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  1. Fuchs
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    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #81
    Mitreisende: Meer Berge
    Zitat Zitat von Babsbara Beitrag anzeigen
    Nachdem ich nun alles (bisher Geschriebene) gelesen habe, kann ich nur sagen: Wun-der-schön! So eine tolle Bergwelt! Nur ganz am Anfang hab ich mal was erkannt, weil ich auch schon von St.-Jean-Pied-de-Port nach Roncesvalles gewandert bin.

    Von mir daher für diesen tollen Bericht!

    LG,
    Babs

    Vielen Dank, Babs, freut mich sehr, dass es dir so gut gefällt!




    Eben habe ich bei Wetteronline gelesen, dass in den Pyrenäen in den letzten 24 Std. 50 cm Schnee gefallen sind auf 1500 m Höhe ...
    Da bin ich mal gespannt, wie der Winter sich entwickelt ...
    *Kalender: Papageitaucher 2017*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  2. Fuchs
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    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #82
    Donnerstag, 2.8.2018 (24.Tag)
    Ibon Cap de Llauset -> Lac d´Arrius
    Jörn: 21 km /1000 \1100
    ich: 17 km /1290 \1370
    10 Std. unterwegs







    Bei unserem Aufbruch gegen 8:00 Uhr liegt unsere Welt noch im Schatten.
    Beim Aufstieg zum Col Rio Bueno werden dann die Bergspitzen nach und nach beleuchtet.
    Schnell haben wir diesen vielleicht 100 m über dem See liegenden Pass erklommen.
    Von hier aus genießen wir einen herrlichen Blick hinunter in das Anglios-Tal mit den Anglios-Seen.




    Zuerst geht es durch Felsblöcke und Schotter hinunter und wunderschön an den Seen entlang.
    Hier erleben wir noch einmal einen Sonnenaufgang hinter einem Bergrücken.




    Über diesen Pass sind wir gerade gekommen.






    Logo Anglios und eine kleine Hütte.



    Mehr und mehr ist das Gelände mit Wiese durchsetzt, weiter unten kommen wieder Bäume hinzu.
















    Ich genieße auf diesem und dem letzten Abschnitt (etwa seit Lescun) diese herrliche Mischung
    aus felsigem Hochgebirge und Blumenwiesen und Wäldern.
    Auch wenn das natürlich heißt, dass man dazwischen immer fleißig auf- und absteigen muss.
    Steil geht es also erst über einen Pfad durch den Wald hinunter.
    An einem Bach machen wir eine längere, sehr gemütliche Pause und können uns nur schwer wieder losreißen.
    Dann laufen wir durch mannshohe Blumenwiesen.

    Unten im Wald treffen wir wieder auf so einen hübschen Brunnen mit geschnitzter Zuleitung und Sitzgruppe.




    Am großen Riu Salenques geht es nun über einen breiten, dennoch mit Felsen und Wurzelstufen durchsetzten wunderbaren Waldweg hinunter zur Straße N230.
    Das Stück daran entlang ist nicht weit, hätte aber auch nicht länger sein brauchen.
    Ohne Fußweg laufen wir auf einem schmalen Seitenstreifen hinauf, LKWs donnern an uns vorbei.
    Puh, ich bin froh, als ich nach 500 m diese Straße lebendig überquert und verlassen habe.

    Der parallele Wanderweg zur Ref. Conangles ist aber anfangs auch nicht gerade gut.
    Breit wie ein Fahrweg und von der übelsten Sorte Grobschotter und Steine.
    Dann durch eine Art trockenes Bachbett, danach wird es besser.
    Auf die Refuge Conangles war ich nun neugierig, so direkt an der Fernstraße.
    Tatsächlich hat sie auch ein wenig ein Flair wie eine Fernfahrer-Gaststätte.
    Davor ein riesiger Parkplatz.
    Dennoch ist fast nichts los hier.
    Wir legen eine weitere ausgedehnte Pause ein. Es gibt Eis am Stiel und Cafe aus einem Automaten.
    Draußen stehen Plastiktische mit Plastikstühlen in der prallen Sonne, kein Schatten weit und breit.
    Bei gut über 30°C auf 1600 m.
    Nach gut einer Stunde machen wir uns wieder auf den Weg.
    Eigentlich ist es immer noch viel zu heiß, aber wir wollen noch ein Stück schaffen. Also los.
    Am erträglichsten ist die Hitze erstaunlicherweise beim Wandern.

    Ab hier folgen wir wieder der HRP von Ton Joosten, die sich nun für ein Stück mit dem GR11 vereinigt.
    Erst schwitzen wir ein Stück über offene Wiesenlandschaft, dann spenden einige Bäume Schatten.








    (Ähm - die kontrollieren hier, wenn ich ... hinterm Busch ... )


    Dann folgt natürlich wieder offene Berglandschaft bis auf 2350 m hinauf.
    Am Port de Rius treffen wir auf eine große Gruppe, bestimmt 20 Leute, im Pfadfinder-Look, die gerade aufbrechen, als wir ankommen.
    Ohje, wollen die etwa da zelten, wo wir zelten wollen?

    Vom Pass aus steigen wir zum Lac d´Arrius hinunter.




    Meine Karte zeigt eine schöne, flache Landzunge an, die wir anpeilen.
    Tatsächlich, die Gruppe lässt sich genau dort gerade nieder und errichtet ihre Siedlung mit lautem Palaver.
    In der Hoffnung, an den steilen Felsufern des Sees noch einen anderen Platz zu finden, umrunden wir ihn ein Stück weiter.

    Und finden einen der schönsten Zeltplätze auf der gesamten Tour!




    Wir müssen ein wenig suchen, bis jeder eine halbwegs ebene, felsblockfreie Stelle für sein Zelt gefunden hat.
    Aber wir sind außer Sicht- und Hörweite der Gruppe und haben eine großartige Aussicht!

