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  1. Gerne im Forum
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    AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #61
    Mitreisende: Sylvie
    Vielen Dank für die tollen Berichte vom UKK.
    Ich habe gerade alle 4 "verschlungen"!

    Wie wollen im Sept auch dahin und bin ich gerade schon am planen wie/wo wir lang wollen. Vielleicht starten wir von Kemihaara aber die Organisation/Logistik ist da wohl recht schwer, mal schauen...

    Danke nochmals!

  2. AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #62
    Schön zu lesen, dein Bericht. Ich bin erst jetzt darüber gestolpert.

    Zitat Zitat von Sylvie Beitrag anzeigen
    Der Finnenpapa lächelt sein breites, offenes Finnenlächeln und ich bemerke, wie ich anfange, die Finnen in Schubladen stecken zu wollen.
    Ich stecke auch gerne in Schubladen, und da landet der Finnenpapa bei den Nachfahren der Schweden, die an der Südküste Finnlands auch einen größeren Anteil an der Gesamtpopulation ausmacht.

    Zitat Zitat von Sylvie Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, ob die Bergmannsche Regel auf Selektion beruht. Sie besagt ja erst mal nur, dass Organismen in kalten Gebieten größer sind. Ob dieser Größenunterschied durch Selektion oder genetischer Drift entstand, habe ich nirgendwo gefunden. Da sie aber generell für Warmblüter gilt, scheint es mir plausibel zu sein, dass es ein echter selektiver Prozess war.

    Andererseits, die Samen, die ja schon viel früher dort oben siedelten, sind kleiner. Bei ihnen vermutet man (eine Hypothese von mehreren), dass ihre eher asiatischen Merkmale eher durch Gendrift sich durchgesetzt haben: also, eine relativ kleine Gründerpopulation mit überproportional vielen Individuen mit eher asiatischen Merkmalen hat sich dort oben angesiedelt und lebte über Jahrtausende isoliert. Die asiatischen Merkmale wurden so überproportional häufig in der Population weitergegeben und haben sich so manifestiert - ganz ohne Selektionsdruck.

    Das Gleiche könnte sehr viel später auch mit einer Recken-Gründerpopulation mit zufällig überproportional vielen großen Menschen passiert sein. Große Menschen sollen ja auch generell mutiger sein und keine Angst haben vor wilden fremden Gegenden. Die sind da hochgewandert, haben sich vermehrt, die Größe blieb. Man weiß es nicht. Mir persönlich gefällt aber die Selektionsdrucktheorie besser, weil sie so schön kausal ist.

    Fakt ist: Man sieht in diesem Park diese großen Menschen in großer Zahl. Ich möchte fast sagen überproportional viel. Die Lust nach Abenteuern scheint noch immer in den Recken zu wohnen.
    Zitat Zitat von Sylvie Beitrag anzeigen
    Auch der Finnenpapa will mit seinen Zöglingen hoch auf den Berg. Zur Eile muss er sie nicht antreiben. Ich staune ziegelsteingroße Bauklötzer, als ich sehe, wie organisiert die drei Kinder sind. Sie wissen genau, wo ihre Sachen sind, sie machen selbständig ihr Essen, sie packen ruhig und besonnen alles zusammen und zack – sind sie startklar. Sie lieben das Wandern ...Es gibt noch drei weitere Sprösslinge im finnischen Wanderheldenclan. Bestimmt sind die Kleinen genauso zauberhaft wie seine Großen hier: blond, blauäugig, etwas schüchtern und mit wunderschönen, graden, klaren Gesichtern.
    Der Treiber ist vor allem die sexuelle Selektion gewesen (die Vergangenheitsform ist hier ganz bewusst gewählt). Die hat in einem begrenzten, früher relativ isolierten Gebiet (Südschweden) zu einer einzigartigen Population geführt "blond, blauäugig, etwas schüchtern und mit wunderschönen, graden, klaren Gesichtern.", die anschließend im Zuge mehrerer Auswanderungswellen recht erfolgreich in ganz Europa siedelten (gotische Besiedlung Norddeutschlands, Polens, Baltikums, viel später dann Völkerwanderungen bis auf die Krim, Balkan, Rom, Frankreich, Spanien, Nordafrika, wieder später Wikingerbesiedlung Russland, England, Normandie). Im Mittelalter war ein großer Teil des gesamten europäischen Adels von germanischer Abstammung, auch in Spanien, Portugal, Kroatien, Sizilien und anderen Ländereien, von denen man das erstmal nicht vermutet. Sie unterschieden sich von der übrigen Wohnbevölkerung in Südeuropa durch ihr "blaues Blut".
    Lange Zeit waren auch blonde Frauen ein Exportschlager der Südschweden, begehrt zB am Hof von Konstantinopel und anderswo.

