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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Laugavegur - Reisevorbereitungen



Omitier
11.04.2017, 12:05
Hallo Leute!

Ich werde dieses Jahr zwischen dem 8. und 18. Juli mit drei Freunden den Laugavegur in Island bewandern. Im Forum habe ich bereits etliche Threads dazu gelesen aber ich hätte dennoch ein paar Fragen :D

1. Wir wollen von Skogar nach Landmannalaugar laufen - das dürften doch so um die 80km sein wenn ich mich recht entsinne oder? Ist es egal von wo aus man startet oder würdet ihr etwas bestimmtes empfehlen? Meine Begleiter wollen sich quasi mit den heißen Quellen belohnen :D

2. Wir sind alles Anfänger was Trekking betrifft. Lediglich einer meiner Begleiter ist mit mir vergangenes Jahr den West Highland Way gegangen. Wie ist denn der Laugavegur im Vergleich zum WHW - was Anstrengung und Kondition betrifft?

3. Gibt es etwas hinsichtlich des Zelts zu beachten? Ich habe ein Vango Helix 200. Das hat sich in Schottland äußerst bewährt: Wassersäule Außenzelt 5000mm, Boden 6000mm. Ich mache mir hauptsächlich Sorgen wegen dem Wind. Habe nämlich (glaube sogar hier im Forum) gelesen dass sogar richtige Expeditionszelte bei dem Wind kaputt gegangen sind und man Álftavatn zum Zelten meiden sollte. Erfahrungen? Tipps?

4. Soll ich mir eine Regenjacke + Hose kaufen oder ist ein Regenponcho ausreichen? Mein Bauch sagt mir allerdings dass mir der Poncho um die Ohren fliegen wird...

5. Allgemein zur Kleidung: Wollte 2 kurzärmelige Merinoshirts + ein Merino Longsleeve mitnehmen. Darüber hinaus eine Fleecejacke, Skiunterwäsche und meine Softshelljacke. Und dazu ggf. noch Regenjacke + Hose bzw. Poncho (siehe #4). Meint ihr das würde reichen?

6. Wie lange ist man denn so tagsüber unterwegs? Ich hab lediglich Erfahrungen mit dem WHW. Und da sind wir meistens gegen 7 Uhr gestartet und man war dann am frühen Nachmittag bei seinem Zeltplatz. Hinzu kommt: Der WHW ist 154km lang - der Laugavegur (mit Skogar) lediglich ~80km. Also knapp die Hälfte. Ich nehme mal an dass man viel krakseln und viele Höhenmeter schrubben muss, allerdings relativ früh sein Tagesziel erreicht hat, oder? Wie lange ist man denn so unterwegs?

7. Dumme Frage, aber wie ist es denn wenn man unterwegs mal groß muss? :grins: In Schottland war das relativ unproblematisch: Man ist hinter einen Hügel oder hat sich in die Büsche geschlagen und hat sich ein Loch gebuddelt... In Island wird ja großen Wert drauf gelegt dass man die Umwelt möglichst nicht belastest. Also ist dann "shitting in the bush" tabu? :bg: Wie habt ihr das gehandhabt? Oder habt ihr gewartet bis ihr an den Zeltplätzen bei den Hütten wart?

Ich hoffe ihr könnt mir ein bisschen weiterhelfen :) Schonmal aller liebsten Dank!

MrsLausS
11.04.2017, 13:06
Hallo Omitier,
wir sind den Laugavegur auch von Skogar aus gelaufen. Am Ende zur Entspannung in die heißen Quellen zu tauchen, ist definitiv herrlich. Ein guter Grund, in diese Richtung zu laufen.

Ja, der Weg ist kürzer als der WHW, aber dennoch fand ich ihn deutlich fordernder.
Den größten Unterschied, den ich zum WHW hervorheben möchte ist der, dass man aus dem Laugavegur nicht einfach so mal aussteigen kann. Erfahrung, was Mehrtagestouren – und das Furten von Flüssen - angeht ist aus meiner Sicht durchaus nötig. Eine Anfängertour ist es nicht gerade.

Gerade die erste Etappe von Skogar bis zur ersten Hütte war für mich kräftezehrend. Wenn ich mich recht erinnere waren das 1000Hm auf 16 Kilometer. In unserem Fall bei Nieselregen und später im Nebel. Das auf und ab und der Wechsel von Altschneefelder und „Lavadünen“ hat mich damals ziemlich angefressen. Die Etappenlängen sind vorgegeben, da man im Naturschutzgebiete nur an den Hütten zelten darf. In diesem Zusammenhang: Áftavatn ist wirklich eine Bewährungsprobe für ein Zelt. Unsere Hilleburg hat gehalten, aber gut geschlafen habe ich nicht.

Poncho würde ich zu Hause lassen. Regenjacke und Hose machen deutlich mehr Sinn.

Zu Punkt 7: In Ermangelung an Büschen oder Bäumen auf dem größten Teil der Strecke habe ich immer durchgehalten…
Falls ihr plant, in den Hütten zu übernachten, dann müsst ihr vorreservieren. Wir waren nur zu zweit und hatten viel Glück in Hraftinusker nach einem lausigen Tag (Regen und Sturmböen den ganzen Tag) noch zwei Plätze in der Hütte zu bekommen…

Viel Erfolg,
MrsLausS

Chouchen
11.04.2017, 13:34
zu 1.) Ich finde, die Richtung ist egal. Wenn ihr die heißen Quellen am Schluss haben wollt, dann macht das so.

zu 2.) Den WHW kenne ich nicht. Ich kann nur sagen, dass der Laugavegur meine erste Wanderung war. ;-) Ich hatte allerdings vorher schon viel zeltende Island-Erfahrung, so dass mich islandtypische Wetterumschwünge usw. nicht allzusehr überrascht haben.

zu 3.) Das Vango geht schon. an Reperaturhülsen, Flickzeug, gut Häringe (mit Ersatz) und ausreichend Abspannschnur denken.

zu 4.) Ja,Regenjacke und -Hose ist das Mittel der Wahl.

zu 5.) Ich persönlich würde keine Softshell UND eine Regenjacke mitnehmen, ist aber letzten Ende Geschmacksache. Ein T-Shirt weniger tut's eigentlich auch, Skiunterwäsche ist beim Gehen i.d.R. zu warm und macht eigentlich nur als Schlafanzug Sinn. Wichtig: Gute Socken, was Winddichtes für Kopf und Hände (insbes. wenn Du Stöcke verwendest, was meiner Meinung nach sehr zu empfehlen ist) und einen Buff o.ä. für den Hals.

Ich ziehe inzwischen gerne die etwas dünneren Wollpullis (aus Lettlopi-Wolle) aus echter Islandwolle an: Warm, müffeln nicht, keine störenden Schulternähte und halten den typischen isländischen Nieselregen sehr gut ab. Ausserdem habe ich meist noch eine winddichte Weste dabei. Das reicht mir bis es wirklich knackig kalt ist, nur bei Sprühregen kommt dann noch eine dünne Regenjacke drüber. Muss man aber ausprobieren. Grundsätzlich passt schon, was Du mitnehmen willst.

zu 6.) Genaue Gehzeiten weiss ich nicht mehr. Ich als Anfänger und Untrainierter war aber im Regelfall auch am halben Nachmittag am Tagesziel da und musste mich morgens mit dem Aufbruch auch nicht hetzen. Aber Obacht: Das Wetter hat auch da einen sehr großen, mitunter gefährlichen Einfluss!
Kraxeleien sind kaum dabei, die Höhenmeter fand ich für mich persönlich fordernd, aber erträglich. (Ich habe allerdings nicht die Verlängerung über Fimmvörðuháls bis Skógar gemacht, das ist dann von den Höhenmetern her doch noch mal etwas anderes.) Es gibt Leute, die laufen die 55 km des klassischen Laugavegur als Ultramarathon in gut 4 Stunden...;-)

zu 7.) Büsche zum Dahinterkacken wirst Du kaum finden. ;-)
Wenn's unterwegs sein muss: Vergraben, im Optimalfall aber mitnehmen.

