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  1. [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #1
    Mitreisende: hungerast
    ... genauer gesagt: West Highland Way + Ben Nevis, Glen Nevis – Loch Ossian, Bealach Dubh – Dhalwinnie, Glen Tilt, Lairig Ghru, Loch Avon + Glen Avon, Tomintoul – Nethy Bridge, Rob Roy Way (2 Etappen), 09.07 – 02.08. 2018

    „So, Robert ….“, der Beamte am Glasgow Airport beäugt meinen Ausweis, schaut mich an. „… that’s you, isn’t it?“ – „Indeed, Sir, it is me.“ Auf seine freundliche Anfrage, was ich denn so vorhabe, verrate ich ihm meine Wander-Pläne in grobem Umriss. „Just you?“ – „That’s the plan, Sir.“ – „Best way to do it!“ Naja, zwischendurch treffe ich dann doch noch jemanden, aber das finde ich in diesem Moment zu kompliziert zu erklären. Froh bin ich aber über den freundlichen Ton der Erstbegegnung mit der heimischen Bevölkerung – das kennt man als Reisender auch anders. Den erfahrenen Schottland-Wiedergänger wird die oben beschriebene zugewandte Art nicht verwundern, für mich ist es jedoch das erste Mal in Kaledonien. Die Insel hatte ich zwar schon rund ein Dutzend Male besucht, es aber nie bis in den Norden geschafft. Dieses Versäumnis will ich in den nächsten knapp 4 Wochen wieder wettmachen, und zwar mit einem Outdoor-Rundumschlag, der mir den West Highland Way, aber auch die Highlands weiter östlich – inklusive der Cairngorms - erschließen soll. Der WHW kommt mir als Einstieg gelegen, da er vom Schwierigkeitsgrad überschaubar und dicht an die Infrastruktur angebunden ist – sollten sich Probleme in Bezug auf Ausrüstung oder gar die eigene Leistungsfähigkeit manifestieren, dann bitteschön in der ersten Woche, damit ich noch gegensteuern kann.

    (Wie sich an der Datierung ablesen lässt, schreibe ich den Bericht aus der rückschauenden Perspektive, wenn auch zeitnah, damit man möglichst Vieles noch in Erinnerung hat. Der folgende Bericht wird in mehreren Etappen fortgesetzt und verfolgt dabei folgende Ziele:
    • Reisebeschreibung: klar – persönliche Eindrücke, möglichst bebildert, hoffentlich anschaulich
    • Planung: ein paar Gedanken zum wie / wo(mit) / was / wann seien erlaubt – einschließlich der Angabe, wie die ursprünglichen Überlegungen denn hingehauen haben
    • Material: Einen detaillierten „What’s in my pack?“-thread hieraufzumachen würde der Natur des Reiseberichts widersprechen; trotzdem möchte ich zwischendurch die eine oder andere Bemerkung zur Ausrüstung loswerden, wenn es passt.)

    Tag 01 (09.07.): Glasgow – Drymen (WHW)
    Ohne weitere Umschweife wird das Vorhaben noch am „Tag der Landung“ angegangen. Ursprünglich hatte ich mal überlegt, im Hostel in Glasgow zu übernachten, aber meine Ankunft ist am frühen Nachmittag. Selbst wenn der Flug Verspätung haben sollte, wäre immer noch genug Zeit, um aus der Stadt heraus zu kommen und das Zelt in die Landschaft zu stellen. Zudem ist es abends lange hell, was dem Wanderer im Zeitbudget zusätzliche Flexibilität verschafft. Also schnell die nötigen Stationen (Rucksack schnappen + umpacken / Airport Express nach Queen Street / Tiso: Smidge + Gaskartusche kaufen / Zug zum Startpunkt des WHW in Milngavie) abgearbeitet. Vor Ort sacke ich schnell noch ein bisschen Obst im nahen Supermarkt ein und stiefele los. Das Wetter ist gut (sonnig, leichte Brise), bisher lief alles nach Plan – beste Startbedingungen also. Der Weg verläuft zu Beginn durch bewaldetes Gebiet, später durch offenes, leicht hügeliges Gelände.






    Mancher Kilometer fühlt sich aber doch etwas monoton an, hier und da muss man am Straßenrand entlanggehen.
    Meine Planung sieht vor, sich heute möglichst nah an Loch Lomond heranzuarbeiten – dort sind die „byelaws“ in Kraft, weswegen an den südlichen Ufern des Sees nicht gezeltet werden darf. Möchte ich dieses sog. „camping management area“ morgen komplett durchqueren, so muss ich heute noch mindestens 15 km marschieren: dann sind es morgen nämlich „handhabbare“ ~30 km. Irgendwann am frühen Abend macht sich aber dann doch die Müdigkeit breit, schließlich bin ich heute morgen um 4 Uhr aufgestanden. Ich komme schließlich bei einem „privaten Anbieter“ einer Camping-Möglichkeit unter – ein Farmer kurz vor Drymen bietet an, auf seinem üppigen Grundstück für überschaubare 3 Pfund pro Nase zu zelten. Zunächst bin ich ganz allein, später kommt dann doch noch eine dänische Jugendgruppe, die den netten Platz etwas „lebendiger“ gestalten. Bisschen schade, aber in Anbetracht der Tatsache, dass der Tag ansonsten als Auftakt nach Maß zu bezeichnen ist, wollen wir mal nicht allzu kleinlich sein.

