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  1. Erfahren

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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #41
    Dennoch würde mich dein Wanderkonzept interessieren. Oder eher die Frage, braucht man überhaupt ein Wanderkonzept.
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  2. Lebt im Forum
    Avatar von Chouchen
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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #42
    Zitat Zitat von Galadriel Beitrag anzeigen
    Dennoch würde mich dein Wanderkonzept interessieren. Oder eher die Frage, braucht man überhaupt ein Wanderkonzept.
    Ob "man" ein Konzept braucht, weiss ich nicht.

    Ich brauche keins. Mein (Arbeits-)Alltag ist voll von Konzepten, da will ich doch nicht meine Freizeit in einen Konzeptrahmen pressen (lassen).
    Und selbst wenn das Konzept hieße, kein Konzept zu haben.


    Wem es aber beliebt, zum Wandern, Draußensein oder was auch immer geistige Onanie zu betreiben, soll das von mir aus tun.
    "I pity snails and all that carry their homes on their backs." Frodo Baggins

  3. Alter Hase

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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #43
    Wenn ich das auf mich beziehe, lese ich es so:

    Ich bin ein Mensch, der gern anderen Menschen gehorcht und auch gar nicht in der Lage wäre, den Plan, den man haben muss, um eine Landschaft zu explorieren, selbst zu fassen. Deshalb liebe ich markierte Fernwanderwege, bei denen mir jemand genau vorgibt, wo ich entlangzugehen habe
    .

    Tatsächlich habe ich häufig genug nicht ausreichend Zeit, um mir ein Wanderkonzept zu erarbeiten, Landschaften zu explorieren usw. Sondern will einfach nur raus und draußen unterwegs sein. Vor allem auch, wenn die Wege sehr lang sein sollen. Dann so einen markierten Weg entlangzulaufen entspannt. Auf komplizierte Navigation habe ich nämlich auch nicht immer Lust.
    Perfekter Gehorsam bedeutet, einen solchen Weg von Anfang bis Ende zu gehen, und wenn jemand anderes beschlossen hat, dass der Westweg ausgerechnet in der Innenstadt von Pforzheim beginnt, dann beginne ich meine Wanderung durch den Schwarzwald selbstverständlich in der Innenstadt von Pforzheim.
    Kommt schon vor. Vor allem, weil die Innenstadt von Pforzheim vermutlich auch einen Bahnhof hat, so dass ich da problemlos hinkommen kann. Dazu kommt die Begegnung mit dem Konzept derer, die den Weg erstellt haben. Manchmal gefällt mir das. Manchmal nicht.

    Das ist eine gute Übung für meinen Lebenserfolg als lohnabhängiger Angestellter;
    Passt bei mir leider nicht. Lohnabhängiger Angestellter zu sein, finde ich aber auch nicht ehrenrührig. Jedenfalls ist es ziemlich weit verbreitet.
    denn auch im Arbeitsleben bin ich ja allenthalben mit Challenges konfrontiert, die von anderen gesetzt sind und die ich dann mit dem Pathos fremdbestimmter Eigeninitiative ›meistern‹ kann.
    Interessanter Gedankengang. Da muss ich noch einmal drüber nachdenken.

    ›Connecting steps‹ ist in diesem Sinne einfach konsequenter und lückenloser Gehorsam
    Zumindest wäre das eine denkbare Kompenente. Andere Erklärungen fehlen mir eigentlich noch.

  4. AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #44
    Zitat Zitat von Galadriel Beitrag anzeigen
    Dennoch würde mich dein Wanderkonzept interessieren. Oder eher die Frage, braucht man überhaupt ein Wanderkonzept.
    Das "Dennoch" bin ich? Ja, klar.

    Ich habe kein Konzept. Mir ist egal ob markierter Weg oder Straße, ich bin sogar die Todsünde aller markierten Wege gegangen: drei spanische Jakobswege. Verlaufen unmöglich. Verloren geht man auch nicht. Der Gegenpol sind/waren Wanderungen auf gut Glück (grobe Richtung Süden) über Straßen und Radwege. Der Höhepunkt waren unsere beiden Touren entlang der Küste Portugals. 2 mal 3 Wochen nur mit Straßenkarten und Ausdrucken von Google Earth (Sichthöhe 800 m). Jetzt, 10 Jahre später und nach erneuter Inaugenscheinnahme vor einigen Wochen, zwei ganz bescheuerte Touren, und doch immer noch die besten Touren, die wir je gemacht haben.

