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  1. Fuchs
    Avatar von nunatak
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    Sturztraining

    #1

    Editiert vom Moderator
    Habe einige Postings aus dem Jahresrückblick hier zum Thema Sturztraining versammelt...

    Bei Nachfragen bitte eine PN an den Moderator senden. Dein Team der

    Zitat Zitat von Nita Beitrag anzeigen
    @ dierike

    Ich stürze auch nicht freiwillig ;) Und sehe ehrlich gesagt überhaupt keinen Nutzen in einem Sturztraining, vielleicht von der Übung für die Sicherer abgesehen. Beim "normalen" Klettern mal ne Runde zu fliegen ist dagegen absolut ok (zumindest meist, das im Eis zu versuchen bekam mir zuletzt nicht allzu gut...)
    Na ja, ich nehme mal an (zumindest mehr oder weniger rein theoretisch, weil ich es mir zwar oft vornehme, aber letztlich seit langem nicht gemacht habe...), dass auch der Stürzende vom Sturztraining profitiert. Zum einen vom richtigen Stürzen v.a. im Vorstieg (nicht wegspringen, sondern einfach fallen lassen, Beine zum Abstützen beim Aufprall leicht nach vorne, Seil nicht festhalten etc.), aber einfach auch, um loslassen zu lernen und ab und zu erfahren, dass Stürzen keine wilde Sache ist, vor der man sich fürchten muss. Man muss sich einfach nur trauen. Wer sich traut zu stürzen, klettert auch leichter an der Sturzgrenze.

    Sobald ich das Gefühl habe, ich könnte stürzen, weil mir demnächst die Arme aufgehen könnten, setze ich mich ins Seil bzw. im Vorstieg an den Haken oder versuche es erst mal im Nachstieg/Toprope. Das alles nicht unbedingt auf niedrigem Schwierigkeitsniveau, aber es verhindert ziemlich zuverlässig, sich schnell zu verbessern.

    Oft wird es beim Sturztraining natürlich auch übertrieben, schon beachtlich, wie viele Unfälle mit Bodenkontakt dabei passieren. Ein Sturz von 1-2 m in ausreichender Höhe reicht locker aus zum Trainieren.
    Geändert von Flachlandtiroler (10.01.2018 um 22:22 Uhr)

  2. Alter Hase

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    AW: Jahres-Rückblick 2012 bis heute

    #2
    Zitat Zitat von Nita Beitrag anzeigen
    @ dierike

    Ich stürze auch nicht freiwillig ;) Und sehe ehrlich gesagt überhaupt keinen Nutzen in einem Sturztraining, vielleicht von der Übung für die Sicherer abgesehen. Beim "normalen" Klettern mal ne Runde zu fliegen ist dagegen absolut ok (zumindest meist, das im Eis zu versuchen bekam mir zuletzt nicht allzu gut...)
    gut, die frage ist schon, was es bringt, wenn du hauptsächlich im alpinen unterwegs bist, wo du eh nicht stürzen solltest. bin auch nicht der "gerne-flieger", habe mir in der halle aber schon angewöhnt, des öfteren die umlenkung nicht zu clippen, sondern abzuspringen. finde schon, dass es was bringt - viele touren gehen einfach deshalb nicht, weil ich mich irgenwelche wackligen züge an der sturzgrenze nicht traue. wobei ich dann immer noch einen unterschied fetstelle zwischen gezieltem abspringen (traue ich mich in der halle meistens) und am limit einfach noch mal eine unsichere aktion richtung nächstem griff zu starten (traue ich mich oft nicht ) indirekt wirkt es sich dann wahrscheinlich auch schon aufs alpine aus. mit klettern an der sturzgrenze verbesserst du dich schneller und hast mit einem besseren sportkletterniveau auch mehr reserven fürs alpine.

    ansonsten schließe ich mich an: eindrucksvolle bilanz!!! auch wenn es für peru quasi nur ein verlängertes wochenende war.

