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  1. Erfahren
    Avatar von Borgman
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    AW: [IS] Áfram og áfram - immer der Nase nach am Langjökull

    #41
    Mitreisende: Borgman
    Zitat Zitat von Sylvie Beitrag anzeigen
    Hah, das kenn ich, das mit dem Traumgefühl. Und auch das beständige Singen.
    Das mit dem Singen habe ich eigentlich falsch beschrieben, ich singe nicht nur, wenn ich gute Laune habe, sondern ganz oft auch ganz unbewusst, damit ich gute Laune bekomme, wenn ich ein bisschen angespannt oder müde bin. Wenn ich richtig mies drauf bin, singe ich nicht.

    Aber dann denke ich wieder: Herrgott, Du bist ganz allein. Was denkst Du den lieben langen Tag? Welche Gedanken werden bei Dir hochgespült in dieser kargen Sterneneinsamkeit?
    Ja, das wär's mal: Ein Reisebericht in Form eines Stream of Consciousness. Wenn ich irgendwann so gut schreiben kann wie Schnitzler oder Joyce, dann mache ich das

    Aber ernsthaft, Du hast da zwei völlig unterschiedliche Fragen gestellt, wenn sie denn nicht nur rhetorisch gemeint waren. Ich kann sie nur allgemein beantworten.
    Bewusst nachdenken kann ich nirgendwo besser als beim Alleinwandern, so wie sich nie bessere und fruchtbarere Gespräche entwickeln als beim Zu-Zweit-Wandern. Da finden sich oft kreative Lösungen für Probleme aller Art.
    Und was die Gedanken angeht, die aus dem Unbewussten hochgespült werden: Wenn man eine oder zwei oder mehr Wochen ganz alleine ist, muss man bereit sein, sich seinen Dämonen zu stellen. Am besten man kennt sie schon vorher.

    Zitat Zitat von Antracis Beitrag anzeigen
    Danke Dir für für diesen sehr stimmungsvollen Bericht.

    Beeindruckende Fotos und er macht Hoffnung, in Island nicht immer nur Touristenchaos vorzufinden. Ich muss zugeben, wir haben Island bereits vor mehreren Jahren aufgrund diverser Reiseberichte aus der Liste gestrichen. Eine Route für Hornstrandir war schon ausgearbeitet, aber dann haben mich die Zustände abgeschreckt. Ich war wohl auch etwas genervt, weil mich diverse Leuten angesprochen habe, wann ich denn endlich mal als "Trekker" da hin fahre.
    Ja, ein Trekker ist für mich auch immer noch eine landwirtschaftliche Zugmaschine , das Wort wirst Du bei mir nicht finden.

    Freut mich jedenfalls, dass Dir der Bericht gefällt.

    Aber abseits der üblichen Wege scheint es ja durchaus noch lohnend. Naja, es gibt so viele Pläne und Ziele.
    Es ist wie überall, die Masse der (Wander-)Touristen tummelt sich an wenigen Orten und auf noch weniger Wanderrouten. Lasst Euch davon nicht abschrecken. Island ist schon einzigartig, aber man kann vermutlich auch überleben, ohne jemals dagewesen zu sein...

    Zwei Fragen: Hast Du Dich bei der Gletscherinfo verschrieben und meintest "keine" Spalten oder meint grün tatsächlich "nur kleine Spalten" ?
    "Kleine Spalten" war schon richtig, hier der Link:
    https://safetravel.is/crevasse-maps
    und die Karte vom Langjökull als pdf:
    https://safetravel.is/wp-content/upl...l-ens-2017.pdf

    Das Mittagessen sind Vollkornbutterkekse und Butter/Käse ?
    Kornmo-Kekse, die gibt es in Norwegen unter dem selben Namen. Sind nur ganz leicht süßlich, ich komm damit klar.
    Butter nicht, aber Käse gehört immer dazu, außer wenn mal eine ganz warme Zeit vorhergesagt ist. Dieser ist isländischer Gullostur (eine Art Gouda).

    Ansonsten finde ich auch den Rhythmus mit den vielen Pausen sehr sympathisch. Wir haben es ja in diesem Urlaub auch überwiegend ruhig angehen lassen. Wobei wir, wenn wir wirklich früh loswollen meist dann aufstehen, wenn Du schon unterwegs bist. Ich bin sonst auch Frühaufsteher, auf Tour kommt das irgendwie selten vor - und ich passe mich da meiner Frau an.
    Hat sich im Lauf der Jahre von selber so entwickelt. Wenn man früh aufbricht, kann man lange Pausen machen und trotzdem was schaffen. Meine Frau wandert ja leider nicht mehr so oft mit, aber wenn doch, dann passe ich mich auch an. Im Urlaub muss man sich nun wirklich keinen Wecker stellen oder seine Frau quälen.

