2017 den Laugavegur als Übung und dann 2018 den Arctic Circle Trail. Ich war ja schon vorher mit dem arktischen Virus infiziert, meinen Kumpel hat's nun auch erwischt. Wo geht's denn hin in Island?
    Bei uns wird es genauso. Ich wollte eigentlich ein wenig anders gehen, aber Frau kommt jetzt mit und da habe ich das ganze so geplant, dass wir den Laugavegur gehen und bei An- und Abreise noch 2 Tage Reykjavik machen. Passt für mich aber auch. Ich war 2008 mal "beruflich" dort und hab dort die Insel umrunden können. Seit dem ist das bei mir ganz oben auf der Liste. Und dann eben 2021 dann Grönland =).

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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #43
    Zu deiner Idee als reine Hüttentour: Ganz klares NEIN!
    Ne, das hätte ich auch nicht vor. Laufe eh lieber mit Zelt, um flexibel zu sein und die schönen Plätze spontan nutzen zu können. Hatte mich nur über die Anzahl der Hütten gewundert, damit nicht gerechnet. Und dich so verstanden, dass die beiden grönländischen Frauen zu Beginn der Tour mit leichtem Gepäck (8kg), also ohne Zelt, unterwegs waren.

    Peter

  4. Gerne im Forum

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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #44
    Zitat Zitat von basstardo Beitrag anzeigen
    Bei uns wird es genauso. Ich wollte eigentlich ein wenig anders gehen, aber Frau kommt jetzt mit und da habe ich das ganze so geplant, dass wir den Laugavegur gehen und bei An- und Abreise noch 2 Tage Reykjavik machen. Passt für mich aber auch. Ich war 2008 mal "beruflich" dort und hab dort die Insel umrunden können. Seit dem ist das bei mir ganz oben auf der Liste. Und dann eben 2021 dann Grönland =).
    Der Laugavegur war schon absolut spektakulär, rein auf die Landschaft bezogen. Wir waren auch eher am Saisonende unterwegs, so dass es sich mit den Menschenmassen auch ein wenig im Rahmen hielt. Lediglich Landmannalaugar war zu Beginn ziemlich heftig, da dort auch viele Tagestouristen ankommen und kleinere Wanderungen unternehmen. Das kann einen dann doch schon etwas nerven.
    Spannend finde ich auch den Vergleich der beiden Inseln, da Island auf sehr dichtem Raum wirklich einige nahezu unglaubliche Landschaften aufweisen kann. Dies ist in Grönland ein wenig anders, dafür wirkt die Natur dort viel abgeschiedener und noch nicht so kultiviert. Eben einfach noch mehr Wildnis.

    Zitat Zitat von pekra62 Beitrag anzeigen
    Ne, das hätte ich auch nicht vor. Laufe eh lieber mit Zelt, um flexibel zu sein und die schönen Plätze spontan nutzen zu können. Hatte mich nur über die Anzahl der Hütten gewundert, damit nicht gerechnet. Und dich so verstanden, dass die beiden grönländischen Frauen zu Beginn der Tour mit leichtem Gepäck (8kg), also ohne Zelt, unterwegs waren.

    Peter
    Lauschige und schöne Zeltplätze gibt es auf dem ACT wahrlich einige. Im Nachhinein ärgern wir uns auch schon noch ein wenig, dass wir uns aufgrund des fehlenden Gases nicht mehr Zeit lassen konnten.
    Japp, die beiden Grönländerinnen planten die Wanderung ohne Zelt. Da sie dort aber auch aufgewachsen sind, traue ich den beiden auch viel mehr zu, was die Beobachtung des Wetters angeht und die allgemeine Erfahrung. Die beiden planten ja auch nicht mehr als 5 Tage für die Tour. Später trafen wir noch einen anderen Wanderer, ebenfalls Inuit, der die Strecke in dreieinhalb Tagen lief. Wobei ihn dies ein wenig ärgerte, da er durch sein schmerzendes Schienbein zum langsameren Gehen gezwungen wurde. Sonst hätte er für die Strecke wohl lediglich zweeinhalb Tage gebraucht.

  5. Gerne im Forum

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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #45
    #036


    Erstaunlicherweise ging der Aufstieg besser vonstatten, als wir zunächst annahmen. In kurzen aber intensiven Intervallen erklommen wir den Berg in für uns überraschender Geschwindigkeit. Oben angekommen erhielten wir als Belohnung einen absolut phantastischen Blick über das umliegende Gelände und den See Tasersuaq. Da uns der Wettergott hold blieb, kam uns eine erstaunliche Weitsicht zugute, die den Eindruck der grandiosen, weiten Landschaft noch einmal verstärkte. Rechts im Bild, zwischen Bergflanke und See blitzt übrigens der Sandstrand auf, an dem wir zuvor ausgiebig rasteten. Von diesem Punkt aus erwartete uns nun knappe 8km stetes Auf und Ab in einer wunderschönen Fjälllandschaft. Nach dem wir schließlich wieder etwas besser Luft bekamen setzten wir unseren Weg entlang zahlreicher, kleinerer Seen fort.

