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  1. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #21
    Mitreisende: drtech
    Wenn ich mich an die Wettervorhersage zum Zeitpunkt unserer Abreise erinnere, hast Du es dafür aber richtig gut getroffen. Super Bilder und eine schöne Strecke soweit.

  2. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #22
    Ich bin ja ein großer Fan deines ersten Sarek - Berichtes. Großartige Fotos, die außerordentlich inspirierend wirken.
    Da der Sarek schon ganz lange auf meiner Liste steht und es im nächsten Jahr ( vielleicht? ) soweit ist, bin ich sehr gespannt, was du diesmal für schicke Bilder und Erlebnisse mitgebracht hast.
    Deinen Ärger über eine nicht einwandfrei funktionierende Fototasche kann ich nur zu gut verstehen - das nervt irgendwann einfach nur noch.
    Ausgetretene Pfade sind die sichersten, aber es herrscht viel Verkehr. Ergo: Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen.

  3. Erfahren

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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #23
    Zitat Zitat von Ardunaut Beitrag anzeigen
    Moin Stefan,

    nachdem wir uns ja im März auf der Anreise zu unseren Wintertouren im Zug zufällig getroffen haben, so haben wir uns wohl im September auch nur knapp verpasst . Ich war in der ersten Septemberhälfte im Sarek unterwegs (Saltoluokta-Aktse-Bierikjávvre-Pietsaure-Saltoluokta).
    Dein Bericht und die Fotos sind wirklich gut - weiter so!

    Viele Grüße
    Arne
    Ich erinnere mich noch an den Transport einer besonders schweren Pulka aus dem Zug in Stockholm . Vielleicht reiche ich bei Gelegenheit ja auch mal einen Tourbericht zur Wintertour nach. Aber erst einmal muss dieser fertig werden. Das wird noch etwas dauern, bin nämlich erst einmal eine Woche im Urlaub (nein, nicht im Fjäll, sondern auf Madeira).

    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Wenn ich mich an die Wettervorhersage zum Zeitpunkt unserer Abreise erinnere, hast Du es dafür aber richtig gut getroffen. Super Bilder und eine schöne Strecke soweit.
    Bis jetzt hatte ich in der Tat richtiges Glück mit dem Wetter. Es wird aber noch anders kommen .

    @evernorth: Vielen Dank für Deine positive Rückmeldung, natürlich auch zum alten Reisebericht ! Auch wenn man schon öfter in einer Gegend war, ist es doch jedes Mal anders. Jahreszeiten, Wetter, etc. tragen natürlich dazu bei. Und im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet gibt es ja unheimlich viele Variationsmöglichkeiten. Da wird einem wahrscheinlich nie langweilig.

    Thema Fototasche: Wenn jemand Tipps zu einer guten, wasserdichten Fototasche hat, die eine Systemkamera mit 3 Objektiven aufnehmen kann, dann nur her damit. Mein Modell (V-Shot) hat Ortlieb übrigens mittlerweile aus dem Programm genommen. Ich habe vom Händler das Geld zurück erhalten. Lieber wäre mir aber gewesen, wenn sie einfach funktioniert hätte.

  4. Gerne im Forum

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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #24
    Zur Fototasche kann ich leider auch nicht viel sagen. Habe ebenfalls eine ziemliche Odyssee bei der Suche hinter mir. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, eine einfache und günstige Tasche zu nutzen, die bei extremen Regen einfach im wasserdichten Ortliebsack der Isomatte verschwindet. Ist zwar nicht sonderlich praktisch, aber was besseres fiel mir bisher auch nicht ein.
    Ich verfolge nach wie vor sehr gespannt deine Tour und bewundere deine Fotos. Einfach großartig, diese Landschaft im Herbstkleid. Besonders schön finde ich auch deinen alternativen Titel.

  5. Dauerbesucher

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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #25
    Zitat Zitat von Nordwinkel Beitrag anzeigen
    Zur Fototasche kann ich leider auch nicht viel sagen. Habe ebenfalls eine ziemliche Odyssee bei der Suche hinter mir. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, eine einfache und günstige Tasche zu nutzen, die bei extremen Regen einfach im wasserdichten Ortliebsack der Isomatte verschwindet. Ist zwar nicht sonderlich praktisch, aber was besseres fiel mir bisher auch nicht ein.
    Ich verfolge nach wie vor sehr gespannt deine Tour und bewundere deine Fotos. Einfach großartig, diese Landschaft im Herbstkleid. Besonders schön finde ich auch deinen alternativen Titel.
    Geht mir ähnlich, ich habe einen Lowepro Apex und nun einen Lowepro Nova am Hüftgurt, die haben eine eingebaute Regenhülle, wenn es richtig nass wird kommt entweder von oben noch eine Plastiktüte drüber gestülpt, oder wenn richtig, richtig nass, dann kommt sie einfach in den Rucksack, ich weiß ja dann, dass ich eh keine Fotos mache
    Vorteil an dem Vorgehen: Ziemlich günstig, die Taschen kosten gebraucht um die 20€.

    Grüße,
    Daniel
    Auf meinem Blog Longing for the Horizon:
    Sarek 2018 / Padjelantaleden 2017 / 4500km Radtour Berlin-Nordkapp 2017 / Kungsleden 2015 / Kungsleden 2014 / Israel-Hike 2014 und viele kleinere Radtouren (Berlin - Kopenhagen / Prag - Berlin etc.)