  2. Erfahren

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    AW: [IS] Áfram og áfram - immer der Nase nach am Langjökull

    #42
    Zitat Zitat von Borgman Beitrag anzeigen
    Das mit dem Singen habe ich eigentlich falsch beschrieben, ich singe nicht nur, wenn ich gute Laune habe, sondern ganz oft auch ganz unbewusst, damit ich gute Laune bekomme, wenn ich ein bisschen angespannt oder müde bin. Wenn ich richtig mies drauf bin, singe ich nicht.
    Ich habe es aber trotzdem richtig verstanden. Du singst auch, um Dich zu ermuntern. Wenn Dich was langweilt oder Du müde oder ängstlich bist. Ebenso wenn Du gute Laune hast. Nicht aber, wenn es Dir ganz schlecht geht. Geht mir haargenauso. Ich bin eine Frust- und Lust-Vertonerin. :-)

    Zitat Zitat von Borgman Beitrag anzeigen
    Aber ernsthaft, Du hast da zwei völlig unterschiedliche Fragen gestellt, wenn sie denn nicht nur rhetorisch gemeint waren. Ich kann sie nur allgemein beantworten.
    Bewusst nachdenken kann ich nirgendwo besser als beim Alleinwandern, so wie sich nie bessere und fruchtbarere Gespräche entwickeln als beim Zu-Zweit-Wandern. Da finden sich oft kreative Lösungen für Probleme aller Art.
    Und was die Gedanken angeht, die aus dem Unbewussten hochgespült werden: Wenn man eine oder zwei oder mehr Wochen ganz alleine ist, muss man bereit sein, sich seinen Dämonen zu stellen. Am besten man kennt sie schon vorher.
    Genauso waren die Fragen gemeint. Was denkst Du bewusst und was ist es, was hochkommt? Ich bewundere das Alleinwandern sehr. Gleichzeitig reizt es mich, das zu probieren. Neben der Angst, mich zu verlaufen, wäre dann auch die Angst da, mich innerlich zu verlaufen. Meinen Dämonen ganz ungefiltert in ihre schrecklichschönen Fratzen zu schauen und sie in ihrem Wesen, also mich in meinem Wesen, zu begreifen. Es ist ja nicht immer ganz toll, was man da erfährt. Aber genau darum geht es ja auch.

    Bin gespannt, wie es weitergeht.

  3. Erfahren

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    AW: [IS] Áfram og áfram - immer der Nase nach am Langjökull

    #43
    Zitat Zitat von Borgman Beitrag anzeigen
    Und was die Gedanken angeht, die aus dem Unbewussten hochgespült werden: Wenn man eine oder zwei oder mehr Wochen ganz alleine ist, muss man bereit sein, sich seinen Dämonen zu stellen. Am besten man kennt sie schon vorher.
    Hier gibt es womöglich individuelle Unterschiede. Ich hatte auch bei mehrwöchigen Solotouren nie etwas derartiges. Wenn schon mal "Dämonen" hochgekitzelt wurden, dann nicht durchs Alleinsein, sondern durch andere "liebe Mitmenschen".
    Und - wie Du sagst: Am besten man kennt sie schon vorher.

  4. Erfahren
    Avatar von Borgman
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    AW: [IS] Áfram og áfram - immer der Nase nach am Langjökull

    #44
    Zitat Zitat von Fjellfex Beitrag anzeigen
    Hier gibt es womöglich individuelle Unterschiede. Ich hatte auch bei mehrwöchigen Solotouren nie etwas derartiges. Wenn schon mal "Dämonen" hochgekitzelt wurden, dann nicht durchs Alleinsein, sondern durch andere "liebe Mitmenschen".
    Und - wie Du sagst: Am besten man kennt sie schon vorher.
    Vielleicht hast Du einfach keine, Du Glücklicher! Oder Du hast sie schon viel früher bekämpft und vernichtend geschlagen

  5. Erfahren
    Avatar von Borgman
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    AW: [IS] Áfram og áfram - immer der Nase nach am Langjökull

    #45
    02. Juli: Abwettern

    Der Tag beginnt sehr still, nur das allerfeinste Nieseln ist gerade so eben wahrnehmbar. Kein Vogel, kein Insekt, nicht mal ein Windhauch, der über das Zelt streicht. Ich lausche für eine Weile der Stille. Der tiefe Ton des Blutkreislaufs, dann darüber das hohe Fiepen des Nervensystems. Wenn es absolut still ist, hört man seine eigene Lebendigkeit.

    Die Nacht habe ich wunderbar geschlafen und bin jetzt in sehr gemütlicher Stimmung. Gegen sieben beginne ich mit dem Kaffeekochen und schalte das Telefon ein. Meine Frau besteht darauf, dass ich wenigstens das allereinfachste Mobiltelefon dabeihabe, für den Notfall, und damit ich mich gelegentlich bei ihr melden kann. Prepaid-Karte, nur sie kennt die Nummer, 400 Stunden Akkulaufzeit. Anfangs wollte ich das nicht, hatte das Gefühl, ein Stückchen von meiner Freiheit aufzugeben. Aber dann stellte ich fest, dass es in Norwegen hinter dem ersten Berg meist sowieso kein Netz mehr gibt und war beruhigt. Dann muss ich mich auch nicht jeden Tag melden.

