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    [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #1
    Mitreisende: danobaja
    pakistan 1991, erstbesteigungsversuch am bajohagur diran asir (ultar sar) 7388m im karakorum

    unsere expeditionspostkarte



    unruhe trieb mich um. ich begann unglücklich zu werden. im jahr zuvor hatte ich eine einladung zu einer der ersten besteigungen des k2 von chinesischer seite aus ausgeschlagen. aus rücksicht auf die familie. eine der ganz wenigen entscheidungen in meinem leben, die ich wirklich aus ganzem herzen bereue.

    ich könnte mich heute noch in den allerwertesten beissen, wenn ich denn könnte. auf meine schüchterne anfrage, ob ich denn in diesem jahr wieder etwas länger weg könnte, wurde mir der vogel gezeigt. in der firma sollte ein mann eingespart werden, das bedeutete mehr arbeit für die, die da waren. ein hinweis auf den nervösen tick, den ich zu entwickeln begann, und meine vorstellungen davon, wie ich die firma gerne irgenwann einmal übernehmen wollte, wurde mit "reiss dich halt zusammen" und "das ist meine firma!" abgeschmettert. es war eindeutig an der zeit wieder einmal ein kündigungsschreiben für die nächste verhandlungsrunde in der tasche zu haben. und so kam es wie es kommen musste, ich knallte dem familienoberhaupt und chef meine kündigung auf den tisch. und wurde mit ewigem, eisigem schweigen und der "dolch in meinem rücken" geschichte aus dem familenstammbaum gestrichen.

    ein inserat in einer alpin zeitschrift brachte mich mit einem jungen bergsteiger aus dem voralpenraum in richtung salzburg und ein paar weiteren interessenten zusammen. die besteigung des höchsten unbestiegenen 7000er war geplant. der 7388 meter hohe bojuhagur diran asir, heute besser als ultar sar bekannt. nach ein paar treffen blieben 4 mann übrig. eddi, der initiator, günter, mike und ich. wir trafen uns und machten pläne. aufgaben wurden verteilt, versucht geld auzutreiben. wir gaben diavorträge über unsere alten touren, verkauften dort postkarten die nicht unwesentlich zur finanzierung beitrugen. über 1000 postkarten haben wir signiert.

    lagebesprechung, aufgaben werden verteilt. von links, eddi, günter, mike, hans


    am flughafen, gepäckaufgabe für die spedition


    das geht mit ins flugzeug


    afghanistan, ich wär am liebsten ausgestiegen... sooo schön!


    im sommer war es dann soweit. wir waren startklar. wenige tage vor dem abflug lernte ich die tochter eines freundes kennen. ihre signale waren eindeutig und sie zeigten wirkung. auch wenn ich es nicht so recht wahrhaben wollte und versuchte es zu ignorieren, ich war verliebt und ein teil meines herzens blieb zurück.

    unser gepäck flog voraus per spedition. mit an bord nahmen wir immer noch mehr als genug. damals konnte man noch allerhand ins flugzeug packen. die wartezeit auf dem flughafen verbrachten eddi und ich mit rollstuhlrennen zur (kaffee)-bar und zurück durch die weitläufigen hallen.

    als wir über afghanistan flogen wäre ich am liebsten ausgestiegen. bis heute will ich dahin. die verschneiten bergrücken über dem dreckigen staubgrau fand ich sooo schön! in rawalpindi traf uns die hitze wie ein hammer. 25 grad mehr als zuhause. in der ersten woche liefen wir von amt zu amt um unser gepäck durch den zoll und das permit bestätigt zu bekommen. schnell fanden wir heraus wer was tun sollte. immer wenn der gegenüber freundlich fragte, ob man tee oder cola will, wusste man schon, "oha, das dauert länger".

    das war nichts für mike und eddi, solche gänge blieben günter und mir. wir heuerten einen taxifahrer für eine ganze woche an. er wartete vor dem amt um für den rückweg vor ort zu sein. das war ganz praktisch. mein erster besuch auf dem bazar bescherte mir eine pajama kurta, das traditionelle gewand. das kam prima an, ich wurde deutlich besser behandelt wie die jeans träger. unser liaison-officer wurde uns vorgestellt mit den worten: "this is captain malik, he killed many indians." das machte ihn nicht gerade zu unserem besten freund, aber im grossen und ganzen war der junge mann schon ok. zumindest legte er uns keine steine in den weg. wann immer er seine hilfe bei der organisation anbot fanden wir problemlos ein billigeres angebot. günter kam verzweifelt vom busbahnhof wieder. er konnte keinen fahrer finden mit dem er klar kam. ein job für mich. entweder sie tranken, oder kifften, oder es wollte nur einer fahren, oder der bus war zu klein. wir aber wollten 2 fahrer um die strecke nach karimabad möglichst schnell hinter uns zu bringen.

    als ich mich eines abends alleine in den strassen von rawalpindi herumtrieb rief mich jemand von der gegenüberliegenden strassenseite an. ich schaute mich um, entdeckte den rufer und ging zu ihm. da stand eine kleine gruppe von amerikanern und lud mich zu einem cola ein. einer von ihnen hatte mich erkannt. es war der kletterer der am mt. hunter in alaska mit gebrochenen fingern im zelt lag als ich auf dem weg ins denali basecamp dort vorbeikam. (nachzulesen im reisebericht: denali grand traverse, im gleichen unterforum). inzwischen konnte er über meinen (gerade zu diesem zeitpunkt!) unglücklichen scherz lachen und verzieh mir den "lazy bum" (so etwa "faule socke"...) von damals. er war mit seiner gruppe auch zum bergsteigen in pakistan, allerdings nicht in unserer region. wir unterhielten uns ein paar cola lang und stellten fest, dass die welt wirklich sehr klein geworden war.

    captain maliks cousin mit seinem minibus war doppelt so teuer wie der grosse bus mit 50 plätzen und 2 fahrern den ich auftrieb. sie erklärten sich bereit nicht vor günter zu kiffen, und abwechselnd zu fahren bis wir dort waren. alles war bestens. bis ich den bus hatte war das gepäck durch den zoll und eddi hatte mit mike das permit bekommen. wir luden unsere ausrüstung in die hintersten sitzreihen ein und hatten jeder mehrere sitzbänke auf denen man auch notdürftig liegen konnte zur freien auswahl. einen fehler hatte ich dennoch gemacht.

    leere strassen in der mittagshitze


    wir treffen captain malik das erste mal


    auf dem basar








    ich hätte ein paar musikkasetten kaufen sollen. so lief während der ganzen fahrt fast 2 tage lang ein und dieselbe kasette von 20 minuten dauer je seite. ununterbrochen hämmerte ein muezinähnlicher gesang blechern aus den billigen lautsprechern. länger wie 10 minuten hielt es keiner der beiden fahrer ohne musik aus. wir schliefen mit ohrenstöpseln auf den schwitzigen plastiksitzbänken und kamen gerädert an den raststationen an. unsere erfahrenen chauffeure steuerten die bestbesetzten lokale an. wo viel los ist und viele lkw stehen, da ist das essen immer gut.

    "wenns nicht schmeckt schlagen die lkw fahrer den wirt zusammen" wurde uns erklärt. in gebrochenem englisch erfuhr ich auf nachfrage, mit einem verschmitzen lächeln, dass die busfahrer das nicht machen würden. sie sind schlaue fahrer und gehen dahin wo die lkw fahrer den wirt nicht (mehr???) zusammenschlagen müssen. das ergebnis konnte man sich auf jeden fall schmecken lassen. es war immer vorzüglich, das essen und auch der service. für mich gab es jedesmal dal (reisgericht) mit kartoffeln und tschapatis, so konnte ich gut vergleichen.


    raus aus der stadt


    es schmeckt nicht nur uns


    reisfelder


    brücke mit polizeikontrolle


    knochentrocken wirds



    die landschaft veränderte sich, anfangs war es trocken und heiss. es gab reisfelder und riesige ziegeleien, die kilometerlang die strasse säumten. ständig langsam bergauf fahrend wurde es kühler, warm war es immer noch. wir erreichten die ersten berge und fuhren noch langsamer. immer wieder gab es zwangspausen weil die strasse zerstört war, oder liegen gebliebene fahrzeuge aus dem weg geräumt, oder gleich auf der strasse repariert werden mussten. an jeder brücke stand polizei zur kontrolle. unsere fahrer erldigten die formalitäten zuverlässig, wir waren jedesmal froh für eine oder zwei stunden aus dem bus zu kommen und der musik zu entfliehen.

    die berge wurden höher und die vegetation verschwand völlig. ich weiss nicht mehr wie das dorf hiess in dem es keinen einzigen vogel oder anderes getier zu sehen gab. wir machten pause und beim spaziergang stellte ich fest, dass in absolut jedem haus waffen hergestellt wurden. die verkäufer kamen heraus und sprachen mich an. sie würden mir innerhalb einer woche jede waffe nachbauen, die ich ihnen bringe. so was simples wie die dienstwaffe der polizei, das hatten sie auf lager. ich kenn mich nicht aus mit schusswaffen, aber die läden hatten eine beachtliche auswahl. ich könne auch probeschiessen sagte der verkäufer. nur die ziele wären schon lange ausgegangen. keine katzen oder vögel mehr im ort.... und wenn ich 100.000 amerikanische $ bringe, kann ich mit der stalinorgel einen ganzen hang wegballern. das hat erst letzten monat ein ami gemacht. alles hier gebaut. die orgel, die munition, das fahrzeug auf dem alles montiert war. malik, unser spezialist für tote inder, ging begeistert shoppen. er kam mit einer riesigen schwarzen duffle-bag zurück zum bus. er konnte sie kaum schleppen.

