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  1. Dauerbesucher
    Avatar von Dogmann
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    AW: [MK] Mazedonien – keine Frage!

    #21
    Mitreisende: Baciu, Galadriel
    Ach, einfach schön, tolle Tour!
    Das Gewitter hat es gut mit euch gemeint- verschonung.
    Richtig wohl fühle ich mich nur draußen !

  2. Erfahren
    Avatar von nicki1005
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    AW: [MK] Mazedonien – keine Frage!

    #22
    Sehr schön! Da lohnt es sich ja richtig, wieder mal im Forum vorbei zu schauen

  3. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    da wo es zu viel Menschen und zu wenig Natur gibt
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    AW: [MK] Mazedonien – keine Frage!

    #23
    Zitat Zitat von Galadriel Beitrag anzeigen
    Die Antwort ist ganz banal: Die meisten sprechen deutsch. Viele haben seit vierzig Jahren rege Kontakte zu deutschsprachigen Ländern, weil sie entweder dort arbeiten oder gearbeitet haben bzw. dort aufgewachsen sind. Selbst im letzten Bergdorf wird man auf deutsch angesprochen. Wer sonst rennt so und zu dieser Zeit in den mazedonischen Bergen rum...
    danke für die Auskunft! Leider beherrsche ich außer Englisch und ein ganz klein bisserl Französisch, Spanisch und Holländisch keine anderen Sprachen. Wenn ich so euren Bericht lese mit den Fotos kommt doch ganz stark der Wunsch in mir auf, mehr die östlichen Länder Europas zu bereisen. Da ich vermutlich Mitte September den E 8 weiter - wenn auch diesmal unter die Räder - nehmen werde, liegt das dann ja vielleicht in gar nicht mehr so weiter Ferne. Füttert mich also ruhig weiter an!
    Und notfalls mache ich mir eben meinen eigenen Weg, wenn der Weg nicht über Mazedonien führt.
    Two roads diverged in a wood, and I—
    I took the one less traveled by,
    And that has made all the difference (Robert Frost)

  4. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: [MK] Mazedonien – keine Frage!

    #24
    Ja, Mazedonien!

    Konntest du dich denn mit den Aromunen/Walachen/Vlachen in Rumänisch unterhalten?
    Dieser Wachholder wird hin und wieder abgefackelt um das Weideland vor Verwuchs zu bewahren.

    Kommt man da eventuell auch nur mit dem DPA rein? Also als Transitreisender?

  5. Dauerbesucher
    Avatar von Baciu
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    AW: [MK] Mazedonien – keine Frage!

    #25
    Na "germană" haben sie verstanden...
    Der abgefackelte Hang war aber im Nationalpark, aber kann schon sein, dass da auch Weidewirtschaft betrieben wird, die sehen das nicht so eng glaub ich...
    Personalausweis reicht für Mazedonien.

  6. Dauerbesucher
    Avatar von Baciu
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    AW: [MK] Mazedonien – keine Frage!

    #26
    dann mal weiter:

    5. Ohrid

    Die Sache mit den Bootsfahrten hat uns keine Ruhe gelassen. Am Hafen wurden Fahrten zum Kloster St. Naum (Св. Наум) für 10 Euro pro Person (retour) angeboten. Zehn Uhr morgens ist Abfahrt. Viertel vor zehn sitzen wir auf dem Deck der „Aleksandrija“ (Александрија).
    Die Fahrt dauert knapp 1 ½ Stunden und führt dicht am Ostufer des Sees entlang. Bekanntes und Neues zieht an uns vorbei. Peštani mit seinem Restaurant am See aber auch wilde Uferabschnitte mit Felsen und dichtem Bewuchs.
    Das Wasser schimmert blaugrün und ist recht klar, stellenweise können wir bis zum Grund schauen. Kaum zu glauben, dass der See eine Tiefe von 300 m erreicht und 5 Millionen Jahre alt ist.
    Kleine Fischschwärme flitzen im Sonnenlicht hin und her. Sind es Plašica-Fische (Плашица – Alburnus sp.)? Diese kleinen Fische, deren Bauchschuppen zur Herstellung der Ohrid-Perlen benutzt werden. Es gibt sie zuhauf, die Läden in der Innenstadt mit ihren Perlenketten in den Schaufenstern. Viele Perlen sind Imitationen, billiger Plastikkram, doch es gibt auch die echten. Importiert aus dem Indischen Ozean und in Ohrid mit der geheimen Substanz aus den Fischschuppen veredelt, um den besonderen unverwechselbaren Glanz zu erhalten.
    Von weitem zeigt sich das Kloster Naum auf einem Hügel über dem See. Wir sind am Ziel. Seinen Namen verdankt es dem Heiligen Naum (Св. Наум), einem Schüler der Slawenapostel Kyrill (Кирилъ) und Method (Методиј), der das Kloster Ende des 9. Jahrhunderts gründete und dort auch begraben ist. Wie seine beiden Lehrer war auch der Mönch Naum an der Entwicklung und Verbreitung der kyrillischen Schrift beteiligt.
    Die heutigen Mönche entwickeln eher handfeste Dinge. Auf dem Klosterbesitz befinden sich ausgedehnte Obstplantagen – Äpfel, Pfirsiche oder Zwetschgen. Am Klostereingang wird der Besucher zum einen darauf hingewiesen, wie er sich zu kleiden hat, wenn er das Kloster betritt und zum anderen, dass Pfaue beißen können. Denn auf dem Klostergelände leben zahlreiche Pfaue, die nicht zu überhören sind.
    100 MKD kostet der Eintritt ins Kloster pro Person. Wir bekommen jeder eine gelbe Kerze, die wir in einem rußgeschwärzten Becken entzünden können.
    Anne bemerkt, dass viele der umliegenden Gebäude 2005 erneuert wurden. Eine kurze Zeit nach den ethnischen Auseinandersetzungen in Mazedonien…
    Im Restaurant Ostrov essen wir eine Kleinigkeit: Fischsuppe (170 MKD) und Ostrovo-Salat (220 MKD). Die zweite Attraktion in Sveti Naum sind die Ohrid-Quellen, Karstquellen aus dem Galičica-Gebirge. Sie sprudeln aus dem Bergmassiv hervor und bilden kleine Seen auf denen Touristen mit Ruderbooten gefahren werden. Als breiter Bach strömt das Wasser von den Seen in den Ohrid-See. Angeblich stammt das Wasser der Quellen aus dem 200 m höher gelegenen Prespa-See…
    Um 15 Uhr fährt unser Schiff zurück nach Ohrid. Über den Bergen am Westufer des Sees auf albanischer Seite gehen wie vorgestern Gewitter nieder. Bei uns scheint die Sonne.
    Zurück in Ohrid lernen wir bei einem Besuch der Touristeninformation Misho Yuzmeski kennen. Er hat einige Bücher über die Region geschrieben, unter anderem auch eins über den holländischen Schriftsteller und Journalisten A. deen Doolaard. Wir hören den Namen zum ersten Mal. Er hat den Balkan, insbesondere Mazedonien von den 30ern bis in die 80er bereist und viel darüber geschrieben. Der Mann soll in Holland sehr bekannt sein. Das ist auch der Grund weshalb hier so viele holländische Touristen sind, sagt uns Herr Yuzmeski.
    Anne kauft das Buch über den holländischen Schriftsteller, es ist in Englisch. Der Tag neigt sich dem Ende entgegen, Zeit fürs Abendessen und das wird der Region entsprechend ausgewählt. Im Kaneo Beach bestellen wir Ohrid-Forelle! Das Stück 1400 MKD rund 23 Euro! Die Bestände der Ohrid-Forellen im See sind mittlerweile stark zurückgegangen, deswegen wird er gezüchtet. (Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen und warf mir Dekadenz vor.) Der Fisch ähnelt äußerlich einer Forelle, innen einem Lachs. Sein Fleisch ist ganz rot und er schmeckt lecker! Das finden auch die umherstreifenden Straßenkatzen und belagern im Halbkreis unseren Tisch…
    Zur blauen Stunde und bei Vollmond besuchen wir zum Tagesausklang Ohrids meist fotografiertes Bauwerk – die Kirche des heiligen Johannes von Kaneo (Црква Свети Јован Канео) (100 MKD).


    Viertel vor zehn sitzen wir auf dem Deck der „Aleksandrija“ in Richtung Kloster Naum.


    Auf dem Weg liegt das Museum „Bay of Bones“, wo ein prähistorisches Dorf auf Pfahlbauten errichtet wurde.


    Immer wieder erscheinen wilde Uferabschnitte mit Felsen und dichtem Bewuchs.


    Das Dorf Trpejca (Трпејца), diesmal vom See aus gesehen.


    Indirekter Schutz der EU-Außengrenzen...


    Das Kloster St. Naum (Св. Наум).


    Verhaltensregeln und Kleiderordnung.


