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  1. Radtour ins Baltikum

    #1
    Liebes Forum,

    ich möchte Ende Mai bis Mitte Juni gerne mit dem Fahrrad der Ostseeküste bis ins Baltikum folgen. Die Reiseberichte im Forum habe ich natürlich gelesen, schöne Touren, aber alle schon eine Weile her. Deshalb würde ich mich über aktuelle Infos sehr freuen. Bei der Route stellt sich mir die Frage, ob ich die Exklave Kaliningrad umfahre oder nicht. Wie aufwendig ist die Beantragung des Visums (lt. Internet gibt es das 72h-Visum nicht mehr), wie flexibel bin ich zeitlich wenn ich ein Visum habe, wie lange würde die Umfahrung dauern? Kann ich mich dort auch ohne Russisch-bzw. Kyrillisch-Kenntnisse orientieren?
    Zurück würde ich gerne von Tallinn aus mit der Fähre, kann ich dort direkt buchen oder ist es günstiger zu reservieren?
    Gibt es zu der Zeit Mücken oder ist das an der Küste unproblematisch? Wie sind die Nachttemperaturen? Gibt es sonst noch Tipps/Empfehlungen? Vielen Dank schon mal für alle sachdienlichen Hinweise!

  2. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Radtour ins Baltikum

    #2
    Für Visumfragen am Bestenbei der russischen Botschaft oder einem Konsulat nachfragen.
    https://russische-botschaft.ru/de/consulate/visafragen/

    Meines Wissens brauchst Du den ganzen Aufriss, incl. Verdienstbescheinigung, Einladungsschreiben, Passbild ... wie für einen Besuch in der Russischen Föderation. Und Geduld beim Beantragen.
    Als Einladungsschreiben reicht wohl eine Hotelbuchung über eine Agentur. Damit bist Du dann aber nicht mehr flexibel.

    Ausserdem kann sich das Visaprozedere recht überraschend ändern. So die Erfahrung von Kollegen, die in Russland Kunden besuchen.

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    AW: Radtour ins Baltikum

    #3
    Mücken ja, im Küstenwald gleich hinter der Grenze nach Polen muss man halt schneller sein als die (einigermaßen sandtaugliche Reifen sind aber generell von Vorteil) An Flüssen gibt es mehr als an der Küste (da gibt es evtl. wieder starken Seitenwind).

    Tagsüber kann es auch mal 30°C werden, nachts kann es noch kühl sein (ich hatte den WM Antelope mit und brauchte in Litauen abends sogar einmal noch den Daunenpullover dazu (es war aber ein sehr anstrengender Tag und das Warmwasser war auf dem Platz noch nicht angestellt oder wegen spätem Abend schon wieder abgestellt)).

    (!) Wenn Du auf Campingplätze möchtest, kann es sein, dass welche, die in Verzeichnissen stehen, nicht mehr existieren.
    Geändert von lina (05.02.2018 um 21:46 Uhr)

  4. AW: Radtour ins Baltikum

    #4
    Vielen Dank schon mal! Das Visum zu beschaffen ist ja tatsächlich ganz schön aufwändig .Da fahre ich doch lieber den Umweg und bleibe flexibel. Wie kalt war es denn nachts? Mein Schlafsack ist nun auch schon etwas älter und verliert langsam Daunen, aber bei über 10 Grad reicht er eigentlich. Wenn es viel kälter wird sollte ich eventuell noch einen neuen besorgen.

  5. AW: Radtour ins Baltikum

    #5
    Zum Thema Russland: Ich kann dir gerne eine Agentur empfehlen, die das ganze für dich übernimmt. Man kann es aber auch tatsächlich selbst machen. Dazu reicht eine Bescheinigung vom gebuchten Hotel. Natürlich neben den ganzen anderen Auflagen. Ich persönlich fand die Gegend um Kaliningrad und die Stadt nicht besonders toll. Aber ein Erlebnis über die Kurische Nehrung zu fahren war es allemal. Plane aber viel (und ich meine auch für russische Verhältnisse viel) Zeit für die Grenzen ein. Einreise von Russland nach Polen am Punkt Gronowo hat über 7 Stunden gedauert.
    Alternativ könntest du ja Richtung Masuren noch fahren und dann dort nach Litauen. Da fand ich es vor 13 Jahren wirklich schön.
    Geändert von aachenbenne (06.02.2018 um 09:54 Uhr)
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    AW: Radtour ins Baltikum

