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  1. Fuchs

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    [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #1
    Mitreisende: Nicki
    Mal wieder in die Pyrenäen....
    Der Zug fährt am Rand der Pyrenäen entlang. Die ersten Berge kommen näher, weiß sind die Spitzen. Ein wenig überrascht und gar nicht begeistert murmele ich in mich hinein " Mist, noch immer liegt der Schnee". Vor ein paar Tagen hat es schon geschneit und so wie es von hier aussieht- ist davon noch reichlich vorhanden. Ich spinne schon Ausweichrouten, sag mir aber dann, komm doch erst mal an und schau wie es dort oben ist.

    Dieser Wintereinbruch hatte für zwei Israelische Wanderer schlimme folgen. Die beiden waren von der Refugio Amitges zur Refugi Ventosa i Calvell unterwegs, wurden von Schnee und Temperatursturz überrascht und verritten sich wohl. Drei Nächte übernachteten sie im Freien, bis sie von einem Hirten entdeckt wurden. Sie hatten nur Sommerkleidung mit und kannten die Gegend nicht. Der Mann starb an Unterkühlung , die Frau überlebte. Link zum Pressebericht

    Dieses Jahr will ich nochmals die hohen und schwierigen Etappen der Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP) gehen. Und die sind nur bei guten Bedingungen sicher Begehbar. Auf mich warten, schlechte Markierung, ab und zu wegloses Gelände, oft Block- und Geröllpassagen, hohe und steile Pässe und jetzt im September- ein bisschen Einsamkeit. Es werden nicht allzu viele Trekker auf dieser Route unterwegs sein.
    Es warten aber nicht nur Schwierigkeiten, oft sind die Pfade angenehm zu gehen und vor allem gibt es wunderbare Aussichten.
    Die Tour startet dann mit gutem Wetter und guten Bedingungen, vom Schnee ist auf dem Pfad nichts zu sehen.

    Die Route,
    mein Weg knapp zwei km oberhalb des Dorfes Aragnouet. Vom Wanderparkplatz an der D 173 zweigt eine Piste in das Gela Tal ab. Von hier geht es zur (abgebrannten) Refuge de Barroude, ab dort gehe ich auf dem HRP.
    Ich halte mich die Streckenwahl von Ton Joosten, gehe auch ein paar Varianten. Die jedoch Nah an der Ton Joosten Route verlaufen. Warum gehe ich Varianten, na ja- meist um Asphalt und Pistenwege zu umgehen.
    Nach Heas muss man über Asphalt, die Etappe ab Parzan führt lange über eine öde Piste, Salenques will ich schon lange gehen (und die Mulleres Etappe kenne ich ja schon), richtung Salardu muss der Wanderer wieder ein langes Stück über Asphalt, und zum Tuc de Marimanha war das Wetter zu schlecht.
    Nicht alles klappte wie geplant (das liebe Wetter.... ). Und ab und zu, habe ich mich falsch entschieden- aber hinterher ist das immer einfach zu sagen.
    Die Etappenlänge und Übernachtungen wähle ich frei, ich laufe meist solange ich Lust habe. Schlafe mal im Zelt, mal in einer Cabane, auch in den bewirtschafteten Hütten und auch einmal im Hotel. Die Etappenpunkte in der Liste stimmen so also nicht, sie sollen nur die Richtung angeben.

    Anreise
    Diesmal mit dem Flugzeug, weil- ich dachte das der Nachtzug nach Toulouse nicht mehr fährt.

    - Mit KLM im Flieger von Düsseldorf (6:20) nach Amsterdam und weiter nach Toulouse (10:45)
    - Mit dem Bus zum Bahnhof (fährt alle 20 Minuten.... - Toulouse Matabiau)
    - 12:45 weiter mit dem Zug nach Lannemezan und von dort mit dem Bus bis nach St. - Lary - Soulan (15:47)
    - noch ein Stück mit dem Taxi- bis zum Wanderparkplatz

    Ich hab nach dem landen nur zwei Stunden Zeit, ich muss den Zug um 12:45 erreichen- sonst schaffe ich es heute nicht bis nach Saint Lary Soulan und muss noch irgendwo übernachten. Am Flughafen ist mein Rucksack sehr schnell auf dem Band, der Shuttle Bus ist ebenso zügig gefunden. Am Bahnhof Toulouse Matabiau besorge ich mir erst mal die Zugahrkarte, alles klappt super ich habe noch gut Zeit.
    So laufe ich dann in die Rue de Bayard (gegenüber vom Bahnhof), ein gutes Stück die Straße hinein und kaufe mir dort im Carrefore Supermarkt eine Flasche Spiritus. Diesmal koche ich ohne Gas, erstens weil das Gas nicht in den Flieger darf (Spiritus auch nicht) und ich will es einfach mal mit einem Spirituskocher probieren (klappt gut!). Ich habe Glück- die letzte Flasche Spiritus ist für mich. Bis jetzt hat alles gut hingehauen!
    Doch macht mir die Anfahrt mit dem Nachtzug mehr freude- das Zugfahren ist entspannter als das Fliegen, nicht nur die Schlangensteherei zu den Sicherheitskontrollen finde ich nervend.
    In Lannemezan trinke ich gegenüber vom Bahnhofes im Hotel de la Gare einen Café, ich sitze dabei schön in der Sonne. Angekommen in Saint Lary Soulan gehe ich weiter einkaufen, ein großen Stück Käse und ein dickes Baguette landet im Rucksack. Dann suche ich mir ein Restaurant (vieles hat schon zu- es ist Nachsaison) , setze mich in die jetzt schon schwächer werden de Sonne, bestelle mir ein Bier und etwas zu Essen. Frage nach einem Taxi, da kann der Inhaber jedoch nicht helfen und verweist mich an das Office de Tourisme.
    Die sind sehr Hilfsbereit und rufen für mich ein Taxi. 28 soll es kosten- zu Bezahlen in Bar- nicht per karte!
    Um 18 Uhr stehe ich dann am Einstieg zum Gela Tal.