    Tag 02 (10.07.): Drymen – Ptarmigan Lodge (WHW)
    Das Tageslicht lässt mich recht früh erwachen – um 4:30 stehe ich auf. Ist für mich total OK, und zwar aus mehreren Gründen: Erstens bin ich noch auf deutsche Zeit (1 Stunde zurück) gepolt, zweitens bin ich gestern früh ins Zelt gekrochen, daher drittens ausgeschlafen und viertens recht motiviert, die Touristenautobahn WHW möglichst früh am Tag anzugehen. Ich rechne mir damit Chancen aus, zumindest um diese Tageszeit noch nicht so vielen Leuten zu begegnen. Diese Hoffnung erfüllt sich tatsächlich und soll in den kommenden Tagen zur allgemeinen Leitlinie werden. Nach zwei Stunden Marsch treffe ich lediglich einen Trailrunner, man grüßt sich freundlich. Ich stapfe vorbei an einigen Zelten, deren Besitzer offenbar alle noch friedlich schlummern. Immerhin haben diese sich gestern deutlich näher an Conic Hill herangepirscht. Auf dem Weg dahin gibt es tatsächlich einige annehmbare Wildcampingplätze, selbst in der Hochsaison wird man da irgendwo fest – zumindest, wenn man ein Zelt mit überschaubaren Dimensionen aufschlagen will.
    Der erste Blick auf Loch Lomond lässt nicht lange auf sich warten ...



    ... wird dann natürlich übertroffen von der respektablen Aussicht vom Conic Hill.



    Ich empfehle, die paar Höhenmeter Umweg mitzunehmen, um sich dort oben einmal umzuschauen – es sei denn, der Rucksack lastet jetzt schon schwer oder die Sicht ist schlecht. Mein Rucksack wiegt inkl. aller Vorräte annehmbare 8-9 kg, was sich auf dem gesamten Trip als für mich angenehmes Gewicht herausstellen soll.
    Den Abstieg hinunter nach Balmaha gehe ich gegen 9:30 an und habe damit schon mehr als die Hälfte des Pflichtprogramms für heute bewältigt, was mir eine Beruhigung ist. Normalerweise bin ich kein Freund von straff durchgeplanten Tagesabschnitten, aber hier erfordert das Verbot des Wildcampens nun mal den wiederholten Blick auf die GPS-Karte (Locus + LoMap Scotland). Die eine oder andere recht steil abwärts gehende Passage wird von meinen Trekkingstöcken abgemildert, die ich etwas länger einstelle – eine sinnvolle Funktion, für die ich immer wieder dankbar sein werde, da das Abwärtsgehen mich doch wiederholt vor Herausforderungen stellen wird.
    Der Weg führt mich auf recht abwechslungsreiche Weise durch Wald bzw. am Ufer des Sees entlang.



    Von den Menschenmassen, die mir mein WHW-Reiseführer (Autor: Charlie Loram) angekündigt hatte, kann ich hingegen wirklich nicht berichten. Natürlich begegne ich Leuten, die hier offenbar Urlaub machen und auch anderen Rucksacktouristen, das Ganze hält sich aber doch in Grenzen. Letztere Gruppe ist vom Alter und der Gepäckgröße bunt gemischt: junges Studentenvolk mit Riesengepäck trifft auf „silver agers“, die offenbar die Komfort-Option mit Koffertransport gebucht haben. Bei einem Kandidaten bleibt mir aber doch die Luft weg – ein junger Wandersbursche ist unterwegs mit einem Monster-Pack auf dem Rücken, von dem, an einem Riemen hängend, ein Popup-Zelt baumelt, welches im zusammengefalteten Zustand immer noch einen Durchmesser von einem knappen Meter hat. Einen besonders glücklichen Eindruck macht er nicht …
    An einem der Mini-Strände des Loch Lomond gönne ich mir eine ausgedehnte Pause, ziehe die Schuhe aus und kühle die Füße im Wasser ab. Zwar bin ich nicht in krachledernen Stiefeln, sondern lediglich in Trailrunner-Schuhen (Altra Lone Peak 3.5) unterwegs, aber diese Erfrischung tut dennoch gut. Da die Steine z.T recht spitz sind, ziehe ich meine Sandalen Marke Eigenbau (sog. Huaraches aus dünner Vibram-Sohle + Kordel, 120g das Paar in Größe 48) an, welche die Fußsohlen vor dem Gröbsten schützen.


    Der Nachmittag ist schon recht fortgeschritten, und ich halte geradewegs auf das Ende der camping management zone zu – die nördliche Grenze befindet sich etwa auf Höhe der Ptarmigan Lodge, die auf Karten zu finden sein sollte. Zwischendurch kann ich nochmal meine Wasservorräte auffüllen, der Ranger-Stützpunkt am Aufstieg zum Ben Lomond hat einen Außenzapfhahn, auf den mit Schildern extra hingewiesen wird. Kurz hinter der Lodge finde ich einen weiteren dieser Mini-Strände und nehme diesen für mich in Beschlag. Zwar ist es ganz schön kieselig hier, aber wofür hat man schließlich ein Groundsheet?
    Jetzt kommt richtig Urlaubs-Feeling auf: das Zelt steht, eine Tasse Tee trägt genauso zur Entspannung bei wie das (für schottische Verhältnisse) grandiose Wetter: warm, wolkig mit sonnigen Abschnitten, der Wind weht leicht. Ich bade im See, drücke meine Socken und mein T-Shirt durchs Wasser, gönne mir schließlich ein üppiges Abendbrot.

