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  1. Fuchs

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    Doppeldaunenquilt - mein eierlegender Wollmilchschlafsack

    #1
    Eigentlich wollte ich keinen Testbericht schreiben, weil ich den

    Exped DreamWalker Duo 400

    Im Werkstattshop als Auslaufmodell erstanden habe, als Exped von 840+ cuin Gänsedaune auf 700 cuin Entendaune umgestellt hat.

    Das jetzt unter diesem Namen verkaufte Modell ist daher bei gleichem Gewicht nicht mehr genauso warm.

    Nach 3 Jahren Einsatz, berichte ich aber trotzdem, da meine Erfahrungen sich zum größten Teil auf jede rechteckige Daunendecke oder Deckenschlafsack übertragen lassen. Die Frage nach dem eierlegenden Wollmilchschlafsack, fand ich immer extrem blöd, weil die wenigsten der Fragesteller, tatsächlich Touren durch alle Klimazonen gleichzeitig machen (die wenigen, die tatsächlich hohe Berge in tropischen Gebieten besteigen, fragen spezifischer) und sich die " vielleicht-gehe-ich-mal-auf-Polarexpedition" Fragesteller vermutlich beim campen im Sommer in Südeuropa unter ihren Winterschlafsäcken zu Tode schwitzen.

    Ich kaufte den DreamWalker aus einem Willhabenqreflex heraus, in der Vorstellung, dass er beim Sommercampen komfortabler sein könnte, als die bis daher gekoppelt verwendeten Mumienschlafsäcke (dieser Einsatzzweck wird vom Hersteller angegeben).

    Mein Mann beäugte mein komisches Daunending, das den perfekten und heißgeliebten Schlafsack ablösen sollte mit Argwohn.

    Deshalb fand der erste Einsatz auch in Einzelnutzung zum Deckenschlafsack geknöpft beim Bergbiwak statt:
    Bedingungen: Temperatur zwischen 5 und 10 C, Wind zwischen 30 und 40 km/h in Kombination mit einer dünnen Billigisomatte und einem Biwaksack aus Rettungsdeckenmaterial..

    Der Wind kam erst im Laufe der Nacht auf, ich wachte auf, weil der Wind vom Kopf in den Biwaksack blies, diesen aufpustete, was das Geräusch eines startenden Düsenjets machte. Die Luft fühlte sich kalt wie Flüssigstickstoff an. Nachdem ich den Wind durch eine 180 Grad Wende ausgesperrt hatte, wieder kuschlig warm.

    Ergebnis: von der Form durch fehlenden Reißverschluss und fehlende Kapuze nicht unbedingt erste Wahl fürs Bergbiwak, aber trotzdem viel wärmer als mein Carinthia Schlafsack bei gleichem Gewicht.

    Fortsetzung folgt

  2. Erfahren

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    AW: Doppeldaunenquilt - mein eierlegender Wollmilchschlafsack

    #2
    bin gespannt, wie es weiter geht, ich liebe eierlegende Wollmilchsäue
    Es ist immer zu früh, um aufzugeben.

  3. Anfänger im Forum
    Avatar von tw060270
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    AW: Doppeldaunenquilt - mein eierlegender Wollmilchschlafsack

    #3
    wir haben auch den DEEPSLEEP DUO von EXPED und das ganze gepaart mit einer EXPED SynMat Duo LW.
    Also wir sind voll begeistert! Die Kombi ist echt kuschelig und so bis 5° absolut klasse!

    Ein Gefühl wie Zuhause im Bett!

    Wenns kälter wird liegen wir in unseren Schlafsäcken auf der Duo Matte!

    Vielleicht gibts mal noch ein upgrade für kalte Tage hab da schon den CUMULUS Comforter XL700 im Auge.

    Geringfügig schwerer und 700g Daune (hat da jemand Erfahrung??)



    Editiert vom Moderator
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    Bei Nachfragen bitte eine PN an den Moderator senden. Dein Team der
    Geändert von Lobo (12.09.2018 um 15:54 Uhr) Grund: Werbelink entfernt

  4. Fuchs

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    AW: Doppeldaunenquilt - mein eierlegender Wollmilchschlafsack

    #4
    Der zweite Einsatz war war dann der Campingurlaub mit Auto ohne Gewichtslimit im Hochsommer am Meer. Drei Wochen Dauernutzung im Zelt. Um den Komfort zu erhöhen und das edle Teil zu schonen, haben wir einen Baumwollbettüberzug gekauft ( 200 auf 220 gibt es nicht als Bettdeckengröße, aber Ikea hat Deckenbezüge mit 220 auf 240). Als Unterlage haben wir eine unisolierte dicke Doppelluftmatratze, für die Klimaregulierung einen Baumwollmatratzenschoner.

    Die erste Woche war noch sehr heiß (Temperaturen nachts ca. 25 C), später in den Nächten dann teilweise Abkühlung auf bis zu 11 C.

