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  1. [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #1
    Mitreisende: Libertist
    Land: Grönland
    Reisezeit: Juli/August 2017
    Dauer: 3,5 Wochen (die gesamte Reise dauerte 3 Monate)

    Zusammenfassung: Sofia, die ihr aus früheren Reiseberichten kennt, kam mich für knapp einen Monat in Grönland besuchen. Gemeinsam mit Willem und einigen seiner Freunde unternahmen wir zunächst eine 12-tägige Trekkingtour in der Gegend um Kangerlussuaq, bis zum Eternity Fjord. Von da aus gingen wir zu zweit weiter nach Westen und paddelten schließlich bis auf die Insel Maniitsoq hinaus, wo wir nach 12 weiteren Tagen ankamen.


    Der erste Teil der Tour hat sich ein bisschen wie Klassenfahrt angefühlt.


    Sofia und ich am Iluliagdlup Tasia.


    Packraften zwischen Eisbergen.

    Woher ich Willem kenne und wie die ganze Grönland-Idee aufkam, habe ich ja bereits in Teil 1 meiner diesjährigen Sommer-Berichte erklärt. Was ich noch nicht erwähnt habe: Willem und ich einigten uns während der Planung im Frühjahr 2017 auch darauf, zumindest eine Tour gemeinsam durchzuführen, um einander besser kennenzulernen. Kangerlussuaq als Ausgangspunkt schien dabei logistisch am einfachsten. Willem wurde von 8 belgischen Freunden und Bekannten begleitet, alle in ihren 20ern und 30ern, dazu ziemlich fit und motiviert.

    Sofia konnte sich im Juli und August ein paar Wochen Urlaub nehmen, und so kam es, dass wir uns am 22. Juli allesamt in Kangerlussuaq trafen. Der Plan war, zunächst vier Tage im Osten der „Stadt“ („Siedlung“ oder „Dorf“ trifft es eigentlich eher) unterwegs zu sein, also in der Nähe des Eisfelds, und dann quer über die Berge zum Eternity Fjord zu marschieren. Dort wurden Willem und seine Begleiter von der Segelyacht abgeholt, Sofia und ich gingen weiter bis nach Maniitsoq.

    Los ging es mit der viertägigen Runde in der Nähe des Eisfelds. Zum Warmwerden, sozusagen. Obwohl die meisten von uns einander nicht kannten, haben wir uns alle sehr gut verstanden; eine wirklich coole Truppe! Besonders froh war ich natürlich darüber, dass Sofia wieder bei mir war.


    Zu elft...





    Kühler Zeltplatz direkt am Inlandeis.




















    Wir hatten ein 2er Packraft dabei, damit wurde die gesamte Mannschaft ein paar Male nach und nach über große Seen geschifft. Das dauert dann natürlich ein paar Stunden, hat aber allen Spaß gemacht.







    Nachdem wir in Kangerlussuaq unsere Rucksäcke mit Nahrungsmittel aufgefüllt hatten, ging es mit einem lokalen Motorboot zum Robertson River. Die Fahrt über den Fjord dauerte etwa eine Stunde oder sowas. Das Wetter war ausgezeichnet und sollte sich innerhalb der nächsten 1-2 Wochen auch nicht ändern. Tatsächlich wurde in diesem Jahr der Temperaturrekord für diese Gegend gebrochen – wir waren meistens in kurzen Hosen unterwegs.

    Inhaltlich gibt’s zu dieser Trekkingwoche nicht viel zu sagen, ich lasse die Bilder größtenteils für sich selbst sprechen. Landschaftlich war’s recht schön, aber die Eisberge fehlten. Dafür gab es Moschusochsen und viele spannende Gespräche.


    Bootsfahrt zum Robertson River.
































    Einmal sind tatsächlich alle baden gegangen – in Grönland, wer hätte das gedacht! Ich bin sicher, es wurde nur biologisch abbaubare Seife benutzt…


    Diese Kiste stand plötzlich vor uns. Es handelte sich um eine Notunterkunft, die in den 70ern zu Forschungszwecken eingeflogen worden ist.