    Seinen Namen verdankt das Kloster dem Heiligen Naum (Св. Наум), einem Schüler der Slawenapostel Kyrill (Кирилъ) und Method (Методиј). (Foto: A. C. Groffmann)


    Der Heilige Naum gründete das Kloster Ende des 9. Jahrhunderts und ist dort auch begraben. (Foto: A. C. Groffmann)


    Viele der umliegenden Gebäude wurden 2005 erneuert, kurz nach den ethnischen Auseinandersetzungen in Mazedonien...


    Wandbemalung im Innern der alten Kirche.


    Wenn ein Lichtlein brennt...


    Im Klostergarten.


    Die zweite Attraktion in Sveti Naum sind die Ohrid-Quellen, Karstquellen aus dem Galičica-Gebirge.


    Angeblich stammt das Wasser der Quellen aus dem 200 m höher gelegenen Prespa-See... (Foto: A. C. Groffmann)


    Als breiter Bach fließt das Quellwasser in den See.


    Um 15 Uhr fährt unser Schiff zurück nach Ohrid.


    Zurück fahren wir mehr auf dem offenen See.


    Es braut sich was zusammen.


    Über den Bergen am Westufer des Sees auf albanischer Seite gehen wie vorgestern Gewitter nieder.


    Wieder in Ohrid besuchen wir die Kirche St. Nikola Bolnički. (Foto: A. C. Groffmann)


    Vorbei an der Sophienkirche geht es zum Kaneo-Strand.


    Steil fällt das felsige Ufer hinab an den See.


    Wir wandern durch kleine Wäldchen mit wilden Blumen wie Malven und Mohn.


    Im Kaneo Beach bestellen wir Ohrid-Forelle! (Foto: A. C. Groffmann)

  7. Alter Hase
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    AW: [MK] Mazedonien – keine Frage!

    #27
    Im Pirin hab ich ganz kurz vor so einem Dorf stop gemacht. Da stand BLAXU auf kyrillisch dran. Da muss man drauf kommen... Erst zu hause hats gedämmert. Vlachini Esero so heißt sogar ein See.
    (Hätte mich intressiert, da du ja auch etwas rumänisch sprichst.)

  8. Dauerbesucher
    Avatar von Baciu
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    AW: [MK] Mazedonien – keine Frage!

    #28
    Ja hätte man schon mal versuchen können, die Vlachen in Ostserbien 2014 haben es verstanden.

  9. Dauerbesucher
    Avatar von Baciu
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    AW: [MK] Mazedonien – keine Frage!

    #29
    Heute steht Sightseeing in Ohrid auf dem Programm. Das heißt viele frühchristliche Basiliken und Kirchen auf engstem Raum. Das Fort von Samuel, römische Überreste und vieles mehr. Es ist unglaublich wie viele Gebäude sich aus unterschiedlichen Epochen hier auf engstem Raum ballen. Und vieles ist noch gut erhalten und gut saniert. Dazwischen wandert man durch kleine Gässchen und Fußwege, kleine Wäldchen mit wilden Blumen wie Malven und Mohn. Die Stadt ist eine kleine Perle.
    Wir beginnen mit der Sophienkathedrale (Света Софија) – (100 MKD). Hier wurde 1967 die kirchliche Eigenständigkeit (Autokephalie) der mazedonisch-orthodoxen Kirche erklärt. Infolge dessen wird die Kirche Mazedoniens von der restlichen orthodoxen Ökumene (Griechenlands und Serbiens) nicht anerkannt. Gemeinsamkeiten zwischen Staat und Kirche sind rein zufällig…
    Anne, als ehemalige Studentin der Kunstgeschichte, erklärt mir den Kirchenbau. Im Innern der Kirche befinden sich schöne Fresken, und vier weitere Touristen. Einer fotografiert unterm Fotografierverbot, die andere reist die Kircheneinrichtung um…
    Sehr zu empfehlen ist der Maulbeerbaum im Kirchhof. Die Äste hängen weit nach unten, sodass man bequem an die reifen Beeren kommt…
    Jetzt geht es bergauf durch ein Wäldchen mit lila blühenden Malven und rotem Mohn über den Felsen, die Steil zum Ufer des Sees abfallen. Der nächste heilige Ort, den wir besuchen, ist die Ausgrabungsstätte Plaošnik (Плаошник) – (100 MKD) mit der Klosterkirche St. Kliment und Panteleon (Црква Свети Климент и Пантелеjмон). Plaošnik ist eine Baustelle. Hier soll wieder eine Universität errichtet werden. Jetzt blüht noch roter Mohn zwischen ionischen Säulen und den Fundamenten einer frühchristlichen Basilika. Am Rande des Areals steht ein muslimisches Grabmahl – Sinan Ҫelebi 898/1493 steht drauf. Leider wissen wir nicht wer der Mann war, der dort begraben liegt. Bereits zwei Mazedonier boten sich uns als Kirchenführer an. Wir schauen uns aber lieber nur etwas um und genießen die Sicht auf den Ohridsee.
    Ganz in der Nähe Plaošniks befindet sich die Festung – (60 MKD), unser nächstes Ziel. Zar Samuel lies die Festung im 11. Jahrhundert auf dem Hügel der Stadt errichten als Ohrid kurzzeitig zum bulgarischen Reich gehörte. Hier erwartet uns eine lohnende Rundumsicht.
    Von der Festung geht es hinab in die Altstadt von Ohrid durch ein Stadttor und auf Kopfsteinpflaster erreichen wir die Kirche des Heiligen Konstantin und Helena (Црква Свети Константин и Елена). Sie ist verschlossen und auf dem Gehweg zur Kirche leben Giftschlangen! Das Vieh vor meinen Füßen ist so schnell im Gras verschwunden, dass ich nicht mal sagen kann wie giftig die war…
    Nun haben wir genug von Kirchen! Wir steigen hinunter zum Hafen und hocken uns am Stadtplatz unter die Sonnenschirme eines Cafés. Bei Skopsko (90 MKD) und Schweppes (80 MKD) beobachten wir dickbäuchige, blumenhosige und andere Gestalten und unterhalten uns mit einem mazedonischen Australier.
    Mit Schweinesteak und Aleksandrija Cuvée (rot) lassen wir den Tag im Restaurant Belvedere ausklingen. Unser Resümee: Ohrid ist eine schöne Stadt und es war sicher nicht unser letzter Besuch…


    Heute steht Sightseeing in Ohrid auf dem Programm. Wir beginnen am Hafen.


    St. Kliment von Ohrid war im 10. Jahrhundert Erzbischof von Ohrid.


    Der Heilige Naum gründete das nach ihm benannte Kloster am Ohridsee.


    In der Sophienkirche wurde 1967 die kirchliche Eigenständigkeit (Autokephalie) der mazedonisch-orthodoxen Kirche erklärt. (Foto: A. C. Groffmann)


    Sehr zu empfehlen ist der Maulbeerbaum im Kirchhof.


    Der nächste heilige Ort, den wir besuchen, ist die Ausgrabungsstätte Plaošnik (Плаошник). (Foto: A. C. Groffmann)


    Hier steht die Klosterkirche St. Kliment und Panteleon.


    Plaošnik ist eine Baustelle. Hier soll wieder eine Universität errichtet werden. (Foto: A. C. Groffmann)


    Fundamente frühchristlicher Bauten in Plaošnik.


    Blick vom Festungshügel auf die Klosterkirche St. Kliment und Panteleon.


    Ganz in der Nähe Plaošniks befindet sich die Festung.


    Zar Samuel lies die Festung im 11. Jahrhundert auf dem Hügel der Stadt errichten.


    Hier erwartet uns eine lohnende Rundumsicht.


    2003 wurde die Festung aufwändig restauriert.


    Blick auf Ohrid.


    Von der Festung geht es hinab in die Altstadt von Ohrid.


    Typische Architektur in der Altstadt von Ohrid.


    Spielkasino am Boulevard.


    Taxis warten auf Kunden.


    Der nichttouristische Teil Ohrids.


    Ohrids meist fotografiertes Bauwerk – die Kirche des heiligen Johannes von Kaneo (Црква Свети Јован Канео).


    Sie wurde vermutlich im 13. Jahrhundert errichtet, noch vor der Eroberung der Region durch die Osmanen.


    Die Kirche ist dem Propheten Johannes gewidmet, dem Verfasser der Offenbarung.


    Wie ganz Ohrid und Ohridsee gehört sie zum Welterbe der UNESCO.


    Auf schmalen Gassen geht es zurück ins Zentrum.

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    AW: [MK] Mazedonien – keine Frage!