    #037


    Ursprünglich waren wir der Meinung, dass wir nach dem Anstieg die größte Herausforderung eigentlich gemeistert hätten, das beständige Auf und Nieder belehrte uns aber recht schnell eines Besseren. Da sich auf der Ebene aber immer wieder wunderbare Ausblicke boten, nutzten wir dies, um immer mal wieder kurze Pausen einzulegen. Bei einer dieser Pausen entstand auch obiges Bild. Im Anschluss nutzten wir die Gelegenheit mit einem Müsliriegel unsere Energiespeicher wiederaufzuladen und unseren Weg mit der Karte abzugleichen. Dabei wuchs scheinbar aus dem Nichts ein stattliches Rentier keine 10 Meter von uns entfernt aus dem Boden. Nahezu zeitgleich blickten wir uns gegenseitig sichtlich erschrocken in die Augen. Weder hatten wir mit einem Rentier dort oben gerechnet, noch das Rentier mit uns Menschen. Für einen kurzen Moment herrschte völlige Stille und ich ratterte im Hirn fieberhaft diverse Möglichkeiten durch, sollte das Rentier der Meinung sein, uns nicht zu mögen. Das Geweih des Tiers war im Übrigen auf diese kurze Distanz schwer beeindruckend... . Glücklicherweise entschied sich das Tier aber für Weiterlaufen und tauchte im weiteren Verlauf des Weges immer mal wieder vor uns auf, diesmal aber aus wesentlich größerer Distanz. Die Rentierjagd scheint in Grönland wirklich keine sonderlich herausfordernde Aufgabe zu sein...
    An jenem Rastplatz erstellte ich ein weiteres Panorama, welches allerdings in der Foreneigenen Miniaturgröße kaum etwas erkennen lässt. Daher am besten einfach auf das Bild selbst klicken.

    #037a



    #038


    Nach etwa zwei bis drei Stunden erreichten wir schließlich diesen wunderschönen Punkt, von welchem aus, mit Adleraugen, wohl die Hütte sichtbar sein sollte, die das Etappenziel markierte. Mein Kumpel konnte diese auch in der Tat erkennen, meine Augen jedoch versagten auf diese Distanz. Als grobe Richtung blicke man bis zum Ende des recht präsenten Sees, schweife dann mit dem Blick auf das dunkle Feld ein Stück nach oben, bis sich andeutungsweise eine weitere Wasserfläche ganz klein zu erkennen gibt. Dort steht die Hütte Ikkatooq. Nun stand uns noch ein kleinerer Abstieg von 2km bevor, bis der Weg kurz vor der Hütte nochmals anstieg. Da wir uns erneut auf unseren Reiseführer verließen, dieser versprach noch etwa eine Stunde Wanderung bis zur Hütte von unserem Punkt aus, nutzte mein Kumpel die Gelegenheit, per Satellitentelefon eine Verbindung in die Heimat herzustellen, während ich die umgebende Landschaft in mich aufsog. An jenem Punkt waren wir frohen Mutes, dass wir die erste als "schwer" bezeichnete Etappe in wirklich guter Verfassung meistern würden.

  6. Gerne im Forum

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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #46
    #039


    Das Panorama zeigt die Umgebung und die eindrucksvolle Kulisse, in der wir uns bewegten. Da sich das Wetter, wie bereits angesprochen, von seiner besseren Seite zeigte, genossen wir auf dem nun folgenden Abstieg zunächst noch jeden einzelnen Schritt.
    Mit zunehmender Strecke machte sich aber schließlich doch das Gewicht auf dem Rücken bemerkbar und die Tatsache, dass wir bereits gute 16km absolvierten. Als es in Sichtweite der Hütte noch einen letzten Anstieg zu bewältigen gab und wir keine 500m von unserem Ziel entfernt waren, verließen uns dennoch die Kräfte und wir mussten eine längere Pause einlegen. Dabei vertilgte ich auch noch meinen letzten, für diesen Tag, verbliebenen Schokoriegel um die Speicher für den Schlussspurt noch einmal aufzuladen. Dabei dehnte sich unsere Pause letztlich auf etwa eine halbe Stunde aus, bis wir uns aufrafften und auch noch die letzten Schritte bis zur Hütte in Angriff nahmen.

