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  1. Erfahren
    Avatar von laber
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    Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #1
    Hallo zusammen!

    Ich möchte sobald hier wieder sicher positive Temperaturen herrschen unbedingt mal ein paar Nächte mehr draußen verbringen und das ganze mit Trailrunning verbinden. Ein paar Stationen mit der Bahn ins Sauerland/mit dem Auto sonst wo hin tuckern, einige km durch den Wald fetzen, müde werden, was futtern, schlafen, Kaffee trinken und zurück/zu einer anderen Bahn-Station/dem Auto traben.

    Das gößtmögliche Gepäckstück, das mir noch für das Rumrennen geeignet erschien (Montane VIA Dragon) ist die Tage angekommen und wurde mal zur Probe bestückt:

    Das soll rein:
    (ja, keine Ahnung wo genau der Packsack vom Schlafsack ist, die Nalgene dient als Dummy für den Kochtopf, der gerade beim Zoll abhängt, das grüne sind ein paar Klamotten, das schwarze eine Thermo-Jacke)


    Das war ja leicht!
    (ja, wir sind vor , *hust*, kurzem umgezogen...)


    Und noch ein mal mit Schuhgröße 41 in Wollsocken so zum einschätzen, wie groß der Rucksack ist.



    Ich sehe tatsächlich Chancen, dass ich mit dem guten Stück klarkommen kann für Übernachtungsausflüge, allerdings muss noch Essen, Wasser und einiger Kleinkram rein, sodass ich euch gerne um etwas Hilfe bei der Optimierung bitten mag.

    Ich habe mal eine grobe Packliste, was ich so zu brauchen gedenke, erstellt: https://lighterpack.com/r/c4xbew

    Dass das viel zu viele Klamotten sind ist mir klar. Das Szenario, wo ich ein Shirt ohne Ärmel und eine Daunenjacke brauche, muss erst noch gefunden werden. Erfahrungsgemäß brauche ich aber auf jeden Fall eine komplette trockene Base-Layer, weil die sicher durchgeschwitzt sein wird. Klamotten würde ich deshalb für die Beratung hier hinten anstellen und traue es mir selbst zu je nach Wetterlage die richtigen Schichten einzupacken.

    Die gößere "Baustelle" wäre definitiv das Schlafkonzept. Was kann man da tun?
    Ich brauche auf jeden Fall eine andere Schlafunterlage, meine steinalte Therm-a-Rest Trail (Lite?) ist mir auf jeden Fall zu schwer und die auf dem Foto zu sehende orangefarbene Schönheit von Decathlon hat mir mangels jeglicher Isolation den Schlaf auf Malle geraubt und darf deshalb nur noch im absoluten Hochsommer mit.
    Der Schlafsack ist vermutlich ganz in Ordnung, obwohl ich wohl gerne auf Kunstfaser (als Quilt?) umsteigen würde.
    Hmmm, und dann sind da noch 1,8kg Zelt. Ich mag ja die Gemütlichkeit im Zelt, wäre aber jetzt auch bereit Efahrungen mit Tarps oder Bivis zu sammeln, muss da aber erst mal ein paar Informationen bei den Schattenkriegern sammeln.

    Habt ihr Empfehlungen (also außer: "Komm, lass das mit dem Rennen und lass es gemütlich angehen.")?
    Gesucht sind Kombinationen aus Schlafunterlage und Wetterschutz und allgemeine Weisheiten, die mein Gepäck leichter handhabbar machen.

    Ich gehe jetzt mal was über Tarps lesen und ihr zerrupft derweil meine Liste, deal?

  2. Dauerbesucher
    Avatar von Fabian485
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #2
    Beim Zelt sollte auch ohne auf viel Komfort verzichten zu müssen ca. ein Kilogramm und einiges an Volumen einsparbar sein.
    Läufst du mit Stöcken?

    Als Schlafunterlage ggfs. etwas Richtung Neoair?

  3. Erfahren
    Avatar von laber
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #3
    Danke für deine schnelle Antwort, Fabian!

    Mit Stöcken laufe ich zur Zeit noch nicht, ist bei unseren Hanglagen hier wahrscheinlich auch meist eher Ballast.
    Im Mai geht's wieder auf dei Schwäbische Alb, da war ich letztes Jahr doch sehr neidisch auf alle mit Stöcken, also steht vielleicht eine Anschaffung im Raum.