  6. AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #26
    Zitat Zitat von drtech Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Ardunaut Beitrag anzeigen
    Moin Stefan,

    nachdem wir uns ja im März auf der Anreise zu unseren Wintertouren im Zug zufällig getroffen haben, so haben wir uns wohl im September auch nur knapp verpasst . Ich war in der ersten Septemberhälfte im Sarek unterwegs (Saltoluokta-Aktse-Bierikjávvre-Pietsaure-Saltoluokta).
    Dein Bericht und die Fotos sind wirklich gut - weiter so!

    Viele Grüße
    Arne
    Ich erinnere mich noch an den Transport einer besonders schweren Pulka aus dem Zug in Stockholm .
    So langsam fallen hier diverse Puzzlestücke zusammen.
    Zitat Zitat von drtech Beitrag anzeigen
    Vielleicht reiche ich bei Gelegenheit ja auch mal einen Tourbericht zur Wintertour nach.
    Gerne.
    Meine Nordlichtbilder in Vistas sind leider nichts geworden, aber ich bin ja auch nicht so lange draussen geblieben wie du.

    Holz kam übrigens auch am nächsten Tag nicht...

    Gruss
    Henning
    Es gibt kein schlechtes Wetter,
    nur unpassende Kleidung.

  7. Erfahren

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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #27
    Zitat Zitat von Nordwinkel Beitrag anzeigen
    Zur Fototasche kann ich leider auch nicht viel sagen. Habe ebenfalls eine ziemliche Odyssee bei der Suche hinter mir. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, eine einfache und günstige Tasche zu nutzen, die bei extremen Regen einfach im wasserdichten Ortliebsack der Isomatte verschwindet. Ist zwar nicht sonderlich praktisch, aber was besseres fiel mir bisher auch nicht ein.

    Zitat Zitat von theslayer Beitrag anzeigen
    Geht mir ähnlich, ich habe einen Lowepro Apex und nun einen Lowepro Nova am Hüftgurt, die haben eine eingebaute Regenhülle, wenn es richtig nass wird kommt entweder von oben noch eine Plastiktüte drüber gestülpt, oder wenn richtig, richtig nass, dann kommt sie einfach in den Rucksack, ich weiß ja dann, dass ich eh keine Fotos mache
    Vorteil an dem Vorgehen: Ziemlich günstig, die Taschen kosten gebraucht um die 20€.
    Das wird wohl auch erst einmal meine Fallback-Lösung. Ich hatte auch schon früher eine Toploader-Tasche von Lowepro. Die Regenhüllen sind aber leider nicht wirklich dicht. Vor allem das Regenwasser, das den Körper hinunterläuft, gelangt von hinten in die Tasche (dort ist die Hülle ja nicht zu). Die wasserdichte Tasche war dahingehend echt praktisch; man musste sich auch keine Gedanken machen, wo man sie hinlegt. Die Kamera konnte ins Vorzelt.

    Zitat Zitat von Nordwinkel Beitrag anzeigen
    Ich verfolge nach wie vor sehr gespannt deine Tour und bewundere deine Fotos. Einfach großartig, diese Landschaft im Herbstkleid. Besonders schön finde ich auch deinen alternativen Titel.
    Danke! Die Etappen waren in der Tat teilweise recht kurz. Aber mir geht es bei meinen Touren ja auch nicht darum, möglichst viele Kilometer zu schaffen. Es geht mir eher darum, das Draußensein zu genießen und die Landschaft und Natur auf mich wirken zu lassen.

    Zitat Zitat von Fjaellraev Beitrag anzeigen
    So langsam fallen hier diverse Puzzlestücke zusammen.
    Gerne.
    Meine Nordlichtbilder in Vistas sind leider nichts geworden, aber ich bin ja auch nicht so lange draussen geblieben wie du.

    Holz kam übrigens auch am nächsten Tag nicht...
    Es ist schon lustig, wenn man Forenteilnehmer im Fjäll trifft ! Das mit dem Nordlicht ist wirklich schade. Es hat später noch mal ordentlich aufgedreht (siehe hier und hier). Aber es ist eben unberechenbar und es war schon richtig kalt ;).

  8. Erfahren

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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #28
    Tag 6: Álggavágge - Niejdariehpvágge - Sarvesvágge

    Die Nacht verläuft ereignislos. Als ich aufwache, herrscht das gleiche Wetter wie am Abend zuvor. Der Himmel ist größtenteils bedeckt. Also frühstücke ich in Ruhe. Dann beschließe ich, am Bach noch ein paar Fotos zu machen. Immerhin ist die Wolkenbewegung um die Berggipfel ganz interessant. Dies versuche ich mit einer Langzeitbelichtung einigermaßen einzufangen:


    Wolken ziehen am Skårvatjåhkkå vorbei

    In Marschrichtung senkt sich der Talgrund langsam ab. Um den "Knick" im Tal kann man noch nicht herumsehen.


    Blick in Wanderrichtung (ebenfalls Langzeitbelichtung)

    Ich packe meine Sachen zusammen. Das geht mittlerweile recht schnell und routiniert. Ich bin froh, dass es trocken ist. Ich wechsele auf die südliche Seite des Bachs, was an dieser Stelle ohne das Ausziehen meiner Schuhe kein Problem darstellt. Dann geht es weiter talabwärts.


    Los geht's

    Anfangs ist das Gelände noch angenehm, und ich schlendere im Wesentlichen über Grasflächen. Hin und wieder geht es über einen kleinen Bach.