    Da es nun schon dabei ist und man in Island mit extremen Wetterlagen rechnen muss, auf die man gerne vorbereitet wäre, hat meine Frau versprochen, alle zwei Tage eine Wettervorhersage per SMS zu schicken. Heute soll es also den ganzen Tag regnen, morgen bis zum Nachmittag trocken sein. Da kann ich doch gleich beschließen, den Tag abzuwettern. Die Sicht ist sowieso bescheiden, hier das einzige Foto des Tages:



    Nach dem Frühstück verkrieche ich mich wieder im Schlafsack und kann sogar noch mal richtig lange schlafen. Gegen 14:00 Uhr bin ich ausgeschlafen und unternehmungslustig, denke sogar kurzzeitig daran, noch ein Stück zu laufen. Aber das Wetter ist äußerst ungemütlich geworden, der kräftige Wind scheint die Regenwolken vor dem Gletscher regelrecht auszuquetschen wie einen gigantischen Schwamm. Wieder einmal denke ich, dass auf der Nordwestseite des Langjökull davon wohl nicht mehr viel ankommt. Immerhin arbeitet sich das Thermometer bis auf 10°C hoch.

    Weil ich sonst nichts zu tun haben, sortiere ich meine restlichen Nahrungsmittel und bin sehr zufrieden mit dem, was noch übrig ist. Für morgen sind ganz unten im Snackbeutel ein paar Extras versteckt, denn das ist mein Geburtstag. Lecker! Natürlich läuft mir das Wasser im Mund zusammen, es spritzt geradezu aus den Speicheldrüsen, aber ich kann mich beherrschen. Morgen.


    03. Juli: Jarlhettur - Eystri-Hagafellsjökull - Einifell

    Wie nach dem letzten Ruhetag, konnte ich auch in dieser Nacht nicht gut schlafen. Kurz vor fünf schäle ich mich aus dem Schlafsack, werfe meine drei Haferkekse ein und packe zusammen. Mit 2°C ist es recht kühl, Mütze und Handschuhe kommen in die Jackentaschen. Noch vor sechs ist das nasse Zelt am Rucksack festgeschnallt, jetzt geht es endlich weiter. Zwischen den Wolken schimmern schon blaue Flecken hindurch, die zumindest Hoffnung machen. Zuerst gehe ich zum See 638m, der seltsamerweise keinen Namen abbekommen hat, ebenso wie alle Berge um ihn herum.


    See 638m


    Blick nach Nordosten

    Der Eindruck der Bilder täuscht nicht, es ist wirklich kalt. Nordwestlich um den teilweise zugefrorenen See herum sieht es am einfachsten aus, ich lege einen Zahn zu, um mich warmzulaufen. Wo kein Schnee liegt, ist anfangs Geröll, später dann viel weicher Sand, aber etwas weiter weg vom Ufer läuft es sich angenehm, man sinkt nicht allzu tief ein. Jetzt kommt schon gelegentlich die Sonne durch.


    Klick auf das Foto für größere Ansicht



    Als der See hinter mir liegt, komme ich in ein weites Schwemmland am Gletscherrand, das mich magisch anzieht. Auch hier ist der Sand meist fest genug, um darauf zu treten, was mich zu der irrigen Annahme verleitet, man könne vielleicht auch den westlichen See an der Gletscherseite umgehen. Ein erster klarer Bach lässt sich problemlos überqueren, nachdem ich vorsichtig getestet habe, ob der Sand mein Gewicht trägt.



    Einige Minuten später stoße ich auf den nächsten Bach, trübes Wasser, sieht auch nicht viel schwieriger aus. Schon beim Versuch, mich dem Gletscherbach zu nähern, versinke ich allerdings knöcheltief im Schlamm, schnell wieder zurück. Also anders herum, durch den matschigen Schnee.





    Bis zur Stóra-Jarlhetta geht es jetzt zwei Kilometer über Moränenhügel. Langsam nähere ich mich dem Jarlhettudalur, das auf der Karte im oberen Teil eng und tief eingeschnitten aussieht. Die Spannung steigt. Sollte ich da nicht hinunterkommen, dann wäre ein weiter Umweg nötig.


    Stóra-Jarlhetta


    der Taleinschnitt lässt sich noch nicht einsehen


    Jarlhettukvísl

    Ich quere den Gletscherbach trockenen Fußes über große Steine und stelle bald fest, dass ich mir umsonst Sorgen gemacht habe. Das Tal ist wirklich harmlos. Eigentlich wäre schon längst Zeit für die Frühstückspause, aber die Engstelle will ich auf jeden Fall noch passieren. Über eine Schneebrücke wechsele ich auf die Ostseite, da ist der Hang viel flacher, als die Höhenlinien auf der Karte anzeigen.