    gerade als wir uns eingestellt hatten auf die knochentrockene landschaft, in der nicht einmal am flussbett etwas grünes gedieh, kam der nanga parbat um die ecke. naja, wir kamen um die ecke und waren einfach nur platt von den ausmassen des eisriesen. gigantisch. und gerade in der trockenen wüste, hier steht echt nirgendwo ein grashalm, stellte ich mir vor wie es wohl wäre einmal zur märchenwiese zu laufen und dort zu zelten. ein traum, wirklich wie im märchen! nach tagelangem anmarsch durch nichts als sand und steine auf einmal in einem herrlich grünen, blühenden tal zu stehen. mit der märchenwiese wurde es nix, aber die fahrer hielten bereitwillig an zum fotografieren. diesen anblick hatten sie ja selbst noch nicht erlebt und sie waren genauso tief beeindruckt wie wir.


    da kam der nanga parbat um die ecke....




    die diamir flanke


    richtig gekleidet fällt man gar nicht auf. warten bis ein lkw gerichtet ist


    immer höher


    lauwarmer wasserfall am strassenrand


    willkommene abkühlung für ansonsten wasserscheue bergsteiger


    in gilgit mussten wir umsteigen auf einen kleineren bus. unser gepäck wurde verladen, zum teil aufs dach des busses, und unsere beiden fahrer verabschiedeten sich. per handzeichen beteuerten sie ihre herzen wären gebrochen. mir ging es ähnlich, wir hatten viel spass mit den beiden. gott sei dank nahmen sie ihre kasette mit. im neuen bus lief eine die genauso klang, aber die lautsprecher waren besser, luxus pur für die geplagten ohren. vor karimabad mussten wir nochmal umladen auf einen toyota minibus. einer für die passagiere und einer fürs gepäck. es wurde ein weiteres umladen auf jeep angekündigt, aber die vans kamen bis karimabad durch und dort lagerten wir die ausrüstung ein bis sie von den trägern übernommen wurde. das tal wurde enger, am ende unserer fahrt erreichten wir karimabad mit den ersten grünen feldern und gärten seit langem. zwischendrin sind wir kilometerlang an lehmhäusern mit orangen dächern vorbeigefahren. bei genauerem hinsehen konnte man erkennen, dass dort millionen von aprikosen ausgelegt waren zum trocknen. die bäume standen entlang des flusses und auf angelegten terrassen weit unterhalb der häuser.


    umladen in gilgit


    die ersten 5000er


    bunte lkw´s


    kinder am weg


    kindsköpfe am weg


    mann mit pferd, einer der betuchteren


    metzger am strassenrand


    die wolke ist unser ziel, noch ein halber tag fahrt


    typischer hunza, rote haare, blaue augen


    grünes karimabad


    endlich da!



    wir checkten im hotel ein und bereiteten alles vor damit wir endlich mal zum bergsteigen kamen. günter war in seinem element. verhandeln, sonnenbrillen ausgeben, turnschuhe und jacken für jeden träger, eine anzahlung des lohnes für jeden. ich war kurz davor einen vogel zu bekommen und zog mich aus den verhandlungen ganz zurück. günter hatte die deutlich besseren nerven, aber er machte auch deutlich mehr zugeständnisse als ich gemacht hätte. mike brachte dem arzt von karimabad eine grosse tasche mit medikamenten die uns von unseren sehr hilfsbereiten hausärzten bereitgestellt worden waren. eddi scoutete voraus ins basecamp, noch am selben tag war er zurück. ganz schön heftig meinte er, zwischendrin fels und zwar gangbar, aber sicher nicht einfach. "ach was!", sagte der führer der träger, "gummistiefelgelände!"

    die nagelneuen turnschuhe, die günter gemäss den regulierungen für das permit ausgegeben hatte, brauchten sie dafür nicht. auch die sonnenbrillen und jacken verschwanden im privatfundus der träger. nichts von den amtlich vorgeschriebenen artikeln wurde benutzt. wir verbrachten einige tage in karimabad, ich ging auch ins basecamp und fand das felsige stück, speckig und abgegriffen, schon anspruchsvoll, aber sicher kein ernstes 3er gelände. der ausblick vom hotel war schlichtweg atemberaubend. ich genoss jede sekunde auf der terrasse, den blick auf die umgebenden 7000er gerichtet, das panorama immer wieder von links nach rechts abfahrend mit unersättlichen augen. morgens toll, mittags toll, abends toll. nein das stimmt nicht. das morgendliche rosa war besser wie das mittagsweiss. aber die krönung war der sonnenuntergang. insbesondere rakaposhi bekam beim letzten licht einen orangenen glanz wie ich es nie mehr wieder gehen habe. das was ich mit der kamera einfangen konnte ist nur ein billiger abklatsch der realität. das spiel aus licht und schatten entlang der zum gipfel drängenden eisgepanzerten grate, die klar hervorgehobenen linien, das war ein tiger wie er schöner nicht gezeichnet sein könnte. da verblasste selbst spantik mit seinem senkrechten felssporn durch die nord-west-wand mit der weissen schneekappe obendrauf. die felsnase am spantik, ahhhh!!, wer will denn da mit skiern auf der rückseite hoch???

    die schönste terrasse der welt, beim abendessen


    rakaposhi, blick nach rechts


    spantik, blick nach links


    was für eine linie...


    und nochmal blick nach rechts
    Geändert von danobaja (08.08.2018 um 12:41 Uhr)
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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #2
    zum basecamp ging es anfangs entlang an einer wasserleitung. wie dort das wasser drinblieb war mir ein rätsel. nur schieferplatten aufgeschichtet zu einem kanal, aber nur an ganz wenigen stellen kam es ganz leicht nass heraus. nach einem engen durchschlupf weitete sich das tal und oberhalb des felsigen stückes war weide und ein paar kinder hüteten ziegen. ich musste ein glas ziegenmilch trinken bevor ich weiter durfte. und natürlich fotos machen. das basecamp war eine halbwegs flache stelle unterhalb einer felswand. wir würden genug platz finden für die zelte.

    hier gehts lang ins basecamp


    wasserleitung und weg


    am bach entlang


    blick nach oben


    wasserfall und ladyfinger


    unterhalb der ziegenwiese


    basecamp liegt rechts unten ausserhalb des bildes


    irgendwann war dann alles organisiert und captain malik im hotel einquartiert. so hatten wir wenigstens weitgehend freie hand ab basecamp. die träger brachten unser zeug hoch ins basecamp, ich war schon oben mit einer eigenen vollen ladung. auch die anderen 3 trugen jeder eine volle last von 20 kilogramm hoch. wir gingen alle 2x mit den trägern, ich staunte nicht schlecht wie sie die felsige passage meisterten in gummistiefeln und pantoffeln. in beiden händen zeug in eimern. die träger waren genausogut wie die ziege die uns ins basecamp begleitete. günter achtete peinlich darauf, dass immer einer von uns im basecamp war. er traute den trägern nicht, auch dem koch nicht, und dessen assistenten auch nicht. die ziege wurde kurz nach der ankunft geschlachtet. das "essen auf rädern" hatte mit erreichen des camps sein leben verwirkt. ich hätte sie lieber als makottchen behalten, sie war zäh wie leder und hatte null nährwert. man verbrauchte mehr kalorien beim versuch das fleisch weich zu kauen wie es dem körper zuführte. letztendlich bekamen der koch und sein assi das fleisch.

    es dauerte eine ganze weile bis wir alles an ausrüstung im basecamp hatten. das wetter wechselte von guten tagen hin zu schnee in höheren lagen und regen im basecamp. nur manchmal kam der schnee bis zu uns herab, schmolz aber gleich wieder.

    basecamp, besuch von captain malik


    routenscouting


    gegen ende der ersten woche kam malik mit einem träger ins basecamp. die hühner des hotels waren alle verspeist, zu tun gab es nichts für ihn, so kam er uns besuchen. er wusste natürlich von der ziege die wir dabei hatten. als wir eingerichtet waren wurde das wetter schlecht. es began wieder zu schneien, im basecamp regnete es meist. wenn ein wenig schnee fiel, dann schmolz er spätestens am nächsten vormittag wieder weg. nach 2-3 tagen klarte es wieder auf und die zeit der lawinen begann.

    in 2 -3 weiteren tagen guten wetters kamen unglaubliche pulverschneelawinen von oben herab. unser basecamp war völlig sicher, aber nachdem die lawinen das ganze tal höher oben ausgefüllt hatten kam der schnee mit einem kurzen sturm zu uns herab. innerhalb von minuten füllte sich das tal mit einer schneewolke, diese schwappte zu uns herab und wenn man nicht die lautlose lawine ganz oben abgehen gesehen hatte kam der schnee total überraschend. der wind kam auf und der schnee war im selben moment da. wer da auf dem klo war kam weiss zurück. da war nichtmal genug zeit fertig zumachen und die hose hochzuziehen bevor man eingeschneit wurde. innerhalb weniger minuten legte der schnee alles flach was nicht gut verzurrt und abgespannt war. das küchenzelt, es war ja nur eine grosse bauplane wurde komplett platt gedrückt. jedesmal. egal was wir dagegen unternahmen. es war einfach zuviel schnee in zu kurzer zeit.

