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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [SE] Abisko Rundtour +Fotos



Ranger
11.10.2005, 14:16
Region/Kontinent: Nordeuropa

So nun kommt auch mein erster Reisebericht. Bin zwar schon wieder 2 Wochen zurück.

Zu den Fotos gehts hier (http://www.arcor.de/palb/einladung_accept.jsp?key=IJHVH84CZDOfFfCm7JPILOITQyauw5%2FoMV1%2BnYGy9Vk%3D)


15.09 Endlich geht’s los! Unser Flug nach London geht um 21.05 Uhr. In London regnet es und der Wind geht also suchen wir uns in der Halle eine Bank zum schlafen.

16.09 Die Nacht haben wir in London Stansted auf eher ungemütlichen Bänken verbracht. Der Flug startete erst mit 20 Minuten Verspätung aber in der Luft haben wir alles wieder aufgeholt. Beim Landeanflug konnte man schon eine traumhafte, wenig besiedelte Landschaft sehen, mit viel Wald und sehr vielen Seen. In Skavska ging´s durch die strengen Sicherheitskontrollen und dann weiter mit dem Bus ca. 1 ½ Sunden nach Stockholm. Wir sind durch ein paar Straßen in Stockholm gelaufen, überall tummeln sich junge Leute. Die Stadt macht einen sehr interessanten Eindruck, bei einer nächsten Tour muss ich mal 1 o. 2 Tage hier einplanen. Bevors auf zum Zug geht kaufen wir uns noch Sprudel für die Kocher und ein letztes „anständiges“ Essen beim Mäci muss natürlich auch noch sein. Im Zug haben wir bequem Platz, es ist fast nichts los, es sieht nach einer gemütlichen Nacht aus. Die Fahrt mit dem Zug ist super, es geht durch eine geniale Landschaft, überall sieht man unberührte Natur, Fichtenwälder, Seen… Die Vorfreude wird immer größer!

17.09 Die Nacht im Zug war den Umständen entsprechend komfortabel. Um ca. 7 bin ich in Boden munter geworden und beim Blick aus dem Fenster staunte ich nicht schlecht als auf den Autos der erste Frost zu sehen war. Je näher wir dem Polarkreis kamen, desto mehr veränderte sich die Landschaft, die Fichten werden schmäler, vereinzelt kleine Seen, dichte Mischwälder und die weiten baumlosen Ebenen der Tundra wechseln sich ab. Der Herbst hat diese Landschaft schon fest im Griff, die malerisch gelb-goldenen und roten Farben der Blätter und Gräser verzaubern diese einmalige Natur in ein Märchenland. Noch 2 ½ h bis Abisko…
In Abisko Touriststation angekommen wollte ich noch einen 2. Liter Spiritus kaufen und dann hätte es eigentlich schon losgehen können. Aber: „We run out of“. Ich bekomme aber 1 ½ Ecken weiter bei einer Tankstelle sicher einen. Mit 1 ½ Ecken meinte die nette Dame einen 3 km langen Fußmarsch nach Abisko. Am Weg dorthin treffe ich zwei nette Schweden mit denen ich etwas plaudere. Sie erzählen mir, dass viel Schnee in den letzten zwei Tagen gefallen ist.
Was man unschwer an den mehr als nur angezuckerten Bergen sehen kann. Zurück geht es per Autostopper in einem alten Volvo. Jetzt geht’s endlich los. Gleich nach den ersten Metern bot sich uns eine traumhafte Natur, die Farben werden immer intensiver, es scheint als gehen wir in einem goldenen und roten Meer aus Birken, ein paar Nadelbäume sind auch noch dabei und natürlich die Sträucher der verschiedenen Beeren die den gesamten Boden überziehen. Unterwegs treffen wir die Deutsche Schulgruppe die schon mit uns mit dem Zug herauf gefahren ist aber wir überholen sie, ihr Lager für die erste Nacht wollen sie nach der 2. Brücke aufstellen ca. 5 km. Die „Autobahn“ ist ziemlich gerade und gut zum gehen, allerdings hängt sich der Rucksack mit seinen 27,5 kg ganz schön an und die Tatsache, dass ich heute erst 1 Corny gegessen habe ist der Sache auch nicht gerade dienlich. Der See hat sich dann noch ziemlich gezogen und ich hätte am liebsten gleich das Zelt aufgeschlagen aber wir haben es noch bis zur Fjällstation geschafft. 80 Kronen pro Person aber was solls, Hauptsache das Zelt steht. Ich hab mich schnell umgezogen und die durchschwitzten Sachen in denen ich ziemlich fror, gewechselt. Nach einer (4 Teller) Packerlsuppe und einer (2) Portion Spaghetti Bolognese war die Welt wieder in Ordnung. Dann hab ich mir noch schnell einen Tee für die Nacht gemacht und mit Rudi mitn Zirbal angestoßen bevor ich mich ins Zelt verkroch. Da liege ich jetzt und schreibe, es hat 6°C, draußen bläst der Wind und für die Nacht sind Schneefälle angesagt. Na dann, gute Nacht.



