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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [NO] Südnorwegen Mitte September



Buliph
02.09.2017, 12:40
Hey,

leider muss ich hier nochmal mein Thema erstellen, da das Trekkingforum ja zur Zeit offline ist.

Ich fahre mit meiner Freundin für 2 Wochen ab Mitte September nach Südnorwegen. Wir sind mit dem Auto und Zelt unterwegs. Ich selbst war schon öfters auf Mehrtagestouren mit Rucksack und Zelt aber noch nie so Roadtrip mäßig.
Der grobe Plan ist: Kirsitansand -> Küste nach Starvanger -> Lysefjord -> dann wahrscheinlich höchstens bis Hardangervidda und über Oslo wieder zurück.

Wir werden wahrscheinlich größtenteils Zeltplätze anfahren. Geplant ist auch eine kleine Mehrtagestour (2-3 Tage), vermutlich dann weiter nördlich.
Aber auch "Tagestour-Zelten", also z.b. Kjerag-Bolten oder Trolltunga mit Zelt. (Kommt natürlich aufs Wetter an, haben uns ja die beste Zeit heraus gesucht..)

Meine Frage ist, ob jemand schon Erfahrungen Mitte September in Südnorwegen (Auto+Zelt) gesammelt hat?
Ist dort dann noch viel los, also Tourismus mäßig?
Und kann man an der Küste auch einfach mal am Strand zelten oder wird das eher schwierig?

Viele Grüße
Buliph

Bankhar
02.09.2017, 16:21
Und kann man an der Küste auch einfach mal am Strand zelten oder wird das eher schwierig?

Viele Grüße
Buliph

Strand?

Buliph
02.09.2017, 17:37
Naja es gibt an der Küste zwischen Kristiansand und Starvanger viele schöne Sandstrände.
Falls das Wetter mitspielt, könnte man ja einfach zu einem hin fahren und dort das Zelt aufschlagen.

Ich bin mir nur nicht ganz sicher wie schwierig das wird, da bestimmt viel privatisiert ist oder ähnliches.
Also wollte ich hören, ob jemand eine gute Stelle kennt oder das schon mal gemacht hat?

thomas79
02.09.2017, 19:42
Sandstrände gibt es die auch in den einschlägigen Führern beschrieben sind, aber ganz ehrlich: Willst Du wirklich den ganzen Sand im Zelt haben? :ignore:

Auf unserem Roadtrip vor einigen Jahren fand ich es aber doch recht unentspannt mit dem Auto einen Platz zum Wildcampen zu finden. Wir sind dann am Ende konsequent auf Zeltplätze gegangen solange das Auto dabei war. Zumal das nicht im Jedermannsrecht gedeckt ist. Du darfst zwar überall hin und innerhalb der Regeln zelten, das gilt aber nicht für euer Auto...

Tourismußtechnisch ist es im September schon deutlich entspannter als im August. Ihr werdet natürlich nicht alleine sein, aber der Hauptandrang ist zu der Zeit schon vorbei. Nicht zuletzt wird es doch schon merklich kühler (vor allem in der Hardangervidda werdet ihr das deutlich spüren) und die Schulferien sind zu der Zeit dann wirklich in allen Ländern vorbei.

Ditschi
02.09.2017, 19:42
Über das norwegische allemannsretten wird viel geschrieben. Auch viel Unsinn reininterpretiert, den einer vom anderen abschreibt. Wie bei uns. Das ist alles mit Vorsicht zu genießen. Wer es genau wissen will, sollte an die Quelle gehen.

M.E. findet man sie hier:

https://lovdata.no/dokument/NL/lov/1957-06-28-16

Ich bin kein norwegischer Jurist. Ich kann es mit meinen Dänischkenntnissen einigermaßen lesen, was aber nicht heißt, daß ich alles verstehe. Es werden ja in einer fremden Sprache oft Begriffe verwendet, die jeder Norweger kennt, die man aber nicht einfach 1 zu 1 in eine fremde Rechtssprache übersetzen kann. Nach dem, was ich gelesen habe, verbleiben bei mir Fragen, die ich nicht beantworten kann. Da würde ich aber einen norwegischen Juristen fragen und niemanden sonst.

Zu Deiner Frage, ob man vom Auto aus Zelten darf, am Strand oder sonstwo, habe ich Bedenken, daß das erlaubt ist.