  3. Erfahren

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    AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #63
    Zitat Zitat von TARunner Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für die tollen Berichte vom UKK.
    Ich habe gerade alle 4 "verschlungen"!

    Wie wollen im Sept auch dahin und bin ich gerade schon am planen wie/wo wir lang wollen. Vielleicht starten wir von Kemihaara aber die Organisation/Logistik ist da wohl recht schwer, mal schauen...

    Danke nochmals!
    Vielen Dank TARunner. Ohhh... vom Südosten des Parks träume ich schon lange. Wie wollt Ihr dorthin kommen? Reist Ihr mit dem Auto an? Sag mal bitte dringend Bescheid, wenn Ihr eine Lösung gefunden habt. LG und viel Spaß. Im Herbst ist es dort am schönsten.
    Sylvie

  4. Gerne im Forum
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    AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #64
    Zitat Zitat von Sylvie Beitrag anzeigen
    Vielen Dank TARunner. Ohhh... vom Südosten des Parks träume ich schon lange. Wie wollt Ihr dorthin kommen? Reist Ihr mit dem Auto an? Sag mal bitte dringend Bescheid, wenn Ihr eine Lösung gefunden habt. LG und viel Spaß. Im Herbst ist es dort am schönsten.
    Sylvie
    Hi,
    genau dies ist mein Problem gerade, wir kommen mit den öffentlichen (kein Mietwagen), d.h. über Rovaniemi, Kemijärvi, Savukoski nach Kemihaaran. Das letzte Stück wohl nur dem Taxi. Und den Anbieter welchen ich gefunden habe (http://www.korvatunturintaksi.fi/) muss ich noch anrufen, wie das dann funktioniert...

    Insgesamt ist die Anreise damit deutlich länger/komplizierter als einfach nach IVL mit dem Flugzeug. Wenn ich keine gute/schnelle Verbindung finde, dann wird es wohl auch ein Start/Ende in Saariselkä/Kiilopää werden.

    Aber dann plane ich zumindest bis nach Tahvontupa als südöstlichsten Punkt zu laufen. Dies sollte in einer groben Route Kivipää, Porttikoski, Luton silta, Anterin pyöräparkki, Tahvontupa (sprich am Nordrand des Parks nach Osten und dann an der Grenze nach Süden) machbar sein. Und dann wieder zurück.

    Mal schauen, ich berichte was es werden wird...
    Grüße!

  5. Dauerbesucher
    Avatar von hc-waldmann
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    AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #65
    Zitat Zitat von TARunner Beitrag anzeigen
    Dies sollte in einer groben Route Kivipää, Porttikoski, Luton silta, Anterin pyöräparkki, Tahvontupa (sprich am Nordrand des Parks nach Osten und dann an der Grenze nach Süden) machbar sein. Und dann wieder zurück.
    Moin, war September/Oktober 2018 dort, 6 Wochen, davor auch schon 3x. Also AN DER GRENZE nach Süden würd ich mir echt überlegen, das ist die quad-strasse der finnischen Grenztruppen. Langweilig & hässlich, geht kurz bis vor das Anterin lavvu. Wenn du die LETZTE Abzweigung VOR der Straße nimmst (an der rippusilta bei Raja Jooseppi also nicht direkt weiter auf dem Weg, sondern rechts geht unmittelbar an der Brücke ein Weg ab), kannst du die Hälfte Strasse sparen und in der Kiertamäjärvi autiotupa komfortabel nächtigen. Danach allerdings Strasse. Die Grenze ist aufgerissene Landschaft, lauf lieber weiter innen.