  3. Fuchs
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    AW: Jahres-Rückblick 2012 bis heute

    #3
    Zitat Zitat von opa Beitrag anzeigen
    bin auch nicht der "gerne-flieger", habe mir in der halle aber schon angewöhnt, des öfteren die umlenkung nicht zu clippen, sondern abzuspringen. finde schon, dass es was bringt - viele touren gehen einfach deshalb nicht, weil ich mich irgenwelche wackligen züge an der sturzgrenze nicht traue. wobei ich dann immer noch einen unterschied fetstelle zwischen gezieltem abspringen (traue ich mich in der halle meistens) und am limit einfach noch mal eine unsichere aktion richtung nächstem griff zu starten (traue ich mich oft nicht )
    Was bist du mutig, Opa, und das meine ich ernst! Bevor ich in der Halle vor dem Umlenker abspringe, klettere ich lieber, wenn´s nicht gerade an der Sturzgrenze ist, im Eldorado ein paar Meter über der Umlenkung, das kostet mich weniger Überwindung. Keine Ahnung warum. In letzter Zeit schaffe ich es immerhin, den Umlenker zu clippen und mich reinzusetzen, bevor der Sicherer wirklich das Seil zumacht. Direkt nach dem Clippen setze ich mich natürlich nicht rein, hoffe dass der Sicherer schon ein bisschen zugemacht hat.... Ziemlich fester Vorsatz: 2018 wird für mich das Jahr der (kleinen) Sturzübung!

  4. Alter Hase

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    AW: Jahres-Rückblick 2012 bis heute

    #4
    Zitat Zitat von nunatak Beitrag anzeigen
    Was bist du mutig, Opa, und das meine ich ernst! Bevor ich in der Halle vor dem Umlenker abspringe, klettere ich lieber, wenn´s nicht gerade an der Sturzgrenze ist, im Eldorado ein paar Meter über der Umlenkung, das kostet mich weniger Überwindung. Keine Ahnung warum. In letzter Zeit schaffe ich es immerhin, den Umlenker zu clippen und mich reinzusetzen, bevor der Sicherer wirklich das Seil zumacht. Direkt nach dem Clippen setze ich mich natürlich nicht rein, hoffe dass der Sicherer schon ein bisschen zugemacht hat.... Ziemlich fester Vorsatz: 2018 wird für mich das Jahr der (kleinen) Sturzübung!
    oweh! dass ich hosenschei.... von jemandem, der schon mehrere touren im eldorado vorgestiegen ist, als mutig bezeichnet werde, hätte ich mir bis gerade eben nicht träumen lassen.

    aber ich finde schon, dass es beim sportklettern übungssache ist. habe früher das loslassen auch gehasst. bei uns schrauben sie in der halle in der wettkampfwand auch immer henkeltouren für kleine dicke, mit viel freiem sturzraum außenrum. da macht es mittlerweile richtig spass, wenn es schön dynamsich gesichert auch mal ein kleines bisschen weiter wird...

    die zielgerichtete aktion nach oben am limit ist dafür leider immer noch sehr verbesserungsbedürftig. von der freien wildbahn, wenn die abstände etwas weiter sind und das sturzfreunlichkeit des geländes schwerer einzuschätzen, ganz zu schweigen...

    dir viel spass beim sturztraining!

  5. Fuchs
    Avatar von Nita
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    AW: Jahres-Rückblick 2012 bis heute

    #5
    Zitat Zitat von nunatak Beitrag anzeigen
    Beeindruckendes Jahresprogramm!

    Liskamm steht nächstes Jahr bei mir auf der Wunschliste ziemlich weit oben. Hattet ihr gute Bedingungen?
    Danke! Ja, durchaus. Im Aufstieg noch sehr windig, oben dann aber recht ruhig.