18.09 Aus den Schneefällen wurde heute Nacht nix, bin auch gar nicht traurig darüber, dafür hat es geregnet. Das nasse Zeug, das ich mit in den Schlafsack genommen habe, ist auch wieder trocken, zum Glück. Auf Grund des interessanten Geruchs der mir beim verlassen des Schlafsacks entgegenkam, hab ich mich spontan dazu entschlossen etwas Körperpflege zu machen. Mit Seife und Waschlappen bewaffnet gehe ich die paar Schritte zum See und ziehe mich aus. Den Waschlappen ins Wasser und los geht’s. Ich weiß nicht wie man es am Besten beschreiben soll aber bei 4°C Außentemperatur, rundherum schneebedeckte Berge in einem See der zum größten Teil aus Gletscherwasser besteht, bekommt das Wort kalt eine neue Bedeutung. Naja, wenigstens ist man danach munter und der Geruch ist auch weniger geworden. Zum Frühstück gibt’s Müsli und Kaffee und gegen 9.45 Uhr brechen wir auf nach Alesjaure, ca. 20 km. Die ersten paar Kilometer gehen problemlos und es sieht auch danach aus als könnte die Sonne sich durchsetzen. Doch dem war nicht so, am Ende des Abisko Nationalpark packten wir schon die Regenjacken aus und der Regenschutz kam über den Rucksack… Eine weiße Front kommt genau auf uns zu, der Wind wird ziemlich stark, das Ganze horcht sich in etwa so an als wenn man neben einer stark befahrenen Autobahn steht. Das wird doch nix Gröberes sein…
Wir wollen so schnell wie möglich über den Pass und hoffen auf der anderen Seite auf besseres Wetter. Ca. 400 Höhenmeter warten auf uns, schon vor dem Anstieg beginnt es zu schneien. Nach dem Anstieg kommen wir jetzt zum ersten Mal ins schwedische Fjäll, hier heroben gibt es keine Bäume mehr, die Hochebene ist übersät mit Schwarzbeersträuchern, anderen Beeren und Gräsern. Wir wollen endlich ein Rentier sehen, überall liegen ihre Hinterlassenschaften herum, doch keins ist zu sehen. Die Hochebene wird langsam vom Schnee überzogen und alles sieht wieder ganz anders aus. Wir sehen uns den Weg auf der Karte an und Rudi sagt: “Wenn wir hier rüber gehen können wir abkürzen.“, also warum nicht…
Obwohl wir hier keinen Weg mehr haben, kommen wir gut voran, ab und zu ein paar sumpfige Stellen aber weiter kein Problem. Vor uns sind ein paar Hütten, die die Samen im Sommer nutzten um auf ihre Rentierherden zu achten. Im Windschatten einer Hütte machen wir eine Pause, Rudi macht sich eine Thermoskanne Kaffee, ich esse Studentenfutter und fülle meine Wasserreserven auf. Es hat ca. 0°C, es schneit und der Wind bläst und bläst, es ist echt arsch-kalt hier heroben. In solchen Momenten freut man sich über eine gute Ausrüstung die hält was sie verspricht. Bevor wir weiter gehen schauen wir uns noch einmal die Karte an, irgendetwas kommt uns komisch vor, doch es wird schon passen. Bei einer letzten Kontrolle mit der Bosole merken wir dann den Fehler, die Abkürzung war gar keine, wir sind viel zu früh abgebogen und wenn wir so weitergegangen wären wie wir wollten, wären wir in ein komplett anderes Tal gegangen…
Hat uns ca. 2 km zusätzlich gebracht. Der Weg zurück ging noch durch ein ziemlich sumpfiges Gelände aber was solls. Wir haben noch ca. 12 km vor uns und es ist schon 14 Uhr also sollten wir uns beeilen. Der Rucksack ist ziemlich schwer, besonders meine Schultern und Beine bekommen das zu spüren. Der Weg führt entlang von ein paar zusammenhängenden Seen, immer wieder kommen kurze, leichte Anstiege und der Rucksack wird immer schwerer, es ist ziemlich anstrengend. Kurz vor Alesjaure sehen wir dann endlich eine Rentierherde, ich nehme sie zur Kenntnis, mache ein Foto und gehe weiter, meine Gedanken kreisen im Moment eher um Essen und Schlafsack… Nach der Brücke finden wir auch einen Platz wo wir die Zelte aufstellen können und kein Schnee liegt. Jetzt gibt’s noch was Warmes zu essen und einen Tee mache ich mir auch noch, dann geht’s ab in den Schlafsack.