    Die Wolken und der Sonnenuntergang zaubern uns dazu eine sich ständig ändernde Ansicht unserer Kulisse.
    Nur zwei aus vielen Bildern dieses Abends:




    Blick ins Besiberri-Massiv



    Was ich an den Pyrenäen liebe:
    Die nahezu unverbaute Bergwildnis.
    Die vielen Seen und Bäche.
    Dass man fast überall wild zelten darf und dabei selten jemanden trifft.
    Geändert von Meer Berge (06.11.2018 um 19:04 Uhr)
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  3. AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #83
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Und finden einen der schönsten Zeltplätze auf der gesamten Tour!
    Wow! Der ist wirklich klasse und lädt zum längeren Aufenthalt ein.

    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    (Ähm - die kontrollieren hier, wenn ich ... hinterm Busch ... )
    Hast Du die WebCams an den Bäumen nicht gesehen ?
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  4. Fuchs

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    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #84
    Was ich an den Pyrenäen liebe:
    Die nahezu unverbaute Bergwildnis.
    Die vielen Seen und Bäche.
    Dass man fast überall wild zelten darf und dabei selten jemanden trifft.
    Schön zusammengefast!

    Da hab ich nicht übernachtet- aber ein päuschen gemacht :_)
    www.mitrucksack.de
    Ganz viel Pyrenäen und ein bisschen La Gomera

  5. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #85
    Zitat Zitat von ticipico Beitrag anzeigen
    Hast Du die WebCams an den Bäumen nicht gesehen ?
    Ich habe die versteckte Kamera gesucht



    Zitat Zitat von Nicki Beitrag anzeigen
    Schön zusammengefast!

    Da hab ich nicht übernachtet- aber ein päuschen gemacht :_)
    Hätte sich gelohnt. Das Wetter war ja passend.
    Ich fand diesen Platz einfach toll!
    Besser sogar als die vorher ausgeguckte Landzunge.
    Da war es windiger und nachts am Wasser sicher auch feuchter.
    Ich glaube sogar, der Blick war von etwas weiter oberhalb des Wasser noch besser als auf Wasserniveau.
    Ein Dank also an die Gruppe für das Okkupieren der Landzunge
    Geändert von Meer Berge (07.11.2018 um 17:37 Uhr)
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  6. Erfahren
    Avatar von TEK
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    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #86
    Da ich hier schon seit geraumer Zeit fleißig mitlese, wollte ich jetzt auch mal danke sagen!

    Du bist wirklich durch eine wunderschöne Berglandschaft gewandert. Hach! Jetzt muss ich nur noch meine zwei kleinen Kinder langsam an die Steigungen gewöhnen und dann kann es losgehen. Ok., vielleicht nicht gleich mit der HRP, aber der GR11 wäre ja auch nicht schlecht.

  7. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #87
    Zitat Zitat von TEK Beitrag anzeigen
    Jetzt muss ich nur noch meine zwei kleinen Kinder langsam an die Steigungen gewöhnen und dann kann es losgehen. Ok., vielleicht nicht gleich mit der HRP, aber der GR11 wäre ja auch nicht schlecht.
    Danke schön, TEK!
    Freut mich sehr, dass es dir gefällt!
    Vielleicht sollte ich mich um die Tourismus-Medaille der Pyrenäen bewerben

    Mit dem Bergsteigen kann man gar nicht früh genug beginnen.
    Sobald sie laufen können - ab in die Berge!
    Müssen ja nicht gleich ausgesetzte Gipfel sein.

    Alles, was ich vom GR11 gesehen habe, gefiel mir ziemlich gut.
    Ich könnte ja über den GR11 zurück laufen und dabei die letzten HRP-Pässe einsammeln
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  8. AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #88
    Zitat Zitat von TEK Beitrag anzeigen
    Jetzt muss ich nur noch meine zwei kleinen Kinder langsam an die Steigungen gewöhnen und dann kann es losgehen.
    OT: Eigene Erfahrung: Um das Berggehen Kindern nicht von Anfang an zu vermiesen, gibt es zum Thema "Mit Kindern in die Berge" ein paar Infos vom DAV.
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  9. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #89
    Freitag, 3.8.2018 (25. Tag)
    Lac d´Arrius -> fast Refugi de Colomers
    Jörn: 18 km /1050 \1160
    ich: 15 km /1380 \1480
    10 Std. unterwegs


    Was für eine Aussicht beim Frühstück!







    Ich habe mal wieder verschlafen und stehe eine halbe Stunde später auf.
    Dafür werde ich mit diesem herrlichen Sonnenaufgang belohnt und kann mein Zelt sogar trocken einpacken

    Wir verlassen den GR11 für einen Schlenker, den die HRP zum Lac de Mar macht.
    Der Pfad umrundet unseren wunderschönen See, quert den Ausfluss und steigt hoch zum Lac Tort d´Arrius.
    Der Weg folgt mal direkt dem Seeufer, mal steigt er auf und ab über Fels- und Grashügel.
    Wir nähern uns den imposanten Felswänden, die ich gestern Abend fotografiert habe.
    Sie müssten zum Besiberri-Massiv gehören.










    Rückblick auf die Arrius-Seen



    Nach 400 Hm erreichen wir den Collada deth Lac de Mar -
    und blicken gleich auf den nächsten See hinunter, den großen Lac de Mar.
    Ein See türkiser als der andere!




    Von hier aus geht es die Felswand ziemlich direkt hinunter zum See.
    Aber nach dem Col de Lia kann mich nichts mehr schocken
    Man muss ein bisschen aufpassen, dass man nicht über die Kante fällt und im See landet.
    Es gibt aber einen Pfad, der sich halt etwas steiler hinunter windet.







    Unten erreichen wir einen richtigen Strand!




    Hier müssen wir natürlich erstmal baden gehen.
    Jörn nimmt den See, ich nehme den Zufluss.