    Zitat Zitat von nunatak Beitrag anzeigen
    Na ja, ich nehme mal an (...), dass auch der Stürzende vom Sturztraining profitiert. Zum einen vom richtigen Stürzen v.a. im Vorstieg (nicht wegspringen, sondern einfach fallen lassen, Beine zum Abstützen beim Aufprall leicht nach vorne, Seil nicht festhalten etc.), aber einfach auch, um loslassen zu lernen und ab und zu erfahren, dass Stürzen keine wilde Sache ist, vor der man sich fürchten muss. Man muss sich einfach nur trauen. Wer sich traut zu stürzen, klettert auch leichter an der Sturzgrenze.
    Das stimmt soweit. Dadurch, dass ich Angst vorm Fallen habe, geschieht das Meiste davon jedoch automatisch - zum Wegspringen ist dann eh keine Zeit mehr. Und das mit dem Klettern an der Sturzgrenze ist auch so `ne Sache: Befinde ich mich nicht zufälligerweise total fertig auf Exenhöhe und kann mich reinsetzen, dann wird eh die Flucht nach oben versucht, nicht immer erfolgreich.

    Zitat Zitat von opa Beitrag anzeigen
    gut, die frage ist schon, was es bringt, wenn du hauptsächlich im alpinen unterwegs bist, wo du eh nicht stürzen solltest.
    Würde es sogar umformulieren. "Richtig" klettern werde ich nie und auch lange Stürze außerhalb der Klettergärten sind definitiv nicht geplant. Wenn ich manche 10m+ in selbst gelegte Sicherungen runter fliegen sehe, gefriert mir das Blut in den Adern. Vielleicht ist dann ein Sturztraining tatsächlich sinnvoll. Im Eis hat man schon mal längere Abstände, dort zu rutschen ist aber ein Tabu.

    Zitat Zitat von opa Beitrag anzeigen
    bin auch nicht der "gerne-flieger", habe mir in der halle aber schon angewöhnt, des öfteren die umlenkung nicht zu clippen, sondern abzuspringen.
    Da kenn ich noch jemanden, der das macht... Alle Achtung!

  6. Dauerbesucher

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    AW: Jahres-Rückblick 2012 bis heute

    #6
    Zitat Zitat von Nita Beitrag anzeigen
    @ dierike

    Ich stürze auch nicht freiwillig ;) Und sehe ehrlich gesagt überhaupt keinen Nutzen in einem Sturztraining, vielleicht von der Übung für die Sicherer abgesehen. Beim "normalen" Klettern mal ne Runde zu fliegen ist dagegen absolut ok (zumindest meist, das im Eis zu versuchen bekam mir zuletzt nicht allzu gut...)
    Vielleicht lohnt sich ja sogar ein Faden für's Sturztraining *zuFLTschiel*

    Also ich rede dabei von Sportklettern und ich bin selber unsicher hinsichtlich der Sinnhaftigkeit absichtlichen Springens. Ich habe mir mal vorgenommen*hüstel*, dass ich mehr am Limit klettere in der Halle, mehr auch mal dynamisch weg geh vom Griff auch überm Haken und damit reguläre Stürze zulasse bzw. vielleicht etwas provoziere, nicht in dem Sinne springe. Ich bin gar keine so schlechte Vorsteigerin, geh durchaus auch über den Haken (in meinem bescheidenen Plaisirrahmen), aber eben immer innerhalb der Komfortzone. Gepumpt, im Überhang oder sowie ich irgendeine mögliche Anschlagstelle sehe (die ich dann von unten anderes bewerte.... ich meine jetzt eher nicht so richtig rationale Gefahren wie deutliche Bänder) memme ich "zu". Und gerade weil ich klein, kurzarmig und schwerer bin, "muss" ich dynamischer klettern, jetzt nicht unbedingt Sprünge, aber schon Deadpointer, da nehme ich mir Möglichkeiten mit meiner ewigen "zu"-Ruferei.

    Also, ich gelobe feierlich, es also quasi wirklich, also ziemlich zu versuchen... äh... also....
    Nein.
    Ich geh mehr an die Sturzgrenze. In der Halle. ein Kletterpartner/Mann sichert auch weicher, dass ich mich ans Plumpsen gewöhne.

    Macht für mich mehr Sinn als absichtliches Hüpfen.

    Ich erhoffe mir durchaus auch mehr Sicherheit für lange Touren, wenn es im alpinen (=jenseits meiner Plaisirgrenze) mal weiter über den Haken geht in einer eigentlich völlig beherrschbaren Schwierigkeit.

