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    [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #1
    Mitreisende: Pfiffie
    Schweden 2018
    Lappland / Norrbotten
    Nikkaluokta to Abisko,via Nallo and Vistas
    05.09. bis 12.09. on Tour



    Prolog:

    So denn fang ich mal mit der Einleitung/meiner Leidensgeschichte an.

    Ich habe tatsächlich überlegt ob es sich lohnt in einem solchen Forum wie es das Outdoorforum ist, einen Bericht dieser Art ein zu stellen. Etwas aufregendes, was neues oder gar etwas was noch niemand gemacht hat, würde wohl das meiste Interesse wecken, als ein Bericht von einer Hüttentour auf einer Strecke die viele Lapplandliebhaber mit Zelt nicht mehr laufen wollen. Der Drang nach noch mehr Einsamkeit, ausgefallenes, ja schlichtweg dann auch das abheben vom Standard der Masse und der gestiegene Touristmus am Kungsleden. Ja, das ist völlig normal, wird ja sonst auch langweilig und ist auch verständlich. Keiner will ständig das selbe lesen. Also warum sollte ich das tun? Weil ich es kann 

    Wer also nix mehr davon lesen kann, kann jetzt schließen . Wer aber interessiert ist an der Geschichte und die Bilder die dahinter stecken ist herzlich eingeladen in meinem ganz persönlich erfüllten Lebensbaum mit zu reisen.

    Im Forum gab es sehr viel Hilfe für meine doch auch recht ungewöhnlichen Fragen (zuletzt wie lang die Betten in den Hütten sind). Vernünftige Antworten und PN´s gab es immer und es war mir möglich die Tour für mich persönlich richtig ein zu schätzen und zu planen. Hier schonmal vielen Dank für alle Antworten und Hinweise auch zu risiken die ich früher oder später alle berücksichtigt habe bzw. eingestehen musste.

    Die Vorgeschichte:
    Als Kind begann ich frühzeitig mit Sport, vorallem Fußball später zusätzlich im Fußballverein. Dazu war ich auch zwischendurch im Schwimmverein, Tischtennisverein und habe alles gerne gemacht was mit Bällen zu tun hat. Ich war schlank und ausdauernd und bei der Mannschaftswahl unter den ersten die in ein Team gewählt wurden. Mit 16 bekam ich im Knie einen großen Knorpelbruch (4x1,5x0,5cm) welcher auch noch 4 Wochen zu spät diagnostiziert wurde und entnommen werden musste. Da begannen die ersten 6 Monate wo ich nicht auftreten durfte. Nach weiteren 3 Operationen an der selben Verletzung mit ebensolangen Entlastungsphasen für das Knie war auch besiegelt da ich den Sport an den Nagel hängen konnte. Ja sogar wusste ich damals nicht ob ich überhaupt stehende Arbeit im Labor ausführen konnte. Da ich so aktiv vorher war und nun nicht mehr, nahm ich 50-60kg zu und bekam letzendlich durch die fehlende Bewegung Zucker. Erst viele Jahre später mit ca. 26 stieg das Vertrauen in meinem Körper und dem Knie. Das war eine schwierige Phase. Ich begann wieder Sport zu treiben. Hier gab es jetzt aber Handicaps. Knieschmerzen nach 10km Wandern und das hohe Gewicht was ich nicht unter Kontrolle hatte. Aber es ging vorwärts. Der Schaden war aber da und ließ sich nicht wegdenken. Hinknien, Springen oder gar rennen war und ist tabu für den rest meines Lebens.

    Viele Jahre fuhr ich mit der Family nach Südschweden und niemand war davon zu überzeugen mal etwas weiter hoch zu fahren „Maik das schaffen wir nich an einem Tag“ und so wuchs der Gedanke an Nordschweden immer mehr. Vor ungefähr 10 Jahren beschloß ich dann eine Wandertour mit Zelt in Lappland zu machen, kaufte ein Zelt und mottete es ein. Das Thema war groß die Ausrüstung klein, es war ein Traum der immer wieder rausgeholt und in die Schublade gesteckt wurde. Ja ein wenig feige darf man an dieser Stelle vielleicht sagen. Mein Knie....das geht nicht, was ist wenn, usw...Aber der Traum war fest verankert. Vor 3 Jahren dann in einer selischen Auseinandersetzung zwischen mir und meiner Arbeit bin ich hals über Kopf innerhalb von 2 Tagen losgefahren mit dem alten ungebrauchten Zelt auf einen Campingplatz in Dalarna/Idre. Einen 5 Eur Grill gekauft und viel zu viel anderen kram den ich teilweise bis heute noch nicht angefasst habe und verbrachte meinen bis dahin schönsten und eindrucksvollsten Campingurlaub mit Tagestouren und Angeln in Idre. Fing meine erste Äsche und war geplättet von der Natur. Lernte nette Leute kennen, sah meine erste und einzige Bärenspur und das erste mal Rentiere (gut das ich sie nicht umgefahren habe, aber es war knapp). Bei der Rückfahrt auf der Fähre flossen dann ein paar Tränen, weil ich zu tiefst traurig war dieses Land und seine Natur zwangsweise wieder verlassen zu müssen. Das war 2016 und ich war hoch motiviert. Der Plan stand.....Lappland, Trekking, Zelt, Mehrtagestour. So begann ich für 2017 zu planen informierte mich über die Begebenheiten, schaute Videos, lass Berichte. Ja sogar ein Video wie man einen Trekkingrucksack richtig einstellt usw... Ich war heiß wie eine Frittenbude. Meine Freunde waren schon genervt, da ich ständig davon erzählte andere begeistert das ich das durchziehe.
    Nach den ganzen Training hatte ich das laufpensum auf mind. 20km bekommen ohne stechende Knieschmerzen zu bekommen. Heute halte ich sogar 30km ohne Rucksack für möglich, aber maximal nur 1 Tag am Stück.
    Ja aber der Fette Große hatte Probleme die er bisher garnich aufn Schirm hatte. Regenkleidung und Sachen in 6xl, gute Wanderschuhe in Größe 51 und alles zusammen in einen Rucksack der diese Volumina aufnimmt. Naja, ja ich bin ein Anfänger. Ich fuhr dann 2017 nach Trainingstouren ohne Rucksack erstmal in den Skulenskogen Nationalpark und wollte bevor ich weiter fahre dort eine Testtour machen mit Rucksack und Zelt. Voll Motiviert fuhr ich über Nacht von Südschweden über Stockholm ca. 1100km in den Skuleskogen und startete meine erste Zelttour früh um 5:30Uhr. Ca. 6Uhr auf einer Bowle stehend drehte ich mich um und mich riss es von der Bowle runter. Das Trägheitsmoment vom Rucksack hatte ich wohl unterschätzt und das Desaster nahm seinen lauf. Das Beckengurtprovisorium war scheiße, der Rucksack rutschte immer wieder runter und einer der beiden Klippse sprang alle 100m auf. Die folge waren weißlich eingeschnittene Schultern, starke Knieschmerzen und ein frustrierter Maik. Nach einigen kilometern war dann auch klar das mein Vorhaben 2017 gestorben war. Fuhr an dem Tag nochmal 300km auf einen komischen Campingplatz und war einfach nur leer im Kopf. Ich wusste nicht wohin und wie es weiter geht. Eigentlich wollte ich Heim, es fühlte sich wie ein verlorenes Spiel an. Das durfte einfach nicht wahr sein, warum ich, warum darf ich nich 70kg wiegen 175cm groß sein und einfach ein normaler Mensch sein wie jeder andere auch. Man kann in kein Schuhladen, man kann sich nirgends was kaufen wo man mal die Wahl hat. Was bin ich nur für ein Mensch. Mir gingen ganz schlechte gedanken durch den Kopf und alles war sinnlos. Ein geschlagener Mann.