    1. Etappe: 20.09.2017- Wanderparkplatz bis zur Nothütte Barroude
    Um 18 Uhr kann ich endlich los (ca. 1400m Höhe). Die Sonne ist schon verschwunden, daher ist es schon etwas frisch, die Luft leicht feucht, der Oktober ist ja nicht weit entfernt. Ich schultere meinen Rucksack und gehe die Piste hier bergan. Das ist einfach zu laufen, eine Piste halt. Rechts fliest der Neste de la Gela, selten zu sehen aber zu hören, links im ansteigenden Gelände: Wald. Ein Bach quert den Pfad, ich fülle hier meine Flaschen.
    Auf ca. 1688m ist der Bach auf einer Höhe wie der Pfad, eine kl. Brücke quert den Wasser, bildet ein schmales Tor und kurz darauf öffnet sich das Valle de la Gela


    Ich bleibe auf der linken Talkseite, schaue mit kurz die Cabane de la Gela an (verschlossen). Dann wechsele ich zum Pfad auf der rechten Talseite, dieser führt zu den Lacs de Barroude (links der Pfad- Richtung Puerto Viejo de Bielsa). Das ganze ist einfaches Gehen, ohne jede Probleme. Vom Schnee ist hier nicht zu sehen, nur oben in der Barroude Wand sind Reste zu erkennen.
    Das Gela Tal- aber aus einem anderem Jahr....

    Niemand begegnet mir, außer einer Herde Kühe die über den Pfad weiter herabsteigen. Eine Kuh schaut definitiv sauer, ich mache einen großen Bogen um die Tiere. So langsam dämmert es, das Zelt aufstellen will ich nicht, ich fühle mich super und habe einfach Lust zu laufen.
    Der Pfad wird für nun ein recht kurzes Stück steiniger und steiler, dabei wird es immer dunkler, ich ziehe die kl. Stirnlampe an. Vor mit nun die Barroude Wand (ich auf ca. 2315m höhe), nach links geht es zu den Barroude Seen und zur kleinen Not Cabane (Die Refuge de Barroude ist ja abgebrannt).
    Um 21:10 komme ich dort an (2380m), es ist mittlerweile Nacht. In der kl. Hütte bereite ich meine Lager, setze mich dann noch etwas draußen hin, genieße die Ruhe und Einsamkeit, kein Zelt , kein Mensch ist hier. Der Himmel ist voller Sterne, viel deutlicher als in der Heimat. Der "große Wagen" steht zwischen Pic de Gerbats und dem Pic de Gela- einfach toll.
    Es dauert nicht lange und mir wird es kalt, ich krieche in den Schlafsack.

    Die kl. Nothütte- neben der Ruine der Refuge ....
    Geändert von Nicki (29.05.2018 um 17:08 Uhr)
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  2. Erfahren
    Avatar von Donik
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    AW: Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #2
    Noch kein Kommentar hier? :O

    Sehr schöner Beginn, ich freu mich sehr auf mehr

  3. Fuchs

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    AW: Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #3
    2. Etappe:21.09.2017- Nothütte Barroude bis zum Ibon de Salcorz - HRP- Variante, schöner und spannender


    In der Nacht war es recht deutlich über dem Gefrierpunkt- meine Uhr zeigt 4 ° als kälteste Temperatur. Jetzt am Morgen ist das Wetter trocken mit einem kräftigem blauem Himmel.
    Um 8: 40 verlasse ich die kleine Cabane. Wie immer, gehe ich ohne Frühstück los, folge Pfaden die mich zum Lac de Barroude bringen. Die Barroude Wand und der Pic de Gela spiegeln sich wunderbar im See.


    Ein paar Meter weiter liegt der ganze See vor mir, unbeschreiblich. Ein Zelt steht am See, ich glaube das sind Angler. Der tag beginnt jeden falls schon mal richtig gut!



    Jetzt beginnt der einfache Aufstieg zum Port de Barroude, den ich gegen 10 Uhr erreiche (2330 m).
    Der "normale" HRP führt nun in das Barrosa Tal und später oft über langweilige Pisten bis zur Refuge de Viados. Ich will eine deutlich schönere und spannendere Variante gehen. Also über Schutt nach Osten, zum Pico del Puerto (laut GPS 2647m) Pfadspuren sind im Schutt zu erkennen.
    Blick vom Pico del Puerto zur Barroude Wand


    Ich folge diesem Spuren weiter nach Norden, jetzt muss ich zum Pico del Puerto Viejo hoch(oder Pic de Port de Vieux)


    Kurz vom Gipfel, auf 2705m, wechsele ich die Seite, links von mir nun eine Felswand, rechts geht es steil in Tal.


    Nach einigen Metern beginnt ein gut sichtbarer Pfad, der dann nach rechts-- bergab- abknickt. Steil geht es durch Wiesen bergab, von hier kann ich den weiteren Weg gut sehen.


    Auf ca. 2530 Höhe wird es gemütlicher, es geht dann Richtung der Crete. Die ist schnell erreicht (2480 m) über einfache und gute Wege laufe ich bis zum Puerto Viejo de Bielsa (2375 m- oder Port Vieux), es ist kurz vor Mittag- Zeit für das Frühstück. Von hier ist gut der steile Abstieg vom Pico del Puerto Viejo zu sehen.
    Eine Stunde später verlasse ich wieder die durchgehenden Pfade, über grasbewachsenen Hänge wandere ich hoch zum Pic de L' Aiguilette, 2508 m.
    Blick vom Pic de L' Aiguilette, zum Pico del Puerto Viejo

    Blick- Laufrichtung...

