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  1. Fuchs

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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #21
    Mitreisende: Nicki
    So, ich war kurz auf Tour in den Pyrenäen- aber Rücken machte leider nicht mit. Jetzt hab ich wieder etwas Zeit......


    7. Etappe: 26.09.2017- Refuge du Portillon- Bivac am Plan de Aiguallut - HRP- die zweite der drei schwierigen Etappen

    Ich- oder besser wir- alle Wanderer auf der Hütte haben Glück.
    Gutes Wetter. Der Himmel ist blau, die Sicht ist gut. Es ist trocken, wenn auch eine wenig frisch, knapp unter null Grad. Ein paar Pfützen sind noch von Eis bedeckt. Also, gute Bedingungen für die nächste Etappe! Aber erst mal Frühstücken und die Klamotten einpacken.
    Wieder um neun Uhr gehe ich los. Andere sind schon früher auf, ein paar warm verpackte Arbeiter beginnen ihr Werk am Staudamm des Lac du Portillon, über den ich grade gehe.


    Am Ende des Staudamm beginnt dann ein schmaler Pfad, der oberhalb des Sees entlangführt und dann stetig bergauf führt. Einmal links halten- in Richtung des Col Inferieur de Literole, dann stimmt alles.
    Ab und zu gibt es Pfadspuren, ab und zu geht es über Steine. Steinmänner helfen dann bei der Richtungssuche. Insgesamt jedoch ein anstrengender Aufstieg, aber der ohne echte Schwierigkeiten ist.


    Auch mal zurückschauen lohnt sich, der Lac du Portillon liegt eingepfercht zwischen steilen Hängen.


    Auf ca. 2910 m ein kl. Stück blankes Eis (ein Gletscherrest), ohne Probleme lässt sich der Eisblock am Rand über Schutt umgehen. Dann noch ein paar Meter durch ein rutschiges und steiles Geröll- und der Col Inferieur de Literole (ca. 2980 m- und damit der höchste Pass des HRP) ist erreicht.
    Blick nach Spanien- da geht es hin....


    Ich schau mich nur kurz um, genieße die Aussicht und geh dann ohne Pause weiter. Sehr steil und sehr rutschig geht es nun bergab. Einen klaren Pfad gibt es nicht, Spuren gehen mal da, mal dort her....
    Schnee liegt auf der spanischen Seite jedoch gar keiner mehr- nur Geröll (reichlich Schnee 2005). Nach einen gutem Stück Rutscherei ist das Gelände flacher und etwas angenehmer.


    Weiter gibt es keinen Pfad, nur mal Spuren und Steinmänner. Ewas entfernt sehe ich zwei andere Trekker, die im Aufstieg zum Col sind (das sieht schon kräftig steil aus .... puh).
    (Suchbild..... - im Hintergrund der Col Inferieur de Literole


    Laut der TopoPirineos führt der Track ziemlich nah am Ibon Blanco de Literole vorbei, das ist aber nicht so- etwas höher geht es her. Ich folge so Steinmännern, Karte und GPS und der Intuition- und komme dann am Portal de Remune an (2830m laut Karte).
    Ich suche mir hier ein Eckchen mit schöner Aussicht in das grüne Tal des Rio Esera, 1000m unter mir. Ich habe jetzt nicht die Ruhe für lange Siesta, ich möchte die schwierigen Teile geschafft haben, also kurze mache ich nur eine Pause und eine kleine Brotzeit.


    Weiter führen mich eine Folge von Steinmännern, recht steil bergab, zum Teil über glatte Felsen, zum Teil über Geröll, Richtung des Pica de Remune. Ab und zu brauche ich die Hände zum Sichern und als Stütze. Jetzt bei dem gutem Wetter ist die Orientierung nicht schwierig, Steinmänner sind immer passend aufgestellt, doch zwischendurch finde ich die Häufchen nicht auf den ersten Blick.




    Der HRP wechselt nun die Richtung- auf ca. 2650m Höhe nach links. Weiter eine Schufterei über Blöcke und Geröll, ab und an gibt es nun auch Farbklecke als Zeichen. Der Talgrund lässt sich nun erahnen, es zieht sich noch, bis dieser erreicht wird. Gras beginnt, ein durchgehender, einfacher Pfad jedoch nicht. Dann sehe ich den Rio Remune, noch ein gutes Stück liegt dieser tiefer. Der Talschluss mit dem Bach ist wunderbar, die Farben sind herrlich.
    Der Pfad ist am linken Bildrand....


    Um 14:10 erreiche ich den Bach (ca. 2380m). Ich zapfe nur kurz Wasser, genieße dabei die wilde Szenerie des Valle de Remune. Ich bin sehr glücklich hier zu sein!


    Es wird nicht wirklich einfacher und bequemer. Der Rio Remune hat hier eine schmale Schlucht gegraben. Auf der rechten Bachseite ist der Pfad, doch immer wieder sind steile Passagen, Schutt und Blöcke zu überwinden.


    Auf 2225 m öffnet sich die Schlucht, ein schöner, ebener Platz- Zeit für eine Pause, etwas Essen, ein wenig in der nicht so kräftigen Sonne liegen- ohne Jacke ist es mir zu frisch.
    Nach einer halben Stunde gehe ich weiter bis zum nächstem schönen Plateau (Pleta des Capellans- 2055 m) - das ist ein guter Platz für ein Bivac. Ich will aber noch nicht übernachten, habe noch keinen Feierabend.


    Die Pfade werden gemütlicher, der schwierige Teil ist aber für heute zu Ende, ein Weg ist nun meist gut zu erkennen, und falls nicht helfen die Markierungen. Ein Pinienwald beginnt,



    .....kreuz und quer scheint hier ein Bach zu fliesen und ganz plötzlich verlasse ich das Remune Tal und habe Asphalt unter den Füßen, ich stehe auf der schmalen A 139, die von Benasque hier her führt.
    Vor mir ein grünes Tal mit dem Hospital de Benasque (Hotel). Ein paar Meter folge ich der Straße nach links, und gehe dann hinab Richtung Rio Esera, dem grünem Gras, ein paar buntem Blümchen und dem Hotel.