    Hier ist das Wandern noch angenehm

    Später ist das Gelände jedoch immer mehr von teilweise mannshohem Weidengestrüpp geprägt. Als ob das nicht ausreichen würde, sind die möglichen Lücken mit einer ordentlichen Portion Schlamm und Sumpf ausgestattet. Das verzögert mein Vorankommen schon etwas, und große Lust auf Fotos habe ich auch nicht. Ich tröste mich damit, dass ich von meiner Wanderung 2013 weiß, dass es auf der anderen Seite auch nicht viel besser aussieht . Immerhin würde ich mir diesmal die Überquerung des Baches weiter unten im Tal und vielleicht auch etwas Anstieg sparen.

    Sobald der Einschnitt des Niejdariehpvágge auf der Südseite des Tals in Sicht kommt, und die Steigung links von mir handhabbar erscheint, mache ich mich daran, Höhe zu gewinnen. Nachdem ich ein recht steiles Stück erklommen habe (nach Überquerung des Bachs, der vom Niejdariehppe herunterkommt), eröffnet sich endlich der Blick zum Álggajávrre.


    Blick zum Álggajávrre

    Ich wandere schließlch stetig bergauf nach Süden ins Niejdariehpvágge hinein. Ich kann mich noch an anstrengende Passagen über Blockfelder von meiner vorigen Tour erinnern. Überraschenderweise bleibt das Gelände aber zunächst relativ einfach gangbar. Vermutlich liegt es daran, dass ich diesmal etwas höher am Hang laufe.


    Blick zurück ins Álggavágge; der Gipfel des Alkavare ist in Wolken gehüllt.

    Auf der gegenüberliegenden Talseite kann ich Gletschernischen erkennen.


    Gletschernische im Niejdariehpvágge

    Mein Weg in Richtung Pass wird mit der Zeit steiniger, bis ich den kleinen Tümpel an der Passhöhe erreiche. Hier bin ich nur noch von Geröll umgeben. Am Horizont kann man schon die Hochebene des Luohttoláhko und die Gipfel des Pårte-Massivs erkennen.


    Es wird steiniger.


    Die Passhöhe im Niejdariehpvágge

    Ein Stück weiter geht es schließlich sehr steil über Gerölll bergab. Ich muss die Hände zur Hilfe nehmen. Kurze Zeit später schließt ein Schneefeld an, das interessanterweise wie ein Mini-Gletscher eine Spalte gebildet hat.


    Blick ins Sarvesvágge; Luohttoláhko und Pårte-Massiv im Hintergrund

    Der Schnee ist vereist und hart, so dass ich lieber weiter über das Geröll am Rand des Schneefeldes absteige. Bei meiner letzten Tour konnte ich bequem über das Schneefeld "abfahren".

    Inzwischen hat es angefangen zu nieseln. Ich beschließe, meine heutige Etappe noch vor Erreichen des Talgrunds im Sarvesvágge zu beenden. So hatte ich das auch vor 5 Jahren gemacht. Die Aussicht auf halber Höhe ist zudem sehr lohnend und es gibt gute Zeltplätze. Vom diesem Tag gibt es keine weiteren Fotos, da es sich langsam einregnet, und ich mich ins Zelt zurückziehe. Auch in der Nacht regnet es immer wieder.

  9. Erfahren

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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #29
    Tag 7: Sarvesvágge

    Morgens hört der Regen auf. Noch vor Sonnenaufgang blicke ich aus dem Zelt und sehe eine veränderte Landschaft: Bis in eine Hohe von ca. 1400m liegt nun Schnee.


    Mein Zeltplatz am frühen Morgen

    Die Schneegrenze zieht sich wie eine Linie über die ganze Landschaft um mich herum. Auf solche Bedingungen hatte ich schon vor Tourbeginn gehofft; sie hatten sich jedoch bisher nicht eingestellt. Das Ganze geht natürlich mit einem deutlichen Temperaturabfall einher. Ich nutze die Gelegenheit für erste Fotos im Morgenlicht.


    Sonnenaufgang hinter dem Rijddatjåhkkå; Ausblick vom Zeltplatz


    Erste Sonnenstrahlen auf den Hängen

    Nach der Fotosession bereite ich erst einmal mein Frühstück vor. Ich freue mich über die heiße Speise, denn bei den nun niedrigen einstelligen Temperaturen starte ich so viel angenehmer in den Tag.

    Mit der Zeit bildet sich Nebel im Tal und auch auf der Luohttoláhko-Hochebene.


    Nebelbänke im Sonnenlicht

    Die Frage ist, wie ich nun weiterlaufen soll. Ich habe im Wesentlichen zwei Optionen im Kopf: Entweder ich steige nach der Durchquerung des Sarvesvágge - wie ursprünglich geplant - weiter zum Luohttoláhko auf (wie zuletzt 2013). Oder aber ich folge dem Sarvesvágge in Richtung Rapadalen (siehe Tourbericht von 2014). Nachdem sich die Wolken langsam verdichten, und das Pårte-Massiv gänzlich im Nebel verschwindet, entscheide ich mich für die letztere Option. Auf der Hochebene würde ich vermutlich kaum etwas sehen und im Nebel herumstapfen. Wenn sich das Wetter weiter verschlechtert, wäre es zudem deutlich unangenehmer dort (Wind!), und es könnte passieren, dass ich im Zelt festsitze. Schnee könnte die Lage ebenfalls verkomplizieren. Meine Entscheidung wird sich später als richtig herausstellen.