    #30
    6. Via Egnatia und Jablanica-Berge

    Wir verlassen Ohrid nach einem ausgiebigen Frühstücksbuffet. Wir verlassen es nicht irgendwie. Nein, ganz zur Region passend wollen wir der Via Egnatia, der alten römischen Handelsstraße, nach Struga (Струга) folgen. Ich hatte mir daheim extra einen Track auf mein GPS geladen.
    Das aus der alten Römerstraße heute eine viel befahrene Asphaltstraße geworden ist, ist ernüchternd. Wir beginnen unsere Wanderung an einem Schild neben unserem Hotel mit der Aufschrift: „Римски пат Via Egnatia – Антички град Лихнид“ (Römerstraße Via Egnatia – Antike Stadt Lychnidos). Lychnidos – „Stadt des Lichts“ wurde Ohrid in der Antike genannt. Dann lassen wir uns von unserem GPS führen, durch die Altstadt von Ohrid, über den Festungshügel hinab zum muslimisch geprägten Teil der Stadt und hinaus auf die Straße nach Struga. Erst ist es ganz interessant durch das nicht so touristisch herausgeputzte Ohrid zu laufen, aber als wir auf der vielbefahrenen Straße landen wird es nervig. Es ist heiß und die Autos rasen gefährlich nah an einem vorbei.
    Eine Weile laufen wir am Straßenrand aber irgendwann wird es uns zuviel, wir halten den Daumen raus. Wir brauchen nicht lang warten bis jemand hält. Allerdings geht es nur bis zum Krankenhaus etwa einen Kilometer hinter der Stadt. Von hier ist es nicht weit zu den Höhlenkirchen des Heiligen Erasmus (Пештерска црква Свети Еразмо) und der Heiligen Ekaterina (Пештерска црква Света Екатерина). Die Erasmuskirche ist zu und auch die Ekaterinenhöhle können wir nur durch die Gitterstäbe inspizieren. Immerhin gibt es neben der Schnellstraße eine heilige Erasmusquelle an der wir unseren Wasserbedarf befriedigen können. Kurz hinter der Quelle haben wir ein zweites Mal Glück. Ein Ehepaar mit Enkelin nimmt uns mit bis nach Struga.
    Wir sind schneller als geplant an unserem Ziel. Auch Struga ist ganz nett, wenn auch nicht so herausgeputzt. Bei Bier und Schweppes planen wir die nächsten Schritte. Hinter Struga erhebt sich das Jablanica-Gebirge (планината Јабланица) und am Fuß der Berge das Dorf Vevčani (Вевчани) – genau dort wollen wir hin. Ob es einen Bus gibt finden wir leider nicht heraus. Fahrpläne fehlen und so wirklich weiß auch niemand Bescheid. Die Orte sind in kyrillisch auf die Busse geschrieben und es dauert eine Weile bis man sie schnell genug lesen kann. Das nutzen die privaten Fahrdienste aus. So war es auch bei uns. Ein junger Mann behauptet, dass kein Bus nach Vevčani fährt, aber er könne uns hinbringen – 400 MKD (6,50 EUR) will er dafür. Immerhin spricht der Typ etwas deutsch, weil er Verwandtschaft in Deutschland und Österreich hat. Wie so viele in Mazedonien. Mit Deutsch kommt man hier am besten durch.
    Und so erfahren wir, dass Vevčani ein besonderes Dorf ist. Schon am Abzweig von der Hauptstraße fahren wir durch eine Art Tor mit der Aufschrift: „Вевчани“.
    „Wir sind nun in der Republik von Vevčani“ erklärt uns der Fahrer. Natürlich ist die Republik Vevčani (Република Вевчани) kein neues Land auf dem Balkan, sondern dazu da, Touristen in die Region zu locken. Aber immerhin gibt es eigene Pässe und eine eigene Währung. Jedes Jahr im Januar findet in dem Dorf Karneval statt. Mit Masken ziehen die Dörfler durch die Straßen. Die wichtigste Tugend der Besucher zu dieser Zeit sollte eine gewisse Trinkfestigkeit sein, erzählt unser Fahrer. Wir sind sozusagen im Mazedonischen Rheinland angekommen…
    Die lokale Küche soll hier recht gut sein, so führt uns der Weg erstmal ins nächste Restaurant – Domakjinska Kukja (Ресторан Домаќинска куќа). Es gibt Quellwasser, Gurkenjoghurt (Таратур) (140 MKD) und hausgemachte Bratwürste (300 MKD).
    Schwieriger gestaltet sich dagegen die Zimmersuche. Der Kellner empfiehlt uns die Villa od Alula (Вила од Алула). 2400 MKD (40 EUR) soll ein Zimmer kosten. Dort gibt es jedoch keine Zimmer. Wir sollen kurz warten, es würde jemand kommen, der weiter unten am Fluss Zimmer vermieten würde.
    Wir warten und warten und warten aber es lässt sich niemand blicken. Schließlich haben wir die Faxen dicke, wir schultern unsere Rucksäcke, füllen am Dorfbrunnen noch mal unsere Trinkflaschen auf und laufen in Richtung Berge.
    Weit kommen wir nicht, an einem Kassenhäuschen sollen wir 20 MKD Eintritt zahlen. „Erheben die hier Wegezoll?“ frage ich mich. Doch unser Wanderweg führt über das Gelände der „Vevčani Quellen“ (Вевчански Извори) – Karstquellen die aus einer Höhle am Fuß der Jablanica-Berge hervorsprudeln.
    Der Wanderweg führt auf der anderen Seite des Vevčani-Bachs steil bergan durch Wald. Wir folgen ihm bis zu einer Wiese unterhalb von Jankov Kamen (Янков Камен), einer weiteren Karstquelle.
    Nach dem Abendessen ist Zeit um die Erlebnisse des Tages in meinem Tagebuch festzuhalten. Doch der Beutel mit dem Tagebuch ist nicht im Rucksack, ich suche und suche, kann aber nichts finden. Blöderweise ist in dem Beutel auch mein Interrailticket! Ich muss beides unten in Vevčani vergessen haben, als wir essen waren. Dort hatte ich mein Tagebuch und den Fahrschein zuletzt in den Fingern gehabt. Ich bin mir nicht sicher, was für mich der größere Verlust ist. Mir wird nichts weiter übrig bleiben, als morgen früh wieder ins Dorf abzusteigen…


    Wir verlassen Ohrid nicht irgendwie. Nein, ganz zur Region passend wollen wir der Via Egnatia, der alten römischen Handelsstraße, nach Struga (Струга) folgen.


    Über den Festungshügel geht es zum muslimisch geprägten Teil der Stadt und hinaus auf die Straße nach Struga.


    Aufstieg zur Höhlenkirche der Heiligen Ekaterina.


    Vorfahrt beachten! (Foto: A. C. Groffmann)


    Die Ekaterinenhöhle können wir nur durch die Gitterstäbe inspizieren.


    Auch Struga ist ganz nett, wenn auch nicht so herausgeputzt.


    Abzweig in die „Republik von Vevčani“.


    Die lokale Küche von Vevčani.


    Unser Wanderweg führt über das Gelände der „Vevčani Quellen“ – Karstquellen die aus einer Höhle am Fuß der Jablanica-Berge hervorsprudeln.


    Biwak auf einer Wiese unterhalb von Jankov Kamen.

