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  1. Anfänger im Forum

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    Via Alpina von Triest nach Monaco

    #1
    Mitreisende: Adrian1975
    Auf dem Roten Via Alpina Weg von Triest nach Monaco.

    Nach fast 3 Jahren der Vorfreude und Vorbereitung bin ich am 16.6.2018 in Triest gestartet. Begleitet wurde ich von meinem Rucksack, welcher fast 20 Kg schwer war, Inklusiv Zelt, Kocher, Nahrung für ca. 5 Tage und 2,5 Liter Wasser. Viele von euch denken jetzt, dass der Rucksack viel zu schwer war. Für mich hat es jedoch gepasst, da ich so auch wirklich alles dabei hatte, was ich wollte. Da ich Körperlich sehr fit bin, hatte ich auch keine grossen Beschwerden und konnte recht lange Tagesetappen wandern. Was mir mehr sorgen bereitete, war der Mentale Faktor. So lange alleine unterwegs und die Ungewissheit wo ich am Abend übernachten werde. Ich bin eher der Typ, der gerne alles vorausplant.

    Ps. Sorry wegen den rechtschreibefehlern. Ist halt nicht so meine stärke

    Die angegebene Zeit entspricht der reinen Wanderzeit, ohne Pausen.

    Tag 1. Von Triest nach Senozece. 50 Km 1600 Hm 12 H.

    Um 04.45, bei Tagesanbruch mit dem Flixbuss, in Triest angekommen.

    Schon 24 Grad warm und gleich auf einer Bank am Meer die ganz kurzen Kleider angezogen und nach einem offenen Kaffee umgeschaut. Dort 2 Croissant und einen Cappuccino genossen. Kreuz und Quer durch Triest Richtung Berge, musste jedoch bei der Autobahn umkehren, da es keine Strasse oder Weg mehr gab. Hinter einem Gebüsch einen Biketrail entdeckt und auf diesem wieder etwas hinunter Richtung Meer. Dort auf breiten Wanderweg getroffen. Die stilgelegte Eisenbahnlinie wurde zu einem Bike und Wanderweg ausgebaut, sehr schön! Beim Refugio Premuda vorbei, welche leider noch geschlossen war. (Tiefst gelegene Alpenhütte mit 82 m.ü.m).
    Durch das schöne Rosandra Tal zum Berg Kokoš und hinunter über die Grenze nach Slowenien. Bei der Tankstelle etwas gegessen und der Strasse entlang nach Lipica.
    Wunderschön, mit den vielen Pferden. Auf teil zugewachsen Wegen nach Vilencia, dort bei einem ausgetrockneten Brunnen, einem Salamander geholfen, heraus zu kommen. In Lockev leider alles geschlossen daher weiter zu den Hölenen von Škocjan. Jedoch nicht besucht, da ich weiter wollte. Bei einem kurzen Gewitter Weg verpasst zum Glück bald wiedergefunden. Über sehr schöne Blumenwiesen, beim Flugplatz vorbei. Dann Weglos den Strommasten entlang durch Wald, Wiese, Gebüsch. GPS sei Dank!
    In Senožeče Abendessen eingekauft und etwas ausserhalb vom Dorf, Zelt aufgestellt. War ein langer Tag.
    Habe Pflaster an die Fersen geklebt, jedoch haben sich diese, beim Socken abziehen wieder gelöst.

    Grenzübertrit nach Slowenien


    Lipicaner






    Tag 2. Von Senozece nach Pirnatova Koca. 40 Km 1800 Hm 10 H

    Gut geschlafen, aber nur mit Schlafsack zugedeckt, da sehr warm. In der Nacht erwacht, da ein Tier sich sehr laut bemerkbar machte. Um 04.30 aufgestanden, zusammengepackt und um 05.30 losmarschiert nach Razdrto. Nicht sehr spannender Weg und teilweise sehr mühsam, da es sehr schlammig vom Holzschlag war.



    Nach Razdrto, super Picknick Platz mit Wasser. Zelt getrocknet und Frühstück mit Kaffee gemacht. Schöner aber lang gezogener Weg auf den Berg Plesa. Zum ersten Mal Tageswanderer getroffen, nach dem Berg wieder keinen einzigen Wanderer getroffen. In der Hütte nochmals Kaffee getrunken. Steiler und langer abstieg. Beim 2 Dorf Pause gemacht und etwas aus Rucksack gegessen. Habe gedacht das die Burg von Predjamski schon kommt, muss jedoch nochmals ein Dorf weiterlaufen.

    Heute Morgen nochmals neue Pflaster an Fersen geklebt und hoffe das diese nun besser halten.

    Wunderbarer Anblick von der Höhlenburg! Sehr emotional, da ich mich nun schon seit über 2 Jahre auf diesen Augenblick gefreut habe. Fotos gemacht und ein Glace genossen. Wollte zuerst bei dem Hotel neben der Höhlenburg Predjamski übernachten, aber da es noch recht früh war, bin ich weiter marschiert.


    Es folgte ein sehr langweiliger, breiter Forstweg, denn ich mit Hörspielen überbrückt habe. Das Etappenziel war mit 4,5 Stunden angeschrieben, habe es aber in knapp 3 Stunden geschafft. Keinem einzigem Menschen begegnet. Hoffe das die Wanderwege wieder etwas spannender werden. Dafür sehr schöne Entschädigung bei der Hütte Pirnatova koča na Javorniku auf dem Berg Javornik. Sehr schöne Aussicht.



    Hütte ist leider geschlossen, hat jedoch genug Picknicktische und die Sonne wärmt auch noch schon.
    So Biwakiere ich vor der Hütte auf einem Tisch. Das Wasser ist eher knapp, koche aber trotzdem noch etwas Feines zum Essen. Am Abend kommt noch ein Biker vorbei mit dem ich mich noch nett unterhalte.
    Die Pflaster haben auch noch gehalten



    Tag 3. Von Pirnatova Koca nach Gorenji Novaki, 58 Km 2000 Hm 14 H

    Wieder gut geschlafen und um 04.30 aufgestanden und bei sehr schönem Sonnenaufgang um 05.00 losmarschiert. War kühler als letzte Nacht. Beim hinunterlaufen eine Frau getroffen, die mir auf English sagte, das die Hütte nur am Wochenende offen hat.
    Der Weg, im Tal unten verlief meistens auf breiten Forstwegen oder auf Strassen, welche jedoch sehr wenig befahren waren. Im Forum vom Via Alpina, habe ich gelesen, dass der Wanderweg hinunter nach Idrija sehr schlecht sein sollte. Ich habe mich jedoch trotzdem für den Wanderweg entschieden, da ich sonst alles der Strasse hinunterlaufen musste. Der Weg war wirklichin einem sehr schlechten Zustand und teilweise gar nicht mehr vorhanden.
    In Idrija eingekauft und zum Zmorgen 2 Cappuccino, 2 Gipfeli und 2 Kugeln Glace gegessen. War auch schon wieder sehr warm und daher dachte ich, das eine Dusche heute Abend nicht schlecht wäre. Daher Andrea angerufen und gefragt, ob sie mir am Etappenziel eine Unterkunft buchen kann. Jedoch zu meinem Erstaunen waren alle Unterkünfte belegt. Daher ging ich dann zügig weiter da ich es noch zur einer Hütte schaffen wollte, in welcher es sicher noch platz hat. Nach Idrija steiler aber sehr schöner Wanderweg, oben auf Strasse weiter. Da es keine Brunnen hatte und es immer heisser wurde, musste ich heute insgesamt 4 mal bei Bauern nach Wasser fragen. War jedoch nie ein Problem und ich bekam immer welches. Einem kleinen Bauernmädchen, habe ich 1 Euro gegeben, weil sie mir frisches Wasser geholt hatte. Sie hatte sich sehr darüber gefreut.
    Nach einem Steilen aufstieg über eine Teerstrasse, habe ich eine Pause gemacht und alles abgezogen, bis auf die kurzen Hosen. Als ich so auf der Strasse gelegen bin, kam heute zum ersten Mal ein einheimischer Wanderer vorbei. Er erkundigte sich wohin ich gehe. Auch er wollte auf den Gipfel, welcher auf meinem Weg war. (Habe ihn auch wieder getroffen, siehe extra Text)
    Nach dem Gipfel zügig hinunter und weiter zum vermeintlichem Etappenziel die Hütte Planinska koča na Ermanovcu. Bei der Hütte angekommen, sassen auf der Terrasse 2 Gruppen Wanderer, eine aus Deutschland und eine aus England. In der Hütte hatte es auch ein paar Leute, jedoch wollte niemand zuständig sein und so verlies ich die Hütte wieder.
    Da es immer noch sehr warm war beschloss ich zum nächsten Dorf auf meiner Tour zu laufen. Leider musste ich ca. 30 min wieder zurücklaufen und dann langweiliger breiter Weg nach Dolenji Novaki. Dort noch auf der Strasse 3 Km falsch gelaufen. Wieder zurück, aber leider kein guter Biwak platz gefunden.
    Da es schon nach 20.00 war, habe ich im Bushaltehäuschen mein Lager aufgeschlagen. Wieder etwas gekocht und dann schlafen gelegt. Heute wieder viel zu lange unterwegs. (14 Stunden reine Wanderzeit). Möchte es etwas langsamer angehen lassen und mehr geniessen. Bin von der Bank heruntergefallen, da sie sehr schmal war. Musste mich zuerst aus dem Biwak sack befreien und habe dann im Dunkel, auf eine Baustelle gezügelt und dort weitergeschlafen.