    Tag 03 (11.07.): Loch Lomond – Beinglas Campsite (WHW)
    Mein Tag beginnt um 02(!) Uhr morgens: Der Regen trommelt kräftig auf das Flysheet, ein wahrer Sturzbach ergießt sich über das Zelt. Irgendwann merke ich, dass das Fußende meines Zelts (Nigor Pio Pio 1 Pers.) bereits ordentlich zusammengesackt ist – das Innenzelt hängt durch. Hm, da hat wohl jemand nicht vernünftig abgespannt? So’n Pfusch. Viel dramatischer aber sind die feinen Tropfen, die ich immer wieder ins Gesicht bekomme! Ich taste mich im Dunkeln durchs Zelt; eigentlich ist es trocken, aber an einer Stelle ist der Zeltboden feucht. Panik ergreift mich – sollte ein derart essentielles Ausrüstungsteil bereits in der 2. Nacht seinen Geist aufgeben? Das scheinen aber auch Riesentropfen zu sein, die da auf dem Außenzelt landen. Ein paar Tage vor Aufbruch hatte ich extra noch den Hardcore-Gartenschlauch-Test im Garten gemacht und keinerlei Leckagen festgestellt, weshalb ich es auch nicht für nötig hielt, die Nähte nochmal abzudichten bzw. zu imprägnieren. Jetzt verfluche ich meine Trägheit! An Schlaf ist nicht mehr zu denken. Ich dämmere zwar irgendwann nochmal weg, krauche aber beim 1. Tageslicht (03:30?) aus meiner Behausung, um mir die Sache von außen anzuschauen. Das Fußende hängt tatsächlich ziemlich durch – OK, beim nächsten Mal wird einfach besser aufs Abspannen geachtet. Das fiese Getrommel kam offenbar von einem herabhängenden Ast, von dessen Blättern das Regenwasser genau auf den Firstbereich des Zeltes platschte. Ich habe die Firstnaht als Schwachstelle in Verdacht, in meinem Kopf fängt es an zu rattern – was nun? Kann ich das Zelt unterwegs irgendwie abdichten? Was wenn es damit nicht getan ist? Oder gleich ein neues Zelt kaufen – nur wo? Hm … Missmutig pack ich zusammen, mampfe meinen Porridge und stapfe los. Ein Blick auf die Karte zeigt mir, dass der Campingplatz Beinglas 20 km entfernt ist. Da könnte ich doch vielleicht ein paar Sachen trocknen und etwas in Erfahrung bringen. Nachdem ich gestern mehr als 30 km gelaufen war, sollten die heutigen 20 doch gut zu bewältigen sein. Tja, so naiv kann man sein …
    Das heutige Teilstück führt dicht am Loch Lomond entlang und gilt als eine der herausforderndsten Etappen – rückblickend war sie das für mich definitiv. Aber der Reihe nach. Zunächst führt der Pfad durch die bewaldete Flanke des Seeufers, der romantisch veranlagte Mittelerde-Fan fühlt sich hier ganz zuhause.





    Diesen Baum hat doch bestimmt Tom Bombadil persönlich für die Touristen zum Draufsetzen hindrapiert ...



    Wie im folgenden Bild vielleicht exemplarisch erkennbar ist, besteht der auf und ab ondulierende Pfad streckenweise aus Felsbrocken, die man kraxelnd bzw. mit ordentlich Sohlenhalt überwindet.



    Meine Schuhe sind komplett nass, was mir aber nichts ausmacht, da es nicht kalt ist und meine Füße richtig was zu tun haben. Das Vorankommen ist aber beschwerlich – über ein Tempo von 2,5 km/h bin ich wohl nicht hinausgekommen. Normalerweise wäre die Strecke gut geeignet, um den Weg als schöne Herausforderung zu genießen. Mit meinem Zeltproblem im Kopf will mir das aber nicht recht gelingen, vielmehr hoffe ich auf eine Wifi-Verbindung am Zeltplatz, um per Online-Recherche eine Lösung auszuarbeiten.
    Dennoch kann die mentale schwarze Wolke über meinem Kopf schließlich die Schönheit der Landschaft nicht ganz verdecken.



