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  1. Anfänger im Forum

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    Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja wie?

    #1
    Hi,

    wir planen nächstes Jahr ab Anfang Juli bis Ende September eine dreimonatige Alpenquerung. Wir wollen vornehmlich in Alpenhütten o.Ä. übernachten, aber nichts vorher reservieren, damit wir flexibel bleiben können.

    Für mein Sicherheitsgefühl frage ich mich, ob wir ein Notfallkit brauchen, wenn wir mal nicht unterkommen, und wenn ja, wie sieht das aus? Braucht es wirklich Schlafsack, Isomatte, Biwaksack oder ggf. gar Tarptent? Kocher und so´n Kram seh ich nicht, die Alpenhütten würden mir reichen. Und ganz auf Komfort möchte ich nicht verzichten.

    Wir sind nicht die Mega-Zelter, haben das nur mal auf Radtouren oder in Island paar Tage hintereinander getan, open air biwackiert eine Nacht auf La Palma. Auf Island haben uns die Kilos der Ausrüstung und "Campingküche" schon genervt.

    Die Ecken, an denen wir vorbei kommen, sind nicht gerade das unentdeckte Hinterland und meine Erfahrungen mit Alpenhütten war bisher immer, dass sie oft genug rammelvoll waren. Und wir reisen ja schön im Hochsommer. Und vom Hüttenwirt noch mal weitere Stunden ins Tal oder auf eine weitere Hütte geschickt zu werden ist mir keine Idealvorstellung. Aber da ich bisher immer weit vorher alle Hütten reservierte, bin ich vielleicht etwas zu besorgt - angeblich soll man ja auch auf den Tischen der Stube schlafen können

    Irgendwie scheue ich mich vor den Extra-Kilo(s), aber es fühlt sich flexibler und irgendwie beruhigender für mich an.

    Was meint ihr, was sind eure Erfahrungen in solchen Situationen, was wäre euer Tipp?

    Falls es relevant ist, hier die geplante Route:
    Teil 1: Schweiz: Bärentrek/Hintere Gasse bis Liechtenstein (Via Apina grün)
    Teil 2: Lechquellengebirge - Lechtaler Höhenweg - Karwendel Höhenweg (tw. Adlerweg) mit Abzweig zur Zugspitze zwischendurch
    Teil 3: ab Karwendelhaus bis Grödner Tal auf dem Fernwanderweg München-Venedig
    Teil 4: Dolomiten Höhenweg 9 (ab Grödner Tal) - Karnischer Höhenweg
    Teil 5: Julische Alpen/Slowenien - Triest

    Vielen Dank
    Birgit

  2. Dauerbesucher

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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #2
    Für drei Monate würde ich an Deiner Stelle auch auf keinen Fall komplett vor-reservieren und zumindest einen Schlafsack und eine UL-Isomatte mitnehmen. Damit kannst Du dann bequem in irgendeiner Ecke an / in der Hütte übernachten selbst wenn sie voll ist.

    Ansonsten würde ich die Wochenend- und Feiertagsübernachtungen sowie bekannte überlaufene Hütten (z.B. Karwendelhaus) immer ein paar Tage vorher versuchen telefonisch zu reservieren.

  3. Gerne im Forum

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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #3
    Nur ganz kurz: ich war gerade 100 Tage längs durch die Alpen. Ich hatte noch einen Schlafsack, Isomatte, und Notfallbiwaksack bei falls es mit der Übernachtung mal nicht klappt. War gut fürs Gefühl - tatsächlich gebraucht habe ich das aber nie. Sinnvoll wärs aber natürlich wenn ihr auch mal eine Biwakschachtel oder so verwenden wollt.

    Mit "wir" sind zwei gemeint, nicht mehr, oder? Dann ruft einfach am Abend vorher an (bzw. lasst anrufen), und wenn wirklich kein Platz ist, guckt ob ihr etwas kürzer/anders/oder länger laufen könnt als die "normalen" Etappen auf dem aktuellen Wanderweg. (Oft laufen ja alle nach Rother oder so).
    Geändert von nahundfern (24.09.2018 um 09:58 Uhr)

  4. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #4
    Hallo.