  7. Freak Moderator
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    AW: Jahres-Rückblick 2012 bis heute

    #7
    Zitat Zitat von dierike Beitrag anzeigen
    Ich geh mehr an die Sturzgrenze. In der Halle. ein Kletterpartner/Mann sichert auch weicher, dass ich mich ans Plumpsen gewöhne.
    Macht für mich mehr Sinn als absichtliches Hüpfen.
    ACK. Im Dach aktiv weghüpfen ist was anderes, als einen Zug zu "wagen", von dem man glaubt dass er schiefgeht.
    Hüpfen ist gutes Training für den Sicherer (!), und warum sollte der Kletterer dafür irgendwas riskieren.
    Dafür kann man natürlich auch 'nen LKW-Reifen sichern o.ä., aber klar ein echter Kletterer ist halt "realistischer" will sagen man braucht ihn nicht hochziehen

    Insofern besser in die kleingriffig-überhängende 7, 8 oder 9 (je nach Nicht-Vermögen) einsteigen und ... fallen müssen, weil man irgendwann keine Wahl mehr hat.

    Ich mache das absichtliche Fallen nicht so gerne, maximal mal vorm Umlenker reinsetzen. Entsprechend falle ich eher nur bei Routen, wo ich unbedingt durchkommen will und da ich garnicht so gerne im Verschleißbereich unterwegs bin eben auch ziemlich selten (ein-, zweimal im Monat ).

    Ich erhoffe mir durchaus auch mehr Sicherheit für lange Touren, wenn es im alpinen (=jenseits meiner Plaisirgrenze) mal weiter über den Haken geht in einer eigentlich völlig beherrschbaren Schwierigkeit.
    Ich bin mir nicht sicher ob das dann soviel bringt. Weit über dem Haken und völlig beherrschbar klingt nicht nach weicher Landung sondern eher danach, wie ich mich moralisch aufrecht halte trotz nicht-fallen-Dürfens.

    Dafür würde ich mir vielleicht lieber angewöhnen, an einer schwierigen Stelle wo's nicht weiter geht mal sauber zurückzuklettern und sich *nicht* in den nahen Haken reinzusetzen, sondern eine Ruheposition zu suchen und erneut zu starten. Dass man das Gefühl bekommt, irgendwo einsteigen zu können und auch ohne viel Absicherung zu überleben
    Geändert von Flachlandtiroler (10.01.2018 um 22:49 Uhr)
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  8. Alter Hase

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    AW: Jahres-Rückblick 2012 bis heute

    #8
    Zitat Zitat von Flachlandtiroler Beitrag anzeigen
    ACK. Im Dach aktiv weghüpfen ist was anderes, als einen Zug zu "wagen", von dem man glaubt dass er schiefgeht.

    [...]

    Insofern besser in die kleingriffig-überhängende 7, 8 oder 9 (je nach Nicht-Vermögen) einsteigen und ... fallen müssen, weil man irgendwann keine Wahl mehr hat.
    meine rede. allerdings kann das eine schon vorbereitung für das andere sein, zuerst mal die erfahrung machen, dass beim reinspringen nicht vile passiert, ist IMHO schon nicht schlecht.

    das mit dem fallen müssen lässt sich in halle und gut abgesicherten touren ( und, abgesehen von den briten bevorzugen wohl die meisten solche touren im persönlichen grenzbereich) schon gut vermeiden, wenn man mal wieder eine besonders nervernschwachen tag hat. zurückklettern zum haken, kommando zu, kann technisch mit griff ind exe clippen... also ich bin da ganz schön erfinderisch bei solchen peinlichkeiten.

    anders bei nita: deren taktik mit flucht nach oben ist ja zumindest beim sprotklettern (wo man fallen darf) goldrichtig. die braucht anscheinend kein sturztraining.