    Tip 1: Bieg lieber noch eins vorher ab und lauf die Muorra lang, sehr schön, war der schönste im UKK bisher, Hütte Jyrkkevarra und Muorravarranruokto. Letztere ist quasi ein Knotenpunkt, kannst dann weiter nach Süden, Vongoiva, oder strikt west übers Fjell zur Hammaskuru, und via dem unvermeidlichen Luirojärvi auf zig Arten wieder nach Kiilopää.

    Tip 2: Wenn du die basic zone schon kennst und das Anlaufen ab Kiilopää zu langweilig findest: ab Buszentrale Ivalo (neben dem Kultahippu Hotel) kann man einen russisches Taxi bis Raja Jooseppi nehmen (i.d.R. ein Gefährt im Stil eines VW-Bus, der dann bis Murmansk weiter fährt), kostet um die 30 EUR und ist über die Tourst Info buchbar). Ich bin letztes Jahr vom Parkplatz Aittajärvi losgelaufen, das tun die meisten Einheimischen, also hitchhike oder Taxi (35 km nach finnischem Tarif sind aber teuer!), Vorteil: genau in der Mitte der Ost-West-Achse des Parks, du kommst überall hin von dort.

    Tip 3: Handy-Empfang geht gegen null je näher du der Grenze kommst (falls du das als Navi einsetzt).

    HTH
    hc-waldmann
    fortis ac vehemens, tunc pulcherrime patiens, apta temporibus (Seneca / de vita beata III, 3)

  6. Gerne im Forum
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    AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #66
    Zitat Zitat von hc-waldmann Beitrag anzeigen
    Moin, war September/Oktober 2018 dort, 6 Wochen, davor auch schon 3x. Also AN DER GRENZE nach Süden würd ich mir echt überlegen, das ist die quad-strasse der finnischen Grenztruppen. Langweilig & hässlich, geht kurz bis vor das Anterin lavvu. Wenn du die LETZTE Abzweigung VOR der Straße nimmst (an der rippusilta bei Raja Jooseppi also nicht direkt weiter auf dem Weg, sondern rechts geht unmittelbar an der Brücke ein Weg ab), kannst du die Hälfte Strasse sparen und in der Kiertamäjärvi autiotupa komfortabel nächtigen. Danach allerdings Strasse. Die Grenze ist aufgerissene Landschaft, lauf lieber weiter innen.

    Tip 1: Bieg lieber noch eins vorher ab und lauf die Muorra lang, sehr schön, war der schönste im UKK bisher, Hütte Jyrkkevarra und Muorravarranruokto. Letztere ist quasi ein Knotenpunkt, kannst dann weiter nach Süden, Vongoiva, oder strikt west übers Fjell zur Hammaskuru, und via dem unvermeidlichen Luirojärvi auf zig Arten wieder nach Kiilopää.

    Tip 2: Wenn du die basic zone schon kennst und das Anlaufen ab Kiilopää zu langweilig findest: ab Buszentrale Ivalo (neben dem Kultahippu Hotel) kann man einen russisches Taxi bis Raja Jooseppi nehmen (i.d.R. ein Gefährt im Stil eines VW-Bus, der dann bis Murmansk weiter fährt), kostet um die 30 EUR und ist über die Tourst Info buchbar). Ich bin letztes Jahr vom Parkplatz Aittajärvi losgelaufen, das tun die meisten Einheimischen, also hitchhike oder Taxi (35 km nach finnischem Tarif sind aber teuer!), Vorteil: genau in der Mitte der Ost-West-Achse des Parks, du kommst überall hin von dort.