    Nun, ich denke wirklich brauchen tust du das nicht. Ich bin seit Jahren viel in den Bergen unterwegs und habe eigentlich nie Matte, Sack oder Zelt dabei. Das ist bei mir initial gesundheitlich bedingt gewesen und jetzt lasse ich es so, weil der Rucksack so schön klein und leicht ist.
    Ein paar Regeln solltet ihr allerdings einhalten:
    • An Wochenenden von Samstag auf Sonntag vorher reservieren. Gerade bei gutem Wetter ist diese Nacht auch von Kurzurlaubern gerne genutzt.
    • Gleiches gilt allerdings auch für Hütten in überregional bekannten Regionen in der Hochsaison.
    • Es gibt Regionen, sehr viel in Österreich, in denen Hütten eine gute Strassenanbindung haben. Da kommt es mitunter vor, dass die Wirtsleute ab 17 Uhr einfach zusammenpacken und ins Tal fahren, wenn bis dahin niemand da ist, der übernachten will. Also in Regionen die wenig begangen sind und wo Hütten ganz gute Strassenanbindungen haben spätestens im Laufe des Tages an der Zielhütte anrufen.
    • Ein Plan B ist immer gut. Aber tut natürlich nicht immer. Aber ruhig bei der abendlichen Planung mal ein Auge auf möglichen Ortschaften in der Nähe werfen, evtl. mit Bus- oder Taxi-Anschluss oder auch geschlossene Hütten mit Winterräumen im Auge behalten.
    • Bei Hütten, die man nicht erreicht damit rechnen, dass keiner dort ist. Bevor man zu einer Hütte wandert, wo man niemanden ans Telefon bekommen hat eher auf eine Alternative ausweichen.
    • Im Vorfeld Gedanken machen, wie ein Notbiwak aussehen könnte: Was könnte man als Decke oder Matte benutzen? etc. Das habe ich zwar noch nie gebraucht aber es hat mich immer beruhigt, dass ich wusste, dass ich nicht unbedingt erfrieren würde.
    • Immer genug Wasser und Essen dabei haben, damit man in einer Nacht ohne Service nicht Hunger oder Durst leiden muss.
    Nicht wenige Hütten haben Räume, die offen sind, auch wenn niemand da ist. Wenn man also niemanden vorfindet, heißt das nicht zwangsläufig, dass man draußen übernachten muss. Das sind manchmal nur Vorräume oder Abstellkammern aber meist besser als nix. Und häufig findet man dort etwas, was man verwenden kann.

    Ich bin fast immer mit dem von euch angestrebten Modus Operandi unterwegs. Es ist zwar ab und zu mal knapp geworden aber bisher habe ich immer ein brauchbares Lager für die Nacht gefunden. Da war über die Jahre zwar auch mal das eine oder andere Notlager dabei aber immer mit Matratze, Decke und Kopfkissen. Nie ohne Service, wo ich nicht damit gerechnet habe.

    Gruß Wafer

  5. Anfänger im Forum

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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #5
    Hallo,

    erst mal vielen Dank für eure Infos und eure Erfahrungen.

    Gemeinsam ist eurem Rat, auf das Zelt zu verzichten.
    Aber ansonsten gibt es von nix / Isomatte und Schlafsack / zzgl. Biwaksack alles. Schön zu wissen, dass es in der Praxis dann doch fast immer gereicht hat.

    Meine Erfahrungen sind gemischt - die Hütten z.B. auf dem Karnischen Höhenweg (oder teilweise auch Lechtaler) waren alle rappelvoll, und da hätte auch vorher anrufen wohl nicht gereicht. Aber ja, natürlich werde ich auch auch Alternativen im Blick haben.

    Wir berühren natürlich durchaus bekannte Ecken (wobei ich drauf geachtet habe, die Dolomiten nicht vor Ende August zu machen). Aber mir schaudert es etwas bei bestimmten Ecken, und zur Zugspitze z.B. gehts nur an einer vorbei (zumindest für unser Können). Und ja teilweise laufen wir auch nach ner bestimmten Route, die schön Rotherlike oder Fernwanderweg ist. Das finde ich auch gut so, denn es entspannt mich auch etwas, nicht jeden Tag ne komplett neue Route zu planen....

