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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Spiritus- und Gasverbrauch in 4 Wochen in Nordnorwegen ab Mitte Juni



Pseudemys
24.05.2017, 13:03
Hallo,

ich habe noch nie mit Spiritus gekocht, mit Gas auch nur einmal, und werde vom 8. Juni bis 5. Juli auf Senja und Lofoten wandern.

Am sympathischsten wäre mir der Gaseinsatz, da Ess- und Trinkgefäß, Kocher, Löffel, Gewürze und eine 230g-Gaskartusche in meinen Edelstahltopf passen.
Von einem sehr erfahrenen Norwegen-Wanderer und hiesiger Teilnehmer wurden mir für Gas 350 bis 400g (große Kartusche) pro Woche prognostiziert. Wollte ich meine topfkonforme 230g-Varinate nehmen, dann müßte ich wohl mindestens acht 230g-Kartuschen mit mir herumtragen, wenn nicht mehr. Das scheint mir nicht so sinnvoll praktikabel.
Allerdings kocht der Ratgebende vorwiegend mit Spiritus, und räumt schon ein, daß er vielleicht zu viel Gas pro Woche angesetzt hat.

Ich hätte auch einen (bisher unbenutzten) Spirituskocher, und vielleicht ist die zu veranschlagende Menge Spiritus für vier Wochen kleiner als die für Gas zu erwartende, und so würde ich dann Spiritus bevorzugen.

Was sage Eure vergleichenden Erfahrungen?

Wenn ich für Gas schon einen Anhaltspunkt habe, s.o., der vielleicht hier korrigiert wird, so wäre ich für Spiritus an einem interessiert. D.h: Wieviel Milliliter im Durchschnitt pro Woche eine Person verbraucht bzw. wieviele Flaschen Spiritus, wobei ich nicht weiß, wie standardmäßig in Norwegen abgefüllt wird, man durchschnittlich verbraucht, ich also letztendlich vier Wochen mit mir herumtragen muß.

Nunja, vielleicht nicht vier Wochen am Stücke, denn nach Planung werde ich zehnt Tage auf Senja wandern, dann könnte ich wohl wieder Spiritus bzw. Gas kaufen, und auf den Lofoten könnte ich wohl fast täglich Gas wie Spiritus nachkaufen, denn, so las ich, nach jeder Tagewanderung stößt man wieder auf ein Dorf.


Dank & Gruß!

lutz-berlin
24.05.2017, 13:18
ca 15gr Gas pro Liter und 30ml Spiritus für den Liter

HaegarHH
24.05.2017, 13:27
Neben der ganzen "Prosa" fehlen mir doch recht viele Angaben, um sinnvolle Antworten zu geben :o

Was willst Du kochen? Wie? Wie oft? .... usw. usw.

Morgens Frühstück mit 2-3 Tassen Kaffe/Tee? Frisch gekochter Porridge oder einfach fertig Flocken nur übergießen? Oder bleibt morgens die Küche kalt?

Zwischendrin bei Mistwetter mal Mittags auch heiße Suppe oder Tee, oder nur abgezählte Riegel?

Abend Freezerbag-Cooking mit 400ml Wasser, oder frische Deluxe Menüs mit Kartoffeln und frischem Schweinegulasch, zumindest dort, wo man die Zutatenbekommt?


Für lange Touren würde ich lieber irgendwas anderes in den Topf stopfen und eine 450g Kartusche nehme, als 2 230g

StepByStep
24.05.2017, 13:36
Also normal Kochen und Spiritus würde ich mit ca einem Liter pro Woche ausgehen. Aber das hängt wie schon gesagt stark ab was wie und wie oft gekocht wird.

Grundsätzlich würde ich wenn irgend möglich nachkaufen, in 4 Wochen kommt man meist mal vorbei, wo man relativ sicher Brennstoff bekommt.

Waldhexe
24.05.2017, 13:50
Ich verbrauche im Fjäll mit dem Trangia etwa 250 ml je Woche und Person, gekocht wird möglichst windgeschützt, immer mit Deckel, morgens eine Tasse Kaffee, abends Mampf wie Spaghetteria (z.B. 8min Kochzeit) oder Asia-Snack mit Kouskous (nur aufkochen).
Für 10 Tage Senja solltest Du also mit einer Flasche (normalerweise 1l) dicke hinkommen.

Gruß,

Claudia

Reddo
24.05.2017, 13:59
Welchen Gaskocher würdest Du denn überhaupt benutzen? Hat dein Topf einen Wärmetauscher? Verwendest Du einen Windschutz? Sind ja alles Faktoren ...