    Auf dem Gipfel traf ich wieder auf den sympathischen Wanderer aus Slowenien. Er erklärte mir, dass es hier kein Gipfelkreuz habe, aber dafür es einen Gipfelschnaps. Dann öffnet er den Baumstamm und offerierte mir meinen ersten Slowenischen Gipfelschnaps.



    Geändert von Adrian1975 (01.12.2018 um 11:00 Uhr)

  2. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #2
    Über diesen Bericht freue ich mich, wird bestimmt sehr interessant. Anscheinend hast du einen ähnlichen Wanderstil wie ich, da mein Rucksack ein ähnliches Gewicht hat. Nur habe ich es noch nicht geschafft länger als eine gute Woche zu wandern.

    Noch ein Tipp zu den Fotos. Du kannst die Bilder drehen wenn du in deiner Galerie das Foto aufrufst steht oben rechts "Photo Options". Da drauf klicken und "Foto ändern" anklicken, dann kannst du das Bild drehen.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  3. Fuchs
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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #3
    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Noch ein Tipp zu den Fotos. Du kannst die Bilder drehen wenn du in deiner Galerie das Foto aufrufst steht oben rechts "Photo Options". Da drauf klicken und "Foto ändern" anklicken, dann kannst du das Bild drehen.
    ... wenn sie denn hier bei ODS hochgeladen wären, was immer ein guter Tipp ist, denn dann gehen sie nicht verloren, wenn mal mit der externen Fotoseite was passiert.

  4. Anfänger im Forum

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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #4
    Tag 4, Von Gorenji Novaki zum Vogel. 38 Km 3000 Hm 10.5 H

    Sehr gut geschlafen und schon um 03.50 aufgestanden und im Schein der Stirnlampe zusammengepackt. Bei Tagesanbruch um 04.20 abmarschiert da heute nochmals eine relativ lange Etappe mit viel Höhenmeter ansteht. Andrea hat mir ein Zimmer im Skigebiet Vogel Reserviert, welches im Nationalpark Triglav liegt. Nach einer halben Stunde erreichte ich noch das Partisanenkrankenhaus, welches natürlich noch geschlossen war. (Leider).



    Heute schon von Anfang an im Stress, da ich nicht genau wusste wie lange ich zu meinem Etappenziel hatte. Der Wanderweg zum ersten Berg, dem Porezen (1578 m.ü.m) war sehr schön und teilweise auch recht steil. Oben auf dem Berg sehr schöne Aussicht und auch noch in der Hütte eingekehrt. War der einzige Gast und habe eine schöne Kanne Kaffee bekommen. Der Hüttenwart hat mir alle Berge erklärt und mir auch noch einen Feldstecher gegeben. Habe zwar nur die Hälfte verstanden, da er ausschliesslich Slowenisch gesprochen hat.





    Nachher zügig hinunter nach Petrovo Brdo (818 m.ü.m). Musste hier unbedingt Wasser auffüllen, da es nachher bis zum Etappenziel, kein Wasser mehr gab. Leider hatte die Hütte noch Winterpause. Der Hüttenwirt, der am Einräumen der Hütte war, hat mich gesehen und mir gerufen. So konnte ich bei ihm Gratis Wasser auffüllen und bekam auch noch einen Schnaps mit auf den Weg, den er selber gemacht hat. Sehr langer aber schöner Weg zur Hütte Črna prst (1819m.ü.m). Vorbei an Stellungen und Bunker vom 1 Weltkrieg. Kurz vor dem Gipfel, hat sich das Wetter verschlechtert und Nebel ist aufgezogen.



    In der Hütte, wieder einziger Gast, Suppe mit 2 grossen Würsten gegessen und 1 Radler getrunken. Auf English mit dem jungen Hüttenpaar unterhalten. Der Weiterweg auf dem Grad war sehr anspruchsvoll, da dieser sehr schmal, ausgesetzt und auch im Nebel war.



    Den ganzen Tag nur ca. 10 Wanderer getroffen. Nach langen auf und ab, dann im Skigebiet Vogel angekommen. Nicht sehr schön, da viele Skipisten. Um 17.30 in der Lodge eingetroffen. Nur noch 1 Spanier und eine Amerikanerin sind hier. Zimmer für mich alleine. Duschen, Wäsche machen und alles aufladen. Feine Pasta, mit Nachschlag, zum Abendessen bekommen. Nette Unterhaltung und im TV ist noch Fussball WM gekommen.
    Relativ Teuer, für das einfache Zimmer und die Gemeinschafts Dusche.

    Tag 5. Von Vogel nach Dom de Komni. 14 Km 700 Hm 4,5 H

    Sehr gut und auch länger geschlafen, da es regnete. Um 07.30 aufgestanden und dann einfaches aber gutes Frühstückt genossen. Bis auf die Socken, waren aller Kleider trocken. Um 09.30 bei Regen abmarschiert. Hatte mich zuerst gar nicht angemacht, bei Regen weiterzuwandern, war dann aber gar nicht so schlimm. Es hat sich gelohnt, die schweren Regenhosen mit auf die Tour zu nehmen, da sie wirklich sehr gut sind. Nach ca 1,5 Stunden hat es aufgehört zu regnen, blieb jedoch weiterhin Neblig.
    Weg verlief mehrheitlich durch hüfthohe Gebüsche, wodurch man immer wieder nass wurde. Leider fast keine Wegmarkierungen und wegspuren, jedoch traf man immer wieder auf Resten von alten Militärwegen. Habe die Orientierung im Nebel verloren und wäre nach Bauchgefühl ins falsche Tal abgestiegen. GPS sei Dank, dass ich den richtigen Weg gefunden habe. Viele Bergsalamander unterwegs und ich musste aufpassen, dass ich auf keinen draufgestanden bin. Nach 4,5 bei der Hütte Dom na Komni angekommen.

    Grosse und moderne Hütte. Bei Kaffee und Apfelstrudel mit Wirtin geredet, welche etwas Deutsch gesprochen hat. Da es einen TV in der Stube hatte, konnte ich die Wirtin überreden, dass ich heute Abend den Schweizer Match schauen durfte. War sehr glücklich darüber und machte daher heute schon sehr früh Feierabend. Bin später noch zur einem 15 Minuten entferntem Barakendorf vom 1 Weltkrieg gewandert. Werde morgen um 05.00 Loswandern da sehr schönes Wetter vorhergesagt wurde. Bis jetzt sehr wenig Leute in der Hütte. War alleine in meinem Zimmer. Später kamen noch 2 Amerikanische Lehrer in mein Mehrbettzimmer, welche auch einen Teil des Via Alpina wanderten.
    Nach dem Essen, welches ich mit einem deutschen Ehepaar zu mir genommen habe, schaute ich zusammen mit den Amerikaner den Schweizer Match. Haben uns recht viel auf Englisch unterhalte und sie hatten fast mehr Freude als ich, dass die Schweiz gewonnen hatte. Sie wollen in den 2 Monaten, die sie unterwegs sind bis nach Como kommen.





    Tag 6. Von Dom de Komni nach Dom de Vrsicu 37 Km 2150 Hm 11 H.



    Um 04.15 aufgestanden und schon um 04.30 bei Sonnenaufgang abmarschiert, da ich gestern schon alles gepackt habe. 1 Slowenischer Wanderer war auch schon wach und ist zusammen mit mir losmarschiert, jedoch in eine andere Richtung. Wolkenloser Himmel und wunderschöner Sonnenaufgang bei jedoch nur 3 Grad. Schöner Weg zur berühmten 3 Seen Hütte (Koča pri Triglavskih jezerih), im Herzen vom Triglav Nationalpark.