Chouchen
11.04.2017, 13:36
Wo ich gerade die Antwort von MrsLausS gelesen habe: Unbedingt Schuhe/Sandalen zum Furten einpacken, im Idealfall mit Neoprensocken kombiniert!

attue
11.04.2017, 13:59
Hallo, das meiste wurde schon gesagt. Die anstrengendste Etappe ist sicher die 1. wenn ihr von Skogar aus startet. 1000 hm und die noch vollen Rucksäcke bei teilweise weichem, sandigem Untergrund oder Schneefeldern haben es schon in sich. Danach ging es eigentlich ganz gut, am herausfordernsten war für uns dann doch das Wetter! Wir sind auch von skogar aus gestartet und haben die hot pots am Ende genossen. Den Reisebericht hast du ja vielleicht sogar schon gelesen.

Unterschätzen würde ich den Laugavegur aber aufgrund des Wetters auf keinen Fall.

Übrigens ist neben alftavatn auch noch hraftinusker für viel Wind und "kreatives" Wetter bekannt 

Ich wünsche euch viel Spaß und bei uns war es die 2. Tour nach dem Kungsleden.

Omitier
12.04.2017, 09:54
Herzlichen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen! Die haben mir schon mal sehr weitergeholfen :D

Wie ich eingangs bereits erwähnte, wollen wir in Skogar starten. Frage: Lohnt sich dieser verlängerte Abschnitt? Oder doch lieber direkt Porsmörk? Was meint ihr?

codenascher
12.04.2017, 10:12
.....

7. Dumme Frage, aber wie ist es denn wenn man unterwegs mal groß muss? :grins: In Schottland war das relativ unproblematisch: Man ist hinter einen Hügel oder hat sich in die Büsche geschlagen und hat sich ein Loch gebuddelt... In Island wird ja großen Wert drauf gelegt dass man die Umwelt möglichst nicht belastest. Also ist dann "shitting in the bush" tabu? :bg: Wie habt ihr das gehandhabt? Oder habt ihr gewartet bis ihr an den Zeltplätzen bei den Hütten wart?
....


Selbst wenn es nirgends explizit steht, dennoch wette ich, dass die Schotten es ebenfalls nicht so pralle finden das hinter nen Busch oder Hügel geschissen wird.
Worauf ich hinaus will, unabhängig wo man wandert und zeltet, sollte man so wenig wie möglich hinterlassen. Häufchen in ein Loch, Klopapier verbrennen oder mitnehmen. Häufchen unter Stein beispielsweise sollte nie eine Option sein.

neumania
12.04.2017, 12:44
Herzlichen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen! Die haben mir schon mal sehr weitergeholfen :D

Wie ich eingangs bereits erwähnte, wollen wir in Skogar starten. Frage: Lohnt sich dieser verlängerte Abschnitt? Oder doch lieber direkt Porsmörk? Was meint ihr?


Moin,


wenn's geht in Skogar starten.
Der Weg hoch mit den zahlreichen Wasserfällen ist total schön, der Ausblick auf dem Weg in die und die Ankunft in Thorsmörk ist auch großartig; unbedingte Empfehlung meinerseits!

Grüße,
Markus

MrsLausS
12.04.2017, 21:26
Herzlichen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen! Die haben mir schon mal sehr weitergeholfen :D

Wie ich eingangs bereits erwähnte, wollen wir in Skogar starten. Frage: Lohnt sich dieser verlängerte Abschnitt? Oder doch lieber direkt Porsmörk? Was meint ihr?

Die Strecke zwischen Skogar und Porsmörk ist - bei gutem Wetter - meiner Meinung nach toll!
Ob sie euch auch gefallen wird, kann euch keiner sagen...

Folgendes solltet ihr vielleicht in eure Überlegungen mit einbeziehen:
Wenn ihr in Skogar startet...
...habt ihr noch das Maximalgewicht im Rucksack (Essensvorräte...).
...Seid ihr noch nicht "Eingelaufen" (mir fällt der erste Wandertag mit großem Rucksack immer schwer)
... schrubben ihr bis Fimmvörðuháls um die 1000Hm (dort lässt sich kein Zelt aufbauen! An der vorgelagerten Baldvinsskali Hut kann man ein Zelt aufbauen).
...Zwischen Fimmvörðuháls und Þórsmörk gibt es eine klitzekleine Stelle an der man keine Höhenangst haben darf... Uns kam eine schluchzende Frau in einer Gruppe entgegen. Etwa 15 min. später war ich keinen deut besser dran, ich Weichei.

Wahrscheinlich würde ich es aber wieder tun. (Variante: nach Porsmörk anreisen und am ersten Tag einfach mal mit Daypack in Richtung Skogar "schnuppern")


Viel Spaß noch bei der Planung! ;-)

attue
12.04.2017, 22:48
Landschaftlich meiner Meinung nach mit einer der schönsten Teile am laugavegur. Wie schon erwähnt wurde gibt es zwei kleine ausgesetzte stellen, wobei eine mit Ketten gesichert ist. Ich, nicht schwindelfrei, konnte sie jedoch mit Herzklopfen ohne gröbere Probleme meistern.

Lg attue

Donik
17.04.2017, 01:14
Unbedingt von Skogar weg, war für mich der schönste Teil des Weges. Wenn ihr allerdings wisst das das Wetter schlecht wird, startet in Pörsmörk. Skogar-Pörsmörk ist whrs auch das gefährlichste Stück bei schlechtem Wetter (wobei die anderen natürlich nicht auch sehr gefährlich werden können).

In Fimmvörðuháls solls blöd zu campen sein, darum bin ich in einem durch. Erster Tag, fast 30km, ich weiß nicht wieviele Höhenmeter. Waren sehr anstregende 9h Marsch. Aber es hat sich gelohnt.

Alvtavatn war zwar windig aber auch sehr schön und mein Ringstind hat dem Wind gut standgehalten. Falls es wirklich sehr windig ist, ist etwa 2km vorher ein anderer Campingplatz (Name vergessen), der whrs weniger windanfällig ist.

Die anderen Etappen lassen sich alle in 4-6h bezwingen, zeitlich aufstehen muss man nicht, lohnt sich aber falls das Wetter passt (es kann sich so schnell ändern, wenns um 8 passt, geht!).

Auch die letzten 2 Etappen bin ich in einem durch, da mir der Campingplatz bei Hraftnitusker bei relativ schlechten Wetter nicht zugesagt hat.

Das Vango sollte passen!

Zu deinem Punkt 7. Ich muss eigentlich nie groß während dem Tag und an den Campingplätzen gab es Toiletten ;)

Daddyoffive
17.04.2017, 01:23
Moin,


wenn's geht in Skogar starten.
Der Weg hoch mit den zahlreichen Wasserfällen ist total schön, der Ausblick auf dem Weg in die und die Ankunft in Thorsmörk ist auch großartig; unbedingte Empfehlung meinerseits!

