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  1. Fuchs
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    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    Mitreisende: Meer Berge
    Zitat Zitat von Nicki Beitrag anzeigen
    In der Alpina Karte / Val d' Aran" ist da ein ein Pfad eingezeichnet. Aber das heisst nicht immer das da ein Pfad ist- sondern nur es ist möglich....
    Immerhin ist da ein "möglich" eingetragen. Für die HRP, weder für HRPE noch für HRPV aus der OSM sind da überhaupt Pfade eingezeichnet. Die TonJoostenRoute ist eigentlich schön, aber durch die 2 km durch die großen Blöcke sehr zeitraubend. Er schreibt aber auch "very demanding" zu dieser Etappe. Das ist einmal der weglose, steile Aufstieg zum Col am Marimanha und dann das Boulderstück zwischen Col de Airoto und Col de Clot de Moredo. Der Weg dazwischen ist schön zu laufen.

    Aber interessant, wie unterschiedlich die Karten sind. Auf deiner verlinkten Karte sind z.T. ganz andere Wege drauf als auf meiner OSM.

    Liebe Grüße,
    Sylvia


    P.S. Ich möchte schon wieder hin!!!
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  2. Fuchs
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    AW: [FR] [ES] [AND] Pyrenäen - HRP "light"

    Dienstag, 7.8.2018 (29.Tag)
    Bassa Sobriu -> Ebene am Riu Guerosso
    15 km /1050 \1100
    10 Std. unterwegs


    Eigentlich bin ich ja gar kein Morgenmuffel oder Langschläfer, sondern ein richtiger Frühaufsteher.
    Aber morgens um 6 ist es Anfang August hier noch relativ dunkel. Und ziemlich frisch.
    Trotzdem koche ich mir eine meiner letzten verbliebenen drei Müsli-Rationen.
    Um 7:30 Uhr sind wir beide startklar und machen uns auf den Weg zum ersten von drei Pässen heute.
    Obwohl mittlerweile die Sonne scheint, laufe ich noch mit Mütze und Jacke los.




    Der Guide verrät uns schon, dass wir zwei falsche Pässe (nur Geländestufen) zu erwarten hätten,
    bevor wir am tatsächlichen Col de la Cornella ankämen.
    Und dass es eher wenig Markierungen und Pfade geben würde, dafür aber reichlich Geröll und Schutt.
    Ich finde den Aufstieg nicht so schlimm.
    Vor dem letzten Aufschwung zum Col machen wir eine "kurze" Pause.
    Dabei geraten wir aber immer tiefer ins Philosophieren.
    Das macht richtig Spaß!
    Schließlich erinnern wir uns daran, dass wir ja noch ein Stück Weg vor uns haben.
    Außerdem wird es ein wenig frisch, wir sitzen zwischen einigen Schneefeldern.
    Also müssen wir die großen Fragen der Welt erst einmal ungeklärt lassen

    Den Anstieg finde ich nicht so "schlimm" wie erwartet.




    Der Abstieg auf der anderen Seite geht an einer Felswand entlang durch ein etwas steileres Schotterfeld hinunter, aber wenn man vorsichtig geht, ist das auch da kein Problem.

    Nun wandern wir zwischen zwei Seen hindurch über ein Plateau, dann am Hang entlang recht gemächlich zum Col de Curios hinüber und weiter hinauf auf den 3. Pass, den höchsten für heute, Col de Calberante.




    Wir treffen eine Seekuh, die sich bereitwillig als Vordergrundmodel in Position bringt.
    So professionell, wie sie schaut, macht sie das nicht zum ersten Mal.






    Von hier aus geht es feste bergab zu den Gallina-Seen.
    Am Estany Major de la Gallina treffen wir auf eine ganze Herde Einheimischer.
    In diesem Teil Spaniens sind scheinbar doch einige Weidetiere unterwegs.




    Weiter geht es an dieser schönen Seenkette entlang.