    Ja nun war ich aber einmal da. Es ging in den Muddus wo ich am Entré mein Zelt auf stellte und so tat als wäre ich ein Trekker. Machte Feuer und meine Laune wurde von Minute zu Minute auch wieder besser. Begrüßte die 2 Spechtpärchen die bis auf 5m ran kamen und spürte die Ruhe um mich herum. Gegen 22Uhr, es war schon recht dunkel, hörte ich ein pfeifen. Und nochmal, aber ganz woanders her und wieder. Jetzt hatte ich Angst, die Polen überfallen mich und pfeifen sich zu wann sie zugreifen. Ein Horrorfilm spielte sich im Kopf ab, jedes Pfeifen kam aus einer anderen Richtung. Plötzlich stand ein Trekker vor mir in Traumtrekkingmaßen natürlich (170cm, 70kg, Schlank wie ne Feder) „Hi, ist heute hier ein Pärchen durch gekommen“? Ich bejate dies und sagte ihm das ich sie in der Nähe des Wasserfalls gesehen habe und das er da jetzt im Dunkeln nicht mehr hingehen sollte, weil es gut 7km sind. „Kann ich mein Zelt hier aufstellen“. Wir kamen ins Gespräch, er erzählte das er 300km den Kungsleden gelaufen ist und die 2 getroffen hatte. Er machte aber in Kiruna ein Tag pause und wollte dann die beiden wieder einholen. Es gab Essen, er war sehr bemüht und hungrig so wie er sich verhielt. Schüttete Nudeln, Instantpulver und Köttbullar in seinen Topf und meinte „Endlich was richtiges zu essen“....das fand ich ja nur garnich so, aber als er erzählte das es die letzten Wochen nur Müsli und Kartoffelbrei gab glaubte ich ihm. Und da gab es wieder so einen Funken in mir. Nächstes Jahr...genau Kartoffelbrei und Müslie, das ist nicht so schwer....jojo und alle selbstkritik und bedenken waren auf einmal verschwunden. Er musste viele Fragen beantworten und ich legte ein paar scheide nach bis wir in den Zelten verschwanden. Es fühlte sich an als wenn ich dazu gehöre, das war ein tolles gefühl, auch wenn es nicht so war in wahrheit.
    Anschließend schaute ich von der Strasse bei Surova nochmal in den Sarek und fuhr nach Idre auf den Campingplatz, aber nicht ohne Ljungdalen, Flatruet, Ammarnäs (2x) zu besuchen. Naja Ergebnis waren 2 Platte Reifen und 300Eur Abschleppkosten Plus 2 nagel neue Reifen  für 400Eur und vom ganz am Anfang noch 200Eur für den scheiß Partikelfilter.
    Daheim angekommen registrierte ich mich bei Euch ODS´lern und ich war wieder heiß. Beckengurt verbessern, Rucksackgewicht reduzieren, Packliste, Fragen über Fragen. Ihr kennt sie . Das Motto, steht zum einen in meiner Signatur was aus der Vorgeschichte geboren war und ein noch „Jetzt erst recht“ „Aufgeben ist was für Feiglinge“ etc.. Naja der Phönix aus der Asche würde ich jetzt teatralisch schmunzeln um zu übertreiben.

    Aber wie einige ja wissen blieb das Zelt daheim. Ich musste einfach einsehen das dieses hohe Rucksackgewicht für meine Gesundheit und den Erfolg auf die Probe stellt und das mein Vorhaben zu 100% zum scheitern verurteilt (nicht zuletzt auch durch die Erfahrung bei größeren Trainingstouren über mehrere Tage dieses Jahr). Schnell war alles umgemodelt, die neuen Fragen gestellt und die Tour entsprechend eingerichtet/geplant und weil ich der Maik bin gleich noch eine zweite Tour geplant (Ammarnäs Hemavan), weil jetzt bin ich ja Ultralight unterwegs, yeahhh. Der Held vorm PC im Zaubertraumbaumland. Nackte selbstüberschätzung in grenzenlosen Überfluss und nicht kritikfähig, fast schon Bockig.

    Die Vorgeschichte ist lang und das war bei weitem nicht alles, aber das ist schon viel....das liest doch keiner . Aber ohne diesen Hintergrund, wird niemand verstehen was es für mich persönlich für eine Herausforderung dargestellt hat und was das für mich ganz persönlich bedeutet.

    Mit Zelt und allen drum und dran werde ich nie eine Mehrtagestour in dieser Form durchführen können. Und hier stellt sich die Frage: Passe ich in dieses Forum? Passt das Forum zu mir? Eine Zentrale Frage für mich die mir auch auf der Tour durch den Kopf ging.

    Die Frage kann ich heute auch nicht beantworten, man wird sehen. Was das Trekking angeht, ist das für mich ein sehr emotionale Sache, aber:

    -ich laufe gern
    -bin gern in der Natur
    -mag durchaus die Einsamkeit
    -möchte mich mitteilen
    -mag Foren die sich mit meinem Hobby auskennen
    -möchte gleichgesinnte kennenlernen

    Aber ich bin anders als die Meisten 

    So what!

    Die Planung: Ich gehe jetzt hier nur auf die Schlußplanung ein, sonst muss ich Euch erzählen das die 2. Tour Ursprünglich in Kvikkjokk anfing und ca. 25km westlich von der Parekstuga im Sarek endette. Was man zu Hause alles im Kopf läuft....wahnsinn.

    Tag 1 Samstag: Fahrt nach Travemünde einchecken auf die Fähre nach Helsinki

    Tag 2 Sonntag: Bootfahren, Brunchen und Formel 1 schauen

    Tag 3 Montag: Ankunft Helsinki, Sightseeing und Checkinn Cartrain nach Kolari

    Tag 4 Dienstag: Ankunft Kolari, Ankunft Kiruna Airport, Ankunft Nikkaluokta
    Tag 5 Mittwoch (1): Trekking nach Kebnekaise
    Tag 6 Donnerstag (2): Trekking nach Singi
    Tag 7 Freitag (3): Trekking nach Sälka
    Tag 8 Samstag (4): Trekking nach Nallo
    Tag 9 Sonntag (5): Trekking nach Vistas
    Tag 10 Montag (6): Trekking nach Allesjaure
    Tag 11 Dienstag (7): Trekking nach Abiskojaure
    Tag 12 Mittwoch (8): Trekking nach Abisko
    Tag 13-15: Reise nach Idre (nicht im Bericht enthalten)
    Tag 16-29: Idre-Grövelsjön Tagestouren (nicht im Bericht)
    Tag 30-33: Heimreise (nicht im Bericht)

    Die Hütten und Kebnekaise habe ich alle Online vorgebucht. Auf der STF Seite gibt es Hüttenpakte wo die einzelnen Hütten zugeordnet sind für ganz Schweden. Man gibt ein Startdatum ein, die Anzahl der Personen und die Anzahl der Übernachtungen. Vom Startdatum an gilt die Buchung für 14 Tage davor und 14 Tage danach. Dann ist es wie auf dem Jakobsweg, Buchung ausdrucken und die Übernachtungen abstempeln lassen. Bei einer Hüttentour lohnt sich die Mitgliedschaft, die Mitgliedskarte muss man dabei haben wenn man Online auch Memberpreise ausgewählt hat.
    Schaut genau bei den Paketen welche Hütten dazu gehören, gerade wenn man vll vom Kungsleden abweicht!