Auf Globetrotter.de gibt es übrigens für viele Kocher Verbrauchsangaben. Für die Lofoten kann ich Dir anekdotisch davon berichten, dass ich dort viele getroffen habe, die besorgt bis panisch umhergeirrt sind auf der Suche nach den richtigen Kartuschen. Spiritus hingegen findest Du da wirklich überall. Gaskartuschen z.B. in der Tankstelle in Reine. Ich hoffe, die haben die immer noch, ich bin nämlich im Juni auch wieder da, diesmal mit Gas- statt Benzinkocher :bg:.

Pielinen
24.05.2017, 14:05
Je nach Ansprüchen bis zu drei Liter Wasser am Tag.
Dafür braucht man eine große Kartusche oder ein Liter Spiritus.

Bei 1/2 Liter Wasser morgens und Abends reicht eine kleine Kartusche oder 1/2Liter Spiritus für 10 Tage!

DerNeueHeiko
24.05.2017, 18:53
Ich komme alleine mit 1l Spiritus ca. 10-12 Tage aus. Nehme aber normalerweise trotzdem 1,5l mit, um sicherzugehen :)

Koche auf dem Trangia, Windschutz ist also da, morgens Porridge und Tee, mittags normalerweise nichts, ausnahmsweise auch mal einen Tee, abends Nudeln+Soße (Gabelspaghetti oder Tortellini) oder Fertiggericht oder Kartoffelbrei+Rührei (Pulver) und Tee. Wobei ich meinen Brenner immer zudrehe, auch wenn noch Spritus drin ist. Mit einem Dosenkocher o.ä. der nicht dicht ist, wirst du mehr verbrauchen, weil du ihn immer leer brennen musst.

MfG, Heiko

Meer Berge
24.05.2017, 20:54
Bei mir entspricht 1 L Spiritus ungefähr 450 g (große Kartusche) Gas.
Ich koche mit dem Trangia morgens einen Liter Wasser für Müsli und Tee, Abends 1 L für Abendessen (Tütensuppe mit was drin, das nicht lange kochen muss = Couscous oder Kartoffelpü) und Tee und oft nochmal einen Liter für einen Ankunftstee oder nach dem Essen.
Dabei komme ich mit einer großen Kartusche 7-9 Tage aus, je nach Außen- und Wassertemperatur.

Ich habe das beim ersten Mal mit Testkochen zu Hause ausprobiert. Habe eine Weile alles Wasser mit dem Trangia erhitzt und protokolliert. ;-)

Gruß,
Sylvia

Prachttaucher
24.05.2017, 21:18
...
Von einem sehr erfahrenen Norwegen-Wanderer und hiesiger Teilnehmer wurden mir für Gas 350 bis 400g (große Kartusche) pro Woche prognostiziert....

Das ist allerdings sehr hoch gegriffen - bei mir reichen für 14 Tage 2 x 230 g oder 1 x 460 g. Natürlich nicht um aufwendige Menüs zu kochen, aber da würdest Du auch viel Spiritus brauchen.

JustMe79
24.05.2017, 22:15
Das ist allerdings sehr hoch gegriffen - bei mir reichen für 14 Tage 2 x 230 g oder 1 x 460 g. Natürlich nicht um aufwendige Menüs zu kochen, aber da würdest Du auch viel Spiritus brauchen.

Ist ja supi, wenn hier manche so sparsam sind - der OP ist allerdings blutiger Anfänger, hat vermutlich nicht den effizientesten Kocher, hat vermutlich andere Kochgewohnheiten und und und. Daher sollte er auf jeden Fall großzügiger planen.

Selbst wenn er 4 Wochen völlig autark sein müsste und dementsprechend z.B. volle 4 460er mitnehmen würde - das bisschen Gewicht und Volumen ist doch echt ein Witz, vor allem in Anbetracht der Vorstellung, dass einem bei zuviel Knausrigkeit eventuell irgendwann der Sprit... bzw. in dem Fall das Gas, ausgeht.

Wenn ich jemals von Spiritus auf Gas umsteigen sollte, werde ich beim 1. Mal auf jeden Fall auch großzügig planen. So richtig unter Realbedingungen vortesten kann man das bei hiesigen Luft- und Wassertemperaturen ja leider auch nicht.

Katun
24.05.2017, 22:40
Mir genügte zuletzt eine mittlere für drei Wochen (nicht Norwegen, erst recht nicht Nordnorwegen!). Ca. 1 l am Tag, mal kochen, öfters nur Wasser kochen.