    @Wafer: An welchem Samstag ich wo bin, kann ich bei der Tourlänge nicht frühzeitig genug wissen. Aber sicher würde ich natürlich vorher anrufen.

    @nahundfern: Wo warst du denn 100 Tage unterwegs?

    Liebe Grüße
    Birgit



    .

  6. Gerne im Forum
    Avatar von Enomino
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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #6
    Auch überlegenswert ist, sich einen winzigen Gaskocher und eine kleine Gaskartusche samt Topf mitzunehmen. So würde, sofern ihr mal ausserhalb übernachtet, es nicht an warmem Essen fehlen. Es wäre sicher spartanisch, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es beruhigend wirkt, zumindest ein Minimum an kochbarem Essen dabeizuhaben, sei es nur Nudeln mit Käse oder eine Ration aus der Tüte. Warmes Essen macht m.E. eben fitter und am Abend einer Wanderetappe durch die Berge lässt der Körper einen oft spüren, wieviele Kalorien man tagsüber durchbrennt.

    Übernachtet ihr mal draussen, könnt ihr wenigstens gut gesättigt die Nacht verbringen. Zudem ist die Wärme der Flamme und das Licht bei einem durchnässten Tag auch nicht zu verachten.

    Muss ja für den Einzelfall auch nichts großes sein: Ein superkleiner Aufschraubkocher, Kleinkartusche und kleiner Topf. Da ist man mit ein paar hundert Gramm schon dabei. Denke, wenn ihr mit Übernachtungen draussen kalkuliert, sollte man mal überlegen ob das nicht ernsthaft ins Konzept passen kann!

  7. Fuchs
    Avatar von nunatak
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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #7
    Ob und was ihr ggf. zusätzlich mitnehmen möchtet, hängt auch davon ab, auf wieviel Gepäck ihr eure Grundausrüstung reduzieren mögt (entscheidend ist das Gesamtgewicht) und v.a., wie fit ihr seid. 1500 Hm Aufstieg mit 3-4 kg zusätzlich (z.B. 1kg-Zelt, Leichtschlafsack, Matte, Leichtkocher, etwas Essen) und entsprechend größerem Rucksack bringen den einen schnell ans konditionelle Limit, während jemand mit Kondition und Erfahrung kein größeres Problem damit hat. Mit mehr Gewicht kann es leichter Knieprobleme geben bei Abstiegen, bei feuchtem Untergrund ist man mit leichtem Rucksack im Regen trittsicherer unterwegs als mit schwerem.

    Persönlich würde es mich stressen, eine lange Tour entlang in der Sommerzeit permanent überfüllter Hütten zu machen, zumal das Wetter schnell eine Planung ordentlich durcheinander bringen kann und man dann ggf. doch nicht rechtzeitig die reservierte Hütte erreicht. Ein Mix aus Hütte und spontanen Biwak/Zeltübernachtungen würde mir mehr zusagen.

    Ein leichter Biwaksack ist eh Pflicht in den Bergen. Schon eine Leichtmatte und ggf. ein Leichtschlafsack oder eine leichte Daunenjacke verschaffen einem mehr Spielraum, sofern ihr es tragen könnt/mögt.

  8. Dauerbesucher

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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #8
    Zitat Zitat von Enomino Beitrag anzeigen
    Auch überlegenswert ist, sich einen winzigen Gaskocher und eine kleine Gaskartusche samt Topf mitzunehmen. So würde, sofern ihr mal ausserhalb übernachtet, es nicht an warmem Essen fehlen.
    Wenn man ohnehin hauptsächlich in Hütten übernachten will, dann würde gerade das Kochset zu Hause lassen.

    Letztlich kann man selbst wenn die Hütte belegt ist dort essen und dann noch ein paar Meter bis zum Schlafplatz weitergehen. Nur für die Eventualität dass man mal nicht dort übernachten kann würde ich mir das Gewicht sparen. Schließlich kommt zum Kochset dann auch noch das Essen selbst. Für wie viele Tage nimmt man dann Essen mit? Und will man das dann wirklich tausende Höhenmeter hoch- und runter schleppen wenn man eigentlich eine Hüttentour macht?

