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    [NZ] Te Araroa - Zu Fuss durch Neuseeland

    #1
    Mitreisende: realThargor
    Hallo zusammen,

    nach ~10 Jahren Leserschaft, in der ich einige Inspiration und viele gute Tipps aus dem Forum bezogen habe, nun mein erster Beitrag und gleich ein Reisebericht. Lang hatte ich mir das vorgenommen, aber leider hat immer die Zeit und Muse dazu gefehlt.

    Das hat sich nun geändert, da ich meinen Job gekündigt habe und seit Mitte Oktober mit meiner Freundin in Neuseeland bin um den Te Araroa zu laufen.
    Wir haben einen Blog aufgesetzt und schreiben regelmässig unsere Erlebnisse auf.

    Blog: https://hikingbug.org
    Facebook: https://www.facebook.com/Hikingbug

    Ich muss mal schauen, wie regelmässig ich hier posten werde, aber zumindest den Anfang wollte ich gemacht haben.

    --
    Gruß
    Simon

  2. Neu im Forum

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    Der Weg

    #2
    Der Te Araroa - Neuseelands Fernwanderweg - verbindet die zwei äußersten Spitzen der Hauptinseln miteinander, führt durch Städte, Dörfer und Siedlungen und über 3000 km hinweg durch die unterschiedlichsten Landschaften, die das Land zu bieten hat.

    Geschichte

    Die Idee hinter dem Weg geht zurück bis in die 70er Jahre, nahm aber erst in den 90ern durch den Journalisten Geoff Chapple Fahrt auf. Er gründete den den Te Araroa Trust, der bis heute den Ausbau und die Pflege des Weges vorantreibt.

    Offiziell eröffnet wurde der Trail dann 2011 und ist damit der jüngste der weltweiten Fernwanderwege.

    Wegverlauf

    Der Te Araroa verbindet mehrere kürzere Strecken, die auch als Tageswanderungen oder Mehrtagestouren begangen werden können. Um die gesamte Strecke zu laufen, sollte man einen Zeitraum von 4-5 Monaten einplanen.

    Folgt man dem Weg in südlicher Richtung, startet er in Cape Reinga, wo die Wassermassen des Pazifischen Ozeans und der Tasmansee aufeinander treffen. Von dort aus führt er über eine Strecke von 3000 km bis zum südlichsten Punkt nach Bluff. Gekennzeichnet ist der Weg mit einem Cabbage Tree (Te Araroa ti kouka).

    Für detaillierte Infos zur Geschichte, dem Wegverlauf und für weitere Hinweise - auch zum Zustand der einzelnen Abschnitte - sei hier auf die offizielle Website www.teararoa.org.nz verwiesen.

    Warum dieser Weg?

    Als wir anfingen über einen Fernwanderweg nachzudenken, landeten wir auf unserer Suche zunächst bei den bekanntesten Wanderungen - dem Jakobsweg (zu wenig outdoor und ... erledigt :-)) und den 3 großen amerikanischen Wegen (Pacific Crest Trail, Appalachian Trail und Continental Divide Trail). Und dann stießen wir bei der Suche irgendwann auch auf den Te Araroa, der es uns gleich angetan hatte.

    Noch steckt der Trail in seinen Anfängen. Das macht ihn zwar auf der einen Seite anfällig für einige Kinderkrankheiten (ich freue mich jetzt schon auf Wegverläufe entlang langer Straßenzüge). Auf der anderen Seite hat es aber den Vorteil, dass es noch keinen Film oder keine bekannten Bücher über ihn gibt und der Weg somit noch nicht von Scharen von Wanderern begangen wird. Nichtsdestotrotz werden es jährlich mehr - in der letzten Saison 2016/2017 waren es um die 550 Personen, die Neuseeland komplett durchwanderten. Hinzu kommen Tagesausflügler bzw. Wanderer, die den Weg nur in Abschnitten begehen.

    Daneben ist Neuseeland ein sicheres Reiseland - politisch und auch in Bezug auf die Tierwelt. Wir wollten uns einfach die bärensicheren Container im Gepäck sparen, die uns in den USA erwartet hätten. Und es ist angenehm zu wissen, dass sich die für den Menschen gefährlichen Gifttiere in Neuseeland an einem Finger abzählen lassen.

    Das waren die Hauptfaktoren, warum wir uns beide am Ende sehr schnell auf den Te Araroa geeinigt haben. Vielleicht wird die USA ja in Zukunft auch wieder interesanter als Reiseziel. :-)

  3. Alter Hase
    Avatar von AlfBerlin
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    AW: [NZ] Te Araroa - Zu Fuss durch Neuseeland

    #3
    Willkommen im ODS-Forum und danke für den Link auf Eure schöne Website.

    Da bin ich ja mal gespannt auf Deinen Wanderbericht aus meinem Traumland.

  4. Neu im Forum

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    Spirits Bay nach Ahipara

    #4


    Spirits Bay nach Ahipara

    Tag 1: Spirits Bay - Pandora Camp

    So richtig los ging es für uns dann am Spirits Bay Camp. Nachdem es erst gegen halb drei war und unsere letzte Mitfahrgelegenheit uns versichert hat, dass nach 3 Stunden Wanderung, ein kleiner Campingplatz mit Wasser kommt, wollten wir den Nachmittag gleich noch nutzen - mit Blick auf Strand und wilden Pferden auf einer nahegelegenen Wiese.

    Einzig mein Rücken machte mir zu schaffen. Irgendwie hatte ich ihn mir im Laufe des Tages verhoben, als ich meinen Rucksack auf eine Rückbank einer unserer Mitfahrgelegenheiten hiefte.

    So ziemlich genau nach drei Stunden erreichten wir unser Ziel - ein DOC-Campsite, wo es tatsächlich eine kleine Wasserstelle (mit Wasser aus einem nahen Bach), Toiletten und eine überdachte Schutzhütte in der Mitte gab. Das ging ja mal einfach los.

    Gegen zwei Uhr nachts wachte ich durch ein lautes Geräusch im Vorzelt auf - ein Kratzen und Reißen. Ich war ziemlich schnell auf den Beinen und weckte durch meine Bewegungen auch Simon auf. Ich strahlte mit meiner Stirnlampe ins Vorzelt und Simon klatschte ein paar mal laut. Das Vorzelt war leer bis auf unsere Rucksäcke. Aber die Bissspuren, die wir später in unserem Brot fanden, sagten uns, dass wir uns das Geräusch nicht eingebildet hatten. Es erinnerte mich irgendwie an die diebischen Opossums in Australien...gab es die hier etwa auch? Wir fühlten uns extrem gut informiert.
    Als wir am nächsten Tag an einem Schild vorbei liefen, welches Wanderer über ausgelegte Fallen für wilde Katzen, Ratten und eben auch Opossums informierte, hatten wir schließlich unsere Antwort.

    Tag 2: Pandora Camp - Twilight Camp

    Am nächsten Tag ging es dann bei schönstem Wanderwetter weiter - leicht bewölkt und ab und an schaute die Sonne raus.
    Wir folgten dem Coastal Walk weiter, der Teil des Te Araroa-Weges war. Dieser führte uns auf und ab über dicht bewachsene Hügel und in kleine einsame Strandbuchten.

    Am frühen Nachmittag erreichten wir Cape Reigna - den eigentlichen Start des Te Araroa.