    Natürlich kommt genau in diesem Moment ein Paar angewandert.
    Ich sehe sie erst gar nicht, weil ich mit mir und dem eisigen Wasser beschäftigt bin
    und sie im Schatten eines Felsens verharren ob dieses Aktes.
    (Ich bade just an der Furt durch den Bach, da ist so ein schöner Pool )

    Dann bemerke ich sie und muss innerlich ziemlich grinsen. Und lasse mich gemächlich in der Sonne trocknen
    Die beiden picknicken daraufhin erstmal.
    Na gut, dann verhülle ich mich endlich wieder und lasse sie weiterziehen

    Hier wären jede Menge traumhafter Zeltplätze!
    Und wilder Schnittlauch wächst hier!

    Es ist jedoch noch viel zu früh zum Bleiben und wir ziehen weiter.
    Immer auf und ab geht es meist etwas abseits des Ufers am See entlang.




    Es folgt ein steiler Abstieg zum nächsten See, dem Stausee an der Refugi de la Restanca.




    Die Farbe des Wassers ist wirklich so türkis. Wahnsinn!
    Die Refugi finde ich nicht wirklich schön, es ist ziemlich viel los (bestimmt ein Parkplatz in der Nähe),
    die Aussicht ist aber super. Den Cafe con leche bekomme ich problemlos gegen 14:30 Uhr.

    Schließlich geht es weiter. Drei Pässe und ein paar Seen haben wir noch vor uns.

    Zuerst geht es an einem wunderschönen Bergbach durch Blumenwiesen hinauf zum Lac deth Cap deth Port.













    Auch hier herrliche Zeltplätze - aber nein, es geht noch weiter.
    Hinauf zum Col de Crestada.




    Hier durchqueren wir einen Zipfel des Nationalparkes Aigüestortes.
    Zelten verboten.
    Obwohl auch diese Seen verlockend aussehen ...




    Etwas runter, etwas rauf - 2. Pass.
    100 m runter, 200 wieder rauf. 3. Pass.
    Ende des Nationalpark-Stückchens, zelten ist wieder erlaubt.

    Ab hier beginnen wir nun Ausschau zu halten nach einem geeigneten Plätzchen für die Nacht.
    Oben ist es ziemlich trocken, kein Bach.
    Weiter unten beginnt ein Rinnsal, das bald größer wird.
    Ziemlich in der Mitte des Bildes ist es zu erkennen.
    Dort werden wir schauen, sonst wollen wir an einen der Seen gehen.







    Richtig vermutet: In einer Bachschleife finden wir ein hübsches Stückchen Wiese, nicht zu sumpfig, gerade groß genug.




    Es ist nicht mehr weit bis zur Refuge de Colomers.
    Aber wir bevorzugen wieder die Zelte.
    Jetzt ist es nur noch 1 Tag bis Salardu!
    Dort endet der 3. Abschnitt meiner Tour!
    Atlantik - Lescun - Gavarnie - Salardu - El Serrat - Mittelmeer
    Irgendwie ist das immer aufregend, wieder ein Zwischenziel zu erreichen.
    Menschen, ein Dorf, Verpflegung aufstocken, Gas organisieren ...
    Ich freue mich schon und bin gespannt ...
    Geändert von Meer Berge (07.11.2018 um 19:53 Uhr)
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    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  10. Erfahren
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    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #90
    Zitat Zitat von ticipico Beitrag anzeigen
    OT: Eigene Erfahrung: Um das Berggehen Kindern nicht von Anfang an zu vermiesen, gibt es zum Thema "Mit Kindern in die Berge" ein paar Infos vom DAV.
    OT: Ich mag Ironie. Trotzdem danke für den Link.

  11. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #91
    Samstag, 4.8.2018
    Bach vor Colomers -> Salardu
    mein Locus/OSM: 15 km /100 \1100
    3:45 Std. unterwegs


    Als wir aufbrechen, kommt gerade die Sonne hinter einem Bergrücken heraus und lässt sich in einem Baum nieder.




    Ein schöner Start in den Tag!
    Es geht ein wenig an unserem Zeltbach entlang, ein paar Felsen rauf und runter.
    Dann erreichen wir die Refuge Colomers, an der wir aber nicht anhalten.
    Wir passieren den Staudamm. Es geht noch ein Stückchen über einen Pfad hinunter,
    dann erreichen wir die Schotterstraße mit Parkplatz.
    Die queren wir, folgen einem Trail, auf dem offensichtlich gerade ein UltraRun stattgefunden hat (Fähnchen),
    erreichen wieder die Schotterpiste und folgen ihr nun für die nächsten ca. 12 km bis Salardu.
    Dabei gibt es die eine oder andere kleine Abkürzung einer Serpentine durchs Gebüsch.
    Auf der Piste kommen uns immer wieder Taxis entgegen. Ein großer Parkplatz weiter unten ist für Privat-PKW Endstation.
    Wer zur Refuge möchte oder in der Gegend wandern und sich die Schotterpiste sparen möchte, steigt in ein Taxi.
    Heute ist Samstag und prima Wetter, daher ist auch ein bisschen Betrieb.

    Ab hier geht es für uns über Asphalt. Ich spüre, dass das Profil meiner Schuhe merklich dünner geworden ist.
    Entlang der Straße finde ich viele Walderdbeeren, die wahrscheinlich etwas staubig, dennoch sehr lecker sind.
    Und genau 1 Blaubeere.
    Wie meist auf spanischer Seite sind die Wiesen von hohen Blumen bunt bewachsen, es gibt kaum Weidetiere.

    Mittags erreichen wir Salardu!
    Durch kleine Gassen gelangen wir auf die Placa Major und zur Refugi Rosta, in der ich übernachten will.













    Wie das offensichtlich bei solch langen Streckenwanderungen mit Zwischenzielen der Fall ist (ist ja meine erste, ich finde das also alles erst heraus), überschlagen sich hier im Ort für den halben Tag, den ich hier verbringe, die Ereignisse.
    Immerhin bin ich das erste Mal schon mittags im Dorf und habe also ein wenig Zeit alles zu organisieren.
    Trotzdem empfinde ich diese Dorf-Tage als anstrengender als die Wandertage. Ich genieße sie dennoch.