    Zug und Fähre waren auch alle vorgebucht, wie eigentlich alles was man vorbuchen kann.

    Fähre mit 4er Aussenkabine ca. 420Eur ohne Kabine 220Eur cirka. Es geht auch billiger. Das Essenpaket für 55Eur war gut. Früstück Samstag und Montag, Brunch 9-13Uhr am Sonntag, Abendessen am Sonntag incl. Freibier (anderes natürlich auch)

    Zug 220Eur mit eigener 2 Bettkabine incl. das Auto

    Selbstgefahrene Kilometer bis Kiruna Airport ca. 800km, also mehr als entspannend, aber doch schon decadent 

    Geändert von Pfiffie (04.08.2019 um 21:00 Uhr)
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

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    Avatar von blackteah
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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #2
    Hi, ich finde deine Einleitung liest sich sehr gut und ich finds interessant!

    Und bezüglich deiner Zweifel ob du hier ins Forum passt: Ich sehe nicht wirklich den Unterschied von einer Hüttentour in Lappland oder einer Hüttentour in den Alpen . Die Hauptsache ist doch, dass man gerne draußen ist und da irgendwas macht

    Bin schon gespannt wie es weiter geht und ob alles so geklappt hast, wie du es dir gewünscht hast.

  3. Erfahren

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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #3
    Hej hej, freut mich, dass Du die Tour von Nikkaluokta bis Abisko wie geplant gehen konntest!
    www.lustwandler.at
    Trekking in Schweden, Norwegen und Island
    Letzte Tour: Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #4
    Ein Nachschlag hab ich noch zusammen bekommen. Seid mit den Fotos bitte nicht so kritisch, ich bin Hobbyist und hab eigentlich kein Ahnung was ich da tue

    Anreise:

    Es war Freitag der 31.08., nur noch einmal arbeiten dann habe ich endlich Urlaub. Der Tag war ganz einfach: Aufstehen Essen kurz arbeiten Essen Feierabend

    1. Frühstück und Mittag gibt es weder früher noch später.
    2. Mittag ist Feierabend
    3. Mittag ist Feierabend
    4. Mittag ist definitiv Feierabend

    Mittag war Feierabend. Die Packliste in der Arbeitstasche und einkaufen gefahren. Die Aufregung war für mich als super erfahrener Trekker überhaupt nicht zu spüren, eigentlich schon fast langweilig. Nein es war jetzt schon ein Gefühl in der Luft was sich kaum beschreiben lässt. Das hat man nur wenn man verliebt ist.
    Abends machte ich die Müslipackungen fertig und Packte den Rucksack einmal komplett so das ich ihn in Kiruna nur noch aus dem Auto heben brauchte ohne noch etwas raus oder rein tun zu müssen. Für die anderen Wochen war dann auch noch etwas Essen und Sachen zu packen und das kam dann Samstag vormittag alles ins Auto incl. Waagenheber, Vollwertiges Ersatzrad und kleinkram dafür. Ich bemühte Google nach Straßensperren und Baustellen und entschied mich am Samstag Nachmittag dann doch für die Route von Thüringen über Berlin nach Travemünde.

    Die Fahrt verlief ohne Probleme, ohne Stau mit ein paar Baustellen ganz gut.

    Auf der Fähre wurde erst mal das Zimmer bezogen, es war für eine Fähre riesig. Doppelbett, Bad mit Klo und Fernseher und Fenster, Couch. Fernseher mit deutschen Sendern....ok braucht kein Schwein, aber schön wars trotzdem. Jetzt das Schiff erkunden, verdammt sind die Decken niedrig und schon hatte ich den ersten Stopfen der Sprengleranlage im Kopf, aua. Die restliche Zeit auf dem Schiff lief ich dann mit seitlich abgeknickten Kopf durch die Gänge. Hatte ich den Kühlschrank schon erwähnt?...Da kam erstmal das ganze Bier rein. Radeberger aus der Dose.

    Das Zimmer auf der Fähre







    Nach einer angenehmen Nacht stand das Frühstücksbuffet an, was qualitativ zwar eher in der Mitte zu sehen ist, aber es war sehr reichhaltig und es hat nichts gefehlt. Ah hatte ich erwähnt das es ein Brunch war und ich dann nun 2h später nochmal hin musste....da gabs ja dann das warme Zeug. Dazu am reservierten Tisch eine Wunderbare aussicht aufs Fjäll....hust....Wasser. Nur Wasser. Wasser mit hugeln. Wasser mit saum und keine Möwen.





    Nun hieß es weiter Bootfahren und gegen Nachmittag bemühte ich dann doch mal den Fernseher...cool heute kommt ja Formel 1, naja keine Ahnung wer gewonnen hat, ich bin eingeschlafen und so zog sich das bis Helsinki dann auch hin. Zwischendurch das Abendessen und den Wanderführer nochmals die Tour durchgelesen. Vielleicht hatte ich ja was überlesen.

    Am Ankunftsmorgen wollten alle gleichzeitig Frühstück und ich war genervt das um den Kaffeautomaten alles klebte und 70% der Meute dachte sie bekommen nix mehr. Also Kaffe ziehn schnautze halten rauf laufen eine Rauchen bis die wilden Bootsfahrer verwildert waren.

    Helsinki Hafen




    Dann ging alles sehr schnell, Land in Sicht. Ein Küste mit Schärenfeeling und im Hintergrund sowas wie eine Skyline incl. Containerhafen von Helsinki. Das Wetter war unwolkig und ich vermisste meine Sonnenbrille die natürlich im Auto ganz sicher vor Kaputtgehen lag. Wenig später im Auto durfte ich dann doch mal vom Schiff fahren bis zur Kontrollstation. Der gute Polizist hatte schon alle durchgewunken und hob nun unverständlicher weise bei mir die Hand (Erinnerungen von Helsingborg wurden in mir wach wo ich auch das einzigste Auto war was kontrolliert wurde von 4 polizisten mit Handschuhen). Sofort war ich nervös, alte angewohntheit. Unschuldig aber so aussehen als hätte man was ausgefressen. Naja das Spiel begann „Ausweis trallala“ „Wo wollen sie hin?“ Ich: kurz nervös und trocken: Nach Schweden! Und glotze ihn jetzt schweigend an. Er sagte nix, hob die Augenbraun, sichtbar unzufrieden mit der Antwort. Sofort ging mir was komisches durch den Kopf. Du bist grade von Travemünde nach Helsinki gefahren und dem Mann zu sagen das du nach Schweden willst. Jetzt guckte ich den Polizisten noch dümmer an und konnte mir dann das lachen nicht mehr zurück halten. Das war zu dämlich als das es stimmen könnte. Er lachte nicht und ich noch mehr. Ich drückte mir dann recht schwer raus das ich mit dem Autozug nach Kolari will und dann nach Kiruna fahren möchte. Jetzt lachte er genauso und ließ mich Gott sei Dank weiter fahren. Aber das war zu komisch, ich machte mir noch einige Zeit gedanken was er wohl gedacht hat an welcher Stelle. Da fährt einer 29h nach Helsinki obwohl er in 45min hätte in Schweden sein können. Die Sache stinkt, hat er ganz sicher gedacht 