    #6
    Zur kurischen Nehrung kann man auch über Kintai (von dort gibt es eine Fähre nach Nida). Als wir dort waren (in der letzten Maiwoche), war die Fährverbindung nach dem Winter nur noch nicht wieder geöffnet.

  7. AW: Radtour ins Baltikum

    #7
    Auch Bremsen gibt es dort überreichlich.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bremsen

  8. Vorstand
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    AW: Radtour ins Baltikum

    #8
    Wenn Du Russland umfährst, bitte zwischen Okrasin und Wiżajny dieses Tal-Straßenstück fotografieren Wir wollten nach einem langen Tag am Campingplatz ankommen, und uns war noch nicht klar, wie das mit dem Grenzübergang klappt, weil man ja ohne Berechtigungspapiere nicht versehentlich auf russisches Gebiet geraten darf. Deswegen habe ich nicht angehalten, aber der Anblick war klasse. Die schmale Grenzstraße fand ich sowieso schön (wenn auch die Autos recht eilig unterwegs waren dort).


    An der Grenzstraße zu Russland in Polen, in Richtung Grenzübergang nach Litauen bei Wiżajny

    An Bremsen kann ich mich gar nicht erinnern, eher an normale Stechmücken, vor allem in den Wäldern und abends (und an unendlich viel lila Flieder ). Kommt evtl. auch auf die Jahreszeit an.
    Geändert von lina (06.02.2018 um 22:49 Uhr)

  9. AW: Radtour ins Baltikum

    #9
    Man kann auch später von Klaipėda eben rüber setze, wenn man einen Abstecher machen möchte.
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    AW: Radtour ins Baltikum

    #10
    Wobei ich die 4217 von Šilutė nach Ventė durch ein Wald-/Moorgebiet auch sehr schön fand (jedenfalls nach Ende der Schotterstrecke )

  11. AW: Radtour ins Baltikum

    #11
    Bremsen von April bis August. Besonders bei schwülem Wetter. Da verfolgen sie einen sogar beim Schwimmen in der Ostsee. Autan hilft. Meins war aber nicht wasserfest. Falls es sowas überhaupt gibt.

  12. AW: Radtour ins Baltikum

    #12
    Vielen Dank für die Vorschläge! Bremsen mag ich ja gar nicht, aber ich werde mal meine Tochter fragen was es da im Pferdesport für Mittel gibt und das dann einpacken.