  9. Anfänger im Forum

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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #9
    Danke, danke.

    Also Kocher kommt keiner mit, da bin ich mir sicher. In den Alpen habe ich noch nie einen Hunger-Ast, eher zu viel Essen mit.

    Mein angestrebtes Ziel ist es, auf 10 kg (ohne Wasser) zu kommen.

    In Island hatte ich mal 14 kg für 2 Tage mit allem pi/papo auf dem Rücken, das wäre mir auf Dauer viel zu viel. Mal davon ab, dass dann mein Rucksack (deuter ACT 35+10l) explodiert.

    Und ich muss auch schon so paar Spezialitäten mit mir rumtragen aus Gesund(Krankheits-)gründen, da hab ich schon garantiert 1kg mehr Balast als andere...

    Bis bald - ich bin gespannt, was noch weiter kommt:-)

  10. Neu im Forum

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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #10
    Ich würde das Basisgewicht noch einiges reduzieren. Gerade bei einer Hüttentour braucht es nicht mehr als etwa 4-5 kg. Vermutlich noch weniger. Auf dem Pacific Crest Trail in Amerika hat man Zelt und alles dabei für 5.5 Monate. Dort haben viele ein Basisgewicht (ohne Wasser und Essen) von 5-6kg.
    Ich war letzten Sommer 106 Tage in den Alpen unterwegs. Ohne Zelt. Eine Matte und einen leichten Schlafsack hatte ich dabei. Habe ich aber fast nie gebraucht. Reserviert hatte ich an den Wochenenden oder an beliebten Orten. Mehr als zwei oder drei Tage im Voraus habe ich aber nie reserviert. Oft auch erst am Abend vorher.
    Mein Basisgewicht war 6kg. Ich hatte aber auch eine schwere Kamera dabei.

  11. Alter Hase
    Avatar von Tie_Fish
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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #11
    OT: Ich kann da jetzt nur für die gta sprechen, da ist es ja normalerweise nicht so voll wie auf anderen Wegen in den Nordalpen.

    Reservieren würden wir maximal eine Woche im Voraus. Man weiß ja, welches die Hütten mit dem großen Ansturm sind und kann die Wochentage berücksichtigen. Wenn dann voll ist, hat man genug Zeit zum Umplanen.

    Ich würde mich auch nicht kirre machen lassen von den Ratschlägen, eventuell Kocher oder Zelt usw. mitzunehmen. Ja, ich habe das immer mit, mache aber auch keine Hüttentouren. Hüttentour ist Hüttentour und wenn du dich dazu entschlossen hast, würde ich es auch so machen und dort warm essen und (hoffentlich) gemütlich schlafen. Bei 100 Tagen hat man ja Zeit umzuplanen, wenn mal was nicht klappt.
    Grüße, Tie »

  12. Liebt das Forum
    Avatar von Becks
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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #12
    Bei mir würde der Aspekt Flexibilität bei der Wahl der Route vs. Flexibilität der Übernachtungsmöglichkeit die Hauptrolle bei der Entscheidung spielen.

    Will ich eine Route gehen und nicht davon abweichen, kann aber nicht garantieren dass ich immer einen Platz in der Wunschhütte bekomme, käme Schlafsack, Isomatte, ein kleiner Kocher, Topf und Tarp in den Rucksack.

    Kann ich die Route nach Belieben anpassen, kann ich auch immer dafür sorgen, ein Dach über dem Kopf zu haben. Dann braucht es den Übernachtungskram nicht.

    Ich glaube ich hätte da wohl Schlafsack, Matte und Tarp dabei. Nimmt man halbwegs dünnes/leichtes Zeug kann man einen 35L-Rucksack auch dann nutzen, wenn neben dem ganzen Kram auch noch Essen für 3 Tage drin ist.
    After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

  13. Anfänger im Forum

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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #13
    "Bei mir würde der Aspekt Flexibilität bei der Wahl der Route vs. Flexibilität der Übernachtungsmöglichkeit die Hauptrolle bei der Entscheidung spielen."