    erst beim 3. mal hatten wir genug routine alles, was wir schnell benötigten, in eimer zu packen, damit es einfach herausgeholt werden konnte wenn der wind weg war, und der schneefall sich gelegt hatte. nachmittags blieb der schnee noch über nacht liegen und wurde erst immer schwerer bis er dann letztendlich wegschmolz. nach dem 2. schneedesaster wollte der koch mehr geld und einen 2. assisten. ich warf ihn raus, das war einfach. ich war 2 köpfe grösser wie er und nach seiner abgelehnten forderung nach mehr geld zog er beleidigt ab mit seinem einem assi. die beiden hatten eh den ganzen tag nicht viel zu tun, und dann hätten wir noch einen dritten bezahlen sollen. damit dann 3 mann den tee warm halten den wir sowieso nicht trinken. wir hatten unser eigenes spezial-topstar cola dabei.

    günter hatte organisationstalent und beziehungen. das muss man neidlos, eigentlich schon bewundernd, anerkennen. er hatte über einen freund, der eine hofer ( aldi in österreich) filiale leitete, einen ganzen schwung topstar-cola-paletten anstatt mit cola mit bier befüllen lassen. so bekamen wir es unentdeckt durch den zoll, auch unser begleitoffizier wusste nicht nicht was drin war. wir tranken jeden abend cola bis zum abwinken, uns war so langweilig im basecamp. am zweiten abend erklärte günter ihm was es damit auf sich hatte und bot ihm ein gepimptes cola an. nein, als überzeugter muslim wollte er natürlich kein bier trinken!

    mike, student der medizin kurz vor dem abschluss, benutzte uns um testreihen aufzustellen. wir mussten den hang hoch so schnell wir konnten, er checkte wie lange wir brauchten bis wir wieder zu atem kamen, bis der puls sich beruhigt hatte, und dann ging es sofort wieder hoch. irgendwann zeigte ihm günter den vogel und das experiment wurde für beendet erklärt. aber der nachmittag war rumgegangen. immer wieder sahen wir die gewaltigen lawinen abgehen. totenstille, nach wenigen minuten war dann der schnee und der wind da. vormittags war er immer gleich wieder weggeschmolzen, der boden wurde nicht mal richtig nass, es verdampfte mehr als es schmolz.

    ich stieg mit malik ab nach karimabad, er nahm unser angebot wieder im hotel zu wohnen gerne an. die ziege war schon lange verspeist, da gab es nicht mehr zu holen für ihn. am nächsten tag kam ich, wieder nach einer tasse ziegenmilch bei den hirten, zurück ins basecamp und wurde mit schlechten nachrichten empfangen. günter und eddi waren über den gletscher aufgestiegen mit einem teil der ausrüstung. dabei waren sie in steinschlag geraten und eddi war verletzt worden. er konnte seinen linken arm nicht mehr benutzen und er spürte ihn kaum noch. das setzte ihm mehr zu als es schmerzen getan hätten. mike diagnostizierte nervenprobleme und verschreckte eddi vollends. eddi beschloss nach hause zu fliegen und das von einem spezialisten ansehen zu lassen. günter und ich versuchten ihn dazu zu bewegen eine woche abzuhängen und zu sehen wie sich das entwickelt, aber das wollte er nicht. so brachte günter eddi mit seinen sachen hinunter nach karimabad und sie organisierten den transport nach rawalpindi. von dort würde er leicht einen flug bekommen. wir waren nur noch zu dritt. während günter mit eddi weg war schaute ich mich nach einer alternativen route um. über den gletscher wollte günter auf keinen fall nochmals aufsteigen, das war ihm zu gefährlich. lieber hätte er die ausrüstung dort im gletscher gelassen.


    eddi verletzt


    ungewöhnlicher mond


    zeug sortieren


    eddi und günter steigen ab


    das erste schneechaos bahnt sich an


    leider wurde dieser anblick fast alltäglich


    ich fand eine neue route, ein steiles lawinengefährdetes tal, eigentlich eher eine rinne als ein tal, ein richtiger lawinenschuss. nach einem kurzen, beinahe senkrechten zustieg ging es zügig, steil aber nicht schwierig, nach oben. ich entdeckte spuren von leopard und ibis die den schneefinger querten. so einen schneeleopard hätte ich zu gerne in persona gehen, aber es war mir nicht vergönnt eines der sehr seltenen Tiere zu treffen. oben angekommen befand ich mich deutlich über dem zerklüfteten gletscher auf dem eddi und günter ihr glück versucht hatten. ein kurzer abstieg richtung gletscher brachte mich in eine weite schüssel oberhalb. ein perfekter platz für ein advanced basecamp. lawinensicher, vor den stürmen geschützt. spaltenfrei soweit ich es beurteilen konnte. abends im basecamp gab es erstmals etwas über das wir uns freuen konnten.

    wurde mit jedem tag steiler durch den abschmelzenden schnee


    kurz vor dem abstieg in die schüssel


    in regelmässigen abständen schlug das wetter um. 2 tage schneefall, 3 tage gut. leider gingen in den ersten beiden tagen mit gutem wetter die ganzen lawinen ab, auch in unserem neu entdeckten zustieg. so blieb uns immer wieder nur ein tag um zeug in unser advanced basecamp zu schaffen, danach war wieder pause angesagt. die erzwungenen ruhetage im basecamp machten mich fast wahnsinnig. während günter und vor allem mike die zeit genossen und pläne für zuhause machten stellte sich bei mir ein drastischer verlust an siegeswillen ein.

    wenn ein flug gegangen wäre, ich wäre ohne reue eingestiegen und nach hause geflogen. eddi fehlte an allen ecken und enden. wir vermissten schon am ersten tag sein ansteckendes lachen und die quirlige energie, die er ausstrahlte, seinen optimismus und seinen tatendrang. vor allem aber bei der motivation stellten sich bei uns 3 gewaltige mängel ein. das ewige warten machte krank. aber es gab keine möglichkeit in den tagen, an denen die lawinen abgingen, aufzusteigen. es war fast schon schön, das lager wieder aufzubauen nach dem chaos, das der schneefall der lautlosen lawinen mehrmals täglich anrichtete.


    überwältigendes panorama, gespickt mit 6000ern


    zwischendrin immer wieder schlechtes wetter




    wolkenumspielter gipfel





    nach 2 wochen hatten günter und ich neben kletterausrüstung ein zelt nach oben geschafft und wir waren bereit die ausrüstungsgegenstände zu holen, die eddi und günter im gletscher gelassen hatten. mike war mitgekommen ins advanced basecamp und beschloss das zelt aufzubauen und einzuräumen. die sachen lagen in säcken verpackt auf dem gletscher, zusätzlich brachte jeder von uns noch einen rucksack voll mit nach oben. mike war das unterfangen mit klettern und abseilen und steigeisen auf dem gletscher zu schwierig, er war froh das lager einzurichten, tee zu kochen und das abendessen vorzubereiten. ergänzend muss ich hier einfügen, dass mike von anfang an nicht als gipfelaspirant mitgekommen war, sondern eher als eine art hochlager-sherpa. er wollte, das war abgesprochen, so weit mitgehen wie er sich traute und dann im abc auf uns warten. günter und ich wollten noch am selben tag die ausrüstung aus dem tiefer liegenden gletscher zurückholen.


    aufstieg ins advanced basecamp




    noch gibts blumen am wegesrand


    der blick in die schüssel oberhalb des "steinschlag"gletschers


    abstieg in die schüssel


    im abc


    von hier oben hatte man einen viel besseren blick auf die lawinen, die aus den höhenlagen immer noch nach unten stürzten. völlig geräuschlos begann das weisse zeug als kleiner fluss sich über die felsen zu ergiessen, wuchs beständig an, füllte das ganze tal aus, und schwappte dann letztendlich an den rändern über die seitlichen grate in die nachbartäler. so gelangte auch das schneechaos immer wieder ins basecamp. es schwappte einfach über die kante. während der hauptstrom des pulverschnees auf dem gletscher abwärts floss strömte unablässig von oben mehr schnee hinterher. er schien zu wissen wann das tal angefüllt war und er eine pause machen konnte. das ganze spektakel wiederholte sich 3oder 4x an einem tag. natürlich kam die lawine nicht immer von der gleichen stelle, aber egal von wo, jedesmal war das ergebnis das gleiche. das tal voll mit weissem pulver, dann hörte der nachschub von oben auf. hier oben in der schüssel des advanced basecamps waren wir zu hoch um davon erreicht zu werden, aber wir spürten deutlich den wind der lawine, der allerdings nur vereinzelte flocken zu uns brachte. nicht der rede wert. aber der blick auf die lawinen war einmalig. wir sassen wie im theater in der loge seitlich über der bühne. die bilder sprechen bände. günter und ich fühlten uns wie waldorf und statler, die beiden alten aus der muppet show. in der loge zu sitzen und blöde kommentare abzugeben gefiel uns beiden! selbstzufrieden genossen wir die grandiose, lautlose vorstellung und tüftelten an neuen wortspielen.