    Das wichtigste war jetzt die Autoverladestation fürs Auto zu suchen. A hatte ich keine Ahnung wie das alles von statten geht und B war alles unbekannt. Es sollte sich auch bestätigen das es gut war gleich früh da hin zu fahren, denn ich suchte wirklich eine weile und musste letztendlich trotz Karte nachfragen. Dort konnte ich das Auto dann abstellen und die 300-400m zum Bahnhof für Personen laufen „Passilla irgendwas“. Tagesticket gekauft und mit dem Zug ins Centrum gefahren. Insgesamt sollten es tatsächlich laut meinem IP7 15 gelaufene Kilometer gewesen sein. Durch die sehr warmen Monate Juni, Juli und August bin ich da nicht wirklich viel gelaufen und ich verspürte nun das Gefühl doch noch bischen in fahrt zu kommen, somal ich auf dem Schiff nur rumgelegen habe. So war ich an einem See drumrum und kreuz und quer durchs Centrum. Setzte mich in so ein Kaffebiergarten und trank 2 Latte, ein mit Karamel ein mit Vanille.

    19 Uhr hieß es dann Auto aufladen was ich selbst tat und dann wieder in sehr gebückter Stellung diese Wellenförmigen Rampen vom Zug wieder runter zu laufen. Um 21 Uhr auf dem Personenbahnhof dann kam auch der Nachtzug und ich bezog das Abteil. Ok sagen wir Abteilchen. Denn die Arme konnte ich nur zum Fenster hin ausstrecken und beim umdrehen musste ich Fetter Kerl aufpassen das ich nicht stecken blieb. Das obere Bett ließ sich nicht hochklappen und ich fing an Ölsardiene in der Dose zu spielen. Zumindest konnte ich im Bett die Beine ausstrecken.













    Eigentlich dachte ich der Zug fährt durch, aber der hielt in der Nacht gefühlt an jeden Kackbahnhof und die Leute die einstiegen oder raus wollten war es anscheint egal das hier auch welche schliefen. Ganz ab davon das wenn der Zug bremste ich durch das Bett rollte. Naja trotzdem eine interessante Erfahrung und es waren nur 14h.

    In Kolari Finnland angekommen ausgestiegen und auf das Auto mit Zug gewartet. Später dann rauf und mit dem Auto runtergefahren. Jetzt war ich schon nördlich vom Polarkreis 220km von Kiruna weg und hatte durch die Zeitverschiebung fast 5h Zeit um den Bus in Kiruna am Flughafen zu bekommen. Mir war etwas unwohl, weil ich dem letzten Jahr noch die Baustellen im Kopf hatte, wie zum Beispiel die 50km nach Jokkmokk auf Schotter den man wie im Schneematsch gefahren ist. Aber es sollte keine einzige Baustelle kommen. So kam ich mehr als rechtzeitig am Flughafen an und stellte das Auto auf den Long Turn Parkplatz ab. Hier durfte man Parken und hier war es sicher, man weiß ja nie. Ich sah ein haufen Leute mit großen und kleinen Rucksäcken. Normale Touristen waren hier fehlanzeige. Manche lagen irgendwo rum, andere erzählten heftig und wieder andere spielten Tiger im Käfig und liefen von rechts nach links. Ok Zeit fürn Bier, trappte zum Auto zurück holte mir ne Büchse Bier und ließ mich in der Raucherbushaltestelle nieder. Da warn aber auch echt hübsche Mädels hier, dachte ich mir irgendwann. Ich war der einzige dicke .

    Der Zeitpunkt der Wahrheit kam, ich holte den Rucksack. Oh Gott ist der schwer, ich begann nach den 100m zurück zur Haltestelle zu schwitzen. Wer hat denn das Ding gepackt? Sofort überlegte ich: Kann man hier noch was raus tun? Ich lief zum Auto zurück und tat ein paar tütchen Suppen raus, halbierte die Trekkingessen eine Unterhose weniger und 1 paar Socken verließen auch noch den Rucksack.

    Gefühlt war der Rucksack noch genauso schwer wie vorher, aber ich redette mir ein er ist jetzt leichter und ging voller Stolz zur Haltestelle zurück. Mittlerweile waren die ganzen Leute weg bis auf ein Frauchen das auf der Holzbank und auf 30cm Breite Bank zu schlafen schien. Wie macht die das? Unglaublich! Die fällt doch bald runter! Ich überlegte was ich mache wenn das passieren sollte. Auf jeden Fall nicht laut lachen und wenn es schlimm aussieht fragen ob sie hilfe braucht.

    Der Bus kam und ich merkte das sich doch noch 4-5 andere irgendwo versteckt hatten. Der Nikkaluoktaexpressen. Alle taten ihre Rucksäcke rein und los gings. Der Busfahrer fuhr wie ein Hänker, war wohl die letzte fahrt heute, lach. Immer wieder reckte ich den Hals nach den Bergen....wann sieht man die denn, und plötzlich machte der Hänker eine Vollbremsung und ich sah die ersten 3 von insgesamt 7 Rentieren der Tour. Alle 3 blieben unversehrt und der Hänker gab wieder Gas.

    Nach irgendeiner Kurve sah ich dann die Berge die hinter Nikkaluokta hochragten an deren Fuß die Fjällstation vom Kebnekaise liegt. Mir wurde unmissverständlich klar das ich meine Luxusartikel, ohne mein Auto und einem zu schweren Rucksack in einem Bus saß der mich genau dort absetzt wo ich gerade hinschaue. Ein „Es gibt kein zurück mehr Moment“. Dieser Moment war komischer sehr emotional, mir gingen verschiedene sachen durch den Kopf, Glücksgefühle und selbstzweifel zugleich. Man du bist hier, geht das wirklich, hast du dir nicht zu viel vorgenommen, da sind die Berge und da läufst du übermorgen dran vorbei. Geht das wirklich mit den Hütten, bekommst du da Platz, musst du mal oben schlafen, wie wird das alles Funktionieren. Das war Kopfachterbahn.

    Ich stieg aus, hier war einiges los, zwei Hände voll Wohnwaagen und einige Leute, aber keine Massen wie beim Konzert. Ich schleppte mich mit meinen Rucksack in die große rote Hütte wo es wohl den Schlüssel für die Stuga gab die ich gebucht hatte. Überall standen Rucksäcke und stöcker, ist das ein Outdoorladen hier? Mein Rucksack fiel garnich auf, nur ich selbst und deswegn fühlte ich mich sehr unbehaglich. Kannte es eben nicht und die Leute kannte ich schon garnich. Einige Grüßten „Hej“ andere lachten und sahen sehr entspannt aus. Die gute Dame gab mir den Schlüssel und ich war froh das ich erst mal ganz in ruhe in der Stuga saß und luft holen konnte. Das war zu aufregend grad, also nicht das es an den Leuten lag, aber es war befremdlich. Wie ein Kind das das erste mal in Kindergarten geht.