    NeoAir ist gemütlich, aber auch eher teuer und empfindlich. Ist auf jeden in der näheren Auswahl. Evtl. wäre EVA/Schaummatte aber auch günstig um Gerümpel im Rücken abzupolstern, da müsste ich vielleicht nach dem Wochenendeinkauf mal nachmessen, ob das überhaupt passen kann.

    Hast du konkrete Empfehlungen für die Unterkunft?

  4. Dauerbesucher
    Avatar von Fabian485
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #4
    Wenn du mit Trekkingstöcken losgehen solltest, alternativ mit optionalen Zeltstangen, dann würde mich mir die Zelte von Tarptent, Trekkertent oder das Sierra Designs Tensegrity 1 mal angucken.
    Wenn du etwas mehr aufs Budget achten möchtest, dann - je nach Körpergröße - ein Zelt von Aliexpress.
    Dort gibt es für unter 100€ etliche ordentliche Zelte.

    Bei der Schlafunterlage fahre ich sehr gut mit einer kurzen aufblasbaren Matte in Kombi mit einer Evazote. Die wird aber wahrscheinlich wegen des Packmaßes nicht infrage kommen.

  5. Erfahren
    Avatar von laber
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #5
    Okay, da habe ich ein bisschen was zu recherchieren!

    Ich wollte gerade sagen "Neee, den Sch***ß mit AliExpress mache ich nich mehr!" als ich eine Mail mit "[Germany] Post Office has Tuotou" bekommen habe. Die Küche ist da, also womöglich gibt es auch ein Schlafzimmer im asiatischen Stil

    Andererseits werde ich diese Art Ausflug wohl nur machen, wenn ich akzeptables Wetter habe, sodass ein komplettes Zelt vielleicht gar nicht nötig ist.
    Die längeren Aktionen mache ich auf absehbare Zeit nur mit meinem Freund und da haben wir den akzeptablen Kompromiss zwischen Gepäckmassen und Komfort schon ermittelt.

  6. AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #6
    @laber

    Suche mal bei Google nach "20 liter sind genug" da wirst Du viele Anregungen finden

  7. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #7
    Keine Ahnung, wie es im Sauerland ist, im Pfälzer Wald reicht als Nachtlager auch eine Schutzhütte mit Schlafsack auf Bank. D.. das Nachtlager reduziert sich dann auf den Schlafsack.
    Küche ist dann nur eine Thermoskanne mit heissem Wasser, mit dem dann Abends und Morgens in der Kuksa abwechselnd die Haferflocken und das Kaffeepulver übergossen werden. Die Thermos light mit 1l ist da ausreichend und leicht. Übernacht Laufen ist ja kein Komfort Ausflug

  8. Erfahren
    Avatar von laber
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #8
    @LihofDirk: Schutzhütten gibt's auch im Sauerland, meistens auch mit Bank. Aber so richtig darauf verlassen mag ich mich nicht, weil ich da auch schon übel verwüstete/vedreckte/abgefackelte Exemplare gesehen habe. Bis ich mich bezüglich Zelt/Tarp entschlossen habe könnte ich das bei mir bekannter Örtlichkeit trotzdem durchaus mal in Betracht ziehen.
    Du schläfst ohne irgendeine Unterlage auf Bänken? Ich bin halbwegs knochiger Seitenschläfer, da kann ich mir ohne Schlafunterlage das Schlafen gleich ganz wegrationalisieren.


    @Fisherman: Danke! Da sind spannende Packlisten dabei!

  9. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #9
    Zitat Zitat von laber Beitrag anzeigen
    Ich bin halbwegs knochiger Seitenschläfer, da kann ich mir ohne Schlafunterlage das Schlafen gleich ganz wegrationalisieren.
    Ich bin unsensibler Rückenschläfer. Das ist dann einfacher ...