    #040


    Am Endpunkt der Etappe angekommen, verließen uns unsere Kräfte für die nächste halbe Stunde auch weitestgehend komplett. So registrierten wir auch zunächst nur am Rande den ganzen Müll in der unmittelbaren Umgebung der Hütte. Als wir nach einiger Ruhezeit wieder in der Lage waren, einen Fuß vor den anderen zu setzen, erkundeten wir zunächst die Hütte genauer. Dabei beschäftigte uns das Säubern der selbigen nahezu eine weitere halbe Stunde. Auch hier blieb unsere Suche nach Gas weitestgehend erfolglos. Lediglich eine nahezu vollständig geleerte Kartusche fand sich an, möglicherweise reichte der Rest aber für den Kaffee am Morgen. Als wir uns nach draußen begaben, nahmen wir unsere Umgebung nun wiederum genauer wahr. Was wir vorfanden machte uns einerseits traurig, zeitgleich aber auch wütend. Überall lag Abfall verstreut, darunter auch diverse Trekking-Mahlzeit-Tüten und Plastik in der unterschiedlichsten Ausprägung. Wirklich traurig zu sehen, wie einige Menschen mit dieser wundervollen Natur umgehen, die sie vermutlich auch nicht unter Zwang aufsuchten. Sicher ist es nicht einfach, den Müll von dieser Hütte abzutransportieren, da diese etwa auf der Hälfte des Weges zwischen Sisimiut und Kangerlussuaq liegt. Dennoch verstehe ich einfach nicht, weshalb es für Wanderer so schwierig ist, den ganzen mitgenommenen Krempel auch wieder mit nach hause zu nehmen, bzw. in einen Abfallcontainer in einer der beiden Städte zu werfen.
    Diese Episode sorgte immerhin dafür, dass wir nun auch Motivation fanden, uns die Hütte herzurichten und uns unser Abendessen zuzubereiten.

    #041


    Später am Abend, als ich schon meine Gute-Nacht-Zigarette rauchte, bekamen wir tatsächlich noch Besuch. Ein Pärchen schlug nicht weit von der Hütte ihr Zelt auf, suchte aber keinerlei Kontakt zu uns oder erfragte gar ein Übernachten in der Hütte. Am darauffolgenden Tag erfuhren wir auch noch die Gründe ihres Verhaltens.
    Mit Aussicht auf einen morgendlichen Kaffee begaben wir uns in unsere Schlafstätten, nicht ohne jedoch noch einmal den Reiseführer und die folgende Etappe zu studieren. Dabei erhielten wir die Information, dass es wohl den ersten wirklichen Fluss zu queren gilt, wobei sich dieses Furten wohl vermeiden ließe, so man denn die Brücke nimmt. Dies klang für uns zunächst sehr plausibel, ebenso wie die Aussicht, dass am darauffolgenden Tag lediglich 12,6km zu bewältigen wären. In Gedanken sponnen wir ein wenig an der Idee herum, den Weg zu verlängern und noch etwas weiter zu laufen, um so die Strapazen in den folgenden Etappen ein wenig zu entschärfen. Wir beschlossen, diese Entscheidung im Honterkopf zu behalten und von unserer Kondition an der kommenden Hütte abhängig zu machen. So schliefen wir völlig erledigt, aber dennoch stolz auf unsere Leistung ausgesprochen schnell (so gegen halb acht abends) ein.

  7. Fuchs

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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #47
    Spann uns nicht auf die Folter, was ist denn mit dem Pärchen los?
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  8. Gerne im Forum

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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #48
    Zitat Zitat von tjelrik Beitrag anzeigen
    Spann uns nicht auf die Folter, was ist denn mit dem Pärchen los?
    Gemach, gemach. Kommt in einem der nächsten beiden Beiträge. Vorher wird aber noch der eigenartige Titel des Berichts erklärt.

  9. Alter Hase
    Avatar von Der Foerster
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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #49
    Dein Bericht hat zur Folge, dass ich wahrscheinlich dies WE den Flug nach Kangerlussuaq buchen werde
    Eigentlich wollte ich mit einem Kumpel eine Tour in Norwegen machen, aber nun hast Du eine kleine Planänderung verursacht und wir wollen nach Grönland

    Kurz die Daten (ich werde dann dafür ggf. einen eigenen Faden aufmachen um Deinen nicht zu zerschießen):

    Die letzten zwei Augustwochen 2019. Ist das schon zu spät, oder noch safe?

    Mit den Flugtagen 13 Tage Zeit. Müsste reichen, oder?

    Der Plan ist (aufgrund der einfacheren Logistik): Die hälfte der Zeit in einer Richtung zu wandern und dann umzudrehen und wieder zurück nach Kangerlussuaq zu laufen. Spricht da irgendwas gegen? Ich habe das so auf dem Nordkalotleden schon mal gemacht und mich persönlich stört es nicht den Trail nicht ganz zu schaffen, oder wieder zurück laufen zu müssen.