    In der Refugi Rosta treffe ich Manel, den Chef des Hauses.
    Er ist sehr nett und bringt uns erst einmal einen Krug Wasser.
    Dann holt er mir mein Care-Paket.
    Aber - was ist denn das!? Das ist nicht mein Paket! Und auch nicht das Amazon-Paket!
    Es steht aber mein Name mit der Refugi-Adresse auf dem Aufkleber.
    Ich packe also aus und finde - die bei Amazon bestellte große Gaskartusche.
    Ach so, der Versender verkauft nur über amazon, verschickt aber selbst in eigener Verpackung.
    Deshalb dachte Manel, das sei das Paket, das ich mir selbst geschickt hatte, nicht das amazon-Paket.
    Jetzt habe ich also 2 1/2 Gaskartuschen - aber nichts zu essen.
    Vielleicht ist mein Paket ja auch hier bei der Post?
    Es ist aber Samstag, und Manel sagt, die Post in Salardu sei Samstag und auch Sonntag geschlossen.

    Ich kann nun also entweder bis Montag Morgen warten und schauen, ob ich das Paket dann bekomme -
    oder ich plündere den kleinen Supermercado "Sol y Neve".
    Natürlich kommt nur Zweiteres in Betracht.
    Salardu ist hübsch, hier im Zentrum, aber einen ganzen Tag will ich hier nicht herumhängen.

    Ich beziehe also ein Bett im Dorm unterm Dach, hänge schon einmal meine Elektronik (Kameraakku, Powerbank) an die Steckdose und dann geht´s in den Supermercado, der um 13:30 schließt.

    Ich habe noch max. 9 Tage Zeit zum Wandern, aber nur für 3 Tage Lebensmittel übrig. Das ist ja so geplant.
    Es gibt Haferflocken für ein Müsli, aber keine Trockenmilch.
    Also kaufe ich mir nach mehrmaligem Durchstöbern der zwei Regale große Salamis, von denen ich jeden Morgen eine halbe zu essen gedenke.
    Es gibt genau 2 Sorten Tütensuppe: Hühnersuppe und Knoblauchsuppe.
    Knoblauchsuppe schließe ich aus, davon stinke ich ziemlich doll.
    Bleibt also täglich eine Hühnersuppe.
    Als Füllmaterial finde ich so kurze, dünne Suppennudeln, die ganz schnell fertig sind.
    Mein Speiseplan ist nun also noch deutlich fantasieloser als ohnehin schon.
    Müsliriegel finde ich auch nicht.
    Ich kaufe ein paar Erdnüsse und ein paar Tüten sowas Gummibärchenartiges in süßsauer.
    Nicht toll, aber ich werde überleben.

    Dann kümmern wir uns um sofortige Kalorienzufuhr.
    Meine am Atlantik recht enge Shorts bräuchte mittlerweile Hosenträger ...
    In einem Restaurant an der Placa Major bestellen wir eine Tapas-Platte.
    Dann esse ich einen großen Salat mit Ziegenkäse, Nüssen, Rosinen, ... Danach ein Omlett.

    Hier in Salardu trennen Jörn und ich uns wieder.
    Jörn muss sich auf den Rückweg nach Gavarnie zu seinem Fahrrad machen und in die Schweiz zurück radeln.
    Daher unterbrechen wir kurz die Völlerei und setzen uns in die Refugi Rosta mit free WiFi.
    Wir haben beide einiges zu planen.

    Ich bin hier in Salardu tatsächlich 2 Tage früher als geplant eingetroffen.
    Das liegt daran, dass wir keinen Pausentag brauchten und dass wir auf der 3-Tage-Variante die 4-Tage-Pässe-Tour umgangen haben.

    Ich wollte von hier aus noch bis El Serrat in Andorra laufen und von dort über Barcelona nach Hause reisen.
    Wenn ich es schaffe, noch einen Tag rauszulaufen (was ich für gut möglich halte),
    könnte ich auch bis l´Hospitalet-pres-l´Andorre kommen.
    Das hätte für mich einige Vorteile:
    - Ich hätte die alpinen Berge hinter mir.
    Da ich die Tour im Oktober fortzusetzen hoffe, ist dann die Gefahr von verschneiten Pässen geringer.
    - Ich hätte 2 Tage weniger bis ans Mittelmeer, was die Chance erhöht, tatsächlich dort im Herbst anzukommen
    und damit das gesamte Projekt HRP in diesem Jahr abzuschließen. Das wäre toll!

    Ich finde heraus, dass ich auch von l´Ho-p-l´A gute Anbindung habe.
    Das Wetter soll ebenfalls sommerlich bleiben.
    Gute Karten!

    Bei unseren Internet-Recherchen geht schon meine erste Tüte Gummizeugs drauf.
    Nicht schlimm, der Laden macht abends wieder auf.

    Als wir uns dann verabschiedet haben, gehe ich erst einmal duschen! Herrlich!
    Dann plane ich meine weitere Route auf der Übersichtskarte, trage die Strecke ein,
    lese im Guide Book, trage mögliche/empfohlene Zeltplätze in meine OSM ein, ...
    Dann ist es so weit, dass der Laden wieder öffnet.
    Ich ersetze meine inhalierte Tüte Gummizeugs durch 3 neue, finde nun auch die Trockenmilch (die ich aber jetzt nicht mehr brauche), kaufe mir noch ein Eis, das ich gleich vor dem Laden esse, ...
    Mit weiteren Fressalien setze ich mich auf die Placa Major auf eine Bank am Brunnen und esse und trinke weiter.
    Es ist wirklich unglaublich, was ich in diesen paar Stunden hier alles in mich hinein stopfe!




    Ein Wildschwein ist passenderweise meine Gesellschaft.




    Dann wird ein Tisch an der Refugi Rosta frei und ich ziehe dahin um.
    Ich bestelle einen cafe con leche (problemlose Lieferung, obwohl schon fast Abend ) und beobachte das Dorfleben.
    Das ganze Dorf scheint eine große Familie zu sein. Sehr schöne, fröhliche, lockere Stimmung.
    Man hat zu tun und trotzdem Zeit, sich mit seinen Nachbarn, Freunden, Bekannten auf der Straße ausgiebig zu unterhalten.