    Tip 3: Handy-Empfang geht gegen null je näher du der Grenze kommst (falls du das als Navi einsetzt).

    HTH
    hc-waldmann
    Hi,

    danke für die ausführlichen Tipps! Ich war bisher noch nicht im UKK, aber aufgrund der Zahl der "Wiederholungstäter" ist es wohl die richtige Entscheidung...

    Ich hatte den Abschnitt an der Grenze wie folgt geplant:
    https://www.komoot.de/tour/58147223
    und
    https://www.komoot.de/tour/58148807

    Also zunächst wie von dir empfohlen an der Kiertamäjärvi autiotupa vorbei und dann den Grenzweg entlang. Wenn allerdings die Grenzgegend nicht so schön ist, dann weiche ich dann doch ins Innere aus.

    Kennst Du zufällig die Ecke zwischen Anterinmukka und Vongoiva (und weiter bis Tahvontupa)? Also diesen "Weg": https://www.komoot.de/tour/58026741

    Danke für den Hinweis mit Handy Empfang, allerdings ist die Navigation (mit offline Karten) unabhängig vom Handyempfang. Für den Notfall habe ich sowieso zusätzlich einen PLB dabei.

    Danke nochmals für die ausführlichen Tipps!
    Grüße!

  7. Erfahren

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    AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #67
    Zitat Zitat von TARunner Beitrag anzeigen
    Hi,

    Aber dann plane ich zumindest bis nach Tahvontupa als südöstlichsten Punkt zu laufen. Dies sollte in einer groben Route Kivipää, Porttikoski, Luton silta, Anterin pyöräparkki, Tahvontupa (sprich am Nordrand des Parks nach Osten und dann an der Grenze nach Süden) machbar sein. Und dann wieder zurück.

    Mal schauen, ich berichte was es werden wird...
    Grüße!
    Diese Route klingt ziemlich ambitioniert. Wie lange wollt Ihr bleiben?

    Viel Gruß
    Sylvie

  8. Erfahren

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    AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #68
    Zitat Zitat von hc-waldmann Beitrag anzeigen
    Moin, war September/Oktober 2018 dort, 6 Wochen, davor auch schon 3x. Also AN DER GRENZE nach Süden würd ich mir echt überlegen, das ist die quad-strasse der finnischen Grenztruppen. Langweilig & hässlich, geht kurz bis vor das Anterin lavvu. Wenn du die LETZTE Abzweigung VOR der Straße nimmst (an der rippusilta bei Raja Jooseppi also nicht direkt weiter auf dem Weg, sondern rechts geht unmittelbar an der Brücke ein Weg ab), kannst du die Hälfte Strasse sparen und in der Kiertamäjärvi autiotupa komfortabel nächtigen. Danach allerdings Strasse. Die Grenze ist aufgerissene Landschaft, lauf lieber weiter innen.


    HTH
    hc-waldmann
    Danke hc-waldmann für dieses Statement hier.
    Genau diese Grenzstraße hat uns bisher auch immer abgehalten, uns im Süden rumzutreiben. Dazu der endlos lange Weg außen rum... man muss ja irgendwie erst mal hinkommen. Und dann sollte man, wenn ich mich recht erinnere, weit genug nach Osten fahren, weil im Westen ist das Gebiet sumpfig/mückig.

    Deinen Bericht vom UKK kenne ich noch nicht. Den werde ich mir gleich mal reinziehen.

    Ich grüße herzlich
    Sylvie

  9. Gerne im Forum
    Avatar von TARunner
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    AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #69
    Zitat Zitat von Sylvie Beitrag anzeigen
    Diese Route klingt ziemlich ambitioniert. Wie lange wollt Ihr bleiben?

    Viel Gruß
    Sylvie
    Leider nur 12 Tage, aber mehr Essen kann/will ich nicht schleppen...

    Sind z.Z. ca. 200km geplant und wir fangen auch nicht erst um 14.00 Uhr mit den Tagesetappen an...