19.09 Heute Morgen ist es ziemlich kalt, im Zelt hatte es in der Nacht etwas unter 0°C aber sonst ist das Wetter halbwegs ok. Rudi und ich schauen uns die Karte an, in der Nacht ist wieder etwas Schnee gefallen, was den Weg, den wir eigentlich gehen wollen, sicher nicht einfacher machen wird. Wir entscheiden uns dagegen, den Weg weiterzugehen. Ich bin nicht weiter enttäuscht darüber, ich bin wegen der Natur hier und weil ich etwas in dieser Natur, fernab der Zivilisation unterwegs sein möchte. Wir beschließen heute einen Ruhetag einzulegen. Kurz nach 10 kommt die Sonne über einem Berg hervor und im Zelt bekommt es schnell über 15°C und auch draußen ist es angenehm. Genau richtig zum Schuhe trocknen und auch die Kleidung u. Socken von gestern sind noch nass und gehören getrocknet. Zum Frühstück gibt’s wie immer Müsli und etwas später machen wir uns Bannock, dazu gibt’s Speck, Käse und Räucherwurst, herrlich!
Kurz vor 14 Uhr zieht es zu und es beginnt zu regnen, daran soll sich auch die nächsten Stunden nichts ändern. Nach ein paar Stunden im Zelt ist die Stimmung auch nicht gerade am Höhepunkt. Es hat zwar nachgelassen zu regnen dafür wird der Wind aber immer stärker, er zerrt am Zelt hin und her aber das, steht wie eine Festung. Da sich von vorne dunkelschwarze Wolken nähern, beschließen wir uns bei den Hütten nach der Notunterkunft umzusehen, nur so, man will ja vorbereitet sein. Oben empfängt uns ein Engländer, er hat sichs gemütlich gemacht und schön eingeheizt. Wir plaudern kurz und dann gehen wir wieder, wer weiß, vielleicht kommen wir ja wieder. Im Zelt studieren wir dann die Karte und entscheiden uns für den Weg nach Unna Allakas. Ca. 16 km und einige Höhenmeter. Im Zelt werden die Schuhe nochmals gewachst damit sie für morgen dicht sind. Der Sturm draußen ist echt brutal, er zerrt am Zelt hin und her, versucht es aus der Verankerung zu reißen. Irgendwie ist der Gedanke an die warme Stube da oben schon reizvoll aber mein Zelt steht wie ein Fels in der Brandung und im Schlafsack ist es kuschelig warm.