  9. Dauerbesucher

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    AW: Sturztraining

    #9
    Ich mach kein Sturztraining (mehr)...
    Bei mir im Freundeskreis, hat es tatsächlich innerhalb kurzer Zeit, zwei schwere Unfälle mit üblen Verletzungen während das Sturztrainings gegeben. Dabei lag nicht mal ein konkreter Fehler irgendeines Beteiligten vor. Im Grunde sind beide Kollegen (beide sehr erfahren, klettern schon ewig) so dermaßen unglücklich auf die Griffe bzw. kleinen Module eingeschlagen (quasi beim Auffangen/ Abfedern des Sturzes an der Wand), daß sie sich richtig üble, komplexe Mehrfachbrüche an Fuß und Unterschenkel geholt haben.
    Beide mußten mehrfach operiert werden. Einer hat nach 3 Jahren immer noch massive Probleme...

    Ich geh beim Klettern durchaus an die Sturzgrenze (und dann auch darüber hinweg), verkneife mir aber mittlerweile eine exzessive Sammlung von Flugmetern zu Trainingszwecken.

  10. Erfahren

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    AW: Sturztraining

    #10
    Ich halte Sturztraining für absolut sinnvoll. Ich spreche hier jetzt ausdrücklich vom Sportklettern! Es bringt sowohl dem Sichernden etwas (wie reagiert man in welcher Situation), wie auch dem kletternden.
    Als Sichernder: wie wirken unterschiedliche Gewichte der Kletternden auf mich, gehe ich im Falle eines Sturzes mit,springe ich vielleicht sogar mit, werde ich sogar hochgezogen, muss ich aktiv gegen halten... Das Ganze natürlich in Abhängigkeit zur Seilreibung. Gerade Bohrhakenlinie oder eher zick zack. Das finde ich schon sehr entscheidend für Routen, in denen es kleine Podeste, Kanten oder sonst was gibt, an denen ich mir die Frage stelle, sicher ich eher eng,um ein Anprallen zu verhindern oder wirke sogar aktiv mit, dass der Kletternde an dem Podest vorbei fliegt.
    Als Kletterer: Wie nehme ich Einfluss auf den Sturz?! Ich kann nicht pauschal sagen,dass nicht wegspringen immer die richtige Entscheidung ist, umgekehrt natürlich dasselbe. Es hängt einfach von der Route ab und wie das Gelände unter mir aussieht. Das kann ich logischerweise nur einschätzen, wenn ich es regelmäßig ausprobiere.
    In den ersten Jahren hatte ich auch wahnsinnige Sturzangst, was mich klettertechnisch sehr eingeschränkt hat. Seit gut 3 Jahren steige ich auch meine Projekte ausschließlich vor. Das hat mir viel gebracht. Natürlich gibt es immer mal Situationen oder auch Tage, in/an denen ich schiss habe, was oftmals unberechtigt ist. Dann nehme ich mir die Zeit und springe am Haken rein, einen Zug weiter und wieder rein und das Zug für Zug weiter, sobald man mit der vorherigen Stelle kein Problem mehr hat.

    Die Reaktionen auf Stürze werden mit der Zeit intuitiv, was einem letztendlich in schweren Routen an der Sturzgrenze, als auch bei einem Griffausbruch hilft.


    Als sinnvolle Steigerung würde ich empfehlen, erstmal mit Ankündigung am Haken zu stürzen. Und das solange, bis Kletterer und Sichernder sich gut damit fühlen. Dann die Sturzweiten step by step verlängern, bis man irgendwann zu dem Schritt kommt, dass der Kletterer ohne Vorankündigung fällt. Mit nem regelmäßigen Kletterpartner an der Hand, kann man da schon einiges an Sicherheit raus holen, heißt für mich, dass ich bei neuen oder nur gelegentlichen Kletterpartnern ganz anders klettere, als wenn ich mit meiner Frau unterwegs bin, die mich schon unzählige Male gesichert hat.

    Den Punkt von Flt mit dem sicher abklettern finde ich auch sehr wichtig. Nicht nur im alpinen Bereich, sondern auch beim Sportklettern, wenn ich doch nochmal zur Ruheposition zurück will ohne die Begehung zu vermasseln.