Allgemein ist man seinem Gasverbrauch nicht ausgeliefert, man kann das steuern... sonst hab ich das mit dem Gas gerne gleich am Anfang erledigt, große Abenteuertour aber ständig einkaufen und so - würde also ggfs. in deinem Fall einfach eine große nehmen oder fang mit der mittleren an, siehst ja dann, wie weit du damit kommst - es sollten die 10 Tage sein. Und wenn da noch ein paar Reisetage ohne Kochen dazwischen sind und dafür kauft man mal ein Käsebrot, würde ich noch mal nachzählen, wie viel gekocht wird.

Irgendwo hatte hier auch mal wer gefragt, für Schweden oder so. Am Ende haben sie ihre zweite volle mittlere Kartusche wieder irgendwo stehen gelassen, glaube, sie brauchten nur eine kleine - oder so ähnlich.

Prachttaucher
24.05.2017, 23:34
...Wollte ich meine topfkonforme 230g-Varinate nehmen, dann müßte ich wohl mindestens acht 230g-Kartuschen mit mir herumtragen, wenn nicht mehr. Das scheint mir nicht so sinnvoll praktikabel.
Allerdings kocht der Ratgebende vorwiegend mit Spiritus, und räumt schon ein, daß er vielleicht zu viel Gas pro Woche angesetzt hat...

;-) Darum ging´s eigentlich.

Ich bin raus hier !

Katun
24.05.2017, 23:43
Naja, langsam wird mir klar, warum Leute Spiritus nehmen: sie glauben, man braucht einen Gastank. :grins:

JustMe79
25.05.2017, 02:01
Allgemein ist man seinem Gasverbrauch nicht ausgeliefert, man kann das steuern...

Klar kann man das Steuern - aber es geht ja eigentlich darum, es nicht groß bzw. überhaupt steuern zu müssen, einfach weil man eine 'definitiv' ausreichende Mengs dabei hat.

Und mal ehrlich - wie genau kannst du den Füllstand einer Kartusche schätzen? In Vierteln vielleicht, maximal. Bei ner Spiritusflasche kann man das immerhin auf ein paar 10ml genau bestimmen, aber wenn du z.B. genau eine große Kartusche dabei hast, wie willst das dann nach ner Woche von dreien auch nur annähernd sagen? Mit Schütteln? Wär vielleicht ein Fall für Wetten dass...? wenn's das noch gäbe... ;-)

Katun
25.05.2017, 02:27
Bei einer großen ist das völlig egal. ;-)

Sonst: eine volle Kartusche hat gewöhnlich nach wenigen Tagen schon rapide abgenommen, fühlt sich zumindest so an, in die Hand nehmen. Man erschrickt und achtet fortan darauf, pünktlich runterzudrehen. Auf einmal scheint sie nicht mehr so fix runterzugehen (schütteln, bisschen in der Hand wiegen). Bis wirklich nicht mehr so viel drin ist (schütteln). Dann dreht man erst recht nicht mehr hemmungslos auf. Lässt die Nudeln vielleicht mal etwas bissfester oder wählt von den zwei Gerichten das, was schneller fertig ist. Macht vielleicht mal weniger Tee oder es siedet statt ausgiebig zu sprudeln. Dieser letzte Rest hält dann erstaunlich lange, gewöhnlich bis zum Ende. - das sind jetzt keine Zahlen, es geht mir bloß so.


aber es geht ja eigentlich darum, es nicht groß bzw. überhaupt steuern zu müssen, einfach weil man eine 'definitiv' ausreichende Mengs dabei hat.
Allgemein lässt sich wohl behaupten: mit einer großen Kartusche kommt man ziemlich weit, da ist viel definitiv drin. Reicht einem das nicht, bitte sehr, pack noch eine ein. Aber nicht 8. - Ich nehme nie kleine, sind mir zu teuer und zu sehr auf Kante, zu wenig "definitiv". Seinen Verbrauch im Blick haben und halbwegs unter Kontrolle - kann man natürlich als große Einschränkung und große Unsicherheit sehen ohne Messbecher, und dafür noch zwei weitere Kartuschen einpacken, sicher ist sicher. Aber wenn man so eine große "Kartuschenunsicherheit" imaginiert, weiß ich nicht, ob man überhaupt losgehen sollte. Kann auch passieren, dass kein Gas aus der Kartusche kommt, usw.

woodcutter
25.05.2017, 09:17
...
ich habe noch nie mit Spiritus gekocht, mit Gas auch nur einmal, und werde vom 8. Juni bis 5. Juli auf Senja und Lofoten wandern.
...
Ich hätte auch einen (bisher unbenutzten) Spirituskocher, und vielleicht ist die zu veranschlagende Menge Spiritus für vier Wochen kleiner als die für Gas zu erwartende, und so würde ich dann Spiritus bevorzugen.