    Bis dorthin alleine unterwegs und in der Hütte einen Kaffee genossen. Schöne Fotos gemacht und auf dem weiterweg die ersten Murmeltiere meiner Wanderung gesehen.



    Habe mich für die Original Route entschieden, welche zwar weiter und höher hinaufging, als der direkte Weg nach Trenta. Hatte jetzt auch ein paar Wanderer unterwegs, welche zwar fast alle die den direkten Weg nahmen, das es teilweise doch noch recht viel Schnee hatte. Wunderschöne Gegend und die teils grossen Schneefelder war zum gluck schon gespurt vom Vortag. Über steile Felsrücken und Schneefeldern den Berg Hribarice (2334) erklommen mit sehr schöner rundum Sicht.



    Vorsichtig das erste Schneefeld hinunter und dann immer schneller hinuntergerutscht. Bis zur Hütte (Tržaška koča na Doliču) alles im Schnee, was jedoch kein Problem war. Hütte hatte noch Winterpause, jedoch waren schon Leute hier, welche sie am Einräumen waren. Von der Hütte ging es sehr steil abwärts über ein vereistes Schneefeld. Mir kamen 3 Wanderer mit Steigeisen, Pickel und Helm entgegen. Probierte den Abstieg, musste jedoch dann einsehen, dass das queren des Schneefeldes ohne Hilfsmittel viel zu gefährlich war. Habe mir einen anderen Weg über einen Schotterkar gesucht und bin dann weiter unten wieder auf die Spuren der Bergsteiger gestossen.



    Der Weg war nachher problemlos und auch sehr schön. Ein alter Kriegsweg führte über sehr viele kehren ins Tal hinunter. Teilweise war der wunderschöne Weg in die Felsen gehauen. Da der Weg im 1 Weltkrieg gebaut wurde (von den Italienern) und zum Warentransport benutzt wurde, war er nicht sehr steil und hat sich endlos in die Länge gezogen. Musste ich doch 1500 Hm ab stück absteigen bis nach Trenta.
    In Trenta etwas eingekauft und eine Pizza gegessen. Mit 2 Radfahrer aus Österreich unterhalten. Hier auch sehr viele Touristen unterwegs. Weiter zur Hütte (Koča pri izviru Soče) dort Kaffee und Kuchen. Der weiterweg zur höchstgelegenen Bergpassstrasse Sloweniens,( Vršič 1615 m.ü.m) verlief grösstenteils im Walde. Immer wieder querte der Wanderweg, verfallene Militärwege. Auf einer Gedenktafel am Wegesrand, habe ich erfahren, dass der jetzige Wanderweg von jugoslawischen Kriegsgefangenen gebaut wurde. Oben auf der Passstrasse habe ich mich in der Hütte einquartiert.





    Hatte das Massenlager für mich alleine. Leider hatte die Hütte keine Dusche und das Natel musste ich auf dem Gang aufladen, da es sonst keine Steckdose hatte. Sehr gut gegessen und mich mit einem paar aus Österreicher unterhalten. Um 21.15 flog noch die Bergwacht 2 Bergsteiger aus den Bergen heraus, welche sie direkt vor der Hütte abseilten. Noch einen Cappuccino getrunken. Beim Zucker eingiessen, ist der Deckel des Zuckers abgefallen und alles über Cappuccino und den Tisch ergossen. Der Wirt hat es gesehen und mir erklärt, dass vorher eine Familie mit Kindern dort gesessen hat und sicher diese den Deckel gelöst haben. Ich bekam anstandslos einen neuen Cappuccino. Noch mit Andrea über Whatsapp Telefoniert.

  5. Anfänger im Forum

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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #5
    Tag 7. Von Dom na Vrisicu nach Thörl. 30 Km 1250 Hm 7 H

    Wie immer bis jetzt, gute geschlafen und um 05.45 losgewandert. Das Wetter ist stark bewölkt und es tröpfelt leicht. Zuerst etwas der Passstrasse entlang und dann auf sehr schönen Wanderwegen zur Hütte, Dom v Tamarju (1109). Unterwegs Gämse mit Jungtieren gesehen. Runter zur Hütte über einen Lawinenkegel, der das Ganze Tal blockierte. Sehr schön gelegene Hütte und dort gleich 2 Cappuccino getrunken.





    Forststrasse hinunter bis zur Ski Schanze von Planica. Sehr eindrücklich! Im Dorf Ratece konnte ich einkaufen, obwohl Sonntag war. Auf einer Bank vor der Kirche, habe ich das das meiste vom Einkauf, schon wieder gegessen. Hinauf zum Dreiländereck, führe ein schöner Weg mit sehr vielen Serpentinen, welche alle durchnummeriert waren. Oben sehr viele Leute. Fotos gemacht und gleich wieder weitergewandert.





    Im Nachhinein habe ich mich etwas geärgert, dass ich nicht noch länger dortgeblieben bin. Zuerst wieder schöner Wanderweg und dann leider öde Forststrassen welche sich endlos durch den Wald zogen. Dem falschen Wanderweg gefolgt und grossen Umweg gemacht. Am Schluss auf der Hauptstrasse über den Zoll nach Görgeln. Habe mich sehr geärgert, dass ich falsch gelaufen bin.



    Sitze in Görgeln im Restaurant bei Café und Kuchen und weiss nicht, ob ich noch weiter Wandern soll.
    Bin dann schliesslich hier geblieben für 35 Euro mit Dusche im Zimmer und Frühstück.
    Nachher noch 2 mal zur 2 Kilometer entfernter Tankstelle gegangen und diverses zum Essen und Trinken gekauft. Am Abend, in der Wirtsstube, noch etwas Fussball geschaut. In der Nacht erwacht, da es sehr stark regnete.

    Tag 8. Von Thörl zur Poludinger Alm 34 Km 2600 Hm 9 H

    Gut geschlafen und nach dem Frühstück um 08.15, bei leichtem Regen, losmarschiert.
    War sehr gutes und grosszügiges Frühstück. Steiler, schöner Wanderweg zur Göriacher Alm. Oben drückt etwas die Sonne, durch die Wolken. Es folgen viele Alpen mit sehr vielen Tieren, die sich frei bewegen können: Pferde mit Fohlen, Kühe, Schafe und Ziegen, alle zusammen.



    Langweilige Forststrassen wechseln sich mit Wanderwegen ab. Bei einer schönen Kapelle vorbei zur Feistritzer Alm, wo ich einen Cappuccino Trinke. Rede etwas mit dem Älpler, der mir erklärt, das auf dieser Alp erst vor kurzem ein Bär gesichtet wurde.



    Auf dem Weiterweg sehe ich 2 Eichhörnchen und erschrecke sehr, als neben mir ein Rebhuhn aus dem Gebüsch flieht. Ein Pferd kam noch zu mir und wollte gestreichelt werden. Die Sonne hat sich durchgesetzt und daher möchte ich gerne heute draussen schlafen. Daher möchte ich gerne noch meine Wasserreserven auffüllen. Bei einer Alp nach Wasser gefragt, haben jedoch auch kein fliessendes Wasser, wollte mir jedoch ein Bier geben. Musste einen grossen Umweg machen, da der Wanderweg gesperrt war, und daher habe ich den Via Alpina verlassen.



    Zur Poludinger Alm hochgestiegen. Bei einer Almhütte gefragt, ob ich unter Vordach Biwakieren darf. Kein Problem und sehr nett. Sie gehe jetzt ins Tal hinunter und es sei nur noch ein Ehepaar hier oben, ansonsten sind alle Häuser leer. Als ich beim Kochen war, kam das Ehepaar, welches eine Almhütte gemietet hat. Nettes Gespräch gehabt und noch ein Panasche gekriegt. Wurde recht schnell kühl, daher schon beizeiten in den Schlafsack und Tagebuch geschrieben.
    Das Pärchen kam nochmals vorbei und wir haben noch 2 Runden Selbstgemachter Schnaps getrunken. Noch die Adresse notiert, damit ich ihnen ein Ansichtskarte von Monaco senden kann.





    Tag 9. Von der Poludinger Alm zur Steineger Alm, 38 Km 1600 Hm 9 H

    War sehr kalt in der Nacht mit nur ca.2 Grad. Immer wieder erwacht, da ich kalte Beine hatte und einen kleinen Brand, von den Schnäpsen. Daher schon um 04.45 abmarschiert.



