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  1. AW: [CY] Zypern E4 Trekking durchs Troodos und Akamas

    #21
    Mitreisende: elbspitze
    Zitat Zitat von elbspitze Beitrag anzeigen
    Da Du so explizit fragst, möchte ich schon eines vorweg nehmen. Am letzten Tag wurden wir von Touristen überrannt, da wir an die Küste kamen.

    Kurz: Meidest DU die Touristenattraktionen, dann hast Du Wald und Insel für Dich allein
    Danke für die Info! Ich habe immer gezögert, weil ich vor dem Massentourismus Bedenken hatte. Habe Zypern noch recht ursprünglich erlebt.

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    AW: [CY] Zypern E4 Trekking durchs Troodos und Akamas

    #22
    Zitat Zitat von elbspitze Beitrag anzeigen
    beste Reisezeit........Definitiv Ende März bis Ende April, davor zu kalt und Schnee im Troodos,
    .............................danach zu heiß und viele Wasserressourcen versiegen.
    Ich liebäugele auch immer mal wieder mit dem E 4 durch Griechenland einschließlich Zypern als Winterreiseziel. Es gibt ja eine Broschüre der zypriotischen Tourismusverbandes über den E 4, in dem die Insel als "Ganzjahres-Wanderziel" dargestellt wird. Und auch laut Klimatabelle wird es im Winter dort kaum unter 0 Grad. Wie kommst Du zu der Aussage, dass es im Winter zu kalt bzw. zu schneereich wäre? Betrifft das nur Teilabschnitte? Seid ihr auf Wanderberichte im Winter gestoßen?

    Ansonsten vielen Dank für den tollen Bericht, der für mich die Insel von relativ weit unten auf meiner Wunschliste wieder ziemlich nach oben geholt hat ....
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  3. AW: [CY] Zypern E4 Trekking durchs Troodos und Akamas

    #23
    Zitat Zitat von German Tourist Beitrag anzeigen
    Wie kommst Du zu der Aussage, dass es im Winter zu kalt bzw. zu schneereich wäre? Betrifft das nur Teilabschnitte? Seid ihr auf Wanderberichte im Winter gestoßen?
    Naja, bei Mitte März lag am 1952m hohen Olympos noch Schnee und man kann dort auch den ganzen Winter über skifahren. Die Nächte waren auch zu unserer Zeit schon noch kalt. Zum draußen sitzen war eine dünne Daunenjacke von Vorteil, mein Schlafsack zu dünn. Ende Februar oder noch eher kann ich mir vorstellen, dass es nachts schon auch mal unter Null gehen kann. Klar, die Ebenen und Akamas sind sicher Ganzjahresziele, Troodos nur, wenn man sich darauf einstellt. Würde behaupten, dass zwischen Troodos und Akamas 10 Grad Unterschied sein können.

    Machst Du Troodos im Winter, wird ALLES geschlossen haben, da ja bei uns der Tourismus erst gestartet ist und wir ja beschriebene Probleme hatten. Der Bericht von ODS Heron war von Ende Februar, musst diesen vielleicht nochmal lesen. An Winterberichten habe ich aber nichts gefunden.

    Ach, ich war ja 2004 Ende Februar auf Zypern und da waren wir im Troodos bei Schnee und mussten echt eine dicke Jacke anziehen.
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  4. AW: [CY] Zypern E4 Trekking durchs Troodos und Akamas

    #24
    Zypern ist echt toll! Wir waren vor über 10 Jahren mal 3 Wochen mit Basislager in Lysos und dann letztes Jahr mit einer Gruppenreise im türkischen Teil. Wenn ich mutiger wäre (und mehr Zeit hätte), würde ich gern die ganze Insel bereisen und alles in den Zusammenhang setzen. Wirklich schade, dass man durch die Teilung den Eindruck gewinnt, dass es zwei sich auseinander entwickelnde Seiten sind. Die gemeinsame Geschichte und die Rolle, die die Insel für Europa gespielt hat, sind hoch interessant!

    Danke für den schönen Bericht!

    LG,
    Babs

  5. AW: [CY] Zypern E4 Trekking durchs Troodos und Akamas

    #25
    Zitat Zitat von Babsbara Beitrag anzeigen
    Wirklich schade, dass man durch die Teilung den Eindruck gewinnt, dass es zwei sich auseinander entwickelnde Seiten sind. Die gemeinsame Geschichte und die Rolle, die die Insel für Europa gespielt hat, sind hoch interessant!
    Daher muss man aufpassen, was man im zypriotischen Teil sagt. Ich hatte mir die Zunge verbrannt, weil mir "türkischer Teil Zyperns" rausrutschte. Der Zypriote korrigierte mich mit bestimmten Ton "not turkish part, but ouccupied part". Der türkische Teil soll ja auch zum wandern ideal sein, zumal dort wild zelten offiziell erlaubt ist.
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  6. AW: [CY] Zypern E4 Trekking durchs Troodos und Akamas

    #26
    Hier schon mal ein Video um noch mehr zu verdeutlichen, dass Zypern locker mit Wanderinseln wie Korsika oder Madeira mithalten kann. Der letzte Tag durch die Avakas Schlucht schiebe ich noch vor mir her, da ich nicht weiß wie ich die gemischten Gefühle zu Papier bringen soll.


