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    [PL] Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #1
    Mitreisende: Spartaner
    Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018
    Gerade mal 5 Tage nach einer Woche Donautour mit Roland und Dörte bin ich zu einer 5-tägigen Solotour auf die Oder in Polen aufgebrochen. Andrea kann dieses lange 1.-Mai-Wochenende nicht, weil sie Abiarbeiten kontrollieren muss, und ich möchte mal testen, wie ich mit dem ganzen Bagage auf dem neuen Bootswagen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zurechtkomme. Alles Vorbereitung auf Sibirien diesen Sommer. Und natürlich Erkundung eines neuen Oder-Abschnittes. Vor 2 Jahren waren wir bereits auf der Oder von Crossen bis Frankfurt unterwegs gewesen, vor vier Jahren von Frankfurt bis Küstrin, und vor >20 Jahren in den polnischen Oderpoldern oberhalb von Stettin. Damals standen noch MP-bewaffnete Grenzposten in den Sümpfen herum.

    Tag 1, Freitag 27. April 2018
    Die Anreise ist für mich der spannendste Abschnitt der Tour. Zwar habe ich bereits einmal eine Ally-Tour mit öffentlichen Verkehrsmitteln gestartet, aber das war unter einfachstmöglichen Bedingungen. Diesmal ist es immer noch einfach gehalten, aber wenigstens eine Auslandsfahrt. Ich fahre mit dem Auto bis Crossen/Krosno Odrzański vor, lasse es auf dem bereits bekannten Parkplatz direkt am Oderufer stehen, und will dort in den Bus nach Grünberg/Zielona Góra, umsteigen, und dann weiter nach Neusalz/Nowa Sól.
    Der Busfahrer (ohne Bus, aber mit der Kasse in der Hand) ruft mich schon von weitem an bezüglich meines Gepäck. Schnell merkt er, das ich kein polnisch verstehe und versucht es auf russisch und deutsch. Er zeigt mir die Stelle an der der Bus halten wird, damit ich das Gepäck verladen kann. Direkt am regulären Einstieg ist nämlich alles vergittert. Ein bisschen plauschen wir noch und dann kommt schon der Bus um die Ecke. Er übernimmt ihn von seinem Kollegen.
    Das Gepäck passt gerade so in die außen zugänglichen Gepäckfächer des Busses. Bezahlt wird auch hier am Busbahnhof direkt beim Fahrer (7.50zł. + 1 Gepäckstück á 2zł, Σ2.26€) Leider kann ich kein durchgehendes Ticket lösen. Dabei hatte ich bei der Auswahl der Verbindung bereits darauf geachtet, dass beide Busse von derselben Verkehrsgesellschaft betrieben werden (PKS Zielona Góra).
    In Grünberg lässt der ankommende Bus seine Fahrgäste vor dem Busbahnhof heraus. Der Bus hat Verspätung (Ankunft 13:15 anstatt 12:56 Uhr). Ich beeile mich das Gepäck auszuladen und verzurre es neu auf dem Bootswagen. Hätte ich zu dem Zeitpunkt die Ankunfts- und Abfahrtszeiten parat gehabt, so wäre ich wohl bereits unruhig geworden.

    Nach 4min ist der Gepäckberg endlich wieder verzurrt und ich bewege mich 110m zur Abfahrt der Busse. Hier ist viel Betrieb an etwa einem Dutzend Perons. Welcher ist der richtige? Um das herauszufinden, müsste ich jetzt die einzelnen Abfahrtstafeln studieren. Aber schon am zweiten Peron sehe ich einen Bus mit der Anzeige “Nowa Sól” stehen. Sich genauer zu vergewissern, dafür ist jetzt keine Zeit mehr. Die Fahrgäste steigen bereits ein. Zum Glück ist hier kein Gitter vor den Gepäckluken. Dafür sind die Luken verschlossen. Der Busfahrer muss herauskommen und sie mir öffnen (7.20zł. + 2 Gepäckstücke á 2zł, Σ2.67€).

    Letztlich geht alles gut, der Bus setzt sich mit mir und allem Bagage nach einer Minute in Bewegung. Während wir wieder durch Grünberg zuckeln, bemerke ich, dass es auch möglich gewesen wäre, 2 Stationen früher auszusteigen und damit deutlich mehr Umsteigezeit zu haben. Und jetzt während des Berichtschreibens entdecke ich, dass die polnische Fahrplanauskunft das genau so beschrieben hat. Ich bin also zu weit gefahren bis zum Busbahnhof, ich hätte bereits an der Bibliothek aussteigen sollen. Ja ja, so ist das, wenn man jahrelang dem ÖPNV entwöhnt ist. Man muss halt auf die Details achten.



    Eine weitere ¾h später komme ich in Neusalz an. Das größte Abenteuer dieser Tour, die Fahrt mit dem ÖPNV, ist bestanden.
    Die Gepäckluke war in diesem Bus groß genug, so dass ich den Bootswagen beim Einladen nicht abschnallen musste. Nun noch den Ortlieb Extremer mit meinem übrigen Gepäck draufschnallen, und los geht's.