  10. Dauerbesucher
    Avatar von Freierfall
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #10
    Nach sehr langem suchen und Ausprobieren ist zwar nicht die perfekte, aber die 'optimale' Lösung was Gewicht, Packmass Robustheit und Bequemlichkeit (auch auf der Seite!) Angeht für mich die thermarest prolite 3(!) In short. Wiegt 330g, ist relativ klein Zusammenpackbart, hinreichend robust(hab die schon seit ein paar Jahren und noch kein Loch. In eine meiner beiden Neoair noch vor(!) dem ersten Gebrauch. Auch wenn's Pech war. Und bequem dazu. Ansonsten würde ich tatsächlich eher ein tarp (sog. Nur mit Bäumen, ohne Stöcke) und ein leichtes Big-bivy mitnehmen. Zusammen ca. 500g und Packmass wie 2*500ml Coladosen.
    Geändert von Freierfall (10.02.2018 um 00:04 Uhr)

  11. Vorstand
    Alter Hase
    Avatar von derray
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #11
    Hallo laber!

    Spannendes Projekt! Halt uns doch bitte auf dem Laufenden wie es so weiter läuft.

    mfg
    der Ray
    "The greatest threat to the planet
    is the belief someone else will take care of it"
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  12. Vorstand
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #12
    Wie wär’s mit dem SMD Skyscape Trekker?

  13. Erfahren
    Avatar von laber
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #13
    Okay, mal eine kurze Lagemeldung, nachdem ich jetzt schon wieder ein paar Wochen in ziemlicher Zeitnot war.

    Derzeit sind ein paar Stöcke und eine NeoAir (endlich auf einem - rein topologischen - Niveau mit meinem Freund!) auf dem Weg zu mir.
    Zur Unterkunftsfrage fiel mir ein, dass meine Mutter vor längerer Zeit mal ein fünfeckiges "Vordach" für unser Zeltchen aus SilNylon genäht hat.
    Werde wohl demnächst einfach mal probieren, wie ich das sinnvoll (mit Geh-Hilfen) aufgestellt bekomme.

    Eine Zelt-Anschaffung ist somit erst mal vertagt bis ich eine ungemütliche Nacht unter dem Tarp hatte.

  14. Freak Moderator
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    Avatar von Flachlandtiroler
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #14
    Zitat Zitat von laber Beitrag anzeigen
    Andererseits werde ich diese Art Ausflug wohl nur machen, wenn ich akzeptables Wetter habe, sodass ein komplettes Zelt vielleicht gar nicht nötig ist.
    +1, Wetter gut --> weder Zelt noch Tarp erforderlich

    Was ich noch nicht ganz verstanden habe: Willst Du damit jetzt rennen oder wandern? Oder hängt das von der Begleitung ab?

    Zum Rennen mag ich mir weder Trekkingstöcke noch ein Zelt/Tarp im Gepäck vorstellen...

    Trekkingstöcke IMHO nur, wenn
    • lange, übel steile Abstiege drin sind
    • längere Passagen in Geröllschutt, Tiefschnee vorkommen
    • ich mehr als 15kg schleppen muss
    • die für's Tarp gebraucht werden
    Meine Reisen (Karte)

  15. Moderator
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    Avatar von Becks
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #15
    Zitat Zitat von laber Beitrag anzeigen
    Ich habe mal eine grobe Packliste, was ich so zu brauchen gedenke, erstellt: https://lighterpack.com/r/c4xbew
    So auf die Schnelle:

    - Zelt raus. Du weisst wie das Wetter wird und wirst nicht bei Regen losrennen. Tarp braucht es auch keins bei gutem Wetter
    - Schlafsack zu schwer. Meiner wiegt 700g und reicht locker im Sommer
    - Daunenjacke raus, generell Klamottenkonzept überdenken.
    - Powerbank raus


    Zur Anregung: so sieht meine Liste für drei Tage autark in den Alpen aus. Nicht Trailrunning sondern Bergwandern im Herbst.
    https://www.geargrams.com/list?id=47421

    Ich komme auf grob 2.3kg zusätzliches Gewicht, aber ich habe auch Bergstiefel (1.1 kg), einen Fotoapparat (800g), Trekkingstöcke 570g) und eine schwere Softshell (800g) sowie Gaskocher mit Kartusche dabei...
    After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

