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  1. velozipeds Klamottenfaden

    #1
    Zitat Zitat von felö Beitrag anzeigen
    Prima, was man erkennen kann, sieht das gut aus (Farbe ist Geschmacksache), hat aber sicherlich einen eigenen Thread verdient, wo man dann auch die Details erkennen kann- gibt‘s da noch mehr in Deiner Klamottenkiste?

    Gruß Felö
    Damit Felös Rufe nicht ungehört verhallen, will ich hier meine Klamotten vorstellen, die ich im Laufe der Zeit genäht oder auch repariert oder umgearbeitet habe.

    Bis bald - veloziped
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  2. AW: velozipeds Klamottenfaden

    #2
    Es geht los mit den Selbstnähsachen. Wir gehen in der Geschichte ganz zurück - Oktober 2012:

    ZEELAND Zipperjacke von Schnittreif

    Hatte ich meine allererste Maschine (eine Pfaff Hobby irgendwas aus den 90ern) bis dato eher für Reparaturen und kleinere Basteleien benutzt, sollte es diesmal ein richtiges Kleidungsstück nach Schnittmuster sein.

    Hintergrund war, dass ich supergerne Hoodies trage, aber in den üblichen Läden nichts finde, was ohne prollige Prints daherkommt. So wurde der Kleiderschrank streng gemustert und es sollte ein warmer Hoodie werden, der auch bei kaltem Wetter auf dem Rad eine gute Figur macht.

    Als Material kam ein Fell-Fleece, windabweisend, 2-farbig, Gridfutter, extrawarm von extex zum Einsatz.
    Als Trägergewebe wurde da ein flexibles Gitter eingesetzt, was das Material sehr stretchig macht und mir letztlich den A**** gerettet hat. Weil die nach den Körpermaßen ausgewählte Größe eigentlich 2 Nummern zu klein war

    Genäht habe ich alles mit normalem Allesnäher und schmalem, engen Zickzack-Stich.

    Wie stolz ich auf mich war, als das Teil fertig war und auch noch passte! Nicht nur Kälte und Fahrwind wurde abgehalten, auch leichter Regen- oder Schneefall perlt an der Fellstruktur ab. Die Atmungsaktivität schlägt Gore & Co. natürlich um Längen!
    Nach einigem Tragen hat sich im Bereich der Schulterträger und am Rücken die Felloberfläche etwas platt gedrückt, aber echter Verschleiß hält sich bislang in Grenzen. Alles in allem ein schlichtes, aber ungemein warmes und komfortables Teil für den täglichen urbanen Outdooreinsatz.

    Fotos:







    individueller Abschluß: statt nur einen Hohlsaum abzusteppen, wurde das Material gedoppelt, auf links gelegt und angesteppt. Das hält Wind maximal draußen und spart den Pulswärmer. So alte Designs von Fellsachen haben schon ihren Grund ...

    ... wird fortgesetzt!
    Ahoj sagt veloziped
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  3. Fuchs

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    AW: velozipeds Klamottenfaden

    #3
    Prima, zeigt, dass bereits das erste Teil gut wird und viel Spaß machen kann.
    Das Fleece ist sicherlich elastisch: hast Du noch keine Probleme mit den Nähten gehabt?

    Bin gespannt, was da noch kommt ...


    Gruß Felö

  4. AW: velozipeds Klamottenfaden

    #4
    Zitat Zitat von felö Beitrag anzeigen
    Prima, zeigt, dass bereits das erste Teil gut wird und viel Spaß machen kann.
    Das Fleece ist sicherlich elastisch: hast Du noch keine Probleme mit den Nähten gehabt?

    Bin gespannt, was da noch kommt ...