    @tuan: ohne deine Freunde und den Vorfall zu kennen oder beurteilen zu wollen: ewig zu klettern oder Erfahren im Klettern zu sein, heißt nicht zwangsläufig, auch erfahren im Stürzen bzw halten von Stürzen zu sein. Das sind zwei verschiedene paar Schuhe. In den Münchener Hallen sieht man nur sehr sehr wenige Leute stürzen, hört stattdessen fast permanent "zu". Und da treiben sich auch viele alte Hasen rum. Zufällige Stürze sind sehr oft bretthart... Wie gesagt, dass soll keine Bewertung zu den Vorfällen deiner Freunde sein.

    Es kann immer mal doof laufen, warum auch immer. Niemand ist fehlerfrei. Ich denke nur, dass man mit den angelernten Sturzreflexen als Sichernder und Kletterer davon profitiert.

  11. AW: Sturztraining

    #11
    Zitat Zitat von tuan Beitrag anzeigen
    Ich mach kein Sturztraining (mehr)...
    Dabei lag nicht mal ein konkreter Fehler irgendeines Beteiligten vor. Im Grunde sind beide Kollegen (beide sehr erfahren, klettern schon ewig) so dermaßen unglücklich auf die Griffe bzw. kleinen Module eingeschlagen (quasi beim Auffangen/ Abfedern des Sturzes an der Wand) [...]
    Deswegen finde ich Sturztraining für die Sicherer sehr sinnvoll.

  12. Dauerbesucher

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    AW: Sturztraining

    #12
    Jau Leute..., schön und gut. Alles Besserwissen, Dahergerede und Fachsimpeln bringt einem nix, wenn's einfach mal nur dumm läuft.
    Kletterer wie Sicherer praktizieren seit Jahrzehnten ihr Handwerk, Klettern in den Graden 8- bis 10-. Das heißt, projektieren, Stürzen, an die Grenze gehen, aufmerksam sein ist hier Tagewerk.
    Das Sturztraining fand jeweils im überhängenden Hallengelände statt. Es wurde angemessen, aufmerksam und weich gesichert. Beide Unfallverläufe waren recht identisch, nämlich der Fliegende ist beim Erstkontakt mit der Wand, mit einem Fuß auf einem Griff gelandet, so daß das Fußgelenk umgeknickt ist und die restliche Sturzenergie sich dann in den Unterschenkel verabschiedet hat.

    Ich bin mit Sicherheit schon in hoher dreistelliger Zahl abgeflogen, gewollt oder ungewollt, hart, weich, weit, sehr weit, sau weit, und mir ist auch nie was Grobes passiert.
    Aber wenn's dumm läuft kannst nix machen.

    Natürlich kann man durch falsches Stürzen oder falsches Sichern viel kaputt machen. Und Übung macht den Meister.
    Aber davon ist hier eben nicht die Rede...

  13. Fuchs
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    AW: Sturztraining

    #13
    Zitat Zitat von tuan Beitrag anzeigen
    Ich mach kein Sturztraining (mehr)...
    Bei mir im Freundeskreis, hat es tatsächlich innerhalb kurzer Zeit, zwei schwere Unfälle mit üblen Verletzungen während das Sturztrainings gegeben. Dabei lag nicht mal ein konkreter Fehler irgendeines Beteiligten vor. Im Grunde sind beide Kollegen (beide sehr erfahren, klettern schon ewig) so dermaßen unglücklich auf die Griffe bzw. kleinen Module eingeschlagen (quasi beim Auffangen/ Abfedern des Sturzes an der Wand), daß sie sich richtig üble, komplexe Mehrfachbrüche an Fuß und Unterschenkel geholt haben.
    Beide mußten mehrfach operiert werden. Einer hat nach 3 Jahren immer noch massive Probleme...

    Ich geh beim Klettern durchaus an die Sturzgrenze (und dann auch darüber hinweg), verkneife mir aber mittlerweile eine exzessive Sammlung von Flugmetern zu Trainingszwecken.
    Ohne die Details zu kennen, wage ich vom Ergebnis her mal zu behaupten, dass das Sturzgelände nicht ideal und somit für ein Training nicht geeignet war.