    Überall Moschusochsen. Mit ihrem dicken Fell taten sie mir bei diesen Temperaturen richtig leid.

















    Ab einer Höhe von 1.000 m gab es praktisch keine Vegetation mehr.








    Das bin nicht ich. Aber ich bin auf den Geschmack gekommen…

















    Paarfoto der beiden Singles, nachdem alle frisch Verliebten dran gewesen sind.






































    Die Yacht wartet schon auf uns…


    Glücksgefühle zu Tourende.


    Willem war auch zufrieden.


    Spätes Frühstück auf dem Boot.

    Am 2. August wurden wir am Ostende des Eternity Fjords von Willems gecharterter Yacht abgeholt, die Crew empfing uns mit einem ausgiebigen Frühstück. Die Belgier waren voller Stolz und Freude über ihre erfolgreich zu Ende gebrachte Tour, während Sofia und ich sehr konzentriert waren, schließlich stand uns die herausfordernde Route nun erst noch bevor.

    Wir fuhren ein Stück mit der Yacht mit uns ließen uns dann in einem Seitenarm (Kujatdlet Fjord) an Land bringen, von wo unsere Tour nach Maniitsoq startete. Verpflegung füllten wir übrigens an Bord wieder auf – das alles hatte ich schon im April nach Belgien geschickt, wo es für mich auf die Yacht geladen wurde.

    Hier die Route, die wir dann zu zweit nach Maniitsoq gingen: Kujatdlet Fjord - Maniitsoq

    Zunächst ging es einen steilen Anstieg hinauf auf ein Plateau, wo wir über teils grasiges, teils steiniges Gelände marschierten. Es waren ziemlich viele Moskitos und kleine Fliegen unterwegs, ansonsten lief alles prächtig.


    Damit wurden Sofia und ich an Land gebracht.


    Blick auf den Eternity Fjord.


    Eigentlich ganz schön, wenn nur diese verdammten Moskitos nicht gewesen wären.





    Nachts wurde es zunehmend kälter.













    Sehr spektakulär wurde es, als wir den See Iluliagdlup Tasia erreichten. Dieser See ist eingeschlossen von Felsen und Gletschern, er hat keinen natürlichen Abfluss. Zumindest keinen dauerhaften: Alle paar Jahre (7, angeblich), steigt der Wasserstand so hoch, dass der Gletscher am Westende des Sees angehoben wird. Das hat wohl damit zu tun, dass Eis leichter ist, als Wasser, wenn ich das richtig verstanden habe. Jedenfalls wird der Gletscher aller paar Jahre von diesem Schmelzwasser ausgehebelt, dann entleert sich der See unterhalb des Gletschers, das Wasser fließt ins Tal.

    Als wir ankamen, war der Wasserstand vergleichsweise niedrig; an der Vegetationsgrenze konnte man erkennen, dass der See locker hundert Meter höher sein kann. Wir mussten jedenfalls auf die andere Seite paddeln, was bei so vielen Eisbergen gar nicht so leicht war. Es dauerte eine ganze Weile, aber schließlich bahnten wir uns einen Weg durch das Labyrinth und erreichten das andere Ufer.








    Packrafts mit „Cargo Fly“, damit konnten wir unsere Ausrüstung im Inneren des Bootes verstauen.








    Ein Labyrinth aus Eis.

    Von da aus ging es stur nach Westen. Das Wetter war noch immer genial, aber die Navigation über das felsige Plateau teilweise gar nicht so einfach. Zwischendurch mussten wir noch mal paddeln. Dieser Tourabschnitt wäre zwar auch ohne Packraft möglich gewesen, aber dann hätte man den ziemlich verspalteten Gletscher westlich des Sees queren müssen.











    Nicht lustig. (Foto: Sofia)











    Wieder mal ein perfekter Zeltplatz.
