  11. Dauerbesucher
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    AW: [MK] Mazedonien – keine Frage!

    #31
    Ich hatte schlecht geschlafen, schon im Morgengrauen suche ich meine Klamotten zusammen, um abzusteigen. Als ich meine Isomatte beiseite schiebe, leuchtet mir die Tüte mit Fahrschein und Tagebuch entgegen…
    Vermutlich hatte ich deshalb so schlecht geschlafen. Der Stress ist augenblicklich vorbei und nach dem Frühstück können wir unseren Weg wie geplant fortsetzen.
    Der Weg führt weiterhin bergauf bis in das Bergdorf Gorna Belica (Горна Белица). Wie Malovište ist Gorna Belica ein aromunisches Dorf, sein vlachischer Name war Bela di Supra.
    Mit einer Höhe von 1450 m ist es eines der höchstgelegenen Dörfer Mazedoniens. Die Bewohner waren Bergbauern und Hirten und das Dorf war im 18. Jahrhundert ein wichtiges Handelszentrum. Hier gründete Ende des 9. und Anfang des 10. Jahrhunderts der Heilige Kliment von Ohrid (Св. Климент Охридски) seine erste Schule, in der er unter Anderem die von ihm mitentwickelte Schriftsprache, das Altkirchenslawisch, lehrte.
    Gorna Belica wurde zu einer Feriensiedlung mit neuen Häusern umgebaut. Da wir außerhalb der Saison sind, treffen wir nur wenige alte Dorfbewohner an, die offensichtlich die Häuser für den Sommeransturm herrichteten.
    Auf einer Infotafel sind Wanderwege in den Jabalnica-Bergen aufgeführt. Blau markiert: Višni (950 m) – Tri Silka (1950 m) – Čumin Vrv (2125 m) – Krstec (1900 m) – Crn Kamen (2257 m) – Labuništa (850 m), Gelb markiert: Radolišta (750 m) – Višni (950 m) – Čumin Vrv (2125 m) und Rot markiert: Vevčani (850 m) – Gorna Belica (1450 m) – Krstec (1900 m) – Crn Kamen (2257 m) – Vevčani (850 m).
    Wir entscheiden uns erst einmal für den rot markierten Weg. Vom Dorf haben wir eine schöne Sicht hinab zum Ohridsee. Leider ist es etwas diesig. Kurz hinter dem Dorf teilt sich der Weg. Links geht es zum Čumin Vrv (Чумин врв), wir folgen dem roten Weg zum höchsten Berg des Massivs, dem Crn Kamen (Црн камен – Schwarzen Stein).
    Ab etwa 1700 m tritt der Wald zurück und somit auch die Mücken. Wir betreten ein alpines Hochtal. Zum ersten Mal sehen wir Schachbrettblumen und leider auch noch viele Firnfelder. Auf dem Weg zum Gipfel des Crn Kamen müssen wir deswegen Umwege in Kauf nehmen. Vom Hauptkamm sehen wir unter uns den Bergsee Vevčanska Lokva (Вевчанска Локва) in der Sonne funkeln. Eine Gruppe Wanderer tief unter uns. Hinunter kommen wir nicht aufgrund der steilen Firnfelder. Den Gipfel erreichen wir zur Mittagszeit. Da von Albanien her dunkle Wolken aufziehen und es in der Ferne donnert, bleiben wir nicht lang.
    Wir folgen dem Kamm weiter zum nächsten Bergsee, dem Podgorecko Ezero (Подгорецко езеро). Wieder zwingen uns die Firnfelder zu Umwegen. Querfeldein laufen wir in großem Bogen zum See. Hier bleiben wir. Anne geht im See baden ich laufe drumherum auf der Suche nach Trinkwasser und einem geeigneten Biwakplatz.
    Oberhalb des Sees sprudelt eine Karstquelle aus dem Berg. Unser Zelt bauen wir wind- und sichtgeschützt hinter einem Felsen auf, dann gibt es den obligatorischen Nachmittagskaffee…
    Dass wir an einer viel begangenen Route biwakieren merken wir bald. Vom gegenüberliegenden Pass kommt ein Mann mit einem kleinen drahtigen Pferdchen den Berg hinab. Das Pferd ist voll bepackt mit Säcken. Neugierig schaut der Typ zu uns hinüber, geht am See vorbei und macht oberhalb des Westufers eine längere Pause. Nach einer Weile steigt er auf zum Hauptkamm in einen Sattel und verschwindet in Richtung Albanien. Es dauert nicht lang und die nächsten Reiter traben auf ihren Pferdchen heran, alle vollgepackt. Durch die grauen Säcke auf den Holzsätteln schimmern gelbe Plastiktüten. Auch sie erklimmen schnurstracks den Hauptkamm und verschwinden in Albanien. Nennen wir sie mal „Händler“, so biwakieren wir offensichtlich an einer wichtigen albanisch-mazedonischen Handelsroute – Via Albanica…
    Als es zu dämmern beginnt haben wir endlich Ruhe. Wir löffeln unsere Marokkopfanne und trinken Pfefferminztee (selbst gesammelt). Morgen wollen wir weiter über den nächsten Pass im Norden und von dort absteigen, in der Hoffnung in Labuništa (Лабуништа) wieder in die Zivilisation zu gelangen.


    Der Weg führt bergauf bis in das Bergdorf Gorna Belica (Горна Белица).


    Wie Malovište ist Gorna Belica ein aromunisches Dorf, sein vlachischer Name war Bela di Supra.


    Wir betreten Grenzgebiet. (Foto: A. C. Groffmann)


    Und schon wird es abenteuerlich...


    Hier teilt sich der Weg. Links geht es zum Čumin Vrv (Чумин врв), unser Weg führt zum höchsten Berg des Massivs, dem Crn Kamen (Црн камен – Schwarzen Stein).


    Ab etwa 1700 m tritt der Wald zurück und somit auch die Mücken.


    Wir betreten ein alpines Hochtal.


    Erste Schneefelder müssen überwunden werden. (Foto: A. C. Groffmann)


    Hinter den Hügeln ist schon Albanien.


    Ausgedehnte Bergwiesen breiten sich am Talende aus. (Foto: A. C. Groffmann)


    Auf einem Saumweg geht es hinauf zum Hauptkamm des Jablanica-Gebirges.


    Vom Hauptkamm sehen wir unter uns den Bergsee Vevčanska Lokva (Вевчанска Локва) in der Sonne funkeln.


    Den Gipfel des Crn Kamen (2257 m) erreichen wir zur Mittagszeit.


    Wieder zwingen uns die Firnfelder zu Umwegen.


    Querfeldein laufen wir in großem Bogen zum See Podgorecko Ezero (Подгорецко езеро). (Foto: A. C. Groffmann)


    Hier bleiben wir.


    Der Podgorecko Ezero ist der größte Bergsee im Jablanica-Gebirge (226 m x 175 m, 10 m tief).


    Unser Zelt bauen wir wind- und sichtgeschützt hinter einem Felsen auf.


    Oberhalb des Podgorecko Ezero ist noch ein kleiner See, der aber nur zur Schneeschmelze Wasser hat.


    Blick auf den unteren Labuništer See (Лабунишко езеро).

  12. Dauerbesucher
    Avatar von Baciu
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    AW: [MK] Mazedonien – keine Frage!

    #32
    Anne wäre noch gern am See geblieben. Es ist auch ein schönes Eckchen diese Jablanica-Berge. Doch wir folgen unserem Plan und steigen über den nächsten Pass hinab zum Labuništer See (Лабунишко езеро). Eigentlich befinden sich in dem Bergkessel zwei Seen. Der erste scheint jedoch nur zur Schneeschmelze Wasser zu führen. Im Moment hat er jedenfalls soviel Wasser, dass unser Weg mitten durch den See führt und wir gezwungen sind im Bogen drumherum zu laufen. Eine Schneebrücke bedeckt den Abfluss des Sees und trägt auch dicke Wanderer…
    Ab dem See führt eine Fahrstraße ins Tal, die aufgrund von Restschneefeldern noch nicht befahren wird. Es geht vorbei an Labuniško Bačilo (Лабунишко Бачило), einer Hirtensiedlung und Lenšita (Леништа) einer Feriensiedlung wie es aussieht.
    Nun folgt ein nicht enden wollender Abstieg auf der Schotterpiste. Die Sonne brennt, die Füße auch bald. Die ersten Menschen treffen wir kurz vor Labuništa. Es sind Wanderer und einer von ihnen ist ein mazedonischer Schweizer, der schon ordentlich schwitzt. Immerhin hat er den längsten Teil des Aufstiegs noch vor sich. Jetzt, nach vierzig Jahren Arbeit in der Schweiz, wollte er sein Land entdecken. Er war begeistert, wir konnten es nur bestätigen: Mazedonien ist ein schönes Land mit unglaublich schöner Natur und wechselvoller Geschichte.
    Der Abstieg war lang und mühsam und es ist sehr heiß. Da kommen uns viele Fantasien nach gutem Essen, Bier und anderen kühlen Getränken. In Labuništa, einem Dorf mit überwiegend mazedonischen Muslimen, sogenannten Torbeschen, ist jetzt an einem Vormittag im Fastenmonat Ramadan nichts los. Alle Cafés sind geschlossen. Auf dem Dorfplatz weht die albanische Flagge. Vor einem Laden hocken ein paar Männer im Schatten stumm, ohne Getränke, wartend. Einer begrüßt uns auf Deutsch: „Hallo“. Wir kommen ins Gespräch. Der Mann arbeitet schon seit 13 Jahren in Deutschland, in einem Gestüt bei Stuttgart als Hufschmied.
    „Aber die Syrer, Merkel gut, Deutschland gut, aber in Österreich verdient man mehr.“ Auch in diesem mazedonischen Bergdorf weiß man, dass Deutschland mittlerweile zu einem Niedriglohnland verkommen ist – zumindest für gute einfache Arbeit. Wir könnten uns hier etwas zu trinken kaufen. Wir kaufen Schweppes. Außerdem würde gleich ein Bus nach Struga abfahren. Leider lehnen wir es ab, da wir nach Debar wollen und das ist gerade die andere Richtung und dieser Bus fährt von der Hauptstraße. „12:20 Uhr“ sagt der Hufschmied.
    Also weiter geht’s durch den Ort und noch drei Kilometer zur Hauptstraße. Im Dorf sitzen viele Leute am Wegesrand, manche grüßen uns ungefragt auf Deutsch, denn irgendeiner in der Verwandtschaft arbeitet immer im deutschsprachigen Raum. Labuništa scheint ein sehr wohlhabendes Dorf zu sein, überall stehen neue Häuser, manche sind schon verputzt, andere unverputzt, wenige noch Rohbauten. Eine große blaue Moschee befindet sich in der Mitte. Alles sieht sehr gepflegt aus, ganz anders als in Malovište oder Vevčani.
    Die Sonne meint es wirklich gut heute und der graue Asphalt unterstützt sie noch. Anne sinkt erschöpft in den Schatten eines Baumes als wir endlich die Hauptstraße erreichen. Die Zeit ist reif aber es kommt kein Bus, zumindest keiner der nach Debar fährt.
    Wo die Straße aus Vevčani auf die Hauptstraße mündet ist ein Bushäuschen. Eine Frau mit vier Taschen buckelt über die Straße, sie will nach Struga. Der Bus kommt und fährt frech an der Dame vorbei. Ein Bus nach Debar kommt nicht. Wir beschließen mit dem nächsten Bus ebenfalls nach Struga zu fahren. Auch der wäre uns fast vor der Nase weggefahren.
    Der Fahrer will kein Geld, wir sollen uns hinten hinsetzen. In Struga bezahle ich, 20 Dinar kostete die Fahrt.
    Jetzt brauchen wir erstmal eine Erfrischung. Wir treffen auch unseren Taxifahrer wieder. Er ist sich nicht sicher, ob heute am Sonntag ein Bus nach Debar fährt. Er nennt uns die Zeit. Wir hocken uns an den Straßenrand und schauen bei jedem Bus der hält nach dem Fahrziel. Ein Bus nach Debar kommt nicht! Schließlich fahren wir mit dem Taxifahrer zum Busbahnhof. Das kostet fünfmal soviel, als die Fahrt von Labuništa nach Struga!
    Noch eine Stunde am Busbahnhof warten, um 17:20 Uhr kommt der Bus. Es ist eine schöne Strecke entlang des Schwarzen Drin und dem Debarsee (Дебарско езеро). Frauen in traditioneller Kleidung steigen zu. In Debar (Дебар/Dibër) steigen wir aus. Ein älterer Herr mit Takke (Gebetsmütze) führt uns zum Hotel „Venec“ (Хотел Венец). Dann Duschen, Waschen und Einkaufen für unsere nächste Wanderung, bevor alles schließt. Kurz nach acht, der Muezzin ruft, die Trommeln schlagen, es darf gegessen werden. Die Stadt wirkt gespenstig, die Straßen sind leer, Cafés zu. Wenige Restaurants sind offen. Die Bedienung ist chaotisch, wir trauen uns nicht Wein zu trinken. Nach dem Essen ist die Straße wieder belebt, die Cafés und Geschäfte wieder offen. Wir kaufen noch eine Flasche Wein und gehen ins Hotel.