    Gar nicht so langweilig hier, erst sehr flach, dann ein wurzliger Waldpfad, eine große Schafsherde, die von Hirtenhunden zusammengehalten wird und dann La Besurta, auf 1920 m Höhe. Hier ist ein Parkplatz, eine Straße endet hier, im Sommer gibt es hier einen Kiosk und einen Bustransfer das Tal hinauf. Zelten ist hier verboten, aber Wohnmobile dürfen in der Nebensaison hier stehen!
    Die Pic de Aneto Bezwinger (der höchste Berg der Pyrenäen, mit 3403m) gehen nun zur Refugio de Renclusa, ich gehe weiter- ich möchte ja nicht auf den Aneto. Ein paar Wanderer begegnen mir, sie sind im Abstieg von der Refugio.
    Dann bin ich wieder alleine und mache mir Gedanken wo ich mein Zelt aufstellen soll oder ob ich in einer Cabane schlafe. Ich bin mir nicht sicher- aber vieleicht steht ja auch noch die Cabana de Aigualluts- eine einfache Blechschachtel. Vorbei an am jetzt menschenleeren Forau de Aigualluts (Wiki- hier verschwindet ein Fluss...) und dem Cascada de Aigualluts. Ich halte mich rechts, suche die Cabana de Aigualluts, überquere den Bach, steige den Abhang auf. Nach dem GPS sollte die Cabana hier stehen, ich finde nur ein paar Fundamente- die Cabane gibt es nicht mehr!
    Mittlerweile ist es Halb acht, also wirklich Zeit einen Platz zu finden und dieser ist sehr gut. Eine grade Wiese, eine Feuerstelle, Wasser in der Nähe, etwas zum Sitzen (Steine.... ) und eine wunderbare Landschaft. Nur bin ich mir nicht sicher, ob das Bivacieren hier erlaubt ist. Also baue ich mein Gatewood Cape in der kl. Baumgruppe, nur wenige Meter entfernt auf. So das ich nicht so schnell gesehen werde. Na ja, wenn wirklich jemand kontrolliert, wird dieser zuerst hier nachschauen. Das ist ein beliebter Platz, hier wird öfters Übernachtet. Jedoch ist hier nichts vermüllt, außer ein paar "Häufchen" mit Toilettenpapier drauf.





    Dann fülle ich unten am Bach meine Wasserflaschen auf. Wasche mich ein wenig, für ein Bad im Bach ist es mir zu frisch. Das Lager ist soweit fertig, zum Aufwärmen gibt es Tee und anschließend die obligatorische Nudelmahlzeit aus der Tüte- das soll nach Pilzen schmecken.
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  2. Dauerbesucher
    Avatar von blackteah
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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #22
    Wow, was für eine Landschaft! Und echt super Fotos

    Die Pyrenäen hatte ich nie so richtig auf dem Schirm, aber nachdem ich diesen Sommer einige Spanier getroffen haben (und Berichte wie diesen den Mund wässrig machen ) muss ich mich doch mal mehr mit ihnen beschäftigen

    Schade dass du wegen deinem Rücken abbrechen musstest, aber wenn ich das richtig verstanden habe bist du gerade wieder dort?

  3. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #23
    Hallo Folko!

    Wie blöd mit deinem Rücken!!!

    Über deine Fortsetzung des Berichtes freue ich mich jedoch sehr! Das sind gerade die Etappen, die ich in diesem Sommer umgehen musste. Und wegen derer ich natürlich unbedingt noch einmal in die Pyrenäen muss!

    Bin gespannt auf mehr!

    Viele Grüße und weiterhin gute Besserung!
    Sylvia
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    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  4. Fuchs

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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #24
    Schade dass du wegen deinem Rücken abbrechen musstest, aber wenn ich das richtig verstanden habe bist du gerade wieder dort?

    Ne- der Tourenbericht hier- das ist vom letztem Jahr- (mehr auf meiner Homepage :-) )
    Dieses Jahr habe ich seit längerem "Rücken" ..... war kurz zum Touren- Versuch (3 Tage) in den Pyrenäen und jetzt wieder mit "Aua" Rücken zuhause.

    LG

    Folko
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  5. Dauerbesucher
    Avatar von blackteah
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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #25
    Zitat Zitat von Nicki Beitrag anzeigen
    Ne- der Tourenbericht hier- das ist vom letztem Jahr- (mehr auf meiner Homepage :-) )
    Dieses Jahr habe ich seit längerem "Rücken" ..... war kurz zum Touren- Versuch (3 Tage) in den Pyrenäen und jetzt wieder mit "Aua" Rücken zuhause.

    LG

    Folko
    Oh, achso –das habe ich wohl überlesen. Danke! Deine Homepage strotzt ja nur so vor nützlichen Infos
    Ich wünsche dir auf jeden Fall gute Besserung!

  6. Fuchs

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    #26
    8. Etappe: 27.09.2018 - Plan de de Aigualluts - Bivac am Ende des Vall de Salenques - HRP Variante/ GR 11 Variante


    Am Morgen herrscht wieder tolles Wetter, mal wieder ein strahlend blauer Himmel, kaum eine Wolke ist zu sehen. Das Plan des Aigualluts liegt wunderbar vor mir, und entsprechend gut ist meine Laune.


    Für den heutigen Tag habe ich zwei Möglichkeiten- die normale HRP Etappe über den Col de Mulleres (die dritte der drei schweren HRP Etappen), oder durch das Nachbartal über den Coll de Salenques. Zweimal bin ich schon über den Col de Mulleres gegangen und zweimal habe ich die Salenques Etappe schon abgebrochen, ich will es jetzt aber nochmal versuchen. Und hoffen das ich diesmal mehr Mut habe. Das Steile und Blockreiche Gelände dort, hat mir Ausdauer und den Willen gebrochen, aber letzten Endes ist es Wandern in einem nicht so leichtem Gelände.

    Linke Seite des Plan des Aigualluts führt der HRP in den Barranco de L' Escaleta, in der rechten Seite führt ein Pfad in das Vall de Barrancs (2042m)- dort will ich hin, also die Variante nochmal versuchen.
    Wie immer ist um 9 Uhr alles gepackt und die Zähne geputzt, und wie immer gehe ich ohne Frühstück los.
    Ich bleibe auf dem Plateau rechts (in meiner Richtung), muss mal den Bach überqueren, erreiche das rechte Ende des Plateaus und suche den Einstieg in das Vall de Barrancs. Das Licht ist wunderbar, kein Mensch außer mir ist hier. Und hier ist ein Hotspot der Pyrenäen. Das alles sorgt für gute Stimmung und meine Motivation wächst, diesmal schaffe ich den Collado de Salenques.


    Hier findet sich dann ein Pfad , dem ich links vom Bach in meiner Richtung, folge. Ein abwechslungsreicher Weg, mal über Blöcke, mal auf einem sichtbarem Pfad. Und was mir auffällt, nun gibt es Rot /Weiße Markierungen- und das ist recht neu, früher gab es nur Steinmänchen. Das macht den Aufstieg doch wesentlich einfacher.