    Jarlhettudalur



    Als sich das Tal weitet, gibt es Moosflecken und ein paar Grasbüschel zwischen den Steinen. Und sofort finden sich auch wieder Fliegen und Kriebelmücken ein. Es ist deutlich wärmer geworden und fast windstill, also keine Chance, sie von mir fernzuhalten. Na, ich stelle für die Pause sowieso das Zelt zum Trocknen auf, drinnen hab ich meine Ruhe. Zeit für das Geburtstagsfrühstück! Moment, erst noch ein Foto vom Geschenketisch:



    Das KitKat muss zuerst dran glauben, nach neun Tagen ohne Schokolade gibt es kein Halten mehr. Hätte nicht gedacht, dass es noch in so gutem Zustand ist. Schokolade habe ich im Sommer sonst nie dabei, seit mir mal eine zu einem formlosen Klumpen geschmolzen ist, aber da war es auch deutlich wärmer. Über zu viel Hitze kann ich auf dieser Tour tatsächlich nicht klagen, und die Gefahr eines Sonnenbrands ist auch sehr gering. Die Sonne hat sich wieder hinter einer Wolkenschicht verschanzt.

    Während der Pause überlege ich mir, wie es weitergehen soll. Ich will unbedingt zum Eystri-Hagafellsjökull, alles andere hängt von den Schnee- und Wetterbedingungen ab. Also los, der Gletscher kommt bestimmt nicht zu mir. Zuerst muss ich ein drittes Mal über den Gletscherbach, danach genau nach Westen über die Hügelkette. Schon kommt der Hagavatn in Sicht und rechts davon ... Moment mal ... wo ist der Gletscher? Dass er geschrumpft sein musste, war mir klar, aber ich bin doch überrascht, wie weit er sich zurückgezogen hat. Bestimmt anderthalb Kilometer muss ich durch Sand und Moränenschutt laufen, um den Eisrand zu erreichen. Auf dem Weg dahin ist sogar ein schlammbrauner Gletscherfluss im Miniaturformat zu furten. Niedlich!


    Blick zurück zum Jarlhettudalur


    Hagavatn


    Miniatur-Gletscherfluss

    Am Eisrand dann die Suche nach einem festen Übergang, ohne Erfolg. Also probiere ich mein Glück an einer erhöhten Stelle, wo noch größere Steine liegen, aber auch die versinken unter meinem Gewicht im Schlamm. Ein paar beherzte Schritte, nicht zu lange Zögern, und ich stehe auf dem Eis. Für den Ausflug auf den Gletscher hätte ich mir zwar etwas Sonne gewünscht, aber zumindest ist der untere Teil schneefrei. Außer den Grödeln brauche ich jetzt Handschuhe und Mütze, dann kann es losgehen. Ein eiskalter Wind weht mir entgegen.

    Noch weiß ich nicht genau, was ich machen will. Ich könnte bis zum Hagafell über den Gletscher gehen und dann weiter zum Vestari-Hagafellsjökull, sieht nicht unmöglich aus. Wenn mir das nicht geheuer ist, könnte ich es auch bei einer Runde auf dem Eis belassen und zum Hagavatn zurückgehen. Das entscheide ich, wenn ich etwas höher gestiegen bin.













    Fremdartig und aufregend fühlt sich die erste halbe Stunde auf dem Eis an. Ich staune und mache viele Fotos. Leider gelingt es mir nicht, die sehr unterschiedliche Oberflächenstruktur abzubilden. Außer der rauen, mehrere Zentimeter tief ausgehöhlten Oberfläche, die man noch einigermaßen erkennen kann, gibt es auch Stellen mit ganz glattem, durchsichtigem Eis, wie sauber eingepasste Glasblöcke.

    Dann erreiche ich einen schuttbedeckten Felsriegel, der den unteren Teil des Gletschers abtrennt. Guter Aussichtsplatz für eine Verschnaufpause. Was mache ich jetzt? Der Gletscher sieht oberhalb des Riegels genügend eben aus und ist auch aper bis kurz vor dem Hagafell. Was mich von der Route über den Gletscher abhält, ist eher, dass ich nicht weiß, wie es auf dem Hagafell aussieht und wie sich das Wetter entwickelt. Eine stabile Wetterlage sieht anders aus. Ich beschließe also, dass es meine Abenteuerlust vollkommen befriedigt, noch ein Stück nach Westen zu gehen und dann zum Hagavatn zurückzukehren.



    Als ich vom Fels wieder auf das Eis komme und dabei auf ein scheinbar festes Sand-Steine-Gemisch trete, wird es unter meinen Füßen schlagartig flüssig und die Masse ergießt sich als kleine Schlammlawine hangabwärts. Wie gut, dass ich das Gewicht noch auf dem anderen Bein habe, so kann ich rasch einen großen Schritt nach hinten machen. Nach diesem Schreck nehme ich mir vor, in Zukunft noch vorsichtiger mit Sand zu sein.