    1.7km durch die Stadt sind mit der schweren Fuhre zu bewältigen bis zum Kajak-Sportclub am Hafen. Auf dem Weg dahin kaufe ich noch 2L Bier ein und passiere zufällig die größte Sehenswürdigkeit von Nowa Sól, den Gartenzwerg-Park mit den, so wird behauptet, laut Guinnessbuch der Rekorde größten Gartenzwergen der Welt (Stand 2009). 5.41m messen sie in der Höhe. Beeindruckend! Mittlerweile ist dieser Rekord aber bereits überholt worden. Zum Ausgleich wurde dem zunächst einsamen Salzmann gender-proporzgerecht eine gleichgroße Gartenzwerg-Frau zur Seite gestellt. Es ist nicht ganz zufällig, hier auf Gartenzwerge zu stoßen. Die Gartenzwerg-Produktion half der Stadt über die schwierigen Jahre nach der Wende.



    Im Kajakowy Klub Sportowy angekommen melde ich mich bei einem sehr athletischen Rentner an und fülle meinen 6L-Wasserbehälter auf. Der Aufbau geht heute flott von der Hand. Der neue Ally 15.5 ist so leicht aufzubauen, dass man eigentlich keinen Gummihammer benötigt. Nach 40min ist das Boot im Wasser, das Gepäck verstaut und ich lege ab.



    Um ¾4 durchfahre ich die Fußgängerbrücke, die als großer Bogen die Einfahrt zum Hafen überspannt (“Port Nowa Sól”).



    Dann bin ich auf der Oder, Strom-km 430. Sie fließt ruhig mit etwa 4 - 5 km/h dahin. Wenn ich paddele erreiche ich 7 - 8 km/h. Nach ein paar hundert Metern ist man alleine mit sich und der Natur. Ab und zu sitzt ein Angler auf einem Buhnenkopf. Die Sonne scheint und der Wind schiebt leicht von hinten. Mein Tagesziel, der Weiße Berg/Biała Góra, liegt 13km stromab.









    Kurz vor 6 bin ich am Weißen Berg. Hier habe ich eigentlich offene Vegetation und eine schöne Aussicht auf die Oder erwartet. Aber es ist alles zugewachsen. Von biały keine Spur mehr. Darum kehre ich ein Stück um und lasse mich auf der Spitze der Halbinsel zwischen Altarm und Oder nieder.



    Eine alte Feuerstelle vom letzten Jahr, leider total vermüllt mit Glasscherben und Blechbüchsen, nehme ich wieder in Betrieb. Feuerholz gibt es ohne Ende.
    Das Zelt findet im hohen Gras einen halbwegs ebenen Platz. Eine Erbswurst, angedickt mit Haferflocken, gibts zum Abendbrot und schmeckt mal wieder lecker. Will ja sonst niemand mit mir essen (ich höre schon euer ihhh und bähhh). Ich mache mit einer Tablette immer gleich so viel, das es auch für den nächsten Morgen reicht. Ist halt in etwa so etwas wie beim Russen der Kascha.
    Die Gegend ist für mitteleuropäische Verhältnisse außergewöhnlich ruhig. Im Auwald am gegenüberliegenden Oderufer ruft ein Käuzchen, ganz in der Ferne ein paar Kraniche. Nur ganz selten hört man weit weg ein einzelnes Auto oder ein Verkehrsflugzeug. Ein einsamer Rennkanute absolviert seine abendliche Trainingseinheit.
    Kurz nach Anbruch der Dunkelheit verschwinde ich im Zelt.
    Geändert von Spartaner (15.05.2018 um 17:09 Uhr)

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    AW: Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #2
    Tag 2, Samstag 28. April 2018
    Am nächsten Morgen bin ich mit Sonnenaufgang auf den Beinen. Das Zelt wird nass eingepackt, und so bin ich bereits kurz nach 9 Uhr auf dem Wasser. Es soll ein ziemlich fauler Tag werden. Bereits nach 5½km stoppe ich an einer Sandbank und lasse mich ein Stündchen nieder. Die Morgensonne brennt noch nicht so sehr, genau das richtige für ein Sonnenbad.





    Während ich so vor mir herdöse, treibt ein einsamer Kajakfahrer telefonierend an mir vorbei. Volle Expeditionausstattung, er scheint auf größerer Tour zu sein. Ein kurzer Gruß, woher wohin, und er ist wieder verschwunden.



    Ich bin etwas später auch wieder auf dem Wasser. An der Milziger Fähre (Milsko - Przewóz, Strom-km 450) herrscht Ausflugsbetrieb, lange Autoschlange.



    Wieder beste Bedingungen, leichter Rückenwind, Ruhe vor Zivilisationsgeräuschen.
    Nach 2h gibt es wieder 1h Teepause.



    Dann paddele ich noch eine ¾h, bis mir eine auffällig schöne Sandbank mit viel Feuerholz ins Auge sticht. Es ist zwar erst kurz nach 3, aber ich beschließe meine Tour heute hier nahe Strom-km 464. Noch ist die Fernstraße 4km entfernt nur schwach zu hören. Wenn ich weiter fahren würde, dann müsste ich noch einige Kilometer drauflegen, um wieder in ruhigere Gegenden zu gelangen.