    Auf ca. 2210 m Höhe leiten mich die Markierungen auf die andere Bachseite, es folgt einer kl. Aufstieg. Auf 2300m Höhe wird es flacher, zwischen reichlich Felsblöcken suche ich meinen Weg. Ab und zu muss ich von Felsblock zu Felsblock, und dann wieder gemütlicher über Pfade.


    Die letzten Meter zum Collado de Barrancs sind steiler, um 11:45 komme ich dort an (2485 m, laut Karte).


    Weit vor mir der Collada de Salenques, eine wilde Landschaft! Und über allem thront der höchste Berg der Pyrenean- der Aneto (3404 m).


    Ca. 70 m, steige ich nun nochmal recht steil abwärts, dann geht es nur noch aufwärts. Einen Pfad gibt es nicht, ab und zu mal Spuren, jedoch weiter die rot/ weißen Zeichen. Das hilft doch sehr. Die Richtung ist ja klar, aber den einfachsten Weg zu finden ist so einfacher.


    Irgendwann bemerke ich vier weitere Wanderer, die recht zügig zu mir aufschließen. Die ersten beiden überholen mich, sie bewegen sich mit einer tollen Sicherheit hier von Fels zu Fels. Wo ich vorsichtig eher balanciere, gehen die beiden gemütlich von Block zu Block.


    Die anderen zwei schließen dann auch auf, sie laufen nicht ganz so selbstverständlich, ihre Stöcke klappern, sind aber auch schnell an mir vorbei. Der Schlussanstieg ist dann nochmal ordentlich steil. Ich klettere, balanciere und quäle mich die letzten Meter hoch und habe dann den Collado de Salenques -2812 m laut Karte- im dritten Versuch erreicht. Und das macht mich doch ziemlich zufrieden!


    Die vier Spanier sind auch noch da, sie legen grade ihr Kletterzeug an, ihr Ziel ist die Cresta de Salenques- Tempestades, wie ich dann erfahre (- mal bei YouTube suchen.... ). Die zwei ganz Fitten ziehen uns drei im Spaß etwas auf- wegen der Klapperei mit dem Stöcken. Und jetzt weiß ich auch warum der Pfad markiert ist, das ganze ist nun eine GR 11 Etappe- eine Variante: der GR 11.5- ein Schild ist hier angebracht.


    Die Gruppe verlässt mich dann, sie steigen in den Fels ein. Ich esse etwas Schokolade, und schau mit den weiteren Weg an. Das Valle de Salenques scheint durchgehend mit Blöcken gefüllt zu sein, das wird eine ziemliche Arbeit werden, denke ich. Ich hoffe, das ab und doch mal ein Weg dort herführt.


    Aber erst mal muss ich hier wieder absteigen, wieder ist das ein steiler und durch das Geröll rutschiger Abstieg. Ich bin froh hier alleine zu sein, in einem Pulk hätte ich sorgen, das ein Stein ins Rutschen kommt und ich dem im Weg steh.
    Ab und zu gibt es noch rot/ weise GR 11 Zeichen, jedoch nicht lange, da der GR 11 dann nach rechts Refugio de Cap de Lauset abbiegt.
    Auf 2500m Höhe erreiche ich den Bach, ich fülle meine Wasserflasche und trinke reichlich.





    Dann geht es bergab, ich suche meinen eigenen weg, versuche einen kl. Bogen zu schlagen und durch Grasschroffen etwas einfacher als zu gehen. Zwischenzeitlich gibt es Steinmänner, und selten auch mal Pfadspuren. Auf 2230 m liegt ein riesiger gebrochener Felsblock im Tal, ich schätze ihn auf bestimmt sechs m hoch. Ich halte mich dann rechts, das gehen scheint hier etwas bequemer zu sein, dafür muss ich dann hier auch wieder runter.....


    [/URL]Immer wieder gibt es aber auch Blockpassagen, die ich dann überwinden muss.


    Auf 2037 m, der erste etwas lieblichere Platz, eine kleine Lichtung, das Pleta del Cap de la Val. Der Bach glasklar, das hohe und harte Gras- herbstlich Bunt. Füße haben einen Pfad getreten, die Halme sind dort geknickt.


    Wenig später stehen riesige Blöcke im Weg, der glatte Fels ist griffig und lässt sich gut Klettern. Steinmänchen zeigen in dem kl. wirr wahr den Weg an. Die Kraxelei ist nur ein kurzes Stück und schnell zu Ende.


    Es beginnt dann ein Wald, es riecht moosig , modrig. Es ist bunt hier, der schmale Pfad und alles drumherum dicht gewachsen und feucht, es gluckst aus löchern - ich bin im Dschungel!


    Dann, auf ca.1800m Höhe- ist der Aussicht kurz frei.


    Wieder Wald, diesmal mit dicken Stämmen, ein Bach, ein Wasserfall.
    Ich suche den GR 11, möchte darum auf die andere Talseite, verpasse aber irgendwie den Abzweig und bleibe daher auf der linken Seite.
    Hier folgt ein Pfad dem Tal, langsam durch immer dunkler werdenden Wald. Ich schau mich nach Bivacplätzen um. Um kurz vor Acht stehe ich auf einer Lichtung, kein wirklich guter Platz, feucht, steinig , aber ein Platz (1580 m Höhe)!
    Ich baue das Gatewood Cape einfach auf dem Weg auf, ich glaube kaum das der Pfad in der Nacht gebraucht wird. Das Cape steht nicht gut, ich habe aber auch keine Lust mehr mir hier viel Arbeit zu machen- es bleibt so wie es ist!
    Einen Fels nutze ich als Küchenzeile, trinke einen Tee mit viel Zucker. Es ist fast dunkel, kühl und ruhig. Ein wenig Blätter rascheln, ein wenig Wassergurgeln ist zu hören. Ich esse meine Nudeln. Spüle anschließend, verpacke das Küchenzeug, krieche in den Schlafsack. Ein wenig schief, aber es wird schon gehen.
    Bild vom nächsten Morgen....
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  7. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #27
    Wow, ist das schön da! Und im Herbst so schön bunt!
    Am liebsten würde ich sofort dorthin und da wandern!
    Mal sehen, was ich mir für nächstes Jahr zusammenbastele

    Viele Grüße,
    Sylvia
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  8. Erfahren
    Avatar von SiSler
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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #28
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Wow, ist das schön da! Und im Herbst so schön bunt!
    Am liebsten würde ich sofort dorthin und da wandern!
    Mal sehen, was ich mir für nächstes Jahr zusammenbastele
    ... oh jaaaah .. durch deinen und diesen Reisebericht hier fühle ich mich gerade etwas "angefixed" doch auch mal die Pyrenäen erwandern zu wollen. Das liest doch alles noch viel spannender als ich das von flüchtigen Ausflügen (bei einer Überquerung mit 'ner "Ente" (Citroen 2CV) vor ca. 30 Jahren in Erinnerung habe) .. ich - letzte Jahre in/auf anderen Kontinenten unterwegs - resümiere "warum in die Ferne schweifen, denn das Gute/Schöne liegt so nah" ... Danke dafür auch @Nicki !!!