    Ich gehe erst mal auf dem Eis nach Südwesten, entscheide dann aber, dass ich für den Übergang zur selben Stelle zurückkehre, an der ich den Gletscher betreten habe, alles andere ist noch viel unwegsamer. Schlamm lässt sich abwaschen. Das war ein schöner Geburtstagsspaziergang, sehr befriedigt erreiche ich die ersten Moospolster kurz vor dem Hagavatn. Das netteste Plätzchen, das man hier für die Mittagspause finden kann, bisschen nass vielleicht. Wie kommt eigentlich dieses selbst bei trübem Wetter irrsinnig leuchtende Grün zustande?



    Da es eine Dreiviertelstunde später zu nieseln beginnt, verkürze ich die Mittagspause. Wenn ich schon den sehr viel längeren Weg nach Westen gewählt habe, dann möchte ich heute wenigstens noch bis zur Brücke über den Fluss Far kommen. Dafür muss ich am Ufer des milchig-trüben Hagavatn entlang zum Nýifoss laufen, dem neuen Wasserfall, der erst 1939 entstanden ist, als ein Gletscherlauf den neuen Durchbruch geschaffen hatte. Hagavatn hat seitdem einen deutlich geringeren Wasserstand. Von der ersten Fallstufe donnert das Wasser eindrucksvoll in einen brodelnden Kessel. Um den eigentlichen Wasserfall zu sehen, muss man einem Pfad hinunter in die Ebene folgen.


    Hagavatn






    obere Fallstufe


    Blick zum Einifell


    Nýifoss

    Noch ist es einigermaßen trocken, nur ein paar Nieselschauer. Die nächste Attraktion ist nicht weit entfernt, ich muss nur ein Stück der Piste folgen, die am Wasserfall beginnt, und ein viertes Mal den Jarlhettukvísl furten, dann sehe ich sie. Bäume! Wunderschöne Birken an der Hütte, daneben Fichten. Was für ein paradiesischer Flecken Erde, wenn man tagelang hauptsächlich Schnee und Steine gesehen hat. Jetzt habe ich auch eine Vermutung, woher der Name Hagafell kommt, nämlich von diesem idyllischen Platz. Wenn "haga" mit dem norwegischen "hage" oder dem deutschen Hagen zusammenhängt, bedeutet es so was wie befriedeter Ort oder Garten.





    Fast bin ich versucht, neben der Hütte das Zelt aufzustellen, um den Blick auf die Bäume und die heimelige Stimmung, die sie verbreiten, noch länger auskosten zu können, die 2.000 Kr wäre es mir wert. Andererseits wüsste ich auch gern, in welchem Zustand die Brücke am Südrand des Einifell ist. Dort wird sich hoffentlich ebenfalls ein nettes Plätzchen finden. Wenn ich östlich um den Berg herum gehe, begleitet mich zumindest das saftige Grün noch für eine Weile.

    Den langen Tag spüre ich mittlerweile deutlich in den Beinen, außerdem regnet es jetzt stärker. Gäbe es doch nur ein winziges Bächlein, dann könnte ich auf einer der grünen Terrassen am Berghang bleiben. Doch die Hoffnung erfüllt sich nicht, also muss ich doch in der Nähe der Brücke zelten. Große Waschaktion, heute ist auch Haarewaschen (mit Kernseife) und Rasieren dran. Im Regen und ohne Windschutz kostet es einige Überwindung, mich wieder und wieder mit eiskaltem Gletscherwasser zu übergießen, aber sobald der Schmerz auf der Kopfhaut nachlässt, ist das saubere Gefühl einfach unbeschreiblich gut. Nächstes Mal doch lieber mit warmem Wasser.

  6. Erfahren

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    AW: [IS] Áfram og áfram - immer der Nase nach am Langjökull

    #46
    Boahhh, was für eine Landschaft. Treibsand im ewigen Eis. Gräuliche Gräue allerorten. Und dann steht da plötzlich dieses Hütte inmitten von Grün. Das ist ja wie im Märchen. Und Hänsel und Gretel erreichten endlich ein wundersames Haus. Beef Jerky zum Geburtstag. Ist es nicht toll, dass man über so wenig so glücklich sein kann? Nachträglich alles Gute! Ich würde Dir ja wünschen, dass Du glücklich wieder heimgekommst, aber das bist Du ja schon.

    Lg Sylvie

  7. Erfahren
    Avatar von Borgman
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    AW: [IS] Áfram og áfram - immer der Nase nach am Langjökull

    #47
    04. Juli: Einifell - Þórólfsfell - Langavatn

    Gestern habe ich zwar keine besonders weite Distanz zurückgelegt, war aber durch die paar Umwege und den Abstecher auf den Gletscher lange auf den Beinen. Nach Lust und Laune eben, genau so hatte ich mir das vorgestellt, so konnte sich ein abwechslungsreicher und sehr befriedigender Wandertag entwickeln. Während ich einschlief, porentief sauber und mit einem warmen Nudelessen im Bauch, wirbelten die vielen Eindrücke noch Walzer tanzend durch meinen Kopf.

