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  1. Fuchs
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #61
    Mitreisende: Wafer
    25. Tag: Gailingen am Hochrhein - Rheinau
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    Donnerstag, 25. Juli 2019
    Strecke: 26 Km
    Höhenmeter: ↑ 250 m, ↓ 350 m
    Gehzeit: 7 h

    Gesamtstrecke: 558 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 24.475 m, ↓ 24.250 m
    Gesamtgehzeit: 171 h 30

    Man, war das heute Nacht heiß! Das nächste Mal bei diesem Wetter vielleicht doch ein Zimmer mit Klimaanlage? (Ich merke schon, ich entferne mich immer mehr vom Outdoordasein ) Der Blick aus dem Fenster zeugt von einem Tag, der sicher nicht viel Kühler wird als gestern: keine gute Fernsicht, keine Wolke am Himmel und schon wieder – oder immernoch? – recht warm.
    Das Frühstück hält mich nicht lange auf. Je früher ich loskomme desto kühler ist es noch. Der Weg hinunter an den Rhein ist jetzt nicht so wirklich prickelnd. Am Rhein werde ich dann mit hoch moderner Architektur begrüßt: Einer Brücke aus Holz und einem Brunnen aus Stein. Heutzutage findet man das meist andersrum vor.


    Am Rhein bei Diessenhofen

    Und damit ich mich schon mal auf den Tag einstellen kann geht es auf der Südseite des Rheins gen Westen. Damit ich auch am frühen Morgen schon die Sonne abkriege.


    Landesgrenze Rhein: Links Schweiz, rechts Deutschland

    Das mit der Landesgrenze soll heute aber nicht ewig so bleiben. Mal sehen.
    Am Wasser entlang nehme ich die Witterung des E5 wieder auf: ordentlich markiert geht es zwischen Wasser und dem Ehemaligen Kloster Sankt Katharinental dahin. Hier wäre ein Blick lohnend aber hier ist noch keiner und so ganz für Besucher freigegeben sieht das hier auch noch nicht aus. Sieht irgendwie nach Klinik aus. Ein paar Meter weiter noch einen erfrischenden Anblick: die Badi.


    Der Nichtschwimmerrhein von Diessenhofen

    Die Häuser auf der nördlichen Seite gehörten gerade mal eben kurz zu Schweiz. 300 Meter weiter liegt aber schon wieder Baden-Württemberg am Rhein. Der Weg dorthin ist mal richtig schick: durch den Wald führt ein sehr schöner Weg teilweise auf Holzbohlen dahin.


    Der Weg Richtung Büsingen

    Noch ist es nicht zu heiß und hier im Wald eh sehr angenehm. So komme ich zügig voran. Mit Büsingen liegt eine Enklave Deutschlands auf der anderen Rheinseite: Ganz von der Schweiz umschlossen fristet das Dorf ein recht einsames deutsches Landleben dahin.


    Büsingen am Hochrhein

    Richtig schön hier! Es wundert mich mal wieder, dass ich hier alleine unterwegs bin. Aber das kann sich im Laufe des Tages ja noch ändern. Der Eine oder Andere drückt sich hier aber schon herum.


    Grenzgänger am Rhein bei Büsingen

    Sehr abwechslungsreiche Gegend hier! Die Alpen sind zwar wieder etwas weiter weg aber das Land ist leicht gewellt und das bietet schöne Ausblicke.


    E5-Wandern an der Deutsch-Schweizer Grenze

    Kurz nach 10 Uhr komme ich im Paradies an. Also so gut wie zu mindestens. Am Kloster Paradies hat sich eine Wirtschaft angesiedelt. Die haben noch gar nicht offen. Die machen erst auf, wenn die Fähre fährt. Aber geputzt wird schon. So kriege ich schon mal was zu trinken. Bei der Gelegenheit kann ich dann auch darüber sinnieren, wie ich da jetzt nach drüben komme. 1,5 h Pause wollte ich hier jetzt nicht machen. Das Problem löst sich als mich ein Bootsbesitzer anspricht ob ich ihm helfen könne sein Boot zu Wasser zu lassen. Das mache ich natürlich und er erklärt sich gerne bereit mich nach drüben ans andere Ufer zu bringen.