    Ich mache mich also auf den Weg ins Tal. Als ich den Abfluss vom Rijddajiegna erreiche, fängt es an zu nieseln. Anstatt länger nach einer Möglichkeit zur Überquerung mit Schuhen zu suchen, ziehe ich selbige gleich aus und furte den Bach. Das geht letztendlich schneller und birgt auch weniger Risiko. Nach der Furt gehe ich talabwärts auf der Nordseite des Sarvesjåhkå weiter.


    Der Einschnitt zwischen den zwei Gipfeln markiert den Pass im Niejdariehpvágge

    Hin und wieder nieselt es, aber zum Glück setzt kein stärkerer Regen ein. Ich weiß, was mich auf der weiteren Wanderung erwartet. Anfangs geht es noch bequem über Grasflächen. Später jedoch ist mit mehr und mehr Gestrüpp zu rechnen.


    Unterwegs im Sarvesvágge; rechts die Steilwand des Nåite mit Nebelschwaden

    Da ich mir die Option eines Aufstiegs zum Dielmájávrásj offenhalten möchte, entscheide ich mich, nicht unten am Fluss weiterzuwandern, sondern die Höhe zu halten, um später nicht wieder aufsteigen zu müssen. Das Gelände sieht nun wie im folgenden Bild aus:


    Mein "Weg"

    Immer wieder steige ich ein kleines Stück auf oder ab, wenn dort der Bewuchs niedriger ist bzw. besser passierbares Terrain lockt. Das Wetter verschlechtert sich leider mit der Zeit weiter, und es setzt konstanter Regen ein. Windig ist es auch. Als ich gegen Mittag einen kleinen grasbewachsenen Vorsprung mit Talblick sehe, muss ich nicht lange überlegen: Das ist mein Zeltplatz. Ich habe ja genug Zeit, zumal die nun gewählte Route etwas schneller ist.

    Als mein Zelt steht, lege ich mich hinein und entspanne mich erst einmal für ein paar Stunden im Schlafsack. Später wird es auf einmal warm, und ich schaue verwundert aus dem Zelt: Der Himmel ist nun zu einem großen Teil blau .


    So schön war das Wetter noch nicht, als ich mich hier niedergelassen habe.

    Draußen folgt erst einmal eine kleine Fotosession. Die sich schnell bewegenden Wolken und über der herbstlichen Landschaft hinweghuschenden Lichtflecke halte ich mit einer kleinen Zeitraffersequenz fest (findet sich dann in einem noch zu erstellenden Tour-Kurzvideo). Im Folgenden noch ein Foto der Szenerie:


    Sonne, Wolken und Herbstfarben im Sarvesvágge

    Wenn das Wetter so bliebe, so könnte ich morgen zum Dielmájávrásj aufsteigen. Ich suche am Hang nach möglichen Aufstiegstellen, denn die 2014 gewählte Aufstiegsroute war eine Katastrophe.

    Am Abend zieht sich der Himmel wieder vollständig zu und ich sehe keinen Sonnenuntergang. Die Berghänge verschwinden im Nebel. Nachts regnet es immer wieder.

  10. Erfahren

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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #30
    Tag 8: Sarvesvágge - Skårki-Hütte

    Der neue Tag beginnt trüb, die Wolken hängen immer noch so tief, dass der gegenüberliegende Hang in Nebel gehüllt ist. Immerhin regnet es nicht. Ich frühstücke in Ruhe und packe schließlich meine Sachen zusammen. Ich ziehe heute (wie auch schon gestern) direkt die Regenhose an (mit langer Unterwäsche darunter). Es sieht nicht so aus, als ob es den ganzen Tag trocken bleibt. Ich entscheide mich, weiter dem Talgrund in Richtung Rapadalen zu folgen. Die Route über den Dielmájávrásj hat bei der aktuellen Witterung absolut keinen Sinn.

    Von meinem Zeltplatz ist es nicht weit zum Rijddanjunjesgågåsj, den ich queren muss. Ich erreiche den Bach an einer Stelle, wo er einen Canyon ausgewaschen hat. An dieser Stelle, so schreibt Grundsten, sei es möglich, den Bach zu überspringen. Da sämtlicher Fels nass ist, und der Abstand doch beträchtlich (zumindest mit schwerem Rucksack), wäre dies jedoch lebensgefährlich.


    Der kleine Canyon des Rijddanjunjesgågåsj

    Ich wandere also weiter bergab, bis ich an eine Stelle komme, an der man den Bach gut furten kann. Der Wasserstand ist wie bei allen bisherigen Gewässern niedrig. Angesichts des Regens der letzten beiden Tage/Nächte ist das nicht unbedingt selbstverständlich. In der Tat war ich ein wenig besorgt, dass bei anhaltendem Regen die Furt des Ráhpaädno zur Herausforderung werden könnte.

    Auf der anderen Seite des Bachs geht es zunächst durch Heide hinunter zum Ufer des Sarvesjåhkå. Es fängt an zu nieseln.


    Die Gipfel sind verschwunden...

    Nach obigem Foto schaffe ich es wie durch ein Wunder mit einigem Geruckel noch einmal meine Fototasche wasserdicht zu verschließen. Das ist gut, denn so muss ich die Kamera nicht in den Rucksack packen, und sie ist geschützt.

    Unten am Fluss (wie man oben sieht führt auch der Sarvesjåhkå wenig Wasser) kann ich ein paar hundert Meter über Sandbänke laufen, bevor der Hauptarm mir den Weg abschneidet und ich mich durch Gestrüpp und Sumpf schlagen muss. Inzwischen regnet es richtig. Die Temperatur beträgt ca. 3-4°. Man kann sich vorstellen, dass meine Laune nicht unbedingt auf ihrem Höhepunkt ist .