    wie bei major tom. ... völlig losgelöst von der erde schwebt das raumschiff völlig schwerelos... und völlig lautlos auch!










    am nächsten, einem weiteren wunderbaren tag brachen günter und ich auf um vom advanced basecamp auf den gletscher abzusteigen. eine lange querung auf einer schneebedeckten felsrampe brachte uns bis direkt oberhalb des gletschers. günter war sich sicher dass er genau wusste wo die ausrüstung lag. mit harten schlägen trieb er einen haken in den fels, da hätte man einen panzer abseilen können. das seil liessen wir hängen, wir wollten mit steigklemmen genau hier wieder nach oben.

    es sollte, für mich zumindest, der schönste tag der ganzen tour, oh, sorry, expedition nannte man das ja!, werden. eine riesige eiswelt, das wetter so warm, dass wir zeitweise kurzärmlig unterwegs waren, überhänge von denen es herabtropfte an den riesigen eistürmen. ein maze, ein dreidimensionales labyrint wie ich es noch nie gesehen hatte. spalten, brücken, seracs, alles auf verschiedenen ebenen durcheinandergewürfelt. von altschnee bedeckt, ebenso wie von neuem, frischem aus den pulverschneelawinen, angefroren, angetaut, abgeschmolzen. eiszapfen, tropfend und steif, bei berührung mit der eisaxt wie glas in tausend scherben zerspringend. reflexionen des lichtes überall. leuchtendes eis in allen schattierungen.

    erstaunlicher weise fand günter unsere ausrüstung auf anhieb. wir packten sie ein und zurück ging es. es war gerade mal früher nachmittag. wir folgten unseren spuren, spielten noch ein wenig im eis und jumarten dann am zurückgelassenen seil hoch. günter war voraus, und schon dabei über eine felsleiste in das grosse schneefeld zu queren, das uns zurück zu mike und dem zelt bringen würde. er rief mir noch zu ich soll den haken und das seil mitnehmen. das hätte ich sowieso getan, allerdings hatte ich es mir anders vorgestellt. ich war ja dabei gewesen wie er den haken setzte und der war bombenfest. jetzt konnte ich ihn einfach mit der hand rausziehen. nichtmal nach links und rechts wackeln musste ich, der hielt nur weil ihn der zug des seiles nach unten verkeilte. in dem moment als ich das gewicht vom seil nahm konnte ich ihn mit 2 fingern herausnehmen aus dem riss. sachen gibts....


    abstieg aus der schüssel und querung ins felsband oberhalb des steinschlaggletschers


    günter


    österreichische diebstahlsicherung am helm


    im eisfall oder auf dem gletscher? definitionssache....


    die wand im hintergrund gehts hoch demnächst


    schöner wie tanzen!


    mittendrin













    am nächsten morgen liessen wir die mitgebrachte ausrüstung im zelt und stiegen wieder ins basecamp ab. wir hatten einen guten blick auf die vor uns liegende route bekommen. bei mike und günter schlichen sich erste zweifel ein. bei mike wegen der steilheit der wand, bei günter weil es zu lange dauern würde bis wir oben waren. und auch bei mir. ich hatte nicht den drive das ganze alleine durchzuziehen. frisch verliebt bin ich immer eine katastrophe, und dummerweise deutlich weniger risikobereit. ich wollte sicher nach hause kommen und meine traumfrau erobern, das war mir wichtiger wie der gipfel. mental war ich ein wrack verglichen mit denali. denali wollte ich, koste es was es wolle. sch***egal. damals hätte ich einen fuss und einen arm gegeben um hoch zukommen, auch wenn ich vorher gewusst hätte, dass das kommt, ich wäre trotzdem gegangen. diesmal wollte ich auf jeden fall heil nach hause.


    mike war fleissig, das "neue" zelt steht im abc


    wasserfall an der steilstufe beim lawinenschuss, unglaublich wie schnell das weggeschmolzen ist


    auch schlechtes wetter ist schön!




    Geändert von danobaja (09.08.2018 um 06:31 Uhr) Grund: immer wieder fehler entdeckt...
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    #3
    ein wenig mehr alpiner kam für beide nicht in frage. so sassen wir wieder die schlechtwettertage aus im basecamp, und hernach 2 gute bis die lawinen abgegangen waren. um die zeit totzuschlagen stieg ich nach karimabad ab, mal sehen was malik so trieb. wie ich im hotel erfuhr hatte er, so quasi als ranghöherer offizier, mit den ortspolizisten "vereinbart" dass ein bestimmter platz ab jetzt schiesstand war. er probierte seine einkäufe von unterwegs aus und war total begeistert von der qualität der billigen waffen die er ergattert hatte. der hotelbesitzer hatte eine lieferung hühner und besten afghani bekommen und gab mir was ab davon. die hühner waren mir zu dürr, die blieben in karimabad. malik scherzte noch, die sind perfekt! zäh, und nix dran, und so dürr, dass sie nur schwer zu treffen sind mit der pistole. perfekt zum üben! wieder oben im basecamp, nach der obligatorischen ziegenmilch und der herzerfrischenden zeichenspracheunterhaltung mit den kindern, überliess ich mike und günter das gepimpte topstar-cola.

    günter wurde krank und die ziegenhirten liessen ihn in ihrer hütte schlafen als er auf dem hinunterweg nicht mehr weiterkonnte. zu seinem fieber kam dann noch durchfall, den er auf die ziegenmilch schob. am meisten schimpfte er aber auf die vielen bisse, vermutlich von flöhen, die er sich über nacht geholt hatte. nach ein paar tagen war er wieder fit und im basecamp. eddi war gut zuhause gelandet und auf dem wege der besserung. malik terrorisierte das ganze dorf mit seinem schiessstand, auf dem offensichtlich zu jeder tages- und nachtzeit geschossen wurde. günter griff regulierend ein und sorgte für frieden. huhn brachte er keines mit. mit seinem typischen, breiten grinsen im bärtigen gesicht erklärte er:

    "ja, es gibt noch eines oder zwei, die malik noch nicht erwischt hat. aber die sind nur haut und knochen. so dürr, dass malik immer wieder daneben ballert."

    "ein huhn ist halt doch kein inder..." schoss es mir spontan durch den kopf.

    wir beschlossen bei der nächsten gelegenheit alle 3 ins advanced basecamp aufzusteigen und einen versuch zum gipfelanstieg zu wagen. eigentlich DEN versuch, denn einen 2. würde es nicht geben.


    mit günter bei den ziegenhirten


    nachdenklich machendes wetter


    alles wichtige in den eimern für schnellen zugriff


    immer wieder das gleiche...


    im lawinenschuss







    nach einer schönen, ruhigen nacht im advaced basecamp brachen wir auf und stiegen in die wand ein. mike fühlte sich nicht so richtig wohl, aber er kämpfte. etwas verkrampft stieg er günter und mir nach, aber er war kaum langsamer im griffigen schnee. er fand den gedanken, dass es unten einen sanften auslauf gab sehr beruhigend. wäre es über eine steilstufe, vielleicht auch noch felsig!, gegangen wär er wohl nicht mitgekommen. nicht weil er es nicht geschafft hätte, sonder aus angst vor einem sturz, der ihn über diese stufe hinausgeschanzt hätte. solange er den boden der schüssel sehen konnte waren seine nerven ok. auf einem kleinen felssporn beschlossen wir zu bleiben. viel zu niedrig noch um wirklich vorwärts zu kommen. die wand ist an einem tag machbar, wir würden bei diesem tempo mindestens 2 brauchen, eher 3. anstatt weiter zu steigen verbrachten wir den nachmittag mit dem bau einer exponierten plattform aus schneebeton. nach viel schaufeln, verdichten und abwarten hatten wir gegen abend das zelt stehen. der gaskocher gab den geist auf und spuckte nur noch. das kochen und schneeschmelzen wurde zur abendfüllenden angelegenheit. die stimmung sank nochmals. mike wollte umkehren, aber nicht alleine. mit engelszungen konnten wir ihn überreden wenigstens bis zum ende der wand mitzukommen und uns den gipfelsturm zu ermöglichen. am nächsten morgen ging es in aller früh weiter hoch.


    los gehts, raus aus der schüssel


    ois isi! ist ja noch flach....




    wird schon besser


    ein bissl gemischtes gelände zwischendrin




    klassische selbstsicherung am losen seil??? laufender anker?


    brotzeit, gerade mal wieder aus der wolke für kurze zeit


    mike kommt nach


    verlockend siehts nicht aus da oben


    zeltplatzbau, günter ein freund von "mörtel" lugner? riesenbaustelle auf jeden fall....