    Ankunft im Paradies

    Zurück in Deutschland währt die Freude aber nicht lange. Keine 300 Meter wandere ich am Rhein entlang und bin schon wieder in der Schweiz. Alles sehr kleinräumig hier. Dank dem kleinen Ort Schengen in Luxemburg bleibe ich aber von lästigen Kontrollen verschont.
    Die Bebauung von Schaffhausen geht hier bis an die Grenze. Der E5 wird aber nicht an oder gar auf der Strasse geführt sondern ganz lauschig wieder direkt am Wasser.


    Der E5 am Rhein bei Schaffhausen

    Es dauert auch nicht lange und ich erhasche einen ersten Blick auf die Festung Munot, eines der großen Wahrzeichen von Schaffhausen.


    Schaffhausen ist an seinem Wahrzeichen gut zu erkennen

    Das Wandern in die Innenstadt mit bewegter Geschichte geht dann auch ganz fix. In der Altstadt ist noch recht wenig los. Es ist ja auch gerade mal erst 11 Uhr. So schlage ich mich wieder zum Rhein hinunter durch und überquere ihn. Damit habe ich den Kanton Schaffhausen schon verlassen und bin im Kanton Zürich. Auch diese Kleinräumigkeit deutet auf die bewegte Geschichte der Region hin.


    Schönes Schaffhausen

    Am Ufer führt ein schöner Weg, erstaunlich grün für eine so große Stadt, auf der zweite große Wahrzeichen der Stadt zu: Den Rheinfall. Und wo sich dem Wanderweg ein Hindernis in den Weg stellt, da bohrt er eben einen Tunnel durch. Da fackelt der Schweizer nicht lange rum.


    Tunnelwege durch die Stadt

    Wie alt die Tunnel sind und zu welchem Zweck sie gebaut wurden kann ich allerdings nirgends ersehen.
    Ein wenig kreuz und quer geht es durch Flurlingen hindurch. Ein improvisierter Biergarten lädt in einer Grünanlage zum Mittagstisch. Ich nehme die Einladung mal an.
    Eigentlich wollte ich ja südlich des Rheins im Wald entlang wandern. Der Teil des Weges ist aber gerade wegen Bergrutsch gesperrt. Auch Einheimische raten ab. Also geht es auf behindertengerechtem Teerweg am Nordufer entlang. Das Wasser vom Rhein wird immer kabbeliger. Es geht auch auf den Rheinfall zu.


    Schloss Laufen am Rheinfall

    Und ab der Brücke wird es dann schlagartig voll. Nicht umsonst haben die hier am Rheinfall 2 S-Bahnhöfe: Irgendwie müssen die Massen Mensch ja hin- und wieder weggebracht werden. Ich muss hier aber irgendwie durch. Dahinter geht der Wanderweg weiter. Aber hier irgendwie durch zu kommen ohne für irgendwas Eintritt zu zahlen, gestaltet sich aufwendiger als gedacht. Vom Schloss oben hat man einen recht netten Blick auf das Gewühl da unten. Teilweise verursacht durch das tobende Wasser aber teilweise auch durch die Menschenmassen, die sich hier rumdrücken.


    Wogende Massen am Rheinfall

    Die Boote der Rheinrundfahrt fahren von unten möglichst nah an den Rheinfall heran und drehen dann ab und lassen sich durch die Kraft des Wassers treiben. Die Touristen sind begeistert.
    Ich überlasse dieses Schauspiel denjenigen, die bereit sind dafür einen Haufen Geld zu bezahlen und bin erstaunlich schnell wieder auf einem recht ruhigen Waldwanderweg direkt am Fluss entlang.


    Der E5 kurz hinter dem Rheinfall

    Etwas verwunderlich sind allerdings die vielen Wanderer in Badekleidung. Aber dieses Rätsel löst sich später noch. Sie tauchen erst vereinzelt auf und dann schon fasst in Massen.


    Viel Betrieb auf dem E5 bei Dachsen

    Auch auf dem Rhein sind viele Badende unterwegs. Die meisten allerdings lassen sich nur treiben und sind damit schneller als ich. Der Rhein hat hier wieder ein ganz schönes Tempo drauf!
    Am Infanteriebunker Dachsen Nord A 5467 ist dann richtig was los! Der alte Bunker steht so dicht am Wasser, dass er als Sprungturm genutzt wird. Aber wo kommen all diese Leute in Badesachen her? Die Lösung liegt um die nächste Ecke: Dort liegt die Badi Dachsen an einer Bachdelle.