    Hin und wieder kommen nochmal ein paar Sandbänke, meist muss ich aber durch unwegsames Gelände. Vereinzelte Tier- oder Trampelpfade auf die ich stoße, verlieren sich meist wieder nach kurzer Zeit. Es ist ein zähes Vorankommen. Der Regen lässt nicht mehr nach und wird noch bis zum Morgen des Folgetages anhalten.

    Trotzdem gibt es Schönes zu sehen: Die Birken im Herbstkleid leuchten bei diesem Wetter. Fotos mache ich heute aber keine mehr. Wer weiß, ob ich meine Kameratasche nochmal verschlossen bekomme, und wann ich die Ausrüstung dann das nächste Mal trocknen kann.

    Nach einiger Zeit sehe ich in ca. 200 m Entfernung drei Elche. Sie starren mich an, und ich bleibe stehen. Ich möchte sie auf keinen Fall stören oder gar zu agressiven Reaktionen anregen. So stehe ich vielleicht 3-4 Minuten bis sie weiterziehen. Dann gehe auch ich weiter. Ich begegne ihnen noch weitere zwei Male und jedes Mal schauen sie zu mir herüber. Jedes Mal warte ich ab und verhalte mich ruhig.

    Ich halte mich schließlich weiter nördlich weg vom Fluss und wandere durch Birkenwald, der von Moorflächen durchsetzt ist. Die Tielma-Furt ist mein Ziel. Man kann die Stelle anhand einer Insel mit Steilkante in der Talmitte erkennen. Leider habe ich zunächst keine Sicht, so dass ich grob die Richtung anpeile. Es geht leicht auf und ab. Von einer Erhebung aus bekomme ich schließlich einen Blick ins Tal und sehe, dass ich auf dem richtigen Weg bin und genau auf die Furtstelle zulaufe.

    Dort fächert der Ráhpaädno in viele Arme auf (geschätzt 7-10). Die zwei Hauptrinnen liegen jeweils auf beiden Seiten der Insel. Ich bin mittlerweile ganz schön geschafft und ziemlich nass. Zudem habe ich kalte Hände trotz Handschuhen (die natürlich auch durchweicht sind). Als ich das offene Gelände erreiche, kommt auch noch ein kräftiger Wind dazu. Man kann sich vorstellen, wieviel Spaß ich habe, jetzt die Schuhe auszuziehen und dann die breite Furt (ca. 1 km vom ersten bis zum letzten Flussarm) hinter mich zu bringen. 2014 hatte ich an dieser Stelle schönsten Sonnenschein. Zitat aus meinem alten Reisebericht:

    Ich konnte mir gut vorstellen, dass bei höherem Wasserstand und/oder schlechterem Wetter das ganze deutlich weniger Spaß machte. Bei meinem Traumwetter war es eher eine willkommene Erfrischung.
    Nunja, eine Erfrischung war es auch diesmal . Immerhin habe ich Glück mit dem Wasserstand. Da die Füße bei dem Wetter sowieso nicht trocknen, und die Schuhe und Socken ohnehin schon klamm sind, ziehe ich schnellstmöglich die Schuhe an und laufe weiter. Ich bin froh, diese Schlüsselstelle hinter mir zu haben.

    Die Strecke bis zur Skårki-Hütte ist durch Gestrüpp und Sumpf geprägt. Aber das ist ja nichts Neues für mich . Irgendwann finde ich einen Trampelpfad direkt an einem Flussarm, der jedoch vor einem tiefen Graben endet . Also gehe ich zurück und quäle mich durch mannshohes Weidengestrüpp. Ich bin regelrecht überrascht, als die Skårki-Hütte im Wald vor mir auftaucht. Kurz vor dem Ziel ist mir bei einer Gestrüpp-Passage noch die Regenhose so verrutscht, dass Unmengen an Wasser von oben hineingeflossen sind. Die lange Unterhose ist nun also auch durchweicht.

    Nahe der Hütte, der man eine nagelneue Info-Tafel spendiert hat, baue ich mein Zelt auf. Ich ziehe mich bis auf die Unterwäsche aus und koche erst einmal einen leckeren Zitronentee, um mich aufzuwärmen. Ich beschließe, die nasse Unterwäsche noch eine Weile anzulassen, damit sie etwas trocknen kann. Meine Kleidung dampft förmlich. Immerhin wärmt der Tee von innen.

    Irgendwann krieche ich in den Schlafsack und koche mein Abendessen. Ich gehe nicht mehr nach draußen. Es regnet ohne Unterlass weiter. An dieser Stelle habe ich mich geärgert, keinen Kunstfasterschlafsack mitgenommen zu haben. Mein Schlafsack hat nämlich über die letzten Tage schon deutlich Wärmeleistung verloren.


    Skårki-Hütte mit Info-Tafel am nächsten Tag

    Interessanterweise habe ich seit dem Álggavágge (Tag 5) keine Menschen mehr gesehen. Vielleicht ändert sich das ja auf der doch häufiger begangenen Route in Richtung Aktse.