    Während ich anlege, überrascht mich von hinten kommend wieder der polnische Expeditionspaddler. Wir plauschen eine halbe Stunde, dann fährt er weiter nach Tschicherzig/Cigacice. Sein Bier geht zur Neige und er möchte heute noch für Nachschub sorgen. Gestartet ist er übrigens wie ich in Neusalz.



    Das Zelt kann jetzt in der Nachmittagsonne trocknen, alles sehr schön hier auf dieser Sandbank. Nachts regnet es, Käuzchen rufen. Schön dass der Regen jetzt kommt, denke ich noch. Ich habe nämlich aus Gründen der Gewichtsersparnis im ÖPNV auf Schirm und Regenjacke verzichtet und eine Spritzdecke für das neue Boot habe ich auch noch nicht.





    Geändert von Spartaner (15.05.2018 um 17:20 Uhr)

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    AW: Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #3
    Tag 3, Sonntag 29. April 2018
    Früh am nächsten Morgen herrscht dichter Nebel. Man kann kaum über den Fluss schauen, der hier 150m breit ist. Die Sonne steigt am makellos blauen Himmel auf und löst den Nebel schnell auf.





    Das Zelt packe ich wieder nass ein. Erstes Etappenziel heute ist Tschicherzig. Kurz vor der neu erbauten Brücke der Schnellstraße S3 nach Stettin erster kurzer Stopp an der Mündung der Raulen oder Faulen Obra/Rzeka Obrzyca am Strom-km 469.6. Von hier aus soll man bei hohen Wasserständen angeblich in den Oberlauf der Obra paddeln können, die wir ab Kopnitz/Kopanica bereits kennen.



    Dann geht es unter der neuen Brücke der Schnellstraße hindurch. Eine 2. Brücke für die Verbreiterung der Straße ist bereits im Bau.





    Vom Ort Tschicherzig ist nicht allzuviel zu sehen. Im Vergleich zu historischen Ansichten, wie sie auf alten deutschen Postkarten zu finden sind, ist der Uferbereich stärker zugewachsen und die schönen Häuser in Ufernähe fehlen weitgehend.



    1km weiter passiert man die alte stählerne Ortsbrücke und 300m dahinter öffnet sich zwischen 2 Buhnen der Sportboothafen mit seinen einladenden Stegen und einer heute Sonntag früh nach dem Kirchgang gut besuchten Freiluft-Bar.









    Hier treffen sich eher die besseren Leute der Stadt, Familien, hier kann ich mein Boot auch mal unbeaufsichtigt liegen lassen. Der Wirt spendiert mir Wasser für meinen 6L-Kanister und zeigt mir den Weg zum Lebensmittelladen direkt am Nordende der Ortsbrücke. Geöffnet täglich 7-23 Uhr gibts hier für mich 2L Bier, Joghurt und Eis. Hinter dem Laden hocken unter einem dunklen Dach versteckt vor der strahlenden Vormittagssonne die Trinker des Ortes beim Frühschoppen.
    Wieder unten am Hafen wird gerade ein Faltboot aufgebaut, ein Delphin 110 oder ähnliches Boot.



    Der nette Wirt kommt erneut hinter seiner Theke hervor und erzählt mir einiges über Zschicherzig und Umgebung, den Weinbau hier, früher an allen Südhängen um Zschicherzig, die uralten Kiefern und Eichen im Grünberger Oderwald gegenüber, vergleicht den Wald mit dem Białowieża-Urwald, Alexander v. Humboldts schwule Liebschaft im Ort, die hunderte Auswanderer nach Adelaide vor 180 Jahren, deren Schiffsreise hier ihren Anfang nahm, uvm. Hinter der Bar lag noch ein nachgemaltes historisches Ortsschild “Tschicherzig”, welches für die Begrüßung der Nachfahren dieser Auswanderer anlässlich eines Treffens vor 10 Jahren hier im Ort angefertigt wurde. Lustig finde ich auch, wie er sich über die schwierige Aussprache des Ortsnamens Tschicherzig beschwert. Genau so geht es mir bei den meisten polnischen Ortsnamen. Aber ich muss zugeben, bei Tschicherzig habe ich auch eine Weile gebraucht, ehe mir das leicht von den Lippen ging. Die Nazis haben den Ort übrigens in "Odereck" umbenannt, aber das hatte nur wenige Jahre Bestand.



    Nach einer knappen Stunde verlasse ich diesen einladenden Ort und schippere weiter flussabwärts. Weit komme ich nicht. Nach 3½km lege ich links an und besichtige einen der gesprengten Bunker der “Oderstellung”, den mir die OSM gleich ganz nah am Ufer anzeigt.





    Die Deutsche Oderstellung bestand aus ~650 (von ~780 geplanten) Stahlbetonbunkern. Sie wurden 1928-1939 am linken Ufer der Oder von Breslau bis Crossen gebaut. Neben Betonbefestigungen existierten Hunderte von Holz- und Erdunterkünften, Maschinengewehrstellungen aus Beton, Schützengräben, Panzergräben und verstärkte Artilleriestellungen. Brücken waren von Stacheldrahtzäunen und Minenfeldern umgeben.
    Man fragt sich, wozu das Ganze? Diese Befestigungen bildeten zusammen mit dem Ostwall und dem Pommernwall die Hauptverteidigungslinie des Deutschen Reiches gegen mögliche Angriffe aus dem Osten (hauptsächlich Aggression seitens Polens). Als die Russen 1945 am Ende des 2. Weltkrieges dann tatsächlich kamen, ignorierten sie die Bunker weitgehend, isolierten sie von der Umgebung und zogen dran vorbei.
    Ein großer Teil der Bunker wurde 1945 von den Russen und in den 50er Jahren von der polnischen Armee gesprengt. Die Reste werden systematisch von Altmetalldieben ausgenommen.