    Gruß Felö
    Das Fleece hat sich überraschend gut nähen lassen. Alle Schließnähte wurden mit einem schmalen, engen Zickzackstich ausgeführt. Nervig waren eher die Fusseln nach dem Zuschneiden der Teile.
    Die Nähprobleme folgen aber jetzt in der Horror-Folge:

    Primaloftsachen - Lust und Frust


    Euphorisiert von meinen ersten Erfolgen in der Welt des MYOG musste es für mich als Wannabe-ULer natürlich gleich eine PL-Jacke sein. Ganz oder gar nicht!

    Das entwickelte sich dann im Laufe des Projektes zu meinem persönlichen Haß- und Frustprojekt.

    Es fing damit an, dass ich eigentlich kein geeignetes Schnittmuster hatte und das von der obigen Jacke zweckentfremden wollte. Nach dem Nähen der Innenjacke und anziehen derselben der Schock:
    Zu eng!!

    Ich musste tatsächlich in den Ärmeln jeweils längs einen Steifen einnähen. Um dann auf den Durchmesser am Ärmelabschluß der Außenjacke zu gelangen, wurde dann ein konischer Stoffstreifen als Übergang verwendet:



    Irgendwie habe ich dann mit Schimpfen und Fluchen die Jacke fertig bekommen. Sie ist aus Taffeta Nylon (38 g/m²) und 130 g/m² PL gefertigt. Ich passe rein



    Die etwas lässig aufgesetzten Taschen sind innen sogar mit Karofleece abgefüttert:



    Somit wurde mein von den ULern inspiriertes Setup weiter komplettiert. Die PL-Jacke dient in der kalten Jahreszeit als Teil des Schlafsystems und zum raschen Überziehen bei Pausen:



    Das war meine erste Bikepacking-Tour im Winter. Tourenbericht Teil 1 · Teil 2.

    Einfach nur warm und mit 365g ausreichend leicht. Lässt sich super komprimieren und in einen passendem Rundbeutel griffbereit oben im Rucksack deponieren.

    Noch ein Poserfoto (die eiskalten Füße sieht ja keiner):



    War sehr frisch auf dem Erzgebirgskamm. Bericht Teil 1 · Teil 2.

    Frag die Experten!

    Die Experten heißen Jalie und stellen diverse Schnittmuster für den Outdorrbereich her. Für den Sommer sollte es eine dünne PL-Weste sein (Klick) aus dem bewährten Taffeta-Nylon und diesmal 60 g/m² PL.

    Das war mal ein entspannendes Projekt, weil auf dem Schnittmuster die Verarbeitung der Isoschicht genau erklärt wird und sich so alle Arbeitsschritte logisch ausführen lassen. Bis auf einen kleinen Fehler (beim Absteppen des Bundsaumes hatte ich die Nahtzugabe der einen Innentasche zunächst nicht mitgefasst) ging auch alles glatt.



    Die Weste wiegt 186 g, lässt sich in den kleinen Rundbeutel der Exped SynMat UL 7M hineinstopfen. Im Sommer in Verbindung mit dem Forclaz 20 Pullover oder meinem MYOG Hoodie (wird bald vorgestellt) und im Winter als Zusatzschicht über die PL-Jacke ist die Weste eigentlich fast immer dabei.

    Warme Füße mit Ahnung vom Nähen


    Letztes und kleinstes Teil aus meiner „PL-Collection” sind Schlafsackschuhe oder PL-Booties. Durch die Jalie-Weste war mit das Verarbeiten der Isolationsschicht nun klar geworden und ich legte dann mal los.

    Mit dem richtigen Know-How wird die Fluchmenge auf ein sozialverträgliches Maß reduziert, allenfalls wenn zum beispiel kurz vor Nahtende und einem einmalig geraden Nahtverlauf der Unterfaden schon seit 10 cm zu Ende ist

    Verarbeitung: Nach dem Zuschnitt wird das Taffeta-Nylon auf ein mit reichlich Übermaß zugeschnittenes Stück PL gelegt und zunächst einmal knappkantig rundherum abgesteppt:



    Damit das recht feine Taffeta-Nylon nicht übermäßig ausfranst, schneide ich die Kanten mit einer Wellenklinge auf dem Rollcutter zu. Die Innenteile werden alle zusammengenäht, und später durch eine Art „Laschen” mit der Außenseite verbunden, welche auch die Isoschicht trägt. Die Laschen sind strategisch plazierte, vergrößerte Nahtzugaben. Damit kann der Innenschuh nicht herausgezogen werden und verrutscht nicht. Machen die Schlafsackhersteller auch so, durch das Umarbeiten von Schlafsäcken zu Schlafdecken entdeckt man dann diese konstruktiven Details

    Damit man sich nicht mit Wendeöffnungen herumquälen muß, wird auch das Finish wie bei der PL-Weste ausgeführt: eine sehr großzügige Nahtzugabe wird als Hohlsaum gearbeitet und nimmt den Schnürzug auf.

    Da sind sie:



    Notiz an mich: Nie wieder etwas auf einer roten Sofadecke knipsen. Der Farbstich ist kaum wegzubekommen.

    Mit 83 g und einem winzigen Packmaß sind die PL-Puschen mein Standard beim traditionellen Winter-ON. Als erste Schicht am Fuß nutze ich Socken mit hohem Anteil an Merinowolle.

    Im Einsatz Silvester auf dem Erzgebirgskamm, zusammen mit meiner MYOG Schlafhose:



    Weitere Pläne

    Irgendwann nähe ich mir eventuell eine Art Kinsmann-Pullover, also einen Schlupfpullover mit dünnerer Isolierung, um die Lücke zwischen dicker PL-Jacke und Weste zu schließen. Aber im Grunde bin ich jetzt gut versorgt und der erwähnte MYOG-Hoodie schließt derzeit diese Lücke.

    Hinweis an alle, die sich an PL-Zeugs versuchen wollen:


    Fangt unbedingt mit der Jalie Weste an und mit dünner Isolierung! So könnt ihr Schritt für Schritt die nötigen Fähigkeiten erwerben und seid dann bereit für größere Projekte. Eine dickere Isolierungsschicht „verbraucht” beispielsweise mehr Stoff, es muss also alles größer entworfen werden (logisch, irgendwo muß ja der Loft hin), irgendwann kommt man um einen Differentialschnitt nicht herum usw. usf.

    Soviel zum Thema PL-Sachen aus meiner Feder!
    Viel Spaß beim Nähen wünscht Euch

    veloziped
    Geändert von veloziped (26.03.2018 um 18:02 Uhr)
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  5. AW: velozipeds Klamottenfaden

    #5
    Ja, Jalie hat wirklich überzeugende Erklärungen und vor allem: Sie empfehlen Verarbeitungen, die dem Material entsprechen. Dies nicht nur bei Outdoormaterialien, sondern auch bei Fitnessnossen, Turnanzügen, Schwimmanzügen etc.
    Meist ist es nicht kompliziert, halt nur ein bisschen anders als bei der konventionellen DOB-Schneiderei.

  6. Fuchs
    Avatar von david0815
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    AW: velozipeds Klamottenfaden

    #6
    Schöne Projekte. Die Farbe ist nicht so meine, aber das kann ja jeder halten wie er will.

    Hast du noch ein Bilder der Westenfront? Da interessiert mich die Ausstattung mit Taschen...

    Ja, das nähen mit "Isolierwatte" hat seine eigenen Tücken. Ich kann mich noch an mein erstes Projekt mit recycelter Schlafsackfüllung erinnern... Das müsste auch noch irgendwo hier im Forum rumgeistern.