  16. Erfahren
    Avatar von laber
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #16
    Zitat Zitat von Flachlandtiroler Beitrag anzeigen
    Was ich noch nicht ganz verstanden habe: Willst Du damit jetzt rennen oder wandern? Oder hängt das von der Begleitung ab?
    [...]
    Zum Rennen mag ich mir weder Trekkingstöcke noch ein Zelt/Tarp im Gepäck vorstellen...
    Hier geht es mir um rennen, also das mit Flugphase zwischen den Schritten, da gibt es ja auch lokale Unklarheiten, was die Begriiffe "Laufen"/"Rennen"/"Springen"/... betrifft. Wandern wird es natürlich auch weiterhin geben, aber da bin ich ein geduldiger Packesel.
    Den Rucksack habe ich schon ein bisschen mit anderen Sportklamotten und Einkäufen gefült getestet: Läuft sich erstaunlich gut und ohne großes Eigenleben, muss den Blicken der Passanten nach zu Urteilen aber ziemlich seltsam aussehen.

    Ich bin sehr gespannt, wie es sich mit Stöcken läuft bzw. eher "geht", denn ich vermute mal, dass ich sie erst mal nur in steileren Passagen nutzen werde. Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit Stock-Sportarten sollte ich auf jeden Fall ein Erste Hilfe-Pack dabei haben beim Testen. Und mit dem Ersteinsatz im Downhill noch etwas warten.

    Die ersten Ausflüge dieser Art werden zeigen, wie viel ich tragen mag bzw. wie viel "Pseudo-Komfort" ich aufgeben mag. Ich weiß, dass man nicht unbedingt ein Zelt/Tarp braucht, ich kann mir aber schwer vorstellen, dass ich gut schlafe, wenn ich einfach so in der Gegend liege. Ich werde mal über meinen Schatten springen und es probieren. Aber wenn mich der bekloppte Dackel von den Nachbarn abschleckt beschwere ich mich bei dir persönlich!

    Zitat Zitat von Becks Beitrag anzeigen
    So auf die Schnelle:

    - Zelt raus. Du weisst wie das Wetter wird und wirst nicht bei Regen losrennen. Tarp braucht es auch keins bei gutem Wetter
    - Schlafsack zu schwer. Meiner wiegt 700g und reicht locker im Sommer
    - Daunenjacke raus, generell Klamottenkonzept überdenken.
    - Powerbank raus


    Zur Anregung: so sieht meine Liste für drei Tage autark in den Alpen aus. Nicht Trailrunning sondern Bergwandern im Herbst.
    https://www.geargrams.com/list?id=47421
    Danke für deine Liste, Becks!
    Zum Zelt/Tarp siehe Antwort an Flachlandtiroler.
    Wie im Eingangspost geschrieben ist mir klar, dass ich da viel zu viele Klamotten auf der Liste habe, weil ich noch kein konkretes Ziel vor Augen hatte. Einen trockenen Satz Klamotten für das jeweilige Wetter muss ich allerdings schon mitnehmen, das sehe ich so euf deiner Liste nicht. Nasschwitzen ist bei dir ausgeschlossen? Oder nackig in den Schlafsack?
    Die Powerbank finde ich schon sinnvoll, da Telefon (Kamera + evtl. Navigation + evtl. Unterhaltung, weil ich ohne Zelt nicht schlafen kann...), Uhr (auch evtl. Navigation) und Lampe davon speisen können.
    Außerdem geht man als Teil der Generation Smombie ohne Powerbank doch nicht weiter als zum Supermarkt um die Ecke.


    Hach, wird wohl Zeit, dass ich einfach mal losziehe und dann hier oder bei "Eure Dummheiten..." oder wie der Thread doch genau hieß berichte.

  17. Erfahren
    Avatar von stoeps
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #17
    Hallo laber,

    zunächst mal: sehr geile Idee, bin ich auch seit einem Jahr mit beschäftigt.

    Deshalb mal meine Überlegungen und erste Erfahrungen dazu – die meisten davon bestätigen Deine Überlegungen:

    Rucksack:
    Ultimate Direction Fastpack 20, eine Hybrid aus race vest und Rucksack, d.h. es gibt einen gut komprimierbaren Packsack, aber vorne auch kleine Taschen u.a. für eine Trinkflasche. Kann man mit laufen, ohne dass er bounced – und ja, die Leute gucken komisch, aber ich glaube, nicht nur wegen des Rucksacks, sondern wegen des Gesamtkunstwerks, dass man irgendwie darstellt