Was sage Eure vergleichenden Erfahrungen?

Schnellstens mit eigenen Erfahrungen anfangen. Konkret mit dem Spiritus Kocher. Ich würde niemals mit einem unbenutzten Kocher auf eine Tour gehen.

Bei dem System bleiben das du kennst. Ein paar Tage vor so ein langer Tour die Pferde wechseln kann man machen. Und dabei gründlichst auf die Schn... fallen.

Lange Reise, unsichere Nachkaufsituatione > Flüssigbrennstoff. Ich würde Benzin nehmen.

Lange Reise mit Gas > dann hat man eben leere Kartuschen, kocht aber m.M. auf der sicheren Seite = weil DU damit Erfahrungen hast. Sich Fremderfahrungen wenige Tage vor einer langen Tour einholen und als Maßstab nehmen halte ich für riskant. Gut manche mögen das Risiko und haben noch Spaß dran. :bg:

Klutzki
10.06.2017, 15:25
Also Wasser heiß machen ist glaub ich kein Hexenwerk. Die meisten Kocher lassen sich doch eigentlich recht intuitiv bedienen... Und tatsächlich ist es so, dass in Skandinavien vor allem mit Spiritus gekocht wird, den gibt es dort auch an jeder Ecke zu kaufen. Allerdings kann man sich schon fragen ob es sich lohnt mit dem Spiritus, denn Gewichtsvorteile hast du nunmal beim Gas ohnehin. Wir waren zu zweit auch für zwei Wochen oben und sind mit ca. 2 1/2 Stechkartuschen à 190g ausgekommen, und das ohne zu geizen, mit unserem Billig-Kocher und selbstgeklöppeltem Windschutz aus Alu und Kükendraht. Fairerweise muss man sagen dass wir eine Nacht auf einem Campingplatz waren und die Gemeinschaftsküche nutzen konnten. Wir haben meistens warm gefrühstückt (was im August bei steifer Brise und 4 Grad Celsius das mindeste an Luxus ist), mittags dagegen nur manchmal, und Abends wieder warm, und auch mal was, was länger gedauert hat. Tee oder Kakao dreimal täglich.

Nimm bloß nicht zu viel mit, dann ärgerst du dich nur. Wir nehmen IMMER viel zu viel mit. Mit drei Kartuschen à 230g bist du auf der sicheren Seite, und das ist immer noch angenehmer als am besten noch ne ganze Literflasche Spiritus zu schleppen.

khyal
10.06.2017, 17:07
ca 15gr Gas pro Liter und 30ml Spiritus für den Liter

Vom Ansatz her genau richtig, da kann sich jeder selber ueberlegen, wieviel er kocht...
ich vermute, Du meinst pro Liter heissem Wasser...

Wenn man das Wasser allerdings wirklich auf Temp misst und als kochendes Wasser 96 Grad ansetzt, werden die Werte etwas hoeher.
15 g Gas kann schon in etwa hinkommen, wenn man einen gut eingestellten "Rundum-Windschutz" verwendet, bei Spiritus dasselbe mit dem Windschutz, bei den meisten Brennern kommt man eher, wenn man richtig nachmisst, auf 30-34 g.

Vom Tragegewicht her sollte man beruecksichtigen, dass bei Gas nochmal so grob 50-60 % Kartuschengewicht dazu kommen, bei Spiritus kann man etwas Gewicht sparen, wenn man statt dessen 96% Reinigungsalkohol nimmt und denn dann immer nur fuer den Tagesbedarf auf 90% runtermischt.

Und jetzt mal als Beispielwert, bei einer Treckingtour vor ein paar Wochen im spanischen Gebirge habe ich fuer 3 Wochen 1,9 l 96% Alkohol gebraucht, im Jahr vorher im selben Gebiet bei aehnlichen Kochgewohnheiten / Temperaturen fuer die 3 Wochen ca 1,3 l Tankstellensrit mit dem allerdings sehr sparsamen Omnilite-Titan, auf langen Touren ohne Brennstoff-Nachschub wird der halt die leichteste Option...