    Habe einen nicht markierten alten Wanderweg genommen, durch den Wald, zur sehr schönen Egger Alm hinunter. Sehr viele Rehe im Wald gesehen. Nachher wieder öde Forststrassen bis zur Grenze, wo ich dann einen schönen schmalen Wanderweg fand, der in eine Schlucht und später wieder zur österreichischen Grenze führte. Dann wieder mühsame Forststrassen und auch schwierig den Weg zu finden. Über Umwegen Nassfeld erreicht, eingekauft und Kaffee getrunken. Weiter oben auf einem Liegestuhl Pause gemacht und gegessen.



    Weiter auf dem Gradweg wo noch eine Schlange meinen Weg kreuzte. Recht windig auf dem Grad. Weiter zur Stainiger Alm, wo ich beschloss zu übernachten.





    Sehr schönes Zimmer für 30 Euro mit Frühstück. Habe einen grossen und extrem feinen Kaiserschmarren gegessen, denn Besten der ganzen Tour! Sehr nette Leute hier und auch hilfsbereit. Wollte eigentlich im Zimmer Suppe kochen, aber sie machten hier alles selber und so habe ich mich entschieden hier zu essen. Eigener Gemüsegarten, Fleisch von den eigenen Tieren, Milchprodukte und Konfitüre, alles wird selber gemacht, sogar das Brot backen sie im eigenen Backofen vor der Hütte. Es gab Wienerschnitzel mit Kartoffelsalat, auf dem Holzherd gekocht. Wir konnten zuschauen da der Esstisch sich in der Küche befand. Es war sehr lecker und zum Abschluss gab es wieder selbstgebrauter Schnaps. Ausser mir waren noch 2 Wanderinnen und 2 offroad Töfffahrer zu Gast.


  6. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #6
    Zitat Zitat von Adrian1975 Beitrag anzeigen

    Heute schon von Anfang an im Stress, da ich nicht genau wusste wie lange ich zu meinem Etappenziel hatte. Der Wanderweg zum ersten Berg, dem Porezen (1578 m.ü.m) war sehr schön und teilweise auch recht steil. Oben auf dem Berg sehr schöne Aussicht und auch noch in der Hütte eingekehrt. War der einzige Gast und habe eine schöne Kanne Kaffee bekommen. Der Hüttenwart hat mir alle Berge erklärt und mir auch noch einen Feldstecher gegeben. Habe zwar nur die Hälfte verstanden, da er ausschliesslich Slowenisch gesprochen hat.

    Den Hüttenwirt und seine Frau habe ich ebenfalls als sehr freundlich in Erinnerung. Ich habe während meiner Wanderung nach Triest in der Hütte auf dem Porezen übernachtet und wurde bestens versorgt.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  7. Anfänger im Forum

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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #7
    Tag 10. Von Steiniger Alm zur Wolayerseehütte. 34 Km 2550 Hm 10 H

    Um 07.00 Frühstück. War super, alles selber gemacht und das Brot war der Hammer. Da muss ich unbedingt wieder einmal hin, am liebsten mit meiner Freundin Andrea. Nettes Gespräch mit den beiden Motoradfahrern und um 08.00 weitergewandert bei leichtem Nieselregen.
    Zuerst hinauf zum Pass und dann auf den Findenigkofel.
    Dort auf dem Bergspitz hatte es eine Herde Ziegen und Schafe, welche mich richtiggehend terrorisierten. Wahrscheinlich weil der Rucksack und ein Teil der Kleider Salz vom Schweiss daran hatte. Wurde über eine
    halbe Stunde verfolgt. Hat aber Spass gemacht!








    Hinunter zur Zollnersee Hütte, wo ich etwas getrunken habe. Dann weiter und den Via Alpina verlassen, da dieser nun langweiligen Forstwegen folgt. Bin auf die Italienische Seite gewechselt mit sehr schönen Wegen und vielen Stellungen vom 1 Weltkrieg. Leider immer wieder sehr dunkle Wolken und leichter Regen. Hinauf zum Pizzo di Timau (2217 m.ü.m) wo es eine Glocke zum Leuten hatte. Leider den falschen Weg genommen und so musste ich wieder hinunter. Zwischendurch bei einer Stellung untergestanden und den kurzen Regenschauer abgewartet.



    Leider hatte ich heute wieder starke Schmerzen im linken Knie. Hoffe das wird besser! Insgesamt an 3 grossen Italienischen Selbstversorger Hütten vorbeigekommen.



    Dann wieder über die Grenze und auf den Via Alpina Weg gewechselt Richtung Plöckenpass. Dort Kaffee und Kuchen in nur 5 Minuten verdrückt, da ich noch weiter möchte und es stark nach Regen aussieht.





    Nochmals 900 Hm hinauf zur Walayerseehütte. Angeschrieben waren 4 Stunden und ich brauchte knapp 2,5 Stunden. Wetter wird immer schlechter und der Weg ist recht anspruchsvoll mit einigen Schneefeldern. Zusammen mit einem Italienischen Pärchen um ca 18.30 in der Hütte angekommen. Zusammen mit den zweien das Massenlager bekommen und dann auch noch gleich zusammen abendgegessen. Nette Unterhaltung. Neue und moderne Hütte, fast schon Hotel, was ich auch im Preis vom Essen bemerkbar macht. Die Italienerin macht 2 Monate den Via Alpina und ihr Kollege begleitet sie diese Woche. (Werde sie in 3 Wochen wiedersehen!) Knie eingesalbt und werde morgen nur eine kurze Etappe machen um das Knie zu schonen und auch weil schlechtes Wetter angesagt ist. Hier oben Kein Handy empfang, habe es aber der Familie schon angekündigt, dass sie nichts von mir hören werden.





    Noch etwas zum Thema Hüttenstempel: Irgendwie erwische ich immer die falsche Seite und so steht der Stempel auf den Kopf.

    Tag 11. Von der Wolayerseehütte zur Porzehütte. 33 Km 2100 Hm 9,5 H



    Eigentlich wollte ich ausschlaffen da das Wetter sehr schlecht sein sollte. Bin dann doch um 07.30 los, da es noch nicht regnete. Das Italienische Pärchen eingeholt und noch ein Foto zusammen gemacht. Sehr steiler schöner Anstieg zum ersten Pass.



    Regenhosen ausziehen, da ich recht ins Schwitzen gekommen bin und es noch nicht regnet. Hat dann den ganzen Tag nicht richtig geregnet nur dreimal etwas getröpfelt. Sehr viele Leute kamen mir entgegen unteranderem 1 Wanderer mit Hund welcher auch eine kleine Lastentasche getragen hat. Grosse Schafsherde mit Hunden und Hirten überholt. Im Hochweißsteinhaus etwas getrunken und feinen Mohnkuchen gegessen. Da das Wetter noch hält gehe ich weiter. Wird heute nichts mit der kurzen Etappe, hoffe das Knie hält, da es schon wieder etwas schmerzt. Laufe weiter mit 4,5 Liter Wasser da es nun, laut Wegweiser, 9 Stunden auf einem Höhenweg weitergeht ohne Hütte, jedoch mit einem Notbiwak in der Mitte des Weges. Steiler Aufstieg zum Grad.



    Windig und recht ausgesetzt, ist der Weg ein stetiges auf und ab über insgesamt 9 Gipfel und Scharten. Habe mich endschieden nicht ins Notbiwak abzusteigen, da es fast 500 Hm runter geht, welche ich morgen wieder rauf müsste. Ein endlos langer Weg, der sich extrem in die Länge gezogen hat.



    Nur noch 2 Leute getroffen. Aber der Weg ist sehr schön und dem Knie geht es erstaunlich gut. Etwas Musik zur Motivation gehört und dann um ca. 18.00 die Hütte erreicht, welche recht voll war. Habe mich am Anfang nicht so recht wohl gefühlt. Duschen für 3 Euro für 3 Minuten. Während dem Duschen auch noch die Kleider gewaschen. Nette Unterhaltung mit Deutschen, welche recht beeindruckt von meiner Tour sind. Um 21.30 schlafen gelegt.