    Genau - das ist der richtige Ansatz. Interessant ist, dass mein Freund da eher zur zweiten Variante, ich eher zur ersten Variante tendiere.

    Habe gerade gesehen, dass z.B. auf dem Bärentrek, an dem wir anfangen, unten im Tal bzw. auch an einer Hütte immer auch Campingmöglichkeiten sind. Und manchmal möchte ich vielleicht doch lieber Luft um die Nase als im engen Schlafsaal eingepfercht zu sein.

    Schlafsack & KF-Quilt kommen sicher mit bzw. müssen neu angeschafft werden. Und mit einem UL Dach überm Kopf liebäugel ich schon. Vermutlich legen wir uns ein tarptent zu, denn unser "normales" ist mit 3 kg zu schwer.
    Ob´s einen Kocher braucht, werden wir noch sehen...

    Auch überlege ich, den schweren Deuter Rucksack ACT 35+10l durch was leichteres von Osprey oder Gregory ersetzen. An die ganz UL Dingern ohne Hüftgurt etc. trau ich mich nicht ran.
    Geändert von Bch (01.10.2018 um 18:25 Uhr)

  14. Liebt das Forum
    Avatar von Becks
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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #14
    Rucksack (wenn er passt): Millet Prolighter 38+10
    Schlafsack: Western Mountaneering Summerlite oder Alpinlite, je nachdem wofür man den Schlafsack später auch noch nutzen will, der Alpine hat einen weiteren Spielraum im Einsatz
    Isomatten: Thermarest Z-Lite Sol ergänzt um eine Prolite in 3/4 Länge. Auf der Kombi liegt man bequem, hat eine Reserve sollte die Luftmatte platt sein und man kann auf jeden Untergrund liegen, ohne Angst wegen Äste, spitze Steine etc. haben zu müsenn. Die Z-Lite kommt aussen an den Rucksack, da sie unempfindlich ist. So spart man Volumen im Rucksack und kommt mit 38L locker aus.
    Tarp.: k.A., ich schlafe entweder so draussen oder hab ein 1-Mann UL-Zelt dabei
    Kocher: irgendein leichter Gakocher halt (bei mir ein Soto Windmaster)
    Topf: zu zweit ein 1.3L Titan Evernew ergänzt um zwei langstielige Löffel für Trekkinglunch
    Sonstiges: zwei Faltteller und Falttassen.

    Das Ganze auf zwei Rucksäcke verteilt ist nicht viel Gewicht.


    Prolighter mit Essen für drei Tage (plus eine voluminösere Thermarestmatte weil meine ein Loch hatte) und ich glaube zwei Dosen Bier waren auch noch drin.


    Flexibler Schlafplatz - hier in einer Alpe die im Herbst ebenso wie der Campingplatz daneben geschlossen hatte und verlassen war.
    Geändert von Becks (01.10.2018 um 18:50 Uhr)
    After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

  15. AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #15
    Also den Deuter habe ich auch, als 40+10 und der wiegt 1500 g. Wie Deiner. Da würde ich mir einen Tausch gegen einen Osprey/Gregory überlegen. Die paar Gramm die Du sparst (wenn überhaupt) kosten Dich dann paar Euro. Wie Becks würde ich Schlafsack/Matte/Tarp mitnehmen. Da bist sehr flexibel bzgl Einteilung der Strecke und falls es mal nix mit einer Hütte wird auf absolut safe bzgl der Übernachtung. Kochsystem kann man mit 2 Pers auch recht bescheiden und vor allem leicht halten, so dass man sich immer mal eine Mahlzeit selber zu bereiten kann. Ob das dann Trek n Eat ist oder was aufwendigeres, bleibt Euch überlassen. Ich habe jetzt 10 Tage in den Seealpen mit Trek N Eat (5 Portionen) und Hüttenessen gemacht. Für`s Frühstück hatte ich Tee & abgepacktes Müsli inkl. Milchpulver dabei. Reichte mir persönlich vollkommen.

