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  1. Erfahren

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    Sohle kleben oder wechseln? Welcher Kleber?

    #1
    Nun ist es auch mir passiert: grossflächiges Ablösen der Vibram Sohle an meinen Hanwag Forest, die eigentlich nicht meine am stärksten beanspruchten Schuhe sind. Dieses Modell ist aus einer Hanwag-Produktgeneration, die vor einigen Jahren mit bröselnden und sich lösenden Sohlen im Gespräch war.

    Daher hatte ich zuerst die Sorge, es würde sich um Hydrolyse und bröselnde Zwischensohle handeln. Nach genauerer Inspektion finde ich darauf jedoch keinerlei Hinweise. Alle Oberflächen sehen schier und glatt aus, auch die Flächen wo sich die Sohle gelöst hat - alles sauber abgelöst, keine Ausbrüche, der eine Schuh fast komplett betroffen, der andere ca. 1/4 der Sohlenfläche. Ich habe daher zunächst einfach den Kleber im Verdacht. Auf meine eigene Kappe muss ich nehmen, dass der Schuh das letzte 3/4 Jahr relativ häufig mit Sprühimprägnierer (Blue Guard) behandelt wurde und ich dabei manches mal den Sohlenrand nicht abgewischt habe, dort kann also durchaus Imprägnierflüssigkeit angehaftet und in die Klebenaht eingedrungen sein.

    Meine Abwägung ist nun folgende: wenn aus dem geneigten und erfahrenen Publikum niemand Einwände/Ergänzungen hat, was an zusätzlichen Problematiken bestehen oder noch auftreten könnte, kann man wohl davon ausgehen dass auch ein Schuhmacher das ganze einfach neu kleben würde? Oder gibt es gewichtige Argumente, gleich alles erneuern zu lassen? Sohle, Zwischensohle und Rand sind ansonsten tadellos und kaum abgenutzt.

    Falls also mit reiner Klebe-Lösung gearbeitet werden kann, wie sind Eure Erfahrungen damit, das einfach selbst zu erledigen? Kantholz und Zwinge zum fixieren sind vorhanden. Bleibt noch die Qual der Wahl zwischen den verschiedenen Klebern, Kövulfix und Bindulin verkauft mein Schuhmacher, Freesole der örtliche Trekking-Laden.

    Hartes Kriterium ist dass es eine voll belastbare Reparatur darstellt, denn die Schuhe sollen mich 2018 in einsames Fjäll tragen. Lösungen, die ein paar Schon-Botten für die Hunderunde hervorbringen, wären da nicht so günstig.

    Wie werden sie also wieder voll einsatzfähig?

  2. Dauerbesucher
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    AW: Sohle kleben oder wechseln? Welcher Kleber?

    #2
    Ich habe schon bei mehreren Schuhen versucht Sohlen wieder anzukleben. Sowohl mit Freesole als auch mit einem Pattex Sohlenkleber. Gehalten hat nichts. Das war allerdings nie bei Wanderschuhen.

    Einem richtigen!!! Schuhmacher traue ich zu, dass er das wieder hin bekommt. Wenn Du es jetzt machen lässt hast Du außerdem genügend Zeit die Sohle zu beobachten. Wenn sie bis zum Frühjahr hält traue ich ihr auch längeres zu. Ansonsten ab zu Hanwag. Aber auch das nicht direkt vor dem Urlaub!

  3. Erfahren

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    AW: Sohle kleben oder wechseln? Welcher Kleber?

    #3
    Ok, weiteren Recherchen und Deinem Beitrag entnehme ich, dass der Kleber das kleinste Problem ist, sondern es auf die Vorbereitung der Klebeflächen und das korrekte Anpressen ankommt.

    Hat dann jemand Erfahrungen ob ein guter Schuster reicht (habe ich vor Ort) oder der Hersteller zu bevorzugen ist? (Über eventuelle Gewährleistunsfristen bin ich lange drüber).

  4. Lebt im Forum

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    AW: Sohle kleben oder wechseln? Welcher Kleber?

    #4
    Zitat Zitat von Boreas Beitrag anzeigen
    ...Sohle, Zwischensohle und Rand sind ansonsten tadellos und kaum abgenutzt.
    ....
    Falls also mit reiner Klebe-Lösung gearbeitet werden kann, wie sind Eure Erfahrungen damit, das einfach selbst zu erledigen? ...Kövulfix
    ....Freesole
    ....
    Hartes Kriterium ist dass es eine voll belastbare Reparatur darstellt, denn die Schuhe sollen mich 2018 in einsames Fjäll tragen. Lösungen, die ein paar Schon-Botten für die Hunderunde hervorbringen, wären da nicht so günstig.

    Wie werden sie also wieder voll einsatzfähig?
    Hoert sich erstmal gut an, dass nix abgebroeselt ist.

    Wenn ich selber was geklebt habe z.B. abgeloesten Geroellschutzrand, Riemen bei Teva-Sandalen, abloesenden Sohlenrand bei Trekkingschuhen, habe ich immer mit Erfolg Koevolux benutzt.

    Freesole haben mehrere Bekannte bei abgelaufenen Profilsohlenecken bei Freizeitschuhen benutzt, um diese wieder aufzubauen.

