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    [US] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #1
    Mitreisende: danobaja
    hi,

    ich bitte vor allem die grottenschlechte qualität der bilder zu entschuldigen. ich hatte die vor vielen jahren mal in einer notsituation ultraschnell und superschlecht gescannt und die originale zerstört. auch die nachbearbeitung hat in meinen augen nicht viel gebracht, etwas besser sind die farben und der kontrast geworden, aber die qualität ist einfach übel.

    der bericht nicht chronologisch angeordnet, sondern von nord nach süd. ich war immer ein sobo, hiking MEGA! für mich ists andersrum undenkbar.

    sobo= south bound nach süden laufend
    MEGA= main--> georgia ME für maine, GA für georgia

    es begann 1984 an weihnachten. es endete im januar 1999. zwischen drin waren viele jahre angefüllt mit anderen dingen, aber einmal angefixt wollte ich den at unbedingt komplettieren. es war halt immer anderes wichtiger, oder es hat nicht gepasst.

    1984 bin von bear mt, ny nach harpers ferry, w.va geflaufen. das ist der mittlere teil der geschichte. 1997 bin ich meiner damaligen frau tamara dann von mt. katahdin, me nach bear mt. gelaufen. 1998 haben wir dann den rest (meinen rest) von harpers ferry nach springer mt., ga hinter uns gebracht.

    im sommer 1997 hab ich meine heile welt zerschlagen. wir waren grade auf der outdoorsmesse am bodensee, kontakte pflegen, als es mich auf der dealer-party überkam. eine unstoppbare attacke von tränen, schmerzen die raus wollten, ein riesiges loch in meiner mitte. ein schwarzes loch, das, das war mir sofort klar!, über kurz oder lang alles andere auffressen würde. und ich wollte doch leben! meine frau hat mich umarmt und festgehalten am rande der tanzfläche, mich gewiegt bis ich reden konnte. ich hab sie gefragt ob sie mir hilft meine welt zu zerschlagen, sie hat gesagt, alles was du willst. wir beschlossen noch dort, während der umarmung, alles in deutschland aufzulösen und nach indien zu gehen. es kam anders, aber der grundstein war gelegt. indien, so erfuhr ich von meiner frau, die dort aufgewachsen war, geht niemals mit hund. und der war familie, den konnten wir nicht weggeben. niemals nicht! (dran denken, ich bin ein bayer. das ist keine deutsche doppelte verneinung, sondern eine bayrische verstärkung! )

    also haben wir umgeplant. unser 2. liebstes ziel waren die usa. ich hatte meine guten freunde dort, und ein paar von ihren lebten inzwischen auch dort. jobs gekündigt, geschäft verkauft, wohnung aufgelöst, alles eingelagert bei einem freund. tickets gekauft, rucksäcke gepackt, und dann starb erst meine oma und wenige tage darauf unser hund. obwohl der kerl, mit namen hund, sein ticket schon hatte! einfach so, ok 9,5 jahre für einen grossen hund ist schon ne ansage. wir wollten nicht mehr umplanen und nahmen unsere flüge war. anfang august waren wir bei mark, meinem freund, der unser basecamp sein sollte. ein halbjahres-visum zu bekommen hat bis 8.september gedauert. ich denke wir hätten es bis heute noch nicht, wenn wir nicht nach toronto gefahren wären und es dort besorgt hätten. die nette grenzerin hat uns dann gleich für ein jahr in die usa gelassen, also die mögliche verlängerung gleich mitdokumentiert.

    auf nach maine, so schnell es geht, wir wollten ja den ganzen trail laufen, einen sobo-through-hike. und waren mächtig spät dran. wir sind von buffalo, ny nach baxter state park gestoppt. völlig problemlos, innerhalb von 24 stunden waren wir da. selbst der trucker, der schon seit 36 stunden durchgefahren war, fuhr nicht auffällig.

    nachts sahen wir irgendwo das erste schild am rand einer strasse. wir hatten den at gekreutzt, der nette fahrer liess mich schnell ein foto machen.


    in den letzten tagen an denen mt. katahdin noch zu besteigen war kamen wir an und hatten glück. am nächsten tag durften wir ihn besteigen. mit etwas pech hätten wir sogar noch einige tage warten müssen. wir waren am rollen, was sollte uns jetzt noch stoppen?


    im baxter stp mussten wir erst einmal übernachten, gegen gebühr gab es ein shelter.


    starttag. verregnet, war uns egal, wir wollten hoch zum gipfel und noch am selben tag aus dem streng regulierten statepark raus. am gipfel gabs nix zu sehen, also schnell ein foto gemacht und wieder runter. wir hatten berg ganz für uns alleine.



    und los! nix wie raus dem park.



    die ersten 100 meilen heissen 100 mile wilderness. man überquert nur eine strasse auf der ganzen strecke. also schleppten wir essen für ungefähr 7 tage. die allerfittesten waren wir nicht, besonders das rucksackgewicht war ungewohnt. wir waren nicht die leichtesten, unsere ausrüstung war schon für den kommenen winter ausgelegt. irgenwann kam die sonne, es wurde warm und wir genossen die seen.




    jeden tag kamen uns nobo throughhiker (die laufen GAME) entgegen. wir sahen einen gorilla vorbeilaufen, einer hatte 2 pinkfarbene flamingos am rucksack, die er seit florida trug. wir trafen easy chair, eine nette gesprächige junge frau, die 2 campstühle am rucksack hatte. sie erklärte uns, dass sie einfach gerne mit den leuten redet, die sie trifft. schon nach kurzer zeit musste sie feststellen, dass die gespräche immer sehr kurz waren. keiner wollte länger rumstehen, oft noch mit dem rucksack am buckel. ihr lösungsansatz waren 2 stühle. seitdem, so sagte sie zur sitzenden tamara, hat fast jeder zeit auf einen plausch. mir drückte es so langsam die knie in richtung schultern.

    tagebuchentrag von tamara:
    Antlers Campsite 12 m 9/14/97

    Wir hatten einen tollen Tag. Das glaubt uns Keiner! Wir trinken Bier und Essen Steak. Heute sind wir vom See zum Antlers Campsite gelaufen. Wir trafen zuerst ein paar Wochenendwanderer, dann Bald Eagle (er begann den AT schon im Februar und bekam Rückenprobleme) und dann noch eine ganze Menge anderer Thruhiker. Wir wollten eigentlich noch bis Cooper Pond weiterlaufen und dann auf einen Ride zum Mary-Jo Campsite warten um Essen zu kaufen; aber wir kamen hier am Antlers Campsite an Bob vorbei, der Essen/Bier für alle Wanderer gebracht hatte. Einfach toll. Hans und ich sind im See zum Waschen gewesen. Ich war schwimmen. Wunderbar! Bob + Michelle, Bill + Jan Klemme haben das ganze Essen mit dem Kanu hierhergebracht. Mike + Kathy Hayes sind hier für 2-3 Wochen. Sie kommen aus Georgia und wir wurden eingeladen wenn wir dort sind. Sie wollen uns zum Cajun-Essen einladen. Es ist einfach ein herrlicher Tag und gerade ist eine ziemlich laute Lady aufgetaucht und hat um Hilfe mit ihrem Kanu gefragt. Hans und Mike halfen ihr und jetzt redet sie so laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Wie auch immer, mein Steak ist fertig. Gute Nacht.




    nach der 100 mile wilderness wirds bergig. die 100 meilen werden übrigens von so machem fitten nobo mit nur 1x übernachten durchquert. da konnten wir träumen davon. uns machten alte verletzungen zu schaffen. tamaras knie meldete sich schmerzhaft zu wort. unsere tagesetappen waren so um die 10+ meilen.

    in den shelters die entlang dem at errichtet sind liegt in der regel ein tagebuch, ein register aus. wer will trägt sich ein, und natürlich schreiben viele auch was los war. sie sind ein wertvoller hinweis wer alles wo unterwegs ist, wo man sich trifft. die thruhikers sind eine verschworene gemeinschaft. viele treffen sich in den orten zum party machen, laufen aber zwischendrin getrennt. man kann sehen wer vor einem läuft und wie weit der voraus ist. und es stehen jede menge witzige sachen drin.

    einer meiner lieblingeinträge ist der hier:


    ich seh grad easy chair steht auch drin! naja, die maine geology. warum die berge in maine höher werden, die andern aber niedriger. man beachte das moose, den elch, auf dem gipfel des berges... und darum werden die höher, die berge in maine. oh shit! ich hab mich fast totgelacht!

    wir sind oft zum pause machen zu einem shelter gelaufen, auch wenn es ne halbe meile vom trail weg war und wir dann wieder zurücklaufen mussten. die register waren einfach toll. da war ne zeitlang einer, der hat immer 3 zeichnungen gemacht. nur strichmännchen, seine erlebnisse des tages in 3 bildern. einmal wurde er von einem leichenwagen mitgenommen zum einkaufen....

    tamara bekam ihren trailname: calamity jane. weil so ziemlich alles was sie angefasst hat kaputt ging. und weil sie es immer wieder geschafft hat auf ihre herzerfrischende, offene art den leuten dinge zu sagen, die die gar nicht hören wollten. dauerte nicht lang und ich hatte meinen trailname auch weg. comic leser wissen es. es gibt nur einen einzigen, der es mit calamity jane aushielt. der lucky luke. und so wurden aus dem neutralen "german couple" (dem deutschen paar) 2 legenden des wilden westens. wir kamen in ne tankstelle wurden mit jane und luke begrüsst, in den pensionen oft ebenfalls. der trail kümmert sich um seine leute. die interessierten wissen wer unterwegs ist und zu gegebener zeit warten die auf einen. wir wurden auch geschimpft wenn wir zu langsam waren und schon früher erwartet worden sind.

    schon bald geht es in die berge maines. zitat lone wolf: maine kicks ass! die berge sind steil, die anstiege heftig, die aussicht grandios. der herbst kam, die wälder neuenglands begannen gerade sich zu verfärben. auf meinem käppi steht: good guys wear white hats! (gute jungs tragen weisse kappen)


    das erste mal dass wir mt. katahdin sehen konnten, in der bildmitte, den kopf in den wolken.


    und natürlich gehts im tal durch den bach,


    und regen hatten wir auch genug.


    in caratunk ist der grosse bach. der kennebeck river. zu unserer zeit war oberhalb ein stausee und der wasserstand nicht vorhersehbar. einer der leute die ein hostel dort haben hat die hiker mit dem kanu übergesetzt. einfach warten bis er kommt, und mitpaddeln. inzwischen ist er verstorben, es wird über eine brücke diskutiert. es wurde mal darüber gesprochen den stausee oberhalb zu schliessen, aber ich glaube das ist nicht passiert. in caratunk haben wir post gehabt. wir haben auf der strasse vor dem gebäude umgepackt, und tamara sagt auf einmal: oh, look! a car! es war tatsächlich seit langem das erste auto das wir gesehen haben.


    bigelow mountain. dort haben wir den wurzelsepp verpasst. ein deutscher nobo!