    Wenn man sich beim Sturztraining überhängendes Gelände aussucht, kann ein Flug eigentlich nicht auf einer Struktur enden. Schon im Senkrechten können hervorstehende Strukturen, Kanten und große Griffe unschöne Zielobjekte sein, v.a. wenn der Sichernde sich beim Sturz fälschlicherweise ins Seile setzt anstatt sich aufzurichten. Dann nämlich gibt es einen Zug und einen Peitscheneffekt auf den Stürzenden und er kann so gegen die Wand gezogen werden anstatt ins Leere zu fallen. Im Überhängenden wird der Stürzende nie an die Wand gezogen. Ungut sind auch Pendelstürze jeglicher Art, also keine Routen mit diagonalem Verlauf nehmen.

    Auch nur minimal heikles Gelände mit Kollisionsgefahr sollte man eher nicht beim Sturztraining trainieren, da zu heikel. Beim Sturztraining reicht es, das Loslassen und das Verhalten beim Sturz trainieren, das sollte im Überhang und bei wenig Sturzhöhe eigentlich ohne Kollisionen mit der Wand und Verletzungsgefahr funktionieren.

  14. Dauerbesucher

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    AW: Sturztraining

    #14
    Siehe Post #12

    (auch im überhängendem Gelände springen die Griffe nicht zur Seite, wenn man angerauscht kommt)

  15. Alter Hase

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    AW: Sturztraining

    #15
    ich denke mal, blöde laufen kann es immer. gibt sicher auch leute, die zur verletzungs-prophylaxe ind die ski-gymnastik gehen, nur um sich dabei die knochen zu schrotten. verletzen kannst du dich bei jedem training - ist leider so.

    ich denke schon, dass sturztraining am meisten bei leuten bringt, die, so wie ich, ihr eh schon äußerst spärlich vorhandenes potential durch die sturzangst noch weiter einschränken. wenn man wie tuan keine pobleme mit klettern an der sturzgrenze hat, braucht es warhscheinlich auch kein sturztraining.
    Geändert von opa (11.01.2018 um 15:48 Uhr)

  16. Dauerbesucher

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    AW: Sturztraining

    #16
    Zitat Zitat von opa Beitrag anzeigen
    wenn man wie tuan keine pobleme mit klettern an der sturzgrenze hat, braucht es warhscheinlich auch kein sturztraining.
    Ist nur bedingt richtig...
    Ich klettere vielleicht einen Ticken schwerer, mein Terrain ist aber nicht stark überhängendes Gelände, sondern eher leicht geneigt über senkrecht bis leicht überhängend (Technik schlägt Kraftausdauer in meinem Fall).
    Deswegen ist es auch für mich, rein logisch, nicht sooo nachvollziehbar Sturztraining in einer sterilen Umgebung zu üben, sprich stark überhängend und glatt (wo gibt's eigentlich sowas?) Das bringt mir, rein im Bezug auf die Flugangst, in dem Gelände in dem ich klettere relativ wenig. Und noch weniger bringt es in den Graden 5 bis 6 am Fels. Da tut man sich in der Regel nur weh, wenn man stürzt.

    Ich habe bei meinem ersten Klettertrip in Schottland anno '93 mir von einem alten Schotten sagen lassen : if in doubt, run it out!
    Mit dem Motto bin ich ganz gut gefahren bisher... :-)

    (und damit will ich nicht pauschal sagen, das Sturztraining nichts bringt!!!)

  17. Freak Moderator
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    AW: Sturztraining

    #17
    Zitat Zitat von tuan Beitrag anzeigen
    Deswegen ist es auch für mich, rein logisch, nicht sooo nachvollziehbar Sturztraining in einer sterilen Umgebung zu üben, sprich stark überhängend und glatt (wo gibt's eigentlich sowas?) Das bringt mir, rein im Bezug auf die Flugangst, in dem Gelände in dem ich klettere relativ wenig. Und noch weniger bringt es in den Graden 5 bis 6 am Fels. Da tut man sich in der Regel nur weh, wenn man stürzt.
    Das sind immer die Szenarien in dieser Diskussion... das eine zum Üben und das andere das, worauf es eigentlich ankäme

    Ich füge mal ein weiteres hinzu, ganz einfach weil ich das moralisch mit am anspruchsvollsten finde: Du kletterst an einer steilen Platte über einem Dach. Wie Du das Dach für 5-6 raufgekommen bist mal außen vor (reinqueren, Henkeldach, egal):
    Ich (und auch andere ) finde es maximal angsteinfößend, wen Du Dein Sturzgelände nebst dem dazu gehörigen sichernden Haken nicht einsehen kannst; selbst wenn da genügend Luft ist und in gerader Linie (*) unter Dir ein riesiger, zementierter Klebehaken geklippt ist...