  7. AW: velozipeds Klamottenfaden

    #7
    Zitat Zitat von david0815 Beitrag anzeigen
    Hast du noch ein Bilder der Westenfront? Da interessiert mich die Ausstattung mit Taschen...
    Erstmal danke für die Blumen (hab mal das Sorrysmile zweckentfremdet)

    Bilder von der Vorderseite der PL-Weste / Taschenanordnung:



    Tasche geschlossen (bei schlechten Lichtverhältnissen):



    Tasche geöffnet:



    Das war der Taschenbeutel, den ich versehentlich nicht mit im Hüftsaum mitgefasst habe. Da musste ich separat absteppen. Die elastische Kordel endet auch hier, mit einem einfachen Knoten:



    Da sind die Kordelstoper. Laut Anleitung sollen die in den Taschenbeuteln verstaut werden, das gefiel mir aber nicht. Da muss man auch mal ne Handnaht anbringen:



    Die Weste auf links gedreht und von der Seite (rechts = Vorderseite). Man sieht hier schön den seitlichen (beidseitigen) Einsatz, der einerseits die Isolation mitfasst und außen gleichzeitig als Teilungsnaht dient, wo die Tasche eingesetzt wird.



    Die Taschenbeutel sind am RV mitgefasst und dadurch sehr geräumig. Auch wenn es mehr Nähaufwand bedeutet, finde ich die Taschen nützlich.

    Ahoj sagt veloziped!
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  8. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: velozipeds Klamottenfaden

    #8
    Habe das Daunenzeug ab heut nicht mehr.Daher Inhalt gelöscht.

    Wagst du dich evtl. auch an ein Rucksackprojekt heran?

    Gruß Abt
    Geändert von Abt (01.04.2018 um 20:55 Uhr)

  9. Fuchs

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    AW: velozipeds Klamottenfaden

    #9
    Schöne Projekte. Iso-Klamotten sind schon eine Hausnummer: schwöre mir jedesmal nach Abschluss eines solchen Projekts, nie mehr irgendetwas Isoliertes zu nähen.

    Farbwahl ist auch nicht so meines - ist halt Geschmacksache.

    Gruß Felö

  10. AW: velozipeds Klamottenfaden

    #10
    Zitat Zitat von Abt Beitrag anzeigen
    Habe das Daunenzeug ab heut nicht mehr.Daher Inhalt gelöscht.

    Wagst du dich evtl. auch an ein Rucksackprojekt heran?

    Gruß Abt

    Klar doch!


    … oder worauf zielt die Frage ab?
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  11. AW: velozipeds Klamottenfaden

    #11
    Zitat Zitat von felö Beitrag anzeigen
    Schöne Projekte. Iso-Klamotten sind schon eine Hausnummer: schwöre mir jedesmal nach Abschluss eines solchen Projekts, nie mehr irgendetwas Isoliertes zu nähen.

    Farbwahl ist auch nicht so meines - ist halt Geschmacksache.

    Gruß Felö
    Also nach der Weste - streng nach Anleitung - hatte sich der Haß auf Isoklamotten etwas gelegt und die Schlafsackbooties gingen recht gut von der Hand.
    Farbwahl: ja ist echt Geschmackssache, sollte etwas gedecktes für den unauffälligen Look sein. Aber beim nächsten Mal werden ich doch andere Farben verwenden, mal sehen was in die Natur passt und nicht sooo dunkel ist.

    Ahoj sagt veloziped!
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  12. AW: velozipeds Klamottenfaden

    #12
    Hoody Feature

    Zu meinen Wunschteilen gehören definitiv Hoodies! Davon können in meinem Schrank nicht genug hängen

    Allerdings wird es schon schwierig, wenn man keine prolligen Prints mag, Ansprüche an die Paßform hat, spezielle Stöffchen haben will … also muss man selber ran.

    Zum einen wollte ich einen Hoodie aus Technowool für den allgemeinen Gebrauch haben. Zum anderen reifte während kalter Nächte der Wunsch nach einem speziellem Hoody für meine Übernachtungstouren. Doch zunächst

    Hoody #2: Technowool im Style der 90er

    Es ist ja gar nicht einfach, Schnittmuster für lässige Herrenmode zu bekommen. Da stieß ich auf dieses kostenlose Schnittmuster und extex hatte auch mal Technowool im Angebot. Technowool ist ein Gemisch aus teils recycelter Wolle außen und Kunstfaserfleece innen.