    Am Sondre Isortoq Fjord angekommen, begann es dann zu regnen. In starkem Regen und schlechter Sicht stiegen wir vom Plateau ab; als die Sicht klarer wurde, begannen wir zu paddeln. Als der Gegenwind stärker wurde, entschieden wir, über Land weiter zu gehen und marschierten bis spät abends fast zum Ende der Halbinsel. Am Meer angekommen fanden wir eine kleine Fischerhütte, die offen stand und uns für die Nacht Unterkunft bot.






















    Geändert von Libertist (06.12.2017 um 23:58 Uhr)
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  2. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #2
    Nun kam der Tag, dem wir schon lang besorgt entgegengeblickt hatten: 16,5 km Paddeln standen bevor, um die Insel zu erreichen, auf der Maniitsoq lag. Gepaddelt werden musste nach Westen, also gegen den Wind. Und zwar nicht über einen Fjord, sondern mehr oder weniger auf offener See. Zwar gab es hier und da kleine Inseln, dennoch war man Wind und Wetter komplett ausgesetzt.

    Wir starteten um 6 Uhr morgens, als die See noch ruhig war. Im Laufe des Vormittags nahm der Wind etwas zu, aber mit viel Kraft und Ausdauer schafften wir es, nach acht Stunden in den Hafen von Maniitsoq einzupaddeln. Die Männer am Hafen haben sich köstlich amüsiert, als sie unsere kleinen Gummiboote vom Meer hereinkommen sahen.

    Übrigens: Während der gesamten drei Monate in Grönland habe ich auf Packrafting-Passagen immer wieder Motorboote in einiger Entfernung vorbeifahren sehen. Natürlich wurden auch wir gesehen, oftmals wurden die Boote langsamer, die Menschen haben uns ungläubig angeschaut. Aber kein einziges Mal kam ein Boot zu uns herangefahren. Nie wurden wir gefragt, ob alles okay sei, selbst bei Wind und Regen nicht. Das fand ich schon seltsam… Naja, die Grönländer sind wohl eher schüchtern.





    Kurz vor der Ankunft in Maniitsoq.


    Der Hafen.

    In Maniitsoq angekommen, packten wir alle unsere Sachen zusammen und suchten die beiden Hotels auf. Das eine war ausgebucht, das andere hätte 2.200 Kronen (300 Euro) pro Nacht gekostet, wenn ich mich recht erinnere. WLAN hätte noch mal mehr gekostet, man bezahlt pro halbe Stunde. Das war uns dann doch etwas zu teuer, vorerst, und wir erkundigten uns in der Stadt nach anderen Möglichkeiten.

    Über Umwege lernten wir einen Dänen kennen, der uns das leere Haus seines Sohnes für wenig Geld zur Verfügung stellte. Es gab zwar kein Warmwasser, aber dafür Waschmaschine und Küche – ein Glücksfall, mal wieder.

    So verbrachten Sofia und ich unseren letzten vollen Tag in Maniitsoq. Am Morgen des 14. Augusts flog sie heim – und ich weiter nach Nuuk, in die Hauptstadt Grönlands. Der Abschied fiel uns gar nicht so leicht, schließlich waren es noch weitere sieben Wochen bis zu meiner Heimkehr.

    Na gut, das war’s erstmal. Der nächste Bericht wird dann wieder etwas länger, da gab’s einige Überraschungen zwischendurch… Wenn eine Tour so nach Plan läuft, wie diese, kann man sich ja kurz halten, oder?
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  3. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #3
    Abgefahren, GEIL!

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

    meine Weltkarte

  4. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #4
    Sehr schön.

    Ich finde es auch immer wieder klasse, wie Du mit dem Fotoapparat Bilder einfängst, die auch ohne großartigen Erklärungen einfach für sich selbst sprechen.

    Ja, manchmal blickt man sich um und wundert sich, dass eigentlich alles wie am Schnürchen geklappt hat.
    Geändert von Markus K. (07.12.2017 um 10:37 Uhr)
    "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur das falsche Fell!"

