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    Nortik Fold 4.2 - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #1
    Hallo zusammen,

    nachdem ich mich Ende 2016 zum Kauf eines Nortik Fold 4.2 entschieden habe, möchte ich an dieser Stelle zusammenfassen, wie es mir mit dem Boot in der Zwischenzeit ergangen ist. - Dies nicht zuletzt, da der Kauf Resultat der umfassenden 'Betreuung' in diesem Forum war.

    Das vorab: ich würde es mir wieder kaufen.

    Wichtig: es ist die 2016er-Version, d.h. mit den Neopren-Endkappen und noch nicht diesen komischen starren weißen Verschlüssen auf Deck, anstelle der vorherigen biegsamen schwarzen Schnellspanner.

    Eingesetzt habe ich es bislang ausschließlich auf Seen. Dies überwiegend bei schönem Wetter und keinem bis sehr wenig Wellengang, mitunter jedoch auch bei signifikantem Wellengang (u.a. Walchensee), und im Rahmen von Tagestouren. D.h., daß ich ohne Gepäckerfahrung bin (bis auf den voluminösen Packsack, den man zusammen mit den Schuhen hinter den Sitz gestopft kriegt).

    Grundsätzlich haben sich all die positiven Eigenschaften des Bootes, die ich im Vorfeld des Kaufs beim Testpaddeln ausmachen könnte, als dauerhaft bestätigt:

    - der Sitz ist überaus bequem, mehrstündiges Sitzen ist (auch rückenseitig dank guter Lehne) kein Problem
    - die Fußstützen sind klasse: sie bieten einen super Kontakt zum Boot, erlauben es, sie während der Fahrt verstellen zu können, wenn man will, ansonsten bleiben sie, wo sie sind (ob das so absichtlich ist oder nicht sei dahingestellt ;) ) und ihre Anbringung an der Seite erlaubt es, die Füße in der Mitte bequem ausstrecken zu können
    - direkt einhergehend mit fußseitigem Kontakt zum Boot ist die Agilität zur Seite: das Boot in die Kurve zu legen geht wunderbar
    - insgesamt liegt das Boot gut - in Kurve und Geradeauslauf
    - das Raumgefühl und -angebot im Cockpit (ich habe immer meinen Rucksack zwischen den Beinen, um Foto, Sonnenbrille- und creme, Proviant, Trinken etc., zur Hand haben zu können)


    Was mir im Zuge des Paddelns seither aufgefallen ist:

    - Thema Aufbau: das Zusammenbauen hat man selbst als jemand, der sich mit dem Erlernen definierter motorischer Bewegungsabläufe (Tanzen und so ;) ) schwer tut, Chancen, den Aufbau (irgendwann) in 10 Min hinzubekommen.

    Sollte der Boden auf der rechten Seite des Fußraums Spiel nach unten haben und sich beim Runterdrücken zurück nach oben wölben, dann könnte es das daran liegen, daß der vorderste Spant im aufgebauten Zustand nicht oft genug da gesessen hat, wo er sitzen sollte. Das Material muß man mittels der Spanten beim Aufbau tatsächlich etwas in seine Form zwingen. Dabei muß jedoch als allererstes nach dem Auffalten des Rumpfs sorgfältig geschaut werden, daß wirklich alle Falt- und Knickstelle sich so wölben, wie sie das in aufgebautem Zustand tun sollen.
    Ansonsten kommt beim Aufbau früher oder später der Punkt, an dem man nicht weiterkommt, weil das nächste einzubauende Teil einfach nicht passen will und dann heißt es: nochmal auf Anfang. Bei nicht ganz korrektem Einsetzen des vordersten Spants kann es außerdem gut passieren, daß der sich während der Fahrt (durch Wellengang bspw.) freiruckelt und damit dem Rumpf nicht jene Steifheit verleihen kann, die dieser in diesem Bereich haben sollte.