    Während wir mit den schon sehr angenehmen Schlafsäcken früher nachts manchmal umrüsten mussten, von Frotteedecke zu Schlafsack als Decke, von Schlafsack als Decke auf gekoppelt, gingen die nächtlichen Temperaturschwankungen an uns unbemerkt vorüber. Wenn die Campingnachbarn meinten: "heute Nacht war es aber kalt" fragten wir interessiert "war es das?".

    Da mein Mann Wärme deutlich schlechter verträgt als Kälte, hatte mein "komisches Daunenmonster" was ihn anbelangt, den Härtetest schon bestanden.

    Der eigentliche Clou beim Doppelquilt ist natürlich das Gewicht. So konnten wir dann im Spätherbst erstmalig zelten am Berg. Mit nur 500 g pro Nase einfach unschlagbar leicht. Im kleinen, billigen China Zelt mit den 4,99 € dünnen Schaumstoffmatten, waren wir mit 200 g Daune pro Person nicht wirklich optimistisch, ob die Ausrüstung auch nur annähernd den Temperaturen gerecht würde. Die Nacht war lang, die dünnen Isomatten hart ... aber der Quilt hielt dank der Heizkraft meines Mannes auch mich ausreichend warm. Ich hatte zwar in den letzten Nachtstunden den Lagerfeuereffekt, d.h. immer wenn eine Seite kalt wurde, musste ich mich umdrehen, aber als ich am nächsten Morgen aus dem Zelt kam und feststellte, dass nicht nur das Zelt mit einer dicken Reifschicht überzogen war, sondern auch der Boden steinhart gefroren war, war ich doch ziemlich überrascht.

    Nach diesem Test war klar, vorausgesetzt man optimiert noch bei den Isomatten, stehen uns jetzt ganz andere Möglichkeiten offen. Als dann der Werkstattshop im Winter auch noch zwei Downmats erschwinglich machte, wurde unser Schlafsetup endgültig zum Ultraleichtluxushotel. Leichten Frost haben wir komischer Weise immer, wenn wir mit unserem Rucksack die Campingausrüstung tragen (selbst im August an der spanischen Grenze). Das packt die Kombination aus Downmat und Duoquilt aber locker.

    Durch die Anschaffung eines zweiten Dreamwalker haben wir jetzt ein Bett, das auch wenn es deutlich unter Null geht, richtig komfortabel warm ist. Leider ist mein kleines, leichtes Kompass-, Notpfeifen-, Lupen-, Thermometertool was letzteres anbelangt äußerst ungenau, so dass ich nur sagen kann, dass 1 Liter Wasserflaschen am nächsten Morgen durchgefroren waren. Die Messstationen, die unserem Berg am nächsten waren, zeichneten aber Temperaturen im zweistelligen Minusbereich auf. Wenn wir auf längeren Bergtouren beide Quilts mitnehmen, hat jeder von uns in Biwakschachteln oder Hütten in denen man oft Einzelstockbetten hat, einen eigenen Schlafsack. Gleichzeitig haben wir ein Zeltschlafsetup, das tief in die Minusgrade warmhält. So ein leichtes Daunenquilt kann man übrigens auch hervorragend über zu dünne Schlafsäcke werfen und hat so eine Temperaturreserve für mehrere Personen, die nebeneinander im Zelt schlafen.

    Fazit: Für Alleinübernachter ist ein Quilt eine Möglichkeit sich das Schlafsackgewicht zu halbieren, für den einen Komfortgewinn für den anderen Komfortverzicht - Geschmackssache

    Für Paare, für die die Benutzung von zwei Decken oder gar zwei Matratzen mit Gästeritze daheim unvorstellbar ist, eine eindeutige Entscheidung.

    Wenn dann noch eine Frostbeule mit einem Heizstrahler in kältere Regionen vordringt, für die Frostbeule lebensrettend.
    Geändert von qwertzui (17.09.2018 um 18:46 Uhr)

  5. Anfänger im Forum
    Avatar von tw060270
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    AW: Doppeldaunenquilt - mein eierlegender Wollmilchschlafsack

    #5
    d.h. Ihr beiden seit mit 2 deepSleep Duo im 2 stelligen minus Bereich zurecht gekommen??

    Wir überlegen im Moment auch was man wie kombinieren könnte für unsere geplante Winter Lappland Tour und jetzt riesen Geld ausgeben für einen speziellen Wintersack wollen wir nicht. Vielleicht können wir unsere Carinthia mit dem deep sleep kombinieren...... das probieren wir mal in den Bergen bei einem Wochenendtrip.