    -Samson und Beowulf- Als Hunde sind sie eine Katastrophe, aber als Menschen unersetzbar.

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    Avatar von Mortias
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    AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #5
    Erneut bin ich begeistert. Toller Bericht. Außer die vielen Mücken. Da vergeht mir ja allein schon beim Betrachten der Fotos der Spaß. Bin ja selbst kein großer Freund von so Mückennetzen, aber in dem Fall kann ich es echt gut verstehen, dass ihr sie getragen habt. Hätte ich wohl nicht anders gemacht.

  6. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #6
    Geniale Fotos!!! (Wie immer bei Dir!). Da möchte man ja gleich den Bikini einpacken für den nächsten Badeurlaub. Wie waren denn die ungewöhnlich hohen Tagestemperaturen und wie die Nachttemperaturen?

  7. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #7
    Wunderschöne Bilder einer beeindruckenden Gegend! Bis auf die Mücken. Ich werde nie niemals zu der Zeit nach Grönland reisen

    Danke fürs mitnehmen

    Ich stelle es mir irgendwie cool vor, mit so einer großen Truppe zu trekken, kenne das nur zu zweit

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    Avatar von evernorth
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    AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #8
    Moin Gabriel,
    einige Fotos finde ich wirklich außergewöhnlich, wie auch die gesammte Tour. Dein großartiger Blick für
    " besondere " Motive ist ja schon legendär.
    Mit der Bearbeitung der Fotos habe ich diesmal allerdings so meine Probleme. Auf meinem Monitor sind eigentlich alle Fotos viel zu hell, insbesondere der Himmel und wenn weiße Wolken im Motiv sehr dominant sind, wirken " überstrahlt " und geradezu " ausgewaschen ". Mag sein, dass die extreme Helligkeit im arktischen Sommer und die wohl extremen Kontraste auch für die Kamera nicht so leicht zu meistern waren, aber das tut meinen Augen schon manchmal richtig weh.
    Das habe ich bei deinen vorherigen Projekten deutlich weniger empfunden.
    Du hast deinen " Bearbeitungsstil ", das finde ich gut und das macht deine Fotos auch unverwechselbar, aber diesmal bist du etwas über dein Ziel hinausgeschossen. Ich hoffe auf Besserung.
    In einer Welt wie dieser kann man womöglich nur noch (nach) innen reisen. Dort findet man alles, was man braucht, wenigstens theoretisch. Was braucht man denn?

  9. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #9
    Zitat Zitat von qwertzui Beitrag anzeigen
    Wie waren denn die ungewöhnlich hohen Tagestemperaturen und wie die Nachttemperaturen?
    Auf dieser Tour lagen die Temperaturen tagsüber zwischen 10 und 24 Grad, nachts so zwischen 0 und 8 Grad, schätze ich. Durchschnittlich hatten wir Tagestemperaturen von ca. 18 Grad, nachts so um die 5 Grad.


    Zitat Zitat von blackteah Beitrag anzeigen
    Ich stelle es mir irgendwie cool vor, mit so einer großen Truppe zu trekken, kenne das nur zu zweit
    Für mich war's auch eine neue Erfahrung. Und ja, gar nicht so übel, wenn die Gruppe passt.


    Zitat Zitat von evernorth Beitrag anzeigen
    Auf meinem Monitor sind eigentlich alle Fotos viel zu hell, insbesondere der Himmel und wenn weiße Wolken im Motiv sehr dominant sind, wirken " überstrahlt " und geradezu " ausgewaschen ".
    Danke für die Rückmeldung. Ist dein Monitor kalibriert? Meiner schon, die Histogramme passen in der Regel... daran orientiere ich mich vor allem (mehr, als an der subjektiven Bildwirkung).