    Gegenüber der Aufbauanleitung ergibt sich idealerweise folgender angepaßte Teil-Aufbauablauf:
    1. Rumpf auffalten
    2. Falt-/Knickstellen in korrekte Position zurechtdrücken
    3. Fußstützen einschieben
    4. Rumpf oben mittels Schnellspannern und Gepäckspinnen schließen
    5. Verstärkungsboden unter Sitz einlegen
    6. Sitz einbauen und bugseitigen Fixiergurt zurechtlegen (sonst kommt man nicht mehr unter dem hinteren Bugspant durch)
    x. Der Rest wie in Anleitung

    Das Einschieben insbesondere der bugseitigen Kederschiene ist am Anfang sehr fummelig, da braucht es v.a. beim Aufbau ohne fremde Hilfe etwas Gefühl beim Einschieben, um das Material des Keders an den Übergängen nicht durch ruppgiges Anstoßen/ Anschrammen zu beschädigen. Das legt sich aber, bei mir ließ sich die Schiene ca. nach der 5. Tour deutlich besser reinschieben. Sollte es doch etwas schwerer gehen, verwende ich meinen alten Paddelrucksack und lege dessen Textil zwischen Vorderkante der Kederschiene und meine Hand (um diese nicht zu verletzen wie beim ersten Mal aufbauen) und klopfe die Schiene dann fest, aber nicht zu fest Stück für Stück weiter. Alternativ hilft es wohl, die Schiene vorher zu wässern, aber das habe ich nicht ausprobiert.

    - Thema Material: Solche Fehler, wie den oben beschriebenen beim Aufbau in Sachen falscher Wölbung, verzeiht das Material ohne Schaden. - Allerdings: was das nach gerade einmal 1,5 Jahren heißt, kann ich nicht beurteilen. Das Fold ist ja auch erst seit 2015 auf dem Markt, die Langzeiterfahrung muß sich erst noch einstellen. Dies nicht nur bezogen auf das Außenmaterial, sondern auch bzgl. der Kleinteile auf Deck: Schnellspanner, Gepäckspinnen (die ja beim Aufbau mit zum Einsatz kommen) und Neopren-Endkappen (im Hinblick auf deren Befestigung am Rumpf).

    Insgesamt ist es natürlich so, daß das Material aufgrund der Tatsache, daß es biegsam sein muß, kein Hartplastik sein kann. Der Hersteller charakterisiert das Boot dementsprechend als Freizeitkajak für Seen und ausreichend tiefe Fließgewässer ohne Grundberührung. Der Händler, beim dem ich es kaufte, hatte es damals so gesagt: Was man mit einem Faltboot tun würde, das könne man auch mit dem Fold. Bzw. umgekehrt, was man mit dem einen nicht tun würde, daß...

    Ein unfreiwilliger Test (zu nah am Ufer eingesetzt und dabei auf spitzeren Stein aufgefahren) bestätigt dies in Form einer langgezogenen, recht tiefen Kerbe. Da kommt natürlich kein Wasser durch, ist aber doch ein Hinweis, was mit dem Boot geht und was nicht.
    In Sachen Reparatur rät der Hersteller übrigens zur Verwendung von verstärktem Klebeband. Gefragt hatte ich nach Tips zu geeignetem Flüssigklebstoff, um die Kerbe zu verfüllen. Das Klebeband freilich hat den Vorteil, eine zusätzliche Schutzschicht über dem Kunststoff zu sein, bei weiterer Beschädigung ersetzbar zu sein und (gegenüber flüssigem Klebstoff) vermutlich weniger Risiko einer chem. Wechselwirkung mit dem Bootsmaterial zu haben.

    - Thema Dichtigkeit: das Boot ist dicht. Überspülen des Decks ist gar kein Problem.

    - Thema Seitenstabilität: hat man kein Gepäck dabei und wiegt man nur knapp über 60 kg liegt das Boot recht hoch im Wasser. Seitlich ankommender Wellengang wird daher vom Boot i.d.R. immer beantwortet. Der Unterschied zu einem aktuellen Faltboot (Klepper Explorer, ca. 30 kg netto) mit Seitenschläuchen und ca. 90 kg Paddler in dieser Hinsicht ist frappierend: der merkt vom selben Wellengang gar nix. ;) Höheren seitlichen Wellengang, v.a. von Schiffen (Chiemseeschiffahrt), nehme ich daher bislang frontal (Überspülungstests ); wie hoch der Wellengang sein muß, damit es das Boot umlegt, weiß ich (noch) nicht.

    - Thema Mobilität: bislang habe ich das zusammengelegte Boot ausschließlich im Pkw (Ford Focus, Mk. 1/1. Gen.) auf der Rückbank transportiert. Daß dabei im Pkw nichts umzubauen ist, ist natürlich sehr komfortabel.