    Die Badi in Dachsen

    Für diejenigen, die nicht im Rhein baden wollen wurden hier Schwimmbecken gebaut. Und der Wanderweg führt mitten durch. Ein Imbissstand macht einen guten Eindruck. Da kann ich gut nochmal kurz was nachlegen. Und der Erwerb einer Eintrittskarte ist ebenfalls möglich – aber wohl nicht verpflichtend. Was hier auch verkauft wird sind Tickets für die Touristenboote am Rheinfall. Die fahren bis hierher und mit Badekleidung bekommt man einen Sondertarif. Am Rheinfall steigen die Badenden dann einfach nicht an Land sondern ist Wasser aus dem Boot und lassen sich zur Badi zurücktreiben.
    Nach dem Imbiss und einer Erfrischung im Rhein starte ich wieder und wandere am Rhein entlang nach Süden. Auf der anderen Rheinseite grüßt schon wiedermal Deutschland zu mir herüber. Und das wird auch der Grund sein, warum ich hier an einigen Bunkeranlagen vorbei komme.


    Wandergenuss am E5 mit Bunkerblick

    Mal näher am Wasser, mal weiter weg bleibt der E5 immer in Blickweite zum Rhein. Der Rhein mäandert hier ein wenig durch die Landschaft und der E5 folgt ihm auf dem Fuss - oder eher direkt am Ufer.


    Der E5 zwischen Dachsen und Rheinau

    Schön und abwechslungsreich zu gehen! Von oben komme ich an das Wehr bei Rheinau heran. Hier ist Baden verboten. Hier wird das Wasser für das Kraftwerk entnommen, das unter dem Ort hindurch zu dem Rhein auf der anderen Ortsseite hindurchgeführt wird. Unterhalb von dem Wehr kann man aber sehr angenehm pausieren.


    Rheinau mit Kloster Rheinau und Bergkirche St. Nikolaus

    Hier macht der Rhein eine Schleife um den kompletten Ort herum auf einer Insel liegt das Kloster Rheinau. Davor fließt der Rhein in den auslaufenden Kehren nicht so schnell wie oben am Rheinfall. Eine ideale Stelle um zu baden. Ich beschließe für heute hier im Ort zu bleiben und den Rest des Tages entsprechend zu vertrödeln. So lasse ich mich hier nochmal zu Wasser.


    Eine Badestelle mit Blick auf das Koster Rheinau

    Gut erfrischt begebe ich mich ins Kloster. Ich drehe eine Runde und lasse mich im Schatten der Bäume nieder.


    Die Klosterkirche Rheinau

    Hier am Wasser wird es zunehmend voller. Die Jugend kommt wohl aus der Schule oder dem Job zurück und treibt sich bei der Hitze an und auf dem Wasser herum.


    Spaß am Rhein in Rheinau

    Ich suche nach einer Unterkunft am Ort. Weiter unten am Rhein werde ich fündig. Bleibt die Frage offen: Gehe ich lieber oben durch den Ort oder bleibe ich am Rhein? Ich entscheide mich für ersteres. Und steige in den Ort hinauf.
    Der Gasthof meiner Wahl liegt direkt an der alten Zollbrücke am Rhein. Nach dem Check-In begebe ich mich an die Liegewiese direkt vor dem Haus. Hier ist schon einiges los. Die Stelle ist aber ideal zum Baden!


    Mein Gasthof direkt am Rhein

    Ich schwimme auch mal eben nach Deutschland rüber. Die Grenze liegt hier wiedermal in der Mitte des Rheins. Aber da drüben ist deutlich mehr Strömung. So bleibe ich bei den Eidgenossen und chille noch ein wenig am Wasser in der Sonne. Die Schweizer haben schließlich auch gutes Bier!
    So darf es gerne auch morgen weiter gehen: 3 Mal baden. Das braucht man, wenn man bei diesen Temperaturen wandert! Dann bis morgen also! Tschau ...

  2. AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #62
    Oh, wie schön! Ein Stück Rhein, dass ich kenne. Die Boote am Rheinfall hab ich schon mehrmals benutzt, aber auch ein Stück E5 und das ohne es zu wissen. Es gibt da so einen Rundwanderweg, den wir mal gemacht haben. Damals war es fast ähnlich heiß wie bei dir. Du hast da dieses Jahr aber auch wirklich die heißeste Woche erwischt!