    Ich packte den kompletten Rucksack aus und da kamen die beiden männchen recht und links am Kopf. Das eine „Alles wird gut“ das andere „Du wirst sterben“. Ich ging aus dem Haus und erforschte die Gegend. Lief zur Kapelle und genoß bei vollen Sonnenschein den Anblick der Berge, ich lief in die andere Richtung ein Stück die Strasse lang, aha hier wäre das Vistastal gewesen und da wärst du lang gelaufen wenn du ein Zelt mit hättest. Ich lief zum Beginn des Kungsleden bzw. Diese roten Holzstangen da...war ja hier nicht der Kungsleden. Hier sind also vor 3 Wochen die Massen an Trekkern gestartet. Viele Birken waren schon komplett gelb und man sah das Bunte Fjäll, es war Herbst. Bis zur Bootsanlgestelle waren es 5km. Ich lief Stück und noch ein Stück, schließlich waren es dann noch 1,5km bis zum Bootsanleger und ich kehrte um, da es kalt und dunkel wurde. Auf dem Rückweg bewegte ich mich sehr leise um vielleicht doch einen Elch zu entdecken, das blieb aber nur ein Wunsch, auch hatte ich auf dem ganzen Weg keinen Kot gesehen.

















    Angekommen an der Hütte schwirrte mir abermals das Rucksackthema im Kopf rum, es ließ mich nicht in ruhe und war für mich persönlich definitiv ein Alarmzeichen. Mir wurde bewusst das da noch mehr raus muss, aber die teuren Sachen die man nicht essen kann kannst du jetzt nicht mehr raus tun. So flogen dann 1,6kg Müslie und der Rest der Trekkingessen bis auf 2 aus dem Rucksack. Es muss leichter sein, egal dann kauf dir halt das Essen. Die Trekkingessen stellte ich ins Regal, da hat sich sicher jemand drüber gefreut. Mehr ging nicht raus, mehr sollte nicht raus. Ich war erstmal zufrieden und ging einigermaßen beruhigt ins Bett. Im weiteren Verlauf der Tour sollte dann auch noch die Gaskartusche in irgendeinen Hüttenschrank verschwinden.



    Ich war nun da und morgen zum 05.09. ging es los. Der Rucksack optimiert, jetzt merkte man wirklich das er leichter war (jo na klar, super leicht). Die Nacht brach rein und ich schlief sehr gut.

    Ps: ich kann erst nächste Woche weiter schreiben, Mutti hat Geburtstag am Wochenende 
    Geändert von Pfiffie (07.10.2018 um 18:01 Uhr)
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

  5. Dauerbesucher

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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #5
    Moin Piffie,
    Du berichtest von einer Ladestation in Helsinki. Warst Du mit einem Elektro- oder Hybridauto unterwegs? Die Anreise mit der Bahn über Finnland ist, aus meiner Sicht, unkonventionell. War das Deine erste Tour über diese Route? Würdest Du es, vor dem Hintergrund Deiner heutigen Erfahrungen nochmals machen? Trotz Größe und Gewicht bist Du ja auf der Fähre, im Zug, im Bus und in Auto und Stuga gut klar gekommen.
    In Bezug auf Deinen Packlistenfaden: wo hast Du Geld gezogen?
    Ich stelle diese Fargen weil ich mehrfach p. A. nach Nordschweden Reise und demnächst einen ähnlich großen Reisebegleiter haben werde.
    Vielen Dank für Deine Antworten.

  6. Erfahren

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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #6
    Hör' bloß nicht auf zu schreiben. Ich möchte unbedingt wissen, wie's weiter geht.

  7. Gerne im Forum

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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #7
    Zitat Zitat von Bulli53 Beitrag anzeigen
    Du berichtest von einer Ladestation in Helsinki. Warst Du mit einem Elektro- oder Hybridauto unterwegs?
    Ich würde annehmen, dass damit die Bahnstation gemeint ist, an der die Autos auf den Zug aufgeladen werden.

    Das ist sehr spannend und amüsant und überhaupt gut geschrieben. Vielen Dank fürs Berichten!
    Toll, dass Du das durchgezogen hast, Pfiffie - ich freu mich schon sehr auf die Fortsetzung!

    Edit: Und an den Fotos gibt es auch überhaupt nichts auszusetzen, finde ich - ganz im Gegenteil!
    Geändert von Roiber (06.10.2018 um 11:01 Uhr)

  8. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #8
    Hochspannend zu lesen, gut geschrieben. Fotos sind schön, Du wirst Dich auch noch später an dem Bericht - und den Rückmeldungen - freuen. Weiter bitte.
    Geändert von vobo (06.10.2018 um 11:46 Uhr)

  9. Alter Hase
    Avatar von codenascher
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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #9
    Toller Bericht bisher! Mit deiner "Vorgeschichte" kann ich dich echt nur beglückwünschen und hoffe du hast eine tolle Tour gehabt und wirst zukünftig weiter outdoor frönen. Ich werde gespannt mitlesen.

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

    meine Weltkarte

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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #10
    Also wenn die nicht in allen Hütten die gleichen Bilder hängen haben, dann waren wir in der gleichen Hütte in Nikkaluokta
    [https://lustwandler.at/2017/09/04/ta...ch-nikkaluokta]
    Geändert von bourne (07.10.2018 um 21:36 Uhr)
    www.lustwandler.at
    Trekking in Schweden, Norwegen und Island
    Letzte Tour: Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #11
    @Bourne: Dein Link geht nicht aber ich hab es gefunden. Ja ist genau die selbe Hütte, Nummer 2, wasn Zufall

    @Codenascher: Jo, wäre ich fast schon beim Fazit, aber ja, ich überlege bereits was man noch so anstellen kann und zwar zu Fuß über mehrere Tage

    @Bulli: Ich werd es mal Ändern, gemeint ist die Autozugverladestation und es war das erste mal über diese Route. Sie ist Teuer, sie dauert durchaus länger, aber du hast 3 Tage entspannten Urlaub obwohl du reist. Bis auf die noch teureren Hurtigruten die mir einzige bekannte Möglichkeit da hoch zu kommen mit seinem eigenen Auto ohne viel fahren zu müssen. Das Auto war mein Exit, denn egal was geplant war, ich war damit 100% Flexibel und hätte irgendwo hinfahren können wo ich wollte unabhängig von Bussen Zügen die vll nur einmal am Tag fahren. Im Hinblick auf das letzte Jahr habe ich die höheren Kosten deswegen gerne in kauf genommen.

    Würde ich mit der jetzigen Erfahrung nochmal so reisen. Nein! Denn jetzt nach 3 Jahren kenne ich das Land einigermaßen da oben, ich weiß wo ich hin will, ich weiß was mich erwartet. Die Flexibilität in dieser Form wäre nicht mehr notwendig. Würde ich die Route empfehlen: Definitiv ja, aber du hast recht sie ist unkonventionell, aber bei bei 4,5 Wochen Urlaub eigentlich dann auch egal . Das muss jeder für sich entscheiden. Für Trekking und Auto eine total entspannte Anfahrt. Du musst sonst 2600km von mir aus selbst fahren, so waren es 800km bis Kiruna.