    Anne wäre noch gern am See geblieben. Es ist auch ein schönes Eckchen diese Jablanica-Berge.


    Doch wir folgen unserem Plan und steigen hinauf in den nächsten Pass.


    Im Pass der das Labuništer Tal vom Podgorecker Tal trennt.


    Unten der untere Labuništer See.


    Im Moment hat der See soviel Wasser, dass unser Weg mitten durch den See führt.


    Nicht weit liegt der obere Labuništer See.


    Labuniško Bačilo (Лабунишко Бачило), eine Hirtensiedlung.


    Nun folgt ein nicht enden wollender Abstieg auf der Schotterpiste.


    Ankunft in Labuništa.


    Labuništa scheint ein sehr wohlhabendes Dorf zu sein, überall stehen neue Häuser.
    Geändert von Baciu (13.08.2018 um 08:38 Uhr)

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    #33
    7. Nationalpark Mavrovo

    Heute beginnt unsere vorläufig letzte Wanderung. Von Debar aus wollen wir in den Mavrovo-Nationalpark (Национален парк Маврово). Genauer gesagt, ins Dešat- und Korab-Gebirge.
    Zum Frühstück esse ich Kuttelsuppe. Suppen sind zum Frühstück in Mazedonien üblich und die Suppe schmeckt mit etwas Essig fast wie in Rumänien. Eine Schüssel griechischer Salat und Annes zweites Omelett runden das Mahl ab. Den zweiten Kaffee müssen wir zahlen, die Übernachtung auch.
    Seltsamerweise sind jetzt die Cafés voll und die Menschen trinken Kaffee und Wasser. Na ja, wie kann man das verstehen. Ich mache noch ein Foto vom Denkmal für Georg Kastriota, besser bekannt als Skanderbeg, der hier im Tal des Schwarzen Drin im 15. Jahrhundert den Murads und Mehmets das Leben schwer machte, dann geht es endlich los…
    Eine schmale Straße führt hinauf zum Berg Bajrak (Бајрак, 1813 m). Zum Glück gibt es unterwegs ausreichend Wasser. Bereits an der Straße kommen wir an 4 Quellen vorbei! Ab dem Bergdorf Tatar Elevci (Татар Елевци) folgen wir einem Bergpfad. Markierungen gibt es nicht aber wir haben einen GPS-Track aus dem Internet, der uns nun führen soll.
    Immer wieder bietet sich eine schöne Aussicht auf Debar und den Stausee. Weiter oben wachsen Champignons auf den Bergwiesen. Ein Hirte mit seinem Esel, der Feuerholz trägt, kommt uns entgegen.
    Der Pfad ist gut zu erkennen und Abzweige hat jemand mit Plastikflaschen markiert, die an Ästen stecken. Bei der nächsten Quelle entscheiden wir uns zu bleiben. Ich suche eine geeignete Stelle zum Biwakieren und finde sie auf dem Gipfel des Bajrak. Bis zur Quelle sind es 10 Minuten. Wir füllen noch mal alle Flaschen auf und steigen die letzten Meter nach oben. Die Sicht ist phantastisch! Im Norden die ersten 2000er des Nationalparks im Osten Berge soweit man sehen kann und tief unter uns im Tal Dörfer mit Moscheen. Winzig sehen sie aus von hier oben. Der Kuckuck ruft und Fliegen summen um Annes Spirituskocher.
    Über das Gipfelplateau ziehen sich Gebilde, die an Stellungsgräben erinnern. Später lese ich, dass es sich tatsächlich um Stellungsgräben handelte, noch aus der Zeit der Balkankriege vor dem Ersten Weltkrieg.


    In Debar: Georg Kastriota, besser bekannt als Skanderbeg, der hier im Tal des Schwarzen Drin im 15. Jahrhundert den Murads und Mehmets das Leben schwer machte.


    Trotzdem konnten sich die Osmanen am Ende durchsetzen.


    Wanderpartnerin. (Foto: A. C. Groffmann)


    Immer wieder bietet sich eine schöne Aussicht auf Debar.


    Der Aufstieg ist lang und die Sonne brennt.


    Tief unten das Tal des Schwarzen Drin und der Debarsee (Дебарско езеро).


    Weiter oben wachsen Champignons auf den Bergwiesen.


    Wege die talwärts führen hat jemand mit Plastikflaschen markiert, die an Ästen stecken. (Foto: A. C. Groffmann)


    Auf dem Berg Bajrak (Бајрак, 1813 m). Wo ist eine Stelle für unser Zelt?


    Gefunden!


    Das Zelt ist immer ganz unten im Rucksack. (Foto: A. C. Groffmann)


    Feierabend!


    Im Norden die ersten 2000er des Mavrovo-Nationalparks.


    Tief unter uns im Tal, Dörfer mit Moscheen.


    Die letzten Sonnenstrahlen genießen.

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    #34
    Bevor wir aufbrechen, gehe ich zur Quelle, um unsere Trinkflaschen zu füllen. Leider sind auf meinem GPS-Track keine Wasserstellen vermerkt. Ein Hirtenhund schnüffelt im Wald und trollt sich als er mich kommen sieht.
    Bereits um 8 Uhr stapfen wir wieder bergwärts. Steil führt der Weg den Berghang hinauf. Bald liegt der Wald unter uns. Kahle Felsgipfel markieren die Grenze des Nationalparks. Zwischen bleichen Kalkblöcken sehen wir einen Mann. Er sucht oder sammelt etwas. Als wir bei ihm sind zeigt er uns seine Ausbeute. Er sammelt Schlüsselblumen (Primula veris). Ein Stoffsack hängt vor seinem Bauch, schon fast voll. Schlüsselblumentee soll gut gegen Erkältungen sein, erklärt mir Anne.
    Auf unserer Wanderung werden wir noch häufig Schlüsselblumensammlern (SBS) begegnen. Meist kommen sie aus Albanien und sammeln hier in den mazedonischen Bergen die Blumen.
    Ein Stück hinter dem SBS entdecken wir noch etwas. Rot-Weiß leuchtet uns eine Wegmarkierung entgegen, der Wanderweg kommt aus dem Tal. Ab jetzt folgen wir wieder der Markierung bis in einen großen Talkessel. Auch hier sind SBS unterwegs, diesmal zu Pferd.
    Ein Wegweiser zeigt zum Großen-Krčin-Gipfel (Голем Крчин Врв, 2341 m) und talwärts nach Bituše (Битуше). Der GPS-Track umgeht jedoch den Gipfel auf unmarkiertem Pfad. Uns ist es recht, denn der Aufstieg sah recht steil aus. Wir erreichen nach etwas Kraxelei einen Saumpfad und auch wieder die Markierung.
    Nun geht es immer unter der Kammlinie nordwärts. Erste Firnfelder bedecken den Weg. Die Schneefelder werden immer größer und steiler. Vorsichtig trample ich Tritte in den Schnee. Ausrutschen sollte man jetzt nicht! Anne wartet bis ich wieder auf dem Pfad stehe und kommt vorsichtig nach. Sie wirkt unsicher. Immer wieder fragt sie mich, ob sie alles richtig macht. Endlich ist sie wohlbehalten auf der anderen Seite des Schneefelds. Schon nach der nächsten Wegbiegung erwartet uns das nächste Schneefeld. Bei Nummer vier haben wir die Schnauze voll und drehen um. Wir hätten doch Steigeisen einpacken sollen, geht es mir durch den Kopf. An einer Stelle wo die Hangneigung nicht so stark ist steigen wir ab und umgehen im großen Bogen die Rinnen mit den Schneefeldern. Querfeldein erreichen wir wieder den Weg. Jetzt ist es nicht mehr so steil und die kommenden Schneeflächen machen keine Probleme mehr. In einem Pass glitzert ein Bergsee im Sonnenlicht. Ab dem nächsten Pass laufen wir wieder ohne Wegmarkierung.
    Unter dem Velivar (Веливар) oder auch Veli-Vrv (Вели-Врв), mit 2373 m höchster Berg des Massivs, bauen wir unser Zelt auf. Wasser haben wir genug. Zwei Bächlein sprudeln neben unserem Biwakplatz zu Tal. Kaum steht das Zelt, fängt es an zu regnen und kaum regnet es, ziehen wieder albanische „Händler“ mit voll beladenen Packpferden an unserem Lagerplatz vorbei…


    Bevor wir aufbrechen, gehe ich zur Quelle, um unsere Trinkflaschen zu füllen.