    Von dort aus wies ein Schild 5 1/2 Stunden bis zum Twilight Camp aus...puh...musste es denn gleich so viel sein? Über weitere Hügel und später riesige Sanddünen ging es weiter...ohne fixen Pfad - einige orange-markierte Holzpfosten zeigten uns die Richtung.

    Am Ende ging es noch den Strand entlang bevor wir über eine Treppe ein Camp erreichten.

    Da erst 3 Stunden seit Cape Reigna vergangen war, zweifelte Simon daran, dass es wirklich unser Ziel war. Mich hat das Gewicht meines Rucksacks aber den Tag über ziemlich platt gemacht und mir war es gerade ziemlich egal, ob es das richtige oder falsche Camp war - es gab Stellplätze, Wasser und Toiletten. Was will man mehr?
    Ein Blick auf die Karte versicherte uns allerdings, dass wir richtig waren und die Zeitangaben auf den Wanderschildern vielleicht doch mit recht viel Puffer ausgewiesen werden. Auf diesem Zeltplatz lernten wir zwei andere TA-Wanderer kennen - Austin aus Colorado und Melanie aus England.

    Beim Zeltaufbau merkten wir, dass ich wohl am Morgen ein Hering im Boden vergessen hatte. Zum Glück hatten wir noch zwei Ersatzheringe dabei...so zeitig hatten wir allerdings nicht mit Materialschwund gerechnet :-(
    Dafür kam heute Nacht das Brot mit ins Zelt.

    Tag 3: Twilight Camp - The Bluff

    Der dritte Tag führte uns zu Beginn noch über ein paar bewachsene Hügel, bevor wir den 90-Mile Beach erreichten, den wir die nächsten 3 Tage entlang laufen sollten...kein Wanderweg mehr, sondern immer in Richtung Süden. Rechts das Meer und Links die Dünen. Die Herausforderung war es, dazwischen genau den Streifen Sand zu finden, auf dem wir gut laufen konnten. Dazu ein ganz feiner Nieselregen - eine interessante Kombination mit Wind und feinem Sand.

    Am Abend erreichten wir unser Ziel - den Campingplatz The Bluff. Ich war wirklich ko und hab Simon die Zeltplatzsuche überlassen. Hier haben wir auch unsere drei Amis aus dem Bus wieder getroffen. Die haben die Nacht zuvor kurz vor dem 90-Mile-Beach übernachtet. Nachdem in den Trail Notes aber stand, man solle sich bitte auf diesem ersten Abschnitt des Trails an die allgemeinen Übernachtungsplätze halten, wollten wir das - wenn die Beine mitmachten - auch so einrichten.

    Die Wasserstelle auf diesem Zeltplatz bestand aus Wasser, was aus einem Rohr in eine Badewanne abfloss, in dem sich scheinbar ein Aal häuslich eingerichtet hatte.

    Tag 4: The Bluff - Utea Park

    Strand, Wasser, Muscheln, seltsame Tierchen, Sandflöhe, Wind.

    Am frühen Nachmittag sind wir bei der Maori-Hippie-Enklave Utea Park angekommen. Zum ersten Mal bestand die Chance tatsächlich einen Nachmittag mit entspannen und lesen zu verbringen. Am Ende sorgte das kurze Hinlegen und Entspannen aber dafür, dass es mir schnurstracks die Augen zuzog. Nur mein Magenknurren konnte mich von einem erneuten Aufstehen überzeugen.

    In der Zwischenzeit haben auch Marly, Tim und Parker (die 3 Amis aus dem Bus) ihre Zelte neben uns aufgeschlagen. Sie haben im Laufe des Nachmittags von ein paar Fischern am Strand gezeigt bekommen, wie man Muscheln sammelt und bereiteten diese gerade zu. So setzten wir uns noch ein wenig zu ihnen und konnten auch vom Strandgut kosten.

    Tag 5: Utea Park - Ahipara

    Unser Ziel für den nächsten Tag war es die 31 km nach Ahipara zu laufen. Dort wartete ein Youth Hostel und ein kleiner Supermarkt auf uns.

    Meinen Blasen, die sich am Vortag an meinen kleinen Zehen eingenistet hatten, ging es am Morgen eigentlich wieder ganz gut. Zwei Pflaster drauf und los ging es.

    Immerhin hatte sich der kühle Wind vom Vortag gelegt und wir konnten die Windjacke im Rucksack lassen.

    Bei einer kurzen Pause kam ein hinter uns laufendes Pärchen auf uns zugewandert - das mussten die zwei anderen Deutschen sein, von denen wir bereits gehört hatten - Susi und Bruno. Die beiden wollten auch den Weg im Ganzen laufen. Im Laufe des Tages kreuzten sich unsere Weg noch mehrmals und wir erreichten Ahipara zusammen. Vorher versuchten Simon und ich am Strand auch ein paar Muscheln zu finden - leider erfolglos...da hat die kurze Erklärung von Marly am Vorabend wohl nicht gereicht.

    In Ahipara machten wir uns auf den Weg zum Youth Hostel, was gleichzeitig auch der Caravanpark war. Dort begegneten wir auch einigen der anderen Wanderer, die wir an der ein oder anderen Stelle auf dem bisherigen Weg getroffen hatten. Die TA-Wanderer hatten bereits eine kleine Ecke des Zeltplatzes für sich eingenommen. Trotzdem entschieden sich Simon und ich für einen kleinen Bungalow - ein Dach, eine Matratze und etwas Platz, wo wir unsere Sachen ausbreiten konnten. Ein wenig blöd kamen wir uns ja schon vor...aber man muss am Ende einfach sein eigenes Ding machen. 'Walk your own hike!'

    Tag 6: Ahipara

    Am liebsten wären wir beide ja direkt weiter gelaufen. Ahipara schrie jetzt nicht unbedingt danach, dort länger zu verweilen. Ein Blick auf den Wetterbericht, der strömenden Regen ansagte, und die exponentiell gewachsene Anzahl an Blasen an meinen Füßen sagte uns allerdings, dass wir wohl doch einen Pausetag einlegen sollten.
    Also verbrachten wir einen Tag im Hostel mit Ausruhen, neue Wanderer empfangen, Blog schreiben, Regen beobachten und warten. Nachdem für den Abend eine Besserung angesagt war, zogen wir wieder ins Zelt um. Zwar war der Bungalow durch unseren Low Carbon-Rabatt recht günstig aber der Zeltplatz kostete eben immer noch nur die Hälfte.

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    Geändert von realThargor (28.11.2017 um 05:00 Uhr)

  5. Gerne im Forum

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    AW: [NZ] Te Araroa - Zu Fuss durch Neuseeland

    #5
    Er beginnt sehr schön, dein Bericht über das Land der langen weißen Wolke ,wo ich in den 90ern auch zwei Monate auf diversen Trails verbracht habe.
    Weil Du mit den lieben "possums" sehr wahrscheinlich noch oft zu tun haben wirst, genauso wie mit den diebischen Wekas und den schlauen Keas, erlaube ich mir einen kleinen Hinweis:
    Das Tier wird "possum" genannt und es handelt sich um den Fuchskudu, ein Beuteltier und ein Vegetarier. In der derben Umgangssprache, die ich zuzeiten von den Kiwis gewohnt war, zu hören, wurden sie auch gerne "road pizza" genannt. Da sie eine Plage waren, wurden sie willentlich überfahren, wenn sie eine Straße querten und wurden so eben zur "road pizza".

    Ein Opossum wiederum ist ein carnivore, ein fleischfressendes (und meist kleineres) Beuteltier vom amerikanischen Kontinent.

