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  1. Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #1
    Ich war neulich mit einer noch ziemlich neuen Regenjacke mit Goretex Pro unterwegs und bin dabei fast ertrunken. Möglicherweise war der Dampddruckgradient zuletzt einfach zu gering, ich schwitze um Faktor 100 mehr als Herr Gore für möglich gehalten hätte oder die Membran ist einfach nicht (mehr) durchlässig genug.

    Nutzungshistorie:
    Gekauft im Sommer 2017 und direkt eingesetzt, leichter Regen, relativ kühl und trocken, typisches Islandwetter eben.
    Wunderbar trocken geblieben.
    Danach gewaschen mit Flüssigwaschmittel, keine Weichspüler/Duftstoffe/sonstigen Additive, kein Schleudergang, DWR nicht nachbehandelt.

    Im Juni 2018, nicht wirklich warm (ca. 10-15°C morgens um 0700 auf 2.500 m in den Alpen), allerdings leichtes Waschküchenklima, kaum Sicht, hohe Wasserdampfsättigung der Luft, mäßige körperliche Anstrengung.
    Nach wenigen Kilometern moderaten Marschs mit 10 kg Gepäck war ich unter der Jacke klatschnaß.
    Danach gewaschen mit Flüssigwaschmittel, keine Weichspüler/Duftstoffe/sonstigen Additive, kein Schleudergang, DWR nicht nachbehandelt.

    Im August 2018, nicht wirklich warm (ca. 10-15°C morgens um 0800 auf 1.600-2.100 m in den Alpen), allerdings erhebliches Waschküchenklima, kaum Sicht, sehr hohe Wasserdampfsättigung der Luft, höhere körperliche Anstregung.
    Nach einigen Kilometern moderaten bis fordernden Marschs (erst bergab, dann bergauf) mit 15 kg Gepäck war ich wieder unter der Jacke klatschnaß. Allerdings habe ich sogar beim anschließenden Bergablauf geschwitzt wie ein Schwein... Wechseljahre oder Waschküche? Keine Ahnung.

    Der Duschtest hat ergeben: die Jacke ist absolut regendicht. Nach 10 Minuten "Regen" war das darunter getragene T-Shirt komplett trocken, an der Oberfläche perlte das Wasser auch prima ab, DWR ist also noch passabel.
    Danach gewaschen mit Pulverwaschmittel, keine Weichspüler/Duftstoffe/sonstigen Additive, kein Schleudergang, DWR nicht nachbehandelt.

    Gestern die Jacke dem Service im Fachgeschäft gegeben, der Hersteller/Gore soll mal die Dampfdurchlässigkeit der Membran überprüfen. Irgendwie funktioniert sie nicht wie gewünscht und ich wüßte gerne, woran es liegt.

    Hatte jemand von Euch bereits ähnliche Erfahrungen gemacht? Was war die Lösung?
    Wandern in Ísland?
    ICE-SAR: Ekki týnast!

  2. Alter Hase
    Avatar von AlfBerlin
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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #2
    Wenn Du stark schwitzt, weil Dein Körper verzweifelt versucht, abzukühlen, kann das auch die beste dampfdurchlüssige Membran nicht ausgleichen.

    Wenn ich hier im Flachland schon bei knapp über Null Grad und leichtem Nieselregen manchmal nur im Hemd oder T-Shirt wandere, würde auch die beste Jacke nicht verhindern können, dass ich stark schwitze.

    Das wichtigste an meinen Jacken sind die Unterarm- Front- und Taschenreißverschlüsse, mit denen ich die Belüftung einstellen kann und nicht die Membranen.

    Außerdem ist Zwiebelprinzip wichtig, also Sachen an- und ausziehen, um die Körpertemperatur im optimalen Bereich zu halten. Und die Kombination mit Handschuhen, Schal und Mütze, um zu verhindern, das einzelne Stellen zu stark abkühlen.

    Ob ich nass oder trocken bin, ist sekundär, solange die Temperatur stimmt. Nässe wird nur in den Pausen und bei starkem Wind zum Problem. Und da hilft vielleicht eine gut belüftete, dampfdurchlässige Jacke dabei, schneller trocken zu werden, ohne zu frieren.

  3. Vorstand
    Fuchs
    Avatar von HaegarHH
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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #3
    Ich denke einfach zu viel geschwitzt für die Membran


    Interessant dabei ggf.

    * WAS hast Du drunter getragen? T-Shirt oder Longsleeve und welches Material?