    Kahle Felsgipfel markieren die Grenze des Nationalparks.


    Der Wanderweg führt über den Großen-Krčin-Gipfel (Голем Крчин Врв, 2341 m) im Hintergrund. (Foto: A. C. Groffmann)


    Der GPS-Track umgeht jedoch den Gipfel auf unmarkiertem Pfad.


    Wir schauen lieber noch mal in die Karte.


    Wasser unter der Bezeichnung eines Zerfallsprodukts.


    Wir erreichen nach etwas Kraxelei einen Saumpfad und auch wieder die Markierung.


    Blick zurück zur Crvena Ploča (Црвена Плоча, 2107 m).


    Nun geht es immer unter der Kammlinie nordwärts.


    Die Schneefelder werden immer größer und steiler.


    An einer Stelle wo die Hangneigung nicht so stark ist steigen wir ab und umgehen im großen Bogen die Rinnen mit den Schneefeldern.


    Frühling trifft Winter.


    In einem Pass glitzert ein Bergsee im Sonnenlicht.


    Morgen geht es hier weiter.


    Unter dem Velivar (Веливар) oder auch Veli-Vrv (Вели-Врв), mit 2373 m höchster Berg des Massivs, bauen wir unser Zelt auf.

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    #35
    Das Wetter weiß nicht so recht, wie es sich am Morgen entscheiden soll. Zwischen grauen Wolken leuchtet vereinzelt blauer Himmel durch. Schon nach etwa 150 m erwartet uns in einem Pass wieder Schnee. Die Pferde haben links davon eine Spur gelegt. Wir nutzen sie auch.
    Im nächsten Talkessel sammelt wieder jemand Schlüsselblumen. Er ist neugierig und will wohl wissen wohin wir gehen. „Rabdisht?“ fragt er und zeigt nach Westen. Der Ort liegt in Albanien. „Zhirovnica?“ Da wollen wir auch nicht hin auch wenn von hier ein markierter Weg hinabführt. „Mavrovo“ sage ich. Er behauptet Polizist zu sein und bietet uns Schlüsselblumen zum Kauf an. Wir wollen auch keine Schlüsselblumen kaufen und bleiben auf dem Kammweg.
    Die Wegmarkierung führt kurz vor dem Ende des Talkessels nach Albanien, unser Track führt aber weiter in einen Pass. Dort quert erneut ein markierter Weg die Berge. Wir machen Mittagspause. Ein Wegweiser zeigt zu einem Plocha-Gipfel (Плоха, 2283 m) und nach Zhirovnica (Жировница).
    Im nächsten Talkessel queren wir mehrere Lawinenfelder. An einer Stelle liegen mannshohe Schneebrocken am Boden. Steinschlag ist mir ein Begriff, dass es auch Schneeschläge gibt war mir neu. Die Brocken sind von einem großen Schneefeld über uns einfach abgerissen und den Berg runtergerollt.
    Wir erreichen einen Pass. Der Wanderweg führt weiter nach Albanien, unsere Route folgt nun fast weglos unterhalb einer Felswand über Gras und Geröll. Eine kleine Kreuzotter attackiert wütend meinen Trekkingstock, als ich sie stupse damit sie sich vom Wanderweg trollt. Der Weg wird immer unscheinbarer je höher wir steigen. An einem Geröllhang ist er nicht mehr auszumachen. Laut GPS müssten wir der Höhenlinie folgen. Das ist jedoch nicht möglich, da uns die Felsen den Weg versperren. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: über ein Schneefeld und durch einen engen Kamin nach oben klettern oder abzusteigen.
    Wir schauen uns die Kletterstelle an und entscheiden hier nicht weiter zu gehen. Über einen steilen Grashang beginnen wir den Abstieg in den Talkessel. Die Wegführung bleibt mir ein Rätsel!
    Weit unter uns am Ende des Talkessels weiden Schafe. Es ist eine große Herde. Glitzernde Bergbäche zerschneiden Wiesen mit vielen Blumen – Orchideen, Schlüsselblumen, Sumpfdotterblumen sogar gelbe Türkenbundlilien blühen hier. Bisher kannte ich nur die rote Variante.
    Wir gelangen wieder auf einen markierten Wanderweg, der hinunter ins Tal führt. Hufspuren verraten, dass er regelmäßig genutzt wird. Auf einem ebenen Stück Wiese bleiben wir – Kaffeezeit! Kaum steht unser Zelt, zieht ein Gewitter auf. Immer wieder schieben sich Wolken von Albanien her über die Berge. Am Abend hört es auf zu regnen.
    Wir sitzen gerade beim Tee, da bekommen wir Besuch von einem SBS. Der Typ schwätzt drauf los, nur wir verstehen ihn nicht. Scheinbar will er uns auch Schlüsselblumen verkaufen. Nach einer Weile verschwindet er in Richtung Tal. Kurz darauf ziehen wieder ein paar Reiter an unserem Biwakplatz vorbei in Richtung Grenze. Sind es Hirten, die Schlüsselblumen sammeln, oder doch Händler? Wir wissen es nicht, jedenfalls sind die Säcke auf den Pferden nicht nur mit Blumen gefüllt…


    Das Hochtal von Zhirovnica, hier führt ein markierter Pfad hinab.


    Im nächsten Pass, das Korab Massiv rückt immer näher. (Foto: A. C. Groffmann)


    Mittagspause.


    Dass es auch Schneeschläge gibt war mir neu.


    Immer wieder zieht Nebel auf von der albanischen Seite.


    An dem Geröllhang ist der Weg nicht mehr auszumachen. Wir steigen ab!


    Auf dieser Wiese bleiben wir – Kaffeezeit!


    Sogar gelbe Türkenbundlilien blühen hier.


    Kaum steht unser Zelt, zieht ein Gewitter auf.


    Am Abend hört es auf zu regnen.

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    AW: [MK] Mazedonien – keine Frage!