    aus einem register:
    trail ecology, lesson 411

    son
    : dad? how did that moose on the trail die?
    dad: thats a good question,son! because to the untrained eye it looks as if the moose simply broke its leg and died of starvation.
    son: what really happened?
    dad: that moose was attacked by northbound thruhikers, and hungry ones at that. thats right! northbound thruhikers not to be confused with southbound thruhikers that go by the binominal nomenclature of "wrong way thruhikers"
    son: what do thruhikers usually eat, dad?
    dad: anything from treebark, berries, to, as you saw large mammals.
    son: do thruhikers eat little boys like me???
    dad: why no, of course not! thruhikers are scared of normal people like us.
    son: what do these look like?
    dad: well...., both male and female thruhikers are quite hairy, very hungry and carry large loads on their backs.
    son:you mean like we carry backpacks?
    dad: yes, except they call them their homes.
    son: what do i do if i ever meet up with one?
    dad: act like you´re not scared by asking them simple questions like "how far have you walked?" or "how much does your pack weigh?" anything to keep their minds off of food while you are around. maybe give them something to eat if you have a little extra food.
    son: where do thruhikers live?
    dad: in the highest regions of the appalachian mountains. from maine to georgia. and sometimes these can be found in towns.
    son: because they are hungry?
    dad: right! unfortunately they have become problems in town by eating unguarded groceries and small pets tied up outside. but remember there has never been a reported attack by a healthy thruhiker on a human being!

    end of lesson. by WAHOO



    trail ökologie, lektion 411

    sohn: papa? wie ist der elch auf dem weg gestorben?
    papa: das ist eine gute frage, sohn! für das untrainierte auge sieht es so aus, als wenn der elch sich einfach sein Bein brach und an hunger starb.
    sohn: was geschah wirklich?
    papa: der elch wurde von northbound thruhikers angegriffen, und zwar von hungrigen. das stimmt! northbound thruhikers, nicht zu verwechseln mit thruhikers in richtung süden, die von der binominalen nomenklatur als "falscher weg thruhikers“ bezeichnet werden.
    sohn: Was essen thruhikers normal, papa?
    papa: alles von baumrinde, beeren, bis zu, wie du gesehen hast, großen säugetieren.
    sohn: essen thruhikers kleine jungs wie mich???
    papa: nein, natürlich nicht! thruhikers haben angst vor normalen leuten wie uns.
    sohn: wie sehen die aus?
    papa: hmmmm...., sowohl männliche als auch weibliche thruhikers sind ziemlich haarig, sehr hungrig und tragen große lasten auf dem rücken.
    sohn: du meinst, so wie wir unsre rucksäcke tragen?
    papa: Ja, aber sie nennen sie ihr heim.
    sohn: was kann ich tun, wenn ich jemals einen treffe?
    papa: tu so wie wenn du keine angst hast und frag sie einfache fragen wie "wie weit bist du gelaufen? " oder "wie viel wiegt dein rucksack?" alles, was ihre gedanken von nahrung fernhält solange du in der nähe bist. vielleicht gibst du ihnen etwas zu essen, wenn du ein bischen übrig hast.
    sohn: wo leben die thruhikers?
    papa: in den höchsten regionen der appalachen. vom maine bis georgia. und manchmal kann man sie in den städten finden.
    sohn: weil sie hungrig sind?
    papa: richtig! leider wurden sie zu problemen in der stadt weil sie unbewachte lebensmittel und kleine haustiere, die draussen angebunden waren gegessen haben. aber denk daran, es hat nie eine meldung über einen angriff von einem gesunden thruhiker auf ein menschliches wesen gegeben!

    ende der lektion. von WAHOO



    fortsetzung folgt
    Geändert von Sandmanfive (20.01.2018 um 16:21 Uhr) Grund: Geotag gesetzt
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  2. Gerne im Forum

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    AW: [usa] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #2
    Herrlich geschrieben.
    Freue mich auf die Fortsetzung.

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    AW: [usa] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #3
    und weiter gehts.

    151,5 meilen bis zum kennebec! manchmal glauben wir georgia am horziont zu sehen. die fata morgana verschwand blitzschnell unter 5 cm schnee. am 1. oktober war alles weiss. calamity, wie ich sie liebevoll nannte, war kein freund davon. sie war ja in indien aufgewachsen und kam nicht so gut klar. besonders wenn es glatt war kam ihre angst. zurück muss man sagen. sie hatte 5 jahre zuvor 300 höhenmeter absturz in einer lawinnenrinne überlebt. gebremst von einem querliegenden baumstamm direkt vor 50 m freiem fall. daher kam ihre knieverletzung und eine narbe mit 30 stichen quer über den sehr unteren rücken. ich nahm die gipfel auf den blau markierten seitenwegen mit, sie lief langsam und vorsichtig weiter nach süden. sie ist einer der zähesten brocken die ich kenne. (das ist in bayern ein kompliment, keine beleidigung!). saddleback junior war ein 2 stunden langer anstieg mit steinstufen höher wie ihre knie, das ganze mit eis überzogen. und die rucksäcke waren sauschwer. wir waren in rangely beim einkaufen gewesen. autostopp klappt immer super am at wenn du nen rucksack hast und so gut aussiehst wie wir. cj machte ihrem namen wieder alle ehre. ihr rucksack begann sich aufzulösen. sie lief mit einem rucksack der eher billigen mittelklasse. meiner, der war von der gleichen firma, aber bissl wertiger, hielt noch. nur der hüftgurt war nach dem esssen kaufen immer hoffnunglos überlastet.

    erster schnee, soooo schön!

    mt. abraham sidetrail


    aus dem tagebuch, 2. 10. sabbath pond lean-to (im norden heissen die shelter auch lean-to):

    lucky luke: .... now we are in the tent, have repacked the food and are tired (cj asleep) after a beautiful day. (i think the best so far) tomorrow 9.4 miles haul to the next shelter. and its a heavy load.

    calamity jane: ps. i guess that was the toughest day so far.

    lucky luke: wir sind jetzt im zelt, haben das essen umgepackt und sind müde (cj schläft) nach einem wunderbaren tag. (ich finde der beste bisher). morgen 9.4 meilen schlepperei zum nächsten shelter. und es ist ne schwere ladung.

    calamity jane: ps. ich denke das war der härteste tag bis jetzt.


    wir hatten auch diesmal gesellschaft im shelter, die letzten nobos waren noch unterwegs. die meisten, wenn nicht alle, mussten im nächsten jahr zurückkommen um mt. katahdin zu besteigen. der berg war sicherlich um diese zeit bereits gesperrt.
    in den hochmooren liegen bretter zum laufen, sogenannte boardwalks. im sommer super, im winter arschglatt. mehrmals landeten wir bis zum knie im sumpf. und jetzt kam saddleback mt., natürlich deutlich höher als der s- jr.. alles überzogen mit eis, schnee fiel und der wind blies heftig. da oben wars eiskalt und wir konnten die weissen blazes, die markierungen nicht finden. 15 minuten suchen, dann hatten wir den abstieg gefunden. calamity stand mit tränen in den augen am gipfelkreutz und sagte: "i am taking the next bus home" (ich nehm den nächsten bus nach hause). es sollte noch einer der eindruckvollsten tage der ganzen tour werden. erstmal die fotostrecke, dann kann ich mir die lange schreiberei sparen. seht selbst.
    anstieg zum saddleback mt.

    am gipfel

    ein paar hundert höhenmeter unter dem gipfel rissen die wolken auf

    unten brannten die wälder in ihren herbstfarbe. so wie in neuengland hab ich das nirgendswo wieder erleben dürfen.




    unten wars relativ warm, wir machten brotzeit und genossen es aufzutauen. den see teilten wir grosszügig mit dem elch. er kam auch nicht zum betteln.


    wir hatten die hoffnung noch nicht aufgegeben dem schnee davon zu laufen. wenn wir erstmal durch new york durch waren kamen die "flachen" staaten, die berge deutlich niedriger. calamity´s schlafsack spuckte daunen. eine naht war gebrochen. abends reparaturarbeiten im zelt. die nobos waren durch, wir sahen keinen mehr auf dem trail, für tage. am wochende ein paar dayhikers, das wars.

    nur pause und brotzeit


    philosophischer auszug aus dem register, bemis mt. lean-to, in anlehnung an die alte frage ob es ein geräusch gibt wenn es keiner hört....:

    "if a tree falls on me while i am hiking through the woods and there is no one to hear it, do i make a sound?"
    peace wolfgang and merlin (sein hund)

    (wenn ein baum auf mich fällt während ich durch den wald laufe und da ist keiner ders hört, mache ich dann ein geräusch?) frieden, wolfgang und merlin (sein hund)

    später fand ich noch einen dazu, weiter im süden schon:

    "if i say something in the woods, and there is no woman there to hear it, will it still be wrong?"
    (wenn ich was sage im wald, und es ist keine frau da die es hört, ist es dann trotzdem falsch?)
    der wurde zu einem meiner lieblingssprüche!


    die blaubeeren waren alle schon weg...


    in andover, das voll war mit touristen die den herbstfarben hinterher fuhren, waren wir einkaufen und haben im hostel unsere sachen gewaschen. dann stand uns mahoosuc notch bevor. viele bezeichen es als die schwierigste meile auf dem ganzen at. wir hörten horrorgeschichten dass man mindestens 4 leute brauche um seinen rucksack weiterreichen zu können und um hilfe beim überwinden der grossen felsen in der schlucht zu haben. manche sprachen von einem ganzen tag nur für die 1 meile in der notch. war nicht schlimm, wir waren mit fotos in 1,5 stunden durch.


    danach schlug calamity wieder gnadenlos zu. sie stolperte bergab über eine wurzel, ich drehte mich gerade nach ihr um und sah noch wie es schaffte das kinn knapp über dem boden zu stoppen. und dann kam der rucksack und schug ihr auf den hinterkopf und das kinn mit voller wucht auf nen stein. 2 meilen weiter war das nächste shelter, full goose lean-to. erstmal pause und kotzen. eine ausgewachsene gehirnerschütterung diagnostizierte ich. wir blieben einen tag und danach gings jeden tag solange bis ihr schlecht wurde. meist kamen wir nur wenige meilen weit. unser schnitt fiel unter die 10 meilen je tag. trotzdem kamen wir new hampshire an. 278,2 meilen waren geschafft. laut aktuellem databook, das schild sagt fast das gleiche. ich hatte inzwischen meinen überforderten vango rucksack durch mein gregory denali monster ersetzt. den bekam ich nie voll, aber dafür trug er die last bequem, auch nach dem einkaufen. unsere einteilung hat sich so eingespielt, dass calamity immer die gleichen sachen und damit gleiches gewicht trug. ich war nach dem einkaufen 15 kilo schwerer, aber es wurde jeden tag weniger gewicht.


    stateline


    fortsetzung folgt
    Geändert von danobaja (28.12.2017 um 10:07 Uhr)
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    #4
    warum ni northbound? wegen der massen,die das alle machen? zu deiner zeit sind doch keine 100 hanseln den weg gegangen? von den Jahreszeiten und klimazonen her eignet sich halt nobo besser. oder ging es ab katahdin immer nur bergab?