    Im Vorfeld des Kaufs hatte ich jedoch den Aspekt nicht bedacht, den Packsack nicht über längere Strecken als Rucksack schleppen zu können, dazu bin ich zu wenig Schrank und der Packsack (bzw. v.a. dessen Inhalt) zu sehr Schrank und entsprechend unbequem zu tragen. Außerdem federt der Sack gegenläufig zur Bewegung des Körpers beim Gehen auf den Rücken. Insgesamt nicht toll; der Transport geht (in meinem Fall) auf diese Weise ca. 100 - 150 m; halt vom Parkplatz zur Einsetzstelle. Daß es entsprechend gut wäre einen Bootswagen mit 'Sackkarrenfunktion' zu haben, hatte ich vor dem Kauf nicht bedacht und die Frage, ob ich so etwas brauche blieb beim Verkaufsgespräch leider aus. Ich kaufte daher einen normalen Wagen, wo das Boot nur zusammengebaut drauf paßt, Fehlkauf!

    Übrig bleiben demnach, wenn man eine Sackkarrenfunktion braucht:
    > der Foldy von Ekla, der aber eher was für die höhere Anzahl an Packsäcken normaler Faltboote sein dürfte, groß im Packmaß und recht schwer ist. Für unter Deck im Fold wäre der wohl eher nix. Und ich möchte den Wagen unter Deck lagern können.
    > der Herkules von Carokanu, auf den es bei mir auch in Kürze hinauslaufen wird inkl. Deichsel und Gepäckstützen. Der Hersteller teilte zwar mit, daß es seiner Einschätzung nach problemlos möglich sein sollte, den Packsack auch mit nur zwei längsverzurrten Spanngurten zu sichern (ohne die Gepäckstützen an den Längsholmen), aber mir fehlt in meiner Vorstellung da die Absicherung des Gepäcks, wenn der Wagen aufrecht stehend (in Bus/Bahn) gelagert ist.

    Tjo, das war das, was ich berichten und von dem ich mir vorstellen kann, daß es Fold-Interessenten bzw. 'Neu-Folder' interessieren könnte. Ist natürlich komplett mein eigener Erfahrungsfundus und u.U. nicht representativ für Erfahrungen anderer Nutzer.

    Wie sich Fold-Packsack und Bootswagen vertragen schicke ich in einem Update hinterher.

    Viele Grüße,

    Julian
    Geändert von Fakir (10.07.2018 um 20:41 Uhr)

  2. Moderator
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    Avatar von ronaldo
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    AW: Nortik Fold - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #2
    Vielen Dank für das Feedback, Julian, solche Erfahrungsberichte bräuchten wir hier mehr.

  3. Vorstand
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    Avatar von Ziz
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    AW: Nortik Fold - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #3
    Auch von mir Danke für die Erfahrungen!

    Zu der Sackkare: Mal über so eine Lösung wie bei GemeinsamDraußen nachgedacht? https://www.outdoorseiten.net/forum/...schen-Amazonas

    KA, was du für ein Paddel hast, aber wenn es nicht gerade ein vierteiliges Carbonpaddel ist, könnte das für dich u.U. auch passen.
    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  4. Anfänger im Forum

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    AW: Nortik Fold - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #4
    Gern.

    Wegen der Lösung, die GemeinsamDraußen sich da ausgedacht haben: keine Ahnung, ob das mit dem Schrank von Packsack funktioniert.

    Der Händler, der mir den Wagen damals verkauft hat meinte auch sowas in der Art. Hab ich testweise mal probiert: sehr fummelig. Geht vielleicht, wenn man zu zweit ist, allein wirds nervig. Da bin ich leider zu wenig Bastler für, um mir so ein Konstrukt mit ner Deichsel etc. nutzbar zu machen.

    Merke: beim nächsten Mal (was bzgl. Kauf eines neuen Boots dann hoffentlich erst so in 8,5 Jahren sein wird) die Beratung im Laden machen lassen und dann online dort kaufen, dann hat man Geldrückgabe. Egal bei welchem Händler: den Streß, sich sein Geld in Gutscheinform an die Wand hängen und es anschauen zu müssen, kann man sich sparen!

    Naja, der Herkules ist nun geordert... Hab ich mich nicht verschätzt oder hier und da falsch gedacht, sollte es die bestmögliche Lösung für meine Anforderungen sein.

  5. Neu im Forum

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    AW: Nortik Fold - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #5
    Hallo Fakir,

    danke für Deinen Bericht. Werde mir wohl auch eines kaufen.
    Mich würde noch interessieren, welches Paddel Du benutzt.