    Zum letzten Gallina-See, dem Inferior, geht es noch einmal eine ordentliche Geländestufe hinunter.
    Sie ist mit Steinmännchen markiert.
    Es sind aber so viele Steinmännchen, die in alle möglichen Richtungen weisen, dass man sich letztlich doch seinen eigenen Weg suchen muss.
    Zwischen roten und gelben rund geschliffenen Felsbuckeln fließt ein ganzes Bachdelta hinunter.
    Wir verlieren uns bei der Wegsuche aus den Augen, treffen uns in dem Labyrinth wieder,
    nehmen einen anderen Felsen, einen anderen Bach und finden beide unterschiedliche Wege hinunter.
    Aber die schwierige, ausgesetzte Stelle aus dem Guide finden wir beide nicht.







    Am Ufer des Estany Inferior de Gallina geht es entlang, bis wir wieder auf eine spannende Stelle treffen:
    Den Ausfluss des Sees.
    Hier heißt es, dass es schwierig sein kann, den Bach zu queren. Ein beherzter Sprung über eine Schlucht?
    Wer das nicht mag, könne tief hinunter zu einem See am Bach entlang absteigen und auf der anderen Seite wieder rauf,
    um zur Refugi Enric Pujol zu gelangen.
    Uns ist das eigentlich egal, denn wir wollen nicht unbedingt zu der Refuge und würden sowieso an dem See vorbei laufen.
    Neugierig sind wir auf die Stelle aber schon.
    Kurz vor der Refuge kommt der kleine Canyon.
    Über einen Uferfelsen kann man aber ganz gut zum Bach hinunter klettern.
    Bei diesem Wasserstand kann sogar ich mit einem großen Schritt das andere Ufer erreichen.
    Bei höheren Wasserständen dürfte der Bach aber nicht nur tiefer, sondern auch reißender und breiter sein.

    Ein paar Meter hoch und dann sind wir bei der Refuge.




    Eine Blechdose, gegen alle Wetter, Schnee und Stürme gesichert.
    Innen finden wir ein paar Etagenbetten mit Matratzen, ein Tischchen, einen Stuhl, Feuerlöscher, 1. Hilfe Kasten.
    Spartanisch, aber genug zum Übernachten oder zum Schutz vor den Elementen.

    Pause machen wir hier nicht. Ich trage kein Wasser mit mir herum, daher möchte ich bis zum nächsten Bach warten.
    Wir steigen also zu diesem toll gelegenen See hinunter und weiter, bis wir ein hübsches Plätzchen gefunden haben, sogar mit Wasserfall.




    Auf halbem Weg nach Noarre hinunter beginnt es leicht zu regnen.
    Wir stellen uns unter einer großen Kiefer unter.
    Erst sieht es nur nach einem Schauer aus, doch es wird ein Dauerschauer, dessen Intensität stetig zunimmt.
    Die Kiefer hält nicht mehr dicht und wir müssen die Regengarnitur überziehen.
    Wann hatte ich denn die zuletzt an? Kurz mal an der Refuge d´Arlet! Das war Tag 10!
    Ist das normal oder habe ich riesiges Glück?

    Der Regen wird eher stärker und wir beschließen, einfach weiter zu laufen.
    Die Kamera verschwindet im Rucksack.
    Etwas vorsichtiger, denn die Felsen und Wurzeln wurden im nassen Zustand natürlich rutschiger.
    Und auch der Erdboden, der natürlich matschig wird.
    Als wir in Noarre ankommen, schüttet es regelrecht. Es beginnt sogar kräftig zu hageln!
    Wir stellen uns in der Einfahrt einer Scheune unter.

    Wir warten.
    Ich hoffe noch auf Trockenheit, denn ich würde mich hier gerne ein wenig umsehen.
    Noarre liegt mitten auf der Wiese. Eine Handvoll uriger Häuser ohne Straßenanschluss.
    Zwischen den Häusern gibt es nur Fußpfade.
    Mittendrin ein Brunnen. Sehr schön hier! Und sehr nass.

    Jan hat mehr Erfolg als ich und bekommt Handy-Empfang.
    Der Wetterbericht hat für heute nur noch Regen im Programm.
    Morgen bewölkt, aber eher trocken.
    Übermorgen Dauerregen Dann weiterhin wechselhaft.