    So sah dann mein zweiter Hoody aus:



    … und von hinten:



    Leider erwies sich die Idee, den Stoff auch als Bündchen bzw. Saum zu verwenden, als unklug. Das Technowool-Zeug ist leider nicht sehr formstabil und so musste ich noch echte Bündchen annähen. Aber nun funktioniert es.
    Das Material ist dennoch sehr funktional: Schweiß wird schnell abgeleitet und durch die Wollschicht gut abgepuffert. Der Hoodie dient mir so beim Radfahren in kalter Jahreszeit, wenn man bergauf doch mal ins Schwitzen gerät.
    Für den harten Einsatz mit Rucksack würde ich das Material nur bedingt empfehlen, da zeigt sich leichtes Pilling und die Formstabiltät spricht auch eher dagegen.
    Das Schnittmuster wurde von mir zwar schon etwas modernisiert (der Rumpf verschlankt, Ärmel etwas länger), zeigt aber immer noch so typisch den Blousonschnitt der 90er mit mega tiefen Armausschnitten und kurzer Rumpflänge. Nennen wir es mal retro

    Mein UL-Hoody aus seltenem Stoff


    Nach diversen anderen Nähprojekten in Bezug auf Klamotten wurde es Zeit für den ultimativen UL-Hoody. Mit der Zeit hatte ich mit einigen Prototypen (teils aus Trigema „Putzlappen”, unzerschnitten ) den berühmten (freien) Voukatti #301 Pullover so abgewandelt, dass er in Rumpf- und Ärmellänge genau an mich angepasst war. Insbesondere sollte der Hoody übern Hintern gehen, und die Ärmel auch bei Radfahrhaltung ausreichend lang sein.
    Auch musste ja noch eine Kapuze dran (sonst wäre es ja kein Hoody) und Eingrifftaschen sollten auch nicht fehlen.

    Also wurde flugs von einem Kaufpullover die Kapuze mit Markerstift und fester Malerfolie abgekupfert sowie im Schnittmuster des Vuokatti #301 ein RV und Teilungsnähte für Eingrifftaschen angeordnet. So entstand mein individuelles Schnittmuster.
    Schließlich konnte ich bei extex ein ganz spezielles Stöffchen ergattern: Thermo Funktionsjersey mit Grid mit 170 g/m² Flächengewicht. Farbauswahl? Nö, gabs nur in Weinrot.

    Dann ging es los: Probenähen am Handstück. Ende vom Lied: die Ovi stieg da aus, trotz Differentialtransport am Anschlag
    Probenähen mit der ollen Veritas 8014-40: feinen Zickzackstich einstellen - tieeeef Luft holen - peinlichst genau auf ausreichend Stoffzufuhr achten - es funzt

    Dann musste ich mir spezielle Nächtechniken aneignen:
    Die Schließnähte gingen ganz gut mit einem engen, schmalen Zickzackstich. Der elastische Zickzackstich dehnte den Stoff doch etwas und wurde nur am Ärmelabschluß eingesetzt, um maximale Dehnbarkeit zu gewährleisten. Rumpfsaum: etwas größerer Zickzackstich.
    Diesen extrem stretchigen Stoff an die unflexiblen Materialen (Nackenband, RV) nähen ging, aber nur, wenn man das starre Teil oben hat und der dehnbare Stoff durch den Transporteur kräftig gepackt wird. Sonst gibt es Falten

    Der Stoff ist offensichtlich aus einer extrem dünnen Faser gewebt. Für das Gewicht von 293 g ist die Isolierfähigkeit beeindruckend. Aber außerhalb des Schlafsacks muss man direkt eine Windjacke drüber ziehen, sonst zieht es Fäden wie an einer Strumpfhose. Mit rauher Haut an den Händen bleibt man regelrecht am Stoff „hängen“.