    LG,
    Babs

  3. Fuchs
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #63
    26. Tag: Rheinau nach Eglisau
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    Freitag, 26. Juli 2019
    Strecke: 19 Km
    Höhenmeter: ↑ 275 m, ↓ 250 m
    Gehzeit: 5 h

    Gesamtstrecke: 577 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 24.750 m, ↓ 24.500 m
    Gesamtgehzeit: 176 h 30

    Und wieder weckt mich der Morgen mit Sonnenschein auf dem Bett. Das lobe ich mir! Da steht man doch gerne auf! – Naja, also gut: Zumindest steht man fast gerne auf! Das Frühstück ist gut und ich komme recht früh weg. Auch heute soll es wieder gehörig warm werden. Was hatte ich am Anfang der Tour nur für Probleme mit kühleren Temperaturen?
    An der Strasse geht es zunächst hinauf ins Dorf. Die Schweizer sind recht fantasiereich wenn es um die Gartengestaltung geht!


    Kunstvoller Abflug in einem Garten in Rheinau

    Oben in Dorf angekommen führt mich der E5 am Ortsrand entlang. Unten im Tal fließt der Rhein so ruhig dahin, also könnte er kein Wässerchen trüben.


    Ruhig zieht heute der Rhein dahin

    Gar so weit muss man aber gar nicht schauen. Die Gärten hier in der Gegend sind wirklich gut gepflegt. Da blüht einiges und bietet einen schönen Anblick.


    Auch in der Nähe gibt es reichlich zu sehen

    Ein paar Meter weiter, ungefähr bei den Wasserleitungen des Kraftwerks, geht es wieder zum Rhein hinunter. So wirklich prickelnd ist es da aber nicht. Der Rhein wird sehr unruhig und die Weg entlang des Wassers ist eher langweilig und hart. Das ändert sich zum Glück wieder als ich den Bereich des Dorfes verlasse. Da geht es wieder auf natürlichen Wegen auf und ab.


    Der Rhein ist hinter Rheinau zum Schwimmen eher weniger geeignet

    Das direkte Ufer ist teilweise etwas Felsig und der Weg wird oberhalb geführt. Auf schönen Wanderwegen geht es auf Elikon zu.


    Elikon kommt in Sicht

    So groß ist dieser Flecken aber nicht. In einem Bereich, den ich für den Hafen halte liegen nur ein paar Kähne.


    Nur wenige Boote liegen in Elikon

    Ein Zelt zeugt davon, dass hier demnächst ein Fest steigen soll. Wiedermal bin ich wohl zu früh. Elikon selber ist recht klein. Es gibt ein Restaurant und ein paar Häuser. Alles ist hier noch verschlafen und geschlossen. Die Hochwasserverbauungen zeugen davon, dass es hier wohl manchmal recht feucht zugeht.
    Auf den Wiesen hinter dem Ort toben einige Hunde. Das Herumtoben der Hunde findet aber sehr gesittet statt!


    So friedliche sollten Hunde immer miteinander spielen

    Die Hochwasserschutzbauten ziehen sich vom Rhein zurück und es wird eher feucht. Damit nehmen aber auch die Mücken zu. Man merkt meist wenig davon, bis es kurz pickt und dann juckt. Das Mündungsgebiet der Thur ist eines der größten Feuchtbiotope der Schweiz. Das lese ich leider jetzt erst – das ist eindeutig zu spät! Aber mein etwas ungeplantes Wandervorgehen beschert mir dann eben manchmal solche Überraschungen. Da muss ich jetzt eben durch. Auf meist recht schönen Wegen geht es mal näher und mal etwas weiter weg vom Rhein durch die Wälder.


    Auf Waldwegen führt der E5 ins Mündungsgebiet der Thur

    Da es nicht sehr viele Brücken und Strassen hier gibt muss ich ein paar Meter am der Thur hinauf um auf der nächsten Brücke diese zu überqueren.


    Die Thur

    Die Vegetation der Wiesen zeugt hier schon von der recht hohen Feuchte der Boden.


    Buchberg kommt erstmals in Sicht

    Eine angeschriebene Aussichtsplattform ist leider nicht begehbar. Im Wald ist es teilweise recht sumpfig. Wie ist das hier erst, wenn es die letzten Tage mal geregnet hat? So wie der Weg angelegt ist, könnte das manchmal schon recht matschig werden.


    Tolle Waldwege im Thurdelta – wenn es trocken genug ist!

    Der E5 führt mich zurück an den Rhein und an ihm entlang. Es folgen einige badefähige Stellen, die auch zunehmend besucht sind. Wo die Badegäste herkommen wir auch klar: Ich muss einen Campingplatz durchwandern. Und der ist recht gut besucht. Mit Pools und Rhein und Restaurants gehört er wohl zu den beliebteren. Ich werde mit meinem Rucksack angestarrt, als wäre ich ein Alien. Sehr viele Zelte sehe ich aber auch nicht. Das meiste sind Wohnmobile und Campinganhänger.
    Der Spuk ist aber recht schnell wieder vorbei. Über die Strassenbrücke geht es wieder auf die Nordseite des Rheins hinüber.