    Auf der Via Alpina hat es relativ viele Campingplätze:

    Adelboden - Kandersteg - Griesalp (kein Camping) - Lauterbrunnen - Grindelwald - Meiringen - Engstlenalp (kein Camping, hier kann man aber beim Tannensee zelten, Schweizer Feuerstelle) - Engelberg - Altdorf/Flüelen - Urnerboden (erlaubtes Campen am Fluss/Bach) - Linthal (kein Camping) - Elm - Weisstannen (kein Camping) - Sargans (Triesenberg hat es einen guten Campingplatz, mit Bus hinfahren, von dort dann weiter Richtung Gaflei laufen).

    Auf dem Abschnitt am Linthal bis Sargans gibt es genug Möglichkeiten oben zu biwakieren (Alp Foo, Wichlenmatt). Dazu kann man das Stück Weisstannen nach Mels/Sargans gut mit Bus abkürzen (wenn man will).

    Gruss,
    Westi

  16. Anfänger im Forum

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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #16
    Zitat Zitat von basstardo Beitrag anzeigen

    Auf der Via Alpina hat es relativ viele Campingplätze..
    @basstardo: du warst da schon unterwegs? Deine Campingliste ist hilfreich, vielen Dank! Wenn ich so auf den Plan schaue, dann sieht es doch manchmal eher nach parallelen Straßenhatscher aus. Z.B: die Strecke am Klausenpass, Altdorf-Linthal. Danach gehts nach Vaduz, und dann ins Lechquellen-Gebiet. Mal davon ab, dass ich Touren für 10-13 Stunden schlichtweg für mich für zu viel halte, sie sicher irgendwie abkürzen werde. Falls du da Tipps hast, nur her mit!

    @becks: Danke für die Tipps. Daunen geht bei mir leider nicht (Allergie, zu dumm!) Ich werde einfach noch mal leichteres Zeug kaufen: werde mir einen gramXpert Quilt anschaffen, eine sehr leichte, aber trotzdem bequeme Isomatte (ohne Backup, das ist ja die Hütte) und einen leichteren Rucksack (ich bin son Osprey Typ, und ich mag Seitentaschen an Rucksäcken (immer Wasser zur Hand). Wir werden uns auch vermutlich ein Tarptent kaufen. Kocher, sicher nur son kleiner Wassertopf, wenn...

    Damit sollte ich dann trotz aller Plus, die bei mir aus gesundheitlichen Gründen sein müssen, bei etwa 9 kg Bruttogewicht ankommen, und das ist super.

  17. Gerne im Forum

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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #17
    Zitat Zitat von Bch Beitrag anzeigen
    @nahundfern: Wo warst du denn 100 Tage unterwegs?
    Von Graz nach Monaco. Ich habe jetzt endlich mal den Bericht angefangen bevor es noch 2019 damit wird...

    Ungefähr diese Strecke ist übrigens auch Martina08 in 2017 gegangen

  18. Dauerbesucher

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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #18
    Auch bei einer Hüttentour nehme ich lieber einen richtigen Schlafsack mit. Nichts bis minus 20 Grad. Ich fühle mich dann wohler als im Hüttenschlafsack. Das Delta sind nur 400 Gramm. Außerdem hat man im Notfall was zum zudecken.
    Meine Erfahrung: lieber 60 ltr Rucksack mit Luft (spart pressen und rumgeräume) statt 40 ltr. Ist zwar etw. schwerer, der Komfort gleicht das bei weitem aus.
    Kocher etc. macht für mich auf einer Hüttentour keinen Sinn.
    Wegen Überbelegung würde ich mir keine Sorgen machen. Im Wirtsraum schläft es sich notfalls entspannter als im überfüllten Lager. Habe noch nie gehört das jemand draussen bleiben musste oder weggeschickt wurde.
    VG

  19. Anfänger im Forum

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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #19
    Zitat Zitat von fcelch Beitrag anzeigen
    Habe noch nie gehört das jemand draussen bleiben musste oder weggeschickt wurde.
    VG
    Na, das habe ich aber schon gesehen, dass die Leute noch mal eine Hütte weiter gehen mussten, und das kann je nachdem einfach dann einen Ticken zuviel sein (ich bin ja keine 49 mehr..
    Ich bin jetzt durch eure Tipps schon viel entspannter. Wir buchen nichts, aber gar nichts vor, nehmen ein Draußenschlaf-Backup mit, und sind damit dann auch super flexibel.