    Schließlich ist es Zeit, dem Loch Lomond „farewell“ zu sagen. Der Weg wird nun deutlich einfacher, und nach ein paar sorgloseren Kilometern erreiche ich den Campingplatz. Im kleinen Shop fülle ich meine Essensvorräte auf (Erdnussbutter mit Shortbread – Hammer-Kombi!) und baue mein Zelt auf. Es nieselt zumindest, sodass ich den Quilt erst mal in der Drybag lasse, anstatt das Zelt wie üblich gleich wohnlich einzurichten Zumindest habe ich so Gelegenheit, der undichten Stelle auf den Grund zu gehen. Erst einmal begebe ich mich aber ins Pub, wo ich mir einen Burger gönne und mit der Problemlöserei beginne. In Fort William, dem Endpunkt des WHW, gibt es ja verschiedene Outdoorläden, schnell habe ich herausgefunden, dass ich dort im Ernstfall ein Zelt kaufen könnte – das würde dann zwar ein Riesenloch ins Budget brennen, aber zumindest könnte ich die Tour fortsetzen. Gesättigt und informiert gehe ich zurück zum Zelt, das nun seit mehr als einer Stunde im Regen stand. Von innen ist aber alles trocken, was mich einerseits beruhigt, andererseits die Frage unbeantwortet lässt, woher denn nun die Nässe kam. Letztendlich kann ich nur spekulieren: Das Rinnsal, welches vom Ast direkt aufs Zelt platschte, spritzte beim Aufprall stark, so dass einzelne Tropfen vermutlich durch die Belüftungsöffnungen ins Zeltinnere gelangten. Ich beschließe aber, auf Nummer sicher zu gehen: eine Lage Tenacious Tape über die Firstnaht kleben, wenn das Ding wieder trocken ist, eventuell in Fort William ein Tarp kaufen. Wenn man einen Plan hat, fühlt man sich gleich schon besser …

    Tag 04: Beinglas – Inveroran (WHW)
    Erneut erwache ich recht früh (4:00), nutze die Gelegenheit, um die facilities des Campingplatzes (Dusche, Küche, Trockenraum) ohne jegliche Gesellschaft zu nutzen und bin ab 6 Uhr unterwegs. Beim Zusammenpacken des Zeltes überfällt mich das erste Mal ein richtiger Schwarm Midges – ich versäume es, rechtzeitig Smidge aufzutragen und bezahle die Nachlässigkeit mit etlichen roten Punkten an den freigelegten Hautstellen (Knöchel, unterer Rücken, Gesicht). Zwar kann ich erst mal nicht in den Spiegel schauen, vermute aber, dass ich aussehe wie das Sams. Naja, gehört dazu …
    Ursprünglich war mein Plan, heute bei guten Verhältnissen eine Alternativroute zum WHW zu nehmen. Der Reiseführer „Not the West Highland Way“ schlägt vor, zwischen den beiden Munros Ben Oss und Ben Lui hindurchzunavigieren. Erstens ist es aber recht wolkenverhangen mit einzelnen Schauern, so dass man mit Nebel rechnen muss, was für eine z.T. weglose Route sicherlich nicht die besten Wetterverhältnisse sind. Zweitens hat es ja gestern den ganzen Tag geregnet, sodass das grasige Terrain unterhalb der Gipfel aufgeweicht sein dürfte. Kurzum – ich entscheide mich für die Standardroute, auch wenn diese zunächst alles andere als eine Augenweide ist – ich laufe eine geteerte Straße entlang, die von Strommasten gesäumt wird. Augen zu und durch. Zumindest kann ich in den ersten beiden Stunden einfach mal entspannt gehen, denn der Weg bietet wenig Herausforderung. Zudem regnet es nicht mehr. Nach einer Weile komme ich an einer „honesty box“ vorbei, die einer der locals offenbar regelmäßig bestückt mit den Sachen, die dem Wanderer munden: Schokoriegel, Chips, Cola. Ich bediene mich, werfe eine passende Münze in die Kasse und ziehe weiter. Die Laune ist gut, die Füße wollen noch – geht doch!
    Landschaftlich gesehen ist die heutige Etappe zunächst unspektakulär, auch der Eindruck des Morgens setzt sich nicht fort.



    Schließlich kommt sogar etwas Highlands-Feeling auf:





    Dass ich letztendlich doch noch mehr als 30 km gehe, verdanke ich der äußerst angenehmen Gesellschaft von Bob und Jennifer, einem Ehepaar aus Colorado Springs mit ordentlich Wander-Erfahrung, was man ihrem Tempo anmerkt: Die beiden sind zwar nicht mehr die Jüngsten, stiefeln aber unbeirrbar und ohne Pause einfach weiter. Schnell kommen wir ins Gespräch, ich registriere meinen eigenen Redebedarf nach drei Tagen ohne längere Unterhaltung. So vergeht der Großteil des Tages auf kurzweilige Weise. In Bridge of Orchy trennen wir uns, ich zuckel noch ein paar Km weiter. Das wetter bessert sich zusehends.



    Mein Lager schlage ich schließlich hinter Inveroran an einem Wasserlauf auf, der als Wildcamp offenbar beliebt ist. Einige Leute (Niederländer, Deutsche, Dänen) haben sich schon niedergelassen, im Laufe des Abends kommen weitere hinzu. Naja, dann halt in Gesellschaft heute. Mittlerweile hat sich die Sonne herausgewagt, so dass ich die Gelegenheit für eine kleine Wäsche nutze. Man weiß ja nie, wann man wieder dazu kommt ...

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  2. Alter Hase
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    AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #2
    Liest sich erfrischend unterhaltsam! Freue mich schon auf die Fortsetzung und bin gespannt, wo das Wasser in deinem Zelt her kam.

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

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  3. Erfahren

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    AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #3
    Genau so etwas möchte ich hier lesen. Hör' bloß nicht auf.

  4. Gerne im Forum

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    AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #4
    Sehr unterhaltsam geschrieben, da freut man sich schon auf die Fortsetzungen.

  5. Erfahren
    Avatar von jiba
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    AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #5
    Kann nicht genug von Schottland bekommen und bin sehr gespannt, wie es dann nach dem WHW weiterging!