    Danke für die Inspiration
    Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst. Voltaire.

  10. Gerne im Forum

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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #50
    Zitat Zitat von Der Foerster Beitrag anzeigen
    Dein Bericht hat zur Folge, dass ich wahrscheinlich dies WE den Flug nach Kangerlussuaq buchen werde
    Eigentlich wollte ich mit einem Kumpel eine Tour in Norwegen machen, aber nun hast Du eine kleine Planänderung verursacht und wir wollen nach Grönland

    Kurz die Daten (ich werde dann dafür ggf. einen eigenen Faden aufmachen um Deinen nicht zu zerschießen):

    Die letzten zwei Augustwochen 2019. Ist das schon zu spät, oder noch safe?

    Mit den Flugtagen 13 Tage Zeit. Müsste reichen, oder?

    Der Plan ist (aufgrund der einfacheren Logistik): Die hälfte der Zeit in einer Richtung zu wandern und dann umzudrehen und wieder zurück nach Kangerlussuaq zu laufen. Spricht da irgendwas gegen? Ich habe das so auf dem Nordkalotleden schon mal gemacht und mich persönlich stört es nicht den Trail nicht ganz zu schaffen, oder wieder zurück laufen zu müssen.

    Danke für die Inspiration
    Hui, das freut mich zu hören und nehme ich als richtig dickes Lob auf. Schön zu lesen, dass mein Bericht eine Planänderung hervor ruft. Ende August kann es durchaus schon Schnee geben und auch recht kalt werden, aber unmöglich ist der Trail dann sicher noch nicht. Eure Idee, den Trail quasi zur Hälfte hin und wieder zurück zu laufen, halte ich hingegen nicht für so gut, da ihr so, einige echte Highlights verpasst. Ganz besonders die wundervolle Hütte Innajuattoq II direkt am See und auch die letzte Hütte vor Sisimiut ist eine richtige Perle. Letztere nicht hinsichtlich der Ausstattung, aber hinsichtlich der Lage. Landschaftlich hat mich aber besonders auch die letzte Etappe nach Sisimiut so richtig aus den Latschen gehauen. Je dichter man ans Meer kommt, desto schroffer wird die Gegend. Das macht einen großen Reiz des Trails aus. 13 Tage sind aber bei weitem genug, um den Trail in eine Richtung komplett zu laufen. Ökologisch gefällt mir eure Variante allerdings wesentlich besser.

  11. Alter Hase
    Avatar von Der Foerster
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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #51
    Schnee wird aber nur ungemütlich und nicht eingeschneit bedeuten, nehme ich an?

    Ich warte mal ab, wie sehr mich die Bilder von der zweiten Hälfte überzeugen
    Es ist halt wirklich deutlich einfacher, wenn man hin-und-zurück läuft (sportlicher Ehrgeiz den ganzen Trail zu schaffen liegt mir fern).
    Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst. Voltaire.

  12. Gerne im Forum

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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #52
    Zitat Zitat von Der Foerster Beitrag anzeigen
    Schnee wird aber nur ungemütlich und nicht eingeschneit bedeuten, nehme ich an?

    Ich warte mal ab, wie sehr mich die Bilder von der zweiten Hälfte überzeugen
    Es ist halt wirklich deutlich einfacher, wenn man hin-und-zurück läuft (sportlicher Ehrgeiz den ganzen Trail zu schaffen liegt mir fern).
    Nee, ich glaube komplett einschneien, ist erst später.
    Okay, ich gebe mir große Mühe. Der sportliche Ehrgeiz hielt sich bei uns auch in Grenzen, nur mussten wir nach dem Malheur mit den Kartuschen halt zügig voran kommen, besonders als wir das Essen aussortiert hatten.

  13. Gerne im Forum

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    #53
    Tag 6, Etappe 5 Ikkatooq Hütte --> Eqalugaarniarfik Hütte

    #042


    Der nächste Morgen empfing uns mit grauem Himmel und der Andeutung von Regen. Da wir aber in der Tat ausreichend Gas für zumindest einen morgendlichen Kaffee vorfanden, schockte uns das Wetter in keinster Weise. Recht schnell packten wir unsere Sachen zusammen, genossen das herrliche Aroma eines frisch aufgebrühten Kaffees und begaben uns recht früh auf die kommende Etappe. Diese wartete zunächst mit einem recht knackigen Anstieg auf uns und führte im Anschluss in stetigem Auf und Ab durch karge aber dennoch wunderschöne Fjälllandschaften. Gelegentlich sahen wir in der Ferne auch wieder ein Rentier, allerdings erlaubte der Pfad nur selten, den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Da mitunter die Anstiege recht steil vor uns in die Höhe wuchsen und gelegentlich auch noch ein kleiner Bach der Schwerkraft folgend seinen Weg ins Tal suchte, gab es einige Passagen, die vor lauter Matsch arg rutschig wurden. Ein Hoch auf die Erfindung der Trekkingstöcke, wenngleich mein Kumpel mit seinen Exemplaren so seine Schwierigkeiten hatte.