    Weiter geht es durch diese Grashänge, ich folge nicht der Crete und nehme nicht die einzelnen Bergspitzen mit, gehe so unterhalb der Crete einfach auf ca. 2480m Höhe. Vor der Puerto de Bielsa muss ich doch kraxeln, das könnte vermieden werden wenn man früher etwas niedriger geht. Jetzt gibt es wieder Pfadspuren. 500 m weiter muss ich scharf nach links (Höhe 2452 m), grad aus geht es nicht weiter, und recht steil hoch. ab und zu brauche ich mal die Hände. Knapp 70 höher wieder ein Richtungswechsel- in den steilen Hang hinein. Einen klaren Pfad erkenne ich erst mal nicht, mit jedem Schritt weiter gibt es diesen aber, und ab und zu ein paar Steinmänner.
    Dann ist die Crete de Bataillence (2565 m) erreicht, hier ein recht breiter Rücken.

    Und zurück...


    Hier lässt sich recht gut laufen, ab und zu brauche ich mal die Hände.
    Wenig später stehe ich auf dem Pic de Bataillence (2602m), ein großer Buckel mit viel Schutt, ich mache hier eine kurze Pause und esse etwas Schoko. Vom Pic geht es dann bergab. Mal auf dem Rücken, mal in Spanien. Am Puerto de Salcorz (franz. Hechempy)- 2440m - beginne ich zu Grübeln, wie weit schaffe ich es noch, brauche ich Wasser für die Nacht, und woher das nehmen? Über den Col de Lia komme heute ich sicherlich nicht mehr. Ich gehe noch ein paar Meter und entscheide mich dann, hier direkt zum Ibon de Salcorz abzusteigen.


    Das sind wieder nur abschüssige Grashänge, und dann ein Pfad. Um 17 Uhr komme ich dort an, eine gemütliche Wiese umgib den kl. See (2250 m), das Wasser ist frisch und kalt-ich fülle meine Flaschen am Ausgang.
    Ich fühle mich hier sauwohl. Die Sonne hat noch ein wenig kraft, warm ist es nichtgrade- aber auch nicht kalt. Erst mal bade ich meine Füße, ich habe wieder ziemliche Probleme- sie tuen einfach bei jedem Schritt Weh. Alle paar Jahre hab ich das, mit gleichem Schuh, gleichem Socken- und trotzdem mal Probleme und mal nicht (soviel). Langsam ist es Zeit das Lager auf zubauen, diesmal als Wetterschutz ein Six Mon Design Gatewood Cape - nur ein leichtes Tarp ohne innenzelt- und für meine Art der Touren vollkommen ausreichend. Das Aufbauen ist aber schon fummeliger und der Platz eingeschränkt, aber eben leichter und ausreichend.
    Die Aussichten sind toll- nochmal kann ich vieles der heutigen Etappe verfolgen. Als das Zelt/ Tarp steht, koche ich das Essen und einen Tee, setze mich dann auf einen Stein und genieße den Abend und komme dabei ins Grübeln.


    Welche Route soll ich Morgen nehmen, zurück auf den Kamm oder woanders her? In der Nacht hab ich noch Zeit zum Pläne schmieden ...
    Geändert von Nicki (29.05.2018 um 17:54 Uhr)
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  4. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #4
    Moin Folko!

    Klasse, dass du deinen Bericht hier noch einstellst!
    Ich kann es kaum erwarten im Sommer loszulaufen ...
    Gerade diese deine Variante interessiert mich sehr. Ich habe sie schon in meiner Karte eingetragen und hoffe, dass die Bedingungen so sein werden, dass ich diese Route ebenfalls versuchen will. Definitiv viel schöner und interessanter als Schotterpiste!

    Tolle Bilder!!

    Viele Grüße,
    Sylvia
    *Kalender: Papageitaucher 2017*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  5. Alter Hase
    Avatar von Tie_Fish
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    AW: Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #5
    Wow, die Bilder machen Lust auf Berge!
    Grüße, Tie
    "Wir sind so gern in der freien Natur, weil diese keine Meinung über uns hat." (Nietzsche)

  6. Erfahren

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    AW: Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #6
    Auch von mir vielen Dank! Tolle Bilder.

  7. Erfahren
    Avatar von SouthWest
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    AW: Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #7
    Tolle Tour soweit. Schön geschrieben. Ist abonniert. Vielen Dank.

  8. Erfahren
    Avatar von DeLiebe
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    AW: Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #8
    Super! HRP - auch noch ein Traum von mir...
    Stop destroying our planet -
    It's where I keep all my stuff!

  9. Fuchs

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    AW: Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #9
    Danke für die Kommentare....

    3. Etappe: 22.09.2017 - Ibon de Salcorz bis zur Cabane, etwas oberhalb der Embalse de Urdiceto

    Die Überschrift sagt es schon aus, es hat nicht ganz so geklappt wie ich es mir dachte.......,

    Am Morgen steht mein Plan, ich gehe nicht hoch auf die Crete, sondern bleibe hier auf der spanischen Seite.
    Schlage einen großen Bogen, um am Ende doch am Port de Moudang auf "meine" HRP Variante zu treffen. Ich bin einfach neugierig, und möchte so noch ein Tal - das Trigoniero Tal- kennenlernen.
    Nochmals- Blick zurück

    Um 9 Uhr bin ich wieder Unterwegs, verlasse den kl. Ibon de Salcorz. Der Himmel ist nun bewölkt, nichts blaues ist mehr zu sehen. Das Gehen ist angenehm, ab und zu sind folge ich hier Pfadspuren, ab und zu folge ich nur der Richtung- Süd/ Osten.
    Es geht dann stetig bergauf, zuerst leicht, dann auch etwas steiler und anstrengender, meist durch Wiesen, ab und zu auch über Steine, bis zum Collado Salcorz- 2390 m.