20.09 Die ganze Nacht hindurch ist ein Sturm über uns hin und her gezogen. Wenn man nicht selber im Zelt liegt und merkt wie der Wind das Zelt bearbeitet kann man sich das nicht vorstellen, brutal. Aber was kümmert mich das, ich lieg im Schlafsack und habs gemütlich. Zum Wind kommt dann auch noch gelegentlich ein Regenguss aber egal wir wollen heute früh los also heißts zusammenpacken. Es ist übrigens ziemlich lustig, wenn du selbst fast verweht wirst und dich gegen den Wind lehnen musst, ein Zelt abzubauen. Auch als wir losgehen lässt der Wind nicht nach, im Gegenteil, je höher wir rauf kommen desto stärker wird er. Oben bietet sich uns ein traumhafter Blick ins Tal. Nur das Wetter macht uns Sorgen, wir werden regelmäßig vom Wind verweht und überall schwarze Wolken. Der Weg führt meist über Geröll, außer Steinen gibt’s hier nicht viel. Ach ja, ein Rentierskelett finden wir auch, wer das wohl erlegt hat oder vielleicht vor lauter Wind gestorben. Am höchsten Punkt stolziert uns dann ein Rentier entgegen. Der Weg nach Unna Allakas führt dann noch runter auf eine andere Hochebene und dann weiter ins Tal. An unserem Ziel suchen wir nach einem geeigneten Platz für unsere Zelte aber vergebens. Es ist schon komisch, man kann sich rund herum drehen, soweit das Auge reicht, kann und darf man sein Zelt aufstellen aber überall lässt es die Vegetation nicht zu. Ich beschließe die Nacht in der Hütte zu verbringen, dann können die Schuhe wieder einmal richtig getrocknet werden. Wir machen uns breit und richten uns das Essen her als plötzlich noch ein Deutscher kommt. Pech für ihn, in der kleinen Notunterkunft steht nur ein Stockbett und ein leeres Regal sowie noch ein Yukonofen, er muss in die Holzhütte… Nach dem Essen beschließe ich mich wieder einmal zu waschen, ist ja doch schon etwas her. Auch die Haare werden diesmal gewaschen und es ist gut endlich wieder nicht zu stinken. Wir machen uns zum einschlafen noch Bannock und jausnen Speck u. Wurst dazu und das Zirbal darf auch nicht fehlen.

21.09 Heute sind wir das Ganze etwas ruhiger angegangen, schließlich ists in der Hütte ja sehr gemütlich. 11.15 Uhr sind dann doch alle Sachen verpackt und es kann losgehen. Wir wollen das Tal entlang Richtung Abiskojaure und nach ca. 8 km einen geeigneten Zeltplatz suchen. Nach etwas mehr als 2 km endet der Weg an einem Bach der vom Berg kommt und nicht einfach so zu überwinden ist. Wir haben keine Lust uns die Schuhe auszuziehen und so finden wir, nach einigem auf und ab Rennen, doch eine Stelle wo wir es probieren und es funktioniert zum Glück ohne zu sehr nass zu werden. Drüben suchen wir dann nach der Abzweigung aber wir sehen nur die Markierungen eines Winterweges irgendwohin nach Norwegen, wir werden doch nicht daran vorbeigelaufen sein. Aber es muss so sein, denn wir sind schon viel zu hoch. Wir haben die Abzweigung echt beide übersehen. Also müssen wir wieder runter ins Tal, irgendwo wird der Weg schon sein. Nach unten geht’s quer durchs Gemüse. Mannshohe Stauden und Geröll geben eine ziemliche Gehbehinderung ab. Den Rest des Weges passiert nichts Aufregendes mehr, außer das wir wieder unter die Baumgrenze kommen. An dem Platz wo wir eigentlich unsere Zelte aufstellen wollen, suchen wir dann ½ Stunde, doch nirgends ist ein Platz wo man 2 Zelte aufstellen kann.
Der Regen der uns seit wir losgegangen sind begleitet ist jetzt zu Schnee geworden und es sieht von Norwegen her aus als würde da noch mehr kommen, also beschließen wir weiterzugehen und nach einem Zeltplatz zu suchen. Nach insgesamt fast 13 km finden wir dann einen super Platz direkt an einem Fluss und mitten in einem Birkenwald. Einfach ein wunderschönes Plätzchen. Nach dem Essen machen wir uns noch ein Lagerfeuer und reden davon wie da oben morgen die Fische die wir fangen werden, liegen. Naja, mal schauen.