    #043


    Immer wieder kamen wir auf unserem Weg dabei an solchen wunderschönen kleinen Tümpeln vorbei, die nicht selten einen spektakulären Ausblick auf die umgebenden Höhenzüge ermöglichten. So ginge es mit einer Vielzahl an kleineren fotografischen Unterbrechungen recht langsam voran, was uns aber kaum störte, da die Landschaft, zumindest in meinen Augen, einfach wunderschön daher kam. Dabei passte für mich auch das eher triste Wetter recht gut ins Gesamtbild, da man sich so der Abgeschiedenheit noch mal ein gutes Stück bewusster wurde.

    #044


    An diesem Punkt sahen wir zum ersten Mal das Tal um den Fluss Ole's Lakseelv. Dieses Tal galt es im weiteren Verlauf unserer Etappe zu durchqueren, inklusive des eben genannten Flusses. Wie bereits angesprochen, stellt das Furten mitunter eine große Herausforderung dar, da das Gewässer in seinen Pegelständen stark schwankt, teilweise das Durchqueren sogar unmöglich sein kann. Wie bereits angesprochen, veranlasste das Tourismusbüro Sisimut den Bau einer Brücke über den Fluss. Laut unserem Reiseführer sollte diese Brücke durch einen Pfad am Flussufer leicht zu finden sein sollte. Die Brücke selbst beschreibt unser Meisterwerk der Reiseführer als metallene Konstruktion. Darauf komme ich an späterer Stelle noch zurück.
    Um in das Tal zu gelangen, stand uns zunächst noch ein größerer Abstieg bevor, der aufgrund der Witterung und des ausgetretenen Pfades sehr schlammig und morastig daher kam. So bedurfte es eines hohen Maßes an Konzentration, nicht den Halt zu verlieren und den Abstieg auf dem Hosenboden rutschend zu vollenden. Teile des Weges säumte dabei ein nicht gänzlich unsektakulärer Abstieg, so dass es sich nicht unbedingt empfahl, den Halt zu verlieren.

  14. Alter Hase
    Avatar von Der Foerster
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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #54
    Vielen Dank fürs weiterschreiben

    Kurze Fragen zwischendurch: Wie viel früher habt ihr die Flüge gebucht? Mein Kreditkartenlimit hat gestern nicht mehr ausgereicht, ich muss mit dem buchen bis zum 1.2. warten

    Braucht man bei der Geschichte ein GPS? Ok, Nansen hat Grönland auch ohne überquert, also anders gefragt, ist ein GPS sinnvoll?
    Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst. Voltaire.

  15. Alter Hase
    Avatar von Der Foerster
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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #55
    Dieses verdammte Internet vergisst nie. Wird Zeit es umzusetzen
    https://www.outdoorseiten.net/forum/...c-Circle-Trail
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  16. Fuchs

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    #56
    Auch von mir besten Dank fürs weiterschreiben. Was ist denn nun mit dem Pärchen? Wie viel kg hast du geschleppt? ( Sorry, falls schon beantwortet...)
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  17. Gerne im Forum

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    #57
    Zitat Zitat von Der Foerster Beitrag anzeigen
    Vielen Dank fürs weiterschreiben

    Kurze Fragen zwischendurch: Wie viel früher habt ihr die Flüge gebucht? Mein Kreditkartenlimit hat gestern nicht mehr ausgereicht, ich muss mit dem buchen bis zum 1.2. warten

    Braucht man bei der Geschichte ein GPS? Ok, Nansen hat Grönland auch ohne überquert, also anders gefragt, ist ein GPS sinnvoll?
    Ich hatte, meine ich, im November gebucht. Mein Kumpel allerdings erst wesentlich später, ich denke, das war so im Februar/März. Das hat trotz Hochsaison super funktioniert.
    GPS ist absolut sinnvoll! Wir haben es doch das ein oder andere Mal benötigt, um herauszufinden, wo wir uns befinden und ob wir noch auf dem Trail laufen. Durch Matsch und Regen kann es sehr schnell gehen, dass an manchen Stellen der Pfad nicht mehr als solcher zu erkennen ist. Steinmännchen gibt es zwar mittlerweile wesentlich mehr als noch vor drei oder vier Jahren, dennoch sollte man sich nicht allein darauf verlassen. Wir hatten zusätzlich zum GPS-Track auch noch Wanderkarten dabei, die waren auch hilfreich um zum einen zu sehen, wie weit es bis zur nächsten Hütte ist und zum anderen, um ein wenig über die umliegenden Berge etc. zu erfahren.