    Abonniert!

  6. AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #6
    Danke fürs bisherige Interesse, das motiviert in der Tat zum Weiterschreiben ....

    Tag 05 (13.07.): Inveroran – Kinlochleven (WHW)

    Meinen Biorhythmus behalte ich auch an diesem Tag bei und wache gegen 4 Uhr auf. Ich erinnere mich an das Dutzend Zelte, welches in unmittelbarer Nähe steht und sammle so genug Motivation, um aus den Kunstfaser-Federn zu kriechen. Zusammenpacken und los! Frühstücken kann ich noch unterwegs. Motiviert sind jedoch auch die Midges, die mich recht schnell anfallen. Ich zücke die Smidge-Dose, lege im Halbdunkel hastig meine Brille auf den Rucksack und schmiere mich ein. Als ich meine Sehhilfe wieder aufsetzen will, ist sie weg. Fortgetragen von den gehässigen Viechern? Nein, wahrscheinlich nur heruntergerutscht. Ich taste ein wenig umher und latsche treffsicher genau auf das Teil – ein definiertes „kracks!“ ist zu hören. Kann doch nicht wahr sein! Zumindest habe ich für diesen Fall vorgesorgt und setze meine Ersatzbrille auf. Den Schaden kann ich später bei Tageslicht begutachten. Erst einmal ziehe ich los.
    Rasch bricht der Tag an, es wird Zeit fürs Frühstück. Kaffee, Porridge, Highlands – was will der Wandersmann mehr?



    Ich bewege mich auf der alten Straße durch das Hochmoorland auf Glencoe zu. Hier bleibt man besser auf dem Weg – kann sein, dass man sonst nie wiedergefunden wird.





    Zum ersten Mal muss ich nun zu meinem Kopfnetz greifen, denn obwohl ich mich stetig fortbewege, lassen die Midges nicht von mir ab - in den Mooren scheinen besonders rabiate Exemplare zu wohnen. Das Netz ist mäßig erfolgreich darin, die Insekten abzuwehren, irgendwie finden sie doch einen Weg hinein. Nach einer Weile begegnet mir ein Mann mit einem Maultier, der ein kurzärmeliges Baumwollshirt trägt. Mensch und Tier geben sich von der Mückenplage gänzlich unbeeindruckt. Versuch’s mal mit Gleichgültigkeit …
    An Glencoe vorbei führt der Weg und mündet in eine geteerte Straße, die Richtung Kingshouse führt. Irgendwann muss ich die Schnellstraße überqueren, was morgens noch machbar ist. Wie man das wohl mitten am Tag anstellt? Die Autos sind jedenfalls ziemlich schnell hier. Vielleicht scheint mir das aber auch nur so, nach Tagen der Entschleunigung.
    In Kingshouse frequentiere ich eine öffentliche Toilette und fülle meine Wasservorräte auf, dann geht es auf einem breiten Weg weiter in Richtung „Devil’s Staircase“.



    Nach der Asphalt-Latscherei macht es richtig Spaß, den Anstieg hochzugehen! Oben lege ich ein kleines Päuschen ein, es ist neblig dort, weshalb Fotos – zumindest wenn man nur das Smartphone zur Hand hat - sinnlos sind. Der Rest des Weges bis nach Kinlochleven ist unspektakulär – das letzte Teilstück bis in den Ort hinein ist allerdings eine Zumutung: ein gerölliger Wirtschaftsweg mit teilweise starkem Gefälle, sehr unangenehm zu gehen. Als ich den Campingplatz in Kinlochleven erreiche, beschließe ich, hier für heute Schluss zu machen.


    Tag 06 (14.07.): Kinlochleven – Fort William (WHW)

    Die letzte Etappe des WHW entpuppt sich als landschaftlich gefällig.







    Meine Wanderlust wird davon nachhaltig angestachelt, ich laufe die Strecke mit wenigen kurzen Pausen durch. Schon interessant, an was der Körper sich so gewöhnen kann. In den Monaten seit dem Frühling war ich zur Vorbereitung immer mal wieder zur Arbeit gelaufen, die 13 km kamen mir ganz schön lang vor. An einer Stelle muss ich dann aber doch rasten:



    Das hat das Scottish Tourist Board aber vorzüglich arrangiert.



    Auf der Zielgeraden nach Fort William biege ich Richtung Campingplatz ab – der Plan ist, hier möglichst viele Sachen abzuschmeißen und dann in den Ort zu latschen. Man will ja den Weg auch offiziell zu Ende laufen. Außerdem muss ich meine Vorräte für die nächsten 3-4 Tage auffüllen, denn auf dem Zettel stehen sowohl Ben Nevis als auch das Glen Nevis, wo es schon deutlich einsamer werden soll. Außerdem ist da ja noch die Sache mit dem unzuverlässigen Zelt – eine Lösung muss her! Zwar hatte ich keine Gelegenheit, das Flysheet erneut auf Leckagen zu prüfen (außer ein bisschen Nieselregen war das Wetter eher auf der freundlichen Seite), ich will mich jetzt aber absichern. So erstehe ich im Sale eines Outdoor-Ladens ein Silnet-Tarp (Rab), was mir in den kommenden Wochen noch gute Dienste leisten soll. Es ist zwar ausgelegt auf 2 Personen und damit ein ziemlich großer Lappen, aber die 400g extra Gewicht weiß ich zu verschmerzen. Mein Kalkül ist, das Teil mit den Trekkingstöcken aufzustellen, denn so kann es auch als Extra-Lage über dem Zelt dienen, sollte es ganz fies nass werden. Ich erstehe also noch Paracord-Abspannleinen und extra Heringe (MSR ground stakes – empfehlenswert!) und fühle mich gerüstet.
    Meine Essensvorräte erwerbe ich in einem großartig sortierten Supermarkt (Morrison’s, hinter den Bahnhof von F.W.). Auf das gefriergetrocknete Zeugs habe ich jetzt schon keine Lust mehr und stelle mir lieber selbst etwas zusammen. Eine Tagesration sieht dann folgendermaßen aus:



    Frühstück: Porridge + Instant-Kaffee
    Snacks über den Tag: Schokoriegel, Müsliriegel, Trailmix (Mandeln, Cashews, M&Ms, getrockn. Mangostücke)
    Abendbrot: Tomatensuppe, Couscous + Thunfisch im Softpack (Dosen sind lästig im Müllbeutel!), gepimpt mit extra Olivenöl, heiße Schokolade

    Als 3-Tage-Ration abgepackt ist der Planung Genüge getan.



    Nun muss man nur noch den Hunger im Zaum halten, um nicht schon den nächsten Tagesvorrat anzuknabbern.


    Tag 07 (15.07.): Auszeit

    Es regnet, im Tal hängen die Wolken tief. Der eigentliche Plan war heute, Ben Nevis in Angriff zu nehmen, aber in der Suppe werde ich ja wohl gar nix sehen, wenn ich da hochsteige? Ich beäuge die Wettervorhersage, die in der Rezeption des Campingplatzes aushängt. Tatsächlich, morgen soll es deutlich besser werden. Na dann, innerer Schweinehund, hast gewonnen. Ich verbringe den Tag mit faulenzen, lesen, Tagebuch führen, Wäsche waschen …. Mein brandneues Tarp will auch ausprobiert werden! Langweilig ist mir jedenfalls nicht.

    Tag 08 (16.07.): Ben Nevis, Glen Nevis

    Einmal mehr kommt mir mein Frühaufsteher-Rhythmus zugute – ich packe nur das Allernötigste in den Sack, lasse den ganzen übrigen Krempel im Zelt und begebe mich auf menschenleeren Wegen zum Startpunkt des Aufstiegs. Zwar hat der Ben Nevis „nur“ etwas über 1300m Höhe zu bieten, man startet allerdings nur einige Meter über dem Meeresspiegel. Die Bezeichnung „tourist route“ für die leichtere der beiden Aufstiegswege ist also etwas irreführend.
    Der Weg steigt zunächst moderat an. Tiefhängende Wolken sind in den frühen Morgenstunden noch nicht aufgezogen, so dass der Blick hinein ins Glen Nevis freigegeben wird.



    Da will ich im Laufe des Tages noch lang – ich freue mich jetzt schon! Aber erst einmal ruft der Berg. Stetig gewinne ich an Höhe, der schottische Wettergott ist mir hold und die Aussicht wird immer besser. Der Pfad hinauf ist einsam, ich überhole auf dem ganzen Weg drei Leute.



    Irgendwo da unten steht mein Zelt … Im Hintergrund sind Fort William und Loch Eil zu sehen. Als ich mich dem Gipfel nähere, reißt die Wolkendecke auf und die Sonne erhellt die karge, unwirtliche Landschaft um mich herum.



    Mit kurzen Hosen im Schnee – mal was Neues.



    Oben angekommen verweile ich kurz am war memorial, gönne mir anschließend eine Pause.



    Weit und breit ist niemand zu sehen. Mittlerweile ist es gegen 9:30, lange wird dieser Ort nicht so friedlich und still bleiben. Naja, der Wind pfeift hier natürlich schon ganz ordentlich. Ich mache mich auf den Abstieg. Wiederum bin ich dankbar für meine Trekkingstöcke, die mich – wie auf der gesamten Tour – davor bewahren, meine Gelenke zu ruinieren. Einmal mehr merke ich aber auch, dass das Abwärtsgehen für mich der weitaus unerfreulichere Teil des Bergwanderns ist. Nach einiger Zeit kommen mir auch die ersten größeren Gruppen entgegen, viele wollen wissen, wie weit es denn noch sei. Ich gebe, so gut mir das möglich ist, Auskunft. Weiter unten werden die Menschentrauben derart groß, dass es gelegentlich schwierig wird, an ihnen vorbei zu kommen. Ach, wäre ich doch schon nachts aufgestanden 
    Ich schleppe mich zurück zum Campingplatz, wo ich mich ausruhe und Kalorien bunkere. Schließlich habe ich noch etwas vor heute. Irgendwann am Nachmittag wird es denn auch Zeit für mich – ich breche mein Lager ab, verstaue alles sorgfältig im Rucksack und ziehe los. Bald werde ich auf deutlich weniger ausgetretenen Pfaden unterwegs sein.
    Zunächst bewege ich mich auf einem gut definierten Pfad ins Glen Nevis hinein. Das ist auch kein Wunder, denn die erste Strecke führt in Richtung Steall Falls, einem Wasserfall, der als einer der Touristenmagneten gilt. Ich halte mich jedoch nah am Wasserlauf, wo sich angenehm wenige Menschen aufhalten. Dieses Plätzchen lädt zu einer Pause ein:



    Die Füße brauchen auch mal wieder Abkühlung …



    Aaaaaah … die simplen Freuden des Draußen-seins. Ich ziehe weiter, durch die Schlucht, die das Water of Nevis ins Gestein gegraben hat, bis ich nach einer Weile an besagtem Wasserfall vorbeikomme.