  6. Fuchs

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    AW: Doppeldaunenquilt - mein eierlegender Wollmilchschlafsack

    #6
    Hi, das mit den Carinthiaschlafsäcken und einem zweiten Duoquilt wollte ich schon vorschlagen, habe es aber gelassen, weil einfach zu viele Unbekannte in der Gleichung sind:
    1. Exped hat drei Jahre in Folge die Füllung der Duoquilts verändert. Die von uns verwendeten älteren Modelle sind wärmer als die neueren Modelle.
    2. Die Temperaturangabe unserer Zeltübernachtung, bezieht sich auf die Außentemperatur. In unserem sehr kleinen Zelt war es deutlich wärmer. Für eine Wintertour werdet ihr ein größeres Zelt nehmen, das dann nicht so leicht aufzuheizen ist.
    3. Die Daune war in den sternklaren Frostnächten strohtrocken. Auf einer längeren Wintertour kann die Daune durch Feuchtigkeit einiges an Isolierleistung verlieren.
    4. eure Heizleistung kann sich von unserer unterscheiden.
    5. Mit Wintertouren habe ich null Erfahrung.

    6. ich würde es auch an eurer Stelle in den nächsten Wochen in den Alpen testen, wobei Temperaturen von minus 25 jetzt wahrscheinlich schon nicht mehr zu finden sind.

    Auf jeden Fall viel Spaß und viel Erfolg!

  7. Anfänger im Forum
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    AW: Doppeldaunenquilt - mein eierlegender Wollmilchschlafsack

    #7
    Vielen Dank für die Einschätzungen!

    Wir sind mitte April für ein langes Wochenende unterwegs, mal sehen wie die Temperaturen sind.

    Mit unseren Carinthia G280 war das niedrigste so um - 6-7° und da bin ich noch mit shorts dringelegen.

    Ich werde berichtenn.

  8. Anfänger im Forum
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    AW: Doppeldaunenquilt - mein eierlegender Wollmilchschlafsack

    #8
    Der Test ist wegen Frühsommer leider ausgefallen

    Ich bin immer noch am überlegen ob ein dickes Daunenquilt über den Kufasäcken Sinn macht, bzw. ob das reicht?
    Auch versuche ich gerade Erfahrungen zu bekommen mit Kufa in Kufa, also noch 2 dünnere Säcke in unsere Carinthia (dann hätten wir auch was für reine Sommertouren) und als backup noch das deepsleep duo??

    Hatte auch Carinthia direkt angeschrieben, die halten sich da natürlich sehr bedeckt und haben mir einen Wintersack empfohlen.

    Fragen über Fragen.

    Erfahrungen mit Schlafsack kombinieren sind irgendwie spärlich.

  9. Fuchs

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    AW: Doppeldaunenquilt - mein eierlegender Wollmilchschlafsack

    #9
    Zum Kombinieren mehrerer Schlafsäcke gibt es hier schon mehrere Endlosfäden.

    Es gibt sogar Formeln zur Berechnung:

    Du nimmst die Temperatur in der du ohne Schlafsack in deiner Schlafsackkleidung gut schlafen könntest (z.B. 24 C) und nimmst die Differenz mit deiner niedrigsten Komforttemperatur, bei deinem Carinthia wäre das -6C. Das ergibt für deinen Carinthia ein Isolationsvermögen von 30 C. Wenn du unter dem Quilt bis +5C gut schläfst, wäre sein Isolatinwert 19 C. Die Isolationswerte beider Schlafsäcke zählst du zusammen und ziehst sie von deiner ohne Schlafsack Temperatur ab. Dann wärest du bei deiner Kombination aus Carinthia und Daunenquilt bei - 25C. Allerdings bringt die erste Außenhülle einiges an Wärme dadurch, dass die Luftzirkulation um den Körper gestoppt wird. Das macht ca. 3-5C aus, die du für jeden weiteren Schlafsack abziehen musst.

    In der Theorie könnte der Carinthia mit dem Quilt für eure Zwecke gerade so ausreichend sein, in der Praxis würde ich das vor der großen Tour entweder testen oder deutlich mehr Reserven kalkulieren.

  10. Anfänger im Forum
    Avatar von tw060270
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    AW: Doppeldaunenquilt - mein eierlegender Wollmilchschlafsack

    #10
    @qwertzui

    ja danke. Die habe ich auch schon gelesen und rumgerechnet! "endlosfaden" trifft es auf den Punkt!

    Aber klar das Kälteempfinden ist einfach zu individuell, sieht man ja schon unterm eigenen Tisch. Meiner besseren Hälfte geht es ähnlich wie Dir und ich muss als Ofen herhalten!

    Wir müssen da jetz einfach einige Tests machen und bei der ersten Tour lieber mal etwas mehr mitnehmen, dann gibt es halt DSQ Doppel-Schlafsack-Quilt Kombi das sollte dann doch passen.

    Wenn das auch etwas mehr gewicht und gewurschtel mitbringt ist für uns der Gesamtnutzen besser, bevor teure Winterschlafsäcke mehr in der Ecke liegen als genutzt werden.

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