Hobokocher scheidet ja meist aus, weil es in vielen Gebieten nicht erlaubt ist, offenes Feuer mit Funkenpflug zu machen bzw man auch je nach Gebiet / Witterungslage Schwierigkeiten mit Brennstoff-Nachschub hat.

Outdoorfetischist
10.06.2017, 18:23
Bei den Werten, die hier z.T. angegeben werden, scheint mir, dass man an der Art und Weise des Kochens noch viel optimiert werden kann. Ich nutze beispielsweise einen "Pot Cozy". Mein Jetboil hat von Werk einen aus Neopren, für mein Spiritussetup hab ich einen aus "Windschutzscheibenfolie", etwa sowas: https://www.antigravitygear.com/wp-content/uploads/2013/06/Pot-Cozy-1.jpg. Ein Fleecepulli tuts im Zweifel auch. Damit muss ich das Wasser nur zum Kochen bringen, dann kommt das Essen rein und ich lasse es ziehen. Das klappt bei gefriergetrockneten Gerichten (Knorr o.ä.) und Nudeln passender Garzeit hervorragend, bei Instantkartoffelbrei sowieso. So komme ich pro Abendessen mit 4-5g Gas aus (im Jetboil, der hat aber auch einen "Wärmetauscher" und ist damit effizienter als andere typische Systeme), bei Spiritus brauche ich 15ml (ich nutze ein Caldera Cone System, das auch sehr effizient ist und daher evtl. abweichend von anderen Kochern). Und um das mal ins Verhältnis zu setzen: Ich hab mit einer (!) 100g Kartusche auf einer 7-tägigen Tour für 2 Personen gekocht (abends 2*500ml, morgens 1*4-500ml für Kaffee).
Wer aufwendiger kochen möchte, soll das gerne tun, ist schließlich Urlaub. Ich vermute allerdings (da ich früher denselben Fehler gemacht hab), dass bei Vielen hier Brennstoff verschwendet wird, weil man unnötigerweise nicht nur Wasser erhitzt, sondern das Essen auch noch kocht, wo ziehen lassen eigentlich reichen würde.

khyal
10.06.2017, 19:31
Bei den Werten, die hier z.T. angegeben werden, scheint mir, dass man an der Art und Weise des Kochens noch viel optimiert werden kann. Ich nutze beispielsweise einen "Pot Cozy". Mein Jetboil hat von Werk einen aus Neopren, für mein Spiritussetup hab ich einen aus "Windschutzscheibenfolie", etwa sowas: https://www.antigravitygear.com/wp-content/uploads/2013/06/Pot-Cozy-1.jpg. Ein Fleecepulli tuts im Zweifel auch. Damit muss ich das Wasser nur zum Kochen bringen, dann kommt das Essen rein und ich lasse es ziehen. Das klappt bei gefriergetrockneten Gerichten (Knorr o.ä.) und Nudeln passender Garzeit hervorragend, bei Instantkartoffelbrei sowieso. So komme ich pro Abendessen mit 4-5g Gas aus (im Jetboil, der hat aber auch einen "Wärmetauscher" und ist damit effizienter als andere typische Systeme), bei Spiritus brauche ich 15ml (ich nutze ein Caldera Cone System, das auch sehr effizient ist und daher evtl. abweichend von anderen Kochern). Und um das mal ins Verhältnis zu setzen: Ich hab mit einer (!) 100g Kartusche auf einer 7-tägigen Tour für 2 Personen gekocht (abends 2*500ml, morgens 1*4-500ml für Kaffee).
Wer aufwendiger kochen möchte, soll das gerne tun, ist schließlich Urlaub. Ich vermute allerdings (da ich früher denselben Fehler gemacht hab), dass bei Vielen hier Brennstoff verschwendet wird, weil man unnötigerweise nicht nur Wasser erhitzt, sondern das Essen auch noch kocht, wo ziehen lassen eigentlich reichen würde.

Ich denke, das ist ein wichtiger Hinweis, auch wenn ich hoffe, dass es jedem, der sich ein bisschen in das Thema rein kniet, klar ist, dass man nicht vor sich hin kochen laesst, sondern nur kurz aufkocht und dann ziehen laesst...die Pasta natuerlich schon ins kalte Wasser und mit aufwaermen lassen, spart Zeit beim Ziehen lassen...

