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  1. Neu im Forum

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    Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #1
    Liebe ODS-Gemeinde ,

    ich lese schon einige Zeit hier im Forum mit, finde es z.T. sehr hilfreich. Da ich keine genaueren Infos über meine momentane Planung finden kann, betätige ich mich jetzt mal auch als "Fragende".

    Und zwar habe ich im laufenden Halbjahr einige Wochen Zeit zum Wandern. Dazu kam ich auf die Idee, von zuhause aus den Jakobsweg nach Santiago zu laufen. Im vorigen Jahr bin ich bereits den Camino Frances gegangen und fand ihn und die Erfahrungen einfach toll.

    Nun meine Fragestellung, ob hier im Forum vielleicht schon jemand von Deutschland aus, praktisch auf einen Rutsch, nach Santiago de Compostela gelaufen ist und mir und allen weiteren Interessierten die Vor- und Nachteile der erwanderten Wegealternativen mitteilen kann.
    Ich selbst komme aus dem Taunus, nördlich von Frankfurt und stehe nun vor der Wahl der verschiedenen Jakobswege. Entweder über Mainz nach Trier, der Länge nach quer durch Frankreich um schließlich auf den spanischen Camino zu treffen o d e r übers den Weg über's Elsass, Konstanz, die Schweiz und Le Puy. Vielleicht gibts es aber auch noch eine andere Alternative...?

    Zumindest den deutschen und französischen (evtl. auch dann den schweizerischen) Teil möchte ich aufgrund der doch recht hohen Übernachtungspreise per Zelt, Kocher und Schlafsack bewältigen . Spätestens in Spanien angekommen, geht dann (m)ein Ausrüstungspaket wieder in die Heimat zurück.

    Auch stellt sich für mich die Frage, ob ich dieses Jahr anstatt den Camino Frances mit dem spanischen Küstenweg doch mal eine weitere Alternative ausprobiere. Schließlich kenne ich den ersten bereits.

    Es wäre schön, fände sich eine Personengruppe, die diese Strecke bereits gelaufen ist, bzw. weiterführende Informationen hat . Denn richtige Erfahrungsberichte habe ich im Netz bislang nicht gefunden.

    Vielen lieben Dank,

    Susanne

  2. Fuchs
    Avatar von PWD
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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #2
    Willkommen im Forum!

    Über die Suchfunktion hier oben findest du schon Berichte, die du suchst, z.B. Wafers Wanderung von Reutlingen nach SDC.
    Im Pilgerforum gibtˋs deren noch deutlich mehr.

  3. AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #3
    Ebenfalls nicht am Stück, dafür ab Frankfurt am Main über eine eher wenig begangene Route, ist QOM (Teil 1 von 4) unterwegs. Le-Puy-en-Velay hat er im letzten Herbst hinter sich gelassen. Immer am Ende des Berichts verweist er auf den nächsten.

    Ich will dich nicht vertreiben, doch nach meiner Erfahrung ist das Pilgerforum eine ergiebigere Quelle in Sachen Pilgern.
    Geändert von Werner Hohn (07.01.2018 um 15:53 Uhr) Grund: Buchstabeneintopf
    .

  4. Fuchs
    Avatar von Mus
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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #4
    Wir sind noch unterwegs, da wir etappenweise gehen. Wir sind den fränkisch-schwäbischen Jakobusweg gegangen und dann über Basel bis Citeaux. Wir waren ebenfalls mit Zelt und Kocher untwegs. Allerdings musst du dich darauf einstellen, dass du bei Leuten fragst oder wild zeltest, denn es gibt entlang der Strecke kaum Zeltplätze. Echte Herbergen sind in Deutschland allerdings echt Mangelware. Auf dem Hohenberg ist eine und mittlerweile glaub auch in Gaukönigshofen, Würzburg und kurz vor Biberach.
    In Frankreich gab es je eine kurz vor Citeaux und eine Tagesetappe danach in Nuits-Saint-Georges. Letztere ist echt zu empfehlen, auch wenn es mittlerweile eine Wegalternative an dem Ort vorbei gibt.

    Kennst du diese Seite schon: http://www.deutsche-jakobswege.de/wege-uebersicht.html ?
    Ich finde sie gibt eine ganz gute Übersicht.