    Geld habe ich dort keins gezogen, da meine Family dann doch für mich hier was zu einem teuren Kurs geholt hatte und nun war es einmal da. Zudem hatte ich zwischen Kolari und Kiruna Flugplatz nur 4,5h Zeit und wollte vermeiden noch nach Kiruna rein fahren zu müssen. Wenn man die Hütten allerdings vor bucht reicht die Kreditkarte. Ich hab 300-400Kronen Bargeld ausgegeben obwohl ich bei allen Shops eingekauft habe. Also vom letzten jahr 500-1000Kr aufheben und gut ist.

    Was uns als große Menschen immer wieder grübeln lässt, so war meine Erfahrung sehr positiv. Auf dem Schiff und im Zug konnte ich die Beine ausstrecken, im Bus war der Platz knapp. Eine Busfahrt von mehr als 2h würde ich vermeiden wollen. Auf den Hütten war unerwarteter weise in den Betten genügend Platz. Außer auf der scheiß Kebnekaise Fjällstation, die waren gefühlt 180cm lang und ich bin kaum wieder aus gekommen und hab mir jedes mal den Kopf gestoßen. Lag da drinne wie in einer Badewanne. Insgesamt kommt man gut zurecht, nach meiner Erfahrung jetzt. Schwerpunkt war aber auch "Früh laufen, Früh da sein, Auswahl haben". Denke es wäre aber auch so ganz gut gegangen, nur oben schlafen wäre für mich der Horror gewesen


    @All

    Danke für Sterne , es geht auch bald weiter. Die Dramatik mit Essen, Rucksack und Co. und Aufregungen wird aber sichtlich abnehmen. Also wer jetzt erwartet das ich hungernd Meter um Meter in der Dunkelheit ankommend quäle, mich verlaufe und eine Lebensparthnerin finde (und da kamen einige in Frage), liegt falsch .

    Gruß Maik
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #12
    05.09. Nikkaluokta-Kebnekaise ca. (18km)

    Da Nacht war gut, ich habe entspannt geschlafen, da ich am Vortag Nachmittag noch gut gelaufen bin. Die healthApp vom Handy sagte 12,9km.
    Es war 05:30 und mich hielt es einfach nicht im Bett. 18km standen an und wusste nicht wie lange ich dafür brauche, wie der Weg ist und überhaupt hatte ich wenig Ahnung was nun wirklich passiert. An den Rucksack und dem drumherum wollte ich garnich denken. Da halfen auch die vielen Videos nicht...die sind ja alle geschnitten. So sprang ich auf und begann mit dem Frühstück, ich hatte ja noch sehr viel Müsli und bevor ich verhungere haute ich mir gleich 2 Tagesportionen rein und war pappsatt. Ich fand dann auch das dieses Milchpulver (Eiweisisolate (85% Eiweiß) mit Vanillegeschmack) irgendwie nicht mehr so schmecken wollte und war dann ganz froh das ich es auf der Tour nicht mehr essen brauchte. Schnell war die Hütte aufgeräumt und der Rucksack gepackt. Ich lief ein Schritt vor ein zurück und spielte Wackeldackel. Irgendwas vergisst man immer, nur heute nicht, ging mir so durch den Kopf.
    Draussen war es kalt, auf den Autos sah man den Reif und irgendwie schien ich auch der einzige zu sein der hier gerade rumspringt. Ich schnappte mir den Schlüssel und ging mit kräftigen Schritten zur Rezeption. What? Geschlossen? Wasn hier los, nicht mal Licht drinnen und kein Briefkasten in sicht. Jedenfalls fand ich keinen. Ok egal...ich will los, Schlüssel in die blöde Hütte und ne Email geschrieben, fertig. Die ersten 4,5km kannte ich ja schon. Schöner Schotterweg, schnell zu laufen und ich war hoch Motiviert. Nach den ersten Schritten bekam ich auch das Gefühl „Es geht, passt“. Und so schlenderte ich bei Sonnenaufgang und blauen Himmel alleine durch die Stille des Birkenwaldes und guckte jetzt natürlich wieder nach Tieren. Wo ist der Bär, wo ist der Elchbock, wo sind eigentlich die Hunderschaften an Rentieren. Ich laufe doch jetzt hier lang und ich bin auch ganz leise. Naja, gibt es eben nicht auf Bestellung.
    Nach etwa 3km schwitzte ich dann doch schon ganz ordentlich und der Rucksack wurde immer schwerer. Oookaaaay, Pause ist doch was schönes und ich fand auch gleich eine schöne Stelle dafür. Packte meinen Kocher aus und Kochte mir den ersten Tee des Tages, dafür hatte ich ihn ja extra eingepackt und es jedem erzählt.

    Pausenplatz


    Sein wir mal ehrlich......den Rucksack fasste ich 10min nicht an, schnappte mir lediglich die Flasche Wasser, hollte eine Ziggi raus, ließ mich irgendwo fallen und bewegte mich nicht mehr. Der Kocher bleib im Rucksack und der Teebeutel wurde älter.

    Die Landschaft war herrlich und so alleine in den erleuchteten Birkenwald mit allen möglichen Herbstfarben fühlte es sich sehr geborgen an. Ich atmete einmal tief durch und war glücklich. Es hat begonnen, ich mach das tatsächlich. Beim einatmen bleib mir dann 2-3mal etwas die Luft stehen und ich musste grinsen. Ein Gefühl wie wenn man an der Dönerbude an der Reihe ist und nach 20min endlich seinen Döner bekommt.
    Die Ohren waren gespitzt, aber ich hörte nichts, nur den Bach.





    Die Sonne war jetzt schon ganz gut oben und es wurde wärmer. So entschloß ich mich mit T-shirt weiter zu laufen, schulterte meinen Klumpen Stoff und ging weiter. Später gelangte ich an den Bootsanleger und laut den Schildern war er 5-6km weg. Ich war schon ziemlich im Eimer und durchgeschwitzt. Die Knie hielten aber die Hüfte schmerzte, da ich den Beckengurt mit Provisorium ja unterhalb des Beckenknochens tragen musste wegen meinem Bauch. So drückte bei jeden Schritt die Pobacken gegen den Beckengurt und weil er auch sehr fest war drückte der Beckengurt auf das Hüftgelenk. Das war ich nicht gewöhnt.
    Es war wohl so um 9 und bis dahin hatte ich noch niemanden auf der Autobahn gesehen. Ich schaute auf den Bootsabfahrplan, 09:30. Ach dachte ich....du musst dich doch nicht gleich so fertig machen am ersten Tag und das ist das einzige Boot mit dem du auf der ganzen Tour fahren kannst und das bei dem Wetter. Es reicht wenn du am Ende die langen Etappen schaffst. Jetzt ist es wichtig erst mal rein zu kommen. Gedacht und schon ungewollt ausgeführt saß ich in der Bootswartehaltestelle und war etwas traurig das LapDonalds noch zu hatte. Der See war Smaragdgrün und wenig später war er spiegel glatt. Wahnsinn dieser Anblick und ich schaute auf die Berge beim Kebnekaise. Das war noch ganz schön weit weg dachte ich. Machte ein paar Fotos und hörte wenig später jemanden kommen. Der Kapitän war da und ich hatte kein schlechtes Gewissen nun ein Ticket zu lösen.