    Dann will ich weiter. Nach gerade mal 600m ruft mich ein Mann am Ufer an und winkt mich zu sich heran. Es ist wieder der bereits bekannte Expeditionspaddler. Sein Boot dümpelt im Wasser vorne am Buhnenkopf. Er hat es sich mit überdachter Hängematte in diesem herrlichen Wald gemütlich gemacht und lädt mich auf ein Bier ein. Ich ahne schon, damit ist die heutige Tagesetappe wohl an ihr Ende gekommen. Es ist gerade mal 12 Uhr.













    Wir machen uns einen schönen Nachmittag am Lagerfeuer und palavern in vier, fünf Sprachen (englisch, polnisch mit einem Schuss russisch, deutsch und französisch). Tadeusz Kluk kommt aus Neusalz. Dort hat er nicht nur seine Tour begonnen, sondern er wohnt auch hier. In 9 Tagen Urlaub will er bis Küstrin paddeln und fährt von dort mit der Bahn zurück nach Neusalz. Nach allem was ich sehe ein erfahrener Wanderfahrer, viele interessante Gepäcklösungen, siehe Bilder.
    Sein Faltboot, ein Wayland COMMANDO MK I ACHILLI 500, hat er noch nicht lange, und hat dennoch bereits Geschichte. Er hat es kurz zuvor gebraucht von Robert Tomalski gekauft. Dieser wiederum hat einen ganz besonderen Spleen. Er hat 2016 mit diesem Boot 1000km die Weichsel befahren, und zwar nicht wie üblich mit der Strömung, sondern stromauf von der Mündung bis in den Oberlauf. Ein Jahr später bezwang er mit einem schnelleren Boot die Wolga, 3690km stromauf. Und jetzt versucht er sich in der gleichen Art auf dem Jangtse in China, 6300km stromauf. Gibt schon komische Leute

    Ja, und genau dieses Boot hat Tadeusz von Robert Tomalski kürzlich übernommen und ist damit auf Jungfernfahrt. Auch sonst hat er viel Spaß an Ausrüstungsteilen, die ein wenig nach Geschichte riechen, eher traditionelles, keinesfalls ultraleicht. Die hornartige Hupe von einem Vorkriegs-Oldtimer klingt fast wie ein Nebelhorn und verschafft ihm wirkungsvoll Aufmerksamkeit auf dem Fluss. Die rote Emaille-Teekanne, die Evazote-Matte und das Quechua-Wurfzelt sind auf Deck befestigt. Seine M1910 Canteen Cup stammt aus 1944. Dazu zeigt er einen Faible für Bushcraft in etlichen Facetten. Da sind das DD-Tarp und -Hängematte in Flecktarn, sein ISAF-Kampfanzug, und die mindestens 3 Messer, von denen sein nepalesisches Kukri aus den 40er-Jahren etwa in der Klasse liegt, mit dem Crocodile Dundee die Messergang in New York davon überzeugte, von ihrem Begehr Abstand zu nehmen.



    Am späten Nachmittag, wir hatten bereits eine Flasche Cognac geleert, möchte ich eigentlich weiterfahren. Ich habe Bedenken, ansonsten mein Ziel Crossen nicht mehr stressfrei zu erreichen. Ich habe ja heute erst 11 Strom-km geschafft. Tadeusz bringt mich davon ab mit dem Vorschlag, stattdessen eine Nachtfahrt zu unternehmen. Er liebe solche Nachtfahrten. Ok, das klingt verheißungsvoll.





    Nach ein paar gegrillten polnischen Würstchen zum Abendbrot machen wir uns abends ¾9 auf den Weg. Die Sonne ist bereits seit einer ½h untergegangen und die Bürgerliche Dämmerung ist auch bald vorbei.



    In Fahrtrichtung folgen wir der Venus, unserem Abendstern, der hell vor uns leuchtet. Wir passieren die Fähren von Pommerzig/Pomorsko (als die Nautische Dämmerung endet, zu der man noch den Meeresspiegel-Horizont erkennen könnte) und Groß Blumberg/Brody, um diese Zeit am Ufer ruhend. Die meiste Zeit fahren wir in der Astronomischen Dämmerung. Aber das ist heute relativ belanglos, denn der helle Vollmond erleuchtet die nächtliche Szenerie.