    Du könntest auch noch mal schauen, ob es bei dir in der Nähe vielleicht ein regelmäßiges Pilgertreffen gibt. In Würzburg ist z.B. ein mal im Monat ein Pilgerstammtisch, soweit ich weiß.
    Geändert von Mus (07.01.2018 um 19:39 Uhr) Grund: Links eingefügt

  5. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #5
    Hallo Susanne,

    habe deinen Post gerade erst gesehen. Nun, die beiden Berichte (QOM von Frankfurt und meiner von Reutlingen), die ich dir empfehlen würde, wurden schon genannt. So ganz am Stück war ich nicht unterwegs. Was ich absolut grandios fand, waren die Erfahrungen in Bezug auf die Regionalen Unterschiede, die sich Stück für Stück eingestellt haben.
    Da ich den Camino Frances eigentlich bis auf den Schluss als eher nicht so schön in Erinnerung habe würde ich dir die Nordroute empfehlen. Die hat allerdings einiges an Höhenmetern und ist wohl auch länger. Aber gegangen bin ich sie selber noch nicht. Ich habe nur von einigen Nordroutengängern gehört, dass sie sie deutlich schöner fanden als den Camino Frances.
    Die Wege außerhalb von Spanien sind aus vielen Gründen nicht wirklich mit dem Camino Frances zu vergleichen: Deutlich leerer, nicht so ausgebaut, unterschiedliche Übernachtungsinfrastrukturen, regional sehr unterschiedliche Nutzung, ...
    So habe ich in der Schweiz eigentlich keinen einzigen Wanderer getroffen, der wirklich über die Grenzen der Schweiz hinaus wollte. Ähnlich war es dann auch in Frankreich. Sowohl die Schweizer als auch die Franzosen gehen auf ihren Wegen eher als Wanderer denn als Pilger. Und die Art zu Übernachten ist regional sehr unterschiedlich. Echte Pilgerherbergen sind eigentlich erst ab Le Puy vorhanden. Was sich bewährt hat war der Führer Miam Miam Dodo. Da war alles wichtige zum Thema Übernachtung drin. Als Wegführer alleine wäre mir persönlich das zu dünn weil ich gerne auch mal "neben" dem Weg laufe wenn ich was sehen will, was nicht direkt am Weg liegt oder mal eine eigene Variante mache. Die Wege vor Spanien sind auch deutlich kleiner. Sind ja auch nicht so überlaufen wie das letzte so überregional bekannte Teilstück, das viele für "den" Jakobsweg halten. Dein Jakobsweg geht ja eigentlich von dir zuhause vor der Haustür los und da bist du ja genau auf dem richtigen Weg.
    Ich glaube bei der Wegwahl kannst du eigentlich keinen echten Fehler machen! Mit der richtigen Einstellung - und die lese ich bei dir zwischen den Zeilen - wartet ein tolles Erlebnis auf dich! Zieh es durch und genieße es!

    Viel Spaß dabei wünscht

    Wafer

  6. Neu im Forum

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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #6
    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    Ebenfalls nicht am Stück, dafür ab Frankfurt am Main über eine eher wenig begangene Route, ist QOM (Teil 1 von 4) unterwegs. Le-Puy-en-Velay hat er im letzten Herbst hinter sich gelassen. Immer am Ende des Berichts verweist er auf den nächsten.

    Ich will dich nicht vertreiben, doch nach meiner Erfahrung ist das Pilgerforum eine ergiebigere Quelle in Sachen Pilgern.

    Ich werde mich da mal hineinglicken - Vielen Dank für den Tipp!!