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    #5
    Zitat Zitat von elbspitze Beitrag anzeigen
    warum ni northbound? wegen der massen,die das alle machen? zu deiner zeit sind doch keine 100 hanseln den weg gegangen? von den Jahreszeiten und klimazonen her eignet sich halt nobo besser. oder ging es ab katahdin immer nur bergab?
    die auflösung kommt im mittelteil! zu meiner zeit ( im winter) war überhaupt kein hansel unterwegs.... aufs jahr gesehen waren es wohl so um die 200 die im februar- märz im süden gestartet sind. ende der 90er schon so um die 400+

    "all downhill from here" fällt regelmässig when man clingmans dome, den höchsten punkt erreicht hat.
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    #6
    so, gestern hab ich iwie den fast fertigen nächsten teil gekillt vor dem upload.... also nochmal.

    maine lag hinter uns. 1 down, 15 to go! new hampshire war der nächste staat. bekannt für die white mountains, gefürchtet wegen des wetters. mt. washington war lange jahre der ort mit der höchsten an land gemessenen windgeschwindigkeit. 231 meilen/stunde. gebrochen wurde er von einem tropischen sturm auf irgendeiner australischen insel 1996, glaub ich, mit 253 meilen/std. es ist immer windig, meistens kalt, und wenn wolken kommen ist auf dem baumlosen plateau orientierung kaum mehr möglich. die hütten dort waren bereits alle geräumt. gut für uns. wir wollten sie sowieso nicht nutzen und da camping dort oben verboten ist hätten wir unter die baumgrenze absteigen müssen, nur um dort zu schlafen und am nächsten morgen wäre gleich nach dem frühstück der wiederaufstieg angestanden. so haben wir das zelt spät aufgestellt ( war hatten eh nur das überzelt unseres vango tunnels dabei) und waren früh wieder weg. aber es war sowieso keiner unterwegs. 2 bergsteiger haben wir auf dem ganzen teilstück der whites getroffen. auch sie haben oben gezeltet.

    aber wir mussten da erst noch hin. vorerst bleiben wir unter der baumgrenze die meiste zeit. das wetter war ok, nie mehr richtig warm, aber es hätte schlimmer sein können.


    was wir nicht wussten. wir wurden gejagt. seit dem 13.9. war ein anderer comic held hinter uns her. charlie brown. er holte uns eines abends ein, kurz vor dem shelter. wir mussten uns nicht vorstellen, wir wurden mit namen begrüsst. später kam noch eine 3 köpfige familie am shelter an. "ma besserwisser boss" mit mann und sohn. sie war charlie browns frühere lehrerin und er muss ein furchtbarer schüler gewesen sein, so wie sie sich verhielt. als erstes wurde ihm gesagt er könne sich mal kämmen, dann der sohn zum feuerholz holen geschickt, der mann beim kocheraufbau wiederholt kritisiert, dem sohn über den mund gefahren als er sein holz brachte, und so ging das ohne pause. irgenwann abends sagte sie dann: "rocks growing on the ledges" (felsen wachsen auf den kanten/leisten) und synchron sprangen sohn und gatte darauf an: " you did it! you just made a mistake" ( du hast getan, du hast einen fehler gemacht). wir konnten uns ein grinsen nicht verkneifen und beschlossen dass wir genug hatten. wir packten ein und schliefen ne meile weiter im zelt. charlie brown sollte den ganzen abend noch so manche belehrung über sich ergehen lassen. er hat uns ein paar nette geschichten erzählt als wir ihn später zuhause besucht haben.

    eiskalter sonnenuntergang


    an der strasse nach gorham bekamen wir einen ride von 2 punks, sie setzten uns direkt vor dem sportgeschäft ab. calamity bekam einen osprey amalia vom top-verkäufer angepasst und war sofort verliebt. ein neues dream team war geboren. amalia war, als nebeneffekt, auch völlig unkaputtbar. sie verrichtet heute noch brav ihre arbeit. am rückweg führte uns barbara, unser ride, noch zu glenn falls, einem wasserfall am ende eines kurzes seitentales. völlige ruhe, nur das wasser hörte man rauschen. in 2 tagen würden wir in pinkham notch ankommen, dort gibts ein hiker-center mit all you can eat. sehr beliebt bei den wanderern. 6$ für alles was reinpasst. ich sag euch, da passt mehr rein wie in einen rucksack, in einen hungrigen thruhiker. wir kamen nachher nicht mehr weit. kaum ausser sicht schlugen wir uns in die büsche und übernachteten. erstmals kamen die mausefallen zum einsatz. um 9 uhr war ruhe und wir konnten schlafen. anfangs waren die mäuse kein problem, aber je später im jahr, desto massiver waren die shelter verseucht. und die viecher kommen raus und rascheln und halten mich die ganze nacht wach und als eine calamity übers gesicht lief war es beschlossene sache. sie trägt die fallen, ich jage. sehr umstritten aus moralischen gründen übrigens. immerhin leben die mäuse da und wir hiker sind die eindringlinge argumentieren einige. nicht ganz von der hand zu weisen.

    die whites tauchen auf, mt washington nachts, die strasse hoch kann man gut erkennen.

    carter dome. das war schön wie die wolkenbänder über den gipfel flossen.

    eisig kalte anstiege

    wurden mit eisigkalten aussichten belohnt


    und irgenwann waren wir dort. mt. washington lag vor uns. am aufstieg begneten wir der cog railroad. die fährt immer noch mit kohle und es ist ein beliebter spass, dass die thruhiker den zug moonen ( den nackten arsch hinstrecken) und der heizer versucht ihnen ein stück kohle hinten drauf zu werfen. uns wars zu kalt dazu. überall neben der bahn lagen schwarze kohlestücke verstreut, es ist ein sehr beliebtes spiel im sommer.




    am gipfel


    ein ehepaar sprach uns an und fragte uns ob wir denn nicht wüssten, dass eine strasse hochgeht. als wir sagten dass wir aus maine kommen bekamen wir einen bösen blick und sie drehten sich wortlos um und gingen. mit solchen lügnern wollten sie nichts zu tun haben. im observatorium bestellten wir muffins und kaffee, danach nichts wie weiter. eine weitere eiskalte nacht und danach gings wieder runter.


    kleine pause an mizpah hut. sachen in die sonne legen. nicht nur sachen....


    bald darauf stand der nächste sturm an und wir zogen unsere nh-trumpfkarte. bill und jan! ihr erinnert euch an die leute die am angfang der tour das essen für die thruhiker mit dem kanu zu antlers campsite gebracht hatten? sie hatten uns aufgefordert sie anzurufen wenn wir in nh angekommen waren und das wetter schlecht wird. wir leben gleich neben dem trail und holen euch ab. das war ne prima option, wir mochten beide und riefen an. "don´t move, we will come and get you!" (bewegt euch nicht von der stelle, wir holen euch ab!) hiess es. wir warteten 3 stunden bis bob und michelle, sohn und schwiegertochter uns abholten. gleich neben dem trail hatten sie gesagt.... wir verbrachten das wochenende dort und als das wetter besser wurde fuhren sie uns zum trail zurück. wir vermissten sie vom ersten moment an. das wochende war so schön, wir riefen sie beim nächsten stum wieder an. insgesamt holten sie uns 4x, die längste fahrtstrecke kamen wir ihnen per autostop entgegen.

    bill und jan


    das wetter wollte nicht so recht. oben am gipfel war ein verlassenes, verfallenes hotel. auf dem parkplatz davor bin auf einer verschneiten eisplatte ausgerutscht. mein einziger sturz auf dem at. es ging wieder runter im schnee und je tiefer wir kamen desto wärmer und angenehmer wurde es. wir fanden eine streuobstwiese mit apfelbäumen. wir nahmen 3 der noch hängenden 10 äpfel mit. es sollte apfelnudeln geben. ich war auf heftiges schruppen meines msr topfes eingestellt. die nudeln mit dem zucker oben drüber würden sich einbrennen. wir verliessen den trail auf einem kleinen pfad und fanden einen see. mit feuerstelle, holz lag bereits vorbereitet dort, und !YEAH! eine non stick pfanne. der abend war gerettet. "the trail provides", (der trail kümmert sich) die alte weisheit aus 1984 galt noch immer!


    Geändert von danobaja (29.12.2017 um 11:09 Uhr)
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    AW: [usa] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #7
    und weiter:

    am smarts mountain sahen wir bärenspuren direkt auf dem at. ich wollte unbedingt im feuertower übernachten, mit mühe brachte ich calamity dazu mit hochzukommen. wir breiteten uns aus, kurz darauf kam der sturm. der ganze turm fing an sich im wind zu wiegen und zu schaukeln, es begann durchs dach zu regnen. wir warfen das überzelt über uns und hatten eine unruhige nacht.
    smarts mtn. firetower


    diese "salamander" mit den punkten gibts nur bei hannover, unserem nächsten ziel. wir schliefen bei yahoola, einer studentin die in den sheltern ihre adresse und einladung gepostet hatte. abends trafen sich einige traillegenden in ihrem 1 zimmer appartment, am schluss schlief einer auf dem tisch und einer drunter. die bude war voll. im sportgeschäft wurde meine schwangere thermarest ausgetauscht für umsonst, wir trafen bill bryson im caffee und nutzten die gelegenheit uns bei charlie brown anzukündigen.

    salamander

    halloween in hannover


    das wetter verwöhnte uns, der angekündigte schnee blieb aus


    calamity´s schuhe machen revolution. sie wurden fachmännisch geflickt bei freunden. neue wollte sie nicht und mit dem gorilla glue hab ich sie tatsächlich dicht bekommen und die sohle hielt wieder.


    und es wurde wieder schlechter wetter. einmal versuchten wir auf dem offenen feuer zu kochen, aber der wind blies einfach die flammen weg, calamity brach in den vereisten see ein beim wasser holen und kam mit mehr wasser in den schuhen als im topf zurück. im zelt fing der kocher an zu spucken und musste zerlegt und gereinigt werden. nachdem wir völlig nass und durchfroren waren wärmten wir erst viel später wieder auf. nicht mal kuscheln half. es wurde immer kälter. wir waren froh dass charlie brown in der nähe lebte. dort konnten wir uns 2 tage aufwärmen. seine kumpels aus der wg spielten bereits am frühen morgen computerspiele und die bong kreiste eifrig. so lies es sich 2 tage aushalten. unsere benzinflasche bekam einen riss und musste ersetzt werden. charlie brown fuhr uns ins geschäft und zurück auf den trail.

    eisigkalt


    und es wurde nicht mehr besser, der schnee wurde immer höher. wir schafften es nicht mehr über die letzten höheren berge. am bromley mtn. war der schnee hüfthoch, mein bart an der jacke angefroren, calamity war durchnässt bis zum bauch. und wir hatten noch eine ganze woche vor uns mit ähnlichen verhältnissen, und wir beschlossen kurz darauf, dass es reicht.

    Tagebucheintrag am stony brook shelter, 22. november1997:
    it kept thawing all nite untill 4.30am. then it started to snow and when we left at app. 10.30 am we had a foot more snow than yesterday. as we got higher the snow increased and it got colder. it took us 3.5 hrs to do the 2.6 miles to the shelter. ...

    es taute die ganze nacht bis um halb 5 in der früh. dann fing es anzu schneien und als wir um ca. halb 11 losgingen hatten wir einen fuss (ca. 30 cm) mehr schnee als gestern. je höher wir kamen nahm der schnee zu und es wurde kälter. wir brauchten 3,5 stunden um die 2,6 meilen zum shelter zu laufen....



    wir brachen ab, besuchten bill und jan und trampten erstmal nach florida. immerhin stand es "2 down, 14 to go!" wir hatten nh vor 25 meilen verlassen und waren in vermont!