    zunehmend steiler, aber immer noch nicht problematisch, stiegen wir bei besten schneebedingungen weiter bergan. zwischendrin tauchten immer wieder erste wolken am himmel auf, unser schönwetterfenster ging wohl bald zu ende. unspektakulär zog sich die wand nach oben. mit zunehmender höhe wurden mikes beine wackliger, günter nahm ihn ans seil. beiden machte die dünne luft zu schaffen und wir schafften es nicht die wand zu durchsteigen. auf ungefähr 80% höhe, also noch immer ein gutes stück wand über uns, machten wir pause und es wurde beschlossen ein lager einzurichten und am nächsten tag abzusteigen. wieso die beiden da oben übernachten wollten, bereits am frühen nachmittag, habe ich bis heute nicht verstanden. fit hätten wir es noch locker bis oben schaffen können. in der zeit, die wir darauf verwendet haben gräben als schlafplätze auszuheben, seile zu spannen, eine miniplattform für kocher und küche aus schnee zwischen den felsen zu bauen, in der zeit wären wir sicherlich nach oben durchgekommen. aber wir hätten es spielend nach unten ins abc geschafft wenn wir abgestiegen wären. aber "hätte, hette, fahrradkette" gilt hier nicht. eher schon "mitgefangen, mitgehangen"; wenn wir schon bei blöden sprüchen bleiben wollen.

    ich fands ganz interessant, die steilheit und ausgesetztheit des lagerplatzes war auch für mich neu. nachdem alles eingerichtet war machten wir uns ans kochen. die mahlzeit war spärlich, dem platz angemessen. der kocher spuckte und hustete wieder wie ein schwindsüchtiger. es fanden nirgendwo 2 leute nebeneinander platz. alles musste rumgereicht werden. abends klarte es auf, günters thermometer fiel auf über -30° gegen morgen. es wurde eine meiner kältesten nächte überhaupt. definitv die schönste. es war eine unglaubliche klarheit in der luft, mit blicken auf sterne die ich noch nie zuvor gesehen hatte. der ladyfinger strahlte im letzten sonnenlicht und zeigte uns seine rückseite mit der schneerampe. wenige jahre zuvor hatte ein us-amerikaner versucht solo über die senkrechte felswand von süden, von karimabad her, aufzusteigen. er kam in unzähligen auf- und abstiegen in 3 monaten bis knapp unter den gipfel und musste dann aufgeben. ganz karimabad sprach voller bewunderung über ihn. und sie fanden es alle schade, dass nur ein jahr später der berg von der rückseite her auf der 45° rampe "einfach so" erstbestiegen wurde.

    zweiter tag in der wand






    lager einrichten


    mike in der küche, mein schlafzimmer hinter der schlaufe im seil


    gut genug zum schlafen


    mike wartet auf die lauwarme suppe


    günter der fuchs isst kalt


    barfuss ins bett....


    mollig warm, beste daune und davon jede menge


    es war klirrend kalt an der nasenspitze, aber in meinem schlafsack war mir kuschelig warm. in der früh musste ich feststellen, dass ich einer pfütze lag. von oben war die ganze nacht ständig pulverschnee heruntergerieselt. mein graben war voll davon, und ein teil ist auch im schlafsack gelandet und von der körperwärme geschmolzen. ich hatte das goretex zeug an und es nicht bemerkt. aber ganz offensichtlich hatte ich den meisten schnee beim zu bett gehen bereits in den schlafsack mitgebracht, etwas kam noch dazu durch die öffnung aus der das sicherungsseil aus dem schlafsack führte. nicht weiter problematisch, aber gut auch nicht. am abend würde der schlafsack ein zum teil gefrorenener klumpen sein. nichts was man nicht mit einer oder zwei heissen wärmflaschen lösen könnte. aber es spielte keine rolle mehr, in der früh stand der abstieg ins advanced basecamp an. günter und mike hatten das überzelt über ihren graben gelegt und als provisorisches dach befestigt. bei ihnen rutschte der meiste schnee einfach drüber weg.

    ladyfinger


    rakaposhi



    zum frühstück gabs nur tee und suppe. es dauerte ewig, der kocher hatte, wie schon tags zuvor, keine grosse lust, ging immer wieder aus und wie es schien wurde er auch nicht wirklich heiss. das ganze passte zu meiner stimmung. die wiederum passte bestens zum wetter.

    es hatte zugezogen, wir waren mal in der wolke, mal knapp drunter. ich kam mir geschlagen vor. das war nicht das wirkliche problem. ein kämpfer kann verlieren. aber was mir übel zu schaffen machte war das gefühl, dass ich mir selber in die fresse gehauen hatte. diese art berg zu steigen war einfach überhaupt nicht mein ding. in 3 tagen anstieg fast 1,5 davon verschwendet in überflüssigem lagerbau. das tempo eines fusslahmen, die ausdauer eines lungenkranken, völlig überzogenes sicherheitsbedürfnis, mangelnde technik, totaler overkill was die ausrüstung betraf. zuviel gewicht, zuwenig leistung. null biss, und von anfang an eine "wenns nix wird hatten wir wenigstens einen schönen ausflug" mentalität waren der frühe tod unseres erfolges. ich nehme mich in vielen punkten nicht von dieser kritik aus. aber eines weiss ich sicher. ich hätte diese expeditions-stil-bergtour nicht mitmachen sollen. wenn eddi noch dagewesen wäre kann ich mir vorstellen, dass wir ab abc einen alpin-stil versuch gestartet hätten mit guter chance auf erfolg. aber alleine wollte ich nicht. der fehlende erfolg tat nicht weh, ich hatte zu der zeit kohle im überfluss. ich war satt, war verliebt und wollte sicher nach hause. mein gipfelwunsch war ein anderer geworden, wenige tage vor dem abflug nach pakistan.

    ich war nicht böse als wir uns an den abstieg machten. ich seilte mike und günter am 100 meter seil das erste steile stück ab und stieg nach. inzwischen fixierte günter das abgelassene seil wieder und seilte mike und dann sich selber die nächsten wirklich steilen 100m ab. so ging das ein paar mal, 50m richtig steil seilte ich auch ab. wir fanden einen guten felsen um das seil drumrum zu legen, so dass wir keinen haken am berg lassen mussten. irgendwann, als es bereits flacher wurde, befreite ich das seil und lies es abrutschen im glauben, dass es die beiden schon einholen würde. wenn nicht konnte ich es ja immer noch weiter unten aufladen. der abstieg war langsam, den spuren der beiden in der falllinie konnte ich nicht folgen, ich musste kreuzen, den kurzen fast senkrechten abschnitten ausweichen. danach ging es mit grossen schritten bergab, es war nicht mehr so steil dass ich rückwärts absteigen musste. günter und mike waren schon weit voraus. das seil fand ich nicht mehr, es war einfach verschwunden. meine vermutung war, dass es sich nach indien abgesetzt, oder sich den karakorum freiheitskämpfern angeschlossen hat. aber es ist letztendlich wohl einfach in einem loch oder bergschrund abgetaucht. ich konnte es verstehen. ein ehrgeiziges seil musste an dieser truppe verzweifeln!!


    wo sind sie hin?


    mike


    hans


    schachbrettwolken


    zurück in der vegetationszone


    das letzte steile stück mit dem (inzwischen) wasserfall


    wir packten noch ein wenig zeug im abc in die rucksäcke, liessen das zelt stehen und stiegen weiter ab ins basecamp. günter trieb ein schlechtes gefühl weiter, er vermutete diebstahl wärend unserer abwesenheit. aus der senkrechten steilstufe am fusse unseres lawinenschussanstieges zum abc war eine kleine eisplatte mit wasserfall daneben geworden, aber abseilen ging noch problemlos und trockenen fusses. als wir im basecamp ankamen staunten wir nicht schlecht.

    unser sicherer platz war heimgesucht worden.

    nicht von stehlenden pakistanis, sondern von fallenden steinen. die zelte standen zwar unversehrt, aber es lagen grosse brocken überall herum, auch auf dem pfad den wir zurück gingen. die dünne grasnarbe war an vielen stellen aufgerissen, schwarze erde und graue felsen schauten hervor. wenn die zelte nicht dagewesen wären, wir hätten den platz nicht ohne weiteres wiedererkannt. erstaunlicherweise hatte der felssturz keinen schaden angerichtet. wir konnten auch nicht erkennen von woher die felsen gekommen waren, ausser von oben natürlich.

    abends gab es eine deprimierende mahlzeit. spagetti mit fleischsosse. ich habe schon immer napoli, also fleischlos, bevorzugt. trotzdem lag es weniger an den nudeln oder der sosse, als viel mehr an unserer miesen stimmung.

    hat nicht so toll geschmeckt. erste malzeit wieder im basecamp
    Geändert von danobaja (09.08.2018 um 06:58 Uhr) Grund: fehler in die korrekturspalte abgeseilt
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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #4
    am nächsten tag besprachen wir unsere planung. günter stieg ab nach karimabad um die träger zu bestellen, mike packte zusammen. das war deutlich mehr arbeit als man annehmen würde. jede einheit musste möglichst genau 20 kilo haben. die träger hatten ein feines gespür für das gewicht. weniger liess ihr stolz nicht zu, mehr verweigerten sie. ich stieg nochmals hoch ins abc. ich wollte noch eine nacht alleine verbringen und dann mit dem zelt und der restlichen ausrüstung wieder absteigen. für einen kurzen moment dachte ich über ein solo nach, ich glaubte eine gute möglichkeit auf einer völlig anderen route entdeckt zu haben. wieder wünschte ich mir eddi mit seiner energie und seinem optimismus herbei, aber da war nix zu machen. alleine, so beschloss ich, wollte ich es nicht durchziehen. ich genoss die lawinenabgänge die wiederum den talkessel lautlos füllten. mich erreichte der schnee nicht, im basecamp war mike vermutlich schwer am schimpfen darüber. mein zelt stand inzwischen auf einer eissäule, ich musste einen grossen schritt machen um hinein zu kommen, alle heringe waren ausgeschmolzen, die ganze eisschüssel schien weg zu tauen in der sonne. wäre auch nur ein wenig wind gewesen, ich hätte das zelt samt inhalt auf dem tiefer liegenden gletscher suchen können. am nächsten morgen packte ich zusammen, zeigte dem berg den mittelfinger und stieg ab ins basecamp.