  11. Erfahren

    Dabei seit
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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #31
    Tag 9: Skårki-Hütte - (fast bis zum) Lulep Vássjájågåsj

    Der Schlaf hat mir gut getan und heute morgen bin ich wieder etwas motivierter. Zu meiner Freude hört der Dauerregen auch auf; es fallen nur noch hin und wieder ein paar Tropfen. Nach dem Frühstück ziehe ich die von gestern nasse Kleidung an, was mir nicht unbedingt leicht fällt. Wenn ich sie irgendwie trocken bekomme, dann am Körper... Ich schaue mir nun mal die neue Info-Tafel an. Sie zeigt unter anderem Fotos von den Expeditionen Axel Hambergs und dem Bau der Skårki-Hütte Anfang des 20. Jahrhunderts. Das muss wirklich eine große Herausforderung gewesen sein, zumal das Material ja nicht einfach eingeflogen werden konnte.


    Nagelneue Laponia-Infotafel bei der Skårki-Hütte

    Nach den ersten Fotos heute Morgen bekomme ich meine Kamera-Tasche nun gar nicht mehr verschlossen und nutze Reparaturklebeband um zu verhindern, dass unterwegs die Kamera herausfällt. Solange es nicht regnet, komme ich so einigermaßen klar und muss nicht den Rucksack absetzen, um ein Foto zu machen.

    Den nun folgenden Weg gehe ich nun schon zum dritten Mal. Irgendwie wirkt alles ziemlich vertraut, was ich als schönes Gefühl empfinde. Langeweile kommt keine auf. Die spätherbstliche Landschaft ist ein neuer Aspekt für mich. Wo im Sommer Blumen blühten, ist schon ein großer Teil der Vegetation braun. Dafür sorgt das Herbstlaub für Farbakzente. An einigen Stellen haben aber auch die Birken schon alle Blätter verloren. Ich beschließe (im Gegensatz zu den beiden vorherigen Touren), diesmal den Pfad im Wald und nicht denjenigen direkt am Fluss zu nehmen.

    Während der Weg anfangs recht matschig ist, wird er später eigentlich ganz gut gangbar. Es geht immer wieder über kleine Hügel und durch Lichtungen im Wald, die den Blick auf die umgebenden Berge freigeben.


    Gipfelblick

    Diesmal komme ich nördlich an dem kleinen See Skoarkkijávrátja vorbei. Bei meiner Tour 2016 hatte ich mal auf der anderen Seite gezeltet.


    Skoarkkijávrátja mit Bielloriehppe-Massiv im Hintergrund

    Auf dem weiteren Weg überquere ich den einen oder anderen Bach ohne die Schuhe auszuziehen - ich kann von Stein zu Stein hüpfen. Ich erinnere mich, dass ich am Flussufer mehr als einmal auf tiefere Gräben gestoßen bin, die ich furten musste. Oben im Wald ist die Durchquerung hingegen einfacher - zumindest beim derzeitig sehr niedrigen Wasserstand. Dafür gibt es hin und wieder ein Sumpfgebiet zur Abwechslung.

    Schließlich erreiche ich den Alep Vássjájågåsj und finde einen Trampelpfad, der sich entlang des Ufers bachaufwärts entlangschlängelt. Diesem folge ich und überquere schließlich den Bach - auch dies gelingt mir trockenen Fußes. 2016 hatte ich hier in Watschuhe wechseln müssen.


    Am Alep Vássjájågåsj

    Ich folge dem Bach weiter bergauf, merke aber irgendwann, dass ich zu weit westlich bin. Also traversiere ich den Hang durch Wald und Gestrüpp. Das hätte ich mir sparen können, wenn ich eher abgezweigt wäre. An einem Bach unterwegs fülle ich ein paar Liter Wasser in meine Flaschen, damit ich später flexibel bei der Zeltplatzwahl bin. Schließlich treffe ich auf die in der Karte eingezeichnete Rentierzüchterhütte. Sie ist in bemitleidenswertem Zustand: Das Dach ist teilweise eingefallen. Wahrscheinlich ist hier nicht mehr viel zu retten.

    Ich laufe weiter auf eine weniger bewachsene Zone zu und steige noch etwas auf. Als ich schließlich die Waldgrenze erreiche, bietet sich eine wunderschöne Sicht hinunter ins Tal zum Rapaselet. Ich stand schon vorher hier, jedoch beeindruckt mich dieser Anblick jedes Mal von neuem.


    Baumgrenze erreicht

    Der Aufstieg wird nun deutlich leichter, da ich durch Heidelandschaft wandern kann. Ich bin auf der Suche nach einer geeigneten Zeltstelle und steige noch einige Höhenmeter auf. Schließlich werde ich fündig.


    Zeltplatz mit Aussicht

    Das Wetter war zwar den ganzen Tag trüb, aber es gab allenfalls mal einen kurzen Schauer, und meine Klamotten sind inzwischen größtenteils trocken. Nach dem Abendessen mache ich noch ein paar Fotos. Ich finde, dass die eher düstere Stimmung prima zur Landschaft passt.


    Blick in Richtung Rapaselet


    Und nochmal etwas später mit dem Weitwinkel

    Ich krieche zufrieden in den Schlafsack. Als ich in der Nacht aufwache, blicke ich aus dem Zelt, um nach Nordlicht zu sehen. Es ist inzwischen richtig kalt geworden. Das Kondenswasser auf dem Außenzelt ist gefroren. Kein Wunder: Der Himmel ist klar. Ich sehe einen leichten grünen Schein. Da ich auf der letzten Wintertour von Nordlicht verwöhnt wurde, würde ich alleine dafür kaum aufstehen. Aber ich sage mir, dass es bestimmt spannend wäre, auch den Sternenhimmel festzuhalten - vielleicht sogar als Zeitraffer.