    Hier sind selbst am späten Nachmittag noch viele Menschen unterwegs. Umso stärker ist der Kontrast mit der sich anschließenden Landschaft des Tales, denn hier ist so gut wie niemand unterwegs! Ich gehe noch eine Weile weiter und komme schließlich an einer derart einladenden Wiese an, dass ich die heutige Etappe beende. Zelt aufbauen, Tarp drüber, Ausblick (ein weiterer Wasserfall) genießen.



    Der Aufbau des Tarps sieht etwas schlampig aus, aber ich will mir zunächst die Aussicht nicht verbauen und stelle beide Trekkingstöcke vorn auf. Hinter mir rauscht das Water of Nevis. Für die Nacht ändere ich das Setup dann aber doch noch zu einem First-Aufbau. Die vom Fluss organisierten Steine tun ein Übriges für die Stabilität.



    Einigermaßen ausgehungert mache ich mich über mein Abendbrot her – die Couscous-Thunfisch-Kombi entpuppt sich als extrem leckere und sättigende Mahlzeit. Mjam! Mit vollem Bauch und ermüdet vom ereignisreichen Tag krieche ich unter den Quilt ...
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  7. Erfahren
    Avatar von Donik
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    AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #7
    weiter weiter weiter!

    Du hast definitiv viel Glück mit dem Wetter, bin unglaublich neidig, meine Urlaube dieses Jahr sind größtenteils im Regen untergegangen :|

  8. AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #8
    Zitat Zitat von Donik Beitrag anzeigen
    weiter weiter weiter!

    Du hast definitiv viel Glück mit dem Wetter, bin unglaublich neidig, meine Urlaube dieses Jahr sind größtenteils im Regen untergegangen :|
    Das hatte ich in der Tat - und es kommt, gerade für schottische Verhältnisse, noch viiiel besser! Wenn die Hitzewelle dieses Sommers auch nicht ganz bis in den Norden reichte, bin ich doch mehr als eine Woche lang ausschließlich bei eitel Sonnenschein unterwegs gewesen (Beweisfotos folgen hier in diesem Thread). War schon verrückt ... aber geil!
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  9. AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #9
    Hach, so viele bekannte Aussichten...
    Im April bin ich am Allt Coire Giubhsachan raufgelatscht, und habe Wasserfälle fotografiert. Durch die Schneeschmelze waren die so richtig schön voll. Die ersten der Falls sieht man auf deinem Foto, auf der anderen Seite der Brücke.

    Bitte weiterschreiben!

  10. Erfahren

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    AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #10
    Vielleicht habe ich auch etwas überlesen, aber warum hast Du ein extra Tarp gekauft und nicht nur die Nähte Deines Zeltes abgedichtet?

  11. Alter Hase
    Avatar von codenascher
    Dabei seit
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    AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #11
    Zitat Zitat von hungerast Beitrag anzeigen
    ...
    Eine Tagesration sieht dann folgendermaßen aus:


    ....
    Eine Flasche Öl pro Tag?

    Da du den Ben Nevis und deine Eeiterwanderung Richtung Glen Nevis an einem Tag erfolgten, weshalb bist du nicht samt Pack hoch auf den Ben und von dort via CMD Arete runter in Richtung Glen Nevis? Sehr Lohnenswert!

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

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  12. Erfahren
    Avatar von jiba
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    AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #12
    Wahnsinn wie grün das alles sein kann! Im April war's zwar auch schön, aber noch ziemlich karg und braun.

    Du legst da ja ein ganz schönes Tempo vor. Respekt! Darf ich mal fragen, wieviel Du trainiert hast?

  13. AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #13
    Zitat Zitat von momper Beitrag anzeigen
    Vielleicht habe ich auch etwas überlesen, aber warum hast Du ein extra Tarp gekauft und nicht nur die Nähte Deines Zeltes abgedichtet?
    Weil ich auf Nummer sicher gehen wollte. Nach meiner Erfahrung klappt das Abdichten nicht so recht, wenn das Material zwischendurch nass wird - bis Fort William war das immer wieder der Fall. Wo das Wasser nun tatsächlich herkam, konnte ich bis zum Schluss nicht zweifelsfrei ergünden. Außerdem habe ich die extra-Veranda sehr zu schätzen gelernt, mein Zelt hat nur eine Mini-Apsis. War aber im Ganzen natürlich schon Overkill, bin jetzt am Überlegen, wie die nächste Outdoor-Behausung beschaffen sein sollte. Das Tarp werde ich aber weiternutzen, wenn die Verhältnisse es erlauben.

    Zitat Zitat von codenascher Beitrag anzeigen
    Eine Flasche Öl pro Tag?