Grüße,
Markus

+1

Ich bin den Weg schon in beiden Richtungen gelaufen. Beides hat seinen Reiz, jedoch ist Landmannalaugar das schönere Ziel. Der Blick runter von Hravntinusker zum Alftavatn ist aber sensationell. Also unbedingt immer wieder umdrehen unterwegs. Und wie bereits geschrieben wurde: Nur an den Hütten zelten. Allerdings kann man einzelne Etapen auch zusammenlegen.

SAiMeN
17.04.2017, 09:44
Hallo zusammen,

würde mich mal kurz an den Thread anschließen falls ich darf?! :D

Werde zusammen mit einem Freund auch in der 2.Juli-Hälfte in Island sein und die gleiche Route laufen,
jedoch starten wir eben von Landmannalaugar ab.

Es wurde ja schon viel gesagt, jedoch hatte ich mal gelesen, dass die Zeltplätze teils nicht wirklich "grünen" Untergrund aufweisen und der Untergrund teils schlecht für die üblichen Heringe ist, weshalb manche andere Heringe mitnehmen. Ist dies wirklich notwendig oder hat es im Notfall genügend Steine usw.? Falls andere Heringe, welches würdet ihr mitnehmen?
(wir haben das HB Nammatj 3 mit den originalen Heringen dabei)

Danke.

Gruß Simon

Daddyoffive
17.04.2017, 09:48
Die Hillebergheringe sollten gehen. Wenn du noch andere hast, mische ein paar Nägel mit ein paar V-Heringen. Ansonsten gibt es genügend Steine. An der Hrafntinusker-Hütte waren regelrechte Steinwälle als Windschutz aufgebaut.

thomas79
17.04.2017, 10:23
In Fimmvörðuháls solls blöd zu campen sein, darum bin ich in einem durch. Erster Tag, fast 30km, ich weiß nicht wieviele Höhenmeter. Waren sehr anstregende 9h Marsch. Aber es hat sich gelohnt.

Genaugenommen ist es da schlicht verboten zu zelten. Ich habe mich im Vorfeld dann dazu entschlossen diese eine Nacht in der Hütte zu übernachten. Dafür aber unbedingt vorher reservieren. Die Hütte ist sehr klein und war bei mir komplett mit Reservierungen belegt!

Ansonsten ist es wichtig genug Wasser mitzunehmen, fließend Wasser gibt es weder aus dem Hahn noch aus einem Bach ;-)

bourne
17.04.2017, 14:36
Genaugenommen ist es da schlicht verboten zu zelten. Ich habe mich im Vorfeld dann dazu entschlossen diese eine Nacht in der Hütte zu übernachten. Dafür aber unbedingt vorher reservieren. Die Hütte ist sehr klein und war bei mir komplett mit Reservierungen belegt!


Bei den Hütten (Baldvinsskáli oder Fimmvörðuháls) dürfen sie natürlich schon zelten....

MrsLausS
17.04.2017, 16:06
Bei den Hütten (Baldvinsskáli oder Fimmvörðuháls) dürfen sie natürlich schon zelten....


Wir waren 2014 da, möglicherweise hat sich da was geändert, aber damals konnte man nur an der Baldvinsskali Hut tatsächlich ein Zelt aufstellen. Selbst wenn du es darfst, war es -zumindest 2014 aus meiner Sicht- schlicht nicht möglich ein Zelt an der Fimmvörðuháls Hütte aufzustellen. Falls es Leute gibt, die das geschafft haben, dann dürfen sie mich gerne korrigieren. ;-)

@Simon: wir hatten das Kaitum von HB dabei, keine Probleme mit den Heringen. Falls ihr ein Footprint habt, wir haben es nicht bereut, unseres dabei gehabt zu haben...

attue
17.04.2017, 16:54
also wir haben mit Erlaubnis des Hüttenwarts damals, auch 2014, etwas unterhalb der Hütte gezeltet. Es war zwar nicht ganz gerade, die spitzesten Steine mussten weggeräumt werden und fürs Wasser musste Schnee geschmolzen werden, aber ausser uns waren auch noch zwei andere Zelte etwas verstreut in der Umgebung der Hütte aufgestellt.

Lg attue

MrsLausS
17.04.2017, 18:09
Hey attue, hatte deinen Reisebericht schon gelesen - gerade nochmal überflogen, ist ja auch ein Foto von eurem Übernachtungsplatz drin, ich Dummerle...:roll: Ihr hattet ein bisschen mehr Glück mit dem Wetter als wir... Traumhafte Fotos!

Donik
17.04.2017, 19:06
Hallo zusammen,

würde mich mal kurz an den Thread anschließen falls ich darf?! :D

Werde zusammen mit einem Freund auch in der 2.Juli-Hälfte in Island sein und die gleiche Route laufen,
jedoch starten wir eben von Landmannalaugar ab.

Es wurde ja schon viel gesagt, jedoch hatte ich mal gelesen, dass die Zeltplätze teils nicht wirklich "grünen" Untergrund aufweisen und der Untergrund teils schlecht für die üblichen Heringe ist, weshalb manche andere Heringe mitnehmen. Ist dies wirklich notwendig oder hat es im Notfall genügend Steine usw.? Falls andere Heringe, welches würdet ihr mitnehmen?
(wir haben das HB Nammatj 3 mit den originalen Heringen dabei)

Danke.

Gruß Simon

In Landmannalaugar hatte ich tatsächlich Probleme mit meinen Heringen, der Boden war nämlich unglaublich fest. Mit einem geborgten Gummihammer hab ich sie dann aber doch reinbekommen und Steine wären auch genug rumgelegen ;)

thomas79
17.04.2017, 20:10
Bei den Hütten (Baldvinsskáli oder Fimmvörðuháls) dürfen sie natürlich schon zelten....

Sorry, aber das stimmt meines Wissens nicht. Ich meine letztes Jahr im Aufstieg von Skogar auch an einem entsprechenden Hinweisschild vorbeigekommen zu sein. Wildzelten ist hier wie auch am ganzen Laugavegur grundsätzlich erstmal verboten. Und hier gibt es keinen offiziellen Zeltplatz direkt an den Hütten wie an den meisten anderen Hütten am Laugavegur.

Auch wenn einer der wechselnden Hüttenwirte hier mal eine Auge zudrücken mag würde ich damit nicht planen. Auf der Fimmvörðuháls-Hütte wechseln die Hüttenwarte teilweise wöchentlich. ;-)

Einzelne Erfahrungen wie z.B. von MrsLausS aus den letzten Jahren lassen damit auch keinen Schluß zu dass es immer geduldet wird.

bourne
17.04.2017, 22:27
Jetzt wird es spannend, interessiert mich auch, wir wollen heuer dort zelten (da wir erst eher spät in Skogar starten können) und ich kenne von diversen Reiseberichten Bilder mit Zelten dort, ich hatte also bisher keine Bedenken, dass das an den Hütten erlaubt ist (nicht auf dem Weg, das sehe ich wie Du).