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    AW: [usa] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #8
    so, es folgt ein zeitsprung ins jahr 1998.

    wir waren in der zwischenzeit in florida, in texas, sind nach canada und alaska gefahren, ich war bergsteigen und dann haben wir uns wieder nach osten zurückgewurschtelt.

    am 24. september waren wir zurück auf dem at. wir starteten am stony brook shelter, machmal liest man auch story brook.

    tagebucheintrag von calamity, stony brook shelter, 24.9.1998

    well, we´re back on the at. did 3.6 miles today to the shelter. looks different without the snow. we met patch, soyboy, stouts, spaceman, earthwoman, pocahontas and 2 others. [felix and stoat] we had noodles and gravy for dinner. ...

    tja, wir sind zurück auf dem at. wir liefen 3,6 meilen bis zum shelter. sieht anders aus so ohne schnee. wir trafen patch, soyboy, stouts, spaceman, earthwoman, pocahontas and 2 andere. [felix und stoat] wir hatten nudeln mit sosse zum abendsessen. ...




    wir waren beide etwas angeschlagen, calamity hatte ne ausgewachsene erkältung mit fieber. ich hatte mir in canada was am magen eingefangen das nicht weggehen wollte.
    wir liefen die nächsten tage nur 15m und 2m und 1,5m und beschlossen dann zum auto zurück zu stoppen.
    ich sah nicht so viel besser aus... hübscher ist sie sowieso. auch in dem zustand.


    tamaras schwester kam auf besuch und die 2 frauen wollten was zusammen unternehmen. die gelegenheit für mich das kurze stück at, das mir von vermont (vt) bis bear mtn. state park, ny noch fehlte zu laufen. im bear mtn. bin ich 1984 losgegangen als ich das erste mal auf dem at unterwegs war.

    solo!


    on the trail again, jetzt gehts los! neuer rucksack, den renegade lieb ich noch heute. es war schon wieder sehr herbstlich, farben überall. am nächsten tag löste sich die sohle eines meiner schuhe. also war ne notreparatur angesagt. das reparaturkit für die thermarest war das einzige, ausser dem bissl ducktape um den skistock und die benzinflasche, das zur verfügung stand. also die klebertube gekocht, dann hat man 2 minuten zeit bis es wieder hart ist. ich hatte es gerade am schuh, dann war die zeit rum. letztendlich hab ich dann den schuh mit ducktape gut abgeklebt und in eine ziplocktüte getan, und den schuh mit den nudeln gar gekocht. durch den zug des tapes wurde die sohle fest angepresst und das ganze hielt noch ewig. ich sah meinen ersten blackbear, road hazard und 2 weitere sobos. mein tagespensum stieg auf 15 meilen im schnitt, tendenz nach oben. in mass hatte ich einige nicht so tolle campsites. einen lauten, knapp ausserhalb einer stadt an einem völlig verdreckten, verlassenen haus hab ich besonders in erinnerung. die bergzüge wurden deutlich niedriger, wenn wir es noch eine woche geschafft hätten letztes jahr wären wir wohl noch deutlich weiter gekommen. mein verdauungstrackt brachte mich an den rande des wahnsinns. ich kannte es ja schon. 3 tage aufgebläht wie ein luftballon, schmerzhaft, wenns vorüber war ein energieschub und alles bestens für einige tage, danach wieder die blähungen mit allem was dazu gehört. es waren 5 stunden quälerei für die 3 meilen zum höchsten punkt von mass und ein harter tag, kaum gings besser lief ich 19 meilen ohne grossen aufwand. am 1.10. war der nächste down! "3 down, 13 to go!" massachusetts war erreicht.
    mt greylock

    farne

    toller see, von der trialcrew wurde ein felsen am einzigen flachen platz in die mitte gesetzt. zelten unmöglich.

    regen

    tagebuch schreiben


    am 5.10 war ich in conneticut. "4 down, 12 to go!" der weg wurde "flacher". es ging nicht mehr so viel und vor allem nicht mehr so steil bergauf und -ab. und conn sind nur 50 m at. am 8.10. war ich in new york! "5 down, 11 to go!"

    tagebuchauszug lucky luke, 8.10.98:
    what a surprise yesterday. at the parking lot i walked past 2 messages, folded to the size of a matchbook. anyway, i saw our van and scared kerstin [tamaras sister] who was asleep. i called it a day early and stayed with the girls. had german bread, kerstin got it through customs. it started raining in the night and by 8.30 when i left it was pouring.

    was für eine überraschung gestern. am parkplatz lief ich an 2 nachrichten vorbei. sie waren auf streichholzheftchengrösse zusammengefaltet. aber ich sah unseren bus und erschrak kerstin [tamaras schwester] die schlief. ich machte früher feierabend und blieb bei den mädels. es gab deutsches brot, kerstin hatte es durch den zoll geschmuggelt. es fing an zu regnen in der nacht und als ich um halb 9 loslief goss es aus eimern.

    wohnen möcht ich da, aber heizen nicht.....


    2 tagemärsche und 43 meilen weiter waren wir verabredet. am rph shelter, das in der garage eines privatmannes ist. man kann mit dem auto hinfahren, der trail führt dran vorbei. wir waren nicht allein. road hazard und seine 2 begleiter, die ich schon getroffen hatte waren da, ebenso groovin´moose und natürlich calamity und kerstin. paaartytime! es gab ja soviel zu erzählen. natürlich wurden die geschichten über die trailnames ausgetauscht. road hazard, so erfuhren wir, hatte seinen namen bekommen weil er, naja ein road hazard war. eine gefahr auf der strasse. das kann nicht nur ein raser sein, sondern auch ein wrack das noch fährt aber nicht mehr verkehrstauglich ist. er erzählte was ihm alles passiert war, blase hier, schienbein blutig da, knie vertreten, abgestürzt, hose zerrissen, und noch so allerhand .... wir dachten, klar mann, da kann viel passieren auf dem trail. dann kam die stimme seines freundes aus dem hintergrund: "and this was only the first 50 miles." (und das war alles auf den ersten 50 meilen). daher der name. groovin´moose wurde beobachtet wie er auf dem long trail einem elch begegnete. er machte einen schritt nach links, der elch auch, schritt nach rechts, der elch auch. und schon hatte er seinen trailname. wir erfuhren, dass er nobo unterwegs war. nur zu schnell für seine planung. als er an katahdin noch 3 monate zeit hatte ist er einfach umgedreht und lief sobo wieder zurück. man nennt das ein yoyo.
    road hazards morgenroutine

    partytime, von links calamity jane, groovin´moose, road hazard, kerstin


    ich lief am nächsten tag noch die paar meilen bis bear mt. bridge und hatte den at bis harpers ferry, w. va komplett. wir verbrachten noch ein paar tage zusammen bis kerstin zurückfliegen musste.

    ab ins wurmloch und wenn wir den nächsten zeitsprung geschafft haben gehts weiter. fortsetzung folgt.
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    AW: [usa] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #9


    Ich seh irgendwie ständig Hans Salers Zwillingsbruder

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    AW: [usa] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #10
    Zitat Zitat von derSammy Beitrag anzeigen


    Ich seh irgendwie ständig Hans Salers Zwillingsbruder
    ich hab grad im wurmloch meinen namensvetter, den herrn skywalker getroffen. der sagt es kommt tatsächlich vor dass zwillinge kurz nach der geburt getrennt werden.....
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    AW: [USA] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #11
    so, sprung zurück ins jahr 1984.

    noch einen weihnachtsabend mit "stars in der manege", freddy am hochreck und meine eltern vor der glotze, und hernach zur buckligen verwandschaft sinnlose geschenke tauschen, das hätt´ ich nicht nochmal ausgehalten. zum mörder wollt ich noch nicht werden. man braucht ja auch bissl was in der hinterhand. so hab ich hab mich halt lieber rechtzeitig verpisst. am 21.12.84 kam ich mit einem einfachen ticket und 1000 deutschen mark (kurs war ca. 2,80 dm, damals für 1 us$) in der tasche in new york city an. ich bekam ein halbes jahr aufenthalt genehmigt. mein ziel war mich irgendwie nach süden durchzuwurschteln, ich wollte mir mal die vulkane in zentralamerika ansehen (und bissl rumkraxeln). ihr könnt es euch natürlich schon denken, es kam anders. eine heftige erkältung streckte mich nieder, nach 2 tagen bei freunden gings wieder. ein bus ticket für eine längere fahrt war ausser reichweite finanziell, und laufen kostet nix, oder?

    meine freunde wiesen mich auf den at hin, der ja fast vor der haustüre vorbeiführt. also für 5$ ein ticket nach bear mtn. state park gekauft. am 24.12. gings los, um halb 5, es war schon ziemlich dunkel, kam ich an. alles zu. ein polizist schickte mich über die brücke und zeigte mir die richtung. kurz darauf hab ich das zelt aufgebaut und übernachtet. es kam regen auf, also schnell raus und das überzelt drüber. der regen hörte in der früh auf, es kam wind auf. alles stocksteif gefroren. eingepackt und los gings, die richtung hatte mir der nette polizist ja gewiesen. es war herrlich auf dem pfad im wald über die gipfel zulaufen. abend, ich wollte gerade das zelt aufbauen als 2 männer kamen. wir unterhielten uns und sie stellten fest, dass ich nach maine unterwegs war! sie luden mich ein, tom wohnte nur 50 m vom trail weg und wollte mir karten geben. ich blieb über nacht. tom war ein begeisterter felskketter, wir hatten genug gesprächsstoff. für mich war klar, dass ich die 10 meilen zurück nach bear mtn. nicht laufen würde. niemals nicht! dann lauf ich eben nach maine! dummerweise war auch klar, dass ich dort nie ankommen würde, viel zuviel schnee. tom erbarmte sich meiner und fuhr mich zur brücke über den hudson river zurück. ich bekam noch eine tüte voller kekse und einen alten delorme strassenatlas und war startklar. es konnte endlich losgehen. sobo, so wie geplant. nie wieder wollte ich nobo unterwegs sein! das war einfach die falsche richtung! wie man klar und deutlich sah kam in dieser richtung nix gutes dabei raus!

    hudson river, man sieht die kabel der brücke

    trail

    16 meilen und 2 tage später war ich am west point shelter und wurde eingefroren. eisregen wie diesen hatte ich noch nie vorher gesehen. gerade mal das flache stück zum wc konnte man rutschen, alles war mit 2cm eis überzogen, leichter schneefall kam dazu. ich steckte fest für 2 tage und genoss die tolle aussicht auf die skyline von manhattan.

    tom caranos cookies are the best!

    sonnenuntergang am west pointshelter

    manhattan skyline vom shelter aus


    ich machte mir ein paar fäustlinge aus meinem handtuch, zeit hatte ich und die finger waren kalt. meinem von einem skiunfall lädierten knie tat die pause gut, ich musste aber dringend gewicht loswerden. bei der nächsten gelegenheit schickte ich je ein paket nach hause und zu einer urlaubsbekanntschaft in texas, die ich besuchen wollte auf dem weg nach süden. ich wurde die schwere fototasche mit der 2. kamera, 600er tele, das stativ, meinen kleinen kaffeelöffel!, ja, keine ahnung warum ich den dabei hatte, und 2 bücher los. es half.