    Viele Grüße
    Isa

  6. Anfänger im Forum

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    AW: Nortik Fold - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #6
    Hallo Isa,

    ich benutze ein Pyxis (220 cm) von TNP, das ist zweiteilig und hat zwei einstellbare Blattverschrankungswinkel.

    Die Oberfläche des Schafts ist so glatt beschaffen, daß zumindest ich bisher keine Probleme mit Blasen an der Hand hatte (auf Seetouren bis 16 km).

    Julian

  7. Anfänger im Forum

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    AW: Nortik Fold - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #7
    Der Carokanu Herkules ist da! (der Gutschein über den Betrag des ursprünglich gekauften Wagens zwar auch immer noch, aber das ist eine andere Geschichte ;) )

    Ich habe folgende Konfiguration gewählt:

    - Slimvariante mit PUR-Rädern und Stütze
    - zwei Traversen-Fixbreiten (30 cm für Kiellagerung; 45 cm für Packsacklagerung)
    - 30 cm Längsholme mit (blauer) Gummiauflage und jeweils eine hieran montierte Gepäckstütze sowie daran angeschraubter Seilöse für Zurrgurt
    - symmetrisch teilbare Deichsel mit 137 cm (Gesamt-)Länge und T-Griff
    - Querholm (45 cm) zur Befestigung auf der Deichsel zwecks Lagerung des Packsacks (zzgl. individuell gefertigtem Abstandshalter, damit Querholm und Längsholme dasselbe Niveau haben)

    Die Konfiguration folgt damit konsequent meiner Einschätzung, daß ich das Boot bedeutend öfter im zusammengelegten, als im aufgebauten Zustand transportieren werde. Sichere Handhabung beim Packsacktransport hatten daher Priorität bei der Zusammenstellung der Komponenten.

    Der Hersteller betonte zwar, er könne es sich gut vorstellen, daß die Absicherung des Packsacks nach hinten (während der Fahrt) bzw. unten hin (im aufgerichteten Zustand des Wagens bspw. in Bus oder Bahn) auch genauso gut nur mit einer Seilöse an der Deichsel funktionieren würde (ohne die Gepäckstützen an den Längsholmen); da ich aber nicht in Berlin oder dessen Umland lebe, konnte ich nicht testen, ob mir das taugt und ein Gefummele wollte ich keinesfalls, also auf Nummer sicher.

    Herausgestellt werden muß die tadellose, individuelle Beratung durch den Hersteller, ohne die ich zahlreiche Details übersehen hätte.

    Man kann nun die Konfiguration, die ich nun erhalten habe als aufwendig ansehen, aber ich wollte den Wagen auf jeden Fall nicht auf, sondern unter Deck verstauen. - Und genau das klappt nun auch so, wie ich das gehofft hatte: der komplette Wagen paßt hinter den Sitz und trotzdem bleibt noch einiges an Luft dort. Gegenüber den Mitbewerbern im Bootswagenbau ist das natürlich ein deutliches Plus, da die das Thema Packsacktransport gar nicht bis wenig in ihrem Sortiment berücksichtigen und dabei hauptsächlich das, was an Packsackvolumen eines normalen Faltboots transportiert werden muß, d.h. entsprechend groß und schwer fällt dann deren Wagen aus.

    Und ja, der Wagen ist in dieser Konfiguration relativ teuer, dafür aber auch das, was ich wollte, individuell konfiguriert und nicht zuletzt Made in Berlin . Preislich gehoben wäre er auch ohne Gepäckstützen, da ich dann ja die Seilöse an der Deichsel gebraucht hätte. Das hätte eine Ersparnis von ca. 21 Eur ergeben, das wäre bei dem Gesamtpreis nicht so sehr ins Gewicht gefallen...

    Bislang habe ich den Wagen nur testweise auf- und abgebaut: für den Aufbau bin ich auf 3,5 Min gekommen zzgl. 2,5 Min für das Verzurren des Packsacks. Etwas Luft nach oben dürfte da wohl noch drin sein. Der Abbau geht schneller.

    Fazit:
    Der Packsack liegt wunderbar auf, kein Wackeln oder ähnliches. Die Konfiguration tut damit genau das, was sie soll: mir einen streßfreien Transport ermöglichen.