    Nun wird es höchste Zeit für´s Abendessen
    Ich könnte einmal die ganze Karte rauf und runter bestellen.
    Schließlich bestelle ich ein paar große Brotscheiben, geröstet, mit Tomaten, Oliven, Tunfisch und frischem Oregano.
    Sehr lecker!
    Und zum Nachtisch noch eine Art Creme brullee.
    Dann höre ich mal auf zu essen, weil es erstens nun draußen ziemlich frisch wird und ich zweitens der letzte Gast bin, der noch hier herumsitzt. Sonst hätte ich noch ...

    Als ich bei Manel bezahle und ihm sage, dass ich morgen schon um 7:00 Uhr los will und also zum Frühstück (ab 8:15) nicht mehr hier bin,
    verspricht er, mir Frühstück hinzustellen, Kaffee in einer Thermoskanne.
    Dann bringt er mir einen Karton, in dem einige Reste anderer Wanderer auf Bedürftige warten.
    Tütensuppen, Trekking-Mahlzeiten, Müsli-Riegel, Milchpulver, ...
    Na toll! Hätte er mir ja auch gleich geben können, als wir darüber gesprochen haben, was ich jetzt mache, da mein Paket nicht angekommen ist.
    Jetzt "nötigt" er mich, mir noch mehr Müsli-Riegel, Mahlzeiten etc. unbedingt mitzunehmen. Seien sehr gute Sachen!
    Jaja, aber jetzt ist mein Rucksack voll, und ich will nicht mehr tragen, als ich essen kann.
    Gut, einige holländische Riegel und einen deutsch beschrifteten dehydrierten Gulasch-Eintopf packe ich noch ein. Dafür lasse ich eine meiner zwei verbliebenen halbvollen Gaskartuschen hier.

    Also, liebe Pyrenäenwanderer:
    Wenn ihr nach Salardu kommt, kann ich die Refugi Rosta wärmstens empfehlen!
    Manel ist wirklich sehr nett!
    Das Haus liegt mittendrin an dem hübschen, alten Platz.
    Der Dorm ist prima, die Dusche auch! (Außer mir nur 1 Gast im Dorm.)
    Das Haus beherbergt ein regionales Museum, für das ich leider keine Zeit hatte.
    Das Haus selbst ist aber auch fast ein Museum. Sehr hübsch gemacht!
    Und bevor ihr in den Laden geht, fragt Manel nach dem Reste-Karton!

    Damit endet der 3. Abschnitt meiner Pyrenäen-Durchquerung!
    Material und Träger sind weiterhin wohlauf und unversehrt!
    Geändert von Meer Berge (09.11.2018 um 22:25 Uhr)
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  12. AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #92
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    ... Material und Träger sind weiterhin wohlauf und unversehrt! ...
    Liest sich echt klasse, dein Bericht !!!
    Jedes mal ein kleiner Endorphin-Kick und ein Vorfreude-Impuls auf meine Fortsetzung der Tour im nächsten September. Danke.

    LG Klaus
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  13. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    #93
    Zitat Zitat von ticipico Beitrag anzeigen
    ein Vorfreude-Impuls auf meine Fortsetzung der Tour im nächsten September.
    Danke schön, Klaus, das freut mich sehr!
    Ich werde gerade beim Schreiben und Foto-Sichten auch schon wieder ganz hibbelig und würde am liebsten sofort wieder los!

    Liebe Grüße,
    Sylvia
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  14. Fuchs
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    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #94
    Sonntag, 5.8.2018 (27.Tag)
    Salardu -> Estanyola del Clot de Moredo (nahe Ref. Garcia Airoto)
    Locus/OSM: 17 km /1600 \650
    9:45 Std. unterwegs


    Im Dorm war es trotz geöffneten Fensters ziemlich warm.
    Erst spät bin ich eingeschlafen, aber mein Wecker würde um 6:30 piepen.
    Ich bin jedoch kurz vorher wach und stelle ihn aus, um meinen Mitbewohner nicht zu wecken.
    (Er ist gestern einen dieser UltraRuns mitgelaufen und will heute einen weiteren mitrennen.
    1000 Hm auf einen Berg rauf und gleich wieder runter.
    Nichts für mich, da hat man ja gar keine Zeit mal zu gucken und Fotos zu machen
    Das ganze Wochenende sind hier solche Läufe, ein Festival für Schnelle.)
    Meinen Rucksack habe ich aus demselben Grund schon abends soweit möglich gepackt.
    Nun schleiche ich mich aus dem Schlafraum und die Treppe hinunter und finde




    Toll!!!
    Ein richtiges Frühstück!
    Eine Thermoskanne mit noch richtig heißem Kaffee, dazu Milch und Zucker.
    Croissant, Brot, Butter, Marmelade und Frischkäse, eine Birne und ein ganzes Schüsselchen Kirschen, dazu sogar ein paar Stücke Schokolade!
    Super! Vielen Dank, Manel & Team!
    Eindeutig noch einmal eine Empfehlung für die Refugi Rosta!

    Natürlich inhaliere ich alles restlos!
    Naja, fast. Die Birne nehme ich mit und einige Stücke Schokolade stecke ich in die Tüte zu den restlichen Trockenfeigen.
    Nebenbei packe ich meinen Rucksack fertig und schreibe Manel einen kurzen Abschiedsgruß+Dank auf ein Zettelchen.

    Um 7:15 Uhr geht es los.
    Beschwingt nach einem halben Ruhetag und mächtig Kalorien-Zufuhr laufe ich los. Bis zum Sonnenaufgang dauert es noch etwas (hier im Tal), aber es ist schon hell genug.

    Die Plaza Major am frühen Morgen.



    Als ich das Dorf verlasse, treffe ich um diese frühe Stunde tatsächlich einen anderen Wanderer.
    Er steht vor dem Laden (wann macht der auf?) und hat seinen Rucksack abgesetzt.
    Und der zieht meinen Blick an: Es ist der gleiche wie meiner!
    Ein amerikanisches Modell, das ich in Europa noch an keinem anderen Wanderer gesehen habe.