    Schließlich lassen Hagel und Regen nach.
    Ich habe in meiner Karte eine Zeltmöglichkeit eingetragen auf einem Plateau,
    von hier ca. 400 Hm und 3 km entfernt.
    Da wollen wir hin.
    Der Weg ist hübsch.
    Erst flach am Hang entlang durch schöne Wiesen, am Schluss die Höhenmeter auf gutem Pfad.

    Als wir hier das Plateau erreichen, regnet es nur wenig.
    Schnell finden wir eine geeignete Insel im Delta des Riu Guerosso, nicht zu steinig, nicht zu sumpfig, überflutungssicher.
    Schnell sind die Zelte aufgebaut und schnell sind sie eingerichtet,
    schnell ist nun noch Wasser aus einem Bacharm geschöpft, das für die Nacht und den Morgen reicht.
    So ist jeder von uns für alle Wetter gerüstet und braucht nicht mehr nach draußen.
    Ich ziehe mich warm an und koche eine der 6 Hühnersuppen mit den feinen Nudeln,
    die nur kurz in der heißen Suppe ziehen müssen, um gar zu werden.
    Gewärmt von außen, gewärmt von innen. So geht´s gut.

    Von der nächsten Tagesetappe (laut Guide) zur Refuge de Certascan haben wir schon 2/3 geschafft.
    Bei gutem Wetter hätte ich so bald den zusätzlichen Tag herausgelaufen, mit dem ich bis l´Hospitalet käme.
    Bei der momentanen Wettervorhersage bin ich mir aber nicht so sicher ...
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  3. Erfahren
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    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Eigentlich bin ich ja gar kein Morgenmuffel oder Langschläfer, sondern ein richtiger Frühaufsteher.
    ... ...
    Das macht richtig Spaß!
    ... jaa .. ich hatte mich ja vor ein paar Tagen schon begeistert bei @Nicki's Tourbericht geäussert, aber das was ihr/du von der HRP berichtet (meinen aufrichtigen Dank dafür!) ist für mich vom Feinsten .. da will ich in diesem Leben auf jeden Fall auch mal hin (der Joosten ist bereits bestellt) .. on verra ce qu'il se passera

    By the way: wären wir uns zufällig zur gleichen Zeit in "Estanyola del Clot de Moredo" begegnet, dann wäre da sogar noch ein Dritter im Bunde der GG-Crown2-Träger gewesen *grins*

  4. Fuchs
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    Zitat Zitat von SiSler Beitrag anzeigen
    ... der Joosten ist bereits bestellt
    Vielen Dank, freut mich sehr, dass dir der Bericht gefällt!
    Wenn es nicht ganz eilig ist, würde ich den Ton Joosten noch einmal nach Hause schicken.
    Denn Tom Marten (oder so ähnlich) war dieses Jahr zur Recherche unterwegs und ist dabei, die Neuauflage zu übernehmen.
    Die soll im kommenden Frühjahr herauskommen.

    Ha, noch ein Crown2! Dann hätten wir ja schon einen Verein gründen können!

    Also dann vielleicht bis nächsten Sommer in den Pyrenäen!
    Wenn dich jemand anspricht mit "Nice Backpack", dann bin ich das!

    Viele Grüße,
    Sylvia
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  5. Erfahren
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    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Wenn es nicht ganz eilig ist, würde ich den Ton Joosten noch einmal nach Hause schicken.
    Denn Tom Marten (oder so ähnlich) war dieses Jahr zur Recherche unterwegs und ist dabei, die Neuauflage zu übernehmen.
    Die soll im kommenden Frühjahr herauskommen.
    ... bis Frühjahr ist noch "lang" und ich bin bereit dann gerne auch noch die Neuauflage zu konsumieren, gehört ja schliesslich auch gewissermaßen zur Vorfreude. Ich bin mir derzeit *leider* unsicher, ob ich die HRP für nächstes Jahr bereits auf die Reihe bekommen werde (leider sind die Urlaubstage begrenzt und ich habe noch eine offene Rechnung in den Rocky Mountains), aber man weiß ja nie was wirklich kommt .. ein "Nice Backpack" in den Pyrenäen wäre auf jeden Fall herzlichst willkommen // ich werde deinen Bericht jedenfalls bis zur Ankunft am Mittelmeer mit großer Freude weiterverfolgen

    Gruß

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