  7. Neu im Forum

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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #7
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Hallo Susanne,

    habe deinen Post gerade erst gesehen. Nun, die beiden Berichte (QOM von Frankfurt und meiner von Reutlingen), die ich dir empfehlen würde, wurden schon genannt. So ganz am Stück war ich nicht unterwegs. Was ich absolut grandios fand, waren die Erfahrungen in Bezug auf die Regionalen Unterschiede, die sich Stück für Stück eingestellt haben.
    Da ich den Camino Frances eigentlich bis auf den Schluss als eher nicht so schön in Erinnerung habe würde ich dir die Nordroute empfehlen. Die hat allerdings einiges an Höhenmetern und ist wohl auch länger. Aber gegangen bin ich sie selber noch nicht. Ich habe nur von einigen Nordroutengängern gehört, dass sie sie deutlich schöner fanden als den Camino Frances.
    Die Wege außerhalb von Spanien sind aus vielen Gründen nicht wirklich mit dem Camino Frances zu vergleichen: Deutlich leerer, nicht so ausgebaut, unterschiedliche Übernachtungsinfrastrukturen, regional sehr unterschiedliche Nutzung, ...
    So habe ich in der Schweiz eigentlich keinen einzigen Wanderer getroffen, der wirklich über die Grenzen der Schweiz hinaus wollte. Ähnlich war es dann auch in Frankreich. Sowohl die Schweizer als auch die Franzosen gehen auf ihren Wegen eher als Wanderer denn als Pilger. Und die Art zu Übernachten ist regional sehr unterschiedlich. Echte Pilgerherbergen sind eigentlich erst ab Le Puy vorhanden. Was sich bewährt hat war der Führer Miam Miam Dodo. Da war alles wichtige zum Thema Übernachtung drin. Als Wegführer alleine wäre mir persönlich das zu dünn weil ich gerne auch mal "neben" dem Weg laufe wenn ich was sehen will, was nicht direkt am Weg liegt oder mal eine eigene Variante mache. Die Wege vor Spanien sind auch deutlich kleiner. Sind ja auch nicht so überlaufen wie das letzte so überregional bekannte Teilstück, das viele für "den" Jakobsweg halten. Dein Jakobsweg geht ja eigentlich von dir zuhause vor der Haustür los und da bist du ja genau auf dem richtigen Weg.
    Ich glaube bei der Wegwahl kannst du eigentlich keinen echten Fehler machen! Mit der richtigen Einstellung - und die lese ich bei dir zwischen den Zeilen - wartet ein tolles Erlebnis auf dich! Zieh es durch und genieße es!

    Viel Spaß dabei wünscht

    Wafer

    Vielen Dank für die sehr ausführlichen Infos!

    Ja, das mit der Infrastruktur ist mir klar. Hat alles Vor- und Nachteile. Aus diesem Grund werde ich ja auch per Zelt & Schlasa unterwegs sein. Wildzelten aufgrund fehlender Campingplätze inklusive. Ist aber nicht wesentlich schlimm, wenn nicht möglich, frage ich mal in Pfarrhäusern nach, ob ich mal in deren Pfarrgärten...
    Nach Deinem Wegführer werde ich mal googeln. Hoffentlich gibts den auch in deutsch.

    Trotz so mancher Bedenken sehe ich es genau wie in Deinem letzten Absatz: "Zieh es durch und genieße es..."

    Nochmal herzlichen Dank!

  8. Neu im Forum

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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #8
    Danke an alle für ihre Hilfe!

  9. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #9
    Zitat Zitat von Susanne69 Beitrag anzeigen
    Nach Deinem Wegführer werde ich mal googeln. Hoffentlich gibts den auch in deutsch.
    Wenn du den Miam Miam Dodo meinst: Den gibt es auf Deutsch!
    Ich habe einen Pilger getroffen, der hat so auf das Gewicht geachtet, dass er jeden Tag, wenn er irgendwo angekommen ist die Seiten, die er in dem Führer nicht mehr braucht rausgerissen hat. Ich habe die Führer oder sonstige überflüssige Sachen immer lieber mit einem Päckchen heimgeschickt. Im Silberhaar darin blättern hat ja auch was ...
    Der Miam Miam Dodo kommt recht ausführlich daher. Aber ich fand ihn eigentlich ganz gut.

    Gruß Wafer

  10. Alter Hase

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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #10
    Für detaillierte Infos würde ich dir ebenfalls das Pilgerforum empfehlen.