    Tag 12. Von der Porzehütte nach Sexten. 32 Km 1700 Hm 9 H

    Relativ gut geschlafen dank Ohrstöpsel. Um 04.45 losmarschiert bei bewölktem Himmel. Eigentlich sollte heute schönes Wetter sein, jedoch über den Tag verteilt 3-4 kurze Regengüsse. Was sehr mühsam war, da ich immer wieder die Regensachen anziehen und wieder ausziehen musste.
    Nach ca. 2 Stunden die kleine Filmoorhütte erreicht. Müsli gemacht und wollte einen Kaffee dazu trinken, jedoch musste der Hüttenwart den Ofen noch anfeuern. Eine halbe Stunde später bekam ich meinen Kaffee. Nach der Hütte sehr schöner Höhenweg, wieder bei leichtem Regen.



    Hinauf zum Pfannenspitz (2670 m.ü.m) sehr schöne Aussicht aber auch windig und kühl. Musste Handschuhe und Kappe anziehen.





    Beim Hinunterlaufen zur Obstansersee Hütte wird das Wetter wieder besser. Trinke wieder einen Kaffee und beschliesse, da es noch recht früh ist, heute bis nach Sexten zu laufen. Möchte dort wieder einmal richtig Einkaufen, Pizza essen, geniessen und irgendwo draussen übernachten. Auch einen Besuch am Bankomat muss noch sein.

    Nach der Hütte geht es weiter auf dem Karnischen Höhenweg, alles dem Grad entlang. Sehr schöne Wege. Hatte immer zwei Wege die parallel zu einander verliefen, einer auf der österreichischen Seite und einer auf der italienischen Seite des Berges.



    Viele Stellungen und Schützengräben. Bin über jede Bergspitze welche man auch hätte umgehen können. Auf einmal hatte man einen Blick auf die andere Seite des Tales, zu den 3 Zinnen. Der Gradweg zieht sich recht in die Länge, daher habe ich beschlossen, an einem windgeschützten Plätzchen Spaghetti zu kochen. Kaum war ich fertig mit kochen und wollte anfangen zu essen, hat es wieder angefangen zu regnen.



    Sehr, sehr schnell gegessen und alles eingepackt und weitergewandert. Die Sillianner Hütte wurde gerade umgebaut und daher nicht so gemütlich, weshalb ich diese ausliess und den steilen Weg nach Sexten in Angriff nahm.





    In der Zwischenzeit scheint wieder die Sonne und es ist recht warm. Dem Knie geht es zum Glück wieder besser! Einkaufen und etwas gefeiert, weil ich ein Zwischenziel erreicht habe. Zuerst ein Panache und Nüsse gekauft, später noch 2 Aperolspritz im Kaffee getrunken, für zusammen nur 7 Euro. Etwas beschwipst zur Pizzeria und feine Pizza gegessen. Mit einem deutschen Paar unterhalten, welche sehr interessiert an meiner Tour waren. Vor dem eindunkeln noch ca. 30 min weitergelaufen nach Moos, wo ich auf dem Fussballplatz bei einem kleinen Häuschen mich schlafen gelegt habe. In Sexten, bei der schönen Kirche, noch Kerzen angezündet.


  8. Anfänger im Forum

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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #8
    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Den Hüttenwirt und seine Frau habe ich ebenfalls als sehr freundlich in Erinnerung. Ich habe während meiner Wanderung nach Triest in der Hütte auf dem Porezen übernachtet und wurde bestens versorgt.
    Danke für deine Rückmeldung und den Link zur deiner Tour
    Da hatte ich aber zum glück, besseres Wetter

  9. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #9
    Tolle Tour! Gefällt mir gut!
    Aber - wow, hast du ein Tempo drauf!
    Ich glaube, ich könnte mich auch nur schwer überreden, morgens um 4 schon loszulaufen ...
    Ich würde sicher für jede deiner Etappen 2 Tage brauchen ...

    Vielen Dank für deinen Bericht!
    Kalender *Papageitaucher 2019*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  10. Erfahren
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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #10
    ... ich komme da nur virtuell mal sehr gerne auf deiner Route mit. Habe vor einigen Jahren die "grüne Variante" (Via Alpina: Liechtenstein bis Genfer See) gemacht, ist ja im Vergleich zu deiner Tour doch eher bescheidene Strecke. Ich bin mit 2,5 Wochen gut durchgekommen, du bist dann da vermutlich in 5-6 Tagen durch (? / bin gespannt) .. ich finde deine bisherigen km-Tagesleistungen mehr als beeindruckend - und dann immer noch Zeit für eine Einkehr / Mahlzeit / Schnaps in den Hütten .. da ziehe ich respektvoll meine Mütze und bin gespannt wie dieses "Rennen" weitergeht


    Gruß
    “I only went out for a walk and finally concluded to stay out ... for going out, I found, was really going in”
    (John Muir)

  11. Anfänger im Forum

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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #11
    Tag 13. Von Sexten zur Dürrensteinhütte. 32 Km 2300 Hm 8,5 H


    Um 05.00 erwacht. Sehr gut geschlafen! Eine halbe Stunde später losgewandert Richtung 3 Zinnen. Kaiserwetter, keine einzige Wolke am Himmel.



    War der einzige Wanderer um diese Zeit. Nach ca. 1,5 Stunden einen Schweizer Wanderer überholt und mit ihm geredet. Sind etwas zusammengelaufen und haben in der Hütte, Rifugio Comici Zsigmondy, einen Cappuccino getrunken.



    Noch ein Foto zusammen gemacht, da er der erste Schweizer Wandere war, den ich auf meiner Tour getroffen habe. Rast in der Drei Zinnen Hütte gemacht, welche erst heute geöffnet hat. Glück gehabt.





    2 Cappuccino getrunken und Müsli gemacht. Habe erfahren, dass eine Dusche a 3 Minuten, hier 7 Euro kostet!! Ist jedes Mal sehr beeindruckend, diese Dolomiten Bergen.
    Auf sehr schönem, aber langem Wanderweg hinunter zum Dürrensee.



    Bei einer Bank noch Suppe gekocht und in der Bar ein Glace auf den weiterweg mitgenommen. Möchte heute noch zur Dürrsteinhütte und hoffe das es auch Platz hat, da heute Samstag ist.

    Das Wetter ist eigentlich sehr schön, so dass man draussen übernachten könnte, ist hier jedoch nicht gerne gesehen, da dieser Teil der Dolomiten unter Naturschutz steht. Dem Knie geht es sehr gut und auch sonst ist alles beim Besten. Wieder ein sehr schöner und steiler Aufstieg Richtung Dürrsteinhütte.





    Abstecher auf den Gipfel gemacht. Bekomme ohne Problem ein Schlafplatz und anstatt morgen zu frühstücken, bekomme ich 2 Sandwiches mit auf den Weg. So kann ich beizeiten loswandern. Schöne Aussicht von hier oben. Teile das Zimmer mit 3 anderen Weitwandern, welche alle auch alleine unterwegs sind. Bin sehr überrascht, hier so viele zu treffen, sonst sind es meistens Tages Touristen.



    Tag 14. Von der Dürrensteinhütte nach Welsberg. 29 Km 700 Hm 6.5 H

    Sitze um 07.00 bei der Rossalm und trinke Kaffee und esse ein Brötchen. Eigentlich hat die Alm erst ab 10.00 offen, doch die Almbesitzer sitzen draussen beim Frühstück und so habe ich auch einen Kaffee bekommen.



    Heute Morgen um 04.30 aufgestanden und um 05.00 losmarschiert. Nicht so gut geschlafen, da ich immer wieder erwacht bin, weil ich Angst hatte den Wecker zu verpassen und so die anderen zu wecken. Bin natürlich wieder bevor der Wecker geläutet hat aufgestanden. Über schöne Almen und typische Dolomiten Wege hier zur Almhütte. 2016 hat es in der Nähe der Rossalm einen grossen Bergsturz gegeben, weshalb auch der Wanderweg umgeleitet wurde. Kommt immer wieder etwas hinunter. Während meiner Pause hat es 2-mal gerumpelt, was jedoch normal ist hier, hat mir der Almwirt erzählt.





    Schöner Weg zum Pragerwildsee. Kommen mir relativ viele Wanderer entgegen, da es eine sehr schöne Gegend ist und auch noch Sonntag. Der See sieht sehr schön aus von oben. Über grosse Schutthalde zum See abgestiegen.





    Am See findet ein Wettfischen statt und es hat sehr viele Leute. Auf einer Bank Pause gemacht und gestaunt, das immer mehr Leute kamen. Am See entlang zum Talanfang.