    Das beruhigendste aller Geräusche grüßt mich am frühen Morgen: leichter Regen auf dem Zelt. Ein Geräusch, das mich immer sanft aus dem Schlaf in den Wachzustand gleiten lässt und nicht selten wieder zurück. Noch mal gemütlich auf die andere Seite drehen, alles hat Zeit. Heute steht nichts Weltbewegendes an. Hinüber zur Piste und dann nach Westen. Þórisdalur würde ich gerne noch sehen, bevor ich den Laugarvatn anpeile, dafür dürften die verbleibenden vier Tage ausreichen.



    Gegen acht steige ich die steile Böschung hinunter zur Brücke. Schon erstaunlich, dass es hier überhaupt eine Fußgängerbrücke gibt und dann noch eine so stabile. Eine viel benutzte Wanderroute oder auch nur ein Pfad ist jedenfalls nicht in der Nähe. Na, mir soll es recht sein, den Far haben wir, meine Frau und ich, vor vielen Jahren am Sandvatn gefurtet, das war kein Spaß. Hinter der Brücke geht es für knapp zwei Kilometer durch die sandige, steinübersäte Ebene und über einen Schafzaun, dann bis zur Piste F338 über ein üppig begrüntes Lavafeld, nass vom Regen.

    Die Piste ist schon von Weitem an der Stromtrasse zu erkennen. Riesige Masten bezeugen den Triumph des Menschen über die Natur, die sich gegen die Verschandelung nicht wehren kann. Aber das ist wieder zu menschlich gedacht, die Masten stören nur den Wanderer, der sich der Zivilisation für kurze Zeit entziehen will. Wenn er heimkommt, freut er sich über den Strom aus der Steckdose und ein gut gekühltes Bier in der Sommerhitze.



    Die Kriebelmücken beeinträchtigt die Stromtrasse jedenfalls nicht, sie freuen sich im Gegenteil auf die Mahlzeit ihres Lebens. Der unwiderstehliche Duft eines leckeren Wanderers zieht sie aus der ganzen Gegend an. Was gäbe ich jetzt für ein Kopfnetz, oder wenigstens Wind von vorne. Stattdessen wische ich mir die ganze Zeit mit der Hand übers Gesicht und die Ohren, für einen Beobachter müsste es so aussehen, als hätte ich einen nervösen Tic. Es nützt nichts, die Brille ist im Weg, zuerst beißen die Biester wie immer in die dünne Haut unter den Augen. Als ich die Brille abnehme, um sie zu vertreiben, krabbeln sie in die Ohren, ich könnte schreien.

    Für gut zehn Kilometer Luftlinie möchte ich jetzt bis zum Þórólfsfell der Piste folgen, also irgendwas zwischen 12 und 14 km als Nicht-Krähe. Auf der Piste läuft es sich zumindest kräftesparender als in dem weichen Sand. Zuerst windet sie sich 100 Höhenmeter aufwärts zum Mosaskarð, einer Bresche zwischen Fagradalsfjall und Mosaskarðsfjall.


    Mosaskarðsfjall

    Oben angekommen, schlängelt sich die Piste durch das sandige, spärlich bewachsene Lavafeld Lambahraun (Schäfchenlava). Bedeckt und still ist der Vormittag, eine schwebende, zeitlose Gleichförmigkeit, ab und zu etwas Nieselregen. Da dieser Abschnitt wenig mentale Fokussierung erfordert, schweifen meine Gedanken bald hierhin, bald dorthin und bleiben für eine Weile an diesem Namen hängen. Lambahraun.


    Ein kleines Lamm, allein in dieser harschen, wenig nahrhaften Umgebung, nimmt vor meinem inneren Auge Gestalt an. Ab und zu ein trockenes Grasbüschel, kein Wasser weit und breit. Mit matter Stimme blökt es nach seiner Mutter, seiner Schwester, keine Antwort. Aus welcher Richtung bin ich gekommen? Es ist ja noch so unerfahren, hat im Nebel die Orientierung verloren und bleibt jetzt einfach stehen, gelähmt vor Angst. Bald sind die Umrisse der Lavafelsen kaum noch erkennbar, eine kalte Septembernacht bricht herein.

    Unten im Tal, Meilen entfernt, hat der Bauer Ólafur in dieser Nacht einen Alptraum, aus dem er schweißnass erwacht. Was er geträumt hat, erzählt er nicht, sattelt nur beim ersten Licht sein kräftigstes Pferd und reitet nach Norden, Raureif im Bart. Drei Stunden sind die beiden schon unterwegs, als der Bauer plötzlich absteigt. Das Pferd zupft ein paar Grashalme, während Ólafur einen Felsen erklimmt, sich langsam dreht und die Augen dabei fest anspannt. Sehen kann er nichts, doch hört er das schwache Blöken ganz in der Nähe.