    Das Boot als ganzes hatte ich noch nicht auf dem Wagen; mache ich bei Gelegenheit und werden dann dazu hier wieder etwas schreiben.
    Geändert von Fakir (10.07.2018 um 08:05 Uhr)

  8. Moderator
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    AW: Nortik Fold - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #8
    Bitte mit Bildern in beiden Verwendungen, das hört sich interessant an.

  9. Anfänger im Forum

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    AW: Nortik Fold - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #9
    So, gestern war Bootswageneinweihung:

    Mit der S-Bahn nach Starnberg, 1x von Nord nach Süd durch den See, bei Seeshaupt raus und mit der Bahn zurück.

    Es hat alles geklappt wie gedacht/gehofft: der Wagen rollt geschmeidig weich, das Boot ist fest gesichert, kein Verrutschen zur Seite, auch nicht bei stärkerer Neigung. Angenehme Feststellung: die Breite des Packsacks erlaubt es auf den Rolltreppen zur S-Bahn, daß andere gerade noch vorbekommen.

    Ich hatte die Wagen-Einzelteile in einem separaten Packsack (jetzt, wo ich das schreib fällt mir auf, daß ich mir den hätte sparen können und stattdessen ebensogut den Fold-Packsack verwenden hätte können ;) Naja, beim nächsten Mal..) verstaut, damit sie möglichst wenig Spiel haben und nicht lose unter Deck rumliegen.

    Es hat tatsächlich alles hinter den Sitz gepaßt: der Wagen in seinem Packsack, der Packsack vom Fold und meine Sandalen. Schöne Sache!

    Bevor ich gleich die Bilder folgen lasse noch ein Material-Update: an einer Uferstelle, wo wir Pause machten, wollten wir aus Rücksicht auf den Uferbewuchs die Boote nicht ans Ufer legen. Wir haben sie daher an einem alten, in den See gefallenen Ast befestigt. Aufgrund des von einem nicht weit vom Ufer vorbeifahrenden Touri-Schiffs verursachten Wellengangs wurde das Fold mit seiner Bugspitze allerdings derart heftig gegen eine vorstehende Stelle des Asts gedrückt, daß dieser in das Neopren der Endkappe ein Loch gebohrt hat (das Textil darüber ist intakt).

    Der Hersteller rät, dies zunächst mit einem Neoprenkleber (der elastische Eigenschaft hat) zu flicken. Ich werde mir einen besorgen und schauen, ob das klappt... Die Endkappe auszutauschen würde bedeuten, die Nieten aufbohren und neue setzen zu müssen. Als Ersatzteil für den Fall der Fälle überlege ich mir dennoch, mir eine Endkappe zurückzulegen, da die Schadstelle wohl immer als Schwachstelle bestehen bleiben dürfte und die Endkappen sicherheitsrelevante Teile sind.

    So, und hier nun die Bilder (die Fotos mit dem zusammengebauten Boot sind nur der Ansicht/Info halber gemacht, daher ohne Spanngurte):











    Geändert von Fakir (17.08.2018 um 15:46 Uhr)

  10. Moderator
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    AW: Nortik Fold - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #10
    Oh, sehr cool, danke! Der Wagen sieht ja gut durchdacht aus.

  11. Neu im Forum

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    AW: Nortik Fold - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #11
    Hallo Fakir,

    ich habe mir vor einer Woche ebenfalls ein Nortik Fold 4.2 bestellt und war jetzt am Wochenende bereits das zweite Mal paddeln.
    Bin definitiv verliebt, und beim dritten Mal aufbauen gings dann auch schon recht flott.
    Erstes Mal zusammen mit meinem Mann im Wohnzimmer mit viel Fluchen, Kraft und Schwitzen über eine Stunde. Beim dritten Mal alleine am Baggersee schon gemätlich in 20 Minuten. Es geht also voran.
    Die von dir positiv angemerkten Fahreigenschaften kann ich auch nur bestätigen.

    Aber auch ebenso wie du komme ich zum gleichen Schluss, dass ich eine Lösung brauche, um den Packsack vernünftig zu transportieren. Mit 1,58m und durchschnittlicher Kraft komme ich da als Frau doch schon sehr an meine Grenzen.

    Würde mir gerne den Carokanu Herkules genauso konfiguriert bestellen, wie du ihn beschrieben hast, komme aber mit der Auswahl bei der Konfiguration nicht klar.
    Könntest du eventuell nochmal genau beschrieben, welche Auswahlmöglichkeiten du wie bestellt hast?