    mike packt tragbare 20 kilo portionen, gar nicht einfach!


    ladyfinger, immer toll, besonders bei dem licht


    im lawinenschuss


    blick in die schüssel mit inzwischen ausgeaperten felsen


    unser abc


    da geht der weg durch, nicht die wand hoch und 3 km grat....


    noch ne show, extra für mich




    trotzdem den kleinen effenberg für den grossen berg



    mike erwartete mich schon, er fühlte sich nicht wohl so alleine, und ihm war auch nicht wohl bei dem gedanken, dass ich alleine höher oben war. gegen abend kam günter wieder zurück und brachte einen geknickten captain malik mit. der hatte einen anpfiff von oben bekommen weil er nicht im basecamp war um uns zu unterstützen. vermutlich hatte sich jemand über seinen allzeit geöffneten schiessstand beschwert, aber das wissen wir nicht genau. nach nur einer übernachtung ging er den trägern entgegen, die allerdings erst am nächsten tag mittags erwartet wurden. ich sollte ihn erst in rawalpindi wiedersehen.

    letzte fotos vom bc aus




    der schnee der lawine schwappt über die kante


    als wir die sauerstoffflasche für den rücktransport leer machten schneite es im basecamp, wir konnten den temperaturunterschied den das ausströmende gas brachte deutlich fühlen und die selbst erzeugten schneeflocken erzeugten erst staunen, dann lächeln. das ventil der flasche war fingerdick mit eis überzogen als sie leer war. in der freien zeit machten wir noch werbefotos für unsere sponsoren. natürlich hatte günter jedem bilder versprochen. eine pflicht der wir gerne nachkamen, wir hatten ja, sozusagen auf kredit, jede menge zeug bekommen. ich habe nach dieser tour 3 jahre lang kein snikkers oder mars mehr gegesssen, ich konnte es einfach nicht mehr sehen. aber auch socken und turnschuhe und sonnenbrillen wurden fotografiert. und natürlich unsichtbar gepimptes topstar-cola!

    die träger verteilten die lasten, günter stieg mit ab damit nichts wegkam. am nächsten tag wurden die letzten ladungen nach unten gebracht und das lager komplett geräumt. der stärkste träger trug knapp 35 kilo, also doppelte last. es ist der auf dem foto mit der leeren kabeltrommel oben drauf. den blauen eimer und die flasche milch trug er in der rechten hand, mit der linken hielt er die stricke mit denen er sich die ladung auf den rücken gebunden hatte.

    das fehlende seil in der trommel bemerkte niemand, wie denn auch? nur günter hatte sich sorgen gemacht deswegen. ich kam ein wenig ins gespräch mit dem träger. ja, er war der strongman von karimabad. den doppelten lohn konnte er gut gebrauchen, geld war immer knapp, 7 oder 8 kinder hatte er, und eine frau auch noch dazu. ich schätzte ihn auf gut 55, er sagte er sei 35.


    geknickter malik


    blick nach süden


    werbefotos


    letze vorbereitungen, die träger sind da


    alle tragen mit bergseil


    der stärkste mann karimabads


    gummistiefelgelände


    elegant ist anders




    in karimabad verbrachten wir noch ein paar tage. einen teil unserer ausrüstung verkauften wir an die träger. die meisten waren bereit angemessene preise mit 40-50% sherpa-rabatt darauf zu bezahlen. da wir zufrieden waren mit allen, bis auf den koch, gewährten wir ihn gerne. der tauchte auch nochmal auf und wollte 10 meter bergseil kaufen. als ich ihm nach rücksprache mit günter die 10 m abschneiden wollte vom seil seiner wahl bestand er darauf, dass ich es aus der seilmitte schneide, die enden sind ja immer abgenutzter, die wollte er nicht. wir gerieten wiederum aneinander. der strongman ging dazwischen und zerrte ihn schimpfend fort. anscheinend war seine komische art schon bekannt im dorf. auf jeden fall grinsten ihm alle anderen schadenfroh hinterher.


    rakaposhi wieder mal


    ?


    beim arzt aus dem fenster fotografiert


    nix postkarte, eigenes foto!


    letzte nacht auf der terrasse





    wir gaben dem arzt noch unsere restlichen medikamente, mike gab die nötigen instruktionen. unser begleitoffizier war bereits abgereist, er wollte noch jemanden besuchen auf dem weg zurück in die hauptstadt. wir sorgten dafür dass die kiste mit seinen persönlichen dingen mitgenommen wurde. um seine schwarze duffel-bag kümmerte er sich selber. alles wurde wieder in einen bus geladen, wir fanden platz mit reisegepäck in einem zweiten. der wurde dann noch vollgestopft mit leuten aus karimabad die ein stück mitfahren wollten. einer der männer im dorf hatte sich verletzt und musste nach gilgit ins krankenhaus. er war der einzige, der niemanden halb auf dem schoss sitzen hatte oder stehen musste. umfallen war auf jeden fall unmöglich. bissl öl und salz dazu und wir wären glatt als fahrende sardinendose durchgegangen.

    die fahrt nach gilgit sollte noch zum echten abenteuer werden. durch anhaltenden regen war der karakorum highway an vielen stellen nicht passierbar. selbst die grossen planierraupen waren teilweise eingeschlossen von den gerölllawinen. sie arbeiteten bis der diesel aus war, danach standen sie, bewacht von den fahrern bis neuer diesel in kleinen kanistern zu fuss gebracht wurde. natürlich standen wir auch mit unserem bus. den mit dem gepäck hatten wir schon vor längerer zeit aus den augen verloren. da keine besserung in sicht war beschlossen wir unserer "hand"gepäck zu schultern und über die erdrutsche hinweg zu steigen und zu fuss weiter zu laufen. irgenwann musste es ja weiter gehen. so liefen wir fast genau 2 tage und eine nacht. zwischendrin konnte man immer mal wieder ein kleines stück fahren solange noch sprit im auto war. die findigen besitzer machten kurzstreckentaxis zwischen den gerölllawinen daraus. ab und zu gab es einen stand mit tee. der chai schien nie auszugehen. er tat gut, in der nacht war es doch ganz schön frisch, wir freuten uns immer wenn wir (für pfennigbeträge) eine tasse warmen tee bekommen konnten.


    los gehts


    grenzsoldat im hunza valley


    letzter blick auf den rakaposhi


    stau auf dem karakorum highway


    eingeschlossene planierraupen


    nachtmarsch mit handgepäck


    schlammwaten


    alles dabei für abenteurer


    pakistanisches handgepäck



    irgendwann waren wir durch und konnten uns mit einem provisorischen linienbus mit unzähligen stops zunächst nach gilgit durchwurschteln. ich nutzte die gelegenheit zum friseur zu gehen. für 20 pfennig bekam ich eine rasur am kopf, die nur den schnäutzer stehen lies. ich hatte selten soviel angst. der friseur hielt die rasierklinge mit den blossen fingern, schaute die ganze zeit aus dem fenster und unterhielt sich angeregt und gestenreich mit dem nächsten kunden der wartete. als ich ohne zu bluten noch eine kopfmassage bekam steckte ich ihm ein wenig trinkgeld in seine tasche. ich war noch keine 5 meter aus dem laden weg als er mir nachlief und mir den grossteil des trinkgeldes oder sogar alles zurückgeben wollte. da musste ich wohl kräftig daneben gelegen haben. ich musste es ihm aufnötigen, hoffentlich habe ich ihm klar machen können, dass das die beste rasur in meinem ganzen leben gewesen ist. beleidigen wollte ich ihn ganz sicher nicht. im nachhinein habe ich erfahren, dass ich ihm wohl einen ganzen monatslohn trinkgeld gegeben habe. aber das wars wert. ich war froh lebendig aus dem laden gekommen zu sein. "clean shave", bei diesen worten bekomme ich heute noch gänsehaut! huuuahahah.....

    wir gingen unterwegs öfter zum essen, immer war das dal ausgezeichnet. einer der restaurantbesitzer zwang mich von ihm und seinem sohn ein bild zu machen. hoffentlich kam der kurze brief mit dem abzug darin an. er hatte mir seine adresse aufgeschrieben, ich weiss nicht ob ich gut genug abgepinselt habe zu hause. die schrift war sehr orientalisch und ungewohnt für meinen füller.

    auch am weg nach rawalpindi gab es mehrere stops. es wurde konstant wärmer. und letztendlich standen wir im eigenen saft bei hoher luftfeuchte und über 35 grad.


    wirt mit sohn, beide haben bedient


    das essen wartet in gilgit


    obs hier oft regnet?


    beschwingter schritt nach der rasur


    immer näher ran an rawalpindi


    tschapati aus dem ofen


    wasserbüffel


    beast of burden


    kilometerlange ziegelbrennereien entlang der strasse



    im hotel wurden wir bereits erwartet, wir waren verspätet. wenige tage nach uns kam unser gepäck an. die persönlichen sachen behielten wir im hotel bei uns, der rest wurde reisefertig für die spedition verpackt und dort ins lager gebracht und verplombt. wir erledigten unsere amtsgänge. capatain malik hatte von irgendwo aus angerufen und für uns das ok gegeben. wir bekamen die ausreiseerlaubnis nach einer wartezeit von 3 eisgekühlten colas. der ministerialbeamte fragte nach dem jungen mann mit den schönen blauen augen und den blonden locken. er vermisste eddi.

    im hotel angekommen versuchte günter seine familie anzurufen. nach überraschend kurzer wartezeit kam die verbindung zustande.