Quelle: http://en.fi.is/lodges/verd-og-bokanir


Pricelist 2017

Hut Price pr. pers. pr night
Álftavatn 8.000 kr.
Baldvinsskáli 6.500 kr.
Emstrur 8.000 kr.
Hagavatn 5.500 kr.
Hlöðuvellir 6.000 kr.
Hrafntinnusker 8.000 kr.
Hvanngil 8.000 kr.
Hvítárnes 6.000 kr.
Landmannalaugar 8.000 kr.
Norðurfjörður 7.000 kr.
Nýidalur 8.000 kr.
Þjófadalir 5.500 kr.
Þórsmörk - Langidalur 8.000 kr.
Þverbrekknamúli 6.000 kr.
Hornbjargsviti 8.000 kr.
Admission fee* 500 kr.
Shower** 500 kr.
Camping 2.000 kr.
*Those using FÍ’s facilities, such as toilet or outdoor grill, but not staying overnight are charged a facility fee.



Baldvinsskáli steht drauf und Camping steht unter allen drunter....

thomas79
17.04.2017, 22:37
dort wo es einen Zeltplatz gibt wird eben so verrechnet. An den beiden Hütten auf dieser Etappe gibt es aber keinen Zeltplatz. ;-) Auf den Hüttenseiten selbst findest Du keinerlei Hinweise auf einen Zeltplatz, - Auch keine Preise dafür!

siehe:
http://nat.is/fjallaskalareng/skalar_utivistar_fimmvorduhals.htm (http://nat.is/fjallaskalareng/skalar_utivistar_fimmvorduhals.htm)
http://www.utivist.is/english/fimmvorduhals-hut/
http://nat.is/fi_baldvinnskali_fimmvorduhals.htm

Auch auf den Wanderkarten findest Du keinen Hinweis auf einen Zeltplatz wie bei den anderen Hütten und ich kann aus letztem Jahr auch ganz klar sagen dass bei beiden Hütten weit und breit kein offizieller Zeltplatz existiert. Steht aber auch so in allen mir bekannten Büchern.

Dieter
18.04.2017, 13:56
Es ist richtig, dass es an keiner der beiden Hütten einen offiziellen Zeltplatz gibt. Ebenso, dass wildes Zelten auf dem Laugavegur nicht erlaubt ist.

Ich glaube aber, dass es durchaus möglich ist neben den Hütten sein Zelt aufzuschlagen, wenn man dort am Abend ankommt und die Hütten ausgebucht sind. Ich gehe immer davon aus, dass Hüttenwarte nette Menschen sind - und meine Erfahrung hat mir bisher auch Recht gegeben.

Dieter

thomas79
18.04.2017, 17:11
Naja, ich gehe auch davon aus, dass man in Kenntnis von vor Ort gültigen Regeln nicht bewusst gegen diese Regeln plant.

Schließlich sind auch Wanderer nette Menschen :ignore:

Das die Hütten im Sommer ausgebucht sein werden sollte in diesem Thread hier spätestens jetzt niemanden mehr überraschen. ;-)

Je mehr Leute sich nicht an Regeln halten desto eher wird man in Zukunft mit weiteren Beschränkungen leben müssen. Die gestiegenen Touristenzahlen und die Folgen daraus sind in Island ohnehin schon ein großes Diskussionsthema.

Als Gast verhalte ich mich so, wie es der Gastgeber von mir wünscht und nicht wie ich es mir wünsche ;-)

Omitier
19.04.2017, 10:59
Ich blicke langsam nicht mehr durch wo man zelten darf und wo nicht :bg:

Um das nochmal zusammenzufassen - Hier die einzelnen Etappen:

1. Skogar - Fimmvörðuháls: (In jener Tourenbeschreibung (https://www.outdoorseiten.net/wiki/Laugavegur) aus dem Forum steht: "Einen Kilometer vor der bewirtschafteten Hütte auf dem Fimmvörðuháls steht die recht runtergekommene Hütte Baldvínskáli. Für die Wasserversorgung auf dem Fimmvörðuháls stehen nur Altschneefelder zur Verfügung." Wo darf man denn zelten? Bei der Baldvínskáli-Hütte oder an der Fimmvörðuháls?

2. Fimmvörðuháls - Þórsmörk: Ich nehme mal an dass in Þórsmörk ein Zeltplatz ist, oder?

Aber noch mal grundsätzlich: Würdet ihr die beiden zusätzlichen Etappen Skogar - Þórsmörk eher in einem Rutsch durchgehen, oder auf zwei Tage aufteilen? Das sind ja beides jeweils nur ~12km, also insgasamt etwa 24km. Oder was meint ihr?

3. Þórsmörk - Botnar: Und hier blick ich grad nicht mehr ganz durch. Jene Etappe ist hier (https://www.outdoorseiten.net/wiki/Laugavegur) mit 17km aufgeführt. In meinem Reiseführer wird die Etappe allerdings von Þórsmörk nach Emstrur angegeben - 16km. Was ist denn richtig?

4. Wieder dasselbe: Hier im Forum steht Botnar - Álftavatn, im Reiseführer jedoch Emstrur - Álftavatn

5. Álftavatn - Hrafntinnusker

6. Hrafntinnusker - Landmannalaugar

Dieter
19.04.2017, 14:03
Hallo Omitier,

Ich versuche das mal zusammenzufassen. Beachte, dass manche Hütten zwei Namen haben und manchmal so und manchmal so genannt werden können. Also von Süd nach Nord:

Skógar: großer, gut ausgestatteter und meist gut besuchter Zeltplatz vor der Kulisse des Skógafoss ... und direkt neben einem Riesenparkplatz.

Baldvínskáli (FÍ, 20 Pl.): südlich unterhalb des Fimmvörðuháls Passes. Neben der alten "recht heruntergekommenen" Hütte ist vor ein paar Jahren eine neue Hütte errichtet worden. Kein offizieller Zeltplatz.

Fimmvörðuskáli (Útivist, 20 Pl.): auf der Passhöhe westlich des Übergangs. Einfache Hütte ohne fließend Wasser! Wasser muss mitgebracht werden oder muss durch Schneeschmelzen gewonnen werden. Wetterexponierte Lage! Kein offizieller Zeltplatz.

Þórsmörk (3 Hütten):

- Básar á Góðalandi (Útivist, 85 Pl.): große, gut ausgestattete Hütte. Großer, schöner, baumbestandener Zeltplatz. Vorsicht, viele Besucher kommen mit Geländewagen!

- Langidalur, Skagfjörðsskáli (FÍ, 75 Pl.): große gut ausgestattete Hütte. Beschränkte Einkaufsmöglichkeiten. Schöner Zeltplatz, mit der besten Aussicht der drei Plätze in der Þórsmörk.

- Húsadalur, Volcano Huts, komfortable Hütte(n) mit Restaurant, Hot Pot, Sauna. Beschränkte Einkaufsmöglichkeiten. Zeltplatz auf flacher Wiese. Landschaftlich weit weniger reizvoll als Básar oder Langidalur.

Emstrur, Botnar (FÍ, 60 Pl.): 3 Hütten. Zeltplätze etwas eng entweder am Bach oder auf Terrassen am Hang.

Hvanngil (FÍ, 60 Pl.):große, gut ausgestattete Hütte (Busanschluss). Kleiner Zeltplatz im Lavafeld.