    Danke und Gruß,
    Sandra

    Zitat Zitat von Fakir Beitrag anzeigen
    Der Carokanu Herkules ist da! (der Gutschein über den Betrag des ursprünglich gekauften Wagens zwar auch immer noch, aber das ist eine andere Geschichte ;) )

    Ich habe folgende Konfiguration gewählt:

    - Slimvariante mit PUR-Rädern und Stütze
    - zwei Traversen-Fixbreiten (30 cm für Kiellagerung; 45 cm für Packsacklagerung)
    - 30 cm Längsholme mit (blauer) Gummiauflage und jeweils eine hieran montierte Gepäckstütze sowie daran angeschraubter Seilöse für Zurrgurt
    - symmetrisch teilbare Deichsel mit 137 cm (Gesamt-)Länge und T-Griff
    - Querholm (45 cm) zur Befestigung auf der Deichsel zwecks Lagerung des Packsacks (zzgl. individuell gefertigtem Abstandshalter, damit Querholm und Längsholme dasselbe Niveau haben)

    Die Konfiguration folgt damit konsequent meiner Einschätzung, daß ich das Boot bedeutend öfter im zusammengelegten, als im aufgebauten Zustand transportieren werde. Sichere Handhabung beim Packsacktransport hatten daher Priorität bei der Zusammenstellung der Komponenten.

    Der Hersteller betonte zwar, er könne es sich gut vorstellen, daß die Absicherung des Packsacks nach hinten (während der Fahrt) bzw. unten hin (im aufgerichteten Zustand des Wagens bspw. in Bus oder Bahn) auch genauso gut nur mit einer Seilöse an der Deichsel funktionieren würde (ohne die Gepäckstützen an den Längsholmen); da ich aber nicht in Berlin oder dessen Umland lebe, konnte ich nicht testen, ob mir das taugt und ein Gefummele wollte ich keinesfalls, also auf Nummer sicher.

    Herausgestellt werden muß die tadellose, individuelle Beratung durch den Hersteller, ohne die ich zahlreiche Details übersehen hätte.

    Man kann nun die Konfiguration, die ich nun erhalten habe als aufwendig ansehen, aber ich wollte den Wagen auf jeden Fall nicht auf, sondern unter Deck verstauen. - Und genau das klappt nun auch so, wie ich das gehofft hatte: der komplette Wagen paßt hinter den Sitz und trotzdem bleibt noch einiges an Luft dort. Gegenüber den Mitbewerbern im Bootswagenbau ist das natürlich ein deutliches Plus, da die das Thema Packsacktransport gar nicht bis wenig in ihrem Sortiment berücksichtigen und dabei hauptsächlich das, was an Packsackvolumen eines normalen Faltboots transportiert werden muß, d.h. entsprechend groß und schwer fällt dann deren Wagen aus.

    Und ja, der Wagen ist in dieser Konfiguration relativ teuer, dafür aber auch das, was ich wollte, individuell konfiguriert und nicht zuletzt Made in Berlin . Preislich gehoben wäre er auch ohne Gepäckstützen, da ich dann ja die Seilöse an der Deichsel gebraucht hätte. Das hätte eine Ersparnis von ca. 21 Eur ergeben, das wäre bei dem Gesamtpreis nicht so sehr ins Gewicht gefallen...

    Bislang habe ich den Wagen nur testweise auf- und abgebaut: für den Aufbau bin ich auf 3,5 Min gekommen zzgl. 2,5 Min für das Verzurren des Packsacks. Etwas Luft nach oben dürfte da wohl noch drin sein. Der Abbau geht schneller.

    Fazit:
    Der Packsack liegt wunderbar auf, kein Wackeln oder ähnliches. Die Konfiguration tut damit genau das, was sie soll: mir einen streßfreien Transport ermöglichen.

    Das Boot als ganzes hatte ich noch nicht auf dem Wagen; mache ich bei Gelegenheit und werden dann dazu hier wieder etwas schreiben.

  12. Erfahren

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    AW: Nortik Fold - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #12
    Der Caro-Wagen ist ein sehr komplexes Thema, da hier extrem viele individuelle Bedürfnisgefühle mitspielen.