    Am Collado wenden sich Pfadspuren nach links in einen mäßig steilen Grashang.


    Die Pfadspuren vergehen und ich suche meinen eigenen Weg und schaue dabei ab und an auf das GPS. Ich halte mich an den in der TopoPirineos eingezeichneten Pfad. Ich muss auf den nächsten Vorsprung, das ist ein wenig steiler. Und dann geht es erst mal nur bergab, die meiste Zeit ohne Spuren, und seltenen Steinmännern. Insgesamt aber ein abstieg ohne echte Probleme und Schwierigkeiten- jedenfalls mit GPS. Auf 2074m erkenne ich unten im Tal die Refugi de Trigoniero.


    Es folgt ein steiler Abstieg durch Gräser, Buschwerk und Geröll und ab und zu zwischen Bäumen hindurch. Einen klaren Pfad gibt es hier auch nicht, ab und zu Pfadspuren, ab und zu mal einen Steinmann. Immer wieder muss ich meine Richtung suchen, und bin dann froh einen Steinmann zu entdecken- ah, da geht es lang!
    Dazu habe ich mittlerweile wieder Probleme mit den Füssen, grad bergab tut's weh. Ich rutsche daher oft auf dem Po hinunter, um meine Füße zu entlasten. Dafür hab ich dann Löcher in der Hose und einen nassen Hintern.
    Kurz vor Mittag stehe ich dann an der Refugio de Trigoniero, von außen erst mal eine schöne Hütte, auf den zweiten Blick eine Bruchbude.


    Kaputtes Dach, ein Haufen Gerümpel innendrin- Schutt.... zum Übernachten taugt sie nicht wirklich- ich müsste mir sogar Platz darin schaffen, den Schutt wegschieben, so das ich meine Matte überhaupt auf den Boden legen kann. Naja- ich will hier ja auch nicht übernachten, sondern nun weiter bis zum Port de Moudang (auch Puerto de Trigoniero).
    Ich sitze so vor die Hütte, zieh die Schuhe aus und massiere meine Füße- tut gut! Esse dann etwas Käse und Wurst und Baguette, und bin gespannt wie es weitergeht- das Wetter wird zusehend schlechter, grau und dunkel werden die Wolken über mir.
    Etwas ausgeruht geht es nach 40 Minuten Pause weiter. Rechts von der Hüte den Grashang hinauf. Anfangs ist hier kein durchgehender Pfad, das gibt sich aber nach ein einigen Metern. Es ist recht bequemes Gehen durch bunte Gräser und Büsche. Links hat der Bach eine kleine Schlucht gegraben.


    Dann fängt der Regen an, ich ziehe mir die Regenhose über und ziehe die Kapuze über den Kopf. Wenig später fängt es noch an zu Donnern, ich höre mir ds gepolter etwas an, dann reicht es! Das ist ein Zeichen hier umzukehren. Noch ist der Pfad unschwierig, aber oben am Col de Lia ist es ungeschützt und steil- das Gehe ich nicht bei diesen Wetter.
    An der Refugio grüble ich noch mal hin und her, soll ich hier abwettern, oder ..... in das Tal absteigen und weiter auf dem Standard HRP- ich bin zu rastlos und entscheide mich für den Abstieg.
    Es regnet ordentlich, die Sicht ist mies- eine dicke Nebelsuppe. Teils sind auf dem Plana del Cabo (1950m) nur schwache Pfadspuren im Gras zu sehen sehen, mal ist es besser. Bei diesem Wetter ist ein GPS einfach sehr nützlich. Der Pfad biegt nach Westen ab, Wald beginnt.

    Wald...



    Es regnet weiter, ich folge dem Pfad ohne Anstrengung, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen- bis ich das Tal mit dem Rio Barrosa und der A 138 erreiche. Ca. 2 km stapfe ich am auf dem Asphalt, dann geht es links in den Barranco de Urdiceto. Kilometerweit auf einer Piste stetig bergan, einfach zu laufen, aber öde.

    Das Dorf Parzan ist kurz zu sehen- ungefähr 1,5 km weiter die A 138 entlang. Dort gibt es einen oder mittlerweile sogar zwei Supermärkte. Der Regen hört irgendwann auf, ab und zu lugt die Sonnen neben den dicken Wolken hervor. Ich erreiche die Embalse de Urdiceto, ein paar Gebäude und der See. Herbstlich bunt ist es hier.


    Noch ein kurzes Wegstück, ich entdecke die kleine Cabane (Cabane de l' Embales de Urdizeto) direkt neben der Piste, Höhe 1977 m. Sehr einfach- nur ein Dach über dem Kopf und ein einfacher Kamin.




    Drumherum ist es durchaus schön, da lassen sich auch gute Bivacplätze finden.
    Das Lager ist fertig, ich gewaschen. Koche nun meinen Tee und die Nudeln und denke über den Tag nach.
    Ich bin jetzt zufrieden hier zu sein, aber so ganz glücklich bin ich mit meinen Entscheidungen nicht. Ich wäre besser noch weiter in das Trigoniero Tal hochgestiegen, hätte mir dort einen schönen Platz gesucht, das Gatewood Cape aufgebaut und abgewartet. Nur ein paar Stunden später war es ja wieder trocken. Na ja. Jetzt sitze ich hier und muss diese Etappe laufen.
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  10. AW: Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #10
    danke für den schönen bericht!
    meine lieblingsberge...
    "Dinge, die wie Dinge aussehen wollen, sehen manchmal mehr wie Dinge aus, als Dinge." TP
    ----
    fotos vom draussen.

  11. Gerne im Forum
    Avatar von FatmaG
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    AW: Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #11
    Weiter geht's... Wunderbar!
    Danke Folko für den Bericht und die Fotos!!!
    Sehr inspirierend.
    (wer weiß, dieses Jahr möchte ich auf den GR11, vielleicht irgendwann traue ich mich ins Abenteuer HRP?)
    Ich freue mich schon auf die nächsten Etappen.