    Da du den Ben Nevis und deine Eeiterwanderung Richtung Glen Nevis an einem Tag erfolgten, weshalb bist du nicht samt Pack hoch auf den Ben und von dort via CMD Arete runter in Richtung Glen Nevis? Sehr Lohnenswert!
    Nee, das Öl hat für drei Portionen Couscous gereicht

    Die CMD Arete-Route hatte ich auch im Auge - allerdings las ich auch über den deutlich höheren Schwierigkeitsgrad und wollte nichts riskieren, so ganz auf mich allein gestellt.

    Zitat Zitat von jiba Beitrag anzeigen
    Wahnsinn wie grün das alles sein kann! Im April war's zwar auch schön, aber noch ziemlich karg und braun.

    Du legst da ja ein ganz schönes Tempo vor. Respekt! Darf ich mal fragen, wieviel Du trainiert hast?
    Seit Beginn des Jahres bin ich immer mal wieder losmarschiert, die Schuhe hatten mindestens schon 200km runter, als ich in Schottland ankam. Dazu kommt eine Drei-Tage-Wanderung mit meinen Hanwag-Stiefeln, die ich daraufhin aussortiert habe - meine Füße sind, äh, speziell. Eigentlich war es gar nicht mein Ziel, möglichst schnell zu sein, hat sich dann aber so ergeben.
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  14. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #14
    das sind teilweise wirklich stimmungsvolle Fotos, wobei ich manchmal ins gedankliche Straucheln komme, wenn du zB deine jeweiligen Rationen erklärst bzw fotografierst, auf sowas käme ich im Leben nie. ok, ich bin auch nicht so der planvolle Typ, der oder besser die alle Eventualitäten überdenkt. Bin gespannt, wie es weiter geht.
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  15. Fuchs
    Avatar von Rainer Duesmann
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    AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #15
    Vielen Dank für deinen tollen Bericht und die vielen Fotos. Nur schade das man kein Gesicht mit der interessanten Person verbinden kann.

    LG
    Rainer

  16. Erfahren

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    AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #16
    Zitat Zitat von Sternenstaub Beitrag anzeigen
    ...wenn du zB deine jeweiligen Rationen erklärst bzw fotografierst, auf so was käme ich im Leben nie.
    Seine Verpflegung auf Mehrtagestouren tageweise zu portionieren macht m. E. Sinn, wenn unterwegs keine oder nur wenige Möglichkeiten hat, seine Vorräte wieder aufzufüllen. So behält man jederzeit einen Überblick.

  17. Erfahren
    Avatar von Ljungdalen
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    AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #17
    Zitat Zitat von DasBushbaby Beitrag anzeigen
    Seine Verpflegung auf Mehrtagestouren tageweise zu portionieren macht m. E. Sinn, wenn unterwegs keine oder nur wenige Möglichkeiten hat, seine Vorräte wieder aufzufüllen. So behält man jederzeit einen Überblick.
    Mir isses in der gezeigten Form ja ein bisschen zu viel Verpackung(smüll). Bequem, aber...

    Ich meine nicht gewichtsmäßig, sind ja nur Tüten.

    Aber die Tour gefällt mir, danke für den Bericht. Ich fahre da im September auch hin (Cairngorms und vielleicht, separat, Ben Nevis & Umgebung).

  18. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #18
    Zitat Zitat von DasBushbaby Beitrag anzeigen
    Seine Verpflegung auf Mehrtagestouren tageweise zu portionieren macht m. E. Sinn, wenn unterwegs keine oder nur wenige Möglichkeiten hat, seine Vorräte wieder aufzufüllen. So behält man jederzeit einen Überblick.
    mit Sicherheit ist das sinnvoll, wollte auch nichts anderes unterstellen. Es fiel mir halt nur der Unterschied zu mir selber auf, ich habe zwar immer irgendwelche Tütchen mit von einem Freund selbst getrockneten Mahlzeiten dabei, die ich aber zu großen Teilen wieder mit nach hause bringe. aber ist eigentlich von mir OT gewesen, sry.
    freue mich, wenn es weiter geht.
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  19. Erfahren

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    AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #19
    Zitat Zitat von DasBushbaby Beitrag anzeigen
    Seine Verpflegung auf Mehrtagestouren tageweise zu portionieren macht m. E. Sinn, wenn unterwegs keine oder nur wenige Möglichkeiten hat, seine Vorräte wieder aufzufüllen. So behält man jederzeit einen Überblick.
    OT: Ist allerdings ein extremer Verpackungswahnsinn...

  20. AW: [Sco] Schottland zum Hochleveln - WHW und Cairngorms, 480km

    #20
    Ich oute mich als noch jemand, der auf mehrtägigen Touren das Futter in Tagesportionen zusammenpackt. Vorteil: Ich fühle mich gezwungen, die Portion zu essen, auch wenn ich abends meine, keinen Hunger zu haben. Die Ziplock-Beutel verwende ich danach als Müllbeutel.

    Ich bin auch gespannt, wie es weitergeht. Glen Nevis - da bin ich schon seit Jahren nicht mehr durchgesumpft. Und der Weg zum Bealach Dubh interessiert mich auch; dort war ich zum letzten Mal, bevor das Corrour Estate wegen Hydro Schemes die Wege, ähm, sagen wir mal, neu gemacht hat.
    Ich überlege gerade, ob ich ein paar Urlaubstage und Überstunden übrig habe, um im November nochmal loszuziehen. Rucksack und Zelt brauchen dringend wieder frische Schottland-Luft!

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