    Von Frankfurt aus gibt es einen ausgeschilderten Jakobsweg nach Mainz. Ich war da mit dem Voraustrupp unterwegs, der die Wegweiserschildchen geklebt hat und in den Kirchen die Stempel deponiert hat. Von Mainz aus geht es dann weiter nach Bingen und über den Ausoniusweg durch den Hunsrück. Weiter nach Trier. Südwärts. Irgendwann trennen sich dann die Wege über Vezelay und Le Puy. Ich bin über Vezelay weiter. Auf die Pyrenäen zu treffen sich die Wege irgendwann wieder.

    Zu all diesen Abschnitten gibt es passende Outdoor-Jakobsweg-Führer. Die Ausschilderung ist mal so, mal so. Und in Frankreich sind die Übernachtungen teuer. Pilger-Unterkünfte gibt es eher ab Le Puy bzw. Vezelay. Aber immer Möglichkeiten. Ein Zelt ist dabei nicht schlecht. Statt in den Pfarrhäusern fragt man allerdings in der Mairie. Campingplätze sind teilweise zu weit auseinander. Oder nur während der französischen Sommerferien geöffnet.

    Eine Muschel am Rucksack eröffnet normalerweise Möglichkeiten.

    Bis Vezelay haben wir vielleicht insgesamt zwei Pilger getroffen. Danach wurden es täglich mehr. Wirklich wuselig dann ab SJPdP. Mir hat das gut gefallen. Gerade auch so als Kontrastprogramm. Die "grünen Hügel Lothringens" mit ihren menschenleeren Dörfern, in denen höchstens mal irgendwo ein Hund bellte, wirkten durchaus mal unheimlich. Aber an der Küste ist es auch schön. Dort war ich bisher nur mit dem Auto unterwegs. Kann also so zumindest sagen, dass die wenigen Pilger dort auf mich manchmal etwas verloren wirkten.

    https://jakobus-hessen.de/
    Geändert von Enja (11.01.2018 um 16:38 Uhr)

  11. Anfänger im Forum

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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #11
    Zitat Zitat von Enja Beitrag anzeigen
    Für detaillierte Infos würde ich dir ebenfalls das Pilgerforum empfehlen.

    Von Frankfurt aus gibt es einen ausgeschilderten Jakobsweg nach Mainz. Ich war da mit dem Voraustrupp unterwegs, der die Wegweiserschildchen geklebt hat und in den Kirchen die Stempel deponiert hat. Von Mainz aus geht es dann weiter nach Bingen und über den Ausoniusweg durch den Hunsrück. Weiter nach Trier. Südwärts. Irgendwann trennen sich dann die Wege über Vezelay und Le Puy. Ich bin über Vezelay weiter. Auf die Pyrenäen zu treffen sich die Wege irgendwann wieder.

    Zu all diesen Abschnitten gibt es passende Outdoor-Jakobsweg-Führer. Die Ausschilderung ist mal so, mal so. Und in Frankreich sind die Übernachtungen teuer. Pilger-Unterkünfte gibt es eher ab Le Puy bzw. Vezelay. Aber immer Möglichkeiten. Ein Zelt ist dabei nicht schlecht. Statt in den Pfarrhäusern fragt man allerdings in der Mairie. Campingplätze sind teilweise zu weit auseinander. Oder nur während der französischen Sommerferien geöffnet.

    Eine Muschel am Rucksack eröffnet normalerweise Möglichkeiten.

    Bis Vezelay haben wir vielleicht insgesamt zwei Pilger getroffen. Danach wurden es täglich mehr. Wirklich wuselig dann ab SJPdP. Mir hat das gut gefallen. Gerade auch so als Kontrastprogramm. Die "grünen Hügel Lothringens" mit ihren menschenleeren Dörfern, in denen höchstens mal irgendwo ein Hund bellte, wirkten durchaus mal unheimlich. Aber an der Küste ist es auch schön. Dort war ich bisher nur mit dem Auto unterwegs. Kann also so zumindest sagen, dass die wenigen Pilger dort auf mich manchmal etwas verloren wirkten.

    https://jakobus-hessen.de/
    Super, Danke! Wie lange warst Du insgesamt unterwegs? Und was sind "Mairie"? Französich ist nicht so ganz meine Stärke... Das mit den zwei Pilgern kann ich mir vorstellen, bin schon öfters deutsche Teile des Jakobsweges gelaufen, habe aber NOCH NIE einen anderen, wenn überhaupt einen Wanderer, getroffen. Allenfals frühmorgendliche Hundegänger.