Ein Caldera Cone ist mit eingestelltem Kocher auch nicht effektiver als ein normaler richtig eingestellter Rundum-Windschutz, rein theoretisch sogar weniger effektiv, da die Wand im unteren Teil des Topfes weiter weg ist, aber in der Praxis konnte ich da keinen Verbrauchs-Unterschied feststellen, und einen Titan-Windschutz muss man nicht fuer jeden Topf extra kaufen und bekommt ihn in D und muss ihn nicht extra importieren, die Caldera Jungs verkaufen nur noch an direkte Kunden, nicht mehr an Haendler, wenn also z.B. sackundpack.de seine Restbestaende weg hat, kann man nur noch selber importieren...

Nach meinen Erfahrungen braucht man keinen Pot-Cozy, selbst bei Vollkorn / Dinkelnudeln sind Diese bei 10 Grad Aussentemp nach dem Ziehen lassen noch richtig heiss zum Essen.

Bei niedrigeren Temps reicht meist ein untergelegter Carbon Felt zur Bodenisolierung, der passt dann universal fuer alle Toepfe und ist weniger Rumgefummel.

Klar Jetboil mit zugehoerigem Topf spart etwas Gas, aber die Gewichtsbilanz faellt gegenueber einem leichten Gaskocher & Titantoepfen stark negativ aus und ich habe keine freie Topfwahl (gibt es da ueberhaupt groessere Toepfe, dass man zu 2 vernuenftig Kochen kann, oder geht dann aufgrund der kleinen Topfgroesse nur Fertigkram ?).

Klar bei Tueten / Instantfrass kann man viel Brennstoff sparen, das stimmt, da man da nicht unbedingt knapp 100 Grad heisses Wasser braucht, sondern bei dem meisten Zeug 70-80 Grad dicke reichen...

Fuer 2 Leute pro Tag 1,5 Liter...das sieht allerdings bei mir anders aus, Kaffee morgens & Tee abends / nachts & Kochen sind eher 3,5 l / Tag fuer Einen...da ist halt jeder anders unterwegs...

Fertigkram ist vielleicht auch nicht gerade jedermans Geschmack z.B. mir schmeckt der Kram nicht und ich habe auch lieber selber die Kontrolle darueber welche Zusatzstoffe im Essen sind...aber das kommt natuerlich auch wieder drauf an, wieviel man unterwegs ist, ich bin halt > 3 Monate / Jahr "draussen", da hat eine angemessene Ernaehrung vielleicht auch einen anderen Stellenwert, als fuer jemand der 2 Wochen / Jahr unterwegs ist...

Aber wie so oft im Leben, jeder wie er will und waere langweilig, wenn wir alle denselben Geschmack und dieselbe Meinung haetten :bg:

Outdoorfetischist
11.06.2017, 14:41
Ein Caldera Cone ist mit eingestelltem Kocher auch nicht effektiver als ein normaler richtig eingestellter Rundum-Windschutz, rein theoretisch sogar weniger effektiv, da die Wand im unteren Teil des Topfes weiter weg ist [...]

Jein, da Caldera Cone eng am Topf anliegt, schließt er angeblich die Wärme ein. Wie viel das effektiv bringt, weiß ich nicht, ich hab noch keinen Vergleichstest gemacht.



[...] und einen Titan-Windschutz muss man nicht fuer jeden Topf extra kaufen und bekommt ihn in D und muss ihn nicht extra importieren, die Caldera Jungs verkaufen nur noch an direkte Kunden, nicht mehr an Haendler, wenn also z.B. sackundpack.de seine Restbestaende weg hat, kann man nur noch selber importieren...

Ja, die Caldera Cones haben auch ihre Nachteile (inbes. Beschränkung auf einen Topf), die Beschaffungsproblematik war mir so noch nicht bewusst. Ich mag meinen trotzdem, weil ich zu einem guten Preis an ein Ti-Tri Inferno Set gekommen bin und so Holz-, Esbit- und Spirituskocher habe, jeweils sehr effizient, und diese nach Belieben kombinieren kann. Vor Allem mag ich allerdings die erstklassige Stabilität: Töpfe auf Cat-Can Stoves oder noch schlimmer auf irgendwelchen Gaskochern, die man oben auf die Kartusche schraubt sind immer recht instabil, wohingegen es fast unmöglich ist, den Caldera Cone umzukippen. Ja, wenn man aufpasst, passiert nichts, aber der Teufel ist ein Eichhörnchen...



Klar Jetboil mit zugehoerigem Topf spart etwas Gas, aber die Gewichtsbilanz faellt gegenueber einem leichten Gaskocher & Titantoepfen stark negativ aus [...]