    "hallo doris! ...da babba! nah, der babba! nah, ned da onkel felix, da babba.... herschaftzeiten was issn los, da babba bin i! hearst jetz auf, da babba, ... DEI! BABBA! aus pakistan! wo is die mamma? was mamma??? da babba! DEI! BABBA! wieviele babbas host du??!! ausm hotel! alles gut!"

    und dann ergab sich doch noch ein gespräch mit seiner tochter, die die ganze zeit dachte ihr onkel felix, bekannt für solche scherze, verarscht sie. mike und ich waren uns nie so nah wie in diesem moment, wir lachten bis die tränen kamen, das bauchweh und am nächsten tag der muskelkater. den ganzen abend lang mussten wir uns nur ansehen, dann gings wieder los. da babba, DEI! BABBA!...


    in 3 tagen sollte unser flug gehen. ich besuchte mehrmals den bazar. dort kaufte ich einen seidenteppich in einem geschäft, das von aussen wie ein riesiges wohnhaus aussah. innen war es entkernt und eine riesige lagerhalle, die sich über 3 stockwerke und mehrere angeschlossene weitere riesige häuser erstreckte. ich bekam tee, wurde befragt was ich wollte, und während sich der chef mit mir unterhielt schichteten 2 leute ganze lkw-ladungen von teppichen um für mich. nach dem 3. tee hatte ich gefunden was mir vorschwebte. ich freundete mich mit perfekt englisch sprechenden kohlenhändlern an und entdeckte meinen lieblingspfeifenbauer der dummerweise nur mische rauchte. ich lehnte seine einladung dankend ab. schöne pipe auf jeden fall, das muss ich sagen! und ich weiss von was ich red.

    am versuch ein wenig curry pulver zu kaufen scheiterte ich, obwohl die verkäufer alle gut englisch sprachen. alle wollten mischen für mich. aber da ich keine rezeptur hatte ging das nicht. irgendwas mischen wollte keiner. ich kam auf die idee nach der rezeptur der frau oder mutter zu fragen und mir dies mischen zu lassen. da wiederum bekam ich als ständige, gleichbleibende antwort: "family secret. not possible!" familiengeheimnisse preisgeben ging nicht. nichtmal obwohl ich die rezeptur gar nicht kennen wollte. dafür hätten mir die kohlenhändler liebend gerne ein paar zentner kohlen ins hotel gebracht. die hatten meinen humor und wir verstanden uns blendend.

    wir wussten nicht so recht was wir mit der kiste mit maliks sachen anfangen sollten. er war nicht erreichbar und einfach so wollten wir sie nicht auf gut glück im hotel zurück lassen. so öffneten wir sie um eventuell die wertsachen in den hotelsafe einschliessen zu lassen. was fanden ganz oben? 5 dosen geklautes topstar-cola. wir hatten ihm welches angeboten, er wollte nichts trinken. alles klar. er hätte ja nur sagen brauchen dass er es für freunde will, wir hätten sie ihm gerne geschenkt. so tranken wir sie aus, legten die leeren dosen wieder zurück und nagelten die kiste wieder zu um sie im hotel zu lassen. am abend kam captain malik noch ins zimmer geschneit um sich zu verabschieden. er nahm seine kiste in empfang und nach ein paar feundlichen worten verliess er uns wieder.

    es war mein job die über 1000 postkarten die wir signiert hatten zur post zu bringen. von günter wurde mir eingeschärft bis zum verpacken die postkarten nicht aus den augen zu lassen. "Die schlecken die briefmarken ab und machen die weg!" waren seine worte. der nette postler liess mich beim automatischen frankieren zusehen und gab mir danach eine führung durch die post. dabei konnte ich unsere postkarten begleiten bis sie im sack landeten und verplombt wurden. einige wenige kamen leider trotzdem nicht an in deutschland. die enttäuschten spender die sich gemeldet hatten bei uns bekamen dafür aus dem stapel, den ich vorsichtshalber ohne empfängeradresse frankieren liess und wegpackte, persönlich eine von uns überreicht.


    verkehrspolizist


    mit günter und mike auf dem basar




    "meine" kohlenhändler


    der pipe-macher kollege


    netter postler. nix mit briefmarken runterschlecken....


    am vorletzten tag gönnte ich mir eine taxifahrt zur neuen, der faisal moschee, die ein wenig ausserhalb, in islamabad liegt. die besten architekten des landes hatten sie entworfen, sie galt als das prachtstück islamabads. knapp 10.000 gläubige finden gleichzeitig in der grossen halle platz zum beten. ich muss sagen, für mich ist die moschee eines der schönsten zeugnisse moderner architektur. aber wirklich tief beeindruckt hat mich die alte moschee, deren namen ich nicht mehr weiss. der taxifahrer hat mich auf dem rückweg von der faisal moschee zu ihr gebracht weil er sie viel schöner fand. ich bekam auch hier eine führung. eine unglaubliche ausstrahlung geht von den dicken mauern aus. intim fast, alle geräusche gedämpft, das meiste im halbdunkel, torbögen mit teppichen verhängt, endlose gänge, verwinkelt, verschachtelt, verspielt. minarette ohne ende. das war ein wirklich würdiger abschluss der reise. ein herzliches danke an den älteren herren, der mir eine privatführung ohne gegenleistung zukommen liess!

    auf dem rückweg machte ich noch station in england für eine kurze wanderung auf dem cornish coastal path (da gibts auch nen reisebericht im "nördliches europa"-forum) ehe ich mich wieder in deutschland einfand. ich musste erstmal den lagerkoller loswerden und ein wenig nachdenken, alleine sein. 10 tage nach günter und mike kam ich in deutschland im herbstlich kühlen münchen an.

    2 abende später waren wir ein paar, irgendwie hab ich dann doch noch einen tollen gipfelsieg errungen.


    faisal moschee






    unbekannte moschee






    im flugzeug am heimweg....



    als fazit bleibt:

    eine tolle erfahrung, aber verliebt sein ist nix für bergsteiger! nein, echt nicht!
    Geändert von danobaja (09.08.2018 um 07:28 Uhr) Grund: flaschenzug für fehlerbeseitigung eingebaut
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  5. Erfahren

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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #5
    Ich stell mich jetzt schon mal hier an um bei den Fortsetzungen in der ersten Reihe zu sitzen!!!

    EDIT:

    Mal wieder ein super spannender Reisebericht den du hier geschrieben hast. Vielen Dank fuer deine Eindruecke. Ich hoffe du hast noch einige Geschichten in der Hinterhand du noch veroeffentlichen kannst!

    Ging ja noch ein paar Jahre bis die Erstbesteigung dann tatsaechlich geschafft wurde. Hatte es bevor du den Artikel geschrieben hast schon gegoogelt und haette gehofft dort deinen Namen zu entdecken ;)
    Geändert von Climbtom (08.08.2018 um 20:27 Uhr)

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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #6
    hi tom,
    danke! ja wenn ich single gewesen wäre, dann hätte ich ganz sicher versucht auf der liste zu stehen. aber wie man ja sehen kann, mit halbem herzen geht das nicht. ich hab lieber mit meiner frau zusammen andere dinge gemacht. war auch schön, ich bereue nichts.

    das mit dem k2 stinkt mir mehr wie der bojohagur. einfach deshalb weil der verzicht zugunsten der familie völlig sinnlos und eine grosse verschwendung an lebenskraft war. naja, so isses. hernach ist man immer schlauer.
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  7. Anfänger im Forum

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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #7
    Sehr spannend. Ich kenne es aus eigener Erfahrung, frisch verliebt zu sein und irgendwo am Ende der Welt einen hohen (aber niedrigeren und leichteren Berg als in deinem Fall) besteigen zu wollen, ist eine schlechte Kombination.

  8. Erfahren

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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #8
    Vielen, vielen Dank für diesen Bericht!!!

  9. Fuchs
    Avatar von Nita
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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #9
    Bin ganz schön begeistert, danke. Die todo-Liste für heute Abend hat sich erledigt, es wird weiter gelesen... Finde den Schreibstil super, die Geschichte dahinter sowieso ultra spannend und die Fotos top!

    Hast Du nie daran gedacht, ein (mehrere...) Buch zu schreiben? Oder ist schon passiert?

