25. Tag: Gailingen am Hochrhein - Rheinau
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Donnerstag, 25. Juli 2019
Strecke: 26 Km
Höhenmeter: ↑ 250 m, ↓ 350 m
Gehzeit: 7 h

Gesamtstrecke: 558 Km
Gesamthöhenmeter: ↑ 24.475 m, ↓ 24.250 m
Gesamtgehzeit: 171 h 30

Man, war das heute Nacht heiß! Das nächste Mal bei diesem Wetter vielleicht doch ein Zimmer mit Klimaanlage? (Ich merke schon, ich entferne mich immer mehr vom Outdoordasein ) Der Blick aus dem Fenster zeugt von einem Tag, der sicher nicht viel Kühler wird als gestern: keine gute Fernsicht, keine Wolke am Himmel und schon wieder – oder immernoch? – recht warm.
Das Frühstück hält mich nicht lange auf. Je früher ich loskomme desto kühler ist es noch. Der Weg hinunter an den Rhein ist jetzt nicht so wirklich prickelnd. Am Rhein werde ich dann mit hoch moderner Architektur begrüßt: Einer Brücke aus Holz und einem Brunnen aus Stein. Heutzutage findet man das meist andersrum vor.


Am Rhein bei Diessenhofen

Und damit ich mich schon mal auf den Tag einstellen kann geht es auf der Südseite des Rheins gen Westen. Damit ich auch am frühen Morgen schon die Sonne abkriege.


Landesgrenze Rhein: Links Schweiz, rechts Deutschland

Das mit der Landesgrenze soll heute aber nicht ewig so bleiben. Mal sehen.
Am Wasser entlang nehme ich die Witterung des E5 wieder auf: ordentlich markiert geht es zwischen Wasser und dem Ehemaligen Kloster Sankt Katharinental dahin. Hier wäre ein Blick lohnend aber hier ist noch keiner und so ganz für Besucher freigegeben sieht das hier auch noch nicht aus. Sieht irgendwie nach Klinik aus. Ein paar Meter weiter noch einen erfrischenden Anblick: die Badi.


Der Nichtschwimmerrhein von Diessenhofen

Die Häuser auf der nördlichen Seite gehörten gerade mal eben kurz zu Schweiz. 300 Meter weiter liegt aber schon wieder Baden-Württemberg am Rhein. Der Weg dorthin ist mal richtig schick: durch den Wald führt ein sehr schöner Weg teilweise auf Holzbohlen dahin.


Der Weg Richtung Büsingen

Noch ist es nicht zu heiß und hier im Wald eh sehr angenehm. So komme ich zügig voran. Mit Büsingen liegt eine Enklave Deutschlands auf der anderen Rheinseite: Ganz von der Schweiz umschlossen fristet das Dorf ein recht einsames deutsches Landleben dahin.


Büsingen am Hochrhein

Richtig schön hier! Es wundert mich mal wieder, dass ich hier alleine unterwegs bin. Aber das kann sich im Laufe des Tages ja noch ändern. Der Eine oder Andere drückt sich hier aber schon herum.


Grenzgänger am Rhein bei Büsingen

Sehr abwechslungsreiche Gegend hier! Die Alpen sind zwar wieder etwas weiter weg aber das Land ist leicht gewellt und das bietet schöne Ausblicke.


E5-Wandern an der Deutsch-Schweizer Grenze

Kurz nach 10 Uhr komme ich im Paradies an. Also so gut wie zu mindestens. Am Kloster Paradies hat sich eine Wirtschaft angesiedelt. Die haben noch gar nicht offen. Die machen erst auf, wenn die Fähre fährt. Aber geputzt wird schon. So kriege ich schon mal was zu trinken. Bei der Gelegenheit kann ich dann auch darüber sinnieren, wie ich da jetzt nach drüben komme. 1,5 h Pause wollte ich hier jetzt nicht machen. Das Problem löst sich als mich ein Bootsbesitzer anspricht ob ich ihm helfen könne sein Boot zu Wasser zu lassen. Das mache ich natürlich und er erklärt sich gerne bereit mich nach drüben ans andere Ufer zu bringen.