    am 30.12 wurde es warm, ich traf roy und bob, die über sylvester unterwegs waren. die beiden hatten alles dabei. steak, schnapps, kartoffeln, sossen, bier, weiber (scherz, nein keine weiblichen wesen, leider), eine säge, dope. ich durfte alles probieren und mitessen, abends rauchte ich meinen ersten joint. was für ein erlebnis. ich sass da und konnte zum ersten mal seit ich 11 jahre alt war, ohne brille scharf sehen. an der rinde der 10m entfernten eiche konnte ich jede pore erkennen. das werde ich bis an mein lebensende nicht vergessen, so beeindruckt war ich.

    der trail läuft viel an der kante, sehen konnte ich trotzdem nichts

    ny wald, gehen beschwerlich manchmal

    ist das ein steak, oder was?!!!


    tagebucheintrag vom 1.1.85:
    heut früh im regen den rucksack gepackt, dann die grosse entscheidung: von aussen nass ohne k-way, oder innen nass mit. da es ziemlich windig war mit. nach ca. 20 minuten war ich total nass. das knie war optimal bis in den frühen nachmittag hinein, abends tat es dann doch sehr weh. anfangs ging es durch kiefern und pinienwälder durch grosse granitblöcke bergab, dann ewig am hang verlaufend und schliesslich zum gipfel und immer oben entlang. abends gibts bacon und eine dose baked beans (59cent) mit barbeque sosse. die jeans tropft, morgen muss ich ohne unter den k-way, die hose an den rucksack. es ist so nebelig, dass ich gerade mal meine zehenspitzen sehen kann wenn ich aus dem zelt gehe. ...


    als sehr trügerisch erwies sich der strassenatlas. ich zeichnete meine strecke ein und manchmal schien es, dass ich an einem nicht so guten tag 30 meilen gelaufen bin. was natürlich völliger quatsch ist. ich war an guten tagen zu der zeit 10-12 meilen unterwegs. mehr schaffte ich nicht, dazu kamen aber schlechte tage und ruhetage wenn das wetter gar zu greislig war und/oder das knie zu weh tat. mit den koflach ultras, den schweren schalenstiefeln, unterwegs zu sein half auch nicht gerade. aber ich hatte nichts anderes und redete mir ein, dass man ja mit einem grossen auto auch langsam fahren kann. ich war damals schon gefürchtet wegen meiner hinkenden () vergleiche.... trotzdem war am 3.1.85 new jersey (nj) erreicht.

    da gehts lang

    wasserfall

    ny-new jersey state line


    kurz darauf, es war kalt geworden und es lag schnee, traf ich an einem parkplatz jim. er wollte eine fitnesstour bis delaware water gap machen. sein rucksack war ungefähr so schwer wie meiner, nur er trug noch jede menge extra essen und 6 liter wasser mit. abends übernahm ich dann seinen essenssack. das wasser konnte er nicht mehr ausleeren, die nalgene flaschen waren durchgefroren. wir errichten high point (höchster punkt in nj) in bitterer kälte und bauten unser lager, ich zelt, er plane auf. ich hatte erstmals mein knie bandagiert und war schmerzfrei. das half auch gut gegen die kälte.

    jim

    sunfish pond, oder doch crater lake?

    eiskalt und windig

    delaware watergap, im einschnitt fliesst der fluss und highway geht durch


    wir erreichten delaware water gap am 10.1.85. unsere mileage war von anfangs 6 auf 12m täglich gestiegen. in delaware watergap kamen wir im heizkeller der kirche unter. umsonst. es war eine ganze wohnung mit 2 couchs, tisch, betten, dusche. ich konnte endlich meine sachen und auch mich waschen. ich stoppte in die nächste stadt, und kaufte mir warme unterwäsche und einen isolierten overall für 100$. meine bestellten trail karten waren in der post. jean cashin, von der at-conference, hatte sie mir auf kredit zugeschickt und mir freigestellt sie per überweisung zu bezahlen oder vorbei zu kommen und bar zu bezahlen. ich versprach ihr barzahlung. selbst das telefonat hat die at-conference übernommen. sowas hatte ich ja noch nie nicht erlebt. ich lernte, besser erlebte!, die erste wirklich grosse weisheit meines lebens. "the trail provides!" du bekommst was du brauchst wenn es dringend ist. ich fand lektüre in der nur für hiker eingerichteten heizraum-wohnung. beeindruckt hat mich: "how can you buy or sell the sky?" von chief seattle.

    ich schrieb die 3 seitige rede in mein tagebuch. "...the sight of your cities pains the eyes of the red people. but maybe it is because i am a savage and do not understand. ... i have seen a thousand rotting buffaloes on the prairie, left by the white man who shot them from a passing train. i am a savage, and i do not understand how the smoking iron horse can be more important than the buffaloe, that we only kill to stay alive. ... but we will consider your offer to go to the reservation you have for my people. we will live apart and in peace. it matters little how we spend the rest of our days. ..."

    "... der anblick eurer städte schmerzt die augen der roten menschen. aber vielleicht ist das weil ich ein wilder bin und nicht verstehe. ... ich habe tausende büffel auf der prärie verrotten sehen, zurückgelassen vom weissen mann, der sie von einem vorbeifahrenden zug aus erschossen hat. ich bin ein wilder, und ich verstehe nicht, wie das rauchende eisenpferd wichtiger sein kann als die büffel, die wir nur töten, um am leben zu bleiben. ... aber wir werden nachdenken über euer angebot, in das reservat, das ihr für mein volk bereit habt, zu gehen. wir werden getrennt und in frieden leben. es spielt keine grosse rolle, wie wir den rest unserer tage zu verbringen. ..."


    nj war geschafft, auf nach pennsylvania (pa). am 13.1 gings weiter. der at in pa ist gefürchtet. es scheint die haben alle ihre steine gesammelt und auf dem trail verlegt. ich war froh, dass ich schnee hatte, das dämpft. aber der trail wurde auch anspruchvoller. knifes edge und so manch anderer abstieg waren saugefährlich mit dem schnee darauf. in palmerton durfte ich umsonst auf der polizei station übernachten. ich wurde von einem alten herren hingefahren, der auch noch ein wenig deutsch sprach. auf dem weg durfte ich seine reizende frau kennenlernen und zu abend essen mit ihnen. meine erste nacht in einer zelle verlief unspektakulär. allerdings löste ich vorher beim duschen die alarmanlage aus und so wussten alle dass ich da war. ich konnte alle meine sachen wieder trocken bekommen. draussen war das thermometer auf unter -10°c gefallen. ich erledigte meine post, bekam rabatt an der tankstelle ( 15cent anstatt 25c für einen liter benzin), war einkaufen und gegen 12 ging es am nächsten tag weiter. der winter kam endgültig.

    knifes edge

    autobahn mit gefährlichen steinen unter dem schnee

    es wird anspruchsvoller

    südseitig war schnee der ok

    lehigh gap (und die strasse nach palmerton), völlig verdreckt von der porzellanfabrik. 90% aller kloschüsseln in den usa kamen damals von hier.
    Geändert von danobaja (25.12.2018 um 07:56 Uhr) Grund: rechtschreibfehler
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    AW: [USA] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #12
    das laufen wurde immer schwieriger. mehr felsen, mehr schnee, die weissen blazes fehlten, sie waren wohl auf die felsen gemalt und nicht wie sonst üblich auf die bäume. ich musste oft den trail suchen. an einem der ausgewiesenen zeltplätze am trail traf ich den ersten hiker seit langem. er hatte seinen ghetto-blaster auf gute lautstärke und hörte mich wohl nicht rufen. er erschrak sich fast zu tode als ich neben seinem zelt stand und er gerade herauswollte. vermutlich ist deshalb das foto, das er von mir machte, verwackelt. es hörte nicht mehr auf zu schneien und es wurde kälter. ich war froh wenn ich 6 meilen am tag schaffte. gerade als ich übers aufgeben nachdachte kam die sonne durch. na, das hilft doch gleich, auch wenn es gleichzeitig kälter wurde.

    gut vorbereitet gehts ins zelt


    und es wurde richtig kalt. so kalt, dass das wasser der quelle mir kochend heiss vorkam. ich hatte eine flasche aus plastik und eine leere whiskyflasche dabei. ich füllte meine flaschen und wärmte meine hände im wasser. danach gings wieder die halbe meile den berg hoch zum schelter. gerade als ich die flaschen ins shelter stellen wollte zerriss es mir die whiskyflasche in der hand. die 1000 scherben froren sofort am shelterboden fest. kein weg wie ich das wieder sauber bekommen konnte. ab da hatte ich mehr verständnis wenn ich in ein verdrecktes shelter kam. es war 4 tage so kalt, unten im tal, so erfuhr ich später hatte es unter -20°c. an einem tag fror ich mir den ringfinger der rechten hand etwas an. er erinnerte mich noch viele jahre daran wenn es auf tour zu kalt wurde und ich die handschuhe nicht anziehen wollte. die etappen wurden kurz und oft legte ich noch einen ruhetag dazu ein. das vorwärtskommen war beschwerlich und langsam.

    tagebuch am 25.1.85, irgendwo vor hertlein campsite:
    ...in 6 tagen erreiche ich den nächsten campsite mit heissen duschen. [einen tagesschnitt von 7 meilen vorausgesetzt] keiner kann sich vorstellen wie ich mich freue. hab heute einen faulen tag eingelegt. es war schneeregen dann mehr schnee und jetzt wieder sturm draussen. inzwischen ist der schlafsack wieder trocken und warm. ich hab bissl küche probiert. schweizer käse mit honig beschmiert, speck mit salz und pfeffer drumrum. schmeckt super. kaffee (halbe menge) und schwarztee (2/3 menge) zusammenkochen. schmeckt super. man kann auch vom orangenpulver [ das zeug heisst tang] was dazu mischen, schmeckt sehr erfrischend. kakao und tang funktioniert nicht, das kakaopulver löst sich nicht auf. ...

    tagebuch eintrag vom 26.1.85, irgendwo vor hertlein campsite:
    ... den ganzen nachmittag verpennt. es ist arschkalt draussen. das essen geht zu ende, morgen muss ich weiter.




    kaaalt, brrrr


    ich fand truthahnkeulen im supermarkt in duncannon


    das erste doppelshelter, tag run shelters


    am 2. februar kam ich in duncannon an. dass der campingplatz mit den heissen duschen im winter geschlossen sein könnte, das hatte ich verdrängt. ein glücksfall. ich bekam im doyle hotel ein zimmer für 7$ und 42 cent steuer. es gab eine grosse gusseiserne badewanne, das wasser reicht im sitzen bis zum hals. ich badetete 3 stunden und liess 2x heisses wasser nachlaufen. ich warf meine durchgelaufenen seidensocken weg, klebte meine blasen ab, reparierte meinen schubändel und ging einkaufen. am abend in der hotelbar wurde schnell kontakt geknüpft. das doyle gibt es heute immer noch. es ist eine institution auf dem at. beim lesen des tagebuches musste ich auch feststellen, dass ich einige stürze auf den schneebedeckten felsen hatte. der sturz im norden, den ich vorher als einziger sturz auf dem at bezeichnet hatte, war keines wegs der einzige. aber es ist nie etwas passiert dabei, ausser dass mein gedächtnis gelitten hat. mussers farm bot im sommer immer die möglichkeit für essen und übernachtung zu arbeiten. arbeit gabs keine im winter, aber ich bekam für 1$ einen platz in der garage und ein frühstück mit 6 eiern und speck. trotz 20cm und mehr schnee kam ich besser voran.