    Also packe ich mich in dicke Klamotten, ziehe Handschuhe an und raus geht's. Im Folgenden eines der Fotos mit Sternenhimmel und etwas Nordlicht. Ich finde, dass sich auch der Zuckerguss auf den Bergen ganz gut macht.


    Nachtfoto vom Zeltplatz (wie bei allen Bildern größer durch Klick)

    In Mitteleuropa kann man von so einem Himmel nur träumen. Es gibt absolut keine Lichtverschmutzung. Als ich nach vielleicht einer Stunde wieder ins Zelt krieche, werden meine Füße nicht mehr richtig warm. Kein Wunder, es ist ordentlich kalt und mein Schlafsack hat in den letzten Tagen durch die Nässe einiges an Loft verloren. Also werfe ich den Kocher an und mache mir eine Wärmflasche . Schließlich kann ich endlich weiterschlafen.

  12. Dauerbesucher

    Dabei seit
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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #32
    Grrr, für diese Nordlichter beneide ich dich volle Kanne, ich bin ja umsonst jede Nacht aufgestanden und aus dem Zelt gekrabbelt.

    Dafür beneide ich dich nicht für das nasse Wetter, scheint ja noch ein bisschen ekliger gewesen zu sein als bei mir die Wochen davor.
    Der Weg durchs Rapadalen sieht schon deutlich düsterer aus, als es bei mir 2 Wochen vorher war.

    Tolle Bilder wie immer!

    Liebe Grüße,
    Daniel
    Auf meinem Blog Longing for the Horizon:
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  13. AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #33
    Grandiose Fotos. Gerade diese Niesel-Wolkenstimmung finde ich traumhaft!
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

  14. Erfahren

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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #34
    Zitat Zitat von theslayer Beitrag anzeigen
    Grrr, für diese Nordlichter beneide ich dich volle Kanne, ich bin ja umsonst jede Nacht aufgestanden und aus dem Zelt gekrabbelt.
    Es ist wirklich schade, dass Du kein Glück hattest! Für mich war das Nordlicht jetzt nichts Spektakuläres, da ich, wie gesagt, im Winter letzten Jahres extrem verwöhnt worden bin. Ich hatte sogar überlegt, ob ich überhaupt aus dem Zelt soll. Das Ausschlaggebende war für mich die einmalige Szenerie, der Sternenhimmel und zuletzt als i-Tüpfelchen das Nordlicht.

    Zitat Zitat von theslayer Beitrag anzeigen
    Dafür beneide ich dich nicht für das nasse Wetter, scheint ja noch ein bisschen ekliger gewesen zu sein als bei mir die Wochen davor.
    Der Weg durchs Rapadalen sieht schon deutlich düsterer aus, als es bei mir 2 Wochen vorher war.
    Wie Du im Folgenden sehen wirst, war nicht alles düster. Das Stück vom Sarvesvágge zur Skårki-Hütte war aber in der Tat ziemlich unangenehm, und ich war durch und durch nass...

    Zitat Zitat von theslayer Beitrag anzeigen
    Tolle Bilder wie immer!
    Zitat Zitat von Mika Hautamaeki Beitrag anzeigen
    Grandiose Fotos. Gerade diese Niesel-Wolkenstimmung finde ich traumhaft!
    Ich danke Euch !

  15. Erfahren

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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #35
    Tag 10: Lulep Vássjájågåsj - Skierffe

    Ich wache relativ früh wieder auf und blicke aus dem Zelt. Die Morgensonne taucht die Bergspitzen in warmes Licht. Obwohl es nicht wärmer geworden ist und meine Schuhe inzwischen von einer Eisschicht bedeckt sind, geht es nach draußen, um die Morgenstimmung zu genießen und fotografisch festzuhalten. Im Tal hat sich eine Nebelbank gebildet, die langsam umherwabert.


    Morgendlicher Blick ins Tal


    Verschneite Bergspitzen

    Ich beobachte, wie die Schatten im Tal langsam zurückweichen und die Sonne schließlich den Talgrund erreicht. Einfach toll!


    Das ganze Panorama etwas später

    Ist das doch ein herrlicher Morgen! Vorgestern Abend, als ich auf dem stimmungsmäßigen Tiefpunkt der Tour angelangt war, sah die Welt für mich noch etwas anders aus. Da hatte ich mir gedacht, dass es vielleicht doch gar nicht so schlecht wäre, auf der Arbeit im warmen Büro zu sitzen . Heute bin ich nur froh, dass ich draußen sein darf - in dieser einmaligen Landschaft.


    Mein Zelt vor der Bergkulisse

    Nach vielen Fotos geht es erst einmal wieder ins Zelt, um in Ruhe zu frühstücken. Mein Plan für heute sieht vor, wenn möglich bis zum Skierffe zu kommen. Denn wer weiß, wie lange das Wetter hält*.

    * Hierzu sei noch angemerkt, dass ich zwar ein inReach-Gerät dabei hatte, die Wettervorhersagen jedoch (zumindest in Lappland) hochgradig unzuverlässig waren (trotz Premium-Service). Einzig die Temperatur stimmte ungefähr. Aber vielleicht wäre es auch langweilig, so ganz ohne Wetterüberraschungen, oder?

    Nachdem alles verstaut ist, mache ich mich schließlich auf den Weg; es ist ungefähr 10 Uhr. Die Bewölkung hat inzwischen zugenommen, es ist und bleibt jedoch trocken. Zunächst geht es noch ein kleines Stück bergauf, bevor ich die Schlucht des Lulep Vássjájågåsj erreiche.