    Rüdlingen liegt auf der Nordseite des Rheins

    Mit dem nächsten Ort kommt aber auch die nächste Herausforderung in Sicht: Der Weg führt mich hinauf zu der Kirche von Buchberg. Und das bei ca. 35°C! Das muss ich langsam angehen. Vielleicht hätte ich auf dem Campingplatz doch nochmal die Flaschen nachfüllen sollen? Na, so schlimm wird es wohl nicht werden. Sind ja nur 200 Höhenmeter.
    Die haben es aber in sich! In der prallen Mittagssonne steige ich auf. Aber die Aussicht belohnt mich für die Mühen!


    Rüdlingen liegt unter mir

    Endlich kommt der Gipfel dieses Hügels näher.


    Die Kirche von Buchberg ist erreicht

    Leider ist hier alles verschlossen und die Wasserhähne sind abgedreht. So nehme ich mir nicht viel Zeit um die Aussicht zu genießen.


    Das Thur-Mündungsgebiet

    Die Temperaturen treiben mich bald weiter. Meine Flaschen sind leer und ich habe hier herauf ganz gut geschwitzt. Ein paar Meter weiter gibt es einen recht guten Mittagstisch im Schatten – mit gekühlten Getränken.
    Hier wird mir empfohlen nicht unbedingt der Markierung des E5 zu folgen sondern lieber im Wald an den Rhein zurück zu kehren und dort im Schatten nach Eglisau zu wandern. Das hört sich nach einem guten Plan an!
    Also nehme ich die nächsten Feldwege zurück zum Rhein.


    Es geht zurück an den Rhein

    Dort geht es wie angekündigt in den schattigen Wald. Gute Idee! Mehr ab als auf geht es durch den Wald tendenziell abwärts.


    Abstieg nach Eglisau

    An einzelnen Gehöften vorbei geht es immer näher an den Rhein heran. Aber damit wird auch der Wald wieder etwas lichter.


    Eglisau ist erreicht

    Wie als Zeichen komme ich zuerst an der Flussbadi Eglisau vorbei. Leider muss ich heute noch heimfahren. Aber die Zuganbindung von Eglisau ist gut und da fährt in einer Stunde sicher auch noch ein Zug! Also nehme ich mir die Zeit und wechsle die Wanderklamotten gegen die Badehose. Und ab ins Wasser.


    Ein Bad im Rhein in Eglisau

    Die Badi ist richtig gut besucht. An einem Freitagnachmittag nicht wirklich ungewöhnlich. Viel zu schnell vergeht die Zeit. Gerne würde ich hier noch ein paar Stunden chillen. Aber ich sollte heute Abend noch zuhause sein. Also steige ich aus dem Wasser und mache mich auf den Weg zum Bahnhof.


    Auf dem Weg zum Bahnhof von Eglisau

    Die Badi liegt nicht weit von der Kirche weg. Ich muss nur kurz über die Brücke und etwas den Hang rauf und schon stehe ich am Bahnhof. Hier besteht guter Zuganschluss nach Schaffhausen und damit auch Singen. Auf der Fahrt nach Schaffhausen komme ich nochmal am Rheinfall vorbei.


    Zurück am Rheinfall

    Mit 5 Mal Umsteigen und Schienenersatzverkehr von Singen bis Tuttlingen komme ich ‚nur‘ mit einer Stunde Verspätung zuhause an. Weit ist das von uns eigentlich nicht weg. So hoffe ich, dass ich bald mal wieder in dieser schönen Gegend unterwegs sein kann!

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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #64
    Und noch ein Wiedererkennen – in Rüdlingen unterhalb der Weinberge hatte ich auf der WAI-Tour mein Zelt zum Trocknen aufgebaut und war anschließend mit SwissFlint per Boot unterwegs Das wusste ich noch gar nicht, dass da der E5 durch führt.
    Geändert von lina (17.12.2019 um 23:31 Uhr)

  5. Fuchs
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #65
    Hallo Lina.

    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Das wusste ich noch gar nicht, dass da der E5 durch führt.
    Genau das fasziniert mich auch ein Stück weit am E5: Fast jeder hat ein Bild vom E5 vor Augen und die Realität sieht eigentlich ganz anders aus! Durch die überregionale Bekanntheit des - relative kurzen - Teils von Oberstdorf bis Meran/Bozen ist das Bild recht einseitig aber der Weg selber bietet sehr viel Abwechslung und unterschiedliche Teilstrecken und Regionen. Für mich neben den Vorteilen des Wegs selber auch ein Grund diesen Weg zu gehen und kennen zu lernen. Aber wem sage ich das? Einer 'alten' E1-Fachfrau muss man das ja nicht erzählen!