  12. Fuchs

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    AW: Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #12
    4. Etappe: 23.09.2017- Cabane bis zur Refugio de Viados (oder auch Biados)


    Am Morgen gibt es wieder einen schönen blauen Himmel, kaum Wolken am Himmel. Ich schäle mich aus dem Schlafsack, ein wenig Morgentoilette, dann packe ich meine Zeugs ein und bin um kurz nach 9 auf dem Weg.
    Ich guck nockmal zurück- lange Schatten


    Anfangs gehe ich über die Piste, dann wird das ein Pfad. Auf 2325 m ist der Paso de los Caballos oder Collado de Urdiceto erreicht. Der Pfad geht nun weiter, ab und zu Rot/ Weiß markiert und ist einfach zu laufen.
    Der Weg bleibt in der linken Flanke und steigt dann wieder an, erreicht einen Rücken, und dann geht es erst mal immer nur bergab.


    Ich fühle mich gut, es macht Spaß hier zu Wandern, ein schönes Tal, nur meine Füße machen wirklich Probleme. Ich glaub die Einlagen sind durch, sie haben eine "Kante" an den Fersen. Jeder Schritt schmerzt. Und darum beschließe ich nun doch zur Refugio de Viados zu laufen, ein Bett und eine heiße Dusche haben bestimmt einen heilsamen Effekt.
    Wald beginnt, über eine kleine Brücke überquere ich einen Bach.
    Rechts dann die Cabane de Sallena. Ein Paar sitzt in der Sonne vor der Hütte, die Kleidung hängt am Dach- sie sind wohl gestern ziemlich nass geworden.


    Der Weg ist hier breit, und es dauert nicht lang, dann wird das eine Piste. Das wechselt dann ab und zu- mal Piste, mal Pfad. Auf 1530 m der Rio Cinqueta ian meiner rechten Seite.
    Der Rio Cinqueta de la Anes Cruzes und der Rio Cinqueta de la Pez treffen sich etwas später. Den Pez überwinde ich mit Hilfe einer Brücke und halte mich dann rechts. Kurz darauf der Camping Forcallo- der aber schon geschlossen ist. Die Piste führt dann weiter bis zur Refugio de Viados- ich gehe einen Pfad, etwas kürzer, aber dafür steiler und anstrengender. Beides trifft sich dann - und ich komme um 15:15 an der Refugio de Viados (1760m) an. Das ganze ist eine einfache, eher uninteressante Etappe. Gut bei schlechtem Wetter oder um sich auszuruhen.
    Die Hütte ist sehr schön gelegen, Wiesen drumherum und ein toller Blick auf den Posets, ein wirklich schönes Fleckchen Erde.


    Ich melde mich an, bekomme ein Bett zugewiesen. Um alles wird sich sehr nett gekümmert. Den Rucksack bringe ich auf das Zimmer, und dann ab unter die Dusche- mich waschen, und auch meine Wäsche.
    Dann hole ich mit ein Bier und setze mich vor die Hütte, lege das T- Shirt zum trocknen ins das Gras und massiere dann ausgiebig meine Füße. Und schaue dabei den Schäfern zu, wie sie ihre Tiere von einer Wiese auf die andere bringen.


    Regelmäßig treffen andere Wanderer ein, hier ist doch recht viel Los. Die meisten machen es wie ich, suchen sich einen Platz und machen es sich gemütlich.


    Das Abendessen gibt es heute erst um 20 Uhr.
    Ich sitze mit einem Spanier und einem Franzosen am Tisch. In allen Hütten in den Pyrenäen macht die Tischeinteilung der Wirt, und der hat die drei Solo Wanderer zusammengesetzt.
    Den Spanier hab ich oben am Paso de los Caballos getroffen. Er macht hier eine kurze Runde und nimmt ein paar Gipfel mit. Der Franzose erzählt recht viel, wo er denn war und wo er noch hin will, aber so ganz passt vieles nicht zusammen. Wegbeschreibungen, Namen- alles ergab keinen Sinn. Nett war er trotzdem, und er gab uns Wein aus!
    Dann kommt das Essen, ich freue mich darauf, ich habe Hunger!
    Zuerst gibt eine einfache und recht geschmacklose Suppe, dann Kartoffeln mit mega, wirklich mega viel Knoblauch. Wir dachten schon das war es, doch es wurde noch eine Platte mit Bohnen mit "Suppenfleisch" gereicht. Der Hunger treibt es hinein.
    Wirklich Lecker ist es nicht zubereitet.
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  13. Fuchs

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    AW: Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #13
    So, jetzt wird es wieder ein klein wenig spannender, jetzt folgen etwas spannendere Etappen....

    5. Etappe: 24.09.2017- Refugio de Viados- Bivac am Lac de Caillauas - HRP, kl. Variante

    Meinen Füssen geht es schon viel besser, nichts schmerzt als ich die Treppe heruntergehe
    Der Frühstücksraum ist schon ziemlich leer, die meisten sind schon unterwegs. Nach der Enttäuschung mit dem Abendessen, ist das Frühstück richtig gut für eine Hütte in den Pyrenäen. Ich trinke zwei Kaffee mit Milch, bezahle und mach mich auf den Weg. Das Wetter ist gut, viel Blau mit Wolken.
    Die erste Hälfte des Tages gehe ich nicht auf dem klassischen HRP, also nicht auf dem GR 11 durch das Vall de Anes Cruzes. Ein eigentlich schöner Weg, aber auch nicht besonders spannend. Ich gehe hinter der Hütte (1760m) auf gutem Weg bergan (8:30), schnell beginnt ein Wald, ein Wegweiser steht hier- ich meine nach Senal de Viados.... . Nach mal ein Blick über die Refugio de Viados zum Posets, und schon wird mein Atem schneller und mir warm.