Grundsätzlich ja, aber wenn man mit einem konventionellen Gaskocher wegen des erhöhten Verbrauchs die Nächstgröße Kartusche nehmen muss, mit dem Jetboil aber nicht, so ist der Jetboil doch leichter. Und auch beim Jetboil mag ich die bessere Stabilität durch den Einrastmechanismus des Topfes auf dem Kocher.

Klar, wenn man "richtig" kochen möchte (also Gemüse garen, braten oder sowas), sind sowohl Caldera Cone als auch Jetboil eine schlechte Wahl. Die Klassiker des Tourenessens bekomme ich aber mit beiden hin, meistens esse ich aber tatsächlich Fertigkrams. Dass das für dich bei deinem jährlichen Tourvolumen keine Option ist, leuchtet mir ein. Ich würde allerdings behaupten, dass die meisten hier auf die ein oder andere Art und Weise Dinge essen, für die man nicht richtig zu kochen braucht.

Hinsichtlich der Topfflexibilität hast du auch recht: Wenn man verschiedene Töpfe nutzen möchte, sind beide Systeme nicht ideal. Ich hab eben nur zwei Töpfe (den vom Jetboil und einen Evernew 900ml), mehr zu besitzen ist bei meinem Tourvolumen nicht zu rechtfertigen. Wenn ich mit meiner Freundin unterwegs bin, kochen wir sowieso meistens zweimal hintereinander. Alternativ kann eine Person das Essen in einem anderen Gefäß ziehen lassen. Ist vielleicht nicht ideal, aber ich kann und möchte nicht für jeden Zweck ideal ausgestattet sein.

ks
11.06.2017, 20:28
Und mal ehrlich - wie genau kannst du den Füllstand einer Kartusche schätzen? In Vierteln vielleicht, maximal. Bei ner Spiritusflasche kann man das immerhin auf ein paar 10ml genau bestimmen, aber wenn du z.B. genau eine große Kartusche dabei hast, wie willst das dann nach ner Woche von dreien auch nur annähernd sagen? Mit Schütteln? Wär vielleicht ein Fall für Wetten dass...? wenn's das noch gäbe... ;-

Nein wäre es nicht siehe dazu das Video vom Fernwanderer:https://www.youtube.com/watch?v=oCmyRJOa6NU&index=2&list=PLAg4lcLCLYCmhDHoSu6yRaIsvtIR3qUHp

Pseudemys
18.06.2017, 02:03
Ich danke vielmals für alle hilfreichen Beiträge - und entschuldige mich für die „Prosa“ (HaegarHH ;-) ).

Inzwischen bin ich aus Norwegen (vorzeitig) zurück - allerdings ohne Zeltwanderung mit Schlafsack und Kochen, da die Segelschifffahrt mit der „Noorderlicht“ um den Westen Spitzbergens, mit täglichen Landgängen und Ankerung über Nacht in wunderschönen Fjord-Buchten bei Mitternachtssonne, bis über den 80. Breitengrad hinaus unmittelbare an die Packeisgrenze von den phantastischen Eindrücken her, die ja auch alle verarbeitet sein wollen, abgerundet mir denen eines fünftägigen Abschlußes mit Tageswanderungen auf der Lyngenhalbinsel, bei durchgehendem Sonnenschein auf der ganzen Reise, so erschöpfend, daß die Aufnahme noch weiterer Eindrücke einfach nicht mehr möglich war. Ich war mehr als gesättigt - mehr ging einfach nicht mehr!

Alle Hinweise und Ratschläge sind aber nicht umsonst - bei einer zukünftigen Exkursion in Nord-Norwegen mit Zelt, Schlafsack und Kochtopf werden sie Berücksichtigung finden.
Und die wird vorher hierzulande trainiert.


PS: Schon wieder Prosa - Nachsicht HaegarHH! :D

khyal
18.06.2017, 09:47
Jein, da Caldera Cone eng am Topf anliegt, schließt er angeblich die Wärme ein. Wie viel das effektiv bringt, weiß ich nicht, ich hab noch keinen Vergleichstest gemacht.
Waerme einschliessen waere schlecht, denn dann koennte die "neue Waerme" von unten nicht "nachkommen" :bg:, aber ich weiss, was Du meinst, genau Dasselbe machst Du aber eben auch mit einem richtig aufgestellten "Rundum-Windschutz" wie z.B. mit der Bulbul-Titanfolie, dass eben die Waerme schoen nah an den Topfwaenden vorbei geleitet wird.
Es ist ein Riesenverbrauchsunterschied, ob sie perfekt oder "naja" steht, nach meinen Verbrauchs-Messungen ist ein Abstand von ca 1 cm perfekt, bei kleinen Toepfen kann eine Abstandserhoehung auif ca 3-4 cm schon eine Verbrauchserhoehung von z.B. 30-40% bei Spiritus bedeuten.
Ein Rundum-Windschutz leitet nun ab der Topfbodenkante die Kocherhitze schoen nah an den Topfwaenden vorbei nach oben, der Caldera Cone ist zwar oben eng, aber unten weiter, da wird also zumindest theoretisch Waerme "verschenkt", keinesfalls ist er aber effektiver als ein richtig aufgestellter Rundum-Windschutz.