In aller Vorsicht: die Norweger unterscheiden den Verkehr im innmark und utmark und sagen auch, was sie jeweils darunter verstehen. Dann regeln sie das Betreten zu Fuß ( " til fots") und stellen weiter klar, was nichtmotorisiert dem "til fots "gleichgestellt ist.
Der Motorverkehr fällt nicht darunter. Da sagen sie nur in § 4, daß man im utmark mit motorisiertem Fahrzeug an öffentlich Wegen parken darf, sofern man nicht stört, und in § 2 letzter Satz, daß es für Motorverkehr im utmark noch ein weiteres Gesetz gibt.

In § 9 ist das Rasten und Zelten geregelt.

Ich verstehe das in der Tat so, daß das Betreten / Zelten ( am Strand !) nicht für den motorisierten Verkehr gilt. Die dürfen im utmark an öffentlichen Wegen parken. Ob damit auch Nächtigen = Campen gemeint ist, weiß ich nicht. Vielleicht steht darüber etwas im anderen genannten Gesetz ?

Wer des Norwegischen besser mächtig ist als ich und /oder sich besser auskennt, kann ja mal mehr dazu schreiben. Aber bitte an der Quelle bleiben, nicht von anderen abschreiben, die es wieder von anderen abgeschrieben haben oder eine eigene Meinung hineininterpretiert haben etc......

Meine grundsätzliche Meinung: grade als Ausländer sollte man sich an die Gesetze im Gastland halten, will man nicht riskieren, daß man als Tourist in Verruf gerät und daß Freizügigkeiten wie das allemannsretten eingeschränkt werden -- wie in Schweden bereits heftig diskutiert.

Wenn Ihr Euch -- das lov vor Augen-- nicht 100% sicher seid, was man darf oder nicht darf, dann steuert bitte mit dem PKW in Norwegen einen Campingplatz an -- es gibt genug.

Ditschi

findkfn
02.09.2017, 20:30
Die Norwegen Freunde haben dazu einen nur auf offiziellen Angaben beruhenden Thread:
http://forum.norwegen-freunde.com/viewtopic.php?f=9&t=14828

Und in Norwegen gibts viele wunderschöne Sandstrände.

Ditschi
02.09.2017, 22:06
Die Aussagen in dem link lesen sich gut, zumal sie -- soweit ich das beurteilen kann-- weitgehend wörtlich aus dem von mir verlinkten Gesetz übersetzt sind. Sie sind besser und umfangreicher als mein bescheidener Ansatz, widersprechen ihm aber nicht. Ich hätte nur die Frage an den Autor, woher er - genau ?-- schöpft, daß beim Parken neben dem Auto gezeltet werden darf ? Das muß nicht falsch sein, wie überhaupt manche Beiträge nicht falsch sein müssen. Ich wollte nur nicht selbst den häufigen Fehler machen, vor dem ich immer warne, nämlich irgend etwas ungeprüft zu übernehmen. Wenn man dem Text im link folgt und das Gesetz dazu liest, kann man ja erst dann selbst beurteilen, ob dem Text zu trauen ist. Die Schlußfolgerungen zum "Zelten mit Auto" mag jeder selbst ziehen.

Ja, Sandstrände gibt es viele. Oft da, wo man sie nicht vermutet. Ich muß aber sagen, daß ich auf dem Strand noch nie ein Zelt gesehen habe. Kann Zufall sein.

Ditschi

thomas79
02.09.2017, 22:23
Das mit dem Zelten neben dem Auto war mir so auch neu, wieder was gelernt. :D

Konkret für das Zelten auf den Sandstränden bräuchte es dafür dann aber auch Sandstrände die direkt mit dem Auto auf Straßen erreichbar sind:


Mit Motorfahrzeugen jeglicher Art darf ausschließlich auf Straßen und dafür zugelassenen Wegen gefahren und geparkt werden.

Soweit ja auch mit gesundem Verstand logisch. Aber genau hier liegt die Herausforderung. Entweder man weiß schon vor der Tour wo es entsprechende Plätze gibt oder man sucht sich dann abends 'n Wolf...

Buliph
03.09.2017, 00:28
Erstmal danke für die vielen Antworten und ich wollte hier keine Grundsatzdiskussion vom Zaun treten.
Ich habe schon in vielen anderen Foren darüber gelesen, dass gerade durch Touristen mit Auto und Zelt die Stimmung ums Jedermannsrecht getrübt ist. Ich würde auch niemals einfach mit dem Auto über irgend eine Wiese fahren oder abseits befestigter Straßen aber ich denke wenn man dort steht, wo man niemanden behindert und alles so wie vorher verlässt, dürfte es keine Probleme geben.