  12. AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #12
    Mairie = Bürgermeisteramt, Gemeindeverwaltung. Vor Ort das Haus mit der Französischen Flagge und der Europäischen Flagge vor oder über der Haustür. Grundkenntnisse der französischen Sprache sind dringend anzuraten, wenn man durch die Tür tritt.

    Enjas Tourbericht von 2012.
    .

  13. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #13
    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    Grundkenntnisse der französischen Sprache sind dringend anzuraten, wenn man durch die Tür tritt.
    Ich würde sogar so weit gehen, dass das schon der Fall ist wenn man das Land betritt! Wenn der Franzose das Gefühl hat, jemand bemüht sich um Land, Sprache und Kultur dann ist er recht zugänglich. Diesen Eindruck zu erwecken, wenn man ihn gleich in einer Fremdsprache anspricht, macht es schwierig! Daher empfehle ich eine erste Ansprache in der Landessprache zu versuchen. Ich habe ca. 4 Jahre bei den Franzosen zugebracht. Und auf dem Land hielt ich das immer für angeraten. Sie sind viel kommunikativer wenn man es zuerst in ihrer Sprache versucht. Und das nicht nur beim Maire (Bürgermeister)!
    Und ich habe auf meinem Weg nach Santiago in Frankreich auf dem Land auch Franzosen angetroffen, die kein Englisch konnten! Gut, das waren meist ältere aber immerhin!

  14. Fuchs
    Avatar von Mus
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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #14
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Ich würde sogar so weit gehen, dass das schon der Fall ist wenn man das Land betritt! Wenn der Franzose das Gefühl hat, jemand bemüht sich um Land, Sprache und Kultur dann ist er recht zugänglich. Diesen Eindruck zu erwecken, wenn man ihn gleich in einer Fremdsprache anspricht, macht es schwierig! Daher empfehle ich eine erste Ansprache in der Landessprache zu versuchen. Ich habe ca. 4 Jahre bei den Franzosen zugebracht. Und auf dem Land hielt ich das immer für angeraten. Sie sind viel kommunikativer wenn man es zuerst in ihrer Sprache versucht. Und das nicht nur beim Maire (Bürgermeister)!
    Und ich habe auf meinem Weg nach Santiago in Frankreich auf dem Land auch Franzosen angetroffen, die kein Englisch konnten! Gut, das waren meist ältere aber immerhin!
    Das würde ich zu 100% bestätigen.
    Was nicht mehr stimmt, ist das sich immernoch hartnäckig haltende aber veraltete Gerücht, dass die Franzosen gar kein Englisch können oder sprechen wollen. Wenn man auf Französisch grüßt und das Gespräch beginnt und sie dann merken, dass man kein Franzose ist, schwenken sehr viele mittlerweile auf Englisch um (und ich muss sie dann daran hindern, da ich sie auf Französisch viel besser verstehe).

    Nur der Vollständigkeit halber: Von Frankfurt aus gäbe es prinzipiell auch noch die Möglichkeit, die Wegvariante über Darmstadt und den Schwarzwald zu nehmen. Das passende Buch scheint beim Conrad Stein Verlag allerdings vergriffen und nur noch antiquarisch zu bekommen zu sein. Wenn ich mich dunkel erinnere, läuft er eine Weile lang parallel zum Westweg.

  15. AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #15
    Wanderbuch-Autor Christof Herrmann ist 2016 den Jakobsweg von Nürnberg bis Santiago gegangen. Infos und Berichte dazu auf seiner Homepage http://www.einfachbewusst.de/wandern/

  16. Alter Hase

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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #16
    Französisch ist mir eine Art Zweitmuttersprache. Ich kann eure Erfahrungen aber völlig bestätigen. Sprachkenntnisse helfen ungemein. Obwohl man inzwischen mit Englisch offensichtlich durchkommt, wie es viele Pilger beweisen. Speziell natürlich auch in der 2. Hälfte, wo dann mehr unterwegs sind und es regelrechte Pilgerunterkünfte gibt. Die die Franzosen vorbuchen. Will man sie also nutzen, sollte man das auch. Wie man in meinem Bericht lesen kann, ist uns praktisch nie gelungen, dort einen Platz zu bekommen. Und wir haben die Plätze wenn knapp auch eher den Fußpilgern überlassen wollen. Mit dem Fahrrad ist man mobiler.