    Gruß Wafer

  6. Fuchs
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #66
    Epilog 3. Etappe
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    Diese Etappe würde ich in 3 Bereiche einteilen:
    • Die eher alpine Region im Bregenzer Wald
    • Die Wanderung am See
    • Die Etappe entlang des Rheins
    Alle drei Teiletappen hatten ihren Reiz. Ich mag die Berge sehr gerne. Die im Bereich des Bregenzer Waldes sind sehr grün und fordern wenig alpine Erfahrungen. Der Bereich war abwechslungsreich und hat mich sehr angesprochen. Mit dem Brüggelekopf als höchstem Punkt waren die Höhenanforderungen eher überschaubar. Trotzdem war der Etappenteil sehr schön und abwechslungsreich.
    Der Teil am Bodensee entlang hat mir von den drei Teilen am wenigsten gefallen. Der Untergrund war nach meinem Geschmack zu teerlastig und die Abwechslung hat gefehlt. Es gab ein paar Highlights aber das war es dann auch.
    Der Teil ab Stein am Rhein hat mir dann wieder sehr gut gefallen. Der Weg war in der Regel sehr naturnah, dicht am Rhein geführt aber trotzdem abwechslungsreich.
    Unterwegs war ich diesmal mit der Kompasskarte „Bregenzerwald Westallgäu“ – Kartenummer 2 - im Maßstab 1:50.000 (ISBN 978-3-8549-1003-9) und der Topografischen Wanderkarte „Lindau – Oberstaufen und Umgebung“ (ISBN: 3-86038-504-6) im Maßstab von 1:50.000 vom Bayerischen Landesvermessungsamt sowie natürlich wieder mit der Kompasskarte „Europäischer Fernwanderweg E5“ Teil Nord – Kartennummer 120 – im Maßstab 1:50.000 (ISBN: 978-3-85491-412-9). Die Karten hörten aber spätestens im Bereich Konstanz auf. Ab dort war ich rein elektronisch mit Locus und Onlinekarten unterwegs. Das war anfangs für mich eine Umstellung aber ging dann ganz gut. Die Schweiz hat ein sehr gut bezeichnetes und durchdachtes Wanderwegenetz.
    Der E5 ist in der Schweiz sehr selten als eigener Weg markiert. Hier muss man wissen auf welche Wege man achten muss. In der Schweiz bin ich zunächst dem Rheintaler Höhenweg 86 von Rheineck nach Rorschach gefolgt. Bis Romanshorn gab es dann zwar durchgängig Markierungen am See entlang aber nicht durch einen einzelnen Weg. Ab Romanshorn ging es dann auf dem 919 Bodensee-Uferweg bis Kreuzlingen entlang. Ab der Grenze hinter Konstanz ging es entlang der Markierung der ViaRhenana, die von Kreuzlingen nach Basel führt. Hier muss man der Nummer 60 folgen, mit der der Weg markiert ist. Die Internet-Seite www.Wanderland.ch ist für die Schweiz eine gute Informationsquelle zur Routenplanung.
    Generell habe ich bisher recht wenig Information zum E5 jenseits von Konstanz gefunden. Weder in schriftlicher Form wie Büchern, Wanderführern oder Karten noch in digitaler Form. Der E5 endet (oder beginnt) in den meisten Fällen bei der Dokumentation in Konstanz. Das finde ich sehr schade. Die Wikis von Wikipedia oder Outdoorseiten.net sind sich einig, dass es in Summe ca. 3.200 lohnende Kilometer sind, von denen der Teil von Konstanz nach Verona mit knappen 500 Km ein eher kleinerer Teil der Gesamtstrecke sind. Sehr viele kennen nur den Teil von Oberstdorf ins Schnallstal (Meran) (ca. 150 Km) oder bis Bozen (ca. 170 Km) von denen meist etliche Km noch mit einem Bus (Bregenz – Hitisau, Wenns – Mittelberg sowie vom Schnallstal nach Meran) zurückgelegt werden. Schade eigentlich! Denn der Weg ist weder überlaufen noch hässlich.