Wie schon erwähnt, werden wir auch größtenteils Campingplätze benutzen, da wir ja immer mal solche "Zelttagestouren" vor haben.
Aber nur um mal ein kleines Beispiel zu zeigen, wenn ich einfach auf Googlemaps gehe, dort die Satelitenkarte anzeigen lasse und einfach mal an den Stränden entlang schaue, kommen immer mal wieder solche Nebenstraßen die bis vor zu führen scheinen. (https://goo.gl/maps/EgqFBFjaYfq)

Danke nochmal für die vielen nützlichen Infos!

thomas79
03.09.2017, 00:36
Nebenstraßen gibt es schon, die Frage ist nur wie es dann wirklich vor Ort aussieht. Ich war erst vor ein paar Wochen in der Nähe des Ortes aus Deinem Link und da standen dann eindeutige Schilder dass weder parken noch Campen erlaubt ist. (War aber nicht direkt die Straße die du da rausgesucht hast)

Es kann euch also vor Ort passieren dass ihr dann doch ne Weile suchen müsst. ;-)

Aber vielleicht bekommt ihr ja noch Tipps von Plätzen hier, dann habt ihr es unterwegs leichter.

Buliph
03.09.2017, 00:51
Ich denke das wird sich dann zeigen und wenn irgendwo Verbots oder sonstige Schilder stehen, dann halten wir uns auch daran.
Campingplätze scheint es ja eh genügend zu geben.

Aber noch ein letzte Frage und die ist mir fast schon peinlich.
An der Nord und Ostsee hat man ja eigentlich keine großen Gezeiten aber dort geht es schon Richtung Atlantik.
Könnte man also mit Ebbe bzw Flut Probleme bekommen?

Ditschi
03.09.2017, 01:21
Du hast keine Ahnung, stimmt`s? Der Tidenhub an der Ostsee beträgt im Schnitt 30 cm, an der Nordsee 2-3 m, in den Trichtermündungen der Flüsse bis zu 4 m. In Südnorwegen nur ca. 50 cm, aber überall, wo es sich sich verengt, z.B. in den Fjorden, kann das Wasser höher auflaufen ( bis 1,80 m). Hört sich wenig an, sorgt aber bei Bodø mit dem Saltstraumen für den stärksten Gezeitenstrom der Welt. Besorge Dir einen Tidenkalender.

Flach und eng bedeutet , daß das Wasser hoch aufläuft. Zitat Wiki zur norwegischen Küste:


Das Verhalten der Gezeiten unterscheidet sich deutlich von dem an den südlichen und westlichen Küsten der Nordsee. Die Südwestküste Norwegens liegt in der Nähe eines Amphidromiezentrums. Hier ist der Tidenhub gering und die Reihenfolge des Tideneintritts an verschiedenen Orten schwankend. Östlich davon, am Skagerrak, ist die Bewegung der Tidenwellen gleichmäßiger, aber der Tidenhub ebenfalls gering. Nördlich von Bergen ist der Tidenhub größer und es gibt eine eindeutige Bewegungsrichtung von Westnorwegen in Richtung Barentssee. Da das Europäische Nordmeer im Unterschied zur flachen Nordsee die Tidenkinetik eines Ozeans hat, wandert die Tidenwelle sehr schnell. Der Zeitunterschied zwischen den Pegeln im Verhältnis zu ihrem Abstand bis zum Nordkap ist deutlich geringer als beispielsweise an deutschen Küsten.

Ditschi

kilen
03.09.2017, 04:44
Hey,


Meine Frage ist, ob jemand schon Erfahrungen Mitte September in Südnorwegen (Auto+Zelt) gesammelt hat?
Ist dort dann noch viel los, also Tourismus mäßig?
Und kann man an der Küste auch einfach mal am Strand zelten oder wird das eher schwierig?