    Jetzt versuch ich noch am Gewicht zu drehen, und merke dabei, dass vieles gut geht, aber so richtig UL doch mental noch nicht gelingt (wie, die kommen ohne Wechselhose, ohne drittes Shirt, ohne 2, Paar leichte Schuhe für Zwischentage aus usw usw...?).

    Aber 400 gr. mehr Gepäck durch Hüttenschlafsack, puh, das täte mir persönlich weh. Ich hab übrigens einen breiteren komfortablen Seidenschlafsack (190gr), das finde ich sehr angenehm.
    Geändert von Bch (28.10.2018 um 06:31 Uhr)

  20. Gerne im Forum

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    AW: Dreimonatige Alpenquerung ohne vorreservierte Hütten: Geht das, und wenn ja

    #20
    Zitat Zitat von Bch Beitrag anzeigen
    Falls es relevant ist, hier die geplante Route:
    Teil 1: Schweiz: Bärentrek/Hintere Gasse bis Liechtenstein (Via Apina grün)
    Teil 2: Lechquellengebirge - Lechtaler Höhenweg - Karwendel Höhenweg (tw. Adlerweg) mit Abzweig zur Zugspitze zwischendurch
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    Birgit
    Ich bin im Sommer recht häufig auf Hütten in Tirol unterwegs, meine Erfahrungen sind in etwa:
    - Die großen Fernwanderwege wie der E5 sind mittlerweile leider tatsächlich sehr überlaufen. An der Martin-Busch-Hütte (konkret da wollt ihr wohl nicht vorbei) hab ich letztes Jahr mitbekommen das Leute im Mai erfolglos versucht haben für Anfang August zu reservieren. Dieses Jahr war ich ca. am 1. Juli im Hochjoch-Hospiz, das war da schon fast ausgebucht. Später im Sommer wäre das spontan wahrscheinlich nicht mehr gegangen. Z.B. an der Memminger Hütte am Lechtaler Höhenweg wird es wohl nicht anders aussehen; eine Reservierungsanfrage nur wenige Tage im Voraus dort halte ich für ziemlich aussichtslos.
    - Gleichzeitig kann man manchmal erleben, dass es nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt auf Hütten die nicht am Fernwanderweg liegen, vielleicht in einem Tal wo man nur mit langem Fußmarsch / durch schwieriges Gelände zur nächsten Hütte geht doch erheblich ruhiger zugeht. Ich hab es schon erlebt, dass ich in der Früh als einziger im Lager aufgewacht bin, und am Abend noch außerplanmäßig zur nächsten Hütte weitergegangen bin weil nur Notlager auf nacktem Boden verfügbar gewesen wäre. Realistischerweise sind so schwach besuchte Hütten aber mittlerweile wohl Ausnahmen.
    - In der Zeit von Ende Juli bis Mitte August wird es schwierig werden Schlafplätze zu reservieren. Für eine Einzelübernachtung am Stubaier Höhenweg bekam ich heuer Anfang August auf die Frage wann der nächste Termin mit einem verfügbaren Platz ist einen Termin unter der Woche in 10 Tagen genannt.
    - Gegeben diese Aspekte halte ich den Fernwanderweg München-Venedig (an dem ihr wohl schätzungsweise im August ankommen werdet) für eine eher schlechte Idee; da lauft ihr wahrscheinlich genau mit der Masse mit, d.h. überfüllte Hütten jeden Abend. Besser wäre es wahrscheinlich, sich eine individuellere Route zusammenzustellen.

    Wenn man zumindest etwas abseits der großen Fernwanderwege unterwegs ist, wird man wahrscheinlich oft schon noch irgendwie spontan unterkommen (auch wenn die Hütten schon so voll sind dass sie keine Reservierungen mehr annehmen). Ist dann halt auch etwas Glückssache.
    Geändert von d94 (03.11.2018 um 22:47 Uhr)

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