Álftavatn (FÍ, 72 Pl.) 2 Hütten, die größere ist meistens Gruppen vorbehalte. Sehr großer Zeltplatz am See. Vorsicht: windige Gegend :-)


Hrafntinnusker, Höskuldsskáli (FÍ, 52 Pl.): hochgelegene, Wetter exponierte Hütte. Bis spät im Sommer oft noch von Schnee umgeben. Mit Schneefall ist immer zu rechnen. Zeltmöglichkeiten hinter Mauern aus Obsidianbrocken unterhalb der Hütte. Anfang Juli oft noch im Schnee, dann sind Schneehäringe nötig!


Landmannalaugar (FÍ, 78 Pl.): große, gut ausgestattete Hütte. großer Zeltplatz, mit harten, steinigem Boden. nach heftigem Regen kann der platz auch schon mal unter Wasser stehen. Und mindestens einmal pro Saison macht der Wind alle Zelte platt (mit den notorischen Ausnahmen). Viel Betrieb, viele Tagesgäste, viele andere Touris, viele Busse, viele Autos (ca 300/Tag), aber landschaftlich einmalig. Beschränkte Einkaufsmöglichkeiten in der "Mountain Mall" (grüner Bus).

Ansonsten empfehle ich die Wanderführer von Uwe Grunewald und sein Heftchen mit der 1:50.000e Karte über den Laugavegur.

Dieter

Omitier
19.04.2017, 15:39
Hallo Dieter, danke für deine ausführliche Antwort!

Habe aber nochmal eine kurze Nachfrage: Bei Baldvínskáli und Fimmvörðuskáli schreibst du "kein offizieller Zeltplatz". Das heißt also dass es verboten ist dort zu zelten, oder? Das wiederum bedeutet für uns dass wir am ersten Tag von Skogar direkt nach Þórsmörk laufen müssen, richtig?

Und bei Þórsmörk angekommen, wie weit sind denn die drei Zeltplätze voneinander entfernt?

Bei Landmannalaugar schreibst du dass mindestens einmal pro Saison der Wind alle Zelte platt macht. Das macht mir ehrlich gesagt ein bisschen Sorgen :bg: Muss man (bei starkem Wind) also die ganze Nacht wach bleiben und sich gegen die Zeltwand drücken damit es einem nicht um die Ohren fliegt? :o

Dieter
19.04.2017, 17:39
Habe aber nochmal eine kurze Nachfrage: Bei Baldvínskáli und Fimmvörðuskáli schreibst du "kein offizieller Zeltplatz". Das heißt also dass es verboten ist dort zu zelten, oder?
Lies mal meinen Beitrag weiter oben:oldman:
Soweit ich weiß, wurde das Zelten neben den beiden Hüten bisher toleriert. Wichtig ist halt,dass man sich gut mit dem Hüttenwart stellt und nicht in die Landschaft kackt und keinen Dreck hinterlässt.


Und bei Þórsmörk angekommen, wie weit sind denn die drei Zeltplätze voneinander entfernt?

Básar - 3,5 km - Langidaur - 2 km - Húsadalur


Bei Landmannalaugar schreibst du dass mindestens einmal pro Saison der Wind alle Zelte platt macht. Das macht mir ehrlich gesagt ein bisschen Sorgen Muss man (bei starkem Wind) also die ganze Nacht wach bleiben und sich gegen die Zeltwand drücken damit es einem nicht um die Ohren fliegt?
Keine Ahnung - habe ein Hilleberg, da stören einen dann nächtens höchstens die Angstschreie der Quetscha-Zelter. Die sind dann aber am nächsten Morgen immer verschwunden und man kann sie nicht mehr fragen.:bg:

Dieter

Omitier
21.04.2017, 07:31
Danke für die Aufklärung lieber Dieter! :bg:

Möchte aber nochmal ganz konkret nachfragen: Würdest du die erste Etappe von Skogar nach Þórsmörk an einem Tag angehen?

Donik
21.04.2017, 16:06
Ich bin die beiden Etappen in einem Tag gegangen, anstrengend war es schon, vor Allem für den ersten Tag, aber durchaus machbar. Der erste Campingplatz in Basar ist dann auch gleich ganz nett, da bin ich auch geblieben. Das Stück zwischen der Brücke über die Skogar bis zur ersten Hütte zieht sich ein wenig, aber danach wirds wieder richtig schön!

Ebenfalls wie Dieter kann ich den Reiseführer von Uwe Grunewald empfehlen. Ich habe mir die relevanten Seiten aber rauskopiert um nicht das ganze Buch tragen zu müssen.

Berserkjahraun
21.04.2017, 17:07
Hallo,
zur Einteilung des Abschnitts Skógar – Thórsmörk: Ob die anderen Forenmitglieder dieses Teilstück nun in 1 oder 2 Tagen gehen, sollte für euch doch eher nebensächlich sein. Schaut einfach auf eure eigenen bisherigen Erfahrungen und was dieser Abschnitt rein zahlenmäßig verspricht:

Ihr habt praktisch keine Trekking-Erfahrung (Die Etappen des WHW gehören in den Bereich „Ambitionierter Spaziergang")

Der Höhenbilanz für Skógar – Thórsmörk: ca. 1000 m hoch und 800 m runter.

Damit wäre dies die in dieser Hinsicht herausfordernste Etappe der ganzen Tour, die ihr als Anfänger als erstes in Angriff nehmen wollt?

Viel Spaß in Island
Bernd

MrsLausS
21.04.2017, 20:44
Bernd hat meiner Meinung nach vollkommen recht, die Entscheidung müsst ihr selbst treffen. Ich persönlich hätte es nicht noch bis Þórsmörk geschafft, andere spazieren das bequem in einem durch…

Falls ihr euch nicht in Hütten einbucht und somit nicht an Zeiten gebunden seid, plant einfach genügend Puffertage ein und entscheidet vor Ort.

Da es hier im Faden bezüglich des Zeltens an der Baldvínskáli Hut zu Unstimmigkeiten kam, ob man dort nun offiziell zelten darf, oder dem Willen des Hüttenwarts ausgeliefert ist, habe ich mich an Ferðafélag Íslands / Iceland Touring Association gewandt:

bourne hat das in seinem post #22 vollkommen richtig dargestellt.:D

Hier die mail:

Hello,
You can camp at hut Baldvinsskáli.
On your arrival you contact the warden for information and to take care of the fee.
The fee is iskr. 2000 pr person for the night.

Með kveðju / With regards
Helga Garðarsdóttir
Ferðafélag Íslands / Iceland Touring Association
Mörkinni 6, 108 Reykjavík
Tel: +354-5682533 E-mail: fi@fi.is
Website: http://fi.is


MrsLausS ;-)

bourne
21.04.2017, 22:07
Super, danke Dir - ich wollte auch am Wochenende FI anschreiben um das zu klären, wir wollen nämlich definitiv nicht mit vollem Gewicht bis Basar durchgehen :)

Katun
22.04.2017, 09:07
Puh, so ein bisschen in Schräglage sind die Campingpreise inzwischen ja schon. Mehr als 20 Prozent in 2 Jahren aufgeschlagen für - nichts. Gehe davon aus, sie stellen wenigstens Wasser zur Verfügung. Sonst: anderes Reiseziel suchen. :D

bourne
22.04.2017, 22:19
Jo mei, sieh es halt als Unterstützung für die Nationalparks :bg:

Dieter
25.04.2017, 17:07
Puh, so ein bisschen in Schräglage sind die Campingpreise inzwischen ja schon. Mehr als 20 Prozent in 2 Jahren aufgeschlagen
Wenn es dich tröstet: allein durch die Wertsteigerung der isländischen Krone ist in Island für uns alles um 20% teurer geworden. Preiserhöhungen nicht inbegriffen!