    (INFO: Bitte kein Bildmaterial einfügen, das die Rechte Dritter verletzt. d.h. i.d.R. keine Musikvideos, TV-Serien etc. )
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  7. AW: [CY] Zypern E4 Trekking durchs Troodos und Akamas

    #27
    So, dann versuch ich's mal

    09.April | Inia - Avakas - Agios Georgios


    Quelle Kartenmaterial Openstreetmap

    Bei leichter Bewölkung, aber wärmender Sonne fiel es nicht schwer, den letzten Tag anzugehen, zumal die Avakas Schlucht bevorstand. Umso schwerer fiel es uns, Zypern bald "Goodbye" zu sagen. Wir brauchten beim Frühstück die letzten Reserven auf, der Kaffee und das Milchpulver hatten auf den Punkt gereicht. Wir packten die Rucksäcke schon vorsorglich für den Flug um, Messer und alle terroristischen Utensilien in die großen Rucksäcke, Technik und zerbrechliche Dinge in den Ortliebsack.


    Freunde fürs Leben

    Es waren heute nur 11km und unser Flieger würde erst 20 Uhr ab Paphos gehen. Also gingen wir alles langsam an und starten ein wenig später als sonst. Es ging noch 2 Kilometer auf dem Hauptweg entlang, bevor diese auf ein Vorplateau verließen. Von dort au konnte man die Schlucht schon gut ausmachen, es waren aber noch weiter Kilometer bis zum eigentlichen Eingang. Obwohl ein Wanderweg hier oben im Navi verzeichnet war, war dieser anfangs schwer zu finden. Hier hoch würden sich wohl die wenigsten Ausflugstouristen verirren. 2004 bin ich damals schon die Schlucht von ganz unten bis hoch durch gewandert und war der Meinung, dass es ein Muss sei. Nun wollten wir sie anders herum angehen, runter läuft es sich dann doch ein wenig entspannter und ich wusste, dass ich den kompletten Weg beide Rucksäcke und Roller schleppen müsste.

    Kurz vor der Schlucht pausierten wir noch einmal an einem wundervollen Platz. Nun wurde Yvonne von Täve und mir verbal angegriffen, sie war schließlich Schuld, dass wir weiter oben genächtigt hatten und nicht hier. Es war und ist ein Traumplatz. Keine Häuser in der Nähe, große bunt blühende Wiesen, weitreichende Aussicht und lange Sonne. So konnten wir diese Platz nur temporär genießen, blieben aber auch länger als bei üblichen Kurzpausen. Die Drohne summte noch einmal über die Schlucht hinweg, dann ging es los. Ich kündigte das Highlight noch einmal mit den Worten "Seid Ihr bereit?" an.


    "geht scharf" Der Eingang zur Schlucht

    Nun hieß es, 3 Kilometer lang 200 Höhenmeter zu vernichten. Meine Erinnerungen an die Avakas waren schwach, aber prägend gewesen. Anfangs liefen wir in einer breiten Schlucht entlang. Immer wenn es möglich war und der Weg abenteuerlich erschien, liefen wir gleich direkt durchs Flussbett. Parallel verlief aber immer wieder ein kleiner Pfad, der ab und an die Uferseiten wechselte. Nach einem Kilometer kamen und zwei Tageswanderer entgegen, die aber mit uns umkehrten, da kurz Regen einsetzte und sich den weiteren Verlauf nach oben sparen wollten. Es waren für heute die einzig anmutenden Wanderer, auf E4 Trekker hofften wir hier und heute nicht, da die Avakas nicht Bestandteil des Fernwanderweges ist. Dieser führt nur unten an der Küste, vorbei am Eingang der Avakas, entlang.


    Nur mal so langschlendern ist nicht, ab und an geht's richtig zur Sache

    Täve hat sichtlich seinen Spaß, auch ohne Animation unsererseits. Yvonne war ebenso begeistert und ich glücklich, dass es Beiden gefiel und wir es doch noch hinbekommen hatten. Der schattige Wegeverlauf wurde bald zum Hindernislauf, denn riesengroße Geröll- und Steinfelder versperrten den Weg. Täve konnte zeigen, was er im Kletterkurs gelernt hatte. Bei mir dagegen sah es nicht nach Klettern aus, es war ein "Hochgewuchte" und "Runtergestöhne". Zum Glück war Niemand in der Nähe, der mein Leid kommentieren konnte, außer Yvonne, die das immer mit Gelächter tut.