    Ich habe eine Vorliebe für die Europäischen Fernwanderwege, das bedeutet, ich laufe oft zwangsläufig Markierungen, Tracks oder Beschreibungen hinterher.

    @ Chouchen

    Ohne Ironie: "Geistige Onanie" ist zwingender Bestandteil von Fernwanderungen. Ohne hält man's nicht aus.
    .

  5. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #45
    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    Jetzt, 10 Jahre später und nach erneuter Inaugenscheinnahme vor einigen Wochen, zwei ganz bescheuerte Touren, und doch immer noch die besten Touren, die wir je gemacht haben.
    Warum?

  6. Erfahren

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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #46
    Ja, ich denke, es geht den meisten so, dass sie kein durchgehendes "Konzept" haben. Ich wollte eigentlich unbedingt mal die Via Egnatia laufen, aber seit wir in Mezedonien den Teil von Ohrid nach Struga gelaufen sind, der an einer vielbefahrenen Straße entlang ging, zweifle ich an meinem Vorhaben. Wir sind dann auch den Rest getrampt und hatten eine sehr interessante Unterhaltung mit dem Fahrer. Das war wesentlich interessanter als an der Straße entlang zu laufen. So ist es meistens bei uns: wir haben einen Plan, aber unterwegs ereignen sich Dinge, die dann zur Änderung des Plans führen.
    Geändert von Galadriel (23.11.2018 um 19:21 Uhr)
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  7. Lebt im Forum
    Avatar von derSammy
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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #47
    Es gibt Gebiete da MUSS man alles laufen...und Touren das "wärs schee bleed" alles zu laufen...

    Irgendwann wird's zum Dogma U-nbedingtalles L-aufen ...furchtbar...

  8. AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #48
    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Warum?
    lina, gib mir etwas Zeit. Ich muss an den Herd.

    Zitat Zitat von Galadriel Beitrag anzeigen
    So ist meistens bei uns: wir haben einen Plan, aber unterwegs ereignen sich Dinge, die dann zur Änderung des Plans führen.
    Das ergeht uns ebenso, bis auf eins: wir überspringen keine Etappen, eher kürzen wir die Tour oder brechen ab. In Portugal hat uns ein Polizist der Küstenwache anderhalb Kilometer über eine Brücke gefahren. Das war der damalige Portugiesische Meister im Wellenreiten. Sowas lassen wir dann auch mal zu. Aus solchen Begegnungen werden die Geschichten, die Wanderungen viele Jahre später unterscheidbar machen. Landschaft hat man immer.
    .

  9. Alter Hase

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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #49
    Warum überspringt ihr keine Etappen? Das ist doch hier die Kernfrage?

  10. Dauerbesucher
    Avatar von Igelstroem
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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #50
    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    Mir geht Igelstroems Charakterisierung der "normalen" Wanderer gewaltig gegen den Strich. Der bringt das ja regelmäßig, und irgendwann habe ich mich darin auch wiedergefunden. Schließlich habe ich für Tausende Kilometer markierter Wanderwege hier Reiseberichte stehen. Folglich gehöre ich laut Igelstroem zur Gruppe der unterwürfigen, fremdbestimmten, hasenfüßigen, lohnabhängigen Wanderer, deren angebliches Duckmäusertum im Berufsleben selbstverständlich das Freizeitverhalten vorgibt.

    Igelstroem tritt mal eben 98 % aller Wanderer*innen in die Tonne. Danke.

    OT: ›Der bringt das ja regelmäßig‹; damit ist auch die Frage aufgeworfen, wie es eigentlich zu der polemischen Zuspitzung meiner Position kommt. Denn vor dreißig Jahren hätte ich einfach auf die Karte geguckt, mir meinen Weg gesucht und die überall eingezeichneten markierten Wanderwege von Fall zu Fall mitbenutzt, so wie ich es heute immer noch mache. Dass das Vorhandensein von markierten Wegen irgendwann für mich zum Thema einer Polemik werden könnte, hätte ich damals wohl kaum für möglich gehalten. Das ist erst später passiert, und der psychologische Mechanismus ähnelt ein bisschen dem, was sich jetzt bei dir abgespielt hat.