    am 8.2. kam ich in der pine grove furnace jugendherberge an. sie war übers wochenende geöffnet, eine gruppe quaker hatte gebucht. george, der wirt schenkte mir die erste nacht, die gruppe lud mich auf eine weitere ein. wir verbrachten eine schöne, nicht religiöse zeit mit gesprächen über alles mögliche und spielen am abend. die sonne bekam so langsam kraft und es wurde zumindest unter tags wieder wärmer. die fehlenden 35 meilen nach maryland (md) waren bald geschafft. ich hatte penn hinter mir gelassen. aus schnee wurde hagel, aus eiskalten nächten kalte, tagsüber taute es manchmal. ich schaffte wieder regelässig 8 oder mehr meilen täglich.

    mitte februar, ich buk gerade ein fladenbrot über meinem minifeuer kam eine boyscoutgruppe, die troup 1449 an. einer der erwachsenen begleiter kam zu mir und fragte ob er seiner gruppe mal zeigen darf wie ich das mache. klar! wir liefen 3 tage zusammen, die scouts fütterten mich, ich half wie ein mitglied bei den pflichten. am ende bekam ich einen aufnäher "trained", den ich sofort an meinem overall anbrachte und heute noch, an einem neueren overall, mit stolz trage. als wir uns trennten hatte ich noch 10 meilen bis harpers ferry. zusammen mit der ankunft des frühlings war mein geld aus. mit den letzten dollars bezahlte ich meine karten bei jean cashin. ich arbeitete im hotel bei cass, einer über 80 jährigen dame die, unter anderem eine kolummne für eine zeitung ( früher "out of the rocker", ab ihrem 70. dann "still out of the rocker" (immer noch nicht im schaukelstuhl)) schrieb. ein halber tag bei cass, am nachmittag half ich dann in der at-conference aus. die machen die ganze planung und organisation den at betreffend, hauptsächlich mit ehrenamtlichen. bei cass lernte ich vic kennen, er beherbergte mich für eine woche bis meine vorsichthalber gebunkerten 100$ aus texas zugeschickt wurden und ich dann den bus nach austin, tx nahm. deutlich gereift und voller dankbarkeit verliess ich den at mit dem festen vorsatz zurückzukommen. der rest würde ein klacks werden. 440 meilen hatte ich ja schon weg.

    troup 1449

    potomac river, in harpers ferry

    vic and friends



    weiter gehts dann 1998.
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    AW: [USA] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #13
    wieder zurück in 1998! es ist inzwischen ende oktober. wir waren wieder mal auf schnee beim wandern eingestellt.

    vom rph shelter fuhren wir gemütlich nach harpers ferry. über 14 jahre nachdem mich vic zum bus nach texas gebracht hatte schlugen wir ohne voranmeldung dort auf. keiner zuhause. minni-lee, seine frühere mitbewohnerin, war inzwischen verstorben. ich erinnere mich noch ganz genau wie sie immer (damals schon über 70) sehr zügig auf den hof fuhr und dann vor dem haus eine vollbremsung mit wegspritzenden steinen hinlegte. ich war sicher sie würde eines tages in der küche stehen mit dem auto, aber wie es schien war es nie passiert. die 2 freundlichen hunde liessen uns ins haus. wir kochten kaffee und warteten ein paar stunden. schliesslich schrieben wir einen zettel, erklärten wem das auto gehörte, und dass das dort wohl für ein paar monate stehen würde. es gibt einen blau ge-blaze-ten sidetrail vom at hinunter zu lepprechaun springs und vics haus. vic und ich hatten die blauen markierungen (für einen side-trail des at, zb zur quelle oder zum shelter, oder einem berggipfel) 1984 aufgesprüht. den wollten wir nehmen und dann unseren weg nach süden fortsetzen. wir wollten uns gerade auf den weg machen als vic auf den hof fuhr und vor der küche eine bremsspur hinlegte. grosses hallo und wir mussten natürlich erstmal bleiben. aus über nacht wurde eine ganze woche, angefüllt mit lachen, geschichten, alten und neuen, und hervorragendem essen. vic arbeitete für einen catering service und konnte dort übriges essen mitnehmen. es gab die tollsten gerichte. am wochenende kam john, vics lebensgefährte aus washington, dc. wir wurden in eine schwulen bar verschleppt, und dort nach kurzer erklärung, von allen akzeptiert. calamity musste an diesem abend meist auf mich verzichten. ich war gefragt, besonders bei den typen mit den nietenbesetzten lederjacken und den militärischen kurzhaarfrisuren. auch in harpers ferry wurden wir herumgereicht, einige erinnerten sich noch an mich.

    ich besuchte die at-conference, ich hatte das foto von calamity in den orangen buchenblättern beim wettbewerb für das titelfoto des thruhiker companions eingereicht und gewonnen. 200$ durfte ich dafür in empfang nehmen. dafür hab ich dann gleich die kamera überholen lassen. die hatte im sommer in alaska und canada doch ein wenig ziemlich stark gelitten. die sobos, die wir im stony brook und im rph shelter getroffen hatten waren noch nicht angekommen. aber, da war ich sicher, die würden uns jagen und einholen.

    als ich zurückkam erwischte ich vic und calamity im kleiderschrank.

    da standen eine indianerin mit schnautzbart und eine rosa prinzessin mit krönchen und zepter und lachten sich einen ab. ich gesellte mich dazu, fand aber kein passendes kleid. so bekam ich für den rest des tages das krönchen und das zepter verpasst. die woche verging im flug und am 31.10. brachen wir nach einem üppigen frühstück mit vollkorn-waffeln und cranberry-orange-aufstrich gegen mittag auf. nach 6 meilen machten wir am david lesser shelter halt.

    shelter im nebel

    der erste schnee

    shannadoah national park mit dem skyline drive, der at ist links davon zu sehen


    es waren nur 50 meilen bis zum shennendoah national park. für mich war das der schrecklichste teil des at auf der gesamten strecke. landschaftlich schön, kurze steile anstiege und abstiege, durch die, vom herbst weitläufig entlaubten, bäume hatten wir oft eine gute aussicht, die im sommer versperrt ist. aber der at läuft parallel zur hauptverkehrsader, dem skyline drive. die strasse auf dem bergrücken war in der nachkriegszeit als arbeitsbeschaffungsmassnahme gebaut worden und ist stark frequentiert. autolärm die ganze zeit. wenn man jetzt denkt, prima, dann gibts einfache rides in die städte zum einkaufen. fehlanzeige. hitchhiking verboten im nationalpark. trotzdem wars kein problem. wir waren auch hier sofort von der strasse, nur wenn einer mit blaulicht auf dem dach kam musste man halt so tun als ob man gerade pause macht.


    tagebucheintrag vom 11.11.85 calf mtn hut.
    well, c. prayed the clouds away. a hard storm tonight with strong gusts and a lot of rain blew the clouds away. at 6.30 we had the first patch of blue sky and it only got better. the wind was still there, but fairly warm and the sun was beautiful. ... a rogerette [die frau von roger ranger, ein weiblicher ranger] left an entry in all 3 registers that all northbounders can not have open flames (i.e. cigarettes, campfires, stoves) and must bring food that can be eaten cold. and also must bring water since most springs are dry. ...

    tja, c. hat die wolken weggebetet. ein heftiger sturm mit starken böen und viel regen blies die wolken weg. um halb 7 sahen wir den ersten blauen flecken am himmel und es wurde immer besser. der wind ist immer noch da, aber relativ warm und die sonne war schön. ... eine rogerette [die frau von roger ranger, ein weiblicher ranger] schrieb in alle 3 register einen eintrag. die nobos dürfen keine offenen flammen haben (also keine zigaretten, feuer, kocher) und müssen essen, das nicht gekocht werden muss, dabei haben. und sie müssen wasser mittragen weil die meisten quellen trocken sind. ...



    wir liefen lockere 10 meilen und mehr jeden tag. das wasser war knapp, viele quellen trocken. ich schleppte sehr oft die 5 liter wasser bis zum shelter hoch. wir hatten jede nacht frost, unter tags meist kalten regen. es gab aber auch kalte sonnige tage. am elkwallow wayside zelteten wir direkt neben der gefassten und abgesperrten quelle . wir mussten wasser von der raststation am skyline drive holen. dafür war es warm und wir konnten uns komfortabel waschen in den restrooms. der floh, der calamity die letzten tage jede nacht verbissen hatte, hatte genug. er machte station auf meinem grossen zeh und als ich ihn greifen wollte sprang er in die wälder davon.

    der vornehm abgespreizte "pinky" wurde zum zeichen für gutes essen und leckere getränke.

    im nebel

    calf mtn. hut. das shelter mit den ratten


    am 11. november war es wieder soweit. die mausefallen wurden wieder aufgebaut in der nacht. anscheinend war es den mäusen in der natur zu kalt und sie zogen wieder um in die shelter. es wurde auch merklich kälter und tagsüber auch in der sonne nie mehr richtig warm. wir liefen manchmal auf schnee, eine sehr glatte mischung mit den buchen- und eichenblättern die auf dem weg lagen. man musste wirklich aufpassen, sonst rutschte die oberste schicht blätter samt schuh und mensch über die unteren schichten weg. es tauchten die ersten "no fire" und "smoking only in cars" schilder auf. ich konnte an den abstiegen zu den quellen deutlich erkennen dass es trockener wurde, trotz nebel und regen, die uns meist durch den tag begleiteten. in calf mtn. hut/shelter waren einträge im register, die von ratten berichteten. angeblich stahlen die socken und handschuhe und anderes kleinzeug. wenig beeindruckt stellte ich die mausefallen auf. kurz nachdem ruhe eingekehrt war im shelter ging die erste los und im licht der stirnlampe konnte ich eine ratte sitzen sehen. es dauerte nicht lang und die falle ging wieder los, diesmal war keine ratte zu sehen und die mausefalle auch nicht mehr. die hatte meine falle geklaut! ich schrieb ins register: "now they are armed" (jetzt sind sie auch noch bewaffnet).

    bald waren wir aus dem nationalpark und erreichten waynesboro. all you can eat bei wheazies, für 2,50$ soviele pancakes wie reinpassen!, wartete auf uns. ebenso wie ein zeltplatz umsonst, mit freiem aufenthalt im YMCA. fitnessgeräte, die wir nicht benutzen wollten, aber warme duschen. einfach klasse. wir tauschten calamity´s schwangere thermarest in eine neue und mussten nur das porto bezahlen. die outfitter (in der regel ein sehr kleines sportgeschäft, hier speziell mit sachen für hiker) bieten einen klasse service, der service von thermarest gegenüber den thruhikers ist legendär. es wurde ein wenig wärmer und das wetter besser.