  9. Fuchs

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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #29
    9. Etappe:28.09.2017- Ende des Vall de Salenques - Refugi Restanca

    Die Nacht ist nicht besonders gut, ich rutsche ständig an das Zeltende und auch halb von der Matte. Ich bin daher recht oft wach um alles zu richten, schlafe unruhig.
    Am Morgen wache ich trotz allem erholt auf. Alles ist hier feucht vom Tau. Nicht nur ein wenig feucht- eher klatschnass. Das Gras auf der Lichtung, auch das Tarp von innen und außen ebenso.
    Das Fußteil vom Schlafsack ist fast durchnässt. Vorsichtig stehe ich auf, damit ich nicht im Tautropfen regen stehe. Ich sichere dann meine Sachen die möglichst trocken bleiben sollen auf dem Felsen. Packe den Rest ein und schüttele und wisch den Zeltstoff dann soweit trocken wie es geht. Alles verschwindet dann im Rucksack, auch der teils nasse Schlafsack. Das macht den Daunen nichts, die sind nicht so empfindlich, spätestens heute Abend kann ich den Schlafsack trocknen.
    Um halb zehn ist alles gepackt und ich auf gehe los.
    Die Sonne scheint nun, der graue Morgen ist verschwunden, das Licht ist schön und der Wald bunt.


    Es ist lockeres gehen, meist bergab durch den Wald.
    Eine halbe Stunde später ist das Tal des Rio Noguera Ribagorzana erreicht und damit auch die N 230. Schon eine breite Straße, aber zum Glück mit ist hier wenig Verkehr. Ich überquere die Straße, so 500m geht es direkt an dieser entlang, dann scharf abbiegen, über eine Brücke und weiter auf einem ziemlich steinigen Weg, der dann doch zu einem gemütlichen Waldweg übergeht (GR 11 - Rot / Weiß und es gibt Schilder). Nach knapp 800m kann rechts das Vall de Besiberri erreicht werden. Ich mag dieses Tal und die zerklüfteten Spitzen. Dort über kann den Coth dera Canau de Rius (nur in der Alpina Karte eingezeichnet) lässt sich laut der Karte auch der Lac de Mar erreichen (also der HRP).
    Ich bleib aber hier auf dem GR 11, heute soll es ein gemütlicher Tag werden.
    Ich hoffe das die Refuge de Conangles offen ist, ein Kaffee ist jetzt etwas schönes, aber nichts da- geschlossen. Jedenfalls über den Tag.
    Die Bäume werden weniger (ca. 1600m), ein Wegweiser am Weg, ich folge dem Pfeil Richtung Port de Rius.


    Rechts ist die frühere - also geschlossene - Refuge, das Hospital de Vielha (oder Refugi Boca Sud), direkt an der Straße.
    Ich laufe auf dem GR 11 auf problemlosen Weg- teils eine Piste, teils an alten Bäumen vorbei und über kräftige Wurzeln. Eine Schafherde begegnet mir (1720 m). Sonst bin ich hier weiter alleine.


    Das Talende ist erreicht, der Pfad schwenkt nach links und steigt auf schmalem Bergpfad hinauf. Drei Spanier kommen mir lachend entgegen. Der Col de Mulleres ist nun gut zu sehen, sehr steiles Gelände (also Rückblick auf die die normale- anspruchsvolle HRP Etappe).


    Bissl Zoom...


    Hier sind jedoch keine echten Probleme, nur einmal darf ich das abbiegen nicht verpassen- sonst lande ich falsch am Estanh Redon.
    Um 14:20 komme ich am Port de Rius an (2330 m). Der Weg ist nun flach, erreicht schnell den Lac de Rius. Ich suche mir hier einen schönen Platz, lege das Capewood Cape zum trockenen in die Sonne und mache eine Brotzeit und schaue beim Essen auf den See.


    Kurze Zeit später gehe ich weiter. Umrunde den See und muss mich dann entscheiden- bleibe ich auf der GR 11 Variante, oder gehe ich auf dem HRP zum schön gelegenen Lac de Mar. Mittlerweile gibt es hier auch einen Wegweiser (2320m), der von Wind und Wetter reichlich gebeugt steht.


    Ich überlege nicht lange und bleibe dann auf der einfacheren Variante, also auf dem GR 11 in den Barranco de Ruis hinunter. Das hier ist einfaches Wandern, spannender und noch schöner ist der Weg am Lac de Mar vorbei, aber auch anstrengender.
    Lac de Mar- Variante....


    Zuerst ist das also ein gemächlicher Bergpfad, der auch mal über ein grasbewachsendes Plateau führt, immer an der rechten Barranco Seite hinunter. Recht gut rot/ weiß markiert und immer mit Pfadspuren.


    Gar nicht weit entfernt wird gejagt, die Schüsse drücken auf die Ohren- hoffentlich werde ich nicht mit was auch immer verwechselt.
    Auf ca.1960 m biegt der GR 11 nach rechts ab. das Gelände wird etwas mühevoller, Blöcke, der Pfad wird schmaler, steigt dann entlang ein paar Strommasten wieder an, bis die Höhe erreicht ist (2023m) und der Era Restanca zu sehen ist. Um 17:40 erreiche ich dann die Refugio de Restanca (2010m).