    (*) edit: seitlicher Haken wird typisch als noch unangenehmer empfunden, was ja aber auch real ist.
    Geändert von Flachlandtiroler (11.01.2018 um 16:22 Uhr)
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  18. Alter Hase

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    AW: Sturztraining

    #18
    Zitat Zitat von tuan Beitrag anzeigen
    Und noch weniger bringt es in den Graden 5 bis 6 am Fels. Da tut man sich in der Regel nur weh, wenn man stürzt.
    ja, dass es gesünder ist, nur in sturzfreundlichem gelände an die sturzgrenze zu gehen, sollte schon klar sein. und das ist halt schon schwierigkeits,- routen, und gebietsabhängig. um als beispiel mal die fränkische zu nehmen (die kenn ich halt am besten). ist pi mal daumen schon eher ein steiles gebiet, aber in einem 5er solltest du auch da eher nicht fallen. im 6ten grad bewegst du dich schon gelegentlich im sturzfreundlichen gelände und ab 7 dann schon oft, so als grobe fausttregel (mit vielen abweichungen).

    und eigentlich hat das them ja dierieke aufgebracht, die im 6er sicher nicht fällt. dreht sich also schon ums klettern 7 aufwärts (eigentlich dürfte ich also gar nicht mitschreiben.)

  19. Erfahren

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    AW: Sturztraining

    #19
    Meiner Meinung nach bring das Üben vom Fallen dem Vorsteiger nur in der Halle etwas. Und zwar das überwinden der Angst vorm Fallen und damit auch schwierigere Züge zu machen oder in der Halle am limit klettern und dadurch besser werden.

    Der sicherer lernt eben wie es ist, wenn mal einer rein semmelt, gerade bei Anfängern ist das nicht verkehrt.
    War glaube auch lange Zeit Inhalt des DAV kletterscheins.

    Fürs draußen klettern ist falltraining meiner Meinung nach nicht so sinnvoll, aber ich kletter auch eher selten in ausgenagelten Gebieten. Und ich kenne niemanden, der freiwillig in eine schlinge in Sachsen springen würde. Dabei tut man sich dann meist weh.

  20. Erfahren

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    AW: Sturztraining

    #20
    Zitat Zitat von tuan Beitrag anzeigen
    Das Sturztraining fand jeweils im überhängenden Hallengelände statt. Es wurde angemessen, aufmerksam und weich gesichert. Beide Unfallverläufe waren recht identisch, nämlich der Fliegende ist beim Erstkontakt mit der Wand, mit einem Fuß auf einem Griff gelandet, so daß das Fußgelenk umgeknickt ist und die restliche Sturzenergie sich dann in den Unterschenkel verabschiedet hat....

    ....
    Natürlich kann man durch falsches Stürzen oder falsches Sichern viel kaputt machen. Und Übung macht den Meister.
    Aber davon ist hier eben nicht die Rede...


    Eigentlich will ich nach wie vor nicht auf den mir unbekannten Fall eingehen, da ich es einfach zu "dumm gelaufen" zähle. Das heißt allerdings nicht, dass man solche Fälle als Totschlagargument gegen die Sinnhaftigkeit von Sturztraining hernehmen kann. Somit muss ich deiner letzten Aussage widersprechen!

    Aber wenn du doch noch darauf eingehst, so muss ich feststellen, dass sich auch der erste Teil widerspricht. Angemessen, aufmerksam und weich im Überhang gesichert, bei einem Sturztraining (also ein geplanter Sturz) und dann solch schwere Verletzungen, passt was nicht. Entweder stimmt mindestens einer deiner genannten Parameter nicht oder der Betroffene hat ein Problem mit seiner Knochendichte...

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