22.09 Ruhetag. Heute haben wir lange geschlafen, ich bin erst kurz nach 9 Uhr munter geworden. Es ist verdammt kalt heute Morgen aber am Himmel sind nur wenige Wolken, also hoffentlich kommt die Sonne bald über die Berge, dann wird’s warm. Nach dem Frühstück wird einmal die Angel zusammengebaut und Rudi baut die Feuerstelle aus. Hoffnungsvoll werfe ich gleich am Fluss vor unseren Zelten ein paar Mal aus aber nix, hier ist es aber auch zu seicht. Mit Fotoapparat und Behelfsangel (Trekkingstock u. Rolle) bewaffnet, gehen wir den See oberhalb entlang. Die Sonne beleuchtet die Gegend einfach wunderbar. Ein paar Fotomotive sind bald gefunden. Vom Ufer aus kann man nirgends Fische sehen, eigenartig bei diesem guten Wasser. Trotzdem, an einigen Stellen versuche ich mein Glück und werfe aus, leider erfolglos. Wir gehen bis zum oberen Ende des Sees. Das hier müsste die perfekte Stelle zum Fischen sein aber weit und breit kein Fisch zu sehen. Ich versuche es von sämtlichen Stellen aus aber nix. Es ist zum verrückt werden, nirgends ein Fisch. Nach einer Weile müssen wir einsehen, dass wir wirklich nichts erwischen werden, keine Ahnung wo die Fische sind. Deprimiert gehen wir wieder zurück. Jetzt gibt’s mal was zum Essen und danach werden wir das Feuer anzünden. Den Rest des Tages beschäftigen wir uns mit dem Feuer, wir haben zwar nur nasses Holz aber mit dem Birkenholz und Birkenrinde als Anzünder geht das sehr gut. Um ca. 18 Uhr beginnt es zur Abwechslung wieder mal zu regnen. Das Wetter, das wir erwischt haben ist echt nicht das beste, großteils immer nur Regen, Wind und Schnee. Doch wenn mans warm und sonnig haben will dann muss man halt in den Süden fahren. Hier heroben muss man sich der Situation anpassen man muss die Dinge so nehmen wie sie kommen, so auch das Wetter.