    Erstmal die Schuhe ausziehen, den Rucksack in eins der Fächer im großen Vorraum. Pantoffeln in der richtigen Größe aussuchen und dann zum Wirt - Anmelden. Dann wieder runter, meine Sachen aus dem Rucksack holen, wieder hoch, im Zimmer das Bett richten. Den Schafsack zum trocken ausbreiten. Runter- Duschen,- T- Shirt und Unterbux waschen. Beim Wirt eine Cola und ein Bier holen.
    Und dann: draußen in die Sonne setzen, über den See schauen, dem Rauschen des Wasserfalls zu hören..... und dem Wirt zuschauen. Er geht bis zur Hüfte in das kalte Wasser und bleibt dort Minutenlang stehen. Jeden Abend macht er das, erzählt er dann!
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  10. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #30
    Bei dir war es ja im September schon bunter als bei mir im Oktober!
    Herrlich!
    An den einen oder anderen Stein und See kann ich mich noch lebhaft erinnern!
    Dann ist es aber auch schön Fotos von den Alternativstrecken zu sehen, die ich nicht gegangen bin.

    Danke sehr!
    Ich hab schon wieder Seen-Sucht

    Viele Grüße,
    Sylvia
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  11. Fuchs

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    #31
    ........Das liest doch alles noch viel spannender als ich das von flüchtigen Ausflügen.....
    Das ist auch spannend

    .......Bei dir war es ja im September schon bunter als bei mir im Oktober!......
    Das war auch das bunteste Jahr. Solche kräftigen Farben hatte ich bisher nicht.

    LG Folko
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  12. Fuchs

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    #32
    Kl. Variante- um die doch recht lange Asphalt Passage bis nach Salardu zu vermeiden.....

    10. Etappe: 29.09.2017- Refugi Restanca bis Bivac unterhalb des Mont Romies - HRP / GR 11/ Variante


    9 Uhr das Frühstück ist im Bauch und ich wach und ausgeschlafen. Der Schlafsack ist auch wieder trocken und im Rucksack verstaut. Und ich laufe los.
    Direkt geht es Bergauf, Richtung des Lac deth cap deth Port. Die Sonne schaut grad um die Ecke, bunte Bäume stehen am rechten Ufer- sehr schön, 2230 m.


    Der einfache Pfad führt am linken Ufer vorbei (in meiner Richtung gesehen) und dann als der See Endet, geht es aufwärts in Richtung des Coll de Goellicrestada -2475 m. Das ganze ist recht gut markiert - mit den üblichen rot /weißen Zeichen- GR 11. Am Schluss ist der Weg ordentlich steinig, auch recht steil- aber eigentlich gut zu gehen.


    Hier oben beginnt auch der Parc Nacional d'Aigüestortes i Estany de Sant Maurici, hier ist das Biwakieren streng verboten und wird auch kontrolliert. Rechts ist der schöne Estani de Monges, ein Pfad führt in seine Richtung- den nehme ich aber nicht. Sondern geh weiter auf gutem Pfad zur nächsten Höhe (ca. 2520 m). Die ersten Meter von dort geht es steil runter, dann wird es gemächlicher. Vorbei am Estany Port de Caldes 2420m, dann geht es schnell wieder hinauf. Ab und zu sind hier die Pfade nicht so gut zu erkennen, ich muss doch zweimal hinschauen um meinen Weg nicht zu verlieren.


    Zur Mittagszeit ist dann ein wenig keuchend der Port de Caldes erreicht.
    Ich mache hier eine kurze Pause.
    Hier geht es dann auf einfachem Pfad durch Gras und hinunter. Die Sonne scheint, es ist tolles Wetter, aber Sonnenbaden klappt nicht. Übermorgen ist Oktober, auf über 2000m ist die Luft schon frisch. Nur mit dem T- Shirt ist das mir zu kühl, das dünne Fleece hab ich eigentlich von morgens bis abends an.
    Nach ca. 350m, auf 2470 m Höhe verlasse ich GR 11/ HRP und Carros de Foc. Ich zweig mal wieder ab - Variante. Richtung des Estany de Ribareta de Naut. Ein Steinmann zeigt mir - hier geht's lang.


    Ab und zu sind auch Pfadspuren zu sehen, aber ich muss schon etwas genau schauen. Gucke daher auch auf des GPS. Auf 2230m beginnt ein Abstieg, der auf einer Art Terrassen zum See führt. Ab und an brauche ich mal die Hände, um von einer Terrasse auf die nächste zu kommen. Ohne Probleme erreiche ich den See , ein gut sichtbarer Pfad leitet mich weiter, der dann aber vergeht. Steinmänner zeigen mir den Weg, ich folge aber nun nicht mehr dem Pfad aus der Karte, bin jedoch nah am Track aus dem Netz. Der Estany de Ribareta de Baish kommt näher.


    Ich steige über Steine immer näher zum See bis zu einem großen Felsen. Hier soll es lang gehen, ein Pfad ist ja auch zu sehen. Der Felsen ist nun aber das Ufer und nasse Füße will ich nicht haben. Also steige ich wieder hoch, und suche mir einen Weg im recht steilen Hang durch Gras und Geröll. Das Seeufer hat sich wohl verändert, auch mit der Karte stimmt es nicht überein. Ein Steinmann auf einem Felsen mitten im Wasser gibt mir weiter zu denken. Naja, bei niedrigem Wasserstand führt dort wohl der Weg her, jetzt muss ich meinen Weg suchen.
    Am Ende des Sees beginnen dann wieder Pfadspuren denen ich folge. Ein bisschen geht es hin und her zwischen Felsen, jedoch nun einfach zu gehen. Dann fällt mir ein, dass ich doch mal meine Wasserflaschen auffüllen sollte. Hier wirkt es sehr trocken und ich will mich nicht auf mein Glück verlassen. Ich drehe um, und folge dem Wasserrauschen, ein Pfad führt mich bis zum Bach. Ich fülle meine Wasserflaschen, es dauert wohl bis ich wieder Nachschub bekomme.
    Weiter geht hinab, ohne Probleme auf einem Bergpfad. Ich suche nun einen Abzweig- auf ca. 2180 m- hier geht es hoch zum Coll de Ribereta und weiter zum Tuc de Salana (2484 m).


    Aber dann bleibe ich doch auf dem Pfad bergab- bin grade müde, schlapp und antriebsarm.
    Der Weg führt weiter zum Estanh de Montcasau und mittlerweile gibt es auch rot/ weiße Zeichen. Nachdem der See passiert ist beginnt eine Piste die dem Berghang folgt.


    Ich bin nun wieder im Saft und Fluche das ich nicht zum Tuc de Salana gehe. Das ist sicherlich spannender und auch schöner. Dafür muss ich mich aber nicht so anstrengen und ab und an gibt es hier durch die Bäume schöne Ausblicke- so schlimm ist es nun also nicht.
    Um 16 Uhr erreiche ich ein Plateau- Pruedo- 1970 m. Es wirkt sehr trocken hier, ich finde aber nochmal Wasser.