    Vorbuchen ohne ausreichende Französischkenntnisse sieht in dem Fall so aus, dass man den Wirt einer vorausgehenden Unterkunft um Hilfe bittet. Oder die Touri-Info. Die sprechen überwiegend gut Englisch und rufen gerne auch mal eine andere an. Das taten sehr viele Pilger so.

    Wir haben anfänglich im Übernachtungsort Passanten gefragt, wo wir zelten könnten. Und wurden stets auf die Mairie verwiesen. So dass wir uns bald gleich dorthin wendeten. Muss dann natürlich während der Dienstzeit sein. Sonst ist da keiner mehr. Teils gab es dort dann eine Wiese. Oder wir wurden auf geschlossenen Campingplätzen untergebracht. Neben dem Schwimmbad oder was weiß ich wo. Nach meinem Gefühl sind Pilger in Frankreich sehr beliebt. Ich bekam auch Blumensträuße, Heiligenbildchen, frisch gepflücktes Obst usw. immer kombiniert mit einem "beten Sie für mich, wenn Sie dort sind".

    So ein Dorf-Maire ist in Frankreich offensichtlich vor Ort für alles und jedes zuständig.

    In Deutschland wendet man sich anscheinend eher an die Kirchengemeinden. Habe in den letzten Jahren da etliche Jakobswege abgepilgert. Ganz so zugänglich wie in Frankreich ist man da aber nicht. Als Einstieg habe ich da mal den Frankfurter Jakobus-Verein verlinkt. Meines Wissens gibt es in Trier auch einen, der Privatzimmer an Pilger vermittelt.

    Wichtig ist Muschel, Pilgerpass und "das richtige Aussehen".

  17. Fuchs
    Avatar von Mus
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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #17
    Zitat Zitat von Enja Beitrag anzeigen
    Nach meinem Gefühl sind Pilger in Frankreich sehr beliebt.
    Definitiv. Wir wurden schon spontan zum Frühstück eingeladen, als wir gefragt haben, ob es im Ort eine Bäckerei gibt, was nicht der Fall war.

    In Deutschland wendet man sich anscheinend eher an die Kirchengemeinden. Habe in den letzten Jahren da etliche Jakobswege abgepilgert. Ganz so zugänglich wie in Frankreich ist man da aber nicht.
    Auf unserem Weg durch D haben Kirchengemeinden eine absolut untergeordnete Rolle gespielt, was mich etwas enttäuscht hat. Zum Einen sind wir zwar auf viele Kirchen und Kapellen aber sehr wenige Pfarrbüros und Pfarrhäuser gestoßen (die Seelsorgeeinheiten werden halt immer größer), zum Anderen war dort oft keiner anwesend, gerade am Spätnachmittag/Abend. Für Pilger zuständig gefühlt hat sich kaum einer. Bei Klöstern ist das etwas anders, die sind aber noch dünner gesät. Großen Rückhalt hatten wir aber in D durch die Bevölkerung auf dem flachen Land, da haben wir fast ausnahmslos bewundernswerte Unterstützung bekommen, in katholisch geprägten Gegenden mehr als in protestantischen.

    Wichtig ist Muschel, Pilgerpass und "das richtige Aussehen".
    Wirklich gebraucht haben wir den offiziellen Pilgerpass das erste mal in Frankreich für eine Herberge. Aber zum Stempelsammeln und für das Gefühl "ein richtiger Pilger zu sein" und für die Erinnerung, sind sie von Anfang an gut. Im ersten Jahr sind wir sehr spontan los, zu spät um noch einen Pilgerpass zu bekommen und waren noch mit einem selbstgebauten Pilgertagebuch unterwegs.

    Die Muschel ist vom ersten Tag an wirklich sehr wichtig. Die hat manches mal dazu geführt, dass wir schon angesprochen wurden, bevor wir uns auch nur richtig sortiert hatten. Je nach Gegend, scheint irgendwie jeder einen zu kennen, der den Jakobsweg schon gegangen ist und/oder die örtliche Strecke mitbetreut oder würde selbst gerne mal gehen.