23.09 Heute Morgen regnet es nicht mehr und beim Blick nach draußen sind auch fast keine Wolken zu sehen. Es wird doch nicht etwa schön werden? Wir gehen`s ganz gemütlich an, gemütlich Frühstücken und ganz gemütlich zusammenräumen. So gegen 10.15 Uhr gehen wir los, die Sonne steht schon am Himmel und es ist verhältnismäßig warm, ein herrlicher Morgen! Die Landschaft präsentiert sich uns noch einmal von ihrer schönsten Seite, die Sonne scheint in die Blätter und intensiviert die Farben nochmals, alle paar Meter müssen wir stehen bleiben und Fotos machen… Kurz vor Abiskojaure übersehen wir noch einmal eine Abzweigung und wir müssen querfeldein weiter aber kurz nach 2 Uhr haben wir dann die 12,5 km geschafft und sind da. Wir sind nicht allein, 1 Pärchen und 2 die Solo unterwegs sind, alle aus Deutschland, sind auch noch hier. Wir plaudern kurz mit den Deutschen und dann machen wir uns was zu Essen, zuerst eine Eiermuschelsuppe und dann Eiernockerl mit Zwiebel, die aber nicht gerade gut schmecken. Ich genieße es zwar total hier es ist einfach genial aber trotzdem kreisen meine Gedanken schon öfters darum, was ich mir wohl zum Essen wünsche, wenn ich wieder zu Hause bin und ich tendiere stark zu Schweinsbraten oder Ripperl. Nudeln müssens jetzt dann keine mehr sein…
Wir stehen dann noch einige Zeit mit unseren Nachbarn zusammen und diskutieren über die Ausrüstung, Kocher, Lundhags und die verschiedenen Touren. Ich rede mit Nils über seine letzte Wintertour und mit was er unterwegs war. Er fragt mich ob ich bei der nächsten mitkommen will und wir beschließen unsere Emailadressen zu tauschen und in Kontakt zu bleiben, mal schauen. Eine Wintertour würde mich schon sehr reizen nur ob ich sie mir leisten kann ist die andere Frage. Nach einiger Zeit übersiedeln wir dann hinein in den Winterraum der inzwischen gut geheizt ist und reden da noch etwas, unter anderem über Korsika, den GR 20, die deutschen Wahlen und und und… Jetzt kuschle ich wieder in meinem mittlerweile schon etwas feuchten Schlafsack und freu mich auf meine vorletzte Nacht im Zelt.

24.09 Ich bin um ca. 7.30 Uhr durch das laute Geräusch eines alten MSR – Kochers munter geworden. Die Deutschen sitzen schon draußen beim Frühstück, nur Rudi schläft noch länger als ich, wie immer. Für heute stehen nur etwas mehr als 9 km auf dem Plan. Nach dem Frühstück reden wir noch etwas mit Nils und Julia, die aber dann zu einer Tagestour auf einen kleinen Gipfel aufbrechen. Der eine der in der Hütte geschlafen hat erklärt mir noch wie wir bei unserer Rückfahrt am meisten von Stockholm sehen könnten und wos was Gutes zu Essen gibt. Eh nett aber uns wird nur der Mäci interessieren und dann schauen wir halt noch etwas durch. Wir beschließen um ca. 12 Uhr aufzubrechen, Rudi legt sich noch mal ins Zelt und ich geh eine kleine Runde. Ich bin noch mal rüber zu dem kleinen Sandstrand spaziert, hab mich auf einen Baumstamm gesetzt und an einem alten Stück Holz herumgeschnitzt, war ziemlich schön. Zurück beim Zelt wollte ich dann mit dem Zusammenpacken anfangen und wie solls anders sein, es beginnt zu regnen. Hauptsache das Zelt ist wieder nass aber das sind wir ja eh schon gewohnt. Wir ärgern uns ziemlich und dann gehen wir halt im Regen los, das wird man hier oben ja gewöhnt. 4 km vor Abisko, wo auch ein kleiner Windschutz mit Feuerstelle ist, schlagen wir unsere Zelte auf und machen uns zuerst was zu Essen. Ich mache mir die letzten 2 Portionen Travellunch und auch die letzte Portion Bannock und die wird zum ersten Mal etwas. Wir sitzen noch eine Zeit im Windschutz, machen uns Tee und reden, bevor es zum letzten Mal ins Zelt geht. Ein bisschen Wehmut ist schon dabei wenn man bedenkt, dass es die letzte Nacht dieser Tour ist und es ab morgen wieder in die Zivilisation geht, man gewöhnt sich an den Rhythmus, schlafen zu gehen wenns finster wird und wieder aufstehen wenns hell wird.