    Eine schmale Straße quert das Plateau, die ich überquere und in die Piste etwas rechts davon gehe. Ein Jeep erreicht mich, der Fahrer spricht mich auf Spanisch an. ich verstehe nichts schaue wohl ziemlich fragend, dann gibt er ein lautes "Mähhhhh..... " von sich und gibt mir zu verstehen das er seine Schafe sucht. Eine große Herde graste in der Nähe des Estanh de Montcasau. Irgendwie versteht er mich, bedankt sich und dreht das Auto, um seine Schafe wohl zur Nacht zu holen.
    Ich gehe nun runter von der Piste, suche einen Pfad der links parallel herführt. Leichte Wegspuren sind hier zu erkennen. das gehen ist einfach, kaum Höhenmeter und der Untergrund bequem. Etwas später wird der Berghang steil, der Weg ist dabei immer recht breit und weiter gut zu gehen.



    Fahrrad -und auch Endurospruren sind am Boden, die nehmen diese Tour wohl öfters mit, so hab ich auch den Weg gefunden- durch ein Mountainbike Video auf YT
    "Attraktion" sind zwei durch den Felsen geschlagene Tunnel, die mit etwas Vorsicht und eingezogenen Kopf auch ohne Lampe zu durchqueren sind.




    Um 18 Uhr ein paar Steinbauten (1970 m). Es ist nicht der schönste Platz hier, da einiges an Beton und viele Hinterlassenschaften von Kühen und Schafen.
    Ich möchte noch ein paar Sonnenstrahlen mitnehmen, in der Abendsonne sitzen, einfach schauen und dabei Tee trinken. Also baue ich das Tarp hier auf, lüfte meine Sachen, koche das Abendessen, dazu ein Tee mit reichlich Zucker - und mach es mir gemütlich. Wasser gibt es hier keines, ich habe aber reichlich mit.
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  13. AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #33
    Zitat Zitat von Nicki Beitrag anzeigen
    ... bin grade müde, schlapp und antriebsarm ...
    Danke für wunderschöne Alternative und die ausführliche Beschreibung, die ich mir für den nächsten September (HRP, 2. Hälfte) merke.

    Und es tut gut zu lesen, dass die Antriebslosigkeit auch bei anderen als mir mal vorkommt. .
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  14. Fuchs

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    #34
    So noch zwei Etappen.....

    11. Etappe: 30.09.2017 - Bivac bis Salardu - Variante

    Das Wetter hat sich geändert, der Himmel ist grau, und die Luft feucht.
    Heute steht nur ein kurzer Tag an. Ich will bis nach Salardu gehen. Das ist nur ein recht kurzes Stück, eigentlich nur den Berg runter. Ich gehe auf einem schmalem Pfad in den Wald. Ab und zu sind hier Schilder- Wegweiser für die Mountainbike Fahrer.



    Auf 1770m eine Lichtung, hier gibt es Wasser und ein paar Schuppen. Eine Piste beginnt, der ich dann weiter Folge. Mittlerweile sind dicke Wocken am Himmel und wenig später beginnt es zu Regen. Aus ein paar Tropen wird eine ordentliche Schauer. Ich hole das Regenzeug aus dem Rucksack. Der Tag macht nicht viel Spaß, Mist Wetter und ein langweiliger Weg.
    Ich verpasse den Abzweig nach Salardu, laufe so bis nach Gessa, das an der C 28 liegt. Der Straße folge ich dann bis nach Salardu.
    Hier sieht alles verlassen aus, Geschäfte zu, Hotels geschlossen. Ich gehe weiter bis zum Hostal Era Claverola, schelle dort und bekomme ein Zimmer. Bevor ich auf das Zimmer gehe ,frage ich wann der Supermarkt nebenan geöffnet hat.
    Gar nicht höre ich dann- jetzt ist Nachsaison und da ist der Laden geschlossen. Nach einigem hin und her darf ich in den Markt, denn den Betreibern des Hostals hört auch der Supermarkt. Aber viel gibt es nicht, vor allen nichts frisches, nur haltbare Lebensmittel stehen in den Regalen. Halt das, was noch übrig ist. Schokolade, Nudelgericht, Plätzchen, Käse und Wurst landen im Einkaufskorb- alles was ich brauche. Trotzdem gut. Sonst hätte ich bis nach Vielha fahren müssen.
    Mit den Einkäufen bepackt gehe ich auf das Zimmer. Draußen regnet es kräftig. Grau ist es und kaum ein Mensch auf der Straße. Meine Laune ist nicht die beste. Nichts mit gemütlich in der Sonne sitzen, Eis essen, ein Bier trinken.
    Den Pausentag verbringe ich also auf dem Zimmer. Wasche und Lüfte meine Sachen. gehe lang Duschen. Schreibe ein paar Nachrichten, und schlafe etwas.
    Am Abend gehe ich raus. Es regnet nicht nun mehr. Auch jetzt sind die Fenster dunkel. Ich suche ein Restaurant und finde das Taberna Eth Both S.L. Urig und gemütlich. Ich trinke mit ein paar Bier, esse gemütlich und hoffe auf gutes Wetter.







    12. Etappe: 01.10.2018 - Salardu bis zur Refugi Gracia Airoto - HRP
    - wg. schlechtem Wetter nicht über den Tuc de Marimanha- sondern über den Coll de Rosari.
    (in der TopoPirineos ist eine andere Möglichkeit... wohl einfacher - über Montgarri als HRP eingezeichnet)

    Draußen ist es grau und nebelig. Aber es regnet nicht.
    Aber vielleicht später, vielleicht gibt es auch Sonne. Wer weiß? Ich achte eher selten auf den Wetterbericht. Ich laufe los, und reagiere dann auf die Bedingungen. Regenzeugs anziehen, Zelt aufbauen, Refuge aufsuchen oder ich suche eine neue Route, wenn das Gelände mir zu schwierig für das Wetter ist.
    Jetzt trinke ich erst mal Kaffee und Frühstücke. Ein kleines Buffet ist hier aufgebaut, ich bin zufrieden. Frisches Brot hab ich gestern nicht kaufen können, jedoch darf ich mit ein paar Scheiben mitnehmen. Die Leute hier sind sehr angenehm und freundlich, also trinke noch einen Kaffee. Erst gegen halb zehn stehe ich vor der Tür und gehe los (1260 m).
    Eine Gruppe steigt in einen Transporter, ein paar Mountainbike 's stehen hinten auf dem Anhänger. Und an der Xalet Refugi steht eine Gruppe mit kl. Rucksäcken und raucht.
    Ich gehe einen etwas kürzeren Weg- in der TopoPirineos als Camin de Reiau eingezeichnet , jetzt am Anfang ist es egal, Hauptsache raus aus dem Ort und dem Skigebiet.
    Ich gehe durch den Nebel, was gut ist, die Straße verschwindet, die Skilifte verschwinden und die unschönen Hotels des Vall de Aran verschwinden. Herbst bunte Wiesen und Bäume begleiten mich.