    #36
    Laut unserer Wanderkarte führt im Nachbartal ein Weg hinauf zum Hauptkamm. Dafür müssen wir ein Stück absteigen. Auf dem Weg begegnen wir wieder einem SBS, diesmal ist es aber kein Albaner. Er versucht uns den Weg zum Golem Korab zu beschreiben.
    Wir müssen das Tal des Baches Ribnička Reka (Рибничка река) hinauf und bis zum Ciganski Prolaz (Цигански Пролаз – Zigeunerpassage). Dort würden wir auch wieder auf unsere GPS-Route treffen.
    Anfangs sieht es recht gut aus. Wir folgen den rot-weißen Bändern hinunter ins Tal. Nach einer halben Stunde etwa finden wir keine Markierungen mehr. Wir laufen querfeldein durch den Wald, über Wiesen, drehen uns im Kreis doch die Markierung bleibt verschollen!
    Entnervt beschließen wir wieder zurück in Richtung Biwakplatz zu gehen und noch mal von vorn mit der Suche zu beginnen. Plötzlich leuchtet uns an einem Stein ein rot-weißer Punkt entgegen. Ein Stück weiter talwärts der nächste und auch die Hufspuren sind wieder da. Es ist ein Wanderweg, jedoch nicht der, auf dem wir anfangs abgestiegen sind. Egal, wir folgen dem Pfad. Der Pfad verschwindet bald im Wald oberhalb des Ribnička Reka. Der Bach hat mittlerweile eine wilde Schlucht gebildet.
    Der erste größere Nebenbach den wir queren müssen heißt Proi i Babes (Прои и Бабес oder Бабин Поток). Er ist nicht breit, die Strömung jedoch recht kräftig. Ein paar Meter neben dem Bach sprudelt eine Quelle aus dem Boden, wir können unsere Wasserflaschen auffüllen. Während wir unsere Schuhe trocknen, suchen wir auf der Wanderkarte unseren Standort. Den Weg zum Ciganski Prolaz haben wir nicht gefunden. Vermutlich war es der Pfad, den wir zuerst abgestiegen sind. Nun bleibt uns nur noch die Möglichkeit zum Bergdorf Tanuše (Тануше/Tanushaj) abzusteigen, der Straße bis nach Ribnica (Рибница/Rimnicë) zu folgen und im Tal des Dlaboka Reka (Длабока река/Proi i Fel) wieder aufzusteigen.
    Nach 5 Stunden sind wir in Tanuše. Die meisten Häuser hier sind nur noch Ruinen. Intakt sind ein Wohnhaus, die Moschee und ein Denkmal für gefallene UÇK-Kämpfer. Die fünf Kämpfer unter dem Kommando von Tahir Sinani, an die das Denkmal erinnert, wurden am 29. Juli 2001 vermutlich bei einem Minenunfall getötet.
    Auf einer Schotterstraße geht es nun bis ins Tal. Eine Holzbrücke überquert den Ribnička Reka und vorbei an einer Hirtenstation mit Einkehrmöglichkeit, steigen wir auf der anderen Seite wieder den Berg hinauf. Es ist sehr heiß. Auch in Ribnica sind viele Häuser nur noch Ruinen. Dafür gibt es einen nagelneuen überdachten Picknickplatz mit einem Brunnen. Wir wissen nicht warum die Menschen ihr Dorf verlassen haben.
    Hinter den letzten Ruinen endet der Fahrweg. Ein schmaler Pfad führt nun bergauf, links und rechts stehen verkohlte Wacholderbüsche. War es ein Waldbrand oder wurden die Büsche mit Absicht abgefackelt?
    Neun Stunden stecken uns in den Beinen als wir eine große Wiese an einem Birkenwäldchen erreichen. Laut einem Wegweiser sollen es 15 Minuten zu einer Quelle sein. Das hört sich gut an! Wir setzen die Rucksäcke ab und ich gehe die Quelle suchen. Im Wald wachsen Perlpilze und Hexenröhrlinge. Nach nur 5 Minuten bin ich am Ziel. Zurück auf der Wiese gibt mir Anne eine halbe Orange. Irgendjemand muss sie verloren haben, sie ist noch ganz frisch. Wir bleiben hier und bauen unter den Birken unser Zelt auf. Anne kocht Polenta mit Brokkoli.


    Morgenkaffee!


    Das sieht aber schräg aus!


    Laut unserer Wanderkarte führt im Nachbartal ein Weg hinauf zum Hauptkamm.


    Dafür müssen wir ein Stück absteigen.


    Wir müssen das Tal des Baches Ribnička Reka (Рибничка река) hinauf und bis zum Ciganski Prolaz (Цигански Пролаз – Zigeunerpassage). (Foto: A. C. Groffmann)


    Nach einer halben Stunde etwa finden wir keine Markierungen mehr.


    Der Bach hat mittlerweile eine wilde Schlucht gebildet.


    Den Weg zum Ciganski Prolaz haben wir nicht gefunden. Durch den Wald steigen wir weiter ab.


    Nach 5 Stunden sind wir in Tanuše. Die meisten Häuser hier sind nur noch Ruinen.


    Neu ist ein Denkmal für gefallene UÇK-Kämpfer.


    Durstige Schmetterlinge auf dem Weg. (Foto: A. C. Groffmann)


    Der Schwarm.


    Tief unter uns das Tal des Ribnička Reka mit einem Picknickplatz.


    Neun Stunden stecken uns in den Beinen als wir eine große Wiese an einem Birkenwäldchen erreichen. (Foto: A. C. Groffmann)


    Wir bleiben hier und bauen unter den Birken unser Zelt auf.

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    #37
    Wir starten am Morgen etwas später als üblich, die Morgensonne konnte sich im schattigen Birkenwäldchen nicht so recht durchsetzen, um uns zu wecken. Der Weg führt anfangs durch mystischen Bergwald. Leuchtend weiße Buchenschleimrüblinge besiedeln in größeren Gruppen die abgestorbenen Stämme der Bäume. Das Grün der Blätter ist noch frisch. Auf dem Waldboden breiten sich Farne und Waldmeister aus.
    Doch bald wird die Waldidylle unterbrochen, schmutzige Schneefelder haben die Bäume unter sich begraben. Mehrere Lawinenfelder müssen wir überqueren. Dann beginnt sich der Wald zu lichten. Zwischen den Steinen findet Anne Berglauch – eine willkommene Bereicherung für unser Abendessen.
    Über der Baumgrenze angekommen, sehen wir hinunter ins Tal des Dlaboka Reka. Es ist ein reißender Gebirgsbach, immer wieder überdacht mit Schneebrücken. Darüber erheben sich die kahlen Felsgipfel des Korab-Massivs (Кораб/Mali i Korabit). Wir rätseln welcher nun der höchste Berg Mazedoniens ist, finden es aber nicht heraus.
    Der Pfad zieht sich nun hinunter ins Tal. Ab und zu bedecken Schneefelder den Weg, doch sie erweisen sich als unproblematisch. Probleme machen die Kreuzottern, die es hier reichlich gibt wie es scheint. Schon die dritte verschwindet kurz vor unseren Füßen im Gras. Ein Fuchs jagt im wilden Tempo den Berghang hinauf und auf dem Wanderweg liegt ein abgetrenntes Gämsenbein. Wilderer?
    Vor uns stürzt sich der Korab-Wasserfall (Корабски Водопад oder Пројфелски водопад) 134 m den Fels hinunter. Es soll der höchste Wasserfall des Balkans sein! Als wir den Bach erreichen, verlieren wir wieder einmal unseren Wanderweg. Dafür finden wir ein „Händlerlager“. Neben Säcken die mit Plastikplanen abgedeckt wurden, weiden zwei Pferde. Sonst ist niemand da. Wir laufen weiter und finden unsere Markierung wieder. Auf einem Holzschild, das auf dem Boden liegt, steht: „Цигански Премин – 2 ч“.
    Wir würden dort wieder auf unseren GPS-Track stoßen, zumindest theoretisch. Bald stehen wir mitten im Schnee! Ab 2000 m befindet sich hier eine fast geschlossene Schneedecke. Noch läuft es sich gut, aber den Aufstieg durch das steile Seitental wollen wir dann doch nicht riskieren. Wir beschließen umzukehren – Nothing is easy.
    Auf dem Hinweg passierten wir eine Quelle, dort führte ein Pfad hinunter zum Fluss, wo wir unser Zelt aufbauen könnten. Der Platz ist sehr gut. Zwar erschreckt mich wieder eine Kreuzotter, die zwischen meinen Füßen im Gras das Weite sucht, aber wir haben eine tolle Sicht auf den Wasserfall und am Boden gedeihen Guter Heinrich, Mauerpfeffer, Oregano, Portulak und Thymian. So gibt es heute mediterrane Nudeln mit Tomatensoße und Korab-Kräutern!
    Nicht so toll sind die dicken grauen Wolken, die sich von Westen herabsenken. Der Wind frischt ebenfalls auf und peitscht das Wasser des Wasserfalls gegen die Felswand. Es scheint als ob es gar nicht am Boden ankommen würde. Bald fallen die ersten Regentropfen und wir entscheiden uns den Rest des Abends im Zelt zu verbringen.


    Die Morgensonne konnte sich im schattigen Birkenwäldchen nicht so recht durchsetzen, um uns zu wecken.


    Die letzte Wiese, dann geht es durch mystischen Bergwald. (Foto: A. C. Groffmann)


    Mehrere Lawinenfelder müssen wir überqueren.


    Zwischen den Steinen findet Anne Berglauch – eine willkommene Bereicherung für unser Abendessen.


    Über der Baumgrenze angekommen, sehen wir hinunter ins Tal des Dlaboka Reka.


    Es ist ein reißender Gebirgsbach, immer wieder überdacht mit Schneebrücken.


    Vor uns stürzt sich der Korab-Wasserfall (Корабски Водопад oder Пројфелски водопад) 134 m den Fels hinunter.


    Es soll der höchste Wasserfall des Balkans sein! (Foto: A. C. Groffmann)


    Auf einem Holzschild, das auf dem Boden liegt, steht: „Цигански Премин 2 ч“. Das wäre unser Zigeunerpass gewesen!


    Ab 2000 m ist hier eine fast geschlossene Schneedecke. (Foto: A. C. Groffmann)


    Wir beschließen umzukehren – Nothing is easy.


    Am Fluss bauen wir unser Zelt auf.


    Nachmittagskaffee!


    Nicht so toll sind die dicken grauen Wolken, die sich von Westen herabsenken.


    Bald fallen die ersten Regentropfen und wir entscheiden uns den Rest des Abends im Zelt zu verbringen.

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    Alter Hase
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    #38
    Sehr, sehr schön, danke fürs Miterlebenlassen...