    Seit dieser wundersamen Rettung heißt das Lavafeld bei allen Bauern der Gegend nur noch Lambahraun. So ist es gewesen, ganz bestimmt.


    Ein erstaunter Blick auf die Uhr, ich bin tatsächlich schon zwei Stunden unterwegs. Zeit für die Frühstückspause. Ich habe zwar keine Lust, mein nasses Zelt im nassen Sand aufzustellen, aber das Wetter lädt auch nicht gerade dazu ein, mein Müsli im nassen Sand sitzend einzunehmen. Dann doch lieber Zelt. Eigentlich bin ich froh, dass es nicht warm und sonnig ist, denn ich habe nur 1 1/2 Liter Wasser mitgenommen, das muss bis zum Nachmittag reichen. Als ich nach zwei Stunden weitergehe, weht ein frischer Wind aus Nordwest, der immer mehr zulegt.


    Lambahraun


    Hlöðufell



    Nach weiteren ereignislosen Kilometern erreiche ich gegen Viertel vor zwei die Nothütte am Þórólfsfell. Man darf sie kostenlos benutzen, aber sie ist so dreckig und verwahrlost, dass man hier wirklich nur im Notfall übernachten möchte. In ihrem Windschatten mache ich eine kurze Pause, krame Mütze und Handschuhe heraus, bevor ich die Piste verlasse und pfadlos genau auf den höchsten sichtbaren Punkt des kleinen Schildvulkans Skersli zulaufe. Das wird noch mal richtig anstrengend, denn ich muss ein ziemlich unebenes Lavafeld durchqueren und habe dabei den scharfen Wind direkt von vorne. Eine gute Stunde später erreiche ich den breiten Geröllrücken Langalda.


    Langalda, dahinter Langafell und Skersli (in den Wolken)

    Das Wasser ist inzwischen aufgebraucht. Hinter diesem letzten Hindernis verbirgt sich nach der Karte ein See, und wenn ich Glück habe sogar irgendeine Art von Vegetation, auch wenn es hier noch nicht danach aussieht. Auf der Langalda bläst mir der Wind ungehindert entgegen, doch die Wolken schaffen es nicht über die Berge im Nordwesten, auf dieser Seite kommt sogar die Sonne durch. Jetzt kann ich das Tal und den See Langavatn überblicken. Wasser gibt es schon mal, und einen halbwegs ebenen Grasfleck kann ich auch erkennen. Wo es einen gibt, könnten sich noch mehr finden, also steige ich über ein steiles Schneefeld in das Tal hinunter und laufe über Sandflächen und steinige Hügel zum See.







    Ja, ich habe Glück. Etwa auf halber Länge des Sees gibt es größere ebene Flächen, die mit Gras und Zwergsträuchern bewachsen sind. Hier kann ich das Zelt bombenfest abspannen, muss nur aufpassen, dass im starken Wind nichts wegfliegt. Dabei ist das schon die Leeseite des Skersli, ich möchte nicht wissen, wie es auf der anderen Seite aussieht. Heute gehe ich jedenfalls nicht weiter. Nachdem Wasser aus dem See geholt ist, was sich durch das aufgeweichte Ufer als schwierig erweist, stürze ich mich gierig auf das Mittagessen, die Uhr zeigt schon halb fünf.

    Von einem kleinen Spaziergang am späteren Nachmittag flüchte ich mich bald wieder ins schützende Zelt, es ist einfach zu ungemütlich. Aus der Apsis, mit einem heißen Kaffee in der Hand, kann ich die Landschaft genauso gut genießen. Die Sonne lässt den See in einer irren grünblauen Farbe aufleuchten, dahinter reihen sich Berge wie Perlen auf der Schnur, Kálfstindur, Þórólfsfell, Högnhöfði, Hlöðufell.



    Zwei Goldregenpfeifer leisten mir Gesellschaft. Ihre klagenden Rufe erzählen vom Leben im kargen Hochland, von der unbegreiflichen Weite, von Stürmen und tagelangem Regen, von der flüchtigen Wonne eines Sonnenstrahls, vom schwankenden Nahrungsangebot in der Brutzeit, und wie man als kleiner Vogel lernt, allen Unbilden mit optimistischem Gleichmut zu trotzen.


    Langavatn am Abend


    05. Juni: Der Windsack-Test

    Mein Soulo hat diese unruhige, windige Nacht gut überstanden, aber ich konnte nur wenig schlafen. Am Morgen hat es 3°C, anhaltend starker Wind aus Nordwest. Heute will ich auf keinen Fall mit vollem Gepäck gegen den Wind ankämpfen wie gestern, also muss der Abstecher zum Þórisdalur wohl ausfallen, sehr schade. Den ganzen Tag faulenzen oder schon den Rückweg antreten will ich aber auch nicht. Vielleicht kann ich einen Halbtagesausflug zum Pass nordwestlich des Skersli machen und von dort den Þórisjökull wenigstens sehen.