    Ich wuerde, wrenn, Koevolux benutzen.

    Ob das auf Dauer haelt, kann Dir keiner sagen, ich habe auch gerade meine Kristallkugel nicht am PC, , ich wuerde es wahrscheinlich selber kleben und dann die Schuhe (mit ein paar leichten Reserveschuhen im Rucksack) auf ein paar verlaengerten Wochenendtouren fordern und sehen was passiert (gerade bei den niedrigeren Temps momentan wird der Kleber ja mehr gefordert).
    Wenn Du Dich dann vor der Fjaelltour unsicher fuehlszt, nimm halt ne angefangene Tube Kleber mit, 20g mehr fuer relaxten Schlaf ist doch nicht viel

    Wenn Du Dich mit selber Kleben unsicher fuehlst, lass sie ueber "Deinen" Trekkingshop an Hanwag schicken, entweder sie kleben nur oder im Worst Case ersetzen sie halt alles "unten", aber auch dann bleibt es deutlich < 100 € (je nach Preisgestaltung des Shops) und wenn das Leder noch in gutem Zustand ist, lohnt es sich ja unbedingt.
    Und dann hast Du auf der Fjaelltur wahrscheinlich weniger bedenken, ob der Schuh auch die naechste Woche durchhaelt

  5. Erfahren
    Avatar von gaudimax
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    AW: Sohle kleben oder wechseln? Welcher Kleber?

    #5
    Bei mir hat sich einst (nach ca. 10 Jahren) die Sohle von meinem Hanwag Alaska gelöst.

    Da der Schuh ansonsten noch recht gut in Ordnung war hab ich ihn zu Globetrotter (nicht dort gekauft) gebracht, um sie dort zu Hanwag einzuschicken.
    Ein paar Wochen später kamen die Schuhe mit neuer Sohle bei mir zuhause per Post an. Die neue Sohle kommt mir zwar etwas härter/steifer vor als die ursprüngliche, trotzdem bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das ganze hat 70 Euro gekostet, für mich klar eine sinnvolle Investition an einem sehr gut eingetragenen Schuh der neu um die 200 Euro gekostet hat.

    Von Selbstreparatur am Schuh würde ich außer im Notfall klar die Finger lassen. Die Dinger werden auf Tour nicht nur ständig extrem belastet - ein defekter Schuh bedeutet auch ganz schnell das Ende einer Tour.

    P.S.: Les dir doch auch diesen Thread durch...
    Geändert von gaudimax (25.11.2017 um 15:41 Uhr)
    Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
    Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur,
    Darum, Mensch, sei zeitig weise!
    Höchste Zeit ist\'s! Reise, reise!
    Wilhelm Busch

  6. Erfahren

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    AW: Sohle kleben oder wechseln? Welcher Kleber?

    #6
    Zitat Zitat von gaudimax Beitrag anzeigen
    Bei mir hat sich einst (nach ca. 10 Jahren) die Sohle von meinem Hanwag Alaska gelöst.

    Da der Schuh ansonsten noch recht gut in Ordnung war hab ich ihn zu Globetrotter (nicht dort gekauft) gebracht, um sie dort zu Hanwag einzuschicken.
    Ein paar Wochen später kamen die Schuhe mit neuer Sohle bei mir zuhause per Post an. Die neue Sohle kommt mir zwar etwas härter/steifer vor als die ursprüngliche, trotzdem bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das ganze hat 70 Euro gekostet, für mich klar eine sinnvolle Investition an einem sehr gut eingetragenen Schuh der neu um die 200 Euro gekostet hat.

    Von Selbstreparatur am Schuh würde ich außer im Notfall klar die Finger lassen. Die Dinger werden auf Tour nicht nur ständig extrem belastet - ein defekter Schuh bedeutet auch ganz schnell das Ende einer Tour.
    +1

  7. Freak Liebt das Forum

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    AW: Sohle kleben oder wechseln? Welcher Kleber?

    #7
    Eben, für 70€ wird das perfekt gemacht, der Schuh ist dann wieder wie neu.
    Als Bonbon gibts noch neue Einlagen und Schnürsenkel.
    "adventure is a sign of incompetence"

    Vilhjalmur Stefansson

  8. Erfahren

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    AW: Sohle kleben oder wechseln? Welcher Kleber?

    #8
    Keine Ahnung warum ich das hier wieder ausgrabe, aber ich wollte nach 2 Jahren (also quasi Langzeittest) noch nachreichen, dass ich jedem, der diesen Thread aufgrund ähnlicher Entscheidungen liest, klar den Hersteller empfehlen würde. Ein guter Handwerksschuster hat es in zwei Versuchen nicht hinbekommen, den Schuh wieder trekkingfähig zu machen. Die Kleberei hielt schlichtweg den Scherbelastungen nicht stand, nach kurzen Touren waren wieder lose Stellen zu verzeichnen. Also Lehrgeld verbucht, Schuhe zu Hanwag, für (mittlerweile) 90EUR komplett neuen Unterbau und Rand, sowie frische Innensohle und Senkel erhalten. Seither munter im Gebrauch ohne zu schwächeln. Der Schuh geht jetzt ins 12. Jahr.

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