Viele Grüße
Buliph

Ja. Bin jedes Jahr dort unterwegs und habe über 3 Jahre in den beschriebenen Gegenden gelebt. Bin ausserdem einige Jahre fast jedes WE zwischen Stavanger/Haugesund und Kragerö in Telemark gependelt. Also kurz:
Es ist schon etwas einsamer im September und die Westküste kann wettermässig nerven. Die magische Grenze ist Haukeli.
Von Westen nach Osten: Sola bis Ogna eher unangenehm zum Zelten, da viel Landwirtschaft und Privatbesitz. Geht am Strand aber ohne Probleme... wegen der Gezeiten würde ich mir keine Gedanken machen. Wattwandern ist nicht:bg: Surfen schon!
Sirdal und westliche Hardangervidda würde ich eher meiden, das Wetter spielt nur selten mit. Lysebotn, Kjerag usw. hat dagegen auch im September ein meistens angenehmes Mikroklima. Kann mich an keinen einzigen schlechten Tag dort erinnern. Landschaftlich schön und für Road Trips als Spontanzelter ausserhalb von Campingplätzen gut geeignet sind eigentlich immer Seitentäler mit Fjellkontakt. Gibt es zahlreiche zwischen Skien und Stavanger. Nur ein Beispiel: An der 9 von Kristiansand aus ist wild zelten schwierig, schon ein Abstecher auf die 42 eröffnet dagegen unzählige Möglichkeiten. Nebenbei rate ich zur Entspannung was das wilde Zelten angeht: Keinen interessiert das vor Ort! Auto und Zelt ist eine auch in Norwegen geschätzte Kombination, der man mit enormer Toleranz begegnet... wenn man nicht total dreist steht.
Viel Spass!

Nic87
06.09.2017, 10:02
Moin,

um ein wenig auf deine eigentliche Anfrage zurück zu kommen, darum ging es ja auch ;-)

Wenn du eine Tour für 2-3 Tage suchst könnte eine Runde um den Ringedalsvatnet eine Option sein. Trolltunga war ja eh geplant wenn ich das richtig gesehen habe. Persönlich kenne ich nur den allgemein bekannten Weg, wir sind damals von oben gekommen (Tyssevassbu) gekommen. In die Richtung ist auch nur noch sehr wenig los. Ihr könntet also entspannt in Richtung Trolltunga und Abends etwas abseits zelten, dann weiter nach Mosdalsbu und anschließend wieder zurück. Dürfte eigentlich kein Problem sein. Es gibt auch ein Tourenberichte zu der Strecke. Einfach mal hier bei Reiseberichten gucken.

Ansonsten ist in der Ecke Voringfossen noch ein typischer Tourimagnet. Von dort könntet ihr auf einen Parkplatz relativ hoch bis an die nördliche Vidda und hier parken: https://goo.gl/maps/Wk2LUU5vYho
Von da wäre ein Ausflug nach Hedlo möglich. Da parken auch "relativ" viele Einheimische für Tagesausflüge oder um in der Vidda Beeren zu pflücken etc.

Einfach mal hier schauen.

https://www.ut.no/kart/

Viel Spaß :D

Shagtakh
06.09.2017, 10:48
Ich bin am letzten WE aus Norwegen zurück gekommen und wir haben südlich mal die Turi Hotspots abgegrast also preikestolen,trolltunga und Bessseggen. Wir reisen selbst mit einem mittelgroßen Auto + Zelt und mach dir deswegen mal gar kein Kopf. Sofern du ein Fleckchen ebene Erde findest, stell einfach dein Zelt auf. Sofern du in der Nähe eines Hofes bist, frag den Traktorfahrer und der lädt dich evtl auf ein Bier ein und sagt dir sogar wo die Fische im See stehen ;)

Wir haben hin und her überlegt ob wir diese Orte anfahren sollen und kommen mit arg gemischten Gefühlen wieder.
Zuerst...dieser Jahr ist es kalt..sehr viel Wind und Temperaturen im August oft unter 0 in der Nacht. Wir hatten auf dem Besseggengrat sogar leichten Schneefall (...ist aber auch noch weiter nördlich)
Aussicht atemberaubend majestätisch aber leider von vielen "Instagram/Facebook Turis" besucht die die Natur wohl als "Hip" ansehen und sie so behandeln als ob sie in der Stadt wären...irgend wer räumt ja schon mein Dreck auf.

Zu tiefst geschockt waren wir auf der Trolltunga:
Der Parkplatz unten kostet 600,- Kronen!!! für 24 std .Ab diesem Jahr gibt es eine Auto Schotterpiste für die erste Steigung (500,- Kronen für 12 Std). Für 30 Autos ist oben Platz dann wird unten die Schranke zu gemacht. "Lachend" über diesen Preis sind wir zu Fuss hoch und haben erst nächsten Tag als wir wieder kamen gemerkt, dass wir unten auch Gebühren zahlen mussten (die besagten 600,- Kronen für 24std). (meine kleine, meist engelsgleiche Partnerin habe ich noch nie so ausrasten gesehen).
Trolltunga ist absolut zugemüllt!! In jeder Ritze dosen, Verpackungen sogar ein 5 Liter Coop Wasserkanister wird dort stehen gelassen. Die Natur drum herum ist völlig tot..
Stell dich bei allen diesen Orten auf viele Asiaten ein die mit Bussen ankommen und dann mit Stadtkleidung von "Mountaingard" sehr oft ermahnt werden....möchte nicht wissen wie viele Rettungeinsätze dort stattfinden wegen Unterkühlung o.ä.