    Dennoch, trotz des Mondlichts sind die Ufer der Oder nur sehr schemenhaft zu erkennen. Ich habe ein unheimliches Gefühl auf dem Wasser, muss sehr bewusst darauf achten, das Gleichgewicht zu halten und halte mich nach Möglichkeit in Flussmitte. Gefühlt ist der Strom dreimal so breit wie am Tage. Auch scheint es unheimlich schnell voranzugehen. Es ist sehr still, nur ab und zu hört man es an einem Buhnenkopf leise glucksen, oder ein paar Eulen oder Kraniche rufen in der Ferne.
    Nach 14km Nachtfahrt biegen wir am Strom-km 489 rechts in den Mühlbock-Kanal/Kanal Ołobok ein, das ehemalige Birkholzer Wasser. Hier fahren wir noch 300m stromauf, als im hellen Licht der Kopflampe eine geeignete Stelle fürs Nachtlager in Sicht kommt (auf der Oder sind wir ohne Licht gefahren, nur Tadeusz hat Backbord und Steuerbord mit kleinen roten und grünen Positionslichtern markiert gehabt).




    ¾11 landen wir an, bauen das Lager auf und setzen uns noch ein Weilchen ans Feuer.

    Geändert von Spartaner (24.05.2018 um 20:07 Uhr)

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    AW: Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #4
    Tag 4, Montag 30. April 2018
    Es scheint bereits die Sonne als wir aufstehen. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Nächten ist das Zelt heute morgen trocken. Der leichte Wind hat keinen Nebel aufkommen lassen. Wir frühstücken in der Sonne, Tadeusz sein Weißbrot mit Marmelade und französischem Weichkäse, und ich meine Erbswurst mit Haferflocken. Er kostet und die erste Reaktion klang eigentlich ganz gut, essen möchte er es aber dennoch nicht. Dann gibt es noch für jeden einen ¾L koffeinfreien Kaffee mit viel Milch und Zucker.





    Tadeusz hat einen Plan. Er möchte den Mühlbock-Kanal/Kanal Ołobok stromauf fahren und das 6km entfernte Panzerwerk (587?) besichtigen. Ich schließe mich an, genug Zeit habe ich noch, da könnte solch ein Abstecher in unbekannte Regionen interessant werden.
    Das Birkholzer Wasser wurde im Zuge der Befestigung des Ostwalls ab 1934 rabiat zum Mühlbock-Kanal begradigt und zur Panzersperre ausgebaut. Genau hier trafen Ostwall und die Deutsche Oderstellung aufeinander. Die Openandromap verrät mir 3 Wehre auf der Strecke. Auch die waren Teil der Befestigungsanlagen. Sie sollten ein großes Gebiet kurzfristig zu einem unpassierbaren Sumpf anwachsen lassen.







    Gegen 10 Uhr, nach 1.9km, sind wir am ersten Wehr, ehemals Straßburger Mühle, die im Zuge der Baumaßnahmen zum Festungswall abgerissen wurde.



    Eine kleine, wenig befahrene Landstraße überquert das Wehr. Wir besichtigen die Umtrage (neudeutsch “scouten” ) und Tadeusz offeriert mir, dass er diese Hindernisse wegen gesundheitlichen Problemen nicht überwinden möchte mit seinem schweren, vollgepackten Boot, auch nicht mit Hilfe. Er kehre lieber um. Na gut, ich will es dennoch versuchen. Er hilft mir noch, mein leeres leichtes Kanu hoch zur Straße zu tragen. Den weiteren Weg geht es 100m einfach mit Bootswagen, das Gepäck dann wieder im Boot.







    Er dreht noch eine Proberunde mit dem Ally, dann verabschieden wir uns.
    Erst mal geht es ganz gut weiter. Zwar muss ich immer wieder ein paar umgestürzte Bäume umschiffen oder überfahren, aber so weit kein Problem.





    300m weiter ist dann aber endgültig Schluss. Mehrere Bäume liegen ineinander verkeilt quer über die gesamte Breite des Kanals. Hier ist kein Weiterkommen für mich.



    Für die Bäume fehlt mir das Werkzeug (auf der Oder brauche ich nichts dergleichen), und Tadeusz ist nicht mehr dabei. Er hat alles mit, was man hier brauchen könnte, riesen Haumesser und auch eine Säge. Die Ufer sind hoch, steil und dicht bewachsen, so dass ich auch nicht Umtragen möchte. Und wer weiß, wie oft mir das noch bevorstehen würde, abgesehen von den ohnehin bekannten 2 Wehren vor mir. Na gut, dann war es das eben. Ich mache noch ein Päuschen im lichten Wald, und besichtige den in 200m Entfernung in der Openandromap verzeichneten Bunker. Ein Mini-Exemplar, oberirdisch kaum sichtbar, aber im Inneren erstaunlich gut erhalten, was die Betonqualität betrifft. Er war immerhin bereits ~80 Jahre der Witterung ausgesetzt.



    Ich kehre also um. Am Wehr packe ich das Boot wieder auf den Bootswagen und unterhalte mich kurz mit 4 jugendlichen polnischen Radlern, die gerade eine Tour zu allen 10 derzeitigen Weingütern an der Oder in Polen unternehmen. 25min dauert das Umtragen diesmal insgesamt.