    Bin auf weitere Etappen des Trails gespannt, vielleicht decken sich ja einige mit den von mir begangenen Wegen.
    C'est pas l'homme qui prend la Corse, c'est la Corse qui prend l'homme.
    www.villa-liamone.com

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    AW: [NZ] Te Araroa - Zu Fuss durch Neuseeland

    #6
    Zitat Zitat von rhw59 Beitrag anzeigen
    Das Tier wird "possum" genannt und es handelt sich um den Fuchskudu, ein Beuteltier und ein Vegetarier. In der derben Umgangssprache, die ich zuzeiten von den Kiwis gewohnt war, zu hören, wurden sie auch gerne "road pizza" genannt. Da sie eine Plage waren, wurden sie willentlich überfahren, wenn sie eine Straße querten und wurden so eben zur "road pizza".

    Ein Opossum wiederum ist ein carnivore, ein fleischfressendes (und meist kleineres) Beuteltier vom amerikanischen Kontinent.
    Oh, danke für den Hinweis! Wir dachten das sind die gleichen Tiere. Interessant.

  7. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [NZ] Te Araroa - Zu Fuss durch Neuseeland

    #7
    Guter Beginn, ich werde eure Wanderung weiter verfolgen.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  8. Neu im Forum

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    Ahipara zum Apple Dam Campsite

    #8


    Ahipara zum Apple Dam Campsite

    Tag 7: Ahipara - Tramp'Inn

    Auf zum zweiten Abschnitt - den Wäldern Northlands. Die Wanderberichte, die sich zuvor im Hostel verbreiteten, erzählten von Urwäldern, auf deren Wegen man teilweise vor lauter Schlamm nicht vorwärts kam.
    Bis zum Wald ging es allerdings noch ein wenig die Straße entlang, auf der ich leider immer noch ziemlich mit den Blasen an meinen Füßen zu kämpfen hatte - jeder Schritt tat einfach nur weh. Dementsprechend langsam ging es auch voran.
    Am Wald wurden wir dann von einer Schuhwaschstation empfangen, in der die Wanderer ihre Schuhe reinigen sollten, um die Verbreitung des 'Kauri Dieback Disease' einzudämmen - eine Krankheit, die die größte heimische Baumart Kauri bedroht.

    Das taten wir natürlich bevor wir durch das pflanzenumsäumte Tor des Herekino Waldes traten. Und die ersten Schritte führten uns dann direkt in den Schlamm...die Geschichten des Vortages waren leider nicht übertrieben.

    Simon zog sich gleich seine Gamaschen über. Ich hatte meine sinnvollerweise tief im Rucksack vergraben, so dass ich sie dort auch einfach ließ. So ging es für uns im Wald voran - entlang von Wegen, die meist nicht mehr als kleine Pfade waren, oft schon wieder überwuchert von Farnen und Schlingpflanzen und getränkt vom Regen des Vortages.

    Der Herekino Wald selbst war beeindruckend - dicht bewachsen und Heimat von seltenen Pflanzen und Tieren.


    Die Schilder wiesen für die 15 km des Herekino Forest Tracks 8 Stunden aus ... als wir gegen Mittag immer noch 10 km vor uns hatten, sahen wir ein, dass der Weg direkt nach Regen wohl noch schwieriger als üblich war und meine schmerzenden Füße die Wanderung auch nicht gerade vereinfachten. Das zweite Problem konnte ich wenigstens durch eine Ibu eindämmen, wonach es für mich auf jeden Fall deutlich schneller voran ging... Endlich konnte ich mit Simon mithalten, der sich auf diesen Wegen scheinbar puddelwohl fühlte. So hüpfte ich von Wurzel zu Wurzel - immer noch versucht, irgendwie trockene Füße zu behalten. Im Laufe des Nachmittags ließ die Kraft allerdings langsam nach - das Laufen wurde unkoordinierter und das eine oder andere Mal konnte ich meinen Fuß nur gerade so retten, bevor er im Schlamm versank. Simon tat sich hier deutlich leichter, weil ihn seine Gamaschen immerhin vor dem Eindringen des Schlamms von oben in die Schuhe schützten.

    Irgendwann war es dann aber bei mir soweit und die Aussage der vielen TA-Berichte wurde bestätigt, dass niemand in diesem Wald trockene Füße behalten wird. Erschöpft, genervt und frustriert musste ich mir kurz dem Ärger lauthals Luft machen. Wann würden wir endlich aus diesem Wald rauskommen? Jede Kurve wartete gefühlt mit einer neuen Schlammlache auf uns. Das gute an den Schlamm-getränkten Schuhen war allerdings, dass man nicht mehr so viel Zeit damit verbrachte, den richtigen Tritt zu finden. Manchmal schlitterte man auch einfach etwas im Matsch voran. Das machte das ganze plötzlich irgendwie um so vieles einfacher. So war es dann auch nur noch irgendwie lustig, als wir an einer mit einem Seil abgesicherten Stelle ankamen. Erstaunlicherweise haben wir auch das geschafft, ohne uns komplett in den Schlamm zu setzen.


    Zwei Kurven später hörten wir dann plötzlich Stimmen vor uns - Susi & Bruno (D), Yvonne (CH), Melanie (GB). Wir haben gedacht, dass unsere Wanderbekanntschaften der Vortage schon über alle Berge sind, aber sie haben sich im Wald genauso abgekämpft wie wir. So stießen wir nach ein paar Minuten zusammen auf einen Weg aus dem Wald heraus mit Blick auf eine kleine Wanderhütte - vor der William (FR) bereits vom Schlamm befreit saß und die Sonnenstrahlen genoß. Wir waren allesamt erleichtert, entledigten uns unserer Schuhe, versuchten den gröbsten Schmutz abzuwaschen, bauten unser Zelt auf, aßen noch schnell was und dann ab ins Bett. Was für ein Tag!


    Tag 8: Tramp'Inn - Raetea Forest unnamed highpoint (727 m)


    Trotz schönstem Wetter zeigte der nächste Morgen recht zurückhaltende Gesichter - würden wir im Raetea Forest wieder so viele Probleme haben?

    Erst 11 km über recht einfaches Gelände bis zum Takahue River und dann 18 km durch den Wald. Am Fluss war laut Karte kein Zeltplatz ausgewiesen - aber vielleicht konnte man ja dort übernachten und am nächsten Tag den Wald in Angriff nehmen? Meinen Füßen hätte ein kurzer Tag auf jeden Fall gut getan. Simon und ich liefen mit dieser Option im Hinterkopf los.
    Melanie hatte sich am Morgen entschieden nicht weiterzuwandern. Auch sie hatte mit Blasen an den Füßen zu kämpfen und schlief scheinbar nachts auf einer defekten Isomatte. Ich weiß gar nicht, wie sie bis hierhin gekommen ist.

    Der erste Abschnitt des Tages war wirklich gut zu belaufen, so dass ich auf meine Wandersandalen umstieg, um die mich Simon an dem warmen Tag doch etwas beneidete. Einmal nahmen wir nur leider die falsche Abzweigung, als die Beschilderung nicht eindeutig war. Anstatt zurück zu laufen, wählten wir aber die Querfeldein-Variante...in der Regel eine ausgezeichnete Idee... Am Ende kämpften wir uns durch Meter hohes Gras, bei dem ich immer nur froh war, dass es in Neuseeland keine gefährlichen Schlangen gibt.