    Der Diskurs übers Wandern ist ja in Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten von Leuten wie Rainer Brämer und Manuel Andrack bestimmt gewesen, die das Wandern auf Prädikatswanderwegen sehr erfolgreich als ›Neues Wandern‹ propagiert haben. Und das war eben nicht nur ein Vorschlag, wie man vielleicht mal wandern könnte, also nicht nur ein Konzept neben anderen, sondern es ist als modernes, anspruchsvolles, zeitgemäßes Wandern präsentiert worden, ganz systematisch auch mit der Insinuation, dass jede andere Idee vom Wandern irgendwie veraltet ist, dass man sozusagen das Tolle am Wandern verfehlt, wenn man den Premiumwanderweg verfehlt. In den Medien sind diese Botschaften der ›Experten‹ und ›Wanderpäpste‹ munter nachgeplappert worden, und sie sind auch beim Wanderpublikum in Deutschland auf wenig Widerstand gestoßen, ganz zu schweigen von der Mehrzahl der Wanderblogger. Dadurch erst wird die eigentlich relativ banale Praxis, sich in einer Landschaft seinen Weg mithilfe der Karte selbst zu suchen, zu einer Minderheitspraxis, die gewissermaßen unter dem Verdacht der Irrationalität steht; denn warum sollte man sich einen Weg selbst suchen, wenn jemand anderes schon auf wissenschaftlicher Grundlage einen viel besseren gefunden hat?

    Falls man aber vorhat, an seiner eigenen Praxis festzuhalten, kann die propagandistische Aufspreizung des Neuen Wanderns als eine Art Kränkung erfahren werden, etwa so, als würde man von einer Mehrheit der anderen Wanderer dafür verhöhnt, dass man es anders macht als sie (auch wenn man in Wirklichkeit wohl nicht verhöhnt wird). Man hat dann Anlass, die eigene Position zu schärfen und zu artikulieren und sich eventuell eine polemische Theorie darüber zu bilden, warum verschiedene Wanderer sich so oder so verhalten.

    Mit anderen Worten: Auch mein polemischer Ton beruht darauf, dass mir etwas in der öffentlichen Thematisierung des Wanderns ›gewaltig gegen den Strich geht‹. Andernfalls könnte man einfach beim Positiven bleiben, also beschreiben, was man selber beim Wandern zu tun pflegt, ohne dabei verschiedene Konzepte gegeneinander in Stellung zu bringen.


    Übrigens braucht man zum Wandern eigentlich kein Konzept; genauso wie man zum Wandern keine Bücher und keine Theorien braucht. Aber eine regelmäßige Praxis, in der sich Muster ausbilden, kann natürlich immer auch als Realisierung eines Konzepts beschrieben werden; entweder weil man (wie Chouchen zu Recht vermutet) Lust darauf hat oder weil man (wie oben beschrieben) Anlass hat, die Unterschiede zwischen verschiedenen Praxisformen explizit abgrenzend zu erklären.

    Die wahrscheinlich verständlichste Erklärung meines ›Konzepts‹ steht hier:
    https://www.outdoorseiten.net/forum/...=1#post1572003

    Man sollte aber noch hinzufügen, dass vieles davon eben auf deutsche Verhältnisse zugeschnitten ist, und ich argwöhne ja, dass ich schon in Frankreich eher markierten Wanderwegen folgen würde – wenn auch mit etwas Widerstreben und aus Mangel an Vertrauen in die allgemeine Durchlässigkeit der Kulturlandschaft für Fußwanderer.
    Geändert von Igelstroem (25.11.2018 um 02:11 Uhr)
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  11. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #51
    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Aber normalerweise würde niemand auf die Idee kommen, in der Innenstadt von Pforzheim zu wandern. Das geschieht nur deshalb, weil irgendjemand festgelegt hat, dass der Westweg dort beginnt.
    Doch, klar gibt’s das. Es gibt Leute die wandern immer an der Häusergrenze entlang um eine Stadt herum, weiter oben im Thread findest Du den Ansatz, mit dem Ziel längs durch’s Land Straßen nur zu überqueren und ihnen nicht zu folgen, usw., viele Wochenendwanderer ziehen einfach los und wandern kreuz und quer durch ein Gebiet (immer am Waldrand entlang beispielsweise oder abbiegen, wenn ein Trampelpfad schöner erscheint als ein anderer (und Premiumwanderwege sind ihnen völlig schnuppe – besonders, wenn sie eine Gegend gut kennen), manche malen eine Linie auf eine Karte, welche eine Figur darstellt und laufen oder radeln die Strecke, und auch eine Stadt wie beispielsweise Lissabon lässt sich wunderbar erwandern, weitere mappen Wege für OSM, usw. Vielleicht haben sowas wie Premiumwanderwege einfach den größeren Berichterstattungsanteil?