    Der Hersteller selber sieht viele Dinge als gar nicht notwendig an, aber Kunden haben immer wieder Veränderungen angefragt und waren bereit dafür zu zahlen.
    Da kann man sich als Unternehmer ja im Grunde nicht dagegenstellen.
    Normalerweise reicht die Öse am Ende der Deichselstange unten aus. Die Deichsel ist dabei aber tiefer als im Bild, also als die Auflageholme, was von Caro ursprünglich angedacht war. Damit ist die Last Verteilung anders also der Sack mittige auf den Holmen aufliegen.
    Der Spanngurt wird/kann anders als in den Bilder durch die Achsstange gezogen und fixiert damit seitlich im unteren Bereich.
    Da bei ziehen das Gewicht ja hauptsächlich aufliegt plus seitlich festegehalten und nicht hauptsächlich "runterrutscht", sind/können hinter Winkel an den Längsauflageholmen ja laut Hersteller eigentlich entfallen.
    Da das aber sich Kunden nicht vorstellen können und möglichst nicht später bei Bedarf einzelne Teile, sondern sofort alles bis ins Detail zusammen kaufen wollen, wird es komplex.

    Alles ist da halt sehr umfangreich geworden und macht die persönliche Auswahl halt extrem komplex.
    Man entdeckt immer wieder Dinge mit denen man etwas für sich verbessern kann
    Hinzu kommt, dass jedes Jahr noch Dinge dazukommen.
    Als ich meinen gekauft habe, gab es z. B. noch gar keine gebogenen Deichseln.
    Hier beim Wagen sehe ich z. B. ein für mich persönlich anders entschieden hinsichtlich 2er Details, nämlich dass nicht gleich die Deichsel mit Fahrradanhängerkugelkopf gewählt wurde und bezüglich des Ständer.
    Das würde, wenn z. B. ein Auto genutzt würde eine Unabhängigkeit vom ÖNV bringen. Man fährt mit dem Rad zum Start und holt das Rad anschließend ab. Oder fährt mit der Bahn/Rad zum Gewässer, welches xKm vom nächsten Bahnhof entfernt ist. (Fahrradnutzung auch als zusätzliches Wiederverkaufskaufsargument)
    Die gezeigte Stütze an der Radbefestigung halte ich für Murks im praktischen Gebrauch ohne Deichsel. Da gibt es eine die jetzt in der Mitte der Achse befestigt werden kann. Die sollte besser sein.

  13. Neu im Forum

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    AW: Nortik Fold - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #13
    Danke für deine ausführliche Antwort.

    Ich geben aber zu, dass ich nicht so richtig damit weiterkomme. Kann mir das Teil einfach auch nicht so bildlich vorstellen.
    Was ich brauche ist definitiv einfach eine Konfiguration, mit der ich den klobigen Packsack des Folds bequem und kippelsicher transportieren kann, als auch das aufgebaute Fold selber, zB bei Umtragungen

  14. Dauerbesucher
    Avatar von Itchy ST
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    AW: Nortik Fold - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #14
    Zitat Zitat von Wichtelnisse Beitrag anzeigen

    Aber auch ebenso wie du komme ich zum gleichen Schluss, dass ich eine Lösung brauche, um den Packsack vernünftig zu transportieren. Mit 1,58m und durchschnittlicher Kraft komme ich da als Frau doch schon sehr an meine Grenzen.

    Danke und Gruß,
    Sandra
    Welche Strecken legst du zurück beim Transport? Gibt es Fahrten mit den Öffentlichen? Treppen? Mit allem drum und dran ist die Karre schon recht schwer.
    Evtl. gibt es dann leichtere Alternativen oder du brauchst doch nicht das volle Programm.

    Ach ja, und nur für das Boot oder zusätzlich Tourengepäck gedacht?

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    AW: Nortik Fold - Persönliche Erfahrungssammlung nach 1,5 Jahren

    #15
    Öffis sind nicht geplant, Strecke hauptsächlich den Packsack vom Auto (Parkplatz) bis zum Einsatzort. Auch soll das aufgebaute Kajak drauf passen, damit ich den Wagen als Hilfe nutzen kann, das Kajak ins und aus dem Wasser zu bekommen, ohne den Boden dabei aufzukratzen.
    Bissel Gepäck darf auch gerne drauf, werde in absehbarer Zeit aber keine Tagestouren machen sondern eher ein paar Feierabendrunden. Schließe das aber für die Zukunft nicht aus.
    Ob mir jemals Treppen begegnen, weiß ich nicht. Kann bestimmt irgendwo mal vorkommen, aber hier in meinem Alltag eher nicht

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