    Schade, dass die Bilder in hc-waldmann Berichten nicht mehr dargestellt werden.

  10. Dauerbesucher
    Avatar von hc-waldmann
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    AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #70
    Zitat Zitat von TARunner Beitrag anzeigen

    Schade, dass die Bilder in hc-waldmann Berichten nicht mehr dargestellt werden.
    Da kann ich helfen :-)
    https://www.theoretische-psychologie.uni-bremen.de/html_1/travel.html

    LG HCW
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  11. Erfahren

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    AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #71
    [QUOTE=hc-waldmann;1735202]Moin,
    Tip 2: Wenn du die basic zone schon kennst und das Anlaufen ab Kiilopää zu langweilig findest: ab Buszentrale Ivalo (neben dem Kultahippu Hotel) kann man einen russisches Taxi bis Raja Jooseppi nehmen (i.d.R. ein Gefährt im Stil eines VW-Bus, der dann bis Murmansk weiter fährt), kostet um die 30 EUR und ist über die Tourst Info buchbar). Ich bin letztes Jahr vom Parkplatz Aittajärvi losgelaufen, das tun die meisten Einheimischen, also hitchhike oder Taxi (35 km nach finnischem Tarif sind aber teuer!), Vorteil: genau in der Mitte der Ost-West-Achse des Parks, du kommst überall hin von dort.


    HTH
    hc-waldmann[/QUOTE

    Hallo Hans-Christian,
    die Variante mit dem Russentaxi ab Ivalo gefällt mir. Aber wo kriegst Du das Gas her?
    LG Sylvie

  12. Dauerbesucher
    Avatar von hc-waldmann
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    AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #72
    Zitat Zitat von Sylvie Beitrag anzeigen
    die Variante mit dem Russentaxi ab Ivalo gefällt mir. Aber wo kriegst Du das Gas her?
    LG Sylvie
    Falls du Gas für den Kocher meinst. Stechkartuschen im S-Market direkt beim Taxistand, Gaskartuschen mit Schraubgewinde in dem Outdoor/Landhandel neben dem R-Kioski direkt gegenüber an der E75, Westseite. Die TI weiß mehr.

    Falls du Gas fürs Taxi nach Russland meinst: ich bin mir unschlüssig, womit dieses Gefährt betrieben wurde. Es war definitiv Vodka beteiligt. Ich erinnere mich auch daran, dass ich die Anzahl der Räder nicht sicher bestimmen konnte und dass das Lenkrad nicht rund war. Es hatte jede Menge Hebel vom Boden abgehend und ein dashboard wie auf der Orion (abzüglich Bügeleisen). Für zumindest eine Gas-Heizung sprach die Sauna-Temperatur im Inneren, mit Daueraufguss durch ultrasüßes Parfum des Fahrers. Kurz vor der Grenze stand ein Schild in russisch "Hier keine Autos demontieren und abstellen" (Foto unten), woneben mehrere Schrottautos mit verstörender Ähnlichkeit zu meinem Taxi aufgetürmt waren (N 68°20'37.4". O 28°27'24,11").

    Geändert von hc-waldmann (08.03.2019 um 10:01 Uhr)
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  13. Erfahren

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    AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #73
    Zitat Zitat von Spartaner Beitrag anzeigen
    Schön zu lesen, dein Bericht. Ich bin erst jetzt darüber gestolpert.


    Ich stecke auch gerne in Schubladen, und da landet der Finnenpapa bei den Nachfahren der Schweden, die an der Südküste Finnlands auch einen größeren Anteil an der Gesamtpopulation ausmacht.