    Gegen Mittag erreichten wir den Fluss. Eine gemähte Wiese am Rand lud zu einer ausgedehnten Mittagspause ein.
    Nicht mal 30 Minuten später scharrte Simon allerdings schon wieder mit den Füßen - ob wir es nicht doch mit dem Wald versuchen wollten - vielleicht schaffen wir es ja ins nächste Camp?!
    Nicht weit weg von uns standen 3 DOC-Leute bei einem Schwätzchen, die wir kurzerhand fragten, ob es grundsätzlich möglich wäre hier unten zu übernachten. Im schönsten Neuseeländisch wurde uns dann erklärt, dass es komplett in Ordnung sei und einer von ihnen auch immer extra die Wiese mäht und er auch schon mal ein Schild angebracht hatte, um auf den Platz hinzuweisen - welches ihm ein Bußgeld einbrachte und er leider wieder abnehmen musste.
    Sein Gesprächspartner sagte uns aber auch gleich, dass im Wald nach etwa 5 Stunden ein guter Zeltplatz sei. Also ging es doch für uns weiter...zurück kommen konnte man ja immer noch.

    Am Anfang war es auch ein wirklich schöner breiter Weg, auf dem man gut laufen konnte. Im Wald selbst wurden die Wege wieder schmaler und auch matschiger - aber absolut kein Vergleich zum Vortag. Heute lief es deutlich besser. Meine heute mal rausgekramten Gamaschen trugen ihren Teil dazu bei. Wir erreichten den ersten Gipfel mit einem kleinen möglichen Stellplatz aber wir vermuteten noch etwas weiter die Stelle, von der unten die Rede war.

    Der Wald wurde aber danach immer feuchter und dunkler. Durch den dicken Bewuchs hatte man auch kaum einen Blick auf den Himmel und es wirkte inzwischen auch ziemlich bedrückend. Es kamen jetzt auch keine wirklich guten Stellplätze mehr. Nur die Hoffnung, dass wir doch noch etwas finden, trieb uns weiter. Irgendwann wurde es mir dann mit zunehmender Dunkelheit und abnehmender Kraft in den Beinen doch etwas mulmig und ich wollte zurück zum letzten notdürftigen Stellplatz laufen, den wir vorab gesehen hatten, als Simon meinte 'noch eine Viertelstunde' und kaum 5 Minuten später rief eine Stimme nach uns. William und Yvonne waren auch so weit gelaufen in der Hoffnung auf einen guten Zeltplatz und hatten ihr Zelt auf diesem Gipfel aufgeschlagen, weil sie dann langsam die Kraft verlassen hatte. Für uns fand sich auch noch ein recht gerades Eckchen. Nur die Nacht war leider feucht und kalt und wir freuten uns schon darauf, am nächsten Morgen wieder den Wald zu verlassen.

    Tag 9: Raetea Forest unnamed highpoint (727 m) - Apple Dam Campsite


    Am nächsten Morgen packten wir unsere insgesamt recht klammen Sachen ein und stiefelten los. Der dunklere feuchtere Teil des Waldes lichtete sich nach etwa zwei Stunden Auf und Ab. Nach drei bis vier Stunden waren wir dann ganz raus aus dem Wald - endlich wieder Weitblick und Himmel. Wir atmeten tief durch und genossen den Anblick.

    Nach wenigen Metern passierten wir einen Hof auf dem plötzlich ein unglaubliches Bell-Konzert startete - in jeder Ecke lag ein Hund und fühlte sich scheinbar von unserer Anwesenheit oder dem Gelärme des Nachbarhundes unglaublich gestört. Zum Glück waren alle Hunde an der Leine und bis auf einen kurzen Schreck konnten wir einfach den inzwischen breiten Schotterweg weiterlaufen. An dessen Ende läuft der Weg in die SH1 (was etwa unserer Bundesstraße entspricht). Diese querten wir, um auf der anderen Seite am dort verlaufenden Fluss Mittagspause zu machen. Hier konnten wir auch unsere feuchten Sachen zum trocknen auslegen und unsere Schuhe und Gamaschen vom Schlamm befreien.

    Danach ging der Weg nicht sehr einladend direkt an der SH1 entlang. Solche Abschnitte werden von einigen Wanderern auch gern übersprungen, in dem sie sich per Anhalter mitnehmen lassen - in Neuseeland absolut üblich und machbar. Wie wir auf dem Weg nach Cape Reinga festgestellt haben, kommt man so auch gut ins Gespräch mit den Locals.
    Kurz bevor der Weg für uns wieder von der SH1 abbog, konnten wir noch in einem kleinen Café stoppen und ein paar Vorräte auffüllen - hier wurde uns auch gleich berichtet, dass nur ein paar Tage vor uns ein neuseeländischer Schauspieler den Te Araroa läuft, der bei 'Herr der Ringe' mitgespielt hat. Wir konnten weder Namen (Bruce Hopkins) noch Gesicht zuordnen ;)

    Die restlichen Kilometer des Tages verliefen recht entspannt auf breiten Schotterwegen bis zum Apple Dam Campsite. Dort trafen wir auch wieder auf Yvonne und William, die tagsüber immer um einiges schneller unterwegs waren als wir. Der Camp Ground selbst ist nicht spektakulär - ziemlich dunkel, recht feucht und voller nerviger Sandfliegen.


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  9. Neu im Forum

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    Apple Dam Campsite nach Kerikeri

    #9


    Apple Dam Campsite nach Kerikeri

    Tag 10: Apple Dam Campsite - Puketi Recreation Area

    Da der Wetterbericht für diesen Tag etwa ab Mittag Regen ansagte und der Wanderweg direkt durch ein Flussbett verlaufen sollte (inklusive Fluss natürlich), beschlossen wir mit dem ersten Tageslicht loszuwandern. Also hieß es 5 Uhr aufstehen und Abmarsch um 6 Uhr.

    Als wir den Fluss erreichten wechselten Simon und ich auf unser Zweitschuhwerk - Sandalen und Schlappen und wateten los - immer schön hin und her im Zickzack-Kurs von einer Schotterbank zur nächsten. Zwischenzeitlich ging uns das Wasser auch mal fast bis zum Schritt - zum Glück unterschied sich die Wassertemperatur jedoch deutlich von dem, was wir im Vorjahr in Norwegen erlebt habe.
    Das Flussbett selbst verlief zwar in einer Schlucht - jedoch war es immer noch wirklich angenehm hell und wir liefen zwischenzeitlich durch ganze sonnige Abschnitte - was ein Vergleich zu den dunklen Wäldern der Vortage!


    Der erste Abschnitt im Flussbett endete mit Einmündung des Mangapukahukahu in den Waipapa River. Ab dort ging es für uns einen schmalen Pfad am bewaldeten steilen Ufer entlang. Wie wir später von Yvonne und William erfuhren, wäre es auch möglich gewesen, den Waipapa entlang zu waten, da der Wasserstand nicht allzu hoch war. So hätten wir aber die ganzen Tierfallen verpasst, die hier im 20 m Abstand am Weg angebracht waren, um der lokalen Opossum- und Rattenplage Herr zu werden. Teilweise konnte man auch direkt die Wirkungsweise der Fallen in Augenschein nehmen.

    Nach einigem abenteuerlichen Auf und Ab zweigte der Weg dann vom Fluss weg - direkt hinein in einen wunderschönen Kauri-Wald. Die Sonne schien überall durch das hellgrüne Blätterdach der Kauris.