    Auf dem Kanal zerstöre ich ein junges Familienglück: eine Gänsefamilie wird auseinandergerissen. Die Alten entfernen sich beide mit großer Geschwindigkeit, fliegen auch immer wieder Stückchen voraus, bis auf die Oder. Die meisten Kleinen verstecken sich in den Uferpflanzen, so soll das sein. Nur eins versucht hinterherzukommen, erfolglos. Immer wieder taucht das Kleine ab und weiter vorne wieder kurz auf, um Luft zu holen und hektisch weiterzupaddeln. Hoffentlich hat am Ende die Familienzusammenführung geklappt. Das Reh auf der freien Wiese am Ufer lässt sich hingegen von mir nicht groß stören. Als es mich bemerkt, hoppelt es 20m landeinwärts und äst dort weiter.

    Nach einer ½h bin ich wieder auf der Oder. Schon auf den letzten Metern im Kanal bemerke ich, dass der Wind auffrischt. Auf der Oder habe ich dann starken Gegenwind, im offenen Canadier mit seinen hohen Bordwänden und ohne Spritzdecke ein Problem. Ich habe mal gehört, dass man gegen den Wind kreuzt. Tatsächlich fährt es sich für mich einfacher, wenn ich leicht schräg gegen den Wind fahre, dann spare ich mir das J und kann hemmungslos am Paddel ziehen. So wechsele ich regelmäßig die Seiten.



    Die Wellen erreichen zeitweise 20 - 30cm Höhe,und das auf einer Windangriffslänge von maximal 2km. Eine ganze ½h kämpfe ich gegen den Wind. Ohne die Strömung des Flusses hätte ich keinen Stich gesehen. Die Böen werden immer stärker.
    Nach 2.6km gebe ich auf und fahre in den Windschutz einer Buhne.







    Gegen Abend sollte der Wind wieder abflauen. Der Windfinder sagt mir im Nachhinein, die Windstärke betrug in Grünberg im Mittel 4 - 5 Beaufort, in Böen 6 - 7. Eigentlich staune ich schon, wie gut ich dennoch mit dem Kanu auf der offenen Wasserfläche zurecht gekommen bin.



    Ich esse den restlichen Brei vom Morgen, koche einen Kräutertee und döse in der Sonne. Gegen ½6 scheint der Wind etwas abzuflauen und ich mache mich wieder aufs Wasser. Aber ich komme mal wieder nicht weit, gerade mal 2km. Tadeusz hat hier auf mich gewartet und ruft mich heran. Er hat bereits sein Lager aufgeschlagen, Tarp und Hängematte, und sammelt Holz fürs Lagerfeuer. Außerdem hat er die Zeit genutzt, um sich eine Segeleinrichtung fürs Boot zu schnitzen, ein Luggersegel aus Ästen und einem kleinen Tarp.





    Das Bier ist alle und ich mache mich auf ins nächste Dorf (Läsgen/Laski). 2km sollen es zu laufen sein. Am Ende werden es fast doppelt so viele. Und die supa-dupa Trailrunningschuhe halten leider auch nicht was sie versprechen. Bereits nach 3km habe ich Blasen an beiden Fersen. Aber wenigstens reichen die 3L Żubr-Starkbier für den ganzen Abend.
    Fürs Abendbrot hat er sich wieder etwas ganz Besonderes ausgedacht. Schon von zu Hause hatte er einen Trockenteig gemischt, der jetzt mit Wasser angerührt und geknetet wird. Im Feuer liegt ein flacher Stein, den ich aus der Steinschüttung geholt habe, und erhitzt bereits eine halbe Stunde. Dann drückt er den Teig flach auf dem Stein aus. Nach wenigen Minuten ist die Teigmischung durchgebacken, wenn auch einseitig recht stark angekohlt. Schmecken tut es trotzdem.



    Kurz vor Mitternacht holt er noch eine Sektflasche heraus, und wir schreiten zur Taufe seines neuen Bootes. Es wird eine feierliche Zeremonie im Schein des Mondes, assistiert von Jupiter, und von den andauernden Gesängen der Nachtigall im nahen Busch begleitet. Das Boot hört jetzt auf den Namen “Huzar”, dt. Husar.
    Kurz danach finden wir ins Bett.













    Geändert von Spartaner (09.05.2018 um 23:06 Uhr)

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    AW: Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #5
    Tag 5, Dienstag 1. Mai 2018
    20km Oderstrom liegen jetzt noch vor mir. Schon gestern nachmittag hatte ich leise Bedenken geäußert, die Strecke wohl nicht zu schaffen, wenn es wieder so windig werden würde wie es heute war. Tadeusz hatte auch diesmal wieder eine unkonventionelle Strategie parat. Er wollte zunächst, dass wir uns um 3 Uhr in der früh wecken lassen. Später hat er das auf 5 Uhr abgemildert, da war ich dann auch dafür.
    Also läutet heute früh um 5 Uhr das Handy zum Aufstehen. Ich bin relativ schnell abfahrbereit, er braucht noch ein Weilchen und so verabreden wir uns an drei möglichen Stellen zum Frühstück.









    ¾6, eine ¼h nach Sonnenaufgang, paddele ich los. Flach zieht der Nebel übers Wasser. Wieder geht es durch ein sehr schönes, ruhiges Stück Oder-Aue mit viel Wald, Vögeln, und heute auch außergewöhnlich vielen Anglern auf den Buhnenköpfen. 1. Mai ist Feiertag, auch in Polen. Alle drei der vorher verabredeten Stellen waren bereits besetzt.