  13. AW: Radtour ins Baltikum

    #13
    Hallo Cewhren,
    1. Visum: geht ganz einfach z. B. über www.koenig-tours.de/visum.htm . Dort scrollen auf "Transit-Visum", da Du dort wahrscheinlich von PL durch RU nach Litauen an der Küste durchfahren willst.
    Der Weg über eine solche Visa-Beschaffung ist auch für "Geübte" wie mich zu empfehlen(!), da sonst das Risiko des Verirrens und leidigen Nachforderns aller möglichen Unterlagen wie Einladung aus RU, Nachweis der Rückkehrwilligkeit besteht - diese bürokratischen Hürden hatte RU abgeschafft gehabt, da die EU diese jedoch von den Russen für Einreisen in die EU verlangt, wurden sie wegen der außenpolitischen Wechselseitigkeit von RU eben wieder eingeführt. Kostet je nach Aufenthaltsdauer mit Einladung u. a. nur rund 95,- bis 110,- € einschließlich eigentlicher Visagebühren. Bernstein-Betrieb bei Kaliningrad besichtigen- dort liegen die weltgrößten Lagerstätten, Abbau erfolgt im Tagebau mit Eimerkettenbagger.
    2. Orientierung: Russisch lesen sollte man die Ortsangaben auf der Karte und den Ortsschildern schon - lateinische Schrift nur in Kaliningrad und dort auch an alten deutschen Geschäften, Parks u. ä. auf Deutsch mit deutschen (=Sütterlin) oder heutigen lateinischen Buchstaben. Hilfreich sind Karten mit lateinischer und kyrillischen Ortsangaben. Im übrigen bist Du als Radler kaum zum Verfahren geeignet, da die Straßenangaben eindeutig markiert sind. Niemals (!) Nachts oder in der Dämmerung auf Straßen oder auf als Fahrweg genutzten Wegen fahren - häufig fahren die Einheimischen ihre Autos ohne Licht oder nur mit Begrenzungslicht, sehen Dich nicht und Du landest auf der Minus-1,80-m-Sohle. Ernst gemeint. Ansonsten in den Städten in den Reisebüros und Hotels Englisch möglich. Beispiel: Alina Surgalimova WhatsApp und Viber 007 9114 91 20 18 bei fit@baltma.ru oder cell 007 906 23 05 102.
    In Litauen Russisch möglich, selten Englisch, im Südteil auch Polnisch. In Lettland Russisch, in Zentren auch Englisch, Riga sehr zu empfehlen, für Radler aber chaotisch. Etwa 2 - 2,5 h hinter Riga Richtung Estland liegt das Baron-Münchhausen-Museum. Der hat dort gedient (am eigenen Zopf aus dem Moor gezogen), auch geheiratet (Pferd im Schneesturm an der Kirchspitze angebunden) und ist von dort ans Schwarze Meer in den Kampf gegen die Tataren gezogen (Ritt auf der Kanonenkugel). Estland ruhig, aber russlandfeindlich. Verständigung nur mit jüngeren Leuten auf Englisch. Von Tallinn auch Kurz-Ausflug mit der Schnell-Fähre nur 2 h nach Helsinki möglich - fährt mehrmals am Tag, Tickets unkompliziert direkt am Meereshafen im Terminal.
    3. Fähre Tallinn nach D: keine Ahnung. Tallinn an sich ist aber zu empfehlen. Auf sichere (!) Fahrrad-Unterbringung dort sehr (!) achten. Alles vom Rad abbauen und mit in die Unterkunft. Die Esten sind ein Volk für sich. Estnisch ist finno-ugurisch und damit ähnlich Finnisch. Russenfeindlich und auch sehr wenig Englisch Sprachkundige.
    4. Mücken: offenbar sehr verschieden. Bei uns Sommer 2014 an der gesamten Küste Malbork, Masuren PL, RU über Kurische Nehrung, Litauen, Lettland, Estland bis St. Petersburg keine Mücken. Hans der Radler hatte Juni 2015 auf der Strecke auch Malbork - Kaliningrad - Klaipeda nur 1x beim Wildcampen im Wald der Kurischen Nehrung auf der Litauer Strecke Mücken.
    5. Grenze: PL -RU Richtung Kalingrad = Gronowo in PL nach Mamonovo in RU auf der 54/27A-020 und dann Selenogorsk - Neringa. Bei Ausreise aus Polen hat der polnische Zöllner alles Gepäck (Fahrrad!) ca. 15 - 20 Minuten durchsucht und vorführen, die russische Zöllnerin gegenüber mit freundlichem "Dawai" in Sekunden passieren lassen. Hinten raus über die Nehrung 1 Minute.
    Gute Reise
    Reiner

  14. AW: Radtour ins Baltikum

    #14
    Danke für die Infos, ich habe Kaliningrad aber bereits gestrichen weil ich nicht auf den Tag genau planen kann/will, ich bei einem Visumantrag aber ein festes Datum angeben muss. Von Tallin aus werde ich die Fähre nach Helsinki nehmen und von dort zurück.

  15. Lebt im Forum
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    AW: Radtour ins Baltikum

    #15
    Zitat Zitat von reinergeorg Beitrag anzeigen
    Die Esten ... Russenfeindlich und auch sehr wenig Englisch Sprachkundige.
    Beides kann ich so nicht bestätigen (zumindest nicht feindlich gegenüber der russischen Sprache).
    Es kommt natürlich immer darauf an, an wen man gerade gerät, aber auch, wie man selber auftritt.
    Klar ist überhaupt nichts - aber das dafür umso deutlicher.