    Der Treiber ist vor allem die sexuelle Selektion gewesen (die Vergangenheitsform ist hier ganz bewusst gewählt). Die hat in einem begrenzten, früher relativ isolierten Gebiet (Südschweden) zu einer einzigartigen Population geführt "blond, blauäugig, etwas schüchtern und mit wunderschönen, graden, klaren Gesichtern.", die anschließend im Zuge mehrerer Auswanderungswellen recht erfolgreich in ganz Europa siedelten (gotische Besiedlung Norddeutschlands, Polens, Baltikums, viel später dann Völkerwanderungen bis auf die Krim, Balkan, Rom, Frankreich, Spanien, Nordafrika, wieder später Wikingerbesiedlung Russland, England, Normandie). Im Mittelalter war ein großer Teil des gesamten europäischen Adels von germanischer Abstammung, auch in Spanien, Portugal, Kroatien, Sizilien und anderen Ländereien, von denen man das erstmal nicht vermutet. Sie unterschieden sich von der übrigen Wohnbevölkerung in Südeuropa durch ihr "blaues Blut".
    Lange Zeit waren auch blonde Frauen ein Exportschlager der Südschweden, begehrt zB am Hof von Konstantinopel und anderswo.
    Hab vielen Dank Spartaner, für Deine äußerst interessanten Ausführungen. Ich bin erst jetzt dazu gekommen, auch Deine Links zu verfolgen. Es ploppen hier für mich mehrere Fragen auf. Du meinst also, die Finnen sind nicht direkt von Südschweden eingewandert, sondern haben den Umweg übers Baltikum genommen, also Norddeutschland, Polen, dann die baltischen Staaten, Russland bis sie schließlich in Suomis Schoß gelandet sind? Dagegen spricht massiv, dass finnisch zur uralischen Sprachfamilie gehört und nicht zur indogermanischen. Die haben bestimmt nicht hinterm Ural kurz halt gemacht, um sich diese äußerst fremdartige Sprache anzueignen und sie fortan zu sprechen.

    Eine Vermischung mit den Russen erscheint mir da wahrscheinlicher. Die echten Russen sollen ja auch eher weißblond oder rotweißblond und eher reckenhaft sein, woher kommt nun dies? Mein Finnenpapa schien mir russisch...er hatte dieses breite Lächeln und hohe Wangenknochen. Da er beglatzt war, kann ich leider über die Haarfarbe wenig aussagen. Er kann als Vater seiner Kinder blond gewesen sein, muss aber nicht.
    Bei der sexuellen Selektion bin ich bei Dir, ich würde sie aber als Teil des gesamten Selektionsprozesses betrachten. Die sexuelle Selektion sorgt für erfolgreiche Reproduktion, aber wenn die erfolgreichen Recken nur Kinder gezeugt hätten, die physisch unterlegen sind, hätten sie eventuell das eigene Zeugungsalter gar nicht erreicht oder wären spätestens hier sexuell ausgemustert worden. Dann wären diese Merkmale, hoher Wuchs usw. nach ein paar Generationen ausgemendelt worden. Und blond vererbt sich rezessiv. Es wird immer vom Dunklen übertönt. Die müssen also eine Zeitlang unter sich gewesen sein, um dieses Merkmal stabil über die Generationen hinweg zu etablieren. Das wiederum würde eher für genetischen Drift sprechen. Vielleicht war es beides?

    Danke, dass Du mich derart erhelltest.

    LG Sylvie
    Geändert von Sylvie (11.03.2019 um 00:48 Uhr)

  14. Erfahren

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    AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #74
    Zitat Zitat von Spartaner Beitrag anzeigen