    Nach knapp 9km, 400m hinter dem letzten Treffpunkt, lacht mich ein schöner Buhnenkopf an, offen, mit Blick auf den Ort Rädnitz/Radnica, und mit ausreichend Feuerholz im Hinterland. Das wird unser Frühstücksplatz. Schnell ist ein Feuer entfacht und mein erster Kaffee gekocht.





    Danach folgt die übliche Erbswurst. Doch dann beginnt es zu regnen. Zunächst nur schwach, geht er dann doch öfters in mäßigen Regen über. Nicht gerade schön, wenn man weder Regenjacke noch Schirm dabei hat. Wenigstens die Regenhose streife ich mir über.





    Eine Stunde später legt auch Tadeusz an.







    Ich koche noch einmal Kaffee und dann ziehen wir weiter. Ein Blick aufs Radarbild zeigt uns, dass wir ziemliches Pech haben mit diesem Regenfeld. Es ist schmal und lang gestreckt und zieht in Längsrichtung genau über uns längere Zeit hinweg. Östlich und westlich davon scheint die Sonne.



    Nächstes Ziel ist Goskar/Gostchorze. Hier wurden in den 70er Jahren die Reste einer slawischen Befestigung gefunden, welche wir besichtigen wollen.





    Der Regen hört zum Glück wieder auf, die Sonne kommt durch.



    Hoch im Wipfel eines Baumes am Ufer entdecken wir einen Bielik, einen Seeadler. Tadeusz lässt seinem Jagdtrieb freien Lauf, paddelt in seine Richtung und versucht ihn mit dem Handy zu filmen. Derart beunruhigt fliegt er davon und lässt sich 300m oberstrom wieder auf einem Uferbaum nieder. Es ist ein schönes altes Tier mit weißem Schwanz.

    Um 11 Uhr erreichen wir Goskar. Der Ort liegt an einem hohen Hang eingerahmt von Steilufern. Tadeusz plaudert ein wenig mit den Anglern am Ufer und vereinbart, dass sie ein Weilchen auf unsere Boote aufpassen. Derart abgesichert machen wir uns auf den Weg zur Burg.



    Im Dorf erkennen wir ganz rechts im Osten einen Lebensmittelladen/Sklep. Der ist heute leider geschlossen und die Verkäuferin, mit der Tadeusz verhandelt, ist nicht willens, ihn für ein paar Kleinigkeiten wie Bier und Eier zu öffnen. Aber privat lässt sie sich auf einen Handel ein. Tadeusz bestellt ein Dutzend Eier sowie eine Wurst. 200m weiter fragt er eine Frau vor ihrem Haus noch einmal nach dem Weg zur Burg, und bekundet nebenbei sein Interesse an einer alten Bratpfanne, ob er die nicht haben könnte.
    Der Weg geht 700m den Berg hoch nach Westen. Oben am Spielplatz biegt man nach Süden Richtung Oder ab und erreicht nach weiteren 200m am Rande des Steilufers das Gelände der ehemaligen Burg. Aber außer ein paar Grabungsresten (relativ frische Gräben) sieht man nichts, keine alten Wälle, nichts. Dafür hat man eine sehr schöne Aussicht runter auf die Oder und in die Oder-Aue.



    Die Burg soll im 9. - 12. Jhd. existiert haben und war eine von 3 Burgen der frühen Piasten, die in Sichtweite voneinander lagen (die nächste Richtung Westen in Crossen, also auch auf dem rechten, hohen Oderufer, die dritte in Rusdorf/Połupin südlich von Crossen). Erst Herzog Mieszko I. vom Stamm der Polanen erweiterte Polen deutlich über die Oder nach Süden hinaus, indem er weitere slawische Stämme unter seine Herrschaft brachte.
    Wir umrunden die Burg, steigen noch kurz in ein lauschiges Waldtal ab und wieder hinauf zum Spielplatz. Neben dem Spielplatz existiert ein kleiner abgetrennter Bereich mit Grabsteinen vom ehemaligen deutschen Friedhof. Er ist mit frischen Blumen geschmückt.



    Auf dem Rückweg durchs Dorf sammelt Tadeusz seine Bestellungen ein. Er bekommt eine rot emaillierte Bratpfanne aus den 90er Jahren, und bei der Sklep-Verkäuferin seine Eier und gleich einen ganzen Packen Würste anstelle der einen bestellten.
    Kurz nach 12 Uhr sind wir wieder auf der Oder. Bis zum Ziel liegen 5 Strom-km vor uns. Leider hat der Wind wieder erheblich aufgefrischt, und natürlich, wie gewohnt, Gegenwind. 4 Beaufort, in Böen 6. Tadeusz im Kajak hat damit keine Probleme, aber ich muss ganz schön kämpfen und verfalle wieder ins kreuzen.
    Letztlich erreichen wir kurz vor 13 Uhr den Anleger in Crossen.