  12. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #52
    Ich finde die Entwicklung mit den Premiumwanderwegen prima
    Wenn ich im Frühling oder Herbst mal für 10 Tage wandern gehen will, und das mal in Deutschland, dann suche ich mir seit einigen Jahren oft einen der Premiumwanderwege und davon eine zu meinem Zeitfenster passenden Abschnitt.
    So lernte ich schon einige schöne Ecken unseres Landes kennen.
    Die Premiumwanderwege versuchen üblicherweise die schönesten vorhandenen Pfade/Wege zu verbinden und den Asphaltanteil möglichst gering zu halten.
    Genau das wäre auch mein Ansatz, wenn ich versuchen würde, mir selber eine Route durch das Gebiet zu basteln.
    Nur dass ich mich da nicht auskenne und nicht weiß, welches die schönsten Strecken sind.
    Das muss ja nicht heißen, dass ich mich sklavisch an die Strecke halte. Mein Ziel ist nicht, am Ende 100%ig diesen Weg gelaufen zu sein. Was sowieso nicht geht, da ich eben oft nur ein Teilstück gehe.
    Ich finde es durchaus auch entspannt, nicht an jeder Wegegabelung mit Karte und Kompass herausfinden zu müssen, wo ich langgehen muss/will.
    Denn im Gegensatz zu alpinen Wanderkarten sind die Karten vieler Wälder bei uns so schlecht und veraltet, dass sie sowieso nicht die Realität am Boden abbilden.
    In meinem Wald hier ist man mit der "aktuellen" Papierkarte völlig aufgeschmissen. Viele Wege darin gibt es gar nicht (mehr), Pfade sind mittlerweile breite Forstwege, andere sind ganz neu entstanden (vor über 10 Jahren), haben ihren Weg aber noch nicht in die schon mehrfach neu aufgelegte Karte gefunden.
    In meinem Wald finde ich das lustig und laufe einfach der Nase nach kreuz und quer herum.
    Auf einer Fernwanderung würde mich das sehr nerven ständig suchen zu müssen und in die Irre geleitet zu werden oder in Sackgassen zu enden.

    Gehe ich mit meiner Mutter, die nicht gerne zeltet, finde ich bei den Premiumwanderwegen immer auch Unterkünfte.
    Gehe ich alleine, kann ich mir aussuchen, ob ich nicht den Schlenker ins Dorf auslasse und stattdessen im Wald zelte.

    Trotzdem möchte ich mich nicht dauerhaft etikettieren lassen als tumber, obrigkeitshöriger, phantasieloser ... Ablatscher irgendwelcher vorgegebener Routen.
    Zwischendurch bin ich wochenlang in mancher großen Wildnis rund um die Welt unterwegs, wo es gar keine Pfade, Routen oder Bücher dazu gibt, alleine, mit Zelt, Karte (oft schlecht) und Kompass.

    Ich mag beides.

    Würde ich eine Durchquerung Deutschlands machen wollen, würde ich mich durchaus an den Premiumwanderwegen orientieren, sie nutzen und irgendwie verbinden. Da hätte ich zwischendurch entspanntes Wandern auf meist schönen Wegen und dazwischen eben freestyle.
    Hätte ich viel Zeit, würde ich auch alle Zwischenstücke wandern.
    Hätte ich wenig Zeit, würde ich möglicherweise auch nur die schönsten Stücke gehen und manche Straßenetappe trampen.
    Mir geht es beim Wandern aber auch eher darum draußen, am liebsten im Wald, zu sein und möglichst wenig Zivilisation mitzubekommen. Weniger darum eine Gegend oder ein Land mit all seinen unterschiedlichen Facetten kennen zu lernen.
    Wobei nicht ausgeschlossen ist, dass ich mir gerne mal ein hübsches Städtchen ansehe.