    * Hast Du die Pitzips etc. offen gehabt? Habe mal irgendwo gelesen, dass das das Temperatur- / Feuchtigkeitsgefälle unter der Membran so negativ beeinflusst, dass die Memran die Arbeit quasi einstellt.

    * War das Außenmaterial naß, also wirklich durchfeuchtet?
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  4. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #4
    Ich vermute, das was Du als Waschküche beschreibst als Ursache. Wenn aussen 100% relative Luftfeuchte sind fehlt einfach das Konzentrationsgefälle.
    Ansonsten funktioniert mein Gore Pro tadellos, nutze aber immer den kleinsten Schleudergang.

  5. Dauerbesucher
    Avatar von Pielinen
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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #5
    Zu warm, zu viel an, zu viel geschwitzt, hohe Luftfeuchtigkeit.
    Da reicht eine leichte Windjacke völlig.
    Wer nichts weiß muss alles glauben...

  6. Erfahren

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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #6
    Mhm, da Goretex auch nur nen passives System ist, fällts mir als naturwissenschaftlich unbelecktem schwer vorzustellen, wohin der Dunst in der Kleidung soll wenn draußen 100% Luftfeuchtigkeit herschen

    Du sagst es doch selbst

    "leichter Regen, relativ kühl und trocken, typisches Islandwetter eben.
    Wunderbar trocken geblieben."

    "allerdings leichtes Waschküchenklima, kaum Sicht, hohe Wasserdampfsättigung der Luft, mäßige körperliche Anstrengung.
    Nach wenigen Kilometern moderaten Marschs mit 10 kg Gepäck war ich unter der Jacke klatschnaß."

  7. Fuchs
    Avatar von markrü
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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #7
    Ich verspreche: Das ist das letzte mal in diesem Jahr, dass ich diesen Artikel verlinke: https://www.camp4.de/blog/produkte/hilfe-meine-jacke-ist-undicht/.

    Ich finde hier sehr treffend u.a. die genannten Probleme beschrieben.
    Für mich war das zusammenfassend der Anlass auf Goretex und Co komplett zu verzichten.
    Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller Welten leben.
    Der Pessimist fürchtet, dass das wahr ist...

  8. Alter Hase

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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #8
    ich haue auch masiv schweiß raus - bei mir ist das t-shirt auch klitschnass, wennich gar keine jacke drübertrage. schaue auch immer neidisch bei den leuten drein, die mit staubtrockenen t-shirt irgendwo hochkommen.

    von daher meine erfahrung: wenn du entsprechend stark schwitzt, kommt jedes funkitonsmaterial (auch t-shirt, unterhemden....) an seine grenzen. wenn das bei dir so sein sollte, weiß man das aber eigentlich. von daher die frage: wist es es mit anderen / älteren jacken?

  9. Fuchs
    Avatar von wilbert
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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #9
    Für mich war das zusammenfassend der Anlass auf Goretex und Co komplett zu verzichten.
    Dito!

    Hier einige erhellende Infos ontop:
    https://www.trekkinglife.de/gore-tex...r-chemiekeule/

  10. Alter Hase

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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #10
    Zitat Zitat von markrü Beitrag anzeigen
    Ich verspreche: Das ist das letzte mal in diesem Jahr, dass ich diesen Artikel verlinke: https://www.camp4.de/blog/produkte/hilfe-meine-jacke-ist-undicht/.

    Ich finde hier sehr treffend u.a. die genannten Probleme beschrieben.
    Für mich war das zusammenfassend der Anlass auf Goretex und Co komplett zu verzichten.
    und was ist dann die alternative?

  11. Alter Hase

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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #11
    Zitat Zitat von Moltebaer Beitrag anzeigen

    Hatte jemand von Euch bereits ähnliche Erfahrungen gemacht? Was war die Lösung?
    PS: meine alternative heißt wechselshirt. habe aktuell so eine gore active jacke. bei shitwetter trage ich die dann auch im aufstieg auf skitour, bei minusgraden, habe da dann aber nur ein kurzärmliges funktionshirt drunter. da funktioniert es soweit, dass ich darunter nur feucht werde, nicht klatschnass. da sollten die felle aber schon auf dem ski sein, dass ich stante pedee loslaufen kann, ansonsten kriege ich da beim gang vor die tür einen kälteschock.

  12. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Lobo
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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #12
    Nass werden als nicht schlimm zu empfinden.