    Klingt bescheuert, weil sich genau dort die Wolken stauen, aber was besseres fällt mir nicht ein. Also packe ich nach dem Frühstück ein paar Sachen in den Leichtrucksack und gehe los. Zuerst nach Norden, dann in weitem Bogen nach Nordwesten den sanft ansteigenden Hang hinauf. Weniger sanft als vielmehr schneidend ist der Wind, der mit zunehmender Höhe immer schärfer wird. Bald geht es fast nur noch über Schnee, mit eingestreuten kleinen Geröllinseln. Immer mehr Wolken schieben sich über den Pass und die Berggipfel, verlieren dabei auch ein paar Regentropfen. Die dünnen Windstopper-Handschuhe, Fleecemütze und Kapuze reichen nicht, um die Auskühlung durch den Wind zu verhindern.


    Skersli


    Blick zum Hagafell


    Vestari Hagafellsjökull



    Mir ist die grandiose Sinnlosigkeit dieser Aktion durchaus bewusst. Vom Pass aus werde ich nichts anderes sehen können, als das Innere der Wolken und außerdem in die Richtung zurückgeblasen, aus der ich gekommen bin. Aber ich habe noch einen Plan B, der mindestens genauso gut ist: ich werde meinen neu erstandenen Windsack erstmals unter realistischen Bedingungen testen! Rab Group Shelter 2. Dann weiß ich zumindest schon, was man im Notfall alles falsch machen kann. Mit der verlockenden Aussicht auf eine windgeschützte Pause in der trockenen Tüte schaffe ich es, noch ein paar Höhenmeter gegen den Wind anzukämpfen und eine Geröllinsel anzusteuern.

    Prima, hier gibt es auch eine sandige Stelle, wo ich den Wanderstock 20 cm tief versenken kann. Dann gehe ich in die Hocke, um dem Wind weniger Angriffsfläche zu bieten und ziehe den Windsack aus der Hülle, der sofort wie wild zu flattern beginnt. Bevor der Wind ihn mir aus der Hand reißt, streife ich mir ein Ende über den Rücken und lasse mich auf den Hintern fallen. Nicht sehr elegant, aber effektiv. Jetzt muss ich ihn noch so drehen, dass eine der beiden Sitzflächen an die richtige Stelle kommt und der Stock in die dafür vorgesehene Ausstülpung auf der Oberseite. Den Stock etwas tiefer einstellen, damit die Seiten nicht mehr offen sind. Jetzt flattert der Sack zwar immer noch ganz ordentlich, aber es zieht nicht mehr rein.

    Soweit sehr befriedigend. Die Beine kann ich bequem ausstrecken und damit die windabgewandte Seite stabilisieren, zwischen die Füße kommt der Rucksack. Eine dünne Sitzunterlage habe ich auch dabei, sehr empfehlenswert, wenn man nicht zufällig auf trockener, weicher Krähenbeerenheide gelandet ist. Sofort wird es spürbar warm, und es bildet sich ein bisschen Kondenswasser. Klar, trotz Kälte habe ich beim Aufstieg mächtig geschwitzt. Ein trockener Pulli als Isolationsschicht zwischen der nassen Plane und dem Rücken wäre jetzt nett. Aber ich will ja auch nicht Stunden ausharren.




    Nach 20 Minuten ist es immer noch angenehm, wäre auch länger auszuhalten. Wie man allerdings zu zweit hier drin sitzen soll, ist mir schleierhaft, da müsste man irgendwie die Beine übereinander stapeln. Nachdem der Windsack wieder verstaut ist, laufe ich in einem größeren Bogen zurück, näher am Vestari Hagafellsjökull, der mittlerweile in der Sonne badet. Überhaupt hat man Richtung Südosten einen prachtvollen Blick von hier oben, der alleine schon die Mühe wert gewesen wäre.





    Nach insgesamt vier Stunden bin ich zurück am Zelt und habe sogar nicht weit entfernt einen nur wenige Meter langen Schmelzwasserbach entdeckt. Sonst versickert hier alles Wasser sofort im sandigen Boden, ohne auch nur eine Pfütze zu bilden. Perfekt, um Unterwäsche und Wandersocken zu waschen, letztere haben es dringend nötig. Da sich immer mehr die Sonne durchsetzt, werden sie hoffentlich schnell trocknen. Der Wind lässt etwas nach, bleibt aber kalt, 7°C am Nachmittag. Für heute möchte ich diesen herrlichen Platz noch auskosten, es reicht vollkommen, wenn ich morgen weitergehe.
    Geändert von Borgman (19.08.2018 um 16:51 Uhr) Grund: Fotos angepasst

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