    Grosse Autokolonne und extrem viele Leute kommen das Tal hinauf. Fühle mich gar nicht mehr wohl hier. Wollte eigentlich eine lange Pause machen und den schönen See geniessen, laufe aber zügig weiter das Tal hinunter. Über langweilige Strassen und Radwegen nach Felsberg. Ist inzwischen sehr heiss geworden. Der Via Alpina Weg führt ins nächste Tal hinein, ca. 5 Stunden dem Radweg entlang. Bin im Moment gar nicht motiviert für diese Strecke. Habe probiert, telefonisch ein Zimmer hinten im Tal zu bekommen, jedoch ohne Erfolg.
    So habe ich beschlossen, hier in Felsberg eine Unterkunft zu suchen. Bei einem Hotel am Weg nachgefragt nach einem freien Zimmer. Hätte für 60 Euro eins bekommen, was mir aber im Moment etwas zu teuer war. Habe das der Wirtin gesagt und sie hatte Verständnis dafür. Sie hat für mich sogar rumtelefoniert und eine Pension für 25 Euro für mich gefunden! So nett. Sehr schönes Zimmer mit Doppelbett und TV. Wäsche gemacht und im Dorf Glace gegessen.

    Nachher noch zur Burg hinauf. Beim herunterlaufen ist mir ein Maulwurf begegnet, welcher mich 2 mal umrundete und dann wieder in die Wise verschwand. In einer Bar, Aperolspritz getrunken und Fussball WM geschaut. Nachher feine Pizza gegessen. Freue mich auf die Ortschaft Antholz, die ich morgen erreiche werde.



    Tag 15. Von Welsberg zur Riserfernerhütte. 35 Km 3000 Hm 9 H


    Gut geschlafen und super gefrühstückt. Habe 5 Euro Trinkgeld gegeben, worüber sich die Gastgeberin sehr gefreut hat. Am Anfang alles recht öde Radwege und Forststrassen. Daher sehr zügig unterwegs aber auch weil das Wetter nicht allzu beständig ist und es bald wieder anfangen könnte zu regnen. 3 Hörspiele auf diesem Wegabschnitt gehört.

    Zur Grübelscharte, den Wanderweg verpasst und einer Kuhspur gefolgt. Relativ spät den Fehler gemerkt und dann querfeldein dem GPS zur Scharte hinauf gefolgt. Zügig nach Antholz hinunter, da wieder schwarze Wolken aufziehen und ich noch 1600 Höhenmeter am Stück aufwärts muss, zur Risenfernerhütte.



    Nach zügigen 6 Stunden Antholz erreicht. Zwischendurch hatte es eine Alm, die leider geschlossen war und so bin ich dann doch nach Antholz, obwohl es einen Umweg war. Aber ich war auch noch gut in der Zeit und daher habe ich in der Pizzeria eine Pizza gegessen. Pizza Biathlon, welche ich vom Winter her kenne, wenn wir den Biathlon Weltcup schauen gehen. 5 Minuten nach meiner Bestellung hatte ich diese schon auf dem Tisch und musste auch gleich bezahlen, da sie Mittagspause machen wollten. Kam mir aber entgegen, da ich es sehr eilig hatte, weil es weiter im Tal unten schon donnerte.



    Habe entschieden ganz zur Hütte aufzusteigen. Eigentlich wollte ich das Biwak etwas unterhalb der Hütte benützen, doch ein Bauer hat mir gesagt, dass diese in einem sehr schlechten Zustand sei und auch keine Türe und Fenster mehr hat. Schöner langer Aufstieg zur Hütte. Am Anfang noch in der Sonne und bei warmen Temperaturen. Später gehen 2 Gewitter ganz knapp neben mir herunter. Jedoch das 3 Gewitter erwischt mich und so musste ich die letzten 20 min im Regen über grosse Steine zur Hütte marschieren. Immer noch erstaunlich warm hier auf 2800 m.ü.m.



    Hatte nur 2 Gäste in der Hütte. Habe noch Brot und Müsli, das ich zum Abend essen. Fast ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht hier in der Hütte esse, hätte aber sonst mein Essen morgen wieder mittragen müssen. Nehme noch Kaffee und Dessert und unterhalte mich mit dem Wirtenpärchen und den zwei deutschen Gästen.



    Der Hüttenwart ist ein lustiger Typ der alles frei heraus sagt. Fühlt sich auch nicht als Italiener sondern als Südtiroler. Er war auch schon in Zürich die Biathleten abholen, nach der WM. Sind fast alles Südtiroler und 2 kommen aus dem Antholzertal, worauf er sehr stolz ist. Hatte natürlich Freude, als ich ihm erzählt habe, das ich auch schon zweimal in Antholz am Biathlon Weltcup schauen war. Sie möchten gerne ein Mail von mir, wenn ich Monaco erreicht habe, was ich auch gemacht habe.


  12. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #12
    Hallo Adrian1975.

    Sehr schöner Bericht!
    Ich war kürzlich auch wieder in Slovenien unterwegs, als ich durch die Karawanken gezogen bin. Die Gegend da unten rutscht mit jedem Reisebericht von dort auf der ToDo-Liste weiter nach oben. Überhaupt erkenne ich recht viel wieder, was ich auf meinen Südalpenweg-Touren gesehen habe. Ich war allerdings meist in der Gegenrichtung unterwegs und da finde ich es immer sehr interessant, wie jemand das eben in der anderen Richtung erlebt.
    Deine Tagesleistungen sind allerdings etwas heftiger als meine! Da bist du stramm unterwegs. Respekt!
    Ich freue mich auf mehr!

    Gruß Wafer

  13. Anfänger im Forum

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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #13
    Tag 16. Von der Risenfernerhütte zur Edelrautghütte. 38 Km 2800 Hm 10.5 H

    Einigermassen gut geschlafen und bei Sonnenaufgang um 04.50 losmarschiert. Möchte um 07.15 im Tal unten den Bus nehmen, da der Weiterweg nicht sehr spannend ist, alles der Strasse entlang. Schon sehr warm und daher schon kurz unterwegs. Sehr zügig in 2 Stunden 10 Minuten ins Tal gewandert. Dort musste ich feststellen, dass diese Bussverbindung während den Schulferien nicht fährt. Autostopp gemacht und mit 2 Frauen und die knapp 7 Km Strasse im Auto zurückgelegt, bis nach Sand im Taufers.



    Dort 2 Cappuccino und Brötchen plus einkaufen. Um 8.00 von Sand im Taufers weiter über einen sehr steilen und schönen Wanderweg zum Speikboden. Wetter im Moment sehr gut. Weiter auf einem langen Höhenweg im ständigem auf und ab.





    Um 12.00 möchte ich kurze Pause machen, fängt jedoch an leicht zu regnen und so fällt diese Pause ins Wasser. Esse das Sandwiches im Gehen. Beeile mich sehr, da es immer schwärzer wird. Um ca. 14.00 kommt ein grosses Gewitter herunter mit starkem Hagel. Innert Minuten ist alles weiss und auf dem Weg kommt ein Bach hinunter. Habe alle Regenkleider angezogen, doch auch diese nutzen nichts bei diesem starken Gewitter. Sehr anspruchsvoll, da der Wanderweg über grosse Steinplatten führt und diese sehr rutschig und voller Hagel sind. Nach ca. 1 Stunde erreiche ich pflotschnass die Chemnitzer Hütte.



    Hütte recht klein und kein Trockenraum. Daher esse ich hier noch ein Brötchen und trinke ein Cappuccino bevor ich weitergehe. Das Gewitter hat zum Glück nachgelassen und es regnet nur noch wenig. Muss ins Tal hinunter und auf der anderen Seite wieder hinauf zur Edelrauthütte. Die letzten 20 Minuten bis zur Hütte nochmals im Regen.





    Neue moderne Hütte, dafür kostet die Übernachtung 22 Euro im Etagenbett. Hütte ist fast voll und alle natürlich mit nassen Sachen. Suche mir einen Platz um alle meinen nassen Sachen zu trocknen. Zum Abendessen habe ich mir mein Lieblings Bergessen ausgesucht: Spiegelei, gebratener Speck und Bratkartoffel. Kann auf dem Laptop der Hüttenchefin noch schnell schauen was die Schweizer an der WM machen und erkundige mich noch über den Gletscherübergang den ich morgen machen möchte. Viele Leute im Gastraum, ich bin jedoch alleine was mir recht gut passt, da ich müde bin und nicht so reden mag. Beim Bezahlen noch einen Schapps erhalten.