    Zitat Zitat von Der Foerster Beitrag anzeigen
    Dieses verdammte Internet vergisst nie. Wird Zeit es umzusetzen
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    Hab die Diskussion mal ein wenig verfolgt... da sind teilweise Ansichten dabei, die ich nicht mal annähernd nachvollziehen kann. Die Landschaft wirkt sicher etwas monoton und hat nicht viel mit Eis und Schnee zu tun, aber Grönlandf heißt ja auch nicht umsonst übersetzt "Grünland".

    Zitat Zitat von tjelrik Beitrag anzeigen
    Auch von mir besten Dank fürs weiterschreiben. Was ist denn nun mit dem Pärchen? Wie viel kg hast du geschleppt? ( Sorry, falls schon beantwortet...)
    Geduld, zu dem tschechischen Pärchen komme ich noch, ist auch gar nicht so spektakulär, wie der ein oder andere vielleicht denkt.
    Zu Beginn hatte ich ca 22-23kg auf dem RÜcken. Dabei dann aber 2l Wasser und Essen für 11-12 Tage, inkl. Luxusfrühstück (pro Tag 2x 5-Minutenterrine "Nudeln in Schinkensahnesauce" ) Nachdem wir dann die Rucksäcke entrümpelt hatten und ich mich von meinem Frühstück trennen musste, hatte ich wohl noch 18-19kg auf dem Rücken. Dann aber auch nur noch Essen für 7 Tage.

  18. Gerne im Forum

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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #58
    #045


    Nach einer spannenden, gelegentlichen Rutschpartie, erreichten wir das Tal und sogen die vielen verschiedenen Grüntöne in uns auf. Bei einem Blick zurück nahmen wir ein Wandererpaar wahr, welche in gleicher Richtung wie wir unterwegs waren. Da sie im Laufe der Wanderung nicht sonderlich zu uns aufschlossen, stieg unser Stolz auf die eigene Leistung ein wenig, da wir mittlerweile einen ganz guten Rhythmus beim Wandern fanden, mit dem wir recht zügig und dennoch entspannt voran kamen.
    Als wir endgültig den Talboden erreichten, nahm meine Freude hinsichtlich der verschiedensten Grüntöne massiv ab, die Farbe resultierte aus einer Vielzahl von Kriechweiden, die mir teilweise bis zum Kopf reichten. Da wir uns zunächst aber auf einem gut zu erkennenden Pfad bewegten, nervten mich diese Gewächse bis dahin noch nicht so massiv, wie es später der Fall sein würde.
    Mit jedem weiteren Schritt stieg in uns die Zuversicht, das wir heute wohl noch ein gutes Stück weiter gehen würden, als bis zur angegebenen Hütte, da wir erstaunlich gut in der Zeit lagen und die Zeiger der Uhr noch nichtmal bis zur Mittagszeit vorgerückt waren. Auch hofften wir noch immer, dass möglicherweise in der vor uns liegenden Hütte vielleicht noch weitere Gasreste auf uns warteten, so dass der morgendliche Kaffee bis Sisimiut kein Einzelfall blieb. Am Ende des Tages stellte sich heraus, dass zumindest unsere Hoffnung nicht enttäuscht wurde, im Gegensatz zu unseren Plänen.