  7. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #67
    4. Etappe: Von Eglisau nach Rekingen
    Wir haben noch ein paar Tage Zeit aber nicht genug um unser Loch im Hochgebirge zu stopfen. Also planen wir auf dem E5 weiter zu gehen. Die Richtung ist klar: Von Eglisau weiter nach Westen. Und wir wollen bis in die Vogesen hinein kommen. So der Plan ...
    Wir packen also mal wieder unsere 7 Sachen, stellen das Auto an einem Dienstag in Singen an den Bahnhof und fahren am Nachmittag gemütlich mit der Bahn nach Eglisau zurück.
    Das Finden einer Übernachtungsmöglichkeit stellt sich als erstaunlich schwierig heraus. Am Ende wird es ein kleines Hotel mit Frühstück, das uns mit einer automatischen Rezeption erwartet: Ein Automat, der draußen vor der Tür hängt. Der Check-In funktioniert aber gut und wir bekommen eine Zimmerkarte.

    27. Tag: Von Eglisau nach Rekingen
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    Mittwoch, 4. September 2019
    Strecke: 19 Km
    Höhenmeter: ↑ 200 m, ↓ 250 m
    Gehzeit: 5 h 30

    Gesamtstrecke: 596 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 24.950 m, ↓ 24.750 m
    Gesamtgehzeit: 182 h

    Der Tag beginnt mit Nebel und Frühstück. Als wir das Haus verlassen ziehen noch ein paar Nebelschwaden vorbei. Durch die Straßen von Eglisau gehen wir durch die etwas neueren Siedlungen nach Westen. Nach wenigen Metern wird es schon wieder grün. Oben am Wald geht es entlang.


    Das Eisenbahnviadukt von Eglisau

    Wir unterschreiten die Bahnlinie und wandern über Feldwege weiter. Der Rhein liegt nicht weit von uns weg – ein paar Meter rechts unter uns – und seine Feuchtigkeit zieht hier noch um die Bäume.


    Die Rheinauen hinter Eglisau

    Aber auch über dem Wasser liegen noch ein paar Nebelschwaden. Die Sicht ist aber zwischenzeitlich schon recht gut. Es verspricht ein guter Tag zu werden.


    Die Nebel von Eglisau

    Der E5 wird meist direkt am Ufer geführt. Auf der anderen Rheinseite liegt jetzt schon wieder Deutschland. Viel ist hier heute Morgen noch nicht los. Weder auf dem Wanderweg noch auf dem Wasserweg.


    Der E5 am Rhein bei Zweidlen

    Überhaupt hat die Zahl der Wanderer hier auf diesem Teil des E5 extrem nachgelassen. Dafür ist die Wegqualität deutlich besser geworden. Hier hat die Teerlastigkeit deutlich nachgelassen.


    Schöne Wanderwege am Rhein

    Im Zick-Zack geht es um ein Wasserkraftwerk der Schweizer herum. Durch die Uferböschungen fällt es kaum auf, dass wenige Meter südlich von uns eine Bahnlinie und meist auch eine Straße geführt wird. Was verkehrstechnisch deutlich mehr auffällt sind die Flugzeuge über uns, die sich alle im Anflug auf Zürich befinden. Die sind hier meist knapp auf der Grenze unterwegs und lassen über uns schon die Fahrwerke heraus. Weit kann Kloten also nicht mehr sein.


    Herdern am Rhein

    Abwechslungsreich geht es an der Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland weiter: Mal wird der Weg etwas weiter oben geführt, so dass man einen schönen Blick über den Rhein hat. Mal etwas weiter unten direkt am Wasser.


    Der E5 bei Hohentengen am Hochrhein

    Wir sind langsam recht warm und kommen gut voran.


    Es geht auf Kaiserstuhl zu

    Als wir an Rhein durch Kaiserstuhl kommen grüßt von der deutschen Seite eine Burg herüber.


    Burg Rotwasserstelz bei Hohentengen am Hochrhein

    Das scheint hier schon länger ein Grenzübergang zu sein. Man stand sich hier an der Grenze wohl nicht immer so wohlwollend gegenüber, wie es im Augenblick der Fall ist. Die Burg sieht recht wehrhaft aus. Und ein paar Meter weiter haben die Schweizer das noch effektiver gemacht!