    Tag 17. Von der Edelrauthütte zum Frisberhaus. 28 Km 2000 Hm 8.5 H.

    Nicht so gut geschlafen, da ich Angst hatte zu verschlafen. Um 04.15 aufgestanden und um 04.45 losgewandert. Immer noch etwas dunkel. Folge dem schwach markiertem Pfad hinauf zum Gletscherübergang.



    Schon wieder recht warm und so stehe ich bei Sonnenaufgang auf gut 3000 m.ü.m, in kurzen Hosen und Leibchen da und geniesse die ersten Sonnenstrahlen. Der weitere Weg zum Gletscher hinunter und über den Gletscher ist nicht mehr richtig markiert. Ich folge schwachen Wegspuren zum Gletscherrand hinunter. Das war der schwierigste Teil, da der Gletscher jedes Jahr mehr schmilzt und so der Zugang immer mühsamer wird. Die Querung des Gletschers war kein grosses Problem, da dieser im oberen Teil keine Spalten hatte.



    Der Aufstieg über eine Seitenmoräne war wieder anspruchsvoller. An der geschlossenen Hochfeiler Hütte vorbei ins Tal hinunter. Hat sich wieder sehr in die Länge gezogen und ich wurde langsam mürrisch, da ich noch nichts gegessen habe.



    Vom Tal dann zügig zum Pfischterjoch Haus hinauf wo ich einen Cappuccino getrunken habe und mir Müsli gemacht habe. Der Wetterbericht hat für morgen Nachmittag schlechtes Wetter angekündigt und übermorgen soll es den ganzen Tag regnen. Daher mit Andrea, meiner Freundin telefoniert und ihr den Auftrag erteilt, für morgen eine Unterkunft für 2 Tage in Hintertux zu organisieren. Da ich die alpine variante über Hintertux nach Hall in Tirol mache, werde ich das schlechte Wetter in Hintertux abwarten und mir übermorgen einen Ruhetag gönnen.



    Weiter zum Schlegeis Stausee hinunter und dann gleich wieder einen schönen Weg hinauf zur Opererhütte, wo ich vor 3 Jahren mit Andrea zusammen einen sehr feinen Kaiserschmarren gegessen habe. Daher hier nochmals einen feinen gegessen. Wieder recht schwarze Wolken am Himmel. Breche daher schon bald wieder auf. Nach 15 Minuten fängt es an zu donnern und zu blitzen. Ziehe schnell meine Regensachen an und schon kommt wieder ein sehr starkes Gewitter mit Hagel. Laufe zügig weiter. (Wäre gescheiter umgekehrt zur Hütte).
    Begegne noch Leuten, die sich in der Schutzstellung hinkauern, wegen den vielen Blitzen. Ist jedoch nichts für mich, da ich sonst auskühlen würde. Sehr anspruchsvoller Höhenweg über viel Geröll, was durch den Hagel zusätzlich noch anspruchsvoller wird. Die Hagelkörner sind nochmals grösser als gestern und schmerzen recht.
    Nach einer halben Stunde ist der Spuck zum Glück vorbei. Als ich nach 1,5 Stunden beim Friesenberhaus ankomme scheint die Sonne.



    Habe Glück und bekomme das einzige Einzelbett im Massenlager. Mache ein kurzes Nickerchen und gehe dann in die Gaststube, lesen und Tagebuch schreiben. Freue mich auf meinen Ruhetag übermorgen! Hat noch relativ viel Schnee beim Übergang nach Hintertux. Da dieser auch wieder auf 3000 m.ü.m liegt. Laut Hüttenwirt sollte es jedoch gut machbar sein. Sehr sympathisches Hüttenpersonal und schöne Hütte. Leider wird gerade das Dach neu gemacht und daher ist ein Teil der Hütte eingerüstet. Hüttenwart hat beim Abendessen noch eine Ansprache gehalten und über das Wetter und die Wanderwege berichtet. Noch nette Unterhaltung mit 2 jungen Frauen aus Deutschland, die den Berliner Höhenweg begehen.

    Tag 18. Vom Frisenberhaus nach Hintertux. 12 Km 550 Hm 4 H.

    Noch nie so gut geschlafen in einer Hütte wie diese Nacht. Wahrscheinlich weil ich keinen Wecker gestellt habe und auch keinen Stress habe, da ich heute nur eine kurze Etappe machen werde.
    Als ich bei der Hütte um 05.45 loslief, war schon ein Dachdecker am Arbeiten, inklusiv hämmern. Über einen schmalen steilen Wanderweg zur Fiebercharte (2912 m.ü.m.) hinauf, der zwischendurch mit Stahlseilen gesichert war.







    Oben angekommen noch etwas Sonne erwischt bevor die schwarzen Wolken kamen. Sehr viele Schneehühner gesehen. Zuerst über Blocksteine und Schnee hinunter, nachher schöner Wanderweg. Insgesamt 1500 Höhenmeter am Stück runter. In Hintertux, Brötchen, Butter, Marmelade und Kaffee gekauft und auf einer Bank gefrühstückt.



    Schon um 10.00 angekommen. Nachher in meine Unterkunft, welche schön war und über eine Sauna verfügte. Noch etwas spazieren gegangen und 3-mal in die Saune. Hatte nun auch angefangen zu regnen. Im Restaurant gegenüber abendgegessen. Nicht so gemütlich da sehr viele Leute im Restaurant.

  14. Anfänger im Forum

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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #14
    .

  15. Anfänger im Forum

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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #15
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Tolle Tour! Gefällt mir gut!
    Aber - wow, hast du ein Tempo drauf!
    Ich glaube, ich könnte mich auch nur schwer überreden, morgens um 4 schon loszulaufen ...
    Ich würde sicher für jede deiner Etappen 2 Tage brauchen ...

    Vielen Dank für deinen Bericht!
    Also zuhause stehe ich auch nicht so früh auf . Aber in den Bergen geniesse ich es, so früh loszuwandern.
    Freut mich, wenn der Bericht gefällt! Gruss

  16. Anfänger im Forum

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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #16
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Hallo Adrian1975.

    Sehr schöner Bericht!
    Ich war kürzlich auch wieder in Slovenien unterwegs, als ich durch die Karawanken gezogen bin. Die Gegend da unten rutscht mit jedem Reisebericht von dort auf der ToDo-Liste weiter nach oben. Überhaupt erkenne ich recht viel wieder, was ich auf meinen Südalpenweg-Touren gesehen habe. Ich war allerdings meist in der Gegenrichtung unterwegs und da finde ich es immer sehr interessant, wie jemand das eben in der anderen Richtung erlebt.
    Deine Tagesleistungen sind allerdings etwas heftiger als meine! Da bist du stramm unterwegs. Respekt!
    Ich freue mich auf mehr!

    Gruß Wafer
    Hallo Wafer.
    Freut mich, wenn der Bericht dir gefällt! Gruss Adrian

  17. Erfahren

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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #17
    Ja, ein sehr schöner Bericht und einiges habe ich wiedererkannt, da wir im Herbst auch eine Woche im Triglv-Nationalpark unterwegs waren...
    Wandern & Flanieren
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  18. Anfänger im Forum

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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #18
    Zitat Zitat von Galadriel Beitrag anzeigen
    Ja, ein sehr schöner Bericht und einiges habe ich wiedererkannt, da wir im Herbst auch eine Woche im Triglv-Nationalpark unterwegs waren...
    Ja der Nationalpark Triglav hat mir auch wirklich sehr gut gefallen.
    Gruss

  19. Anfänger im Forum

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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #19
    Tag 19. Ruhetag

    Ruhetag. Lange geschlafen und dann sehr viel gefrühstückt! Da es den ganzen Tag regnet, mit dem Bus nach Mayerhofen gefahren, den man mit der Gästekarte gratis benützen konnte. Dort nochmals etwas gegessen und viel Essen eingekauft. Zurück im Hotel, mehrmals in die Sauna und zwischendurch Fussball geschaut. Es regnet nun seit gestern Mittag ununterbrochen. War ein sehr guter Entscheid heute einen Ruhetag zu machen. In einem kleinen Laden bei der Bahnstation Äpfel und Nektarinen gekauft. Diese wurden in eine braune Papiertüte verpackt, so wie früher als ich noch klein war. Fand das mega cool 



    Tag 20. Von Hintertux zur Halsmarterhütte. 35 Km 2500 Hm. 8.5H


    Um 06.50 aufgestanden, alles gepackt, und nach dem grossen Frühstück um 08.30 losmarschiert, bei leichtem Nieselregen. Das Wetter ist noch nicht wirklich schön, bedeckt, neblig und eben etwas Regen. Eigentlich sollte es, nach Wetterbericht, schön sein. Im Nebel aufwärts auf einem neu angelegten Wanderweg, was das Vorankommen sehr mühsam macht, da dieser recht schlammig und rutschig ist.