    Kommt halt drauf an, was das persönliche Ziel so einer Langstreckenwanderung ist.
    Kalender *Papageitaucher 2019*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  13. Alter Hase

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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #53
    Tatsächlich mache ich oft genug genau das, wodurch du dich etikettierst "als tumber, obrigkeitshöriger, phantasieloser ... Ablatscher irgendwelcher vorgegebener Routen" fühlst. Das spart Vorbereitungsarbeit. Zeit, die ich dann lieber auf die Wanderung verwende. Geistige Arbeit unterwegs, wenn man sich auf die Natur konzentrieren kann statt auf das Pfadfinden.

    Und auf der anderen Seite sitze ich im Winter begeistert an diversen Planungen und habe fast soviel Freude dran wie an der späteren Tour.

    Allerdings habe ich immer eine Karte dabei. Und wenn mir der Fertig-Weg nicht gefällt, biege ich ab, überschlage Etappen u.v.a.m.

    Ob nun das eine oder das andere Rückschlüsse auf meinen Intelligenzquotienten (tumb) zulässt oder auf meine Wahlentscheidungen - naja, das ist eben die Überspitzung, die den Text spannend macht und die Diskussion in Gang setzt.

  14. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #54


    Ja, genau, das sag ich ja.
    Oder meine ich zumindest
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  15. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #55
    Wandern auf Wanderwegen ist wie ein Buch lesen, dass jemand schon geschrieben hat, wandern auf eigenen Wegen, ist wie ein eigenes Buch zu schreiben.

  16. Erfahren

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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #56
    Man könnte auch sagen, Wandern auf Wanderwegen ist wie ein Buch schreiben, mit Buchstaben die auch andere kennen. Wandern auf eigenen Wegen dagegen ist wie das erfinden einer neuen Schrift.

  17. Alter Hase

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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #57
    Tatsächlich lese ich deutlich öfter Bücher, die andere geschrieben haben, als dass ich selber welche schreibe.

  18. Dauerbesucher
    Avatar von Igelstroem
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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #58
    Zitat Zitat von DasBushbaby Beitrag anzeigen
    Man könnte auch sagen, Wandern auf Wanderwegen ist wie ein Buch schreiben, mit Buchstaben die auch andere kennen. Wandern auf eigenen Wegen dagegen ist wie das erfinden einer neuen Schrift.
    Die Wege sind aber schon da und müssen nicht erfunden werden. Der User berniehh ist da radikaler und sucht sich von vornherein Gegenden aus, in denen weglos gelaufen werden muss, da würde der Vergleich dann eher zutreffen.

    Man könnte aber auch sagen: Wandern auf markierten Wanderwegen ist wie das Essen von Fertiggerichten, statt selber zu kochen. Man könnte sich dann in Analogie zum Deutschen Wanderinstitut ein Deutsches Institut für Esskultur vorstellen, mit dem Narrativ, dass früher die Menschen verzweifelt in Kochtöpfen rühren mussten, während ihnen heute ernährungswissenschaftlich optimierte und zertifizierte Fertiggerichte zur Verfügung stehen, die genau das bieten, was anspruchsvolle Esser wirklich wünschen.
    In Wirklichkeit ist aber etwas anderes passiert: Das aufwendige Selberkochen wird in der Mittelschicht als anspruchsvolles Hobby kultiviert. Beim Wandern macht man es sich etwas einfacher und hat weniger Lust, ohne Leitung eines anderen tätig zu werden. Deshalb verteidigt Werner das Wandern auf markierten Wegen, muss aber trotzdem zwischendurch zum Herd.
    Lebe Deine Albträume und irre umher

  19. Erfahren

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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #59
    Man könnte auch sagen das der Unterschied ob man auf fertig markierten Wegen läuft oder nicht so gering ist das alle Ideologie und Auf/Abwertung die man dort hineininterpretiert hanebüchener Blödsinn sind....

  20. Erfahren

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    AW: Fernwandern: alles durchgehen oder auch mal "abkürzen" - wie haltet ihr´s?

    #60
    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Die Wege sind aber schon da und müssen nicht erfunden werden. Der User berniehh ist da radikaler und sucht sich von vornherein Gegenden aus, in denen weglos gelaufen werden muss, da würde der Vergleich dann eher zutreffen...
    Bernie läuft sehr gern auf kleinen Pfaden. Markierungen braucht er nicht, seine Routen sucht er sich selbst zusammen. Und bei Pisten kriegt er die Krise. Die kulinarische Übersetzung überlasse ich euch, da glabe ich jetzt auch nicht, dass Bernie hilft
    Grüße von Tilmann

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