Dieter

Trumpfass
07.05.2017, 20:03
Ihr habt praktisch keine Trekking-Erfahrung (Die Etappen des WHW gehören in den Bereich „Ambitionierter Spaziergang")

Das sehe ich absolut genauso, der WHW ist ein Kindergeburtstagsspatziergang gegen den erweiterten Laugavegur ab/bis Skogar. Erster kann zu keinem Zeitpunkt wirklich anspruchsvoll werden, letzterer dagegen kann es je nach Wetterlage durchaus werden und hat zudem einige Höhenmeter mehr.

Vorletztes Jahr haben bei uns zwei Leute direkt neben Baldvinsskáli gezeltet und das wurde von der Hüttenwirtin auch nicht in Frage gestellt. Allerdings war der beste Zeltplatz (hinterm Haus) durch ihren Jeep belegt, dh die mussten absolut exponiert zelten und das in einer sehr, sehr windigen Nacht - Spaß hat das sicher nicht gemacht. Beide sind bis weit nachdem wir ins Bett sind in der Hütte geblieben und haben die ganze Wartezeit über ziemlich skeptisch aus dem Fenster geschaut. Gehalten haben ihre Zelte aber. ;)
Als ich in der Nacht mal aufs Klo musste, hatte ich nur ein paar Meter Sicht - da konnte man sich fast auf dem Weg zum Klohäuschen verlaufen :D
Ich hatte es hier schon mal geschrieben, aber just in case: 2015 war bei uns das Wegweiserschild zur Fimmvörðuskáli abgebrochen und zeigte in die falsche Richtung, was dort oben natürlich ziemlich fatal Enden kann. Aber das werden die ja hoffentlich repariert haben...

Grundsätzlich würde ich den Weg auf jeden Fall von Süden nach Norden gehen, da stimmt die Dramaturgie einfach viel besser und das Ende in Landmannalaugar ist auch das schönere. Für mich waren die Abschnitte des Fimmvörðuháls und der Part zwischen Álftavatn und Landmannalaugar die absoluten Highlights, wobei ersteres beeindruckender war.

Plant auf jeden Fall 1-2 Reservetage für den Weg ein. Ich bin der, der hier mal von dem Sturm in Álftavatn berichtet hat, der die meisten Zelte zerlegte. Was ich damals glaube ich nicht erwähnt habe: Es sind an dem Tag auch Leute Richtung Landmannalaugar aufgebrochen und die haben uns danach gesagt, dass sie NICHTS von der wunderschönen Landschaft gesehen haben. Sowas zu hören ist schon extrem traurig - besonders, wenn man sich vorher ein bisserl mit den Leuten angefreundet hat.

Skogar - Þórsmörk würde ich persönlich in zwei Tagen gehen, denn für mich ist der Weg das Ziel, nicht die Anzahl der Kilometer an dem Tag. Die Pausen lohnen sich einfach, der Abend dort oben ebenfalls und zudem sind die 1000 Höhenmeter am ersten Tag uneingelaufen nicht zu unterschätzen - zumindest ist das bei mir so. ;)
Die Hütten MUSS man auf jeden Fall im voraus buchen und zwar relativ lange im voraus... Ich habe Baldvínskáli damals via fi@fi.is gebucht.

Wildzelten ist meines Wissens inzwischen am gesamten Laugavegur verboten, da der Weg einfach zu stark frequentiert ist. Bsp: In Emstrur haben sie Listen gemacht, wer an dem Tag da ist und aus welchem Land die Leute kommen. Wir waren Nr. 200irgendwas aus Deutschland (Nicht Zelte, sondern Einzelpersonen gezählt, aber auch das ist schon sehr krass).

Cheers,
Alex

Putzenhugo
07.06.2017, 21:48
Ich blicke langsam nicht mehr durch wo man zelten darf und wo nicht :bg:

Um das nochmal zusammenzufassen - Hier die einzelnen Etappen:

1. Skogar - Fimmvörðuháls: (In jener Tourenbeschreibung (https://www.outdoorseiten.net/wiki/Laugavegur) aus dem Forum steht: "Einen Kilometer vor der bewirtschafteten Hütte auf dem Fimmvörðuháls steht die recht runtergekommene Hütte Baldvínskáli. Für die Wasserversorgung auf dem Fimmvörðuháls stehen nur Altschneefelder zur Verfügung." Wo darf man denn zelten? Bei der Baldvínskáli-Hütte oder an der Fimmvörðuháls?

2. Fimmvörðuháls - Þórsmörk: Ich nehme mal an dass in Þórsmörk ein Zeltplatz ist, oder?

Aber noch mal grundsätzlich: Würdet ihr die beiden zusätzlichen Etappen Skogar - Þórsmörk eher in einem Rutsch durchgehen, oder auf zwei Tage aufteilen? Das sind ja beides jeweils nur ~12km, also insgasamt etwa 24km. Oder was meint ihr?

3. Þórsmörk - Botnar: Und hier blick ich grad nicht mehr ganz durch. Jene Etappe ist hier (https://www.outdoorseiten.net/wiki/Laugavegur) mit 17km aufgeführt. In meinem Reiseführer wird die Etappe allerdings von Þórsmörk nach Emstrur angegeben - 16km. Was ist denn richtig?

4. Wieder dasselbe: Hier im Forum steht Botnar - Álftavatn, im Reiseführer jedoch Emstrur - Álftavatn

5. Álftavatn - Hrafntinnusker

6. Hrafntinnusker - Landmannalaugar


Hallo,

ich bin den Weg letztes und vorletztes Jahr gegangen. Bei deiner Gruppe würde ich die Skogar - Þórsmörk in 2 Etappen gehen. Oben, am Fimmvörðuháls-Haus ist Zelten möglich, wenn auch nicht optimal. In Þórsmörk(-Tal) gibt es 2 Campingplatze, die direkt am Weg liegen. Die Etappe Fimmvörðuháls - Þórsmörk wurde 2016 stärker gesichert und entschärft (vergleich zu 2015).

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/25/medium/Island_2015-1201283.jpg
Fimmvörðuháls-Hütte

Bezüglich der Etappe Þórsmörk - Botnar sollte man sehr früh (!) aufbrechen, damit man auf dem Vulkan noch einen geschützten Zeltplatz bekommt. Hat man nicht das Glück, und es ist sehr windig (was oft der Fall ist), hat man je nach Zelt, sehr viel Vulkanstaub im Innenraum des Zeltes, Schlafsack, Ohr, Nase & Mund :-) Meines Erachtens lohnt sich ebenfalls die Doppeletappe von Þórsmörk nach Hvanngil. Allerdings ist dieses schon eine sehr lange Etappe und der Campingplatz in Álftavatn ist sehr schön, welcher wegfallen würde! Ob es 16 oder 17 km Þórsmörk - Botnar sind, könnte vom Campingplatz abhängen, auf welchen ihr seid.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/25/medium/Island_2015-1201364.jpg
Alftavatn-Camp

Ein weiterer Tipp, sind die Lebensmittelpakete mit der Buslinie "Reykjavik Excursions" nach Þórsmörk, Alftavatn und Landmannalauger zu senden. Bedenkt, das die Lebensmittel und Gasversorgung (ganz selten) auf den Laugavegur nicht gegeben ist. Das gleiche gilt mit der Ausnahme des Kiosk´s in Langidalur, der ein paar Süßigkeiten hat(!), auf den Fimmvörðuháls. Die Lebensmittelpakete sparen ordentlich Gewicht. Trekkingnahrung von LYO ist vergleichsweise lecker und sehr leicht, aber man muss es auch tragen :-)

Soviel zu Emstrur, Botnar: http://www.isafold.de/huetten/emstrur.htm (...ist aber auch verwirrend:-)

Die letzte Etappe ist auch wieder als Doppeletappe möglich, insbesondere, wenn Anfang Juli viel Schnee in Hrafntinnusker liegt. Es wird praktisch spätabends nicht dunkel, insofern kann man bis Landmannalauger die Etappe verlängern:-) Wir standen im Juli 2015 vor der Wahl und sind dann bis Landmannalauger gelaufen. Letztes Jahr blieben wir in Hrafntinnusker & es war sehr steinig. Generell ist es sinnvoll frühmorgens zu starten, dann ist der Weg nicht so überlaufen und man bekommt gute Plätze in den Camps.