  16. AW: Radtour ins Baltikum

    #16
    Aber ohne Russisch geht nichts? Ich hab das Gefühl ich breche mir die Zunge wenn ich das auszusprechen versuche. Aber ich kann super mit Händen und Füßen und hatte gehofft mit der Übersetzungsapp auf dem Handy zurechtzukommen.

  17. Lebt im Forum
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    AW: Radtour ins Baltikum

    #17
    Doch, natürlich geht es auch ohne die russische Sprache.

    Russisch bräuchtest du nur im Kaliningrader Gebiet.
    Ansonsten leben im NO Estlands in der Umgebung von Narvik hauptsächlich Russen, aber selbst dort kommt man auch mit englisch/deutsch/Zeichensprache zurecht.

    Meine Bemerkung sollte nur der Hinweis sein, dass man in den drei Baltischen Staaten die russische Sprache nicht rigoros vermeiden muss, wenn man sie denn ein wenig beherrscht.
    Einfach ein "Guten Tag" in der jeweiligen Landessprache und dann sieht man weiter - so wie überall sonst auch.
    Klar ist überhaupt nichts - aber das dafür umso deutlicher.

  18. AW: Radtour ins Baltikum

    #18
    Zitat Zitat von Cewhren Beitrag anzeigen
    Aber ohne Russisch geht nichts? Ich hab das Gefühl ich breche mir die Zunge wenn ich das auszusprechen versuche. Aber ich kann super mit Händen und Füßen und hatte gehofft mit der Übersetzungsapp auf dem Handy zurechtzukommen.
    Natürlich geht es auch ohne Russisch. Solch eine Übersetzungsapp auf dem Handy hat mir und den Gesprächspartnern in der Türkei öfters mal viel Spaß gemacht. Ich kann nämlich außer Чай kein einziges türkisches Wort. Wenn man englisch reinspricht, ist das Übersetzungsergebnis übrigens besser als bei Deutsch. Dennoch kommt viel lustiger Unsinn raus.

    Und Zeichensprache sollte im Baltikum auch ganz gut funktionieren.

  19. AW: Radtour ins Baltikum

    #19
    Das beruhigt mich, danke!

  20. Erfahren
    Avatar von fn0rD
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    AW: Radtour ins Baltikum

    #20
    In Estland kommst du bei der älteren Bevölkerung teilweise sogar mit Deutsch ein bisschen weiter. Im Osten (Region Peipussee) ist Russisch auch sehr verbreitet. Und im Süden/Südosten (Setomaa
    Unabhängig davon freuen sie sich natürlich trotzdem, wenn du versuchst, auf Estnisch "Hallo." und "2 Bier bitte!" sagen kannst

    Wir hatten damals (ich glaube 2012) keine Probleme mit Bremsen, dafür aber massive hinterhältige Attacken durch diese elenden Viecher. Die lassen sich nicht einfach abpusten und kriechen gern in irgendwelche Kleiderfalten oder ins Ohr. Abends brach dann schon beim Phantomkribbeln eine kleine Panik aus, ob wir welche ins Zelt geschleppt haben...

    Die Seite der estnischen Forstverwaltung ist dir aus anderen Threads bekannt, oder? Falls nicht - Campfire Sites sind (mehr oder weniger) kleine Biwakplätze teilweilse mit Feuerstelle, Holzvorrat und Plumpsklo. Offen zugänglich und gratis nutzbar. Manchmal auch an Infozentren angegliedert. Manchmal auch nicht mehr existent. Das war für uns mal ziemlich doof, weil wir gehofft hatten, an einem damals in der Karte eingetragenen Infozentrum Wasser nachfüllen zu können. Leider existierte dieses Zentrum nicht mehr...

    Wenn du konkrete Fragen zu einzelnen Plätzen hast, kann ich gerne nochmal in der Erinnerung und im Fotoarchiv kramen.

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