...Töpfe auf Cat-Can Stoves oder noch schlimmer auf irgendwelchen Gaskochern, die man oben auf die Kartusche schraubt sind immer recht instabil, wohingegen es fast unmöglich ist, den Caldera Cone umzukippen. Ja, wenn man aufpasst, passiert nichts, aber der Teufel ist ein Eichhörnchen...
Yes, ist mit ein Punkt, weswegen ich lieber, wenn es denn unbedingt ein Gaskocher sein muss, Schlauchkocher empfehle, Topf oben auf Kartusche + Kocher ist einfach unguenstig fuer die Stabilitaet, da reicht schon ein kleiner Winkel, damit das Ganze kippt. Bei Caldera Cone sehe ich in der Hinsicht als Nachteil, dass er eine sehr grosse Standflaeche braucht, einen normalen Schlauchkocher (egal ob jetzt Gas oder Sprit) bekomme ich eher irgendwo dazwischen getrickst und das ist zumindest bei meinen Touren haeufig ein Thema, z.B. April/Mai im spanischen Gebirge, oder in den letzten Wochen die beiden Paddeltouren an Werra & Fulda.
Btw finde ich dass der Caldera Cone keine gute Alternative als Holzkocher ist, da er den Grund schaedigt, damit ist der Einsatzbereich deutlich eingeschraenkt, da sind Hobokocher, die einen "Rost" drin haben wie z.B. Honey Stove Ti oder der kleine Pico Grill in Kombination mit einem kleinen Stueck Carbon Felt deutlich universeller.


Grundsätzlich ja, aber wenn man mit einem konventionellen Gaskocher wegen des erhöhten Verbrauchs die Nächstgröße Kartusche nehmen muss, mit dem Jetboil aber nicht, so ist der Jetboil doch leichter. Und auch beim Jetboil mag ich die bessere Stabilität durch den Einrastmechanismus des Topfes auf dem Kocher.
Klar man kann es sich schoen rechnen :baetsch:, aber wenn ich sehe, was Du gegenueber einem leichten Gaskocher & Ti-Windschutz & Topf an Mehrgewicht hast und es bleiben halt die typischen Nachteile eines Aufschraubkochers
a) aufgrund des hohen Aufbaus reicht ein rel kleiner Winkel, damit das Ganze kippelig wird
b) kaum wintertauglich im Vergleich zu einem Schlauchkocher mit Generator


Klar, wenn man "richtig" kochen möchte (also Gemüse garen, braten oder sowas), sind sowohl Caldera Cone als auch Jetboil eine schlechte Wahl. Die Klassiker des Tourenessens bekomme ich aber mit beiden hin, meistens esse ich aber tatsächlich Fertigkrams. Dass das für dich bei deinem jährlichen Tourvolumen keine Option ist, leuchtet mir ein.
Nee, soweit brauchst Du nicht zu gehen, wenn wir z.B. zu 2 unterwegs sind und dann 2* nacheinander Vollkornnudeln ziehen lassen muesst, wuerden wir wahrscheinlich im Schlafsack essen :bg:
Geht doch schon los, wenn Du z.B. nur eine Pasta & Sosse machst, da brauchst Du 2 Toepfe, oder z.B. wenn ich alleine unterwegs bin, nutze ich einen 1,3 l Topf fuer´s Essen und einen 800 ml Evernew Teapot als Tee/Kaffeetasse, in der ich eben auch das Wasser vorher koche, haette ich nur einen Topf bei, haette ich kalten Tea zum Essen...

Nach meinen Erfahrungen auf Touren mit Anderen essen fast alle von denen keinen Fertigkrams, allerdings snd das auch Leute, die sich entweder "bewusst" ernaehren und/oder ein bisschen mehr unterwegs sind.

Aber da muss jeder durch Ausprobieren seinen Weg finden...