    froh um jeden farbklecks

    ein heftiger anstieg wurde mit toller aussicht belohnt

    die ersten balds, glatzköpfige berggipfel mit aussicht

    blaze
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    AW: [USA] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #14
    855 miles to go! und ich hab ganz vergessen dass wir ja schon wieder einen state durchwandert hatten. bereits am 2. tag nachdem wir vic verlassen hatten haben wir die w.va und virginia (va) stateline passiert. 4 to go! das macht 12 down für mich. calamity´s schuhe begannen sich aufzulösen. nein, nicht die vom vorjahr, sie hatte in canada neue gekauft. die sohlen wurden weich und ihre füsse taten weh. trotzdem schafften wir jeden tag zwischen 13 und 15 meilen. täglich stieg ich möglichst knapp vor dem geplanten nachtlager ab um wasser zu suchen. oft war ich 2 stunden unterwegs bis ich wieder am trail oben war. calamity lief in der zwischenzeit weiter und wenn sie am lagerplatz war, legte sie die stöcke quer über den trail, damit ich sie nicht verpasste. wir hatten ein neues zelt gekauft. erstaunlich wieviel zelt man für so wenig geld in den usa bekam. den ersten sturm überstand es mit bravour! allerdings war es mit nur moskitonetz-innenzelt und sommerlichem schnitt deutlich windiger innen wie in unserem vango tunnel-überzelt. meine schuhe taten es calamity´s gleich. sie begannen sich auch aufzulösen.

    ich war für frühstück und abendessen zuständig, calamity für die brotzeit.

    zu dem weissen punkt oben recht gehts. radar, sieht aus wie ein grosser golfball.

    mein lieblingsschild. 8,0 meilen bis zur mülltonne in unserer richtung. hab keines mehr mit mülltonnen drauf gesehen.

    ich dachte das ist der lemon squeezer, aber der ist in ny. 3x gehts auf dem at unter eingeklemmten felsen durch.



    tagebucheintrag 20.11.85, bryant ridge shelter

    what a day today. calamity was sick in the morning, but we left for cornelius creek shelter. towards the end she was throwing up every 1/4 mile. at the shelter we met peggy (margret), who lives on the trail since 1980. weired story. she claims to be a descendent from the royal (british) family and got kidnapped when she was 2 years old, and people around her get killed by the us government to keep the story secret. calamity got an asprin from her and slept for 2 hrs. i got more of her story. at 2 pm we dashed for bryant ridge shelter. we got wet on the last 20 minutes. yesterday at thunder hill shelter shelter we met up with felix and sundown. [felix hatte ich am diesjährigen start, am stony brook shelter getroffen]. the hunt was up and the first one cought us. they came into th-shelter at dark without water. felix ate sandwiches, sundown cooked noodles with budweiser beer. calamity feels good and had a big meal tonight.

    was für ein tag heute. calamity wars schlecht in der früh, aber wir gingen zum cornelius creek shelter. gegen ende der strecke musste sie sich jede 1/4 meile übergeben. am shelter trafen wir peggy (margret), die seit 1980 auf dem trail lebt. bizarre geschichte. sie behauptet dass sie von der königlichen (britischen) familie abstammt und entführt wurde als sie 2 jahre alt war. und dass ständig leute um sie herum von der us-regierung getötet werden um die sache geheim zu halten. calamity bekam eine aspirin von ihr und schlief für 2 stunden. ich bekam noch mehr von ihrer geschichte. um 2 uhr flitzten wir weiter zum bryant ridge shelter. in den letzten 20 minuten wurden wir noch nass. gestern am thunder hill shelter trafen wir noch felix und sundown. [felix hatten wir am diesjährigen start, am stony brook shelter getroffen]. die jagd war eröffnet und der erste hatte uns eingeholt. sie kamen zum shelter als es bereits dunkel war ohne wasser. felix hatte sandwiches und sundown kochte nudeln mit budweiser bier. calamity gehts wieder gut und sie ass eine grosse mahlzeit heut abend.


    am 21.11 liefen wir 19,6 meilen. zusammen mit dem wasserholen hatte ich meinen ersten 20 meiler gebunkert. in clovedale teilten wir mit felix und sundown ein hotelzimmer. sundown wusch seine wäsche. alles. intihuina und machu picchu, 2 weitere sobos, besuchten uns. woher sie wussten dass wir da waren? keine ahnung. aber der trail weiss alles. felix lud uns ein thanksgiving (erntedankfest) bei stoat, seinem partner vom stony brook shelter zu feiern. er hatte eine mitfahrgelegenheit nach fairfax view organisiert und am rückweg würde uns snail-no-more mitnehmen und eine woche mit felix wandern. seit wir mehr oder weniger mit dem haufen liefen wurde der at seinem ruf als social trail gerecht. immer leute wenn man wollte, immer was zu lachen, immer action. wir beschlossen die einladung anzunehmen und schuhe zu kaufen bei der gelegenheit. es wurde ein tolles wochenende mit essen soviel man wollte und konnte, football und shopping. wir genossen es sehr, besonders calamity die gesellschaft der mädchen. war halt doch was andres als haarige, hungrige thruhikers. bevor es so weit war kamen wir noch an tinker cliffs vorbei und standen am nächsten tag in aller herrgottsfrüh auf mcaffee knob. die beste aussicht am ganzen trail. links auf dem foto kann man den grauen streifen der tinker cliffs erahnen. ein tagesmarsch entfernt. einen weiteren tagesmarsch entfernt wartete southpaw ( südpfote, ein linkshänder) auf uns um uns zu stoat zu bringen.

    sundown holt seine wäsche im motel

    tinker cliffs

    mcaffee knob

    ein dank den köchinen, thanksgiving bei stoat.

    und alle zusammen, von links: lucky luke, snail-no-more, don + sue, deb, felix, calamity jane, sundown, davor angie, vorne missi, dahinter stoat (gary) und dan
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    #15
    am 27.11 waren wir wieder auf dem trail. fett und vollgefressen wie wir waren gings nur 1,3 meilen zum nächsten schelter. wir starteten aber auch erst um halb 9 abends. es war ende der jagdsaison und wir bekamen 2x bewaffneten besuch in der nacht. das shelter war unser erstes das gemauerte wände hatte. nach ein paar tagen kamen wir nach pearisburg. die nacht zuvor war laut, wir schliefen oberhalb eines steinbruches in dem rund um die uhr gearbeitet wurde. der abstieg war unangenehm steil und rutschig, wir bekamen keinen ride in den ort und liefen 2 meilen strasse. im ort war das ayce-buffet geschlossen, der laundromat am einen, die post am anderen, der supermarkt nochmal eine gute strecke aus dem weg. calamity bekam einen brief von ihrem vater. ich fragte was er denn so schreibt, und bekam ein trockenes: "er gratuliert mir zum geburtstag". mein kopf war blank, man hätte mich erschiessen können, aber ich hatte nur das weisse blatt im hirn. und so fragte ich unschuldig: "wann hast du denn?" dummerweise nicht erst morgen, sondern heute. ich hatte das total vergessen und wurde verbal plattgewalzt. das i tüpfelchen daran war, dass ich in der früh noch erwähnt hatte, dass mein cousin heute geburtstag hat. ich versuchte das ganze mit chinesischem buffet wett zu machen. aber das war genauso grottenschlecht wie der ganze tag gelaufen war. aus dem ort raus gabs wieder keinen ride und wir schleppten die schweren rucksäcke wieder 2 meilen über teer. erst spät kamen wir bei mondlicht am shelter an und fanden kein wasser. ich ging suchen, alles war irgendwie feucht, aber ich fand nix trinkbares. gut dass geburtstag nur einmal im jahr ist! in der früh, wir hatten bereits gepackt fanden wir die quelle, 20 m vom shelter weg unter einer kiefer in einem halbmeter tiefen loch. wir kochten noch schnell kaffee bevor es losging.

    shelter im süden, calamity jane, snail-no-more und felix


    unser neues zelt


    neue schuhe!


    und blasen unter der hornhaut


    aber es kamen auch bessere tage. wir spielten leap-frog mit felix und sundown. an den pausen überholten wir uns gegenseitig. die beiden liefen ein wenig mehr wie wir und so waren sie nach ein paar tagen vor uns. calamity bekam blasen unter der hornhaut an den füssen. letztendlich half nur mit einer heissen nadel die hornhaut durchstechen, danach gings wieder besser. und schon gabs ein bischen trail magic für sie. sie fand eine dose icebeer ( bock) hinter einem felsen versteckt und leerte sie sofort an der windgeschützten stelle, an der wir pause machten. danach kam der regen wieder, es wurde ungemütlich. am chestnutknob shelter wären wir gerne geblieben. es hat fenster und 4 wände und einen tollen ausblick. aber wir waren im nebel und es war erst mittag. wir liefen keinen tag mehr weniger als 15 meilen, 20 wäre auch kein grosses problem mehr gewesen. der trail wurde flacher, aber es ging immer noch viel bergauf und -ab. am höchsten punkt von virginia, dort ist nur ein gerodetes quadrat ohne aussicht, befindet sich unterhalb thomas knob shelter. das wurde mein liebstes shelter auf dem at. wir beschlossen nur einen halben tag zu laufen und genossen die sonne. in der nacht fror es. in der früh schwammen kleinste eisteilchen in der wasserflasche und funkelten im sonnenlicht. in den folgenden tagen begann das rim-ice. die feuchte luft, vom meer hergeblasen, kondensierte und alles überfror mit einer eisschicht.


    rim-ice in der sonne

    thomas knob shelter



    jede nacht kam der regen oder der nebel und im grunde war so langsam alles nass. zeit dass wir nach damascus kamen und in "the place" , ein ganzes haus für die hiker, trocken werden konnten. dort trafen wir felix und sundown und 5 andere hiker. zusammen rockten wir die pizzeria die ganze nacht.

    friendship shelter mit der cokemachine und im sommer mit warmer dusche.

    registereintrag. ich werde gott besingen solange ich lebe (rambo hinterliess eine christliche nachricht in jedem register) und die antwort eines unbekannten hikers: mann, du musst verdammt kräftige lungen haben!


    grovin´moose schloss zu uns auf. er hatte sich verletzt, nach einer pause gab er wieder gas. wir trafen oxymoron und tangent man mit ihren beiden hunden. sobos mit eigenem stil. im dauerlauf und kurzer hose gings jeden tag 25 meilen oder mehr, sie schliefen lang starteten spät und holten uns nachmittags ein. bald waren sie voraus, im nächsten ort machten sie ein paar tage pause und wir schlossen auf. der outfitter in damascus tauschte unseren msr- dragonfly stove aus. er hatte ein faslches teil verbaut und brannte nicht mit voller kraft. auch hier toller service umsonst. vielen dank an mt. rogers outfitters!

    weiter gings, einige blieben noch einen oder 2 tage, holten uns aber wieder ein. die jungs waren immer noch sehr leicht mit den sommer sachen unterwegs und froren dafür jede nacht und liefen schnell unter tags. nur sundown kam jeden abend erst nach sonnenuntergang am shelter an.
    felix und g´moose in der früh.

    felix

    sundown


    es war mitte dezember und der winter kam. es wurde frostig und kalt. wenn es nicht fror, dann regnete es und war kalt. nach einem teilstück durch eine wunderschöne schlucht, miit gefährlich ausgesetztem und vereistem weg, erreichten wir kincorra hostel. bob peoples und seine frau stellten das material, gebaut wurde es von nobos. heisse dusche im freien bei -15°c. bob fuhr uns zum einkaufen. wir blieben nur eine nacht.
    kinkorra hostel, hinten der hostel anbau

    das wandern wurde beschwerlich, der eisregen drückte alles nieder, bäume brachen ab, erdrückt von der eislast.