    Ich spreche ihn im Vorübergehen an: Nice backpack!
    Er schaut, wir grinsen beide. Ich laufe aber weiter, obwohl das die perfekte Gelegenheit zum Gear Talk wäre.
    Meine Beine sind aber schon vorbei.

    Es geht ein wenig die Dorfstraße hinauf, dann runter an einen Bach, wo die Straße in einen Pfad übergeht.
    Auch hier waren oder sind wohl Rennen.




    Ein wenig höher habe ich einen netten Blick zurück auf Salardu und die umgebenden Berge.




    Über den Pfad erreiche ich Bagergue, ein von der Zeit vergessenes Dorf, in dem aber scheinbar einige der alten Häuser als Feriendomizile restauriert werden.




    Ich verlasse das Dorf auf einem Pfad, der mich auf eine holprige Schotterpiste führt.
    Dieser folge ich eine ganze Weile leicht bergauf, läuft sich prima.
    Unter mir liegt das Skigebiet von Baqueira.
    Schließlich muss ich noch einen Ausläufer des Skigebietes queren, einen großen Parkplatz, Lifthäuschen, Liftanlagen.
    Schnell bin ich hier durch und nach ein wenig Suchen finde ich den richtigen Pfad, der über eine Wiese und dann durch ein Bachtal bergauf diesen Zirkus verlässt.

    Gerade, als es wieder so richtig schön wird, sehe ich vor mir, an einen dicken Stein gelehnt, den Zwilling meines Rucksacks samt seinem frühstückenden Träger wieder.
    Der muss über die Straße statt am Bach entlang gelaufen sein.
    Nun kommen wir ins Gespräch.
    Schnell stellt sich heraus, dass Jan auch aus Deutschland ist und ebenfalls die HRP läuft.
    Wir quatschen und quatschen, ähnliche Erlebnisse, Ausrüstung, ...
    Jan hat die hohen Pässe gemacht, die ich umgangen habe,
    hat sich dafür aber in Gavarnie feste Bergschuhe, Steigeisen und Pickel gekauft und seine Trailrunner an den Rucksack gebunden.
    Irgendwann beschließen wir, dass wir mal weitergehen sollten.
    Eigentlich bin ich gerade ganz froh, nun wieder alleine unterwegs zu sein. Aber Jan ist total nett.
    Naja, wir können uns ja jederzeit wieder trennen, wenn es vom Tempo oder so nicht passt.
    Eindeutig ein Vorteil gegenüber einer geplanten Wanderpartnerschaft.

    Wir kommen an den ersten See des Tages.




    Danach endet der Pfad.
    Wir suchen uns den Weg über eine große Grasebene, finden heraus, welches wohl unser Pass ist,
    und wie wir am besten weglos über Geröll und Gras dorthin und hoch kommen. Ganz schön steil.
    Auch Jan ist natürlich schneller als ich, was keine Kunst ist , aber scheinbar nicht sooo viel.
    Ich muss wieder aufpassen, dass ich nicht mehr Gas gebe als ich auf den ganzen Tag gesehen durchhalte.

    Als ich am Pass angeschwitzt komme, sitzt Jan schon auf dem Gipfel, dem Tuc de Marimanha.
    Das ist eine richtige Kletterei über und um kühlschrankgroße Felsblöcke.
    Schließlich sitze ich neben ihm obenauf.
    Zeit für eine Pause.

    Am Pass, dahin geht es weiter.



    Daher kommen wir.



    Blümchen fotografieren ist immer eine gute Ausrede zum Verschnaufen




    Am Gipfel essen und trinken wir etwas und genießen die Aussicht.
    Meine Schokolade vom Frühstück hat sich als Glasur um die restlichen Feigen gelegt.
    Ich muss die Tüte auf links drehen und auslutschen. Ziemlich lecker!
    Aber anschließend ist sie für weitere Einsätze nicht mehr zu retten.


    Am Col. Über diesen Grat geht es weiter.



    Über den Kamm geht es 70 m runter und natürlich wieder rauf,
    dann in einem Bogen um diesen Lac Gelat de Rosari herum und an der Kante entlang auf und ab
    bis zum letzten Pass, dem Col de Airoto.




    Hier geht es nun steiler an einem Schneefeld entlang hinunter und ein schier endloses Blockgelände beginnt.
    Kamera und Stöcke verschwinden im/am Rucksack.
    So lässt es sich leichter über die Blöcke vom Format Koffer bis Auto klettern, was wir die nächsten Stunden tun werden.
    Erst sind wir vielleicht etwas zu weit abgestiegen. Dann wird uns klar, dass wir gar nicht so tief runter müssen, denn wir wollen weder an den See noch zu der Refuge Garcia Airoto, die das "offizielle" Etappenende darstellt.
    Wir wollen gleich über den Pass und an einem kleinen See zelten.
    Daher müssen wir immer wieder versuchen, um große Gebüsch-Areale, Steilstufen, Felder mit zu großen Blöcken, tiefe Geländeeinschnitte ... zu navigieren und trotzdem unsere Richtung einzuhalten.
    Es gibt weder Markierungen noch Steinmännchen.
    Eine ganz schöne Plackerei.
    Ich mag solches Blockgelände eigentlich gerne. Diese Mischung aus ein bisschen klettern, Boulderhopping, Wegsuche - ein bisschen Abenteuer.
    Aber als ich dann irgendwann endlich am Pass ankomme, reicht es mir völlig mit Boulderkram für heute.

    Am Col de Clot de Moredo.
    Unten liegen die Seen, dazwischen muss die Hütte sein.



    Auf der anderen Seite geht es für uns hinunter.
    Auf meiner Karte sind 2 unterschiedliche Routen eingetragen. Der nun gut erkennbare Pfad geht woanders lang.
    Offensichtlich führt er aber ebenfalls in das Tal zum See runter, geht gar nicht anders.
    Also nehmen wir ihn.