    Kurz vor der Schlucht des Lulep Vássjájågåsj

    Die Schlucht habe ich als relativ steil in Erinnerung, es gibt aber Stellen, an denen man relativ gut hinunter und wieder hinauf kommt. Ein Wechseln in Watschuhe war für mich an diesem Bach bisher jedes Mal unumgänglich. Auf der anderen Seite geht es nach Erreichen der Schluchtkante weiter leicht bergauf bis zum Bach, der vom Rådnik hinunterfließt. Diesen überquere ich, ohne die Schuhe zu wechseln.


    Ein letzter Blick in Richtung Rapaselet

    Nun geht es in der Mitte zwischen den Punkten 1112 m und 1274 m hindurch bis zum Buovdajågåsj, wo man nochmal in eine kleine Schlucht hinabsteigen muss. Hier gibt es auch einen kleinen Wasserfall. Den Bach kann ich diesmal aufgrund des niedrigen Wasserstands von Stein zu Stein hüpfend überqueren.


    Einschnitt des Buovdajågåsj

    Immer wieder sehe ich Herden von Rentieren. Für mich sind sie inzwischen zur Normalität geworden. Hier an den Hängen im Rapadal sind sie aber besonders zahlreich vertreten. Als ich den Südhang des Suorkitjåhkkå passiere, der weiter unten ziemlich steil abfällt, erhalte ich einen ersten Blick auf das Dreigespann Skierffe, Nammásj und Tjahkelij, sowie auf das Laitaure-Delta in der Ferne.


    Ausblick auf die sogenannte "Pforte" des Sarek

    Von dieser Stelle aus muss ich jedoch noch die Schlucht des vom Niehter kommenden Baches in einer umgekehrten U-Schleife umgehen (Querung dort, wo der Zufluss von Westen kommt). Schließlich geht es zum Steilhang des Gierdogiesjtjåhkkå, wo eine längere Blockfeld-Passage ansteht. Hier und da helfen Steinmännchen dabei, eine einfachere Passage zu finden und die größten Brocken zu meiden. Nun stehe ich gegenüber des Nammásj, den ich leider bisher noch nie erklommen habe. Das kommt aber bestimmt auch noch mal .


    Blick auf den Nammásj in der Talmitte


    Das ganze Panorama

    Wie auf obigen Fotos ersichtlich, hat sich der Himmel inzwischen vollständig zugezogen. Zum Glück bleibt es immer noch trocken. Nachdem ich die Geröll-Passage hinter mir habe, geht es hinab in die Senke nordwestlich des Skierffe, wo ich nochmals auf etwas Weidengestrüpp treffe. Diesmal fülle ich meine Flaschen hier noch nicht auf, da ich weiß, dass sich im Pass direkt unterhalb des Skierffe ein kleiner Wasserlauf befindet. Meist gibt es zudem kleinere Wasserstellen, die mit Regenwasser gefüllt sind.

    Nach einem letzten kräftigen Anstieg erreiche ich schließlich den Pass und schlage mein Zelt auf.


    Zeltplatz im Pass unterhalb des Skierffe

    Den Gipfel werde ich heute nicht mehr besteigen, da ich nicht mit interessantem Licht rechne. Stattdessen stelle ich mir einen Alarm für den Sonnenaufgang. Vielleicht habe ich am nächsten Tag mehr Glück mit dem Wetter...

  16. Gerne im Forum

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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #36
    Die ersten drei Bilder vom 10. Tag sind einsame Spitze. Dazu die blassen Herbstfarben, das warme Sonnenlicht und als Krönung diese Nebelschwadden. Ganz große klasse!

  17. Dauerbesucher
    Avatar von Mortias
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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #37
    Wow, wirklich ein fotografisch sehr hochwertiger Bericht. Gerade diese ganzen Wolken/Nebelbilder sind unheimlich stimmungsvoll und fangen die herbstliche Sarek Szenerie unheimlich gut auf. Und das Bild mit den Nordlichtern und den verschneiten Berggipeln ist einfach nur ein Traum.

  18. Erfahren

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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #38
    Nachtfoto vom Zeltplatz (wie bei allen Bildern größer durch Klick)

    Schnee auf den Bergen und ein gruener Fluss, wunderschön!

  19. Erfahren

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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #39
    Zitat Zitat von drtech Beitrag anzeigen
    * Hierzu sei noch angemerkt, dass ich zwar ein inReach-Gerät dabei hatte, die Wettervorhersagen jedoch (zumindest in Lappland) hochgradig unzuverlässig waren (trotz Premium-Service). Einzig die Temperatur stimmte ungefähr. Aber vielleicht wäre es auch langweilig, so ganz ohne Wetterüberraschungen, oder?
    Ich hatte den jetzt schon einige Male in Lappland mit und fand die Wetterprognosen meist zutreffend. Einmal diesen Sommer hat er einen ganzen Nachmittag Regen geweissagt und es war dann nur zwei Stunden Unwetter. Ansonsten hat es eigentlich immer gestimmt. Soweit ich weiss, haben sie vor einer Weile den Lieferanten fuer die Wetterdienste gewechselt, keine Ahnung wie sich das auswirkt.

    Taffi

  20. Fuchs
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    AW: [SE] Mitte September durch den herbstlichen Sarek

    #40
    Wow sehr beindruckend die Landschaft dort im Herbst.
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

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