    Ich stieg ein und dann ging es los. Einziger Fahrgast, toll, alle Plätze meine. Ich sprach mit dem Kapitän über das tolle Wetter, er war auch sichtlich begeistert. Da stand er dann auch da und machte mit dem Handy während der Fahrt vorne raus Fotos. Da war mir sofort klar was ich für ein Glück hatte bei diesem Wetter an dieser Stelle sein zu dürfen wenn der Kapitän Fotos von Landschaft macht die er das ganze Jahr sieht.



    Er gab Gas und mich drückte es dann doch in den Sitz. Der See war schnell durchquerrt und nun raste er durch das Flußdelta. Das Boot schaukelte von rechts nach links und ich musste mich ganz schön festhalten. Alte Birkenzweige markierten die tiefen Stellen und er hatte wohl ganz schön viel Spaß daran im vollen Tempo um die Slalomstangen herum zu kommen. So war ich kurze Zeit später am Anleger der anderen Seite. Da stand auch der erste Trekker an diesem Tag und stieg in das Boot, sowas faules . Wenig später war ich wieder alleine und lief dann auch weiter. Rechnete im Kopf 18-5,5-6= 6,5km....bis zur Fjällstation, Yeahhh, ich bin guuut  (hust).





    Ich war warm und durch die längere Pause hatte sich der Körper jetzt auch eingestellt und die weiteren Kilometer waren erstaunlicher weise garnich so schwer. Nur das der Weg jetzt steiniger wurde, was aber noch nicht schlimm war. Ich sollte noch 3 Pausen machen bevor ich die Fjällstation erreichte. Unterwegs kamen mir dann unwahrscheinlich viele Leute entgegen, unteranderem eine Gruppe mit Kindern zw. 10-15Jahre. Ich hab nicht gezählt aber der 100m lange Bowlenweg war voll. Es gab Stau und ich war froh das ich mir das im Sitzen bei einer Pause anschauen konnte. Nachdem die Erziehungsberechtigten alle HEJ riefen und keins von den Kindern, war das Spektakel vorerst vorbei und ich machte drei Kreuze, denn die liefen alle in Gegenrichtung. Eigentlich liefen auf der ganzen Tour immer alle in Gegenrichtung, das war schon komisch, stellte aber sicher das man jeden Tag neue Leute kennenlernte und das hat seine Vorteile, glaubt mir!















    Die Fjällstation kam in Sichtweite und wenig später stand ich auch schon auf dem Platz den man von der Internetwebcam beobachten kann.



    Mein lustigen Gesellen auf dem Rücken schmiß ich auf die Bank und trank erstmal ein schluck Wasser. Dann ging ich rein, scheiße, die ziehn hier alle die Schuhe aus. Macht ja auch sinn wenn man so weiter denkt, kannte ich aber nicht . Also wieder raus Crocks geholt und wieder rein. Ja nun wo stell ich denn die Schuhe hin, es war ein disaster, ich musste aufpassen das ich nicht noch über die Schuhe der anderen falle. Obwohl es fächer gab, die fast alle voll waren, lagen hier Rucksäcke, Stöcker und Schuhe wie dann oben im Servicegebäude auch, kreuz und querr rum. Ok, das ist also das Hüttenleben, wie vor 30Jahren in meinem Kinderzimmer. Hier war Betrieb und es war ungewohnt lautes gaggern zu hören wie in einer Kneipe. Dann stellte ich mich an und wartete gut einer viertelstunde bis die 2 Herren vor mir alles hatten und alle Fragen los geworden sind. Das Personal super freundlich und das müssen die den ganzen Tag machen, wahnsinn und respekt kam mir dafür auf. Ich war dran, sie erklärte mir in Englisch was ich zur hälfte verstand wo mein Bett war. Als ich im Hauptgebäude die Treppe hoch lief hatte ich natürlich alles wieder vergessen und stand mit dem Rucksack im Klo....ok hier biste verkehrt. Schaute auf den Zettel mit einer Bettnummer und wenig später stand ich auch schon am Bett..........NEIN.....ich schaute ein zweites mal auf die Bettnummer und die Nummer auf dem Zettel.......NEIN....was ist das? Wie soll ich hier schlafen? Hat die da unten nicht gesehen wie groß ich bin? Oh mein Gott. Setzte mich auf die Bettbank die kurz und laut knarrte und musste ziemlich in mich hinein lachen und schüttelte dabei den Kopf.



    Ich saß in einem Raum mit 6 Schlafkojen a 2 Doppelstockbetten auf einer Bank die zu einem Minibett gehörte.
    Naja was solls, war jetzt nun so. Ich zog mich um, wie generell an allen Tourentagen in der Hütte bei der Ankunft (priorität 1). Komplett naß geschwitzt (also Regen brauchte ich keinen, wurde auch so naß). Hing alles zum trocknen auf die Haken und zog das 2. Wanderpaket an incl. der Zusatzhose die immer für die Hütten war. Das was ich an hatte konnte trocknen und wurde erst am Ende der nächsten Etappe wieder angezogen. Dazu habe ich die Füße und den Schritt mit Hirschtalk Extrem eingerieben (jeden Tag, jeden abend, jetzt völlig überzeugt).
    Jetzt war ich fertig hier mal was zu erkunden, ging in den Shop und überlegte was ich kaufen sollte. Denn ich musste für Singi mit einkaufen heute. So packte ich jede Menge Makkaroninudeln ein, 2 Snickers, 3 hart gekochte Eier, 2 Cola 1 Bier und 2 von diesen Knackwürsten (hab bestimmt noch was vergessen). Ich verkrümelte mich nach draussen und genoß erst einmal die 2 Cola, das Snickers, die beiden Würste und die drei 3 Eier. Naja schmeckt halt an der frischen luft . Nun war Gammeln angesagt, schaute mir das Servicegebäude an wo ich abendbrot machen wollte und die Umgebung. Mir fiel auf das hier fast niemand grüßte und das war befremdlich leider. Wo waren die freundlichen Gesichter vom Weg, einigen schauten sogar böse drein. Aber viellicht hab ich das aber nur überbewertet, verstand aber allmählich warum solche Fjällstationen nicht gemocht werden.
    Es dämmerte und es wurde Zeit abendbrot zu machen. Schnappte mir die Knorr Tütensuppe, die Nudeln und legte los. Verdammt.......eine Gruppe von 5 Kindern und 3 Erwachsenen war gerade dabei essen zu machen. Nicht das es zu wenig platz gebe, aber das war Brainfolter. Da standen 4 flaschen Ketschup und die haben Nudeln und Tomatensoße gemacht und der ganze Raum duftete danach. Eines meiner lieblingsessen. Da war ich total neidisch rauf und jeder hatte dann eine riesen Portion drauf....danach war bestimmt alles alle dachte ich so . Satt war ich aber auch, also nur ein kurzzeitiges Gedankenspiel am Tisch. Draussen dann noch ein Bierchen, dabei fiel mein Blick immer wieder in das westliche Tal. Da geht es morgen lang, wie der Weg wohl ist, was mich morgen alles wohl erwartet. Ich war gespannt.