    Viele Fotos dieser Tour sind tatsächlich sehr hell geworden, weil das Licht mitunter grell war und die Kontraste entsprechend hoch waren. Vor Ort waren wir meistens mit Sonnenbrillen unterwegs oder mussten die Augen zukneifen - das will ich durch die Bildbearbeitung auch nicht "verheimlichen". Aber bei Fotos, die früh morgens oder im Abendlicht entstanden sind (also in "gutem" Licht), sollte es eigentlich passen. Oder hast du ein Beispielbild, dass du unnatürlich hell findest?
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  10. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #10
    Mein Monitor ist auch kalibriert und mir sind die Fotos nicht besonders "als verbastelt" aufgefallen. Das Color Grading bzw. die Entsättigung ist Geschmackssache.

    Vermute, er meint so Fotos wie diese hier:





    Aber wenn es halt so grell bzw. dunstig war ... das Boot ist ja nicht überbelichtet. Mit der dehaze Funktion von Lightroom könnte man da etwas manipulieren. Aber es wäre halt Manipulation.

  11. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #11
    Klasse Tour!
    Und tolle Fotos! Du hast echt den Blick dafür.
    (Auf mich wirken einige Bilder aber auch etwas "over-processed".)
    Ich freue mich immer wieder, etwas aus Grönland zu sehen.

    Diese fiesen, kleinen Beißfliegen, die noch viel penetranter sind als Moskitos, können einem echt schon mal die Laune trüben.

    Natürlich wurden auch wir gesehen, oftmals wurden die Boote langsamer, die Menschen haben uns ungläubig angeschaut. Aber kein einziges Mal kam ein Boot zu uns herangefahren. Nie wurden wir gefragt, ob alles okay sei, selbst bei Wind und Regen nicht. Das fand ich schon seltsam… Naja, die Grönländer sind wohl eher schüchtern.
    Ich habe in Grönland erlebt und erfahren, dass sich dort eine Art "Kultur des Ignorierens" entwickelt hat.
    Das liegt daran, dass sie mit vielen Menschen auf engstem Raum zusammenlebten bzw. zusammenleben. In Ostgrönland ist das noch heute so. In einem einzigen Raum leben, essen, schlafen bis zu 25 Personen gemeinsam und gehen dort auch ihren intimsten Tätigkeiten nach. Das funktioniert nur, wenn die anderen das "einfach nicht mitbekommen".
    Grönländer sind Mitmenschen gegenüber äußerst tolerant. Solange du ihn persönlich nicht störst, lässt dich der Grönländer machen, was du willst und behelligt dich dabei nicht weiter. Du wirst schon wissen, was du da tust.
    Diese "Kultur" wird auch besonders deutlich in der Art, wie Grönländer mit einander kommunizieren etc.


    Wir Zeit, dass ich da auch mal wieder hinkomme ...


    Qujanak, ingerlalluarit!

    Sylvia
    *Kalender: Papageitaucher 2017*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  12. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #12
    klasse Gegend,......da möchte ich auch gerne mal hin

  13. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #13
    Danke für eure Kommentare!