    Auf 1857 m ein großer Parkplatz. Was muss hier im Winter für ein Betrieb sein? Jetzt steht ein Auto hier- Handwerker, die hier irgendetwas Reparieren oder für den Winter etwas vorbereiten.
    Ich blieb an der rechten Seite, am Ende des Parkplatzes biegt ein Pfad in die Wiese ab. Jetzt geht es wieder in die Berge.



    Das erste Zwischenziel ist zu sehen, ein kl. Scharte muss erstiegen werden.



    Kurz hinter der Scharte befindet sich der Estanh de Baish de Baciver- ca.2120m. Ein dicker Wolkendeckel liegt über dem See, es riecht nach Regen. Ein toter Baum steht wunderbar anzuschauen im Wasser.



    Ich folge dem Pfad der links (in meiner Richtung) ein Stück dem See folgt, und dann abzweigt. Es geht etwas bergan, über rutschige Wurzeln und Stufen. Und nun beginnt auch der erwartete Regen, dazu ordentlich dicker Nebel.
    Ton Joosten führt den HRP über den Tuc de Marimanha, der Aufstieg ist sehr steil, anstrengend und weglos. Vor ein paar Jahren hab ich mich dort oben nicht weiter getraut- siehe hier! Und jetzt beim zweiten Versuch ist mir das Wetter zu schlecht- ich suche nun eine hoffentlich einfachere Variante um zur Refugi Gracia de Airoto zu gehen
    Bei guten Wetter sieht es hier so aus, ein großer Kessel, mit mehreren Seen, reichlich Gras und Steinen. Am Ende rechts steil der Tuc de Marimanha, und ganz rechts der Coll del Rosari.




    Mittlerweile hab ich den Pfad verloren, oder es ist gar keiner da (ca. 2300 m). Ich folge dem "GM 16 var" (laut TopoPirineos), und brauch dabei das GPS, der Nebel ist dicht. Das Gehen ist hier einfach, flaches Gelände.



    Dann erreiche ist wieder Pfadspuren, diese führen mich ohne Probleme zum Coll de Rosari, 2506m.
    Der Wind bläst hier oben kräftig, der Regen - es sind jetzt zum Glück nur ein paar Tropfen. Ich suche den weiteren Weg, bin dabei erstmals erschrocken- der Nebel wirkt wie eine Wand und lässt den Abstieg fast senkrecht erscheinen- unmöglich, denke ich.



    Na ja, dann schaue ich nochmals nach, steige vorsichtig die ersten Meter ohne Rucksack hinunter, so extrem steil ist es dann doch nicht. Also hole ich den Rucksack und gehe vorsichtig herunter. Zum Glück ist der Boden nicht Rutschig und und nach knapp 50 Metern wird es langsam flacher. Dafür ist das nun wieder steiniges Gelände, ich muss wieder von Felsblock zu Felsblock balancieren. Ab und an gibt es hier einen Steinmann.



    Blick zurück zum Col...


    Trotz oder grade wegen dem miesem Wetter ist es hier wunderschön. Die Farben sind einfach wunderbar, viele Gelbtöne und Grüntöne unterbrochen von Büschen mit roten Blättern. Meine Laune ist also bestens, trotz dem Wetter- es macht einfach Spaß hier zu Wandern. Das Gelände wird dann einfacher, Gras wächst hier, neben (2223 m) mir ein Bach.



    Dann laufe ich einfach über grobe Wiesen. Etwas später gibt es Wegspuren und ein paar Zeichen (Steinmänner, und ab und an ein paar Farbkleckse) die mich dann bergab führen.



    Längst hätte ich schon die Richtung ändern müssen - Richtung des Estany Superior del Rosari. Das bemerke ich erst am Estany del Rosari d' Arreu- auf 2000 m Höhe und eine Etage tiefer. Na ja- ich muss umdrehen. Doch erst mal etwas Essen, recht schnell verschwindet eine halbe Tafel Schokolade in meinem Bauch, und genauso schnell wird mir kalt. Ich versuche auf gleichem Weg zurück zugehen, was gar nicht so einfach ist. Einen Pfad gibt es, nur ist der nicht immer auf dem ersten Blick zu erkennen. Nach dem der Anstieg geschafft ist halte ich mich an die OSM karte - OpenAndroMaps, Pyrenäen.
    Hier ist eine HRP Variante eingezeichnet - HRPE- der ich folge.
    Es regnet jetzt kräftig. In den Schuhen steht das Wasser und schmatzt. Ich gehe Richtung des Estany Superior del Rosari, durch Gras, das immer von Steinen gebrochen ist. Keine schwerer Gang, eigentlich recht gemütlich, ein paar Höhenmeter mach ich doch. (Plans d' Isavvare auf der Karte) Vor dem See schwenke ich nach rechts, jetzt sind Wegspuren zu erkennen, das Gras ist etwas platt gelaufen (2270m).



    Vor mir der nächste Anstieg, ein mehr oder weniger durchgehender Pfad führt bis zu einem namenslosen Coll - Höhe 2354 m (18:15). Von hier oben, ist schon die Refugi de Airoto als kl. orangener Giebel zu sehen.



    Der Abstieg ist jetzt Wetterbedingt rutschig, meist auf Pfaden, am Schluss nochmals über Blöcke. Um kurz vor sieben erreiche ich die Refugi Gracia Airoto -2200m. Niemand ist hier, ich hab die Hütte für mich.
    Das ist eine sehr gute Hütte. Matratzen (In Plastik eingeschweißt und daher recht sauber), ein Tisch, Stühle. Ein Ofen. Draußen ist frisches Wasser und Tisch und Bänke. Und dazu eine wunderbare Landschaft drum herum. Ungemütlich ist es trotz allem. Die Socken nass, der Rest klamm.
    Als erstes ziehe ich meine Ersatzsocken an. Die Regenhose lasse ich an. Dann die Daunen Jacke anziehen, und schon ist mir etwas wärmer. Dann hänge meine Regenjacke zum Lüften und Trocken auf. Der Rest der Kleidung ist ziemlich trocken geblieben- nur ein wenig vom Schweiß klamm. Auch der Schlafsack ist trocken- ich hab jetzt zusätzlich zum mittlerweile nicht mehr dichten "Ultralight Sea to Summit" Sack eine Plastiktüte drum. Dann geht es an das Kochen- Nudeln mit .... ich weiß nicht mehr. Dazu einen heißen Tee mit viel Zucker.