25.09 Heute hab ich bis kurz vor 9 geschlafen. Beim Blick nach draußen durch den Lüfter konnte ich ein Eichhörnchen beobachten. Beim Versuch es zu fotografieren hat es mich aber bemerkt und ist abgehaut. Im Windschutz hab ich mir dann die letzte Portion meines Standardfrühstücks, Müsli, gemacht. Um ca. 10 ist auch Rudi aufgestanden und wir sind den Fluss entlang zu einer Sand/Steinbank gegangen. Überall Spuren von Elchen, Füchsen und noch einigen anderen aber von den Viechern nix zu sehen. Wir haben uns dann beeilt um unsere Zelte und das andere Zeug zusammenzupacken, da es schon wieder schwarz wurde. ZITAT: „Das Zelt ins Trockene bringen.“ Bevor wir zurück in die Zivilisation gehen müssen wir uns natürlich noch waschen, das können wir ja sonst keinem antun. Ein Fluss mit 3°C „warmen“ Gletscherwasser und ca. 6°C Lufttemperatur, was will man mehr. Es war einfach nur scheiß kalt! Die Füße mussten die ganze Zeit im Wasser sein und fühlten sich dann schon etwas taub an und auch der Kopfhaut tat die Durchblutung gut. Immerhin sind wir jetzt halbwegs sauber. Die restlichen 4 km aus dem Nationalpark raus, gehen wir jetzt total langsam, machen viele Fotos und auch Pausen, wir wollen ja nicht mehr schwitzen. In Abisko verging die Zeit beim Warten auch nicht. Wir sitzen am Boden und spielen Karten. Im Zug war diesmal mehr los aber wir hatten unseren Platz. Jetzt geht’s zurück.

Trekkman
11.10.2005, 15:15
Leider sind die Bilder zu groß – wenn
man sich alles angesehen hat, hat man
ja locker 100 MB runtergeladen.
Selbst mit DSL ist dieses Arcor-Album
eine Qual. Trotzdem: SCHÖN!
Bin jetzt schon wieder urlaubsreif.

Gruss, Thomas

hikingharry
11.10.2005, 15:30
Wow, danke - guter Bericht und tolle Fotos -> ich will da auch wieder hin.

Also, ich habe mir noch die großen Bilder angeschaut in ca. 1207x905 Pixel, fast bildschirmfüllend, nun ebenfalls urlaubsreif. *seufz*

Gut das ihr nicht in Finnland ward, da steht in der Hüttenordnung, das der Nachfolgende egal bei welchem Wetter, oder welcher Uhrzeit immer das Vorrecht hat, wenn die Hütte voll ist. Das hat bei mir ein paar Mal dazu geführt, plötzlich um 1h nachts Leute in der Hütte zu haben, die kochen etc. und um 4h nach Kaffe und Gespräch schlafen gehen. Na ja, nun vermeide ich die Hütten immer, oder benütze sie als Windschutz.

Gruß hikingharry

Ranger
11.10.2005, 17:41
Leider sind die Bilder zu groß – wenn
man sich alles angesehen hat, hat man
ja locker 100 MB runtergeladen.
Selbst mit DSL ist dieses Arcor-Album
eine Qual.

Bei mir geht das sogut wie ohne Zeitverzögerung. Wie bekomm ich die Bilder kleiner oder verkleinern andere Alben die Fotos automatisch? (Hab davon echt keine Ahnung) Sollte ich mal extrem viel überflüssige Zeit haben könnte ich das ja eventuell mal machen.


Gut das ihr nicht in Finnland ward, da steht in der Hüttenordnung, das der Nachfolgende egal bei welchem Wetter, oder welcher Uhrzeit immer das Vorrecht hat, wenn die Hütte voll ist.

:o Echt?

Es war jetzt auch nicht so, dass wir ihn nicht mal in die Hütte gelassen hätten :D Er hat bei uns Essen gekocht, Tee gemacht, seine Sachen getrocknet er hat sogar was von meinem Schnaps bekommen, war ein netter Abend.