    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Ich habe in Grönland erlebt und erfahren, dass sich dort eine Art "Kultur des Ignorierens" entwickelt hat.
    Das liegt daran, dass sie mit vielen Menschen auf engstem Raum zusammenlebten bzw. zusammenleben. In Ostgrönland ist das noch heute so. In einem einzigen Raum leben, essen, schlafen bis zu 25 Personen gemeinsam und gehen dort auch ihren intimsten Tätigkeiten nach. Das funktioniert nur, wenn die anderen das "einfach nicht mitbekommen".
    Grönländer sind Mitmenschen gegenüber äußerst tolerant. Solange du ihn persönlich nicht störst, lässt dich der Grönländer machen, was du willst und behelligt dich dabei nicht weiter. Du wirst schon wissen, was du da tust.
    Diese "Kultur" wird auch besonders deutlich in der Art, wie Grönländer mit einander kommunizieren etc.
    Sehr interessante Perspektive, das ist bestimmt Teil des Grundes. Mir ist auch aufgefallen, dass es mit den Grönländern manchmal einfach länger dauert, bis ein gewisses Vertrauen herrscht. Mit einem hatte ich beispielsweise zwei Gespräche, über zwei Tage verteilt: Beim ersten hat er mir nur kurz meine Fragen beantwortet, den Rest der Zeit haben wir geschwiegen. Als ich ihn am nächsten Tag wieder getroffen habe und wir uns begrüßt hatten, schwiegen wir wieder für ein paar Sekunden (ich war von anderen Kulturen bereits gewöhnt, sowas einfach aushalten zu müssen). Nach einer Weile fragte er mich dann, wo ich eigentlich herkam. Und dann, natürlich, was das für ein Boot sei, mit dem ich da unterwegs bin...
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  14. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #14
    Zitat Zitat von Libertist Beitrag anzeigen
    Sehr interessante Perspektive, das ist bestimmt Teil des Grundes. Mir ist auch aufgefallen, dass es mit den Grönländern manchmal einfach länger dauert, bis ein gewisses Vertrauen herrscht.
    Wenn du in nächster Zeit häufiger/länger in Grönland sein solltest und dich für die Grönländer interessierst, kann ich dir sicher noch einiges Interessantes erzählen zu ihrer Kultur, Geschichte, Sprache, Denkweise, Werten, etc.
    Ich habe mich eine Weile recht intensiv mit Grönländern beschäftigt und bin ein paarmal dort gewesen. Bei den Menschen, nicht nur in der Natur. Da natürlich auch, im Winter und im Sommer, paddeln und wandern.

    Wenn dich was interessiert, frag halt.

    Takuss,
    Sylvia
    *Kalender: Papageitaucher 2017*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  15. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #15
    Danke für das Angebot, Sylvia, darauf komme ich im nächsten Jahr vielleicht zurück. Sammle gerade Routen-Ideen.
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  16. Dauerbesucher
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    AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #16
    Tolle Tour und tolle Bilder, Gabriel.

    Auch die Mückenplage ist eindrücklich. Ich dachte schon, wir hätten uns dieses Jahr beklagen dürfen, aber...

    PS zu den Packrafts: Wieviel bekommt man denn in den Cargo-Fly-Kofferraum rein bzw. Nach welche System habt ihr dann Eure Ausrüstung verstaut ? Und nutzt ihr eigentlich Cruiser oder WW-Decks ? Antwort gerne auch per PN, falls Du nicht möchtest, dass der Thread zerschossen wird. Andererseits ist ja sowas meist für mehrere interessant.

    Freue mich schon auf die letzte Etappe!
    Sascha

  17. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #17
    Zitat Zitat von Antracis Beitrag anzeigen
    PS zu den Packrafts: Wieviel bekommt man denn in den Cargo-Fly-Kofferraum rein bzw. Nach welche System habt ihr dann Eure Ausrüstung verstaut ? Und nutzt ihr eigentlich Cruiser oder WW-Decks ? Antwort gerne auch per PN, falls Du nicht möchtest, dass der Thread zerschossen wird. Andererseits ist ja sowas meist für mehrere interessant.
    Hallo Sascha, ich beantworte solche Fragen viel lieber hier im Thema, als per PN, da, wie du schreibst, viele solcher Details auch für andere interessant sein könnten.

    Wir hatten Packrafts mit WW Deck dabei. Wäre für Fjordquerungen nicht unbedingt nötig gewesen, aber es ist doch deutlich angenehmer. Vor allem, wenn es regnet und/oder starker Wellengang herrscht. Außerdem war es Alpacka Raft so lieber, wahrscheinlich fühlen sich die Verantwortlichen mit den WW Decks besser repräsentiert ... Die Boote wurden ja gesponsert, also hatten die da ein Wort mitzureden.