    Das Ganze ist in einer Berghütte sehr lecker und und wärmt gut. Mehr passiert nicht am Abend, noch ein wenig Spülen, alles soweit zusammen packen. Zähne Putzen!
    Draußen ist es dunkel, es regnet weiter. Der Wind pfeift dabei- den Abendspaziergang lasse ich so sein. Ich krieche in den Schlafsack, hoffe auf eine Tierfreie Nacht und träume später von trockenen Socken und Schuhen.
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  15. AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #35
    Trotz Regen und Nebel sind da wunderbare Bilder entstanden, die die herbstliche Stimmung super wiedergeben.
    Vielen Dank dafür.

    Liebe Grüße
    Klaus
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  16. Fuchs
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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #36
    Zitat Zitat von ticipico Beitrag anzeigen
    Trotz Regen und Nebel sind da wunderbare Bilder entstanden, die die herbstliche Stimmung super wiedergeben.
    Wegen ...

    Schlechtes Wetter macht gute Bilder
    Zumindest bei Nebel ist das sehr oft so.

    Folko, dein Baum im See, der ist super und gehört groß an die Wand!

    Wunderbare Herbstfarben hast du vorgefunden!
    Mir hat der Herbst an sich in den katalanischen Pyrenäen sehr gut gefallen, bis auf die Unwetter, die aber hin und wieder auch für besondere Motive sorgten
    Kalender *Papageitaucher 2019*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  17. Fuchs

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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #37
    ….. sind da wunderbare Bilder entstanden......
    ..... dein Baum im See, der ist super....
    Danke.....
    Alles mit einer mittlerweile betagten Olympus OMD E- M10.
    Meist und dem kl. Pana 12-32 und ab und an mit dem Olympus M Zuiko 17/ 1,8. RAW und Lightroom.
    Nach den Forumsfotografen eigentlich untauglich:-)

    13. Etappe: 02.10.2017 - Refugi Gracia Airoto - Bivac im Barranc de Comamala - HRP

    Am Morgen regnet es nicht mehr. Auch der Wind hat nachgelassen. Doch der Himmel ist weiter grau, das Gras und die Büsche nass und dazu ist es natürlich passend kühl. Der Tag beginnt ungemütlich. Meine Sachen sind etwas getrocknet, die Socken trotz Übernachtung im Schlafsack noch immer nass. Die Schuhe schmatzen wieder, aber das gibt sich schnell, nach ein paar Minuten Gehen wird es warm werden.



    Um ca. 8:30 laufe ich los. Spuren im Gras und ab und an ein Steinmann leiten mich auf einfachem Bergpfad zum Collada del Clot de Moredo - 2422 m.




    Die Aussicht über den Estani d' Airoto ist wunderbar. Der Regen und die Jahreszeit lassen das Gras in rot /gelben Farben leuchten. Zusammen mit dem grün der Bäume und dem grau/ grün der Felsen eine bunte Sicht - trotz grauen Wolken. Der Sommer ist einfach langweilig dagegen. Und grade öffnen sich die Wolken, die sonne schaut kräftig hinaus, die Landschaft strahlt und glitzert.
    Ich muss nun vom Coll hinunter in den Barranc de Moredo steigen.



    Rechts halte ich mich auf einem Anfangs recht steilen und schmalem Pfad. Auf 2225 m ist mal flaches Gelände, ich folge einer gut sichtbaren Spur im Gras. (Blick zurück zum Coll). Auf 1990 m erreiche ich die Piste die kurvig bergab geht, ab und zu gibt es Abkürzungen. Nach ein paar Metern laufen zwei Hunde wild kläffend auf mich zu. Ich bleib lieber stehen und warte ab. Ein Schäfer löst sich von seinen Tieren und ruft die Hunde zurück. Unwillig hören die beiden, das Bellen lassen sie jedoch nicht sein.
    Kurz bevor die Bordes de Moredo erreicht sind, zeigt ein Holzschild die Richtung nach Alos an, runter vom Weg soll ich - auf die Wiese hier. Spuren und Zeichen sind aber eher mäßig, immer wieder suche und rate ich-mit Hilfe der OpenAndroMaps geht es aber. Alos d' Isil erreiche ich um 12:30.








    Seit ein paar Jahren soll es hier nun eine Refugi geben, vielleicht bekomme ich ja einen Kaffee.... , ein Schild fällt mir nicht auf, ich begegne eine Frau- die verweist mich an die Refuge del Fornet ein paar km das Tal hoch.
    Doch die Refugi d' Alos gibt es noch-hier zur Facebook Seite! Auf Fragen wird dort schnell geantwortet.
    In die Richtung der Fornet muss ich auch, also über den Asphalt der C147 das Tal hinauf. Verkehr ist hier - keiner! Nach ca. 2,4 km geht es wieder in die Berge- über eine Brücke (Pont de Pina) überquere ich nach rechts den La Noguera Pallaresa, der Barranc de Comamala beginnt.



    Eine Piste bringt mich zu ein paar Gebäuden -1455 m, ab hier geht es wieder auf einem Pfad (zwischen den Häusern.... ) in den Wald. Ohne Probleme führt der Pfad aufwärts, an Lichtungen muss ich mal etwas suchen.
    Die Bäume werden weniger, ein Plateau, ein paar Kühe grasen hier. Noch eine Stufe hinauf, wieder ein Plateau- ich werfe den Rucksack hin - 1870m. Es ist noch recht früh, aber doch Zeit für das Bivac- ich bin Müde.
    Überall liegen hier Köttel und Fladen herum, gar nicht so einfach einen geeigneten Platz zu finden.
    Schön ist es hier, besser ist es doch ein wenig weiter zu gehen- 500m weiter ist die Wiese schöner, eine Feuerstelle ist dort. Oder noch schöner, bis zum nächstem kl. See - dem Bassa de Sobrio aufsteigen. Na ja, ich mach es mir jetzt hier gemütlich.

    www.mitrucksack.de
    Ganz viel Pyrenäen ( HRP- Haute Randonnée Pyrénéenne - komplett) und ein bisschen La Gomera

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