    Klamotten:
    1. die Sachen, in denen ich laufen will
    2. Armlinge, Windschutzhose, Windjacke und Regenjacke
    3. Mütze, Buff, Sonnenbrille
    4. eine Wechselunterhose und ein zusätzliches (Merino)-Shirt zum Schlafen und für die Rückfahrt
    5. eine Primaloft-Weste (bei mir eine 25 Jahre alte Puffball-Vest von Patagonia)
    6. mindestens Extra-Socken für die Nacht, meist aber auch Wechselsocken fürs Laufen

    Die Weste ist zum einen für abends, vor allem aber für das worst case scenario, dass ich nach einem Sturz, heftigen muskulären Problemen o.ä. stundenlang in strömendem Regen zum nächsten Bahnhof humpeln muss; dabei möchte ich dann nicht auch noch gesundheitsgefährdend auskühlen …

    Kochen/Essen:
    - Dosenkocher (cat stove), Spiritus, 700 ml-Topf, Windschutz (Titanfolie)
    - Gemüsebrühe-Pulver
    - Nüsse
    - Salami, Parmesan
    - Tee
    - Trinkflasche (nicht Soft-Flask), weil sie steht
    - Getränke-Pulver (Salze, Kohlehydrate)
    - Sawyer Mini Wasserfilter und 2 Evernew-Flaschen (ähnlich Platyplus, nur das das Gewinde auf den Filter passt)

    zur Powerbank:
    Ich denke, das hängt sehr davon ab, welche Technik man wie einsetzen möchte. Ich weiß, dass mein Telefon zwei Tage durchhält, wenn ich eine Karten-App nutze um dem Weg/Track zu folgen und meine Aktion aufzuzeichnen. Auf dem Bild unten sieht man deshalb auch eine kleine Powerbank, die das Telefon ca. 1,5 mal aufladen kann, mir also sicher den dritten und vierten Tag ermöglicht. Ich bin damals allerdings einen gut markierten Weitwanderweg gelaufen und hatte eine Papierkarte. Wenn man also auf das neumodische Tracken verzichtete und das Telefon in den Flugmodus stellte, bräuchte man auch keinen Zusatzakku

    Erste Hilfe:
    - Tape, vor allem um es auf Hotspots zu kleben, bevor es blasen werden
    - das Tape ist um eine Nasenspray-Flasche gewickelt, in der sich Octenisept befindet
    - Pflaster
    - eine 10x10 cm Wundauflage, steril verpackt
    - Schmerztabletten, Ibuprofen 600er und 800er
    - Zeckenzange

    Schlafen:
    - Schlafsack: Entweder (in den Übergangsjahreszeiten) ein 700g Cumulus Daunenschlafsack oder (im Sommer) ein Poncho-Quilt von astucas (500g). Letzterer kann in Kombination mit der oben erwähnten Weste auch im Früh- und Spätsommer mit.
    - Matte: eine halbe Term-A-Rest Ridgerest, die Beine kommen auf den Rucksack
    - irgendein aufblasbares Kissen; habe ich noch nicht, wird vermutlich ein UL von Exped

    Das reicht eigentlich, denn bisher habe ich immer in Hütten geschlafen. Ich kann aber dies blöde Gefühl verstehen „Was, wenn die Hütte verdreckt / kaputt / nicht da ist?!?“ Um das zu beruhigen, habe ich manchmal (wenn ich den Weg nicht kenne / keine Infos über Hütten gefunden habe) eine Null-Komfort-aber-ginge-für-eine-Nacht-Notfall-Bivak-Ausstattung mit:
    - Tarp-Poncho – da könnte man natürlich auch einfach nur ein Tarp nehmen, aber den Poncho besitze ich schon
    - die 2-Personen Version des Notfall-Biwaksacks von Mountain Equipment. Die kann die Unterlage sein (deshalb 2-Personen, ist breiter) oder, wenn die Welt untergeht, kann ich auch reinschlüpfen, feucht aber warm
    - ein paar Leinen und Heringe

    und natürlich Stöcke

    aber nicht so schwere Trekking-Stöcke, längenverstellbar, gefedert etc., sondern Z-Poles von Black Diamond (350 g). Das geht auch noch leichter (Carbon), aber gerade wenn man evtl. sein Tarp damit aufspannen möchte, wollte ich es nicht übertreiben …