Sollte viel Schnee liegen, Gamaschen nicht vergessen, da auf den Fimmvörðuháls viel Schnee liegen kann und auf der Etappe
Hrafntinnusker - Landmannalauger ebenfalls.

Ich kann dir gerne meine Packliste zusenden - du brauchst weniger, als du denkst!

As letztes will ich dir noch die Bücher von Uwe Grunewald empfehlen.

Viele Grüße und viel Spass,...

Putzenhugo

Omitier
26.06.2017, 11:34
Hallo Putzenhugo!

Danke für deine ausführliche Antwort! Konnte leider jetzt erst antworten...

Würdest du empfehlen bei Fimmvörðuháls zu zelten? Soll ja vom Untergrund und vor allem wettertechnisch äußerst schwierig zu bezelten sein. Was das angeht schiebe ich immer ein wenig Panik und gehe immer vom worst case aus. Bin am überlegen ob ich nicht doch lieber direkt in Þórsmörk starten soll. Was meinst du?

Ja deine Packliste kannst du mir gerne mal zuschicken! Würde mich mal interessieren was ich alles weglassen kann :D

LG Omitier

Putzenhugo
26.06.2017, 13:41
"Würdest du empfehlen bei Fimmvörðuháls zu zelten? Soll ja vom Untergrund und vor allem wettertechnisch äußerst schwierig zu bezelten sein. Was das angeht schiebe ich immer ein wenig Panik und gehe immer vom worst case aus. Bin am überlegen ob ich nicht doch lieber direkt in Þórsmörk starten soll. Was meinst du? "

Hallo,

ich würde schon die Hüttenübernachtung wählen und auch reservieren. Sollte es nicht so windig sein, kann vor der Hütte das Gelände bezeltet werden. Bei stärkeren Wind würde ich, eher etwas vor der Hütte im Windschatten des Grades zelten. Diesbezüglich würde ich ebenfalls Kontakt mit der Hütte vorab aufnehmen. Dort wird wahrscheinlich Schnee noch liegen. Muss man mögen :D Einer von uns bevorzugte das Zelten gegenüber der Schnarchgeräusche.

Den Fimmvörðuháls würde ich auf jedem Fall empfehlen, Ihr werdet wohl viel durch Schnee laufen, aber der Weg an der Skogar zur Hütte ist fantastisch. Es kommen viele sehr schöne Wasserfälle! Das Gleiche gilt für den Weg nach Þórsmörk, die Etappe ist ebenfalls sehr schön. Die Etappe Fimmvörðuháls würde ich früh angehen, jedenfalls vor 12:00 Uhr, obwohl es lange hell ist :-)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Thorsmo_776_rk.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=173994&title=thorsmo-776-rk&cat=500)
Blick auf das Þórsmörk-Tal

Viele Grüße

Putzenhugo

Omitier
26.06.2017, 15:31
ich würde schon die Hüttenübernachtung wählen und auch reservieren. Sollte es nicht so windig sein, kann vor der Hütte das Gelände bezeltet werden. Bei stärkeren Wind würde ich, eher etwas vor der Hütte im Windschatten des Grades zelten. Diesbezüglich würde ich ebenfalls Kontakt mit der Hütte vorab aufnehmen. Dort wird wahrscheinlich Schnee noch liegen. Muss man mögen :D Einer von uns bevorzugte das Zelten gegenüber der Schnarchgeräusche.

Den Fimmvörðuháls würde ich auf jedem Fall empfehlen, Ihr werdet wohl viel durch Schnee laufen, aber der Weg an der Skogar zur Hütte ist fantastisch. Es kommen viele sehr schöne Wasserfälle! Das Gleiche gilt für den Weg nach Þórsmörk, die Etappe ist ebenfalls sehr schön. Die Etappe Fimmvörðuháls würde ich früh angehen, jedenfalls vor 12:00 Uhr, obwohl es lange hell ist :-)


Für die Reservierung der Hütte ist es nun wohl zu spät nehme ich an, oder? Bin wirklich hin und hergerissen. Ob wir es wirklich "riskieren" sollen dort zu zelten oder lieber bis nach Þórsmörk durchmarschieren sollen :-? Und wie schaut es eigentlich de facto mit dem 1000-Höhenmeter-Aufstieg aus? Qualmen einem da wirklich die Socken oder ist das halb so wild? Wir sind alle relativ unerfahren was solche Touren angeht.

Danke für den Hinweis mit der Uhrzeit! Wir kommen am 8.7. in Reykjavik an und verbringen die erste Nacht im Hostel. Am nächsten Morgen wollen wir uns aufmachen und mit dem Bus zum Startpunkt nach Skogar aufbrechen. Das dürfte doch passen oder?

bourne
26.06.2017, 23:22
Wir sind einen Tag früher dran, haben aber ähnliche Pläne, also Bus um 8 von Reykjavik und dann zu Mittag weggehen und oben zelten. Eine Alternative könnte für euch sein, schon bei der neuen Baldvinsskáli zu zelten, die ist vielleicht ein bisschen weniger exponiert. Nicht vergessen, oben gibt es kein Wasser, also mitnehmen oder Schnee schmelzen....

Albiown
26.06.2017, 23:59
Wir sind einen Tag früher dran, haben aber ähnliche Pläne, also Bus um 8 von Reykjavik und dann zu Mittag weggehen und oben zelten. Eine Alternative könnte für euch sein, schon bei der neuen Baldvinsskáli zu zelten, die ist vielleicht ein bisschen weniger exponiert. Nicht vergessen, oben gibt es kein Wasser, also mitnehmen oder Schnee schmelzen....

Mit ner selbststehenden Kuppel und stabilen Heringen kann man dort sehr gut zelten! Allerdings nur vernünftiger Platz für 4-5 Zelte. Ging mit meinem Soulo letztes Jahr auch bei starkem Wind einwandfrei.

Omitier
27.06.2017, 08:22
Wir sind einen Tag früher dran, haben aber ähnliche Pläne, also Bus um 8 von Reykjavik und dann zu Mittag weggehen und oben zelten. Eine Alternative könnte für euch sein, schon bei der neuen Baldvinsskáli zu zelten, die ist vielleicht ein bisschen weniger exponiert. Nicht vergessen, oben gibt es kein Wasser, also mitnehmen oder Schnee schmelzen....

