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  1. Anfänger im Forum

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    Zeltgestänge

    #1
    Hallo miteinander,
    Ich hab eine Frage die für outdoor schon etwas grenzwertig ist. Nach dem was man hier so liest, dürfte man mit so einer Bude gar nicht Island einreisen...Letztes Jahr haben wir (insg. 7 Personen) 2- oder 3Mannzelte zum Schlafen benutzt, sowie ein grosses billiges als Küchenzelt / Mannschaftsraum auf Campingplatz neben den Autos. Während des Trekkings kam das Grosse natürlich nicht mit.
    Gewöhnlich haben wir das Küchenzelt auf der windabgewandten Seite der Autos aufgebaut und gegen die Autodächer verspannt. Erstaunlich was es hielt. In der letzten (sehr stürmischen) Nacht ist aber trotzdem ein Glasfiberstab (11mm) gebrochen, vermutlcih Auch, weil der Biegeradius der Kuppelbögen im Firstbereich bereits im windfreien Zustand grenzwertig ist.
    Meine Frage:
    Macht es technisch Sinn, das Glasfibergestänge durch ein DAC Pressfit 11 mm zu ersetzen? Oder ist der Festigkeitsgewinn unbedeutend? Ich bin mir bewusst, dass ein neues Gestänge in etwa genausoviel kostet wie das Zelt.
    Wie sieht es mit dem Biegeradius aus? An den Seiten ist das Kuppel-Gestänge kaum gekrümmt, im Firstbereich aber sehr stark. Der 9mm-Tunnelbogen ganz liks auf dem Bild hat keine Probleme bereitet.
    Beste Grüsse von
    Hartmut

    p.s.: Leider gelingt es mir nicht das Bild als JPG einzubinden (ungültiger Dateityp)
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  2. Liebt das Forum
    Avatar von Torres
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    AW: Zeltgestänge

    #2
    Schwer zu sagen. Alu biegt sich ja mit der Zeit auch. Die Frage ist, wie weich/biegsam der Originalbogen ist und wie belastbar das Material ist. Ich hab das mal einer Strandmuschel gemacht, da hat mir der Alubogen den Gestängekanal aufgeschlitzt. Für Glasfibergestänge sonst mal bei Decathlon gucken.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  3. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Zeltgestänge

    #3
    Glasfaserverstärkte Materialien haben durchaus eine hohe Biegebeanspruchbarkeit. Aber sie sind sehr anfällig auf Delamination. Sprich, es bilden sich kleine Risse, die Kunststoffmatrix löst sich von den Fasern und die Festigkeit des Verbundes nimmt ab. Das kann drei Gründe haben:
    1.) Alterung, das Material hat einfach nur eine begrenzte Lebensdauer
    2.) Verarbeitungsfehler (sollte bei gescheiter Qualität der Stangen nicht vorkommen)
    3.) Schäden bei Transport und Lagerung. Hierbei darauf achten, dass die Stangen auf einem ebenen Untergrund liegen, keine scharfen Kanten punktuell drücken und die Stangen keine Schläge abbekommen, wenn etwas schwungvoll draufgestellt wird, oder ähnliches. Ebenso können Abplatzungen an den Enden eine Ausgangsstelle für Brüche bilden, also auch beim Zusammenstecken der Segmente Vorsicht walten lassen.


    Alu neigt bei Übermässiger Biegung übrigens auch zum Brechen. Da fehlen mir aber die Erfahrungswerte. Wobei ich eher Vertrauen in die Biegsamkeit von Glasfiber hätte.

  4. Anfänger im Forum

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    AW: Zeltgestänge

    #4
    Danke für Eure Meinungen.
    Ich werde also das Gestänge so belassen und eine gute Rolle Klebeband einpacken.
    Beste Grüsse von
    Hartmut

  5. Erfahren

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    AW: Zeltgestänge

    #5
    Hallo hartmutmu,
    falls Du doch ein neues Gestänge kaufst, dann würde ich, falls Dich der Aufpreis nicht stört, auf jeden Fall ein Alugetänge kaufen. Es hat einige entscheidende Vorteile:

    - bruchstabiler als Glasfiber
    - alterungsfrei (außer bei Korrosion durch Salzwasser)
    Fieberglasgestänge brechen sehr oft ( auch bei geringer Belastung) nach wenigen Jahren, meist direkt an einer Verbindungshülse, wegen der Kerbwirkung der Stahlhülse
    - deutlich erleichterter, schnellerer Aufbau, da Alugestänge i.d.R. durchgehend eine glatte Oberfläche haben. Bei Glasfibergestänge sind die Verbindungshülsen dicker als das Gestänge und man bleibt beim Durchschieben durch den Gestängekanal bei jeder Hülse etwas hängen. Das Alugestänge "flutscht" viel besser rein
    - Alugestänge kann man unterwegs, falls doch einmal ein Bruch vorkommen sollte, durch Reparaturhülsen leicht reparieren ( geht bei Glasfiber wegen dem dickeren Durchmesser der Verbindungshülsen schlecht)

    - und das Wichtigste: Alugetänge kann man mittels Säge meist problemlos auf die gewünschte Länge kürzen. Bei Glasfiber ist das oft nicht möglich, da die Endhülsen oft festgeklebt sind, und man auch den Gummi im Inneren meist nicht zum Kürzen entfernen kann. Auch bekommt man bei Alu i.d.R. die passenden Endstücke, egal, ob das Gestänge mit Ösen oder Stiften am Zelt befestigt wird.

    Der Biegeradius bei dem Zelt ist sicher kein Problem für ein "Standard"-Alugetänge. Bei DAC sieht das aber evtl. anders aus.

    Alugetänge gibt es in verschiedenen Härten ( T6 (= "weich") und T9 (= "hart")). Je härter desto stabiler, aber auch desto steifer. D.h. ein T6 Gestänge, wie es bei den meisten mittelpreisigen Familienzelten verwendet wird (z.B. Tatonka, vauDe, Jack Wolfskin, Eureka, Rejka) verbiegt sich eher (= paßt sich "selbst" der Zeltform an) und ist dafür auch preisgünstiger. Trotzdem biegen einige Hersteller auch T6 Getänge vor, da dann die Biegung genau an der gewünschten Stelle ist und nicht asymetrisch irgendwo entsteht.

    T9 Gestänge (Easton und DAC), wie sie bei High End Zelten Verwendung finden, sind stabiler und verbiegen sich normalerweise nicht. Wenn sie überlastet werden, dann brechen sie. Ich vermute, dass ein DAC Gestänge deshalb, selbst bei dieser großen Bogenlänge zwei vorgebogene Segmente nahe der Mitte haben muß. Außerdem gehe ich davon aus dass es nicht funktioniert nur einen DAC Bogen zu kaufen, da der Glasfiberbogen bei Wind dann deutlich mehr nachgeben wird. Aber DAC oder EASTON find ich für das Zelt auch definitiv überdimensioniert.

    Ich würde mir ein Zeltmodell mit T6 Alugetänge im gewünschten Durchmesser, mit ähnlicher Länge und möglichst mit für Euer Zelt passenden Endstücken suchen und den entsprechenden Alubogen kaufen und dann mit einer Metallsäge ablängen (wichtig: Schnittstelle gut entgraten sonst schlitzt man sich leicht den Gestängekanal auf).
    Falls Du doch einen Glasfiberbogen kaufen willst, dann geht meist nur der originale des Zeltherstellers.

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