    Stöcke würde ich sowieso mitnehmen, auch wenn ich kein Tarp aufbauen will. Bei so einer Mehrtages-Trail-Running-Aktion wird es bergauf in der Regel Powerhiking statt Laufen sein (es sei denn, Du bist voll das Tier). Und da empfinde ich es als sehr förderlich, mit Stöcken zu arbeiten: man ist aufrechter (was die Atmung verbessert, und evtl Rückenschmerzen vorbeugt) und kann den ganzen Körper einsetzen (was die Beine entlastet). Waagrecht und bergab wird gelaufen, da trage ich die Stöcke (oder schnalle sie an den Rucksack).
    Mit der Zeit findet man auch einen Rhythmus, wann man sie zusammenklappt und wann nicht, wann man sie an den Rucksack schnallt und wann in der Hand behält. (Eine Möglichkeit, sie im Gehen am Rucksack zu befestigen, ist was schönes.)
    Ich habe bei meinen Stöcken übrigens die Schlaufen abgemacht. Ich weiß, dass man dann nicht mehr gemäß der reinen Lehre arbeiten kann („an der Schlaufe nach hinten-unten ziehen“); aber mich nerven die wippenden Schlaufen, wenn ich die Stöcke im Laufen trage; und immer wenn ich mal unkoordiniert über meine Stöcke stolperte, fand ich immer das unfallträchtigste, dass die Hand nicht aus der Schlaufe kam. Aber das ist vermutlich ein sehr persönlicher Spleen

    Ich hänge mal zwei Fotos an, auf denen man die Ausrüstung und Schlafsetup zumindest erahnen kann. Die Fotos sind vom ersten (und bisher leider einzigen) Versuch. Ich bin auf dem Weserberglandweg von Hannoversch-Münden nach Stadtoldendorf gelaufen – 100 km in 2 Tagen und 3 Stunden (weil es am dritten Morgen nur noch von der Hütte zum Bahnhof ging).

    Ist eine schöne Sache. Es verbindet zwei Aktionen, die ich gerne mache: lange Läufe in der Natur und draußen schlafen. Ich nehme an, dass ist auch Dein Motiv. Deshalb: Es geht und macht Spaß. Nimm Deine Ausrüstung (außer das Zelt) und probier’s aus. Die eigene Traum-Ausrüstung wird sich schon herauskristallisieren …

    Gruß
    stoeps

    Krams:


    Morgens:
    Geändert von stoeps (10.03.2018 um 16:55 Uhr)
    „The world's big and I want to have a good look at it before it gets dark.”
    ― John Muir

  18. Erfahren
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #18
    Danke für die ausführliche Antwort, stoeps!

    Vieles hast du ja ganz ähnlich gelöst, wie ich mir das so gedacht habe, trotzdem konnte ich noch den ein oder anderen neuen Punkt mitnehmen.
    Spannend finde ich vor allem den Poncho-Quilt. Das Konzept kannte ich so noch gar nicht und werde ich bei einer eventuellen Neuanschaffung oder einer Eigenanfertigung mit bedenken.
    Und über die Handlichkeit von Softflasks außerhalb des Rucksacks habe ich auch noch nicht nachgedacht. Werde später mal probieren, ob/welche festen Flaschen ich in den Rucksack rein bekome.

    Deine Angst mit den Stockschlaufen kann ich nach meinen Erfahrungen beim Langlaufen nur bestätigen, mich hat da damals definitiv nur die Kampfkunst-Erfahrung aus der Kindheit gerettet. . (Aber ich habe ja gehört, dass Physikerinnen da eh zu gefährlichen Unfällen neigen.)

    Demnächst geht es erst mal richtig in den Urlaub, danach ist hier dann das passende Wetter für kurze Ausfluchten, dann wird fleißig getestet!

  19. Erfahren
    Avatar von stoeps
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    AW: Eine Packliste zum Wegrennen! // Trailrunning Overnighter

    #19
    Noch ein kleiner Tipp: Ich finde es sehr erleichternd, bei einer solchen Aktion auf einem gut ausgeschilderten Wanderweg zu laufen oder sich aus Abschnitten mehrerer solcher eine Strecke zu bauen. Es ist für mein Empfinden sehr schwer in einen Lauf-Rhythmus zu finden, wenn man an jeder zweiten Kreuzung über den Weg nachdenken muss …
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