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    #39
    Ich stopfe gerade den letzten Packsack in meinen Rucksack und schließe das Deckelfach, als die ersten Tropfen vom Himmel fallen. Die nächsten 3 Stunden wird es nicht mehr aufhören zu regnen. Mit einer gewissen Genugtuung gestern die Tour abgebrochen zu haben trete ich mit Anne den Rückweg an.
    An unserem Birkenwäldchen hört es kurz auf, wir haben Zeit für eine Brausepause, dann nieselt es weiter. Wir laufen nicht wie vorgestern über Ribnica, sondern wählen den Weg über das Bergdorf Bibaj (Бибај). Der Ort liegt über der Mündung des Dlaboka Reka in den Ribnička Reka. Leider zeigen unsere Karten (analog und digital) keinen Weg hinunter ins Tal.
    An der Dorfquelle wechseln wir unsere nassen Socken. Wir haben ein Paar Sealskinz dabei, die sich bis jetzt hervorragend bewährt haben. Die Wanderschuhe dagegen saugten sich voll wie Badeschwämme…
    Ein Trampelpfad führt an einem Gartenzaun den Hang hinunter, verliert sich dann aber auf einer Wiese. Etwas hilflos irren wir zwischen den wenigen Häusern umher, die noch halbwegs bewohnbar aussehen.
    Von einem der Grundstücke kommt ein alter Mann herüber. Wir zeigen ihm unsere Karte und erklären so gut es geht unser Vorhaben. Der Opa bedeutet uns mitzukommen. Wir haben Mühe ihm zu folgen so flink huscht er den Berghang hinab. An einer Wiese bleibt er stehen und zeigt uns die Richtung in der wir absteigen müssen. Er schaut noch eine Weile von oben zu und korrigiert uns wenn wir seiner Meinung nach zu weit abdriften.
    Bald haben wir das Tal erreicht. Der Dlaboka Reka strömt wild aus einer Felsenschlucht hervor, eine Holzbrücke führt auf die andere Seite. Bis zur Hauptstraße im Radika-Tal (Радика) geht es nun abwechselnd über Asphalt- und Schotterwege.
    Kaum sind wir auf der Hauptstraße hält auch schon ein Auto. Der Fahrer ist „Albanese“ wie er stolz verkündet und muss erst kistenweise Zwiebeln in seinen Kofferraum verfrachten, dann nimmt er uns mit bis nach Mavrovi Anovi (Маврови Анови/Rreka e Mavrovës) am Mavrovo-Stausee.
    Der Ort ist nicht sehr einladend, immerhin erfahren wir, dass hier um die Mittagszeit, die Busse nach Skopje halten und es gibt ein neues Skopsko (80 Dinar, unfiltriert und in Papier eingewickelt). Anne fragt den Kellner, ob ein Bus nach Mavrovo fährt? Nein, aber wir könnten ein Taxi nehmen. „5 Euro.“ „10 Euro!“ korrigiert ihn sein Kollege. Wir ziehen es vor die 7 Kilometer zu laufen…
    Am Ortsrand befindet sich das Nationalparkbüro und heute hat der Revierförster dienst. Er spricht perfekt deutsch. Sein Sohn schafft zurzeit in Deutschland bei McDonalds.
    Dass wir ohne Führer von Debar aus durch das Dešat-Gebirge gelaufen sind erstaunt ihn, dass wir im Nationalpark biwakiert haben nimmt er locker. Allerdings ärgert er sich über die Albaner. „Die kommen von Albanien und sammeln bei uns Blaubeeren und Kräuter.“ „Kein Mazedonier würde das auf albanischer Seite machen!“
    In Mavrovo gibt es die Höhle „Peštera Šarkova Dupka (Пештера Шаркова Дупка)“. Nur ist sie momentan geschlossen. „Stromprobleme“ erzählt uns der Förster. Wir verabschieden uns und laufen weiter.
    Kurz hinter der Staumauer halten zwei Kleinbusse. Es sind zwei junge Familien aus Dresden. Sie sind auf großer Osteuropareise und wir können bis Mavrovo mitfahren, müssen nur leise sein, da das Baby schläft. Wir halten direkt vor der Kirche des Heiligen Nikolai (Божји храм Св. Никола), die nur noch mit dem Dach und dem Kirchturm aus dem Wasser ragt. Und das seit 1956 als der See angelegt wurde, um Wasserkraftwerke zu betreiben.
    Das erstbeste Hotel heißt „Srna“ (Срна). Das klingt irgendwie Serbisch und pro Person kostet die Übernachtung 20 Euro, sagt die Dame an der Rezeption – mit Frühstück. Wir suchen nicht weiter und buchen 2 Nächte. Morgen wollen wir ein wenig um den See wandern.
    Nicht weit vom Hotel sollen sich zwei sehr gute Restaurants befinden, hat uns die Dame im Hotel noch ans Herz gelegt. Heute Abend besuchen wir das erste: Mavrovski Merak (Мавровски мерак). Es gibt typische Balkanküche, deftig und fleischlastig dazu Wein und Rakija. Der Eigentümer, der Koch und geladene Gäste am Nachbartisch bekommen etwas Besonderes. Aus einem großen Kessel in der Tischmitte bedient man sich reihum. „Könnte Nationalparkgämse sein“ witzle ich. Wie es scheint, haben wir wieder die ethnografisch-religiöse Grenze Mazedoniens gewechselt…


    Der Morgen beginnt, wie der Abend endete.


    Die nächsten 3 Stunden wird es nicht mehr aufhören zu regnen.


    Wir laufen nicht wie vorgestern über Ribnica, sondern wählen den Weg über das Bergdorf Bibaj (Бибај).


    Auch hier dominieren verfallene Häuser. (Foto: A. C. Groffmann)


    Der Dlaboka Reka strömt wild aus einer Felsenschlucht hervor, eine Holzbrücke führt auf die andere Seite.


    Blick von der Staumauer des Mavrovo-Stausees hinunter ins Radika-Tal.


    1956 wurde der See angelegt, um Wasserkraftwerke zu betreiben.


    Von der Kirche des Heiligen Nikolai (Божји храм Св. Никола) ragt nur noch Dach und Kirchturm aus dem Wasser.


    Alt-Mavrovo besteht vorwiegend aus Hotels.


    Abends am See.


    Heute wollten wir eine Tageswanderung machen. Unser Ziel sollte das Dorf Nikiforovo (Никифорово) am Stausee sein. Wir erreichen unser Ziel nicht, lernen stattdessen Mavrovos Forstwege und Bachbetten kennen. Hinter dem Dorf führt ein Forstweg in die Berge am ersten Baum prangt noch eine Wegmarkierung – die erste und letzte. Wir orientieren uns pi mal Daumen und landen auf einem Rückeweg, der schließlich in einen Bach mündet. Nach knapp zwei Stunden stehen wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tour.
    Wir haben keine Lust mehr nach Wegen zu suchen und schlendern noch ein Stück am See entlang. Am Ende des Sees befindet sich ein Sportplatz, auf dem gerade Wettkämpfe stattfinden. Ab und zu gibt es schöne Stellen direkt am Seeufer, einen durchgehenden Wanderweg gibt es aber nicht. Die Gegend ist eher was für Radfahrer. Auf der Straße laufen wir zurück. Die Verkehrsschilder sind wie sonst die Wegweiser unleserlich, ausgebleicht und auch als Zielscheibe zweckentfremdet worden. Eine Vielzahl an Einschüssen schmücken das Überholverbot. Im Hotel Makpetrol (Макпетрол) genehmigen wir uns einen Mazedonischen Kaffee mit dezentem Spülmittelgeschmack.
    Dafür ist auch die zweite Lokalität, das Restaurant Kristijan (Ресторан Кристијан), nur zu empfehlen. Mit Seeblick genießen wir Salat des Hauses, einen Fleischtopf, der extra für uns zubereitet wird und Rotwein.
    Morgen müssen wir zurück nach Mavrovi Anovi und von dort mit dem Bus nach Skopje (Скопје).


    Heute lernen wir Mavrovos Forstwege und Bachbetten kennen.


    Am Ende des Sees befindet sich ein Sportplatz, auf dem gerade Wettkämpfe stattfinden.


    Die Verkehrsschilder sind wie sonst die Wegweiser unleserlich. Eine Vielzahl an Einschüssen schmücken das Überholverbot.


    Wir haben keine Lust mehr nach Wegen zu suchen und schlendern noch ein Stück am See entlang.


    Abendessen mit Seeblick.

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    AW: [MK] Mazedonien – keine Frage!

    #40
    Die Landschaft dort - speziell um den Ohrid-See - ist wirklich total schön, ich könnte noch viele Stunden euch zulauschen - oder besser lesen und die Fotos betrachten.
    Was für Kartenmaterial habt ihr benutzt? Da würde ich schon gute brauchen, denn kyrillische Schrift zu lesen, stelle ich mir extrem schwierig vor, die Schrift sieht zwar sehr schön aus, die Schönheit bringt aber nix, wenn man nicht annähernd vermuten kann, was die Zeichen bedeuten.
    Two roads diverged in a wood, and I—
    I took the one less traveled by,
    And that has made all the difference (Robert Frost)

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