    Sehr erschrocken, als aus dem Nebel ein Murmeltier auf mich zugerannt kam und nur einen halben Meter vor mir ins Loch verschwand. Weiter auf Schneefeldern und immer noch starkem Nebel zur Luzumer Hütte. Zum Glück hatte es noch Wegspuren auf dem Schnee, sonst hätte ich den Weg, im Nebel nicht gefunden.





    Grosser Militärplatz bei der Luzumer Hütte, nicht wirklich ein schöner Ort zum Verweilen. Schnell einen Cappuccino getrunken und gleich weiter. Der Nebel lichtet sich etwas und mir kamen auch recht viele Weitwanderer entgegen, da hier der Via Alpina den Adlerweg den E02 und den Traumpfad München-Venedig kreuzt. 4 Weitwanderwege auf dem gleichen Weg, da wird im Hochsommer sicher einiges los sein. Beim Naviser Jöchl endschieden den Via Alpina zu verlassen und ins Tal abzusteigen, da der Nebel wieder dichter wurde. Bei der Steinkaseralm hat es beim Brunnen einen Selbstbedienungsgetränkestand, wo ich mich bedient habe.



    Auf Forststrassen weiter das Tal hinunter zur sehr schönen Franz Pitscheider Hütte. Wurde unterwegs von einem Bauer mit Auto überholt und eingeladen mit zu fahren. Lehnte dieses aber dankend ab. In der Hütte einen Kaffee getrunken und weitermarschiert, da ich heute gerne draussen schlafen möchte.



    Hinauf zur Halsmarterhütte, wo sich auch jetzt noch die Sonne zeigt. Sehr schöner Waldspielplatz mit Aussicht Steg, auf dem mich einrichte. Suppe gemacht und ins Inn Tal geschaut, wo ich morgen absteigen muss. Um 20.00 kommt noch eine junge Familie vorbei und haben Freude mir den morgigen Wegverlauf zu zeigen. Sehe auf der anderen Talseite die Hütte, bei welcher ich morgen vorbei muss. Habe im Internet geschaut, ob morgen Sonntag eine Bäckerei in Hall im Tirol offen hat und auch eine gefunden. Freue mich jetzt schon auf das morgige Morgenessen.





    Tag 21. Von der Halsmarterhütte zur Birkkarbivak. 38 Km 3200 Hm 10.5 H


    Nach sehr gutem Schlaf um 05.00 losmarschiert. Hinunter nach Hall im Tirol hat sich noch recht in die Länge gezogen und die Wanderwege waren nicht immer markiert. An schönen Pferdeweiden vorbei und kurz vor Hall noch 3 Rehe beim Weiden am Waldrand beobachtet.



    In Hall, beim Bäcker Rutz ein Frühstück genommen mit unbegrenztem Kaffee Konsum. Nach 3 Kaffees und Gebäck, weiter talaufwärts der Strasse entlang zum Eingang vom Karwendel.



    Der Hüttensteig zur Bettelwurfhütte war sehr steil und technisch fast schon hochalpin. Hat mir sehr gut gefallen. In der Hütte etwas getrunken und auf dem Höhenweg weiter zur Scharte und hinunter zur Hallerangeralm.





    Schnell etwas gegessen, denn das Wetter ist nicht so stabil und es ziehen schon wieder schwarze Wolken auf. Möchte wenn möglich noch zum Birkkar Biwak auf 2740 m.ü.m. Wird noch ein langer und auch schwieriger Weg. Zuerst muss ich noch weiter ins Tal hinunter bevor der Weg abbiegt, hinauf zur Birkkar Spitz.







    Schon beim hinunterlaufen 3 kurze an Regenschauer. Vom Tal bis zur Bikkar Spitz war 6,5 Stunden angeschrieben. Ist jedoch schon 15.00, muss mich also sehr beeilen. (Schaffe es in 3 sehr anstrengenden Stunden). Der Weg verläuft zuerst sehr schön dem Bach entlang Taleinwärts, dann immer steiler und wegloser.



    Loses Geröll erschwert den Aufstieg, da es sehr steil ist und ich immer wieder zurückrutsche.



    Hat auch wieder etwas angefangen zu regnen und Nebel zieht auf. Der Schlussanstieg ist Hochalpin mit Stahlseilen und Nebel, zum Glück wieder ohne Regen. Sehe das Biwak erst als ich 10 Meter davor stehe. Sehr schöne Hütte.



    Mache es mir bequem und hole draussen Schnee zum Kochen. Mache feines Reis und mit dem heissen Kochtopf gleich noch die nassen Socken gebügelt. Nachher koche ich mir noch einen Kaffee. Recht kühl geworden, daher bald in den Schlafsack gekrochen. Draussen immer noch Nebel und Nieselregen.

    Tag 22. Vom Birkkarbivak zur Pestkapelle. 57 Km 3300 Hm 15 H


    Nach gutem Schlaf um 05.00 losmarschiert. Sehr steil und rutschig, Schneefeldern machten den oberen Teil des Weges anspruchsvoll.





    Weiter unten schöner Wanderweg zum Karwendelhaus. Leider etwas zu früh dort und daher ohne Kaffee weiter.



    Dann fast 15 Km lang Talauswärts wandern, auf einem breiten langweiligen Forstweg ohne Abwechslung. Zum Glück konnte ich Hörspiele hören. Mit Hunger in Scharniz angekommen und gleich in die Bäckerei. Auf Bank gegessen und weiter über Wiesen und Waldwege.



    2 Zecken eingefangen auf dem Wiesenpfad, da ich vergessen habe mich mit dem Anti Zeckenspray einzusprühen. Zecken entfernt und über einen sehr schönen Schluchtenweg hinauf zum Hohen Sattel. Hinunter nach Ahrn. Musste mich auch mit vielen Brämen herumschlagen. In Ahrn, Müsli gemacht und dann über den anspruchsvollen Weg (Sollerinne) hinauf zur sehr schönen Mailerhütte.



    Dabei erstmals, bei dieser Wandertour, die Grenze nach Deutschland überschritten.



    Hinunter zum Schachenhaus und etwas gegessen. Wasservorräte zu ende. Jedoch kein Trinkwasser in der Hütte und nur Teuer zu kaufen. Ohne Wasser weiter abgestiegen ins Schachental.



    Es kamen mir immer wieder 3er Patrouillen vom Deutschen Militär entgegen, die wohl eine Übung machten. Habe beschlossen heute noch lange weiter zu wandern, da es hier verboten ist zu campieren und die Hütten sehr stark besucht sind. Beim hinunterlaufen geht es mir sehr schlecht, keine Motivation und auch nichts mehr zum trinken. Unten zum Glück einen Brunnen entdeckt und Wasser nachgefüllt. Dem sehr schönen blauen Fluss entlang aufwärts gewandert bis zur Reintalangerhütte.





    Die Hütte ist wunderschön gelegen, aber sehr viele Leute. Ist schon nach 18.30. Nehme einen Riegel und ein Koffeinröhrchen, welches bei mir voll einschlägt. Statt den angeschriebenen 2,5 Stunden zur Knorrhütte, brauche ich nur 1 Stunde 10 Minuten. Bin sehr überrascht wie schön die Landschaft hier ist. Hütte auch sehr voll und daher ohne Pause weiter zur Grenze nach Österreich.



    Als ich die Grenze passiere ist es schön nach 20.30. Nochmals ein Jöchel bevor es hinuntergeht.



    Sehr viele Gämse auf dem Weg und schöner Sonnenuntergang. Bin auch, ausser bei den Hütten, keinem Menschen mehr begegnet. Um 21.30 bei der Pestkapelle angekommen und mir auf der Bank gemütlich gemacht.



    Musste den Rucksack seitlich unterstellen, da die Bank recht schmal war. Nur noch etwas Süsses und Salziges gegessen. Eine Sternschnuppe gesehen bevor ich müde eingeschlafen bin

  20. Erfahren

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    AW: Via Alpina von Triest nach Monaco

    #20
    "57 Km 3300 Hm 15 H" Wow! Respekt!
    Auch sonst eine beeindruckende Tour - Danke für deinen Bericht!

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