    frierender sundown

    max patch mtn., der bekannteste der balds.


    wir erreichten den great smoky mountains national park. die shelter waren vergittert, alles musste über nacht im shelter sein. bärengefahr. an sylvester [falsches datum, das war zwischen heiligem abend und sylvester] kamen wir an ein shelter in dem eine gruppe war. sie wollten uns nicht reinlassen, das shelter sei voll. wir erstritten uns einen platz und auf einmal war das shelter nur zur hälfte gefüllt. calamity dachte sich ihren teil, ich sprach es aus. der abend wurde dann doch noch ganz nett. der schnee ging nicht mehr weg für eine weile. ich spurte wieder einmal den ganzen tag. tagelang. klingmans dome ist der höchste punkt auf dem at. es war ein harter anstieg im immer tiefer werdenden schnee. calamity liess zum 2. mal ihren "i am taking the next bus home" spruch los. eine umarmung half und weiter gings. oben am gipfel war alles vergessen. eine super aussicht in der sonne, auch wenns richtig kalt war war es herrlich.


    smoky mtn. shelter

    alles vereist

    schnee, immer tiefer je höher wir kamen

    der aussichtsturm, es geht eine strasse hoch zu klingmans dome

    i am flying! und natürlich "all down hill from here" (alles bergab von nun an)

    geile aussicht auf das was vor uns lag
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    #16
    auf dem weg in die smokies verliessen wir va. tennessee (tn) war erreicht. 13 down, 3 to go! im nationalpark war ziemlich betrieb. jeden tag trafen wir hiker die für ein paar tage unterwegs waren. hunde die uns in der nacht wachhielten, hiker die unsere sachen am feuer verbrannten weil sie einfach holz nachlegten ohne die handschuhe weiter weg zu legen. die beiden unerfahrenen kids im double springs shelter schafften es tatsächlich ihre gefrorenen wasserflaschen so zu verbrennen, dass die löcher hatten und unbrauchbar wurden. unsere warnung half nichts.
    es wurde noch kälter. mehrmals bekamen wir noch zu hören, dass das shelter voll sei. jedesmal waren auf 10-15 schlafplätze 6 oder 7 leute verteilt. am 1.1.99 verliessen wir den nationalpark und schliefen im fontana hilton shelter in north carolina (nc). der nächste down, only 2 to go! das besucherzentrum am damm hat duschen die umsonst benutzt werden können. das shelter hat seinen namen bekommen weil es eben am damm geheizte restrooms gab, die heissen duschen und das schelter mit einem tollen blick über den see nur 0,7m von dort weg ist. wir bekamen einen schnellen ride in den nächsten ort und unser fahrer nahm unterwegs sundown auch noch mit. er wollte nicht auf einen ride warten und war zu fuss losgegeangen.


    tagebucheintrag, 1.199 fontana hilton shelter:

    freezing this morning, but not really bad. left at 8 am, had lunch at birch run shelter. hard cilmbs in the morning, shackstack mtn. was easier and then a long downhill to the dam. david took us into town, dropped sundown at the postoffice and gave us a ride back to the dam after we were done shopping. ... we had 12 jumbo eggs and bacon for dinner. finally i feel full. we are eating a lot more since we have snow. tomorrow should bring ice-rain first, later snow.

    frost am morgen, aber nicht wirklich schlimm. wir starteten um 8 in der früh, hatten mittagspause am birch run shelter. steile anstiege am morgen, shackstack mtn. war einfacher und dann kam eine lange strecke bergab, hinunter zum damm. david nahm uns mit in die stadt, brachte sundown zur post, und uns zurück zum damm nachdem wir mit einkaufen fertig waren. ... wir hatten 12 grosse eier und speck zum abendessen. endlich bin ich voll. wir essen viel mehr seit wir schnee haben. morgen soll uns zuerst eisregen und später schnee bringen.


    double springs shelter

    ein sexy baum am wegesrand...

    kleine pause mit snack

    im eispalast


    wir hatten ansere mileage jeden tag hochgeschraubt, am 2.1. war der erste 20 meiler geschafft. wir hätten noch laufen können, aber es wurde dunkel und das nächste shelter hätten wir wohl nicht mehr erreicht. heute hatten wir nette gesellschaft, ein junges ehepaar mit ihren beiden hunden. als gegen halb 9 oxymoron und tangent man mit ihren hunden ankamen wars vorbei mit dem frieden. die beiden zogen eine halbe meile weiter und campten dort. als wir am morgen dort vorbei kamen weigerte sich jake, die dogge, aus dem zelt zu kommen. sie mussten ihn zu zweit rausziehen um einpacken zu können. als sie uns dann gegen mittag überholten sahen wir sie zum letzten mal. es wurde ein wenig wärmer, meist regen statt schnee und wir wurden nicht mehr trocken. am nantahala river ist ein outdoor-center in dem man kurse belegen kann. wir teilten, nach einer grossen portion ben und jerries eiscreme im NOC, das shelter mit einem jungen, der einen erste hilfe kurs beleget hatte. um die 800$ für die übernachtungen zu sparen lief er jeden tag 3 oder 4 meilen zu seinen kursen und abends wieder zurück zum shelter. unsere "was sollen wir nach dem trail machen" depression begann an diesem abend. es wurde richtig schwer zu laufen, nicht weil der rucksack drückte, sondern der kopf. die letzten 100 meilen waren schön zu laufen, im kopf ging der punk ab. 15 down, one to go! so eine schei***!

    grunt holte uns kurz nach der nc- georgia (ga) stateline ein. 4 wochen war er hinter uns her gewesen, mit dem ziel uns noch vor springer mtn. zu erwischen. er schaffte es, kurz nach ihm schloss noch groovin´moose auf. grunt besorgte uns ein zimmer auf einem zeltplatz das wir teilten. der besitzer holte und uns ab und fuhr uns am nächsten tag die 20 meilen zurück zum trail. wir redeten die halbe nacht, ich schlief schlecht, es war einfach zu warm im zimmer. auch draussen wurde es wärmer, die berge niedriger, wir waren weiter im süden und der frühling schien manchmal hinter den wolken hervor zu spitzen. das laufen wurde angenehmer, das chaos im kopf immer grösser.

    da wars noch eisig

    mit grunt im zimmer, g´moose schoss das foto

    der letzte sonnenuntergang auf dem at



    die letzte nacht auf dem trail verbrachten wir im black gap shelter. grunt hatte ein paket bekommen und spendierte für alle kakao mit pfefferminz schnapps. calamity musste meine tasse mittrinken und wurde sehr gesprächig. auf einmal brach sie mitten im satz ab und sagte noch: "i am going to sleep, good night!" (ich schlafe jetzt, gute nacht!). sie drehte sich um und schlief auf der stelle ein. grunt sagte: "whow, its quiet!" ( whow, jetzt ist es ruhig!). das war so wahr, wir konnten gar nicht mehr aufhören zu lachen. in der früh brach grunt sehr früh auf, er hatte einen ride organisiert und musste pünklich los. nach springer mtn. sind noch 7 meilen bis zur strasse in amicalola falls zu laufen. ich war froh, dass uns groovin´moose begleitete und schaute ihm neidisch zu wie er das letzte blatt aus seinem appalachian trail data book riss und verbrannte. der kerl hatte sein yoyo vollbracht. er bekam 2 fette umarmungen von uns. calamity jane und lucky luke küssten am südlichen terminus dem at good bye, und hatten keine ahnung wie es weiter gehen sollte. zuerst besuchten wir kathy und mike, die beiden hatten wir im jahr zuvor, im norden an antlers campsite getroffen. wir bekamen unser versprochenes cajun food. wir kauften ein auto, einen wunderschönen cadillac leichenwagen, und besuchten am weg zu mark, unserem basecamp in new york state, noch einige der leute die wir auf dem at kennengelernt hatten. aber irgendwann ging es trotzdem zu ende. das grosse schwarze loch hatte uns eingeholt. du bist ein ewig gejagter auf dem appalachian trail. egal wie schnell du läufst, irgendwer/was ist immer schneller wie du.

    groovin´mosse schreibt ins tagebuch

    für die meisten der start, für mich der endpunkt: springer mtn.

    calamity jane und lucky luke, foto spiegelverkehrt
    Geändert von danobaja (25.12.2018 um 14:17 Uhr) Grund: rechtschreibfehler entdeckt
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  17. GELÖSCHT Dauerbesucher

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    AW: [USA] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #17
    Einfach nur Wow! Einer der besten Berichte die ich hier bisher lesen durfte. Und da sind verdammt viele sehr gute dabei. Danke.

  18. Anfänger im Forum
    Avatar von Dalsland
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    AW: [USA] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #18
    Hab vielen Dank für das Teilen Deiner Erlebnisse.

    Warum entschuldigst Du Dich für die Qualität Deiner eingescannten Bilder? Nicht viele könne so einen aufwendigen Bericht liefern. Das ist sehr selten. Und es ist faszinierend, noch einmal Bilder aus den 80ern, bzw. 90ern zu sehen.

    Von mir ein ganz herzliches Dankeschön! Da habe ich heute Abend eine wunderbare Lektüre.

    Ich wünsche Dir weiterhin viele schöne Touren. Das ist unser aller Leidenschaft.

    Liebe Grüße von Helge

  19. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von MaxD
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    AW: [USA] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #19
    Ja, die Qualität eines Bildes sollte nicht nur durch die Auflösung und Farbechtheit definiert sein.
    Wieder ein toller Bericht aus Deiner Feder!
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  20. Dauerbesucher
    Avatar von danobaja
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    AW: [USA] appalachian trail in 3 etappen, AT 1997, 1984, 1998

    #20
    danke!

    wisst ihr, das mit den bilder ist wie wenn der usein die 100m in 20 sekunden humpelt.... ich kannte die originaldias mit ihrer brillianz und tiefe. ich durfte die auch semiprofessionell in shows zeigen, komplett vertont in überblendtechnik. das ist ne völlig andere welt. um beim beispiel zu bleiben, unter 10 sekunden.

    was ich jetzt sehe sind bilder die technisch unter aller sau sind. haare und flecken und dreck mitgescannt, kontrast verloren, farben trotz nachbearbeitung kein vergleich zum original. dann schau ich in bernies letzten bericht rein und seh in seinen bildern alles was ich bei meinen vermisse. klasse farben, gestochene schärfe, kontrast, und natürlich auch inhalt. mit dem bin ich bei meinen bildern auch noch zufrieden. das ist aber auch das einzige.

    klar lebt der bericht nicht nur von den bildern. aber mir tuts leid dass ich euch da nichts besseres mehr bieten kann. deshalb entschuldige ich mich dafür. ihr merkt es vielleicht nicht, aber ihr seid die verlierer.... deswegen bin ich aber leider kein sieger, sondern unterm strich muss ich mich bei euch, den verlierern einordnen.

    usein wär mit den 20 sekunden auch nicht zufrieden... selbst wenn er damit der schnellste humpler auf der welt wär.
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