    Der Pfad zwischen den Bäumen ist gut zu erkennen, ab und zu ein Steinmann, und ab und zu gibt es grün /grüne Farbmarkierungen. Der Wald endet schnell, ich gehe weiter auf gutem Pfad durch Büsche und Gräser. Ein Wegweiser zeigt die Richtung zur Refugio Tabernes an- da möchte ich nicht hin- ich folge dem Pfad nach rechts. Mittlerweile sind alle Wolken fort, nur das Blau des Himmels ist über mir. Es ist hier recht einfaches gehen, viele Wiesen und vor mit der Bachimala (3177m).


    Vorbei an der Cabana El Sarrau (2030m- sehr einfach- nicht der beste Zustand). Stetig geht es bergan, Ziel ist nun die Anhöhe, die vor mir gut zu sehen ist. Die ist bald erreicht, weiter ist der Pfad einfach und führt zu einem breitem Rücken.


    Hier hat man dann einen tollen und sehr bunten Blick in den Barranco de Bachimala.


    Der Barranco de Bachimala, durch den wollte ich eigentlich hier hin aufsteigen, naja: Wetter und Füße und blöde Entscheidungen, aber jetzt bin ich hier, so wie ich es wollte. Vor mir sind dann ein paar felsige, schmalere Stellen, aber nichts problematisches. Noch mal ein Blick zurück, über die Wiesen und zum Posets.
    Nach links geht der Pfad nun etwas in den Barranco de Bachimala, ein wenig Schutt, ein erster Wanderer begegnet mir hier, noch ein Aufstieg und der Collado de Senal de Viados (laut Karte 2536 m) ist erreicht.

    Grad aus geht es runter zum GR 11/ HRP, ich will nach Links, der Bergflanke entlang. Eigentlich habe ich erwartet wenigstens geringe Spuren oder einen Steinmann zu sehen, aber nichts ist zu erkennen.


    Ich weiß, da ist eine Möglichkeit, und die nicht allzu schwer sein soll. Also gehe ich los, über Grasschroffen in die Flanke hinein. Ich halt mich an Karte und GPS, selten taucht ein Steinmann auf, selten gibt es Spuren. Dann eine vom Bach gegrabene kl. Schlucht, erst such ich mein Glück etwas bergab, dann steige ich höher, und kann mit wenig kraxeln ist die Felsstufe überwunden. Etwas später stehe ich vor einer kl. Anhöhe, das gleiche Problem- soll ich unten rum oder obenrum suchen, ich Versuchs dann einfach grad aus, sieht einfach aus, war dann aber rutschiger als ich dachte.
    Dann wird es steiniger, dafür gibt es aber mehr Steinmänner. Der "Pfad" biegt dann nach links, etwas anstrengender zu Gehen- nun bergan.


    Auf 2660 m treffe ich auf Spuren, und ich bin wieder auf dem HRP, kann den Port de 'Aygues Tortes schon sehen.
    Um 13:15 erreiche ich den Port d' Aygues Tortes (2683 m), ich bin nicht alleine, zwei Dresdener, wie ich dann erfahre, machen grade Pause. Das mach ich dann auch, pack meine Baguette aus, Käse und Wurst. Es ist angenehmes Wetter, im T- Shirt laufen wir drei. In den Ecken liegt hier noch ein wenig Schnee. Wir unterhalten und kurz, die zwei sind auch auf dem HRP unterwegs. Ich bin gespannt, mal schauen ob wir uns die Tage noch mal treffen. Sie beginnen dann den Abstieg, und ich bleibe noch ein wenig sitzen, habe Hunger.
    Ca. eine halbe Stunde später bin ich auch auf dem Weg. Der Blick vom Port de 'Aygues in das Vallon d 'Aygues Tortes ist sehr schön, an langes Tal, mehrere Seen, viel gelb- grünes Gras, ein Bach in der Mitte, und am Ende wieder steile Berge.


    Der Abstieg durch Geröll ist recht steil und rutschig, aber schon mehr oder weniger ein Pfad. Nach knapp 400 Höhenmeter ist der Talboden erreicht (Blick zurück zum Port de...- links ist der HRP), das Gehen wird immer angenehmer, ein Pfad führt recht gemütlich das Tal entlang.


    Vorbei an der sehr guten Cabane de Prat de Cazeneuve (2020m), bis mir auffällt- hinter der Cabane hätte ich schon vom HRP ( -- also ich gehe nun noch eine Variante) abzweigen müssen, das mach ich dann eben ein wenig später.
    Aufstieg zum Lac de Pouchergues (2016 m), noch vor dem See beginnt ein Pfad der in die Bergflanke des Tales führt, weit über dem Talboden mit dem HRP.


    Das ist einfaches gehen, der Weg nicht steil, und der Abhang auch nicht, ich werde also nicht allzu nervös. Der Blick zurück in das Vallon d' Aygues Tortes ist toll!


    Die Flanke wird dann steiler, doch ohne Schwierigkeiten. Spannend ist als der Weg in den Fels geschlagen ist, stolpern darf ich hier nicht.




    Weiter geht es auf gutem Pfad, bis ich "Gleise" und Bauten wohl vom Staudammbau erreiche.



    Unten ist die Refuge de Soula zu sehen! Die Refuge ist das eigentliche Etappenziel- ich gehe halt eine Etage höher dran vorbei.



    Etwas später sind stabile Brücken im Fels befestigt- ohne diese geht es hier nicht weiter.