    Schweizer Bunkeranlage mitten im Rhein

    Die Bunker hier entlang des Rheins verdichten sich wieder. Viel wurde hier auf Schweizer Seite nicht abgebaut. Manche sind aber nicht mehr ganz so gut in Schuss: Nicht überall weht noch eine Schweizer Flagge. Bei einigen hat die Natur schon ganz gut zu verdecken versucht, was der Mensch so hässlich hin gebaut hat.


    Die Natur holt sich ihr Territorium zurück

    Der Rhein schlängelt sich hier gemütlich durch die Landschaft. Und der E5 folgt seinem etwas kurvigen Verlauf. Die Bunker sind gerade wieder allgegenwärtig, dafür haben wir einen römischen Wachturm, der hier mal gestanden haben soll, gar nicht erst gefunden. Auf dem Dach eines der Bunker machen wir Pause. Wenn da kein Zaun stünde, könnte man von hier aus wieder direkt ins Wasser springen.


    Rauchzeichen über Leibstadt

    Der Ort Rümikon liegt nicht direkt am Rhein. Die Ortsumgehung wurde zwischen Ort und Rhein gequetscht. Der Wanderweg hat zwischen Straße und Rhein kaum noch Platz. Als sich die Straße etwas zurückzieht liegen ein paar Bootsschuppen direkt am Wasser. Die Wasserstraße, die durch den seichten Rhein hier ins tiefere Fahrwasser führt ist ähnlich markiert wie hier die Landstraßen.


    Ein Straße mitten im Rhein?

    Ein paar Meter weiter kriege ich einen heftigen Schlag in die Wade. So fühlt es sich zumindest an. Ich kann kaum noch laufen. Zuerst schaue ich, was mich da angesprungen hat, finde aber nichts. Da ich kaum voran komme schleppe ich mich zu der nächsten Bank und wir machen Pause.


    Pilze

    Nach einer halben Stunde ist es nicht wesentlich besser. Zum Glück gibt es nicht weit von hier eine Wirtschaft. Da verlegen wir nun die Pause hin und wollen dann entscheiden wie es weiter geht.
    Nach einer Stunde Mittagspause hat der akute Schmerz zwar nachgelassen aber an entspanntes Weiterwandern ist nicht zu denken. Wir beschließen erstmal weiter zu humpeln um zu schauen, ob sich das irgendwie einläuft.


    Beschaulich geht es am Rhein entlang

    Wir passen uns quasi dem Tempo der Enten an. So wird das nichts! So kommen wir nicht voran und richtig Spaß macht es auch nicht. So beschließen wir, diese Etappe hier schon enden zu lassen. Irgendwie sind wir kein sehr erfolgreiches Team!


    Leider sind die Bunker alle verschlossen

    Als wir in Mellikon gerade am Bahnhof ankommen sehen wir, wie der Zug, den wir nehmen wollten, ihn gerade verlässt. Damit wir hier nicht über eine Stunde auf dem Bahnhof sitzen müssen tiegern wir in unserem Ententempo weiter bis zum nächsten Haltepunkt in Rekingen.


    Pause am Rhein hinter Mellikon

    Hier staut sich der Rhein ein wenig, weil hier ein Kraftwerk, diesmal mehr auf deutscher Seite, liegt. Das Kraftwerk ist ebenso wenig eine Schönheit, wie das letzte.


    Das Kraftwerk bei Küssaberg-Reckingen

    Da meine Wade keine Anstalten macht besser zu werden steigen wir in Rekingen in den nächsten Zug und kommen mit einmal umsteigen in Waldshut-Tiengen recht zügig nach Singen zurück.

    Schade, dass diese Etappe so schnell zu Ende war. Eigentlich hatte ich geplant, dafür zu sorgen, dass das ‚FR‘ in der Überschrift seine Berechtigung bekommt. Jetzt wird das wohl auf ein andermal warten müssen.
    Nachträglich hat sich herausgestellt, dass es irgendetwas muskuläres sein muss. Ich hätte neue Socken an und die erscheinen mir etwas zu eng. Vielleicht ist des Rätsels Lösung wirklich so banal. Manchmal haben eben kleine Ursachen großen Auswirkungen.

  8. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #68
    Hallo Wafer,
    jetzt habe ich mir mal Zeit genommen und deinen Bericht weiter gelesen. Durch ein Projekt komme ich fast nicht mehr zum Reiseberichte lesen.
    Wieder mal eine schöne und interessante Gegend die du uns zeigst. Diese kenne ich nur von Kurzbesuchen, wie den Rheinfall und Konstanz.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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