  10. Erfahren

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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #10
    Wow, was für eine Tour!
    www.lustwandler.at – Schweden 2017: Láddjuvággi, Tjäktjavagge, Stuor Reaiddávággi, Visttasvággi, Čoalmmevággi, Abiskodalen, Kårsavagge
    Island 2017: Fimmvörðuháls – Laugavegur – Hellismannaleið
    Schweden 2016: Kungsleden Abisko – Kvikkjokk mit Kebnekaise (via Durlings led) und Pårek

  11. Dauerbesucher

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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #11
    Zitat Zitat von Nita Beitrag anzeigen
    Bin ganz schön begeistert, danke. Die todo-Liste für heute Abend hat sich erledigt, es wird weiter gelesen... Finde den Schreibstil super, die Geschichte dahinter sowieso ultra spannend und die Fotos top!

    Hast Du nie daran gedacht, ein (mehrere...) Buch zu schreiben? Oder ist schon passiert?
    na hoffentlich hab ich dir nicht den abend verdorben!

    ich hab viele ansätze zum buch schreiben gehabt, die meisten sind verloren gegangen und heute vergessen oder nicht mehr aktuell. ich denk das wird nix mehr. ods ist in dem punkt privilegiert solange hier nicht zugesperrt wird und wieder einmal alles verloren ist. meine philosophischen ergüsse haben sich schon 2x in den tiefen des internets unwiederbringlich verlaufen. passt schon, wenn die welt laut danach gerufen hätte hätte ichs wohl gehört.

    ***einfüg:
    @bourne: du bist doch selbst am besten weg.....
    Geändert von danobaja (12.08.2018 um 07:23 Uhr)
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  12. Fuchs
    Avatar von Benzodiazepin
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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #12
    danke für den bericht. sehr schön zu lesen!
    experience is simply the name we give to our mistakes

    meine reiseberichte

  13. Gerne im Forum
    Avatar von HO
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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #13
    Klasse Bericht und schön in die Vergangenheit abzutauchen! Vielen Dank dafür!

    Gruß! Gert

  14. Fuchs
    Avatar von Nita
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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #14
    Zitat Zitat von danobaja Beitrag anzeigen
    na hoffentlich hab ich dir nicht den abend verdorben!
    DOCH!

    Mitgefiebert, mitgenossen, mitgelitten und mitgeärgert... Und jetzt sitzt dieser blöde Floh schon wieder hinter der Ohren, die nächsten Jahre sind gelaufen...

    Was ich mich allerdings frage: Kanntet Ihr Euch vorher? War es abzusehen, dass es nur halb funktioniert am Berg?

    Zitat Zitat von danobaja Beitrag anzeigen
    ich hab viele ansätze zum buch schreiben gehabt, die meisten sind verloren gegangen und heute vergessen oder nicht mehr aktuell.
    Trotzdem. So lebendig und packend wie Du schreibst, könntest Du durchaus noch einmal darüber nachdenken ;)
    Geändert von Nita (13.08.2018 um 22:12 Uhr)

  15. Dauerbesucher

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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #15
    hi nita,

    nein wir kannten uns nur vom schreibtisch. das hätte aber alles hingehauen wenn eddi sich nicht verletzt hätte, oder wenn er da geblieben wäre.

    14 tage zuhause und sein arm war wieder gut. günter war nicht gipfelgeil, der wär zufrieden gewesen eddi und mir den weg zu ebnen und seiner av-sektion zu berichten dass wir oben waren. mike hatte gar keine gipfelambitionen. das war aber alles bekannt. keine überraschungen vor ort.

    5 jahre früher wär ich solo da hoch, die direkte route war schon sehr verlockend. aber wenn mans nicht drin hat mental lässt mans besser. diese einstellung hat mich immer am leben gehalten. wenn du keine 100%+reserve geben kannst hast du da nix verloren. und ein halbes herz bringt nie auch nur annähernd die 100%, zumindest bei mir nicht.

    schade dass ich dir doch den abend versaut hab. ärgern hättest du dich nicht sollen.
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  16. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #16
    Danke erst einmal fürs mentale Miterleben lassen. Sehr spannend!

    Hattet ihr Erfahrungen in punkto Mengen und Kalkulation eurer Einkäufe? Wie ging oder geht das?
    Gibt es da erfahrene Ausrüster, die das übernehmen?

  17. Anfänger im Forum

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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #17
    Wow! Einfach toll!
    Konnte es leider jetzt nur quer lesen. Heute Abend habe ich richtig Zeit und Muse, da werde ich es nochmal ganz genau lesen, ganz gemütlich mit der Katze auf dem Schoß und dem Glas Wein daneben.
    Vielen Dank für den Bericht!

  18. Dauerbesucher

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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #18
    Zitat Zitat von Abt Beitrag anzeigen
    Danke erst einmal fürs mentale Miterleben lassen. Sehr spannend!

    Hattet ihr Erfahrungen in punkto Mengen und Kalkulation eurer Einkäufe? Wie ging oder geht das?
    Gibt es da erfahrene Ausrüster, die das übernehmen?
    günter hatte vergleichswerte was den expeditionsteil anging weil er schon in seiner av-sektion mehre besteigungen in asien und s-amerika organisiert hatte. der wusste was man für die träger bereitstellen musste, und was toll war, auch wo man das zeug umsonst oder fast umsonst bekam. wir haben nix bezahlt für 100 paar wollene strümpfe, für 50 sonnenbrillen, 50 paar turnschuhe, die ganze schokolade, das gepimpte cola, uvm. viel ausrüstung bekamen wir zum einkaufspreis, auch weil ich ein (teilzeit)sportgeschäft hatte damals.

    fürs essen haben wir ne mischkalkulation aus meinen denali und aconcagua berechnungen und günters werten gemacht, im wissen dass wir ja jederzeit reis nachkaufen können in karimabad.

    was essen angeht rechne ich einfach, im kalten, volle leistung:
    500g nudeln/tag/person, beutelsosse-suppe dazu. nicht immer die gleichen nudeln und sossen, ich mag die 250 g packung mie-nudeln gern zum frühstück, anfangs eine platte, gegen ende eher 2-3. dh. dann von den normalen nudeln entsprechend weniger abends.
    2 tafeln schokolade, bzw schokoriegel entsprechend ca 200g
    mittags schoki oder tortillas mit streichkäse oä.
    wenns richtig kalt ist gibts mittags nix, dann lauf ich durch mit evtl. etwas schoki und nuss/trockenobst/flocken-mix für untertags.
    5 beutel tee, aber ich koch aus einem beutel auch mal 2l tee. unter tags trink ich nix, ich spiel in der früh kamel und abends auch. maximal hab ich ne 1l nalgene im schlafsack eingewickelt dabei für den ganzen tag.
    als notration hab ich immer ein paar beutel jello (wackelpudding aus usa, fertig mix) dabei. das heiss getrunken haut rein, besser wie heisser kakao (der ist natürlich abends im zelt immer ein genuss!).

    damit hab ich bei meinen längeren trips noch nie essen zurückgebracht. reis gibts nicht bei mir. da hab ich immer hunger hernach und fress 2 tagesrationen mit dem ergebnis, dass ich dann einen ruhetag brauch zur kesselumfangreduktion.

    wenns warm ist wirds essen weniger. bei mir nur bissl, bei berniehh zb. dramatisch weniger. schau dir mal an was der auf seiner himalaya tour gegessen hat. da würd ich nach ner woche durch ein schlüsselloch passen.

    obs ausrüster gibt die sowas für einzelkämpfer machen weiss ich nicht. klar, bei geführten touren übernehmen die alles. aber in zeiten des inet kannst du ganz sicher listen finden für jede gelegenheit und region.

    ich konnte meine erfahrungserte auf dem apallachian trail sammeln. mit ner mischung aus wöchentlichem einkauf und eingeschneit werden auf dem trail. da kriegt man schnell raus wieviel man braucht, wieviel unbedingt nötig ist und was man essen kann ohne das man das grausen kriegt wenns 5x das gleiche hintereinander gibt. ich bin aber auch anspruchslos was abwechslung angeht. hauptsache genug, sonst werd ich zum monster.

    was alles schief gehen kann ( das ist sicher nicht alles was schief gehen KANN) bezüglich essen auf tour, da empfehle ich dir den denali trip als lektüre.

    @littlefoot: kraul der katze das fell nicht weg.
    danobaja
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  19. Fuchs
    Avatar von Nita
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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #19
    Danke für Deine Antwort und auch die Auflistung des Essens. Immer interessant, wie die anderen es handhaben. Bin übrigens, gerade weiter oben, auch anspruchslos was das Essen angeht.

    Ok, so löst sich das Verhältnis in der Gruppe natürlich ganz anders auf. Passiert halt! Ist sowieso schon beeindruckend genug, dass Ihr Euch getraut hattet, ohne sich gut zu kennen so weit in die Berge zu gehen. Was bleibt, ist eine erlebnisreiche Expedition.
    Manchmal zählt eben auch "nur" der Versuch Danke noch mal fürs Teilen.

  20. Anfänger im Forum

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    AW: [PAK] bojohagur (7388m), erstbesteigungsversuch, 1991

    #20
    Nach ausführlichem Lesen hatte die Katze noch ihr Fell. Sie dachte aber wohl, ich friere, deshalb hat sie mir gefühlt die Hälfte ihres Pelzes abgegeben (wenn man nach der Haar-Menge auf meiner Hose ging).

    Sehr schöner Bericht, vielen Dank fürs Schreiben!

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