    Auf dem Pfad- ein Gebäude- die Türen (als Durchgang) sind offen und es dient auch als Schutz.
    Dann überquere ich den Caillauas Bach, und stehe wieder auf dem normalem HRP, der hier ein ausgetretener Pfad ist. Das halbe Tal liegt schon im Schatten, das Licht ist wunderbar, der Himmel strahlt blau, mir gefällt es hier.


    Noch ein paar Meter und ich in an meinem Ziel, dem Lac de Caillauas. Ein Stausee-2160m!


    Etwas unterhalb der Staumauer ist eine Cabane- die Refuge de Caillauas, hier will ich übernachten. Ich schaue mir die Hütte an, wieder eine sehr einfache Hütte. Ich fühle mich hier unterhalb der Staumauer nicht wohl, eng und dunkel wirkt es. Und gehe dann zur Ruine am Damm, baue dort meine Lager auf Ich bau das Zelt nicht auf, nur den Schlafsack lege ich aus.
    Es wird schnell kühl und duster, ein wenig Wind geht. Dafür tauchen immer mehr Sterne auf, es ist ein sehr klarer Himmel. Meine Nuddeln köcheln, ich trinke Tee, warte bis diese "al dente" sind. Ich sitze auf einem Stein, mit dem Rücken zur Wand der Ruine, mit Blick auf den See- und fühle mich wohl. Die zwei Dresdener hab ich nicht mehr getroffen, na ja- vielleicht sitzen die zwei in der Refugio de Soula und trinken ein Bier!
    Ein guter Tag geht zu Ende, der doch fast mit reichlich Ärger endet- ein Windstoß bläst den Schlafsack und die Neoair fast in den See. Der Wind greift unter beides und nur mit einem schnellen Sprung kann ich beides fassen bevor es runter zum See geht- Glück gehabt- und selbst Schuld, ich hätte einfach die schuhe draufstellen müssen.
    Nach dem Essen spüle ich und verpacke meine ganzen Sachen in den Rucksack. Nichts lass ich liegen. Keine Wolke ist zu sehen, aber falls in der Nacht das Wetter sich ändert, will ich schnell in die Hütte flüchten können. Als alles gepackt ist, lege ich mich in den Schlafsack und schaue sehr lang in den Himmel, es ist ein wunderbarer Blick.
    Stunden später wache ich auf, kein Stern ist zu sehen, und schon fallen die ersten Tropfen. Gut das ich alles gepackt habe. Schnell die Schuhe an, den Schlafsack und den Rucksack aufnehmen und runter zur Hütte. Ein Pfad führt dort hin, ich habe mir vorsichthalber extra den Weg gemerkt.
    Ein wenig außer Atem und zum Glück nicht allzu nass komme ich in der Hüte an, und hau mich direkt wieder aufs Ohr.
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  14. Erfahren

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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #14
    Gatewood Cape klingt spannend. Da ist dann kein Mückenschutz dabei?

    Bin vermutlich mit DuoMid und Inner und Regenjacke inzwischen "old school" ... ^^

  15. Fuchs

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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #15
    Gatewood Cape klingt spannend. Da ist dann kein Mückenschutz dabei?
    Nein ohne.
    Im September gib es da nicht viel Viecher, ist schon zu kühl in den Bergen. Im Sommer würde ich ein Inner Mitnehmen.
    Ich nehme aber auch eine Regenjacke mit- die Poncho Funktion nutze ich nicht.

    LG Folko
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  16. Fuchs

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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #16
    6. Etappe: 25.09.2017- Lac de Caillauas- Refuge du Portillon - HRP- eine der drei schwierigen HRP Etappen

    Ich bin einfach kein Frühaufsteher.
    Eigentlich ist es ja besser in den Bergen früh unterwegs zu sein, aber vor halb acht- und oft auch später- komm ich nicht von der Matte. Und bis dann alles Gepackt ist dauert es doch. Heute zeigt die Uhr die 9, als ich von der kl. Cabane los gehe.
    Es regnet nicht mehr, der Boden ist nur etwas feucht. Also ganz gute Bedingungen- außer dem restlichem Wetter. Es ist trüb, wolkig und Nebel steigt mal auf und geht dann wieder ins das Tal. Ich grüble ein wenig herum, entscheide mich dann die Etappe auch bei dem nicht so Optimalem Wetter zu versuchen. Also gehe ich über den Staudamm, am Ende steigt ein Pfad in den Hang und führt ein gutes Stück über dem See auf einen Trampelpfad mal durch Gras, mal durch Büsche hinauf (X auf dem Bild). Der Ruisseau de Caillauas hat eine kleine Schlucht gegraben, Steinmänner und Pfadspuren zeigen den Weg. Wenig später überquere ich sher einfach den Bach, und und muss anschließend überreichlich Steinbrocken bergan. Ich nehme den von Steinmännern markierten Weg rechts, es geht auch wie in der Karte eingezeichnet etwas links- beides trifft sich wenig später. Und ich schau mal zurück, Wolken kriechen das Tal hinauf.








    Nur wenige Meter weiter liegt der Lac de Isclots- auf knapp 2400 m höhe. Ein schöner kl. See, mit ein paar guten Bivac Möglichkeiten. Der HRP führt auf gutem Pfad um den See, dann geht es es wieder aufwärts- bis das nächste kleine Plateau erreicht ist (2500m). Ich mache mir ein wenig sorgen, die Wolken steigen langsam immer höher, aber der Blick zurück über den Lac de Isclots ist sehr schön.
    Ein Pfad ist jetzt nicht mehr durchgehend zu erkennen, ich folge den Spuren und Steinmännern, die mich in unangenehmes Terrain führen- Felsbrocken und halb Auto große Blöcke. Laut Karte geht es ein wenig links her- vieleicht ist das Gelände dort einfacher.
    Aber so schwierig ist es nun auch nicht, und schnell ist wieder einfacheres Gelände erreicht (2560 m). Ich gehe/ suche den in der Karte eingezeichneten Pfad, guck auch mal auf das GPS um den hoffentlich einfachsten Weg durch den nun folgenden Anstieg zu gehen. Von hier erkenne ich oben an der Kante zwei Wanderer, die den HRP hier in Richtung der Soula gehen. Der Anstieg ist gefühlt diesmal hier nicht so steil und rutschig, ich hab ihn als ganz übel in Erinnerung. Jetzt ist das auch anstrengend und mal rutschig, ich komme aber ohne große Flucherei oben an (2750 m).