    Hier wird Tadeusz bereits von einer Fotoreporterin zum Interview erwartet. Mein Auto steht immer noch unversehrt an der Stelle, an der ich es abgestellt hatte. Ich fahre es runter zum Anleger, packe das Boot zusammen, verstaue alles Gepäck, und nach kurzem Smalltalk mit den Beiden verabschiede ich mich nach Hause.
    Tadeusz wird heute hier in Crossen in der Burg übernachten und weitere 7 Tage bis Küstrin unterwegs sein (Bericht des Lokalfernsehens). Ich dagegen tuckere heute auf den neuen polnischen Landstraßen bis zur Grenze nach Frankfurt und von dort auf der Autobahn nachhause nach Berlin. Eine schöne interessante Nicht-ganz-Solo-Tour findet ihren Abschluss.

    Statistik 5 Tage auf dem Wasser: Boot 91km, Auto 288km, <10L Sprit, Bus 60km, 4.93€.
    Geändert von Spartaner (25.05.2018 um 10:34 Uhr)

  6. Erfahren
    Avatar von Flummi87
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    AW: Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #6


    Vielen Dank für diesen schönen Bericht. Ich muss auch einmal auf die polnische Oder, scheint dort noch ruhiger zu sein als in dem Bereich wo die Oder direkter Grenzfluss ist.

    Toll ist die Akzeptanz gegenüber Paddlern in Polen. Da könnte man sich hier eine dicke Scheibe von abschneiden

  7. Erfahren

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    AW: Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #7
    Hach ..., fast über die gesamte Lesezeit hatte ich ein Schmunzeln im Gesicht, vielen Dank.

    OT: Mein Mitgefühl der abikontrollierenden Gemahlin.

  8. Fuchs
    Avatar von Philipp
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    AW: Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #8
    Schöner, kurzweiliger und ungewöhlicher Bericht, noch dazu in gepflegter, mit reichlich Schmunzelfältchen gespickten Sprache und interessanten historischen Details :thumbup:.

    Wie ich sehe, hast Du Dein neues Boot, wie ich auch, äußerst phantasievoll und aufwendig "SALLY" genannt .
    "Oft vereint sind im Gemüte Dämlichkeit und Herzensgüte." - W. Busch

  9. Dauerbesucher
    Avatar von Spartaner
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    AW: Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #9
    Zitat Zitat von Philipp Beitrag anzeigen
    Wie ich sehe, hast Du Dein neues Boot, wie ich auch, äußerst phantasievoll und aufwendig "SALLY" genannt .
    Genau, du wertest das richtig mit "äußerst phantasievoll und aufwendig"

    Zeig doch mal, wie das bei dir aussieht.

    Ich habe mir von den Edding-Fachberatern leider den falschen Stift aufschwatzen lassen. Darum muss ich jetzt nach jeder Tour nachzeichnen, bis der Stift alle ist. Oder besser wäre wohl, nach dem Aufbau vor jeder Tour nachzeichnen. Denn schon zusammenrollen und transportieren lässt meine Beschriftung wieder abblättern. Darum auch das auf etlichen Fotos zu sehende verunglückte "S".

    Gruß Michael

  10. Erfahren
    Avatar von Michabbb
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    AW: Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #10
    Schöner Bericht, Danke fürs teilen.

    Was ist das für eine Konstruktion an Tadeusz seinen Kajak in seinem Rücken? Hinter ihm der Fahnenmast bis zur Fahne und von dort geht etwas geflochtenes wie es aus sieht runter.

    Micha

  11. Dauerbesucher
    Avatar von Spartaner
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    AW: Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #11
    Das ist einfach nur eine Weidenrute und ein Faden rumgewickelt und wieder nach unten abgespannt, an dem dann das Fähnchen hängt.

  12. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #12
    ein wirklich schöner und entspannter Bericht, den ich gerade mit viel Freude gelesen habe! ich liebe zwar das Wasser und darauf unterwegs zu sein, leider bin ich aber nicht firm im Kanu fahren, aber wer weiß, was alles noch kommt
    Two roads diverged in a wood, and I—
    I took the one less traveled by,
    And that has made all the difference (Robert Frost)

  13. AW: Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #13
    Einer der geilsten Berichte die ich hier je gelesen habe. Nicht zuletzt wegen deinem polnischen Mitpaddler! Wünsche mir wieder mehr Berichte in der Länge von dir.

  14. Erfahren
    Avatar von travelkai
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    AW: Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #14
    Bild -und wortreich, insgesamt ein guter Bericht der Tour!
    Die Natur braucht sich nicht anzustrengen, bedeutend zu sein. Sie ist es. Robert Walser (1878-1956) www.travelkai.de

  15. Moderator
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    Avatar von Pfad-Finder
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    AW: Auf der Oder von Neusalz nach Crossen, April 2018

    #15
    Hier war ich letzten Oktober landseitig unterwegs. Im Sommer sind diese beiden Bunker wohl an ausgewählten Tagen auch zu besichtigen. Weitere Bunker finden sich im Deich Richtung Westen. Der Weg war dann aber zunehmend garstig zu fahren.


    Beobachtungskuppel des Beobachtungsbunkers 766


    Landseitiger Zugang zum Beobachtungsbunker 766


    Landseitiger Zugang zum Kampfbunker 765
    Schutzgemeinschaft Grüne Schrankwand - "Wir nehmen nur das Nötigste mit"

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