Ankunft im Paradies

Zurück in Deutschland währt die Freude aber nicht lange. Keine 300 Meter wandere ich am Rhein entlang und bin schon wieder in der Schweiz. Alles sehr kleinräumig hier. Dank dem kleinen Ort Schengen in Luxemburg bleibe ich aber von lästigen Kontrollen verschont.
Die Bebauung von Schaffhausen geht hier bis an die Grenze. Der E5 wird aber nicht an oder gar auf der Strasse geführt sondern ganz lauschig wieder direkt am Wasser.


Der E5 am Rhein bei Schaffhausen

Es dauert auch nicht lange und ich erhasche einen ersten Blick auf die Festung Munot, eines der großen Wahrzeichen von Schaffhausen.


Schaffhausen ist an seinem Wahrzeichen gut zu erkennen

Das Wandern in die Innenstadt mit bewegter Geschichte geht dann auch ganz fix. In der Altstadt ist noch recht wenig los. Es ist ja auch gerade mal erst 11 Uhr. So schlage ich mich wieder zum Rhein hinunter durch und überquere ihn. Damit habe ich den Kanton Schaffhausen schon verlassen und bin im Kanton Zürich. Auch diese Kleinräumigkeit deutet auf die bewegte Geschichte der Region hin.


Schönes Schaffhausen

Am Ufer führt ein schöner Weg, erstaunlich grün für eine so große Stadt, auf der zweite große Wahrzeichen der Stadt zu: Den Rheinfall. Und wo sich dem Wanderweg ein Hindernis in den Weg stellt, da bohrt er eben einen Tunnel durch. Da fackelt der Schweizer nicht lange rum.


Tunnelwege durch die Stadt

Wie alt die Tunnel sind und zu welchem Zweck sie gebaut wurden kann ich allerdings nirgends ersehen.
Ein wenig kreuz und quer geht es durch Flurlingen hindurch. Ein improvisierter Biergarten lädt in einer Grünanlage zum Mittagstisch. Ich nehme die Einladung mal an.
Eigentlich wollte ich ja südlich des Rheins im Wald entlang wandern. Der Teil des Weges ist aber gerade wegen Bergrutsch gesperrt. Auch Einheimische raten ab. Also geht es auf behindertengerechtem Teerweg am Nordufer entlang. Das Wasser vom Rhein wird immer kabbeliger. Es geht auch auf den Rheinfall zu.


Schloss Laufen am Rheinfall

Und ab der Brücke wird es dann schlagartig voll. Nicht umsonst haben die hier am Rheinfall 2 S-Bahnhöfe: Irgendwie müssen die Massen Mensch ja hin- und wieder weggebracht werden. Ich muss hier aber irgendwie durch. Dahinter geht der Wanderweg weiter. Aber hier irgendwie durch zu kommen ohne für irgendwas Eintritt zu zahlen, gestaltet sich aufwendiger als gedacht. Vom Schloss oben hat man einen recht netten Blick auf das Gewühl da unten. Teilweise verursacht durch das tobende Wasser aber teilweise auch durch die Menschenmassen, die sich hier rumdrücken.


Wogende Massen am Rheinfall

Die Boote der Rheinrundfahrt fahren von unten möglichst nah an den Rheinfall heran und drehen dann ab und lassen sich durch die Kraft des Wassers treiben. Die Touristen sind begeistert.
Ich überlasse dieses Schauspiel denjenigen, die bereit sind dafür einen Haufen Geld zu bezahlen und bin erstaunlich schnell wieder auf einem recht ruhigen Waldwanderweg direkt am Fluss entlang.


Der E5 kurz hinter dem Rheinfall

Etwas verwunderlich sind allerdings die vielen Wanderer in Badekleidung. Aber dieses Rätsel löst sich später noch. Sie tauchen erst vereinzelt auf und dann schon fasst in Massen.


Viel Betrieb auf dem E5 bei Dachsen

Auch auf dem Rhein sind viele Badende unterwegs. Die meisten allerdings lassen sich nur treiben und sind damit schneller als ich. Der Rhein hat hier wieder ein ganz schönes Tempo drauf!
Am Infanteriebunker Dachsen Nord A 5467 ist dann richtig was los! Der alte Bunker steht so dicht am Wasser, dass er als Sprungturm genutzt wird. Aber wo kommen all diese Leute in Badesachen her? Die Lösung liegt um die nächste Ecke: Dort liegt die Badi Dachsen an einer Bachdelle.