    Er führt am rechten Rand des Tales hinunter und läuft etwas oberhalb des Sees entlang.
    Wir steigen zum See hinunter und schlagen unsere Zelte auf.
    Der See hat einen Zufluss, aber der Abfluss verschwindet nach ein paar Metern in einem Loch im Gestein.




    Ich sehe, dass Jan ein Z-Packs hat, auch ein amerikanisches Modell. In D nicht so leicht zu bekommen.
    Das hatte ich auch in der engeren Auswahl, als ich meins gekauft habe.
    Ich hatte es noch nie in Natura gesehen und freue mich jetzt, es tatsächlich hier live zu sehen -
    und den Hausherrn darüber ausfragen zu können.
    Jan geht es mit meinem Tarptent ähnlich.
    So gibt es also erstmal Hausbesichtigungen und beim/nach dem Essen viel zu erzählen.






    Nebenbei:
    Gerade mal ausprobiert in Locus+OSM:
    Der Col liegt auf 2479m (Angabe am Punkt, passt zu den Höhenlinien)
    Der See liegt auf 2221m (Angabe der Karte für den Punkt, passt auch zu den Höhenlinien)
    Wenn ich nun den Routenplaner diese Strecke "ausmessen" lasse, sagt er mir, dass sie 0m nach oben (richtig) und 194m nach unten geht. Laut Höhenangaben müsste es aber 258m nach unten gehen. Immerhin auf der kurzen Distanz ein Unterschied von über 60 Hm. ...
    Auf der anderen Strecke vom Col zum See habe ich dasselbe Ergebnis.
    Wie kommt das? Das ist ja nun innerhalb des Systems, nicht im Vergleich zu einem anderen Gerät/Karte ...
    Also, bitte die Angaben zu Strecke und Höhe nicht gar zu genau nehmen.
    Meine und Jörns Angaben lagen ja auch immer einiges auseinander.
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  15. Fuchs

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    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #95
    Als ich am Pass angeschwitzt komme, sitzt Jan schon auf dem Gipfel, dem Tuc de Marimanha.
    Das ist eine richtige Kletterei über und um kühlschrankgroße Felsblöcke.
    Schön! Da hab ich einmal gekniffen, den Anstieg fand ich sehr, sehr steil- und oben am Pass und wollte ich nicht weiter- bin dann "einfach" auf der anderen Seite wieder runter und dort zur Refugi Airoto. Ist Glaube ich, nicht wirklich einfacher als der normale "Weg" oben rum- außer nicht so Luftig...

    2017 hab ich' s nochmal versucht- da war das Wetter zu schlecht um Tuc de Marimanha hinauf zu gehen. Alternative für nicht zu schlimmes Wetter ist dann über den Coll de Rosarie zu laufen.....

    Refugi Rosta- da wollte ich auch hin- hatte aber beides male schon zu/ oder erst am Abend offen - da bin ich dann woanders hin....

    LG Folko
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  16. Fuchs
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    #96
    Zitat Zitat von Nicki Beitrag anzeigen
    2017 hab ich' s nochmal versucht- da war das Wetter zu schlecht um Tuc de Marimanha hinauf zu gehen. Alternative für nicht zu schlimmes Wetter ist dann über den Coll de Rosarie zu laufen.....

    Refugi Rosta- da wollte ich auch hin- hatte aber beides male schon zu/ oder erst am Abend offen - da bin ich dann woanders hin....
    Ja, das war schon interessant da rauf zu klettern. Und drüben wieder runter.

    Vielleicht kann man auch aus der Ebene von den Estanys de Dalt de Baciver nach Norden zum Pas de la Ferradura rauf und dann über den Grat zum Marimanha? Aus der Richtung kam ein Pfad, der am Gipfel vorbei lief.
    Dann hätte man nicht über den Gipfel "gemusst". War aber schon nett da oben

    Du bist über den Col de Rosari und dann - nach SW runter? Das sieht machbar aus und gar nicht soooo geröllig? Auf meiner Karte zumindest ...

    Liebe Grüße,
    Sylvia
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  17. AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    #97
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Nebenbei: Gerade mal ausprobiert in Locus+OSM:
    Der Col liegt auf 2479m (Angabe am Punkt, passt zu den Höhenlinien) ...
    ein Unterschied von über 60 Hm. ... Wie kommt das?
    Bei "meiner" Karte (openmtbmap) und auch in der opentopomap hat der Col del Clot de Moredo ein Höhe von 2429m und der See 2224m. Ergibt eine Differenz von 205 hm. Dann würde die Routenberechnung von Locus (194m) schon besser passen. Es bleibt noch die Unschärfe von 11 hm.
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  18. Fuchs

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    #98
    Vielleicht kann man auch aus der Ebene von den Estanys de Dalt de Baciver nach Norden zum Pas de la Ferradura rauf und dann über den Grat zum Marimanha?
    In der Alpina Karte / Val d' Aran" ist da ein ein Pfad eingezeichnet. Aber das heisst nicht immer das da ein Pfad ist- sondern nur es ist möglich....
    Einmal bin ich direkt vom Col unterhalb des Marimanha auf der anderen Seite runter
    Recht steil runter und dann durch ein großes Blockfeld weiter


    letztes jahr dann über den Col de Rosari- bei mist Wetter... aber dann nach Osten ....
    Du bist über den Col de Rosari und dann - nach SW runter? Das sieht machbar aus und gar nicht soooo geröllig? Auf meiner Karte zumindest ...
    Das ist einfacher da nicht so größe Blöcke


    KARTE !

    Als Schlechtwetter Alternative- von Salardu nach Norden- über Montgarri. Ich denke Einfach- bin ich aber nicht gelaufen
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  19. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    #99
    Montag, 6.8.2018 (28. Tag)
    Estanyola del Clot de Moredo -> Bassa Sobriu ("tiny lake 3.30 h after Alos d´Isil")
    16 km /900 \1050
    7 Std. unterwegs


    Als ich um 7:00 Uhr aus meinem Schlafsack krabbel, packt Jan gerade sein Zelt ein und ist dann abmarschbereit
    Wir hatten keine Zeit ausgemacht, hatten wohl nicht einmal darüber gesprochen, ob wir heute gemeinsam weiterlaufen wollen.
    Jetzt verabreden wir uns jedoch für "später in Alos d´Isil".
    Jan will da auf mich warten. Soll aber einfach weiterlaufen, wenn ihm das zu lange dauert.