    Der Weg trieb uns immer weiter hinauf auf die Anhöhen des Puketi Forest. Dort ließ das Licht wieder nach, der Wald wurde wieder dichter, unsere Kraft ließ langsam nach.

    Schliesslich erreichten wir einen geschotterten Waldweg, auf dem auch Tageswanderer unterwegs waren. Der Zeltplatz konnte also nicht mehr weit sein. Wir merkten inzwischen definitiv die Anstrengungen der letzten Tage in den Beinen...und es gibt wohl auch einen Grund, warum in den Trail Notes des Te Araroa für diesen Abschnitt 2 Tage veranschlagt werden.

    Wir erreichten den Zeltplatz - auf den letzten Metern liefen wir in der prallen Sonne und merkten, welche Temperaturen der neuseeländische Frühling parat haben kann.
    Auf dem Zeltplatz war kaum was los - hier ist defintiv noch keine Hochsaison. Es gab kalte Duschen und Chemietoiletten und man steckte seine Stellplatzgebühr in einen Umschlag und warf diesen in eine Box.

    Raus aus den Wäldern hofften wir auf eine entspannte Nacht bei angenehmen Temperaturen. Leider machten uns hier 4 Deutsche einen Strich durch die Rechnung, die nachts halb eins lautstark am Campingplatz eintrafen, mit den Stirnlampen herumfuchtelten und erstmal klären mussten, wie das mit der Anmeldung funktioniert, um sich dann zum ersten mal an den Aufbau ihres scheinbar neuen Zeltes zu machen... argh. Selbst meinen Ruf aus dem Eingang unseres Zeltes heraus, ob es vielleicht ein wenig leiser geht, haben sie nicht gehört. Bei mir siegte Bequemlichkeit und Sturheit - irgendwann müssten sie ja auch mal schlafen.

    Tag 11: Puketi Recreation Area - Kerikeri

    Am nächsten Morgen ließen wir es langsam angehen, wussten wir doch, dass es hauptsächlich über einfaches Gelände bis nach Kerikeri ging, wo wir auf jeden Fall mindestens einen Ruhetag einlegen wollten.

    Zum Frühstück gab es warmes Porridge und wir starteten das Laufen bei strahlendem Sonnenschein. Die Wärme konnte man scheinbar auch zum Trocknen von Wildschwein nutzen?! Diese wurden irgendwann nach Neuseeland eingeführt - nur weiß keiner so genau wann und ob es die Polynesier oder die Britten waren. Jetzt sind sie da und werden oft als Sport mit Hundemeuten gejagt.

    Der schöne Morgen wurde leider wieder extrem von meinen schmerzenden Füßen überschattet. Nachdem auch noch die Wirkung meiner halben Ibu wirklich lange auf sich warten ließ, dachte ich schon, dass wird der bisher härteste Tag für mich...und das beim Laufen auf Straßen und Weidewiesen.

    Kurz vor unserer ersten Snackpause wurde es dann zum Glück besser. Wir liefen gerade entlang einer Schotterstraße und setzen uns einfach an den Rand, um unsere Müsliriegel zu essen und die Füße zu entspannen. Da kam ein kleiner Pickup aus der Einfahrt neben uns gefahren, hielt an, eine Frau stieg aus und meinte, wir sollen gerne zum Haus hinter laufen - ihr Mann könnte uns dann frische Orangen geben. Wir packten also alles wieder zusammen und liefen die Einfahrt hinter, in der der Mann mit den zwei Hofhunden schon auf uns wartete. Er nahm uns mit hinters Haus in einen großflächigen Garten, in dem mehrere kleine Bäume gerade voll mit Orangen behangen waren. Er erzählte derweilen fröhlich von seiner Familie, den Kindern, seinen Reisen in Europa (er ist eigentlich Engländer) und anderen Wanderern, die sie ab und an zu sich einladen. Bei so vielen Infos schafften wir es kaum selbst Fragen zu stellen. Noch viel weniger als er mehrere Orangen frisch vom Baum gepflückt zum Kosten in Viertel schnitt und vor uns legte. Süß, saftig, lecker...

    Sein Angebot im Garten zu zelten, schlugen wir allerdings aus, da wir nicht mehr viel Essen zum Kochen dabei hatten und in Kerikeri endlich mal wieder unsere Kleidung richtig waschen wollten. Zum Abschied gab er uns noch 5 Orangen mit auf den Weg. Eine wirklich sehr nette Begegnung.

    Ein Stück weiter die Straße runter bog der Weg wieder auf eine Weide ab. Direkt am Zaun wartete gleich die nächste Überraschung auf uns - hier hatte jemand einen Eimer mit Bier und einen Beutel mit Früchten für die Wanderer abgestellt. So gab es gleich die nächste Pause für uns - mit Bier und einer erstaunlich mild-säuerlichen Zitrone, die wir genauso genossen wie vorher die Orangen. Der Tag hatte sich von einem der Anstrengendsten zu dem mit den meisten Überraschungen gedreht!

    Der Weg führte dann über einen geschwungenen Pfad direkt an einem kleinen Fluss entlang nach Kerikeri hinein - vorbei an einem beeindruckenden Wasserfall.

    Die letzten Meter waren wieder hart - es war einfach Zeit für eine Pause. So waren wir auch froh, als wir das Backpacker Hostel erreichten...nur leider war das voll. Lediglich Yvonne, die mit William wieder deutlich vor uns angekommen ist, hat noch ein Bett bekommen. Die Inhaber des Hostels waren aber unglaublich nett und haben alle Hotels und Campingplätze durchtelefoniert, wo es einen Platz für William, Simon und mich geben könnte. Wir entschieden uns für den Holiday Park. Also kein Bett sondern wieder Zelt. Sie fuhren uns sogar noch hin und es gab eine Tafel Schokolade für uns 3.
    Auf dem Weg erklärte man uns, dass gerade keine Touri-Saison ist, aber ganz viele Work-and-Traveller da sind, da es gerade im Umland viel zu tun gebe. Seit 3 Wochen war das Hostel ausgebucht.

    Auf dem Zeltplatz nutzen wir gleich die Waschmaschine und trafen nach ein paar Tagen auch wieder auf Susi & Bruno. Die beiden hatten im Raetea Forest wohl den Platz gefunden, von dem die DOC-Leute gesprochen hatten. Eine Wiese am Radio Transmitter, die sich gut zum Zelten eignete. Danach waren sie immer ein Stück hinter uns und haben nicht auf den offiziellen Plätzen übernachtet, sondern auf kleineren Stellen mitten in den Wäldern.

    Nachdem Simon und ich auf jeden Fall mindestens 2 Nächte in Kerikeri bleiben wollten, um meinen Füßen etwas Zeit zum Heilen zu geben, hat er online nach einem günstigen Zimmer gesucht. Und siehe da - ein Hotel bot das Doppelzimmer zu wenig mehr an, als unserer Zeltplatz kostete. Das haben wir uns dann für den Folgetag reserviert.
    Damit war es auch nur halb so ärgerlich, dass wir auch in dieser Nacht nicht wirklich zum Schlafen kamen, weil eine Gruppe in einem Bungalow über uns bis tief in die Nacht Party machte.