    Je nach Anwendungsgebiet können Ponchos, oder ganz banal Regenschirme abhelfen.

  13. Alter Hase

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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #13
    Zitat Zitat von Lobo Beitrag anzeigen
    Nass werden als nicht schlimm zu empfinden.

    Je nach Anwendungsgebiet können Ponchos, oder ganz banal Regenschirme abhelfen.
    auf skitour oder beim klettern ein ganz kleines bisschen suboptimal...

  14. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Ziz
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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #14
    Zitat Zitat von opa Beitrag anzeigen
    auf skitour oder beim klettern ein ganz kleines bisschen suboptimal...
    Zitat Zitat von opa Beitrag anzeigen
    und was ist dann die alternative?
    Irgendwann gibt es halt keine mehr. Passiv funktioniert da mit Physik und Chemie einfach nichts mehr, wenn Wasserdampfmenge zu groß oder Temperaturgefälle zu klein ist. Man wird nass und sollte sich darauf einstellen.
    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  15. Dauerbesucher
    Avatar von Pielinen
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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #15
    Es ist aber auch Quatsch eine Regenjacke als Windjacke zu benutzen, ich habs aber früher auch so gemacht.
    In meinem letzten Urlaub hatte ich meine Goretexjacke nur eine Stunde in einer Woche an, sonst nur ein Windshirt.
    Wer nichts weiß muss alles glauben...

  16. Fuchs
    Avatar von markrü
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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #16
    Zitat Zitat von opa Beitrag anzeigen
    und was ist dann die alternative?
    Bei meinen Outdooraktivitäten nutze ich einen Vollplastikponcho.
    Und eine längst vergessene Überlebenstechnik: Sich bei Regen und Sturm irgendwo unterstellen, bis das Schlimmste vorbei ist...
    (Mir ist klar, dass man das nicht in allen Situationen machen kann!)

    Zitat Zitat von Pielinen Beitrag anzeigen
    Es ist aber auch Quatsch eine Regenjacke als Windjacke zu benutzen, ich habs aber früher auch so gemacht.
    Genau das geht bei vielen inzwischen verloren: Statt aufs Großhirn ("Die Jacke hat 450€ gekostet, darin kannst Du gar nicht schwitzen!") mal aufs Kleinhirn zu hören ("Ich schwitze! Mach wenigstens die Jacke auf!").
    Und wenn Du die Goretex-Regenjacke einfach ausziehst, wenn Du sie nicht mehr brauchst, dann hätte es eigentlich keine Goretex-Jacke sein müssen...
    Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller Welten leben.
    Der Pessimist fürchtet, dass das wahr ist...

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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #17
    Zitat Zitat von Lobo Beitrag anzeigen
    Nass werden als nicht schlimm zu empfinden.

    Je nach Anwendungsgebiet können Ponchos, oder ganz banal Regenschirme abhelfen.
    (Richtig) Nass werden ist auf dem Berg potenziell lebensgefährlich (edit: allerdings gehört bei mir ein nasser Rücken immer zur Bergtour dazu, ohne kenne ich das gar nicht, da müsste ich erheblich langsamer hochlaufen und das geht bei meinen Bergpartnern nicht ). Poncho hat in den Bergen auch genau so wenig verloren. Etc.

    Molte, Du schreibst leider nicht, ob bei den Situationen dieses Jahr auch Regen involviert war. Ich trage zwar auch die GTX-Jacke als Windjacke, marschiere also schon mal damit hoch, obwohl es nicht regnet/schneit, ich schwitze aber nicht so massiv wie Du, behaupte ich mal. In diesem Fall, dazu noch die Feuchtigkeit draussen, musst Du halt das Kleidungskonzept überdenken und nur einen Windshirt oder ähnliches als 3te Schicht bergauf tragen.
    "Niemand hört den Ruf des Meeres oder der Berge, nur derjenige, der dem Meer oder den Bergen wesensverwandt ist" (O. Chambers)

  18. Freak Moderator
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    AW: Dampfdurchlässigkeit von Goretex Pro im worst-case

    #18
    Zitat Zitat von Moltebaer Beitrag anzeigen
    Was war die Lösung?
    Für die geschilderten Szenarien entweder eine Softshell oder gleich nur einen Fleecepulli anziehen (je nachdem, ob windig oder nicht) und Feutigkeit von außen akzeptieren; Hauptsache, man bleibt warm (genug), was ja in Bewegung gegeben sein sollte.

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