    So, da isser:





    Mein Model hattte ab jetzt Urlaub



    Ärmelabschluß mit elastischer Zickzack-Naht. Da hatte es den Stoff etwas gedehnt.



    seitliche Eingrifftaschen:



    Als Nackenband wurde Ripsband verwendet. Unerläßlich bei solch dehnbaren Stoffen.



    Die seitlichen Eingrifftaschen sind in den Nähten bzw. Säumen mitgefasst:



    Damit war mein Setup fertig: bei allen Touren über Null habe ich die Kombination aus PL-Weste, UL-Hoody und Windjacke mit. Das dient für Pausen und nachts als trockene Kleidung. Ausnahme ist unter Umständen früh nach einem kalten Camp das Warmlaufen, aber hier achte ich darauf, dass die Sachen nicht naßgeschwitzt werden dürfen, nur weil man zu faul zum Ausziehen ist.

    Ahoj sagt veloziped!
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  13. AW: velozipeds Klamottenfaden

    #13
    Der Vuokatti Pullover ist mein Basisschnitt für "fast alles", vor allem auch für Hoodies.

    Am schwierigsten finde ich es tatsächlich, interessante, gute Stoffe für Hoodies zu finden.

  14. Fuchs
    Avatar von david0815
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    AW: velozipeds Klamottenfaden

    #14
    Schöne Details und viel Híntergrundinformationen. Tolle Arbeit, ich liebe Hoodies. (Muss die Tage mal ein paar Bilder machen...)

    Die Crux mit den Abschlussbündchen kenne ich. Das ist nicht einfach.

    Mir ist nicht klar warum die Overlock den Stoff nicht sauber verarbeiten konnte. Eigentlich ist sie dafür prädestiniert. Wenn sich die sehr rutschigen Jerseystoffe für meiner Radbekleidung gut nähen lassen würd eich davon ausgehen, dass das Fleece sicher zu vernähen ist.
    Evtl. die richtige Einstellung nicht gefunden? (Wobei ich fast nichts an meiner Overlock verstellen muß zwischen verschiedenen Stoffen).

  15. AW: velozipeds Klamottenfaden

    #15
    Zitat Zitat von david0815 Beitrag anzeigen
    Evtl. die richtige Einstellung nicht gefunden? (Wobei ich fast nichts an meiner Overlock verstellen muß zwischen verschiedenen Stoffen).
    Erstmal danke für die Blumen!
    Die Ovi ist hier tatsächlich ausgestiegen, keine Ahnung warum. Dabei hatte ich damit schon viel genäht und den Differentialtransport kräftig genutzt (es handelt sich um eine Wertarbeit W6 Ovi). Der Fleecestoff ist aber auch extrem dehnbar und recht luftig, da sind Jersystoffe schon aufgrund der Webart kompakter.

    Ahoj - veloziped
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  16. AW: velozipeds Klamottenfaden

    #16
    Nachdem es hier mit Hoodies, Jacken und Westen sehr oberkörperlastig war, kommt nun mein neuestes Projekt: der heftige Umbau einer Bundeswehrhose zur

    Freeride-Bikepacking-Hose


    Für Details verweise ich diesmal auf meinen Blogartikel.

    Meine Wunsch-Features waren:
    • Neuer KuFa-Bund, hinten höher geschnitten
    • elastischer Einsatz im Lendenwirbelbereich
    • elastischer großzügiger Zwickel
    • Lüftungs-RV
    • Bundweitenverstellung mit Klettriegeln (später dann doch auf Gürtel umgearbeitet)
    • umarbeiten zur kurzen Hose, dabei vorne etwas länger als hinten
    • gedoppelte Gesäßpartie

    Für eilige Leser einige Fotos:



    Die Konstruktion erfolgte größtenteils direkt auf der Hose



    Schnitteile für den neuen Bund (hinten höher geschnitten)



    So sieht der Bund zwischendurch aus, angesteppt an einen elastischen Einsatz.