    Abends gab es für uns ein besonders spezielles Improvisationsmenue. Wir wollten gerne Fleisch mit Salat essen, haben aber vorm Einkauf nicht geprüft, ob es in der Küche auch Töpfe gibt. So gab es Salat aus der Tüte und Simon briet das Fleisch in unserer Outdoorpfanne an. Ging auch...irgendwie

    Tag 12-14: Kerikeri

    Da der nächste Tag ein Sonntag war und damit auch in Neuseeland nicht alle Geschäfte geöffnet waren, konnten wir uns nicht um unsere nach Kerikeri gesendete Bounce Box kümmern. Also bestand der Vormittag in entspannten Gesprächen mit Susi, Bruno und William, die am nächsten Tag weiter wandern wollten und einem sehr gemächlichen Umzug ins Hotel.

    Das war dann auch gleich absolut gemütlich - wir hatten ein großes Zimmer mit einem Doppelbett und 2 Einzelbetten, die super als Ablagefläche für unseren ganzen Kram diente. Die Küche war mit allem ausgestattet, so dass wir abends richtig kochen konnten. Wir hatten für uns auf jeden Fall die richtige Entscheidung getroffen, hierher umzuziehen.

    Im Laufe des Tages und bei sinkender Anspannung merkte Simon dann leider auch, dass sein Bein ziemlich weh tat. Sein rechter Knöchel war im Vergleich zum Linken ziemlich angeschwollen. Somit war es auch für ihn gut, hier Pause einzulegen.

    Am nächsten Tag holten wir dann unsere Box ab und machten uns daran ein paar Sachen aus dem Rucksack auszusortieren. Insgesamt waren wir bisher zufrieden mit unserem Set-Up. Es war definitiv kein Ultraleicht-Wandern was wir betrieben - aber auf ein paar Kleinigkeiten konnten wir noch verzichten. Schauen wir mal, was sich alles noch im Laufe des Trips an unserer Packliste ändert

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    Kerikeri nach Oakura Campsite

    #10


    Kerikeri nach Oakura Campsite

    Tag 15: Kerikeri - Waitangi

    Nach einem Tripple-Zero-Day (also 3 Tagen, an denen wir nicht gewandert sind) zog es uns weiter. Unsere kurzen Spaziergänge an den Vortagen haben schon gezeigt, dass man Blasen wohl einfach manchmal etwas Zeit geben muss. Nur Simons Bein war noch nicht wieder komplett fit - die Schwellung war aber schon deutlich zurückgegangen. Also wollten wir es versuchen.

    Ab jetzt wollten wir auch einen normalen Arbeitstag einführen ;) Start zwischen 7 und 8 Uhr und Schluss spätestens 17 Uhr - besser etwas vorher. Weniger Kilometer und insgesamt kürzere Tage sollten uns über die nächste Zeit helfen, um unsere Körper besser an den Rhythmus und die Anstrengungen zu gewöhnen.

    Nach einem letzten ausgiebigen Frühstück ging es los. Endlich wieder ein Lauftag für mich komplett ohne Schmerzen...und siehe da - schon ging es für uns auch wieder schneller voran.

    Der erste Abschnitt führte uns zum ältesten erhaltenen Steingebäude Neuseelands.

    Danach mussten wir uns den Weg ein wenig zusammen suchen, landeten letztendlich aber auf einem breiten Forstweg im Waitangi Forest auf dem es gut voranging. Dort haben wir sich zum ersten Mal einen Northbounder getroffen - das sind die, die den Te Araroa in nördlicher Richtung bewandern. Er meinte, es war häufig recht lustig für ihn, weil ihm immer mal wieder Leute darauf aufmerksam machten, dass er in die falsche Richtung läuft ;)

    Gegen 15 Uhr erreichten wir Waitangi und da wir den dortigen Supermarkt noch vor dem nächsten größeren Abschnitt nutzen wollten, haben wir unseren Tagesstop gleich auf dem lokalen Zeltplatz eingelegt. Hier merkte man mal wieder die enorme Menge an Deutschen, die in Neuseeland unterwegs sind. Das hat manche schon dazu veranlasst zu fragen, ob denn eigentlich in Deutschland noch jemand übrig sei und ich hab mich nicht mal mehr genötigt gefühlt, Leute auf englisch anzusprechen...geht eh alles auf deutsch

    Tag 16: Waitangi - Eingang Russell Forrest

    Am nächsten Morgen ging es für uns auf dem Coastal Walk über Paihia nach Opua. Paihia Ort ist das Tourizentrum der Bay of Islands - die Promenade ist gesäumt von Hotels und in der Bucht liegen unzählige Boote.

    Der Te Araroa selbst geht erst ab Waikare weiter - dorthin könnte man mittels Wassertaxi fahren. 100$ pro Überfahrt sind uns dann aber doch zu teuer - selbst, wenn wir uns mit anderen Wanderern zusammentun. Wir entscheiden uns für die Autofähre von Opua nach Okiato für 1$ pro Person. Der Rest der Strecke dann entlang der Straße. Wir sind ja hier, um Neuseeland zu durchwandern. Dann muss man eben auch mal einen Tag Straße verkraften...es wird nicht der letzte sein. So entdeckten wir aber auch ganz andere Nettigkeiten - zum Beispiel, dass man ausrangierte Mikrowellen oder Motoren auch als Briefkasten verwenden kann.

    Gegen 16 Uhr erreichen wir Waikare. Bis jetzt haben wir noch keine Idee, wo wir die Nacht verbringen sollen. Zu weit wollen wir nicht mehr gehen (...die guten Vorsätze!) und es folgt bald Maori-Land, zu dem Touristen normalerweise keinen Zugang haben. Den Te Araroa-Wanderern wurde es nach langwierigen Diskussionen aber gestattet. Wir wollen solche Gegenden aber dann nicht unbedingt zum übernachten nutzen.
    Wir laufen ein wenig die Straße entlang, als ein Auto neben uns hält und eine Maori uns mitnehmen will. Wir lehnen erst ab, da wir uns ja alles erwandern wollen. Bei der Nachfrage nach möglichen Zeltplätzen sagt sie uns aber, dass wir bei ihr auf dem Grundstück zelten können. Hier änderte sich unsere Haltung schlagartig. Wir steigen ein und treffen Dan (USA), den sie ein Stück weiter vorn schon aufgelesen hat.

    Auf ihrem Grundstück richten wir uns ein und bekommen auch bald Besuch von der 8-jährigen Tochter, die uns erst mit Süßigkeiten und Wasser versorgte und dann auch noch gut bis zum Abendessen unterhielt. Sie erzählte uns von ihrer Schule, Weihnachten, bei dem der ganze Tribe sich in ihrem Haus trifft und dass sie mit ihrem Vater im nahem Wald auf die Jagd nach Schweinen und Kühen geht. Einige Überreste des Jagdgutes konnten wir direkt neben unserem gewählten Zeltplatz noch sehen.

    Trotz zeitigem Schlafen gehen, war die Nacht eher kurz - erst hielt uns Dauerregen wach und dann stellte sich zu allem Überfluss noch heraus, dass meine Isomatte wohl irgendwo ein kleines Loch haben musste, weil sie in der Nacht an Luft verlor


    Tag 17: Eingang Russell Forrest - Oakura Campsite

    Früh wurden wir noch winkend von den Kindern verabschiedet, bevor uns der Weg in den Russell Forrest führte.
    Dort trafen wir auf schmalstem Waldweg gleich mal auf 5 Kühe, die nicht den Anschein machten, sich in irgendeiner Art und Weise bewegen zu wollen. Also mussten wir eben weichen - ab ging es durch's Gebüsch.

    Danach ging es zunächst über Waldwege entlang des Papakauri Streams, bis der Weg sich irgendwann verlor und wir im Fluss weiterliefen. Kannten wir ja jetzt schon. Immerhin hielt das Wetter bis zum Nachmittag. So wurden wenigstens nur die Beine nass.

    Irgendwann ging es für uns auf breitem Fahrweg weiter - angrenzend an ein sehr einladendes Grundstück.

    Danach hatte uns die Straße wieder. Einsetzender Regen und ein gut erreichbarer Campingplatz in der Nähe sorgten dafür, dass wir ein Stück vom eigentlichen Weg abwichen. Dafür landeten wir in einer echt schönen Bucht.

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    Oakura Campsite bis zum Taiharuru Walkers Camp

    #11


    Oakura Campsite bis zum Taiharuru Walkers Camp

    Tag 18: Oakura - Whananaki South

    Schönes Beispiel wie unterschiedlich Zeit vergehen kann. Als wir gestern bei einsetzendem Nieselregen zum Campingplatz liefen, fühlte es sich wie eine Ewigkeit an. Heute morgen bei gutem Wetter brauchten wir 20 Minuten dafür. Ein Klacks!
    Auf dem Weg überholte und grüßte uns die gesamte Fahrradmannschaft, die gestern nach uns auf dem Zeltplatz ankam und uns mit ihren Kisten voll Obst in der Gemeinschaftküche ganz neidisch gemacht hatte.

    Wieder auf dem Te Araroa hatten wir erstmal 10 km Straße zu absolvieren, aber auch das lief bei bestem Wanderwetter hervorragend. Für Abwechslung sorgten die Oldtimer, welche uns im 5 Minutentakt entgegen kamen. Irgend ein Treffen, oder Rennen? Egal - langsamer Verkehr der freundlich hupt und winkt, was will man mehr?!


    Nach der Straße erklomm der TA direkt einen kleinen Hügel, welchen wir zur Vormittagspause mit Blick aufs Meer nutzen. Der Hügel war Teil des Helena Ridge Tracks, der erst am Hang entlang über Farmland und über Hügel mit vielen Manukabäumen führte.

    Nach 3h endete der Weg auf einer Schotterpiste. Uns ging langsam das Wasser aus. Hätte man ja auch nicht ahnen können, dass es keine Bäche auf einem Höhenzug gibt... Deswegen füllten wir am Bach bei der Schotterpiste unseren 3l Sack mit brauner Brühe - zum Filtern, falls sonst nichts mehr käme. Der Schotterpiste folgten wir kurz, um anschließend direkt wieder in den Wald einzutauchen. Diesmal der altbekannte Dschungel, jedoch etwas lichter und sehr viel besser begehbar als der von letzter Woche. Gleich zu Beginn gab es auch einen Bach, also hieß es weg mit der Brühe und frisches Wasser auffüllen.

    Auf und nieder, links und rechts schlängelte sich der Weg. Mal durch Dschungel, mal durch Kiefern, dann durch Kauri oder Manuka. Einer der bisher schönsten Wegabschnitte. In einem Tal gab es einen größeren Bach, der 5 mal gekreuzt wurde, da er hin und her meanderte.

    Immer wieder lugte das Meer mit seinen Inseln durch die Bäume oder war durch freie Flächen auf Hügeln einsehbar. Beim gedankenversunkenen Herumwandern raschelte und knackte es urplötzlich direkt neben mir. Ein Schwein, welches neben dem Weg seinen Mittagsschlaf hielt, stürmte in den Wald. Vermutlich mit einem ähnlich großen Schrecken wie ich.

    Woher die Schweine kommen ist angeblich nicht mehr nachvollziehbar. Mitterweile sind auch entlaufene Hausschweine darunter. Die ersten haben wohl die Polynesier oder James Cook dabei gehabt und freigelassen.

    Auf den letzten Kilometern gab es dann noch einen Vogel mit einem lustigen, lauten Ruf, der sich wie bisher alle Sänger unserem Blick entzog. Im Gegensatz zu einer Vogelart, die auf dem Weg oder Ästen vor einem landet, ihre Schwanzfedern aufplustert und einen amüsanten Hüpftanz aufführt. Leider sind die kleinen Gesellen so schnell, dass noch kein Foto geglückt ist.

    Ganz zum Abschluss sind wir noch einer neugierigen Herde weißer Jungbullen begegnet. Alle kommen angelaufen und schauen, einen Schritt näher und die ganze Bande galoppiert eilig 20m in Sicherheit. Lässt sich wiederholen das Spiel.

    Am Zeltplatz entdecken wir Dan (USA) wieder der bereits seit Stunden da ist. Geht - wenn man die Straße nicht wandert sondern per Anhalter fährt. Am Empfang werden wir gefragt, ob wir den TA laufen und woher wir kommen - für das Statistikamt.

    Im Zelt liegend fällt mir auf, dass die kurz gemähten Disteln im Rasen durch unsere beiden Zeltböden stechen. Ob das wohl Anjas Isomatte angepickst hat? Lieber mal die lange Hose darunter ausbreiten. Eine kaputte Isomatte reicht...

    Tag 19: Whananaki South - Ngunguru

    Geweckt werden wir um ~0600 von Nieselregen. Hmpf, da liegt man dann im Zelt und freut sich. Der Regen steigert sich kontinuierlich, bis es richtig prasselt. Das Zelt ist sowas von dicht!
    Nach einer halben Stunde läßt es etwas nach und wir beginnen zu packen. Anja wird erst von einem Pärchen, das am Vorabend gleichzeitig mit uns ankam (mit dem Auto natürlich), angehimmelt und bekommt erzählt, dass die Frau ja Bruce Hopkins kennt und sprintet dann Dan hinterher, welcher seinen Akkupack hat liegen lassen.

    Der TA startet heute bei leichtem Nieselregen mit einer langen Brücke über ein Flussdelta mit Mangroven, läuft am Strand lang und dann in die Hügel dahinter, da die Buchten alle Privatgelände sind. Da gerade Flut ist müssen wir kurz auf die Straße ausweichen. Der Regen ist jedoch immer noch ungeduldig und es gibt einen kurzen Regenguss, der uns die Schuhe komplett mit Wasser füllt. Super Start. Zum Glück sind es heute nur 14 km.

    Drei Joggerinnen und Dan überholen uns, ein Stück Straße, eine Bucht voll mit Surfern. Wir sind noch nicht im zweiten Wegabschnitt für heute und es ist schon 1200. Irgendwas stimmt nicht. Bei der Pause auf einem kleinen 1km Umweg auf einem super Aussichtspunkt über dem Meer finden wir den Fehler. Die Trailnotes weisen die Etappen zwischen die schönen Trails scheinbar nicht aus. Macht dann mehr so 24-26 statt 14 km. Nicht gerade ein Pausetag. Zu schaffen, aber ärgerlich. Wir lernen noch.

    Hinunter zum Strand, durch die Feriensiedlung und zurück auf den TA. Am Anfang des nächsten Trails steht ein Schild - Schließung des Abschnitts. Umleitung zum Glück direkt daneben. Nach 20 Minuten kommen wir am Grund der Umleitung an. Eine große gerodete Fläche. Da Wochenende ist, arbeitet dort niemand und wir folgen dem Pfad durch die Überreste der Bäume, bis es normal im Wald weitergeht.

    Der Weg ist sehr gut begehbar, bis auf wenige Abschnitte, und wir kommen gut voran. An vielen Abzweigungen sind Tore mit Schildern angebracht, dass es sich um privates Land handelt, der Zutritt verboten ist und dort Kiwis leben.
    Zum Ende hin gibt es noch eine angenehme Überraschung. Der bisher größte Kauri - Tane Moana!

    In Ngunguru angekommen, kaufen wir minimalen Nachschub und Schinken für die Nudeln heute Abend. Auf dem letzten Kilometer gibt es noch eine kleine Abzweigung - am Fluss entlang und durch Grünflächen hinter einigen Häusern. Bei einem Haus ist eine Mikrowelle aufgestellt - eine Art Geocache für TA-Wanderer. Darin ist ein Logbuch, einige nützliche, kleine Dinge sowie ein paar Süßigkeiten. Lollie und Banana Bust. Awesome!

    Zur Überfahrt über das vor uns liegende Flussdelta haben wir vorab James kontaktiert, der in den Trail Notes erwähnt ist. Er sammelt uns mit seinem kleinen Boot mit Außenborder ein und fährt uns mit Höchstgeschwindigkeit zu seinem kleinen, rustikalen und sehr liebevoll gebautem Zeltplatz, wo wir die Nacht verbringen.
    James bekommt feierlich Yvonnes (CH) Sandale überreicht, die wir auf dem Weg vor 3 Tagen eingesammelt haben, nachdem sie uns per SMS gebeten hatte, danach Ausschau zu halten.

    Wir treffen Dan (USA) wieder und lernen Doris (D) und Stuart (UK) kennen. Doris schenkt uns einen viertel Krautkopf und es gibt Manderinen und Orangen umsonst. Super. Nudeln mit Käse-Kraut-Schinken-Sahnesoße, sieht viel aus auf dem Teller und schmeckt hervorragend, aber zum ersten mal fühlen wir uns nach eigentlich großer Portion nicht richtig satt.

    Am Abendessenstisch werden Bienenstöcke, ihr Inhalt und Taktiken, um an den begeehrten Honig zu kommen, diskutiert. Hikerausrüstung: drei Schichten Kleider und Moskitonetze oder Innenzelte mit selbigen eignen sich sicher als Imkerausrüstung.
    In der Dusche steht eine Palme - ich wollte schon immer mit Anja und einer Palme duschen ;)

    Tag 20: Ngunguru - Thaiharuru Walkers Camp

    Wir starten früh ~0730 am nächsten Morgen, da es 30 km zu absolvieren und eine Ebbe um 1555 zu erwischen gilt.
    Die anderen wollen sich die ersten 8 km Straße sparen und warten auf James, der sie die Strecke um 0800 mitnehmen will.

    Die Straße ist eine Schotterpiste und wenig befahren. Sie folgt einem Höhenzug mit Aussicht auf viele grüne Hügel mit Weiden. Auf jedem Hügel thront ein Haus. Es läuft heute sehr gut und wir kommen schnell voran (liegt's am guten Essen vom Vortag?!). Ab 0830 kommt bei uns jedoch ein wenig Verwunderung auf, da wir immer noch nicht von James überholt wurden. Als wir nach 8 km am ersten Trail (4 km) für heute ankommen, ist immer noch keine Spur von den anderen zu sehen. Später erfahren wir, dass James nicht aufzufinden war und sie ebenfalls gelaufen und einen Teil per Anhalter gefahren sind.

    Der Trail taucht in grünes Tal ab und folgt einem gemähten Pfad an einem Bach entlang. Eine angenehme Abwechslung. Wir kreuzen den Bach zweimal mit Furten, laufen einen Teil barfuß durchs gemähte Gras und legen zwischendurch eine Pause ein.

    Zurück auf der Höhe treffen wir auf eine Teerstraße, der wir 13 km folgen. Nach 20 Minuten steht ein Kleinbus auf unserer Seite der Straße und der Fahrer unterhält sich kurz mit uns. Als wir sein Angebot ablehnen, uns mitzunehmen, da wir alles erlaufen wollen, meint er nur: "Ah yeah, some of you wanna do that..."

    Mittagapause gibt es heute nachdem wir aus dem Hügelland heraus und wieder bei Mangrovenwäldern angekommen sind. Auf einer kleinen Bootseinfahrt.

    Als die Häuser zunehmen, sehen wir zweimal Schilder für TAler. Eins läd einfach nur ein, vorbei zukommen, ein anderes bietet eine Zeltmöglichkeit an. Für uns beides zu früh und gerade nicht passend, wir hoffen auf Bier oder Orangen ... vergebens. So schnell ist man verwöhnt.

    Kurz bevor wir Pataua erreichen, hält ein Straßenbauwagen mit drei Jungs und fragt ob wir gefahren werden wollen, sie hätten gerade unsere drei Mates abgeliefert. Aber auf den letzten Metern Straße aufgeben kommt für uns nicht in Frage. Mein Einwurf, dass die Anderen uns dann wohl endlich eingeholt hätten, wird mit großem Gelächter quittiert. Daumen hoch und weg sind sie.

    Pataua empfängt uns mit einer schönen kleinen Bucht in seiner Mitte und nur eine Fußgängerbrücke zwischen Nord und Süd. In der Bucht liegen drei kleine Felsen, auf dem viele Vögel sitzen und brüten. Als Anja sich nähert, um Fotos zu schießen, kommt Unruhe auf. Warnende Laute und drohende Angriffsflüge - die Jungtiere müssen verteidigt werden. Anja verzieht sich dann doch lieber in sichere Entfernung.

    Eine kurze Pause und auf zum spannenden Teil des Tages - der Querung eines Deltas bei Ebbe. Mein Versuch mit Badelatschen zu laufen, endet sehr schnell, da sie stecken bleiben und Schlamm spritzen, wenn sie frei kommen.
    Barfuss macht das ganze so viel Spaß, dass Anja ebenfalls ihre Sandalen auszieht und wir gemeinsam durch den Matsch waten.

    Beim Füsse sauber laufen im Gras nachher trete ich beim Überqueren eines Zaunes ausversehen mit meinem großen Zeh gegen eine Betonwanne. Es knackt. Autsch. Zum Glück nur gestaucht und nicht gebrochen.

    Die Nacht verbringen wir in einem Camp 3 km landeinwärts, das angeblich von einem 17 Jährigen betrieben wird. Nicht ganz so schick wie bei James am Vortag, aber immer noch super. Mit "Honesty Box" und Freefood, so wie einer kleinen Kühlbox mit Schokoriegeln und Softdrinks. Leider ist die Hot-Shower kalt - der Gasbrenner zündet nicht. Kurz nach dem alle geduscht haben, kommt ein Jeep. Der "Betreiber" mit seiner Mutter, um zu schauen ob die Wasserleitung ein Leck hat. Nett, Dänin und lebt seit 20 Jahren hier. Vielleicht doch mehr ihr Ding statt das ihres Sohnes? ... ;)

    Die Dusche wird repariert, aber von uns nicht mehr getestet. Wir kochen alle an der Hütte. Hikergespräche über Essen, Zelte, Verschleiß an den Beinen/Füßen sowie zu den merkwürdigen Vögeln, die hier rumhüpfen. Ab ins Zelt - ohne Sonne ist es frisch.

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    AW: [NZ] Te Araroa - Zu Fuss durch Neuseeland

    #12
    Sehr cool
    Klingt nach einem tollen Trip.
    Steht auch definitiv auf meiner Liste.

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