    Der Treiber ist vor allem die sexuelle Selektion gewesen (die Vergangenheitsform ist hier ganz bewusst gewählt). Die hat in einem begrenzten, früher relativ isolierten Gebiet (Südschweden) zu einer einzigartigen Population geführt "blond, blauäugig, etwas schüchtern und mit wunderschönen, graden, klaren Gesichtern.", die anschließend im Zuge mehrerer Auswanderungswellen recht erfolgreich in ganz Europa siedelten (gotische Besiedlung Norddeutschlands, Polens, Baltikums, viel später dann Völkerwanderungen bis auf die Krim, Balkan, Rom, Frankreich, Spanien, Nordafrika, wieder später Wikingerbesiedlung Russland, England, Normandie).
    Hah Spartaner,
    Du hast gemacht, dass ich das alles noch mal nachgelesen habe. Und Du hast Recht: in der Tat gab es eine kräftige Durchmischung von Finnen und Schweden, das war aber erst später, lange nachdem die Finnen über die Ostsee oder über Russland eingewandert waren. Ihre Sprache hatten sie also schon mitgebracht von hinterm Ural. Diese Durchmischung war so stark, dass der Genpool der Finnen gewissermaßen indoeuropäisiert wurde, wie ich auf Wiki las. 80 % der Finnengene scheinen heute demnach skandinavisch/indogermanischer Natur zu sein. Dennoch ist es erstaunlich, wie sich ein rezessives Merkmal (bond) so durchsetzen konnte. Der Selektionsvorteil, der herrschte, war aber anscheinend nicht die Hühnenhaftigkeit der blonden Recken, sondern ihre helle Haut, die mit dem hellen Haar gekoppelt vererbt wird. Diese sorgte für eine bessere Vitamin D-Produktion in den lichtarmen Breiten des Nordens. Und meine These des Ausmendelns stimmt auch nicht ganz, der Prozess, dass bestimmte Eigenschaften im Laufe der Evolution wieder verloren gehen, passiert nur, wenn auch hier wieder ein Selektionsdruck dafür vorherrscht, sprich, wenn es vorteilhaft gewesen wäre, nicht die blonden Gene in sich zu tragen und entsprechend zu vererben. Ich aber glaubte, dass ein Vorteil vorhanden sein muss, sie zu haben, stimmt aber nicht, es darf nur kein Nachteil vorhanden sein durch sie. Also erfolgte eine gute genotypische Etablierung dieser Eigenschaften, auch wenn sie im Außen, im Phänotyp nur bei reinerbig Blonden sichtbar wird.

    Was habe ich wieder alles hier gelernt. Unglaublich ist das.
    Viele Grüße
    Sylvie

  15. Erfahren

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    AW: [FI] Lappland im Sommer: Action in der Wetterkiste

    #75
    Zitat Zitat von hc-waldmann Beitrag anzeigen
    Falls du Gas für den Kocher meinst. Stechkartuschen im S-Market direkt beim Taxistand, Gaskartuschen mit Schraubgewinde in dem Outdoor/Landhandel neben dem R-Kioski direkt gegenüber an der E75, Westseite. Die TI weiß mehr.

    Falls du Gas fürs Taxi nach Russland meinst: ich bin mir unschlüssig, womit dieses Gefährt betrieben wurde. Es war definitiv Vodka beteiligt. Ich erinnere mich auch daran, dass ich die Anzahl der Räder nicht sicher bestimmen konnte und dass das Lenkrad nicht rund war. Es hatte jede Menge Hebel vom Boden abgehend und ein dashboard wie auf der Orion (abzüglich Bügeleisen). Für zumindest eine Gas-Heizung sprach die Sauna-Temperatur im Inneren, mit Daueraufguss durch ultrasüßes Parfum des Fahrers. Kurz vor der Grenze stand ein Schild in russisch "Hier keine Autos demontieren und abstellen" (Foto unten), woneben mehrere Schrottautos mit verstörender Ähnlichkeit zu meinem Taxi aufgetürmt waren (N 68°20'37.4". O 28°27'24,11").

    Danke Dir Hans-Christian. Ich hab dolle gelacht. Ein Russentaxi mit Gas bestücken zu wollen, hielte ich für ein aberwitziges Unterfangen. Aber man soll niemals nie sagen.... wer weiß schon, welchem Aberwitz man sich noch alles stellen muss. Wir denken jedenfalls stark über diese Variante nach für unsere diesjährige Sommertour. Ajttajärvi hat den Charme, dass man sofort mittendrin ist im finnischen Märchenwald.

    Viele Grüße
    Sylvie

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