Die Badi in Dachsen

Für diejenigen, die nicht im Rhein baden wollen wurden hier Schwimmbecken gebaut. Und der Wanderweg führt mitten durch. Ein Imbissstand macht einen guten Eindruck. Da kann ich gut nochmal kurz was nachlegen. Und der Erwerb einer Eintrittskarte ist ebenfalls möglich – aber wohl nicht verpflichtend. Was hier auch verkauft wird sind Tickets für die Touristenboote am Rheinfall. Die fahren bis hierher und mit Badekleidung bekommt man einen Sondertarif. Am Rheinfall steigen die Badenden dann einfach nicht an Land sondern ist Wasser aus dem Boot und lassen sich zur Badi zurücktreiben.
Nach dem Imbiss und einer Erfrischung im Rhein starte ich wieder und wandere am Rhein entlang nach Süden. Auf der anderen Rheinseite grüßt schon wiedermal Deutschland zu mir herüber. Und das wird auch der Grund sein, warum ich hier an einigen Bunkeranlagen vorbei komme.


Wandergenuss am E5 mit Bunkerblick

Mal näher am Wasser, mal weiter weg bleibt der E5 immer in Blickweite zum Rhein. Der Rhein mäandert hier ein wenig durch die Landschaft und der E5 folgt ihm auf dem Fuss - oder eher direkt am Ufer.


Der E5 zwischen Dachsen und Rheinau

Schön und abwechslungsreich zu gehen! Von oben komme ich an das Wehr bei Rheinau heran. Hier ist Baden verboten. Hier wird das Wasser für das Kraftwerk entnommen, das unter dem Ort hindurch zu dem Rhein auf der anderen Ortsseite hindurchgeführt wird. Unterhalb von dem Wehr kann man aber sehr angenehm pausieren.


Rheinau mit Kloster Rheinau und Bergkirche St. Nikolaus

Hier macht der Rhein eine Schleife um den kompletten Ort herum auf einer Insel liegt das Kloster Rheinau. Davor fließt der Rhein in den auslaufenden Kehren nicht so schnell wie oben am Rheinfall. Eine ideale Stelle um zu baden. Ich beschließe für heute hier im Ort zu bleiben und den Rest des Tages entsprechend zu vertrödeln. So lasse ich mich hier nochmal zu Wasser.


Eine Badestelle mit Blick auf das Koster Rheinau

Gut erfrischt begebe ich mich ins Kloster. Ich drehe eine Runde und lasse mich im Schatten der Bäume nieder.


Die Klosterkirche Rheinau

Hier am Wasser wird es zunehmend voller. Die Jugend kommt wohl aus der Schule oder dem Job zurück und treibt sich bei der Hitze an und auf dem Wasser herum.


Spaß am Rhein in Rheinau

Ich suche nach einer Unterkunft am Ort. Weiter unten am Rhein werde ich fündig. Bleibt die Frage offen: Gehe ich lieber oben durch den Ort oder bleibe ich am Rhein? Ich entscheide mich für ersteres. Und steige in den Ort hinauf.
Der Gasthof meiner Wahl liegt direkt an der alten Zollbrücke am Rhein. Nach dem Check-In begebe ich mich an die Liegewiese direkt vor dem Haus. Hier ist schon einiges los. Die Stelle ist aber ideal zum Baden!


Mein Gasthof direkt am Rhein

Ich schwimme auch mal eben nach Deutschland rüber. Die Grenze liegt hier wiedermal in der Mitte des Rheins. Aber da drüben ist deutlich mehr Strömung. So bleibe ich bei den Eidgenossen und chille noch ein wenig am Wasser in der Sonne. Die Schweizer haben schließlich auch gutes Bier!
So darf es gerne auch morgen weiter gehen: 3 Mal baden. Das braucht man, wenn man bei diesen Temperaturen wandert! Dann bis morgen also! Tschau ...