    Die Wolken sind im Tal hängengeblieben, über mir sind sie aber zum teil recht dunkel. Hoffentlich bleibt das Wetter so. Ich denke kurz an die zwei Dresdener, wo die nun sind- sind sie schon weiter, oder gar nicht hier herauf? Am Morgen lag die Refuge de Soula bestimmt im Nebel! Vieleicht haben sie sich gegen den Aufstieg entschieden, vielleicht sind sie aber sehr schnell unterwegs- und weit voraus?
    Ich hab es jetzt etwa einfacher, vor dem nächstem Anstieg geht es recht flach durch teils sandigen Boden. Vor Jahren war hier sicherlich noch Gletscher! Dann folgt der nächste Aufstieg, vorbei an Felsblöcken, über Schutt. Steinmänner zeigen die Richtung. Vom Glacier de Gourgs - Blancs ist nur ein trauriger Rest übrig. Kurze zeit später ist der Col des Gourgs - Blanks erreicht (2880m- laut Karte). Es ist recht frisch hier oben, etwas Wind geht und dicke Wolken vor mir. Ich hab meine Jacke an, trotz Bewegung ist es ohne zu kalt.







    Ohne Pause gehe ich weiter, über lose Steine. Die ersten Meter sind ohne großes Gefälle, dann wird es steil. ich entscheide mich wieder für die rechte Seite (anstatt einfach grad aus .... ), und gehe die blödeste, da steilste Möglichkeit. Sehr loses Geröll, im dem ich halb rutschend und immer wieder nach halt suchend, fluchend herunter steige. Ohne Blessuren komme ich unten an, hier noch ein kl. Schneefeld, auf der anderen Seite nur ein kleiner Aufstieg durch Blöcke, dann wird es mehr oder weniger waagerecht. Ich geh von Felsbrocken zu Felsbrocken (X- Richtung). Wolken steigen auf und verschlechtern die Sicht, lassen jedoch auch Lücken, so das ich meine Richtung einhalten kann (keine Spuren, ab und zu ein Steinmann- bei schlechter Sicht - schwierig) . Erst auf letzten Meter zum Col du Pluviometre ist der schmale Pfad links oberhalb von dem Schneefeld zu sehen, ohne Probleme komme ich am Col an (2865 m). (Blick zurück). Ich bin erleichtert, alles ohne Probleme- außer dem Abstieg, es läuft gut. Ein frischer Wind weht, ich stelle mich hinter einen Felsblock, habe Hunger, Esse etwas Schoko- und gehe schnell weiter. Jederzeit kann das Wetter schlechter werden- und auf 2900 m Höhe kann das sehr ungemütlich werden.











    Immer wieder brauche ich in dem folgendem felsigen Gelände meine Hände, ab und zu gibt es Nebel und ab und zu Steinmänner die die Wegrichtung anzeigen. Einmal gehe/ kraxele ich falsch, und muss ein Stück umkehren. Auf 2798 m, eine Scharte, hier geht es rauf zum Tusse de Montarque. Ich stehe nun im dichtem Nebel , entscheide mich daher für den evtl. einfacheren Weg. In regelmäßigen Abständen sind rote Fähnchen aufgestellt, die erleichtern die Orientierung. Ein paar mal kraxeln, immer wieder den Weg suchend, und zum Schluss auf Pfaden geht es es zur Refuge du Portillon (2571 m), die verborgen im dichtem Nebel liegt.








    Ich bin jetzt froh hier zu sein, vor allem hat das Wetter gehalten und das war nicht so sicher. Ich melde mich an, bei einem recht jungem, sehr freundlichem Wirt. Trinke ein Bier. Nur ein paar Gäste sind hier- ich meine fünf. Die Dresdener sind nicht dabei. Gehe auf das Zimmer und verstaue meine Sachen, Dusche, herrlich! Es ist noch Zeit bis zum Essen, draußen ist Nebel und mittlerweile auch Regen- ich leg mich etwas aufs Ohr.
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  17. Gerne im Forum
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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #17
    Hallo Nicki,

    für deine Beiträge hier bei ODS als auch für deine ausführliche und hilfreiche Website möchte ich dir danken.

    Ab Ende August werde ich versuchen den/die HRP zu begehen. Als Vorbereitung dafür nutze ich dafür deine Erfahrungen und Tipps. Sie geben mir Vorfreude und einen ersten Eindruck von dem, was mich erwartet und worauf ich mich freuen kann.

    Vielen Dank dafür

    Klaus
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  18. Fuchs

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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #18
    Danke, Klaus.

    Und viel Spass auf der Tour.
    Ich werde im September dort sein. Wenn es meinem Rücken besser geht..... mal schauen....
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  19. Gerne im Forum
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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #19
    Zitat Zitat von Nicki Beitrag anzeigen
    Ich werde im September dort sein. Wenn es meinem Rücken besser geht..... mal schauen....
    Ich wünsche Dir mit deinem Rücken nur das Allerbeste, d.h. dass du im September schmerzfrei und mit Wohlbefinden durch die Pyrenäen vagabundieren kannst.

    Liebe Grüße

    Klaus
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  20. Erfahren
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    AW: [ES] Pyrenäen- Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP)

    #20
    Klasse die beiden letzten Etappen. Tolle Fotos. Hoffe dem Rücken geht es besser!

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