    Noch zu erwähnen: vor Allem auf deutschem Gebiet ist es ganz wichtig eine gute Karte oder eine aussagekräftige Wegbeschreibung zu haben. Die Beschilderung ist sehr wechselnd. Da läufst du 20, 50 km mit leuchtenden Muscheln auf Augenhöhe an jedem zweiten Laternenmast und plötzlich - aus für dich nicht erkenntlichem Grund - reist die Beschilderung ab/ ist nur noch auf das nötigste beschränkt oder noch nicht mal dass, völlig verdreckt/verblasst an nicht gut sichtbaren Stellen aufgehängt, zweideutig oder fehlt an entscheidenden Stellen ganz. Scheint wohl sehr stark zu schwanken, je nach dem, wer für die Betreuung zuständig ist. Und der Wechsel kommt natürlich immer mitten in der Pampa, wenn man nicht damit rechnet und niemand da ist, den man fragen kann.
    In größeren Städten ist es noch schlimmer. Da sollte man sich schon vorher die wichtigsten Straßennamen und Gebäude oder Haltestellen aufschreiben oder an Flüssen orientieren, sonst ist man aufgeschmissen. Oder man macht das gleich mit den Öffis. Durch Ulm z.B. würde ich nie mehr zu Fuß durch das war eine echte Strafe.
    Geändert von Mus (12.01.2018 um 11:23 Uhr)

  18. Gerne im Forum

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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #18
    Zitat Zitat von Enja Beitrag anzeigen
    Von Frankfurt aus gibt es einen ausgeschilderten Jakobsweg nach Mainz.
    Interessant, wusste ich noch gar nicht.
    Zwischen Zeilsheim und Mainz läuft er deckungsgleich mit der Bonifatius-Route, richtig?
    Werde ich demnächst mal ausprobieren

    In meinem Wohnort Okriftel habe ich neulich auch eine Jakobsweg-Markierung entdeckt. Die scheint aber ein Einzelfall zu sein...

  19. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #19
    Zitat Zitat von walu Beitrag anzeigen
    Interessant, wusste ich noch gar nicht.
    Zwischen Zeilsheim und Mainz läuft er deckungsgleich mit der Bonifatius-Route, richtig?
    Werde ich demnächst mal ausprobieren

    In meinem Wohnort Okriftel habe ich neulich auch eine Jakobsweg-Markierung entdeckt. Die scheint aber ein Einzelfall zu sein...
    Hallo Walu

    Wenn ich dem Reisebericht von QOM mal Glauben schenke, was ich bisher eigentlich nie bereut habe, dann verläuft durch Okriftel der genannte Jakobsweg von FFM nach Mainz. Und dann ist die Markierung kein Einzelfall. Gleich beim ersten Tag ist eine GPX-Karte verlinkt, auf der der Weg durch Okriftel zu erkennen ist.

    Gruß Wafer

  20. Alter Hase

    Dabei seit
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    AW: Santiago de Compostela - Von Deutschland aus

    #20
    Den zugehörigen Verein habe ich verlinkt. Ich war bei der Gruppe dabei, die gemeinsam erstmalig diesen Weg lief. Mit blumengeschmücktem Kreuz voran (das aus Fulda über den Jakobsweg Fulda-Frankfurt gebracht wurde). Wir sind das in drei Etappen gelaufen. Bei jeder Kirchengemeinde am Weg eingekehrt. Haben Schildchen geklebt und in den Kirchen Stempel deponiert. Von der Leonhardskirche in Frankfurt aus.

    Bonifatiusweg? Ja und nein. Die Richtung ist natürlich identisch. Die Wegführung aber nicht. Ob man nun den einen oder den anderen nimmt, ist im Grunde egal. An Punkten wie etwa der Hochheimer Kirche und schließlich dem Mainzer Dom kommt man auf beiden hin.

    Die Schildchen werden natürlich gerne mitgenommen. Insofern sind die nie komplett. Das an meinem Gartentor ist allerdings redlich erworben...... Man muss also keins demontieren. Man kann sie auch kaufen.

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