    #046


    Frohen Mutes stapften wir durch das weite Flusstal und folgten dem unübersehbaren Pfad. Dieser führte uns dabei auch an diesem sinnigen Wegweiser vorbei. Während wir schon frohlockten, dass die Brücke wohl mittlerweile auch ausgeschildert ist, näherten wir uns dem Fluss. Dort angekommen, erspähten wir den Pfad, der vermutlich zur Brücke führen würde. Dennoch warfen wir einen Blick auf die Furt und den Fluss, der, mit etwas Abstand betrachtet, keine sonderlich große Herausforderung gewesen wäre. Nach kurzer Diskussion entschieden wir uns, mein Kumpel insistierte mehr als ich, unser Glück mit der Brücke zu versuchen. Laut Reiseführer, sollte ein "gut sichbarer Pfad am Flussufer" zur Brücke führen. Dieser Pfad füphrte uns gute 500m tatsächlich auch am Flussufer Richtung Westen. Nach diesen 500m verlor sich der "gut sichtbare Pfad" aööerdings völlig im Dickicht der Kriechweiden. Zunächst kamen wir noch an dem ein oder anderen, kleineren ausgetrockneten Tümpel vorbei, wo wir menschliche Fußspuren fanden. Diese Fährten verloren sich aber endgültig, als wir dichter ans Flussufer gelangten und wie aus dem Nichts inmitten einer Feuchtwiese standen. Spätestens hier hätten wir zumindest mal die Idee abwägen können, umzudrehen und den Fluss zu durchqueren. Stattdessen versanken wir teilweise bis übers Knie in dem sumpfigen Untergrund, kämpften uns heraus, um dann ein wenig später wiederum bis zur Hälfte des Schienbeins im Treibsand stecken zu bleiben. Hinweise und Wegweiser, wo in etwa die Brücke sich befinden könnte, gab es weit und breit keine. Mit einigem Aufwand bestimmten wir unsere Position und glichen sie mit der Position der Brücke in der Karte unseres Reiseführers ab. Dabei stellten wir fest, dass wir noch gute 3km durch Kriechweiden gesäumte Landschaft stiefeln müssen. Auf meinem GPS-Track tauchte kurzzeitig eine Linie auf, die wohl den Wintertrack von Kangerlussuaq nach Sisimiut kennzeichnet. Leider stellten wir fest, dass auch dies keine markierte Strecke ist, sondern wohl nur ein grober Anhaltspunkt.
    So standen wir buchstäblich im Nichts, während unsere Motivation langsam aber sicher den Bach runter ging. Nach einem heilsamen Moment des hemmungslosen Fluchens über die Qualität des Reiseführers, bissen wir die Zähne zusammen und schlugen uns durch das Unterholz. Richtig mulmig wurde es mir allerdings, als wir kleinere Hügel vor uns erblickten, gepaart mit der Losung von Moschusochsen. In meinem Kopf stellten sich Szenen bildlich dar, welchen Ausgang eine zufällige Begegnung mit einer Herde Moschusochsen hinter dem nächsten Hügelkamm wohl nähme. Kein sonderlich beruhigender Gedanke. Hinzu kam, dass sich das Wetter zunehmend verschlechterte und am Horizont dunkle Wolken aufzogen.

    #047


    Nach etwa zweineinhalb Stunden des Herumirrens in der Wildnis trafen wir schließlich auf dieses Wunderwerk der Metallbaukunst. Die hölzerne Brücke, zu der uns ein "gut sichtbarer Pfad am Flussufer" führte. :ugly:
    Nach dem Überqueren der Brücke machten wir erneut unserem Ärger über die Autoren des Buches Luft, rasteten einen Moment und füllten unsere Energiespeicher mit allerhand Riegelfutter und Schokolade wieder auf. Kaum dass wir uns wieder in Bewegung setzten, erwartete uns eine weitere Herausforderung. Eine etwa 15-20 Meter hohe Felswand, die es offensichtlich zu erklimmen galt. Nach einem weiteren kurzen aber heftigen Wutausbruch, bezwangen wir auch dieses Hindernis. Oben angekommen trafen wir nach etwa 250m erneut auf einen Wegweiser zur Brücke. Kurzzeitig überlegten wir ernsthaft, das Schild abzumontieren. In unserer Richtung hatte man ja zumindest einen halbwegs sicheren Fixpunkt, auf den wir zuhielten, wie es sich in anderer Richtung verhält, konnten wir nur mutmaßen, stellten es uns aber ungleich schwerer vor. Denn wirklich sichtbar sind die Steinmännchen aufgrund ihrer begrenzten Höhe auch nicht. Dort oben fanden wir schließlich auch den Standpunkt, von welchem aus das Foto der "Metall"brücke im Reiseführer gemacht wurde. Vermutlich wurde diese Passage zur Brücke ohne große Überprüfung einfach hinein geschrieben. In einem englischen Trailführer wird vor der Nutzung der Brücke sogar explizit gewarnt. Das hätten wir vorher wissen müssen...-,-
    In der Rückschau bleib ich dabei, dass diese Etappe mit dieser unverantwortlichen Aussage im Reiseführer definitiv nicht zu unterschätzen ist. Der Verlag reagierte übrigens auf meine, wirklich sehr diplomatisch formulierte, E-Mail nach der Tour bis heute nicht.