    Als das runterkam, hat es bestimmt ordentlich gerumpelt



    Die enge Passage der Avakas



    Nach 14 Jahren stand ich wieder hier



    Der Stein hing schon damals da oben drin

    Nun spürten wir langsam, aber sicher, dass wir dem Ende der Schlucht entgegen kamen. Dies kündigte sich nicht nur durch die Enge und Steilheit der Schlucht, sondern auch durch viele Touristen in Flip-Flops und Turnschuhen an. Während diese von Stein zu Stein hüpften um ja keine nassen Füße zu bekommen, der Weg verlief nun komplett im Flussbett, liefen wir einfach direkt im Fluss entlang. In die Warteschlange der hüpfenden Touristen wollten wir uns nicht einordnen. Nun war es schier unmöglich, ein Foto der Schlucht ohne andere Personen zu machen. Trotzdem war Täve beeindruckt und rannte spritzend und springend im Fluss entlang. Die Freude sah man ihm an. Bald hatten wir die Schlucht geschafft und kamen zur Küstenpiste, die um die Akamas herumführt. Überall waren Schilder mit "Wildlife recreational area" aufgestellt. Schön, dachten wir, hier wird noch auf die Natur Rücksicht genommen. Nach 2 Kilometer auf dieser Piste sahen wir dieses Schild als blanken Hohn. Gruppen von Quads und diesen neumodischen Geländebuggys verstaubten und missachteten diese Schild. Wir kamen uns nach Tagen der Einsamkeit vor wie an einer Autobahn. Autos hupten sich gegenseitig an, keine Rücksichtnahme, auch nicht auf uns. Ein Auto nach dem anderen. Das Wandern in Staubwolken nervte uns. Nein, das war kein schöner Abschluss.,


    Die Küstenpiste

    Es würde aber nicht besser werden, eher schlimmer, daher nutzten wir die Gelegenheit, an einem kleinen Kiosk Pause zu machen und das letzte Bargeld zu verschleudern. Erst Bargeld gezählt und dann die Bestellung gemacht. Es war nicht genug, aber ausreichend um uns bis nach Agios Georgios zu retten, was immer noch 1,5 Kilometer entfernt lag. Genießen konnte man hier nur noch den Ausblick. Die Geräuschkulisse musste man ausblenden. Trotzdem tröstete mich Täve mit den Worten "Ich fand die Schlucht richtig toll" Na, wenn das nichts ist.


    Belohnung sieht braun aus und ist kalt

    Es war erst 14 Uhr, wir brachen auf um bis zur Hauptstraße nach Agios Georgios zu kommen. Im Navi deutete "Messer und Gabel" auf ein Restaurant hin, hoffentlich würden die Kreditkarte nehmen. Es ging nun auf der Straße entlang, wenigstens kein Staub mehr, dafür umso mehr Reisebusse, die uns immer wieder in den Seitengraben drängten.

    Noch nie habe ich mich als Mensch so deplatziert gefühlt. Wir sollten und wollten hier nicht sein und uns hat es mal wieder gezeigt, dass wir unsere Art zu reisen nicht aus Kostengründen machen, sondern weil wir es so lieben und diesen Massen- und Pauschaltourismus hassen. Jedoch musste Yvonne richtig erkennen, dass es doch auch gut ist, dass es diesen Massentourismus an den Stränden gibt, weil wir so unsere Ruhe in den Bergen haben.

    Bald waren wir am Restaurant angekommen, wir wollten gern draußen in der Sonne sitzen, durften aber dort nur was trinken, also mussten wir uns in das klimatisierte Restaurant setzen. Kreditkartenakzeptanz? Ja, aber nur ab 20 Euro. Kein Problem, wir bestellten nach Lust und Laune. Yvonne machte noch ein Taxi spontan klar, was uns 17 Uhr abholen würde, wir hatten nun genug Zeit. Die Fahrt zum Flughafen ging dann vorbei an all diesen Punkten, die ich noch vor 14 Jahren selbst gesucht und gebucht hatte. Wie krass man sich als Mensch doch verändern kann.

    +++ Ende +++
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  8. AW: [CY] Zypern E4 Trekking durchs Troodos und Akamas

    #28
    Toller Abschluss! Und dein Film ist auch fein, besonders die Drohne macht natürlich schicke Aufnahmen :-)

    LG,
    Babs

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