Es lohnt sich definitv aber wir waren auch irgendwie froh, als wir dann in Trollheimen wieder gewohnt unsere Ruhe hatten...

Buliph
06.09.2017, 22:31
Danke nochmal für die vielen guten und ausführlichen Antworten! (Vor allem die letztes 3)

Also Hardangervidda ab beschriebenen Startparkplatz habe ich tatsächlich schon mal gemacht; vor zwei Jahren mit Rucksack und Zelt für 5 Tage. Ich bin wie gesagt auch kein Trecking oder Norwegen-"Neuling" aber halt noch nie mit dem Auto und Zelt.
Ich wollte eigentlich schon immer mal eine Tour am Hardangerjokulen machen aber die ziehen sich meistens eher auf 3-4 Tage, auch wenn man ihn nicht umrundet.
Es gibt ja aber zum Glück so viele schöne Strecken, da wird sich schon was finden :)

Es ist auch gut zu hören, dass hier so viel positives über das Auto+Zelt berichtet wurde. Es scheint halt immer darauf anzukommen, wie man es tut und wie man mit der Natur umgeht.
Das mit den "Hotspots" und dem Müll ist wirklich schade zu hören.
Trotzdem werden wir sie anfahren und auf gutes Wetter hoffen! (Die 600 Kronen sind schon etwas viel, ich habe eigentlich immer "nur" von 300 gelesen)

Ich würde gern auch noch weiter nach Norden kommen aber da wir nur 2 Wochen haben, es schon Mitte September und dies der erste 2-Wochen-Zelturlaub für meine Freundin ist, werden wir uns das für ein anderes Mal aufheben.

Nic87
07.09.2017, 11:13
Die Norweger sind selbst ziemlich genervt von den Massen an Touristen. Wird sind letztes Jahr von Odda nach Geilo mit dem Bus bis Eidfjord und dann weiter per Anhelter, da der Bus auf dieser Strecke nur 1x am Tag früh morgens durchfährt. Da hat uns eine nette Frau mitgenommen, die selbst in der Bergrettung beim Roten Kreuz in Norwegen aktiv ist. Die hat uns einige ziemlich krasse Sachen dazu erzählt. Da gehen halt Leute unvorbereitet hoch und nehmen ihre Kleinkinder mit die dann bei einem Wetterumschwung sehr schnell auskühlen. :(

Ich glaube bei der Trolltunga kommt hinzu, dass der Anstieg relativ lang und schwierig ist im Verhältnis zu anderen bekannten Sehenswürdigkeiten, wo der Bus kurz anhält und alle Kreuzfahrttouristen ausspuckt. Die sind ja oft in 1h erreichbar, wogegen die Tunga eine Tagestour im Gebirge ist. Deswegen auch die Warnschilder am Anfang, aber viele Leute haben im Gebirge überhaupt keine Erfahrung und unterschätzen das total. Was man da an "Ausrüstung" sieht ist wirklich erschreckend. Also quasi nicht vorhandener Ausrüstung.

Wir sind ja nach mehrtägigen Touren immer nur kurz an den Hotspots gewesen. Da kommt man sich dann ziemlich fehl am Platze vor. Das letzte mal vor 2-3 Tagen in einem Fluss gewaschen neben all den Instagram-Touris :bg:

Wenn dich der Hardangerjøkulen interessiert kannst du auch kostenlos für mehrere Tage in Geilo parken und mit der Bergensbahn nach Finse fahren. Sehr schöne Strecke. Anschließend kannst du den Hardangerjøkulen entweder ganz oder halb umrunden und dann weiter nach Liseth. Das geht problemlos in 2-3 Tagen, die Strecke ist mit Erfahrung gut machbar. Von dort fährt 1x am Tag der besagte Bus.

Mit dem trampen hatten wir damals auch ziemliches Glück, die Norweger sind da wohl eher zurückhaltend. Aber wir hatten nach fast 14 Tagen keine Lust noch eine Extranacht auf dem Zeltplatz in Odda zu verbinden um den Frühbus zu bekommen. Im Endeffekt haben sich die nette Dame und ein netter junger Mann gefunden die uns mitgenommen haben. Die Gespräche waren auch sehr nett, vor allem wenn einem klar wird was Winter auf dieser Strecke heißt :o