    Der "Cargo-Fly-Kofferraum" ist ja nur eine Öffnung in das Innere des Schlauchs (Packrafts bestehen ja nur aus 1 Kammer), theoretisch kann man also das ganze Ding vollräumen. Wie viele Liter das sind, weiß ich nicht, aber jedenfalls deutlich mehr, als mein gesamter Rucksackinhalt (105 Liter). Er werden auch 2 riesige Drybags mitgeliefert, die ich allerdings gleich zu Hause gelassen habe, braucht man eigentlich nicht.

    Ich konnte ja nun beide Systeme ausgiebig testen (mein altes Packraft hat keinen Kofferraum) und muss sagen, dass das Cargo Fly die beste Erweiterung für Packrafts ist, die ich mir hätte vorstellen können. Die Ausrüstung ist somit nicht nur sicher und trocken verstaut, sondern der Schwerpunkt des Bootes liegt auch deutlich niedriger. Das ist gerade im Wildwasser ein riesiger Vorteil! Ich schnalle jetzt also nur noch den (fast) leeren Rucksack vorn drauf.
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    AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #18
    Super, Danke für die Antwort. Wir wollen nächstes Jahr auch Alpackas anschaffen und für mich waren noch diese beiden Punkte offen. Der zusätzliche Stauraum ist ja sehr verlockend, bildet aber andererseits auch wieder eine Schwachstelle. Aber Klagen in der Praxis scheint es ja bisher noch nicht gegeben zu haben.

    Cruiser- oder WW-Deck war ich mir noch nicht sicher, aber Alpacka selbst empfielt ja auch gerade für kühle Gegenden und schlechtes Wetter eher die zweite Option. Im Zweifel hat man dann halt etwas mehr Wasserschutz als man braucht und gewichtsmäßig ist das ja nicht so arg. Und wenn es uns doch mal in wildere Gewässer ziehen sollte, müssen wir nicht gleich was neues kaufen.

  19. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #19
    Zitat Zitat von Antracis Beitrag anzeigen
    Super, Danke für die Antwort. Wir wollen nächstes Jahr auch Alpackas anschaffen und für mich waren noch diese beiden Punkte offen. Der zusätzliche Stauraum ist ja sehr verlockend, bildet aber andererseits auch wieder eine Schwachstelle. Aber Klagen in der Praxis scheint es ja bisher noch nicht gegeben zu haben.
    Klar, den Gedanken hatte ich auch, Reißverschlüsse sind potentielle Schwachstellen. Aber diese funktionieren wirklich gut, zumindest habe ich noch nichts Negatives erlebt oder gehört. Ein bisschen Pflege gehört dazu, aber das ist ja klar.


    Zitat Zitat von Antracis Beitrag anzeigen
    Cruiser- oder WW-Deck war ich mir noch nicht sicher, aber Alpacka selbst empfielt ja auch gerade für kühle Gegenden und schlechtes Wetter eher die zweite Option. Im Zweifel hat man dann halt etwas mehr Wasserschutz als man braucht und gewichtsmäßig ist das ja nicht so arg. Und wenn es uns doch mal in wildere Gewässer ziehen sollte, müssen wir nicht gleich was neues kaufen.
    Wenn du damit im Wildwasser fahren willst, ist das Cruiser Deck ziemlich schlecht, ehrlich gesagt. Es geht ständig auf und Wasser läuft ins Boot. Mit einem ordentlichen Drysuit ist das akzeptabel, aber das WW Deck ist doch deutlich besser: Das Innere des Bootes bleibt da wirklich trocken. Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du's vielleicht irgendwo testen... wirst schnell merken, dass das WW Deck deutlich angenehmer ist, das Mehrgewicht lohnt sich. Ich habe beide Varianten da, falls du mal in der Nähe von Wien sein solltest.
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  20. AW: [GL] Grönland 2017 (2/3): Kangerlussuaq – Maniitsoq

    #20
    Danke für den Bericht und die tollen Fotos (bei mir am Bildschirm sind sie ok). Irre diese Temperaturen und die Mücken, daran denkt man nicht als erstes bei Grönland
    Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

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