    #048


    Der Trail führte im weiteren Verlauf stetig bergauf, ohne allerdings allzu große Steigungen bereit zu halten. Nach etwa einer Stunde des Wanderns erblickten wir schließlich die Eqalugaarniarfik Hütte. Als die ersten Tropfen aus dem nun völlig wolkenverhangenen Himmel herab fielen, kratzten wir die letzten Kraftreserven zusammen und erreichten die Hütte noch vor dem Regenguss. In der Hütte selbst begrüßte uns Eddie, ein irischer Wanderer, der es auf dem Trail in diesem Jahr zu einiger Berühmtheit brachte. Er ist den Weg nicht weniger als viermal (!) gelaufen. Zweimal in jede Richtung. Dabei unternahm er auch immer wieder Ausflüge in das Umland und sah sich dabei mit so manchem Abenteuer konfrontiert. Auf unsere Frage, wie er auf die Idee kam, den Trail so häufig zu laufen, antwortete er, dass er nach dem Studium nach Flügen in Richtung Grönland schaute und sich dabei den günstigsten Hin- und den günstigsten Rückflug buchte. Dazwischen lagen dann etwa zwei Monate.
    Während wir angeregt miteinander plauderten, verflüchtigte sich auch unsere Idee, noch ein Stück weiter zu gehen. Dies lag zum einen daran, dass wir nach dem Niederschlag einfach keine Lust mehr hatten und zum anderen daran, dass Eddie sich als ein sehr angenehmer "Mitbewohner" herausstellte. Als wir ihm unsere Geschichte hinsichtlich des Gases erzählten, zauberte er aus seinem Rucksack eine halbvolle Kartusche hervor, die er definitiv nicht mehr brauchen würde, er sie uns also überließ. Welch Freude, nach so einem gebrauchten Tag.
    Während wir beisammen saßen und miteinander redeten, trafen unsere Verfolger an der Hütte ein. Ein tschechisches Paar, die ihren Urlaub eigentlich eher kletternd in Felswänden verbringen. Auch diese beiden entpuppten sich als sehr angenehme Hüttengenossen. Sie erklärten uns dann auch, warum sie am Abend zuvor keinen Kontakt mehr mit uns aufnahmen. Sie hatten die Strecke vom Kanucenter bis zur Hütte hinter sich, also noch mal ca. 4km mehr als wir. Die beiden waren wohl nur noch dazu in der Lage, das Zelt aufzubauen, ihr Essen zu kochen und dann schlafen zu gehen.
    Nach einiger Zeit traf auch noch eine komplette tschechische Familie an der Hütte ein, welche in entgegengesetzter Richtung unterwegs war. Diese schafften es nicht mehr rechtzeitig vor dem Regenguss unterzukommen und kamen dementsprechend in die Hütte wie begossene Pudel. Allerdings zeigten sie sich sehr erfreut über den Regen, denn dieser vertrieb die Mosquitoes zumindest teilweise. Während die Familie damit begann, regelrecht aufwendig zu kochen, studierten wir einige der ausliegenden Gästebücher. Dabei trafen wir auf eine Vielzahl von Einträgen, die die Brücke zum Thema hatten. Der Grundtenor lag irgendwo zwischen wüster Beschimpfung der Bauherren und völligem Unverständnis, was eine Brücke an der dortigen Stelle eigentlich bezwecken soll. Wäre schön gewesen, dies vorher gewusst zu haben.
    Als wir zu den neuesten Einträgen blätterten, stießen wir auf Schilderungen einer sehr großen Wandergruppe, welche wohl für einigen Unmut und ziemlich viel Unruhe in der arktischen Wildnis sorgte. Von Eddie erfuhren wir, dass es sich dabei wohl um eine geführte Wanderung handelte, welche an der Hütte ihren Anfang nahm, in der wir uns eben befanden. Den genauen Hintergrund wusste er auch nicht, nur dass es wohl eine Wohltätigkeitsveranstaltung sein sollte, deren Grund er nicht genau wusste, nur etwas in die Richtung "Sauberes Wasser für Afrika." Zum wahren Ausmaß dieser geführten Wanderung komme ich am Ende der Erzählung noch mal zurück.
    Nach dem sich die tschechische Familie als nicht sonderlich kommunikativ herausstellte, allerdings sehr viel Raum für sich beanspruchte, zogen wir es vor, unser Zelt zu errichten und recht früh in die Schlafsäcke zu krabbeln. Dabei brach während der Nacht ein Sturm los, der mich immer wieder weckte und mir die ein oder andere Sorgenfalte ins Gesicht zeichnete in Anbetracht der defekten Zeltstange. Nach einigen haarsträubenden Momenten beruhigte sich das Wetter aber zunehmend, so dass auch ich zur Ruhe kam und endlich einschlief.

  19. Fuchs

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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #59
    Cool. Besten Dank. Viele Tschechen unterwegs da oben....
    bear shit - sounds like bells & smells like pepper

  20. Gerne im Forum

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    AW: [GL] "DON'T take the bridge!" Der Arctic Circle Trail + Ilulissat Grönland 2

    #60
    Zitat Zitat von tjelrik Beitrag anzeigen
    Cool. Besten Dank. Viele Tschechen unterwegs da oben....
    Das waren auch noch nicht die letzten, die wir trafen... lass dich überraschen.

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