    Der Abend verging, im Restaurante saßen die ganzen Bergsteiger und tranken verschiedene Sachen. Ich war glücklich und müde. Deswegen ließ ich mich dann in meine Badewanne nieder wo ich die Decke auf die Bank legte um die Beine aus dem Bett raus zu strecken. Ich hatte eigenes Bettzeug mit, bin auch jetzt davon überzeugt. Also einen Kopfkissenbezug, ein Spannbettlagen und einen Schlafsack. Auf der Tour sollte ich noch feststellen das einige Betten bereits speckig waren, daher ist für mich diese Variante ganz gut gewesen.

    Die Erkenntnis des Tages: Essengerüche von anderen Leuten die lecker Essen kochen ist auf der Tour folter und sollte bestraft werden

    Ich schlief schlecht, die Kojen waren fast voll und niemand machte ein Fenster auf. Als ich Nachts vom Klo kam musste ich vom jetzt spürbaren gestank verbrauchter Luft fast Kotzen und ich traute mich nicht das Fenster zu öffnen, vll darf man das auch garnich. Ich war eben ein Neuling, heute würde ich es einfach aufreisen.

    So brach ein neuer Tag an


    Gruß Maik

    Dieser Becher war mein Treuer Begleiter, auf Plüschtiere stehe ich nicht!
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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #13
    Zitat Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
    Auf den Hütten war unerwarteter weise in den Betten genügend Platz. Außer auf der scheiß Kebnekaise Fjällstation, die waren gefühlt 180cm lang
    Wo warst Du denn da? In dem ganz alten Teil der Station sind die Betten fuer Zwergwuechsige gemacht, da hilft nur Matratze auf den Fussboden. In den anderen Bettenhäusern fand ich es unproblematisch fuer 193 cm.

    Taffi

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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #14
    Wenn du rein kommst und auf die Rezeption zuläufst rechts die Treppe hoch und dann hinten die letzte Tür. Ich bin halt mit 198cm schon recht groß und fand das verdammt klein habe es aber nicht nachgemessen!
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  15. Erfahren

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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #15
    Zitat Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
    Wenn du rein kommst und auf die Rezeption zuläufst rechts die Treppe hoch
    Wenn ich es recht erinnere, war das Gebäude mit der Rezeption schon die zweite Ausbaustufe. Muss aber auch schon lange her sein, dass es erbaut wurde, wohl so um die hundert Jahre.

    OT: Habe mal ein bisschen nachgelesen (Stefan Öberg, Long-term changes of socioeconomic differences in height among young adult men in Southern Sweden, 1818 - 1968, Economics & Human Biology, Volume 15, 2014, Pages 140-152, ISSN 1570-677X, https://doi.org/10.1016/j.ehb.2014.08.003) und es scheint, dass noch mit Geburtsjahrgang 1950 der männliche Durschnittsschwede deutlich kuerzer als 180 cm war. Die säkulare Akzeleration in der Körpergrösse kontte allerdings schon Anfang des 19. Jahrhunderts nachgewiesen werden. Hätten die vom STF also auch besser wissen können.

    Taffi

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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #16
    Hallo Pfiffie
    Wer also nix mehr davon lesen kann, kann jetzt schließen . Wer aber interessiert ist an der Geschichte und die Bilder die dahinter stecken ist herzlich eingeladen in meinem ganz persönlich erfüllten Lebensbaum mit zu reisen.
    Ich kenn mittlerweile die Gegend zwischen Nikkaluokta und Abisko recht gut, aber deine Einleitung macht neugierig weiterzulesen und lässt eine ganz andere und sehr offene Form des Berichts erwarten
    Dazu gleich mal an dieser Stelle - RESPEKT!!! Bei deinen Voraussetzungen so ein Projekt anzugehen, finde ich super und bewundernswert.
    Für nicht wenige dürfte eine Motivation für solche Touren die Herausforderung sein und dann ist es doch egal, wie die Herausforderung aussieht. Ob mit "leichtem Gepäck" von Hütte zu Hütte, mit voller Ausrüstung über steile Pässe oder "im einbeinigen Besteigen des Kebnekaise".

    Passe ich in dieses Forum? Passt das Forum zu mir? Eine Zentrale Frage für mich die mir auch auf der Tour durch den Kopf ging.
    Diese Frage hast du doch mit den dann sechs folgenden Spiegelstrichen super beantwortet. Da braucht man nix mehr hinzufügen.

    Seid mit den Fotos bitte nicht so kritisch, ich bin Hobbyist und hab eigentlich kein Ahnung was ich da tue
    Dieser Satz hat mich nach dem Foto am Ende des ersten Artikels (mit den Wandersteifeln im Vordergrund) echt erstaunt. Tolle Bildaufteilung und Perspektive

    Freue mich auf Fortsetzung

    Peter

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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #17
    Dieser Satz hat mich nach dem Foto am Ende des ersten Artikels (mit den Wandersteifeln im Vordergrund) echt erstaunt. Tolle Bildaufteilung und Perspektive
    So siehts aus, die Bilder brauchen sich wirklich nicht zu verstecken.
    Mal abgesehen davon, daß du ein anscheinend ein Traumwetterchen hattest.

    Wenn man, wie du sich das Zusatzgewicht für Zelt usw. nicht zutraut sehe ich ein, daß eine Hüttentour besser ist als zu Hause zu bleiben.
    Aber du solltest, dir das leichtest mögliche Zelt doch zumuten, also ich konnte mich mit den Hütten nie anfreunden. Der Spaß erhöht sich um ein vielfaches, wenn man in der eigenen Burg, etwas abseits übernachten kann.
    Geändert von cast (08.10.2018 um 13:56 Uhr)
    "adventure is a sign of incompetence"

    Vilhjalmur Stefansson

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    Avatar von Dogmann
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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #18
    Hey Pfiffie, meine Neugierde hast du echt geweckt!
    Gerade deine Art der Überlegungen macht mich neugierig.

    Gruss Michael
    Richtig wohl fühle ich mich nur draußen !

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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #19
    Aber du solltest, dir das leichtest mögliche Zelt doch zumuten, also ich konnte mich mit den Hütten nie anfreunden. Der Spaß erhöht sich um ein vielfaches, wenn man in der eigenen Burg, etwas abseits übernachten kann.
    Ich mag auch die Flexibilität und Unabhängigkeit, die Zelt bietet und die vielen wunderschönen Zeltgelegenheiten unterwegs, aber man muss ehrlicherweise schon sagen, dass es ja nicht nur das Gewicht des Zeltes ist: Kocher, Brennstoff, Isomatte, wärmerer Schlafsack und was warmes für den kühlen Abend, da kommt schon was zusammen

    Peter

  20. Erfahren
    Avatar von Ljungdalen
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    AW: [SE] Zaubertraumbaum auf dem Kungsleden gießen

    #20
    Zitat Zitat von cast Beitrag anzeigen
    Der Spaß erhöht sich um ein vielfaches, wenn man in der eigenen Burg, etwas abseits übernachten kann.
    Zu Jahreszeiten und in Gegenden wandern, wenn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Hütten zur "eigenen Burg" werden? Besonders komfortabel in Norwegen. Oder Padjelanta. STF naja

    Aber nichts gegen Zelt. Und ein gewisser finanzieller Unterschied ist es natürlich...

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