    Ein Lüftungs-RV wird gearbeitet, hier wird auch eine Art Beleg angesteppt und später verstürzt.

    Im ersten Einsatz:






    Der Bund war im vorderen Bereich zu labberig und die Konstruktion nicht stabil genung für mit ohne Gürtel

    Da mussten noch Gürtelschlaufen dran:



    Draußen im Wald mit der gepimpten BW-Hose passt für mich einfach, da kann man sich auch mal auf einen Baumstamm setzen oder durchs Dornengestrüpp hacken. Dennoch sind jetzt die strategisch wichtigen Stellen flexibel und besser Schweiß ableitend als vorher.

    Ahoj sagt veloziped!
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    AW: velozipeds Klamottenfaden

    #17
    also mir gefallen die farben! stehen braunaugen gut.
    ansonsten hut ab für die nähleistung von einer nicht-näherin. kann bloss etwas mit der hand nähen.

  18. AW: velozipeds Klamottenfaden

    #18
    Danke für das Echo!
    Vor 5 Jahren konnte ich auch nur mit der Hand nähen. Habe natürlich auch viel Zeit in das Hobby investiert.
    So ein wenig Nähen kann man allerdings schon recht schnell lernen, etwa Beutel mit Schnürzug oder kleine Reparaturen.
    Ich hätte auch nie gedacht, was ich mal alles nähen werde und kann jeden nur ermutigen, es mal zu probieren

    Ahoj sagt veloziped
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    AW: velozipeds Klamottenfaden

    #19
    tolle Sachen. Hoodys ,Bundeswehrhosenupcycling sowas gefällt mir.

    Ich suche mir immer die dicksten und Steifsten Stoffe aus mit solchen feinen Stöffchen wie dem deiner Weste komme ich beim Nähen gar nicht gut zurecht. Das muß ich aber wohl demnächst denn sowas wie deine Schlafsackschuhe muß ich mir unbedingt auch nähen und das darf wirklich nicht viel wiegen.

    Was mich mal interessieren würde ist wie gut deine Stoffkannten nach längerer Nutzung halten?
    Du versäuberst auch nur mit Zickzackstich ,bleibt das ohne Overlockmaschine bei deinen Sweatshirtstoffen sauber und haltbar?
    es wäre sehr freundlich sich nicht an Stalking und Psychoterror zu beteilligen

  20. AW: velozipeds Klamottenfaden

    #20
    Dünne Söffchen:
    Da lobe ich mir den kräftigen, ja fast aggressiven Transporteur meiner Veritas-Maschinen. Unbedingt etwas unterlegen (Zeitungspapier). Sonst wird der Stoff in das Loch der Stichplatte gedrückt und die Naht sieht doof aus.

    Super-Power-Tipp: Tafetta-nylon franst ja sehr schnell aus, deshalb schneide ich es meistens mit einer Wellenklinge zu.

    Noch schwieriger finde ich ja Silnylon, aber da hat das typische Projekt (Tarp) ja tendeziell nur gerade Nähte.

    Versäumen:
    Bis jetzt hat alles gehalten. Nahtzugabe nicht zu knapp bemessen. Bei Fleecestoffen braucht man oft gar nicht versäubern, da es kaum aufdröselt.

    Bei dünnen Stoffen: Je nach Projekt empfiehlt sich gerade hier die französische Naht. Kappnahtvarianten sind auch denkbar, wo die Kante eingerollt wird und gleichzeitig der Faden durch mehrere Stofflagen geht. Das trägt bei den dünnen Stoffen auch nicht sehr auf.

    Beim Versäumen mit Zickzackstich sollte man ausreichend Nahtzugabe lassen und im Stoff nähen, anschließend beischneiden. Sonst rollt sich die Kante ein. Das kann auch ein gewollter Effekt sein (Rollsaum ohne Rollsaumfuß).

    Ahoj sagt veloziped
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