    Ich will frühstücken, muss aber erst einmal den Sonnenaufgang fotografieren.







    Frühstück gibt es jetzt kalt. Eine halbe Salami und ein Achtel eines festen Schafsmilchkäses der örtlichen Bauern.
    Schmeckt nicht schlecht, wäre ein guter Mittagssnack. Jetzt vermisse ich aber mein heißes Müsli.

    Über einen herrlichen Wiesenpfad zwischen Blumen geht es recht gemütlich das Tal hinunter.

    Unser kleiner Estanyola.






    Dann treffe ich auf den Schotterweg. Das Guide book meint, trotz der Abkürzungen folge man besser einfach dem Fahrweg.
    Und das mache ich auch. Der läuft sich prima. Die Abkürzungen sind erodierte und überwucherte Rinnen.
    Weil sich das so entspannt, locker und knieschonend läuft, verpasse ich an einer Stelle einen Abzweig nach links und folge weiter dem Hauptweg.
    Als mir die Serpentine dann doch irgendwann sehr lang zu werden scheint, schaue ich auf die Karte.
    Oh, 2 km zu weit gelaufen ... Ich lande in Bordes de Lapre
    Eine Ansammlung von Almhütten aus Feldsteinen. Hübsch hier!




    Gut, dass es hier eine Serpentine gibt, die mich wieder in die richtige Richtung bringt.
    Jetzt passe ich gut auf, nicht wieder den Nebenweg zu verpassen.
    Der ist aber tatsächlich nicht ganz einfach zu erkennen, denn er ist mit Wiese und hohen Blumen ziemlich begrünt.
    Hier ist ewig niemand mehr gefahren. Und gelaufen scheinbar auch nicht.
    Sobald ich ihn gefunden habe, kann ich ihm aber leicht folgen. Es ist ziemlich heiß.
    Viele große, bunte Schmetterlingen flattern hier von Blume zu Blume.
    Der Weg ist richtig schön! Ich bin aber sicher eine gute Stunde länger unterwegs als auf dem rechten Weg.
    Jan ist nun sicher längst aufgebrochen.
    Ich erreiche dann den Bach, dem ich auf einem Pfad schon längst folgen sollte.
    Eine wunderschöne Stelle. Der Bach wird ein wenig gestaut und bildet eine Art kleinen See.
    Auf sehr rutschigen Steinen kann ich ihn queren. Hier sollte doch ein Pfad sein!?
    Durch Sumpf und Unterholz folge ich dem Wasser und treffe dann tatsächlich auf Wegspuren.
    Diese führen mich schließlich nach Alos d´Isil hinunter.

    Ein hübsches Dorf, eng aneinander gedrückte, uralte Feldsteinhäuser.
    Alles sympathisch schief.










    Unter großen Platanen im Schatten auf einer Bank finde ich Jan!
    Er hat tatsächlich die ganze Zeit gewartet!
    Toll! Danke! Das ist ja nett!
    Eine kurze Pause brauche ich in der Hitze hier aber auch.
    Vor der Kirche lädt ein Brunnen zum Trinken ein.







    Wir haben noch ein paar Kilometer und ein paar Höhenmeter vor uns.
    Den "tiny lake 3:30 h after Alos d´Isil" peilen wir als Zeltplatz an.

    Im Dorf treffen wir noch auf lustige Schnitzereien.




    Durch ein paar Sträßchen mit hübschen Steinhäusern verlassen wir diesen gemütlichen Ort.







    Nun müssen wir einige Kilometer über ein Sträßchen laufen. Puh, ist das heiß!
    Dann über eine Brücke und einige Kehren eine Schotterstraße hinauf. Knallheiß.
    Auf einem Pfad geht es dann weiter hinauf durch "Wald" und Wiese. Sauna!
    Ein Bach! Das Wasser soll hier laut Guide von schlechter Qualität sein.
    Sieht aber gut aus. Riecht auch nicht unangenehm oder so.
    Ich habe sowieso keinen Filter oder Tabletten und trinke es einfach.
    Jan filtert. So lerne ich den Sawyer Mini kennen.
    Geht schneller als ich gedacht habe.
    Nach dieser inneren Abkühlung steigen wir weiter auf und erreichen ein Plateau.
    Von hier müssen wir noch einen letzten Anstieg bei Backofen-Temperaturen meistern.
    Als wir an dem kleinen See ankommen, bin ich echt durch. Obwohl der Weg weder weit noch anstrengend war.
    Aber die Hitze war heute besonders heftig. Ich habe leichte Kopfschmerzen. Sich auch daher.

    Sobald die Zelte stehen, kommen neugierige Kühe und beäugen erst einmal, was da in ihrem Futter steht.




    Es ist erst 16:00 Uhr, als wir hier ankommen. Noch reichlich Zeit für den Haushalt und dann ein wenig relaxen, quatschen, genießen.

    Fast wie Urlaub
    Geändert von Meer Berge (11.11.2018 um 20:52 Uhr)
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  20. Fuchs
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    Zitat Zitat von ticipico Beitrag anzeigen
    Bei "meiner" Karte (openmtbmap) und auch in der opentopomap hat der Col del Clot de Moredo ein Höhe von 2429m und der See 2224m. Ergibt eine Differenz von 205 hm. Dann würde die Routenberechnung von Locus (194m) schon besser passen. Es bleibt noch die Unschärfe von 11 hm.
    Du hast Recht und ich brauch ´ne Brille!
    Habe die 2429 als 2479 gelesen.
    Der Zeltplatz neben dem See ist in der Karte etwas niedriger als der See , ich bin aber nicht abgesoffen.
    Gut, 11 Hm Differenz ist zu verkraften.

    Ich danke dir für die Korrektur!

    Liebe Grüße,
    Sylvia
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