Cool, vielleicht laufen wir uns noch über die Füße :D Danke für den Tipp! Mal gucken wie wir das machen...


Mit ner selbststehenden Kuppel und stabilen Heringen kann man dort sehr gut zelten! Allerdings nur vernünftiger Platz für 4-5 Zelte. Ging mit meinem Soulo letztes Jahr auch bei starkem Wind einwandfrei.
Wir haben ein Vango Helix 200 Tunnelzelt. Hab mir noch extra Hilleberg V-Pegs geholt. Ich hoffe das wird standhalten :(

Albiown
27.06.2017, 21:16
Vango Zelte finde ich persönlich ziemlich gut vom Preis-/Leistungsverhältnis. Für Tunnel dürfte es da oben ganz grob geschätzt etwa Platz für 3-4 Stück geben.

Putzenhugo
28.06.2017, 21:26
Für die Reservierung der Hütte ist es nun wohl zu spät nehme ich an, oder? Bin wirklich hin und hergerissen. Ob wir es wirklich "riskieren" sollen dort zu zelten oder lieber bis nach Þórsmörk durchmarschieren sollen Und wie schaut es eigentlich de facto mit dem 1000-Höhenmeter-Aufstieg aus? Qualmen einem da wirklich die Socken oder ist das halb so wild? Wir sind alle relativ unerfahren was solche Touren angeht.

Danke für den Hinweis mit der Uhrzeit! Wir kommen am 8.7. in Reykjavik an und verbringen die erste Nacht im Hostel. Am nächsten Morgen wollen wir uns aufmachen und mit dem Bus zum Startpunkt nach Skogar aufbrechen. Das dürfte doch passen oder?

...ich würde es probieren - einfach bei der Hütte anrufen. Es gibt noch eine zweite Hütte etwas unterhalb. Gerade für deine Truppe wäre eine Doppeletappe sicherlich zum Start der Tour eher hart.

Bei meinen beiden Gruppen waren alle sehr froh, es für den ersten Tag hinter sich zu haben. Die Etappe hat es ganz klar in sich! Die Höhenmeter kommen fast alle zum Schluss!
Zumal die zweite Etappe auch nicht ohne ist, es wird wahrscheinlich noch viel Schnee sein, denkt an Gamaschen :bg:

Das beste Lösung wäre, mit den Bus nach Skogar, dort übernachten und morgens ganz entspannt los. Es gibt unterwegs viel zum fotografieren!

Nicht vergessen, oben gibt es kein Wasser, also mitnehmen oder Schnee schmelzen....


Das ist so nicht richtig! In der Gletscher-Hütte steht ein großer Topf, in dem immer Schnee geschmolzen wird! Wasser braucht nicht mitgenommen werden, falls ihr in der Hütte übernachtet!


Wir haben ein Vango Helix 200 Tunnelzelt. Hab mir noch extra Hilleberg V-Pegs geholt. Ich hoffe das wird standhalten

Der Gletscher ist ja auch meerseitig, solltet ihr nicht hinter den Grad zelten, kann es sehr windig werden. Die wahre Bewährungsprobe kommt aber eher bei Botnar(!), der Vulkan ist sehr windig und dort gibt es öfters Windgeschwindigkeiten von 80 km/h und mehr :-) Dann gibt es nur eine Möglichkeit, morgens wirklich früh Aufbrechen und einen der sehr wenigen(!) windgeschützten Plätze beschlagnahmen. Im Forum werden meistens andere Zelte für Island empfohlen.


Viele Grüße

Putenhugo

bourne
28.06.2017, 23:37
Nicht vergessen, oben gibt es kein Wasser, also mitnehmen oder Schnee schmelzen....


Das ist so nicht richtig! In der Gletscher-Hütte steht ein großer Topf, in dem immer Schnee geschmolzen wird! Wasser braucht nicht mitgenommen werden, falls ihr in der Hütte übernachtet!


Wenn er zeltet, wird er sich dort nicht bedienen dürfen, daher mein Hinweis....

Kammix
30.06.2017, 08:54
Für die Reservierung der Hütte ist es nun wohl zu spät nehme ich an, oder? Bin wirklich hin und hergerissen. Ob wir es wirklich "riskieren" sollen dort zu zelten oder lieber bis nach Þórsmörk durchmarschieren sollen :-? Und wie schaut es eigentlich de facto mit dem 1000-Höhenmeter-Aufstieg aus? Qualmen einem da wirklich die Socken oder ist das halb so wild? Wir sind alle relativ unerfahren was solche Touren angeht.

Danke für den Hinweis mit der Uhrzeit! Wir kommen am 8.7. in Reykjavik an und verbringen die erste Nacht im Hostel. Am nächsten Morgen wollen wir uns aufmachen und mit dem Bus zum Startpunkt nach Skogar aufbrechen. Das dürfte doch passen oder?

Wir waren letztes Jahr auf dem Laugavegur unterwegs, die geplante Route war Skogar bis Landmannalaugar.
Nach der Ankunft in Reykjavik ging es direkt mit dem Bus nach Skogar (ankunft ca. 22.00 Ortszeit).

Am nächsten morgen stand der aufstieg zum Fimmvörðuháls, dort sollte gezeltet werden. Wir mussten leider feststellen, dass Zelten dort oben bei den herrschenden schwer bis unmöglich weshalb wir an der Baldvinsskáli (2012 komplett renoviert) rasteten und die Tour bis nach Þórsmörk durchmarschierten.

Diese Etappe an einem Stück ist mit vollem Rucksack richtig hart und ihr solltet früh genug los, wir brauchten für die ca. 26km rund 12 Stunden (inklusive Pausen).

Gleiches gilt übrigens für die übernachtung in Hrafntinnusker. Dort entschieden wir uns wegen einer Sturmwarnung direkt nach Landmannalaugar abzusteigen, allerdings ist diese "Doppeletappe" um einiges leichter.:bg:

Putzenhugo
30.06.2017, 14:21
"2. Wir sind alles Anfänger was Trekking betrifft. Lediglich einer meiner Begleiter ist mit mir vergangenes Jahr den West Highland Way gegangen. Wie ist denn der Laugavegur im Vergleich zum WHW - was Anstrengung und Kondition betrifft? "

...ob diese Doppeletappe dann sinnvoll ist? Je mehr Schnee noch liegt, desto mehr zieht er die Kräfte aus den Beinen. Außerdem geht es doch um das Erlebnis einer Wanderung. Der Genuss der Aussicht des Þórsmörk-Tal´s wäre sicherlich kleiner. Auch sollte die Kraft noch für die Konzentration des Abstieges reichen. Die möglichen Schneebrücken beim Abstieg müssen ja auch beachtet werden! Das Wandern am "Grad" auf dem Weg ins Tal wurde letztes Jahr entschärft, ist aber gerade nach ca. 20 km noch anspruchsvoll. Die Doppeletappe Hrafntinnusker ist sicherlich aufgrund des Anstieges hinter Alfavatn anstrengend, habe sie vor 2 Jahren gemacht. Was fängt man mit d. gewonnen Tag an, Landmannalauger? So Einladend ist der Campingplatz auch nicht,..dann lieber mit mehr Genuss die Wanderung bewußt erleben!

Hast du mal nachgefragt, ob was in einer der Hütten des Gletschers frei ist? Ach ja, habt ihr ein GPS? Bei Nebel und Schnee, insbesondere bei Hrafntinnusker sinnvoll!