Grüße Ranger

Snuffy
11.10.2005, 18:17
Bilder sind okay in der Größe, nicht solche Briefmarken.

Ach wegen fischen und nix nix da zum fischen hilft vll das
http://www.fjallen.nu/fiska/kartor.html



Snuffy

hikingharry
11.10.2005, 18:27
Please note that as you may have to share a hut with other hikers, certain codes of conduct should be observed. You should take others into consideration and make room for the most exhausted hikers and more recent arrivals. Even though most wilderness huts are small, there is room for a large number of people if good will prevails.
So stehts geschrieben, aber bei einer Minihütte, Sturm und 3 Neuankömmlingen....

Wenn man sich gut versteht, ist das ja lässig, aber eben einmal war es um ca. 23h ein übelgelauntes Pärchen, einmal 1h früh Leute unterhalten sich, essen, trinken Kaffee, und nocheinmal einer der kocht und 1,5 Stunden seine Schuhe putzt - ewige Schleifgeräusche. Wir wollten jeweils nur schlafen, lagen schon im Schlafsack, und wollten um 6h früh auf. Seitdem keine Hütten mehr, zumindest in Finnland.

Gruß hikingharry

24.11.2005, 16:55
Wenn die Hütte zu voll ist kann man ja bequem das Zelt davor aufstellen, sich gut aufwärmen, klönen und zum Schlafen im Zelt verschwinden. Da schlafe ich sogar besser. Und bei den meisten Hütten ist Platz genug.

@Ranger- wir sind die Tour letztes Jahr Anfang Oktober die andere Richtung gegangen. Da war Unna Allakas noch ganz geöffnet. (jemand erzählte dass 3 Tage später diese Notunterkunft zusammengezimmert wurde). Aber mittlerweile sind in fast allen Fjällhütten des STF nur noch die Noträume offen. Wurde wohl zu sehr mit Holz geaast und auch zuviel Müll hinterlassen.
Mit nur einem Ofen reduziert sich das ;-)


http://www.skarja.de/Lapl04/index.html

Peter

Rajiv
24.11.2005, 17:05
Entschuldigung, aber irgendwie habe ich da ein Problem.
Ich kriege keinen Zugang zur Seite mit den Bildern.
Was muß ich da machen? Selber einladen geht wohl auch nicht, steht zumindest dort.

Rajiv

Ranger
24.11.2005, 17:36
Dieser Link funktioniert nicht mehr, keine Ahnung wiso?

Ich habe die Fotos jetzt in den öffentlichen Bereich verschoben.

1. Klick (http://www.arcor.de/palb/kategorien.jsp)

2. unter "Urlaub & Ferien" Abenteuer anklicken

3. auf der 2. Seite Besitzer: Robert Haasmann
Albumstitel: Lappland 05



Kann mir jemand sagen wie ich das direkt verlinke?

Ich habe das oben nicht als öffentliches Fotoalbum verlinkt sondern nur als freigegebenes Fotoalbum und danach unter Freunde einladen "mich eingeladen" und dann diesen Link hierher geposted. Ist eine Zeit lang gut gegangen und jetzt funktioniert es nicht mehr???

Grüße Ranger

Ranger
24.11.2005, 17:40
@Järven - wie war es anfang Oktober? Hattet ihr schon viel Schnee? Wie wars mit den Temperaturen?

24.11.2005, 18:43
http://www.skarja.de/persp05.jpg

das ist ein Rundblick zwischen Unna Allakas und Alesjaure.
Schnee bis 30 cm, viele Verwehungen, und das Wasser ist beim Trinken am Becherrand gefroren. War schon kalt. Nachts dort oben etwa 12 Grad unter 0.
Aber schön wars trotzdem.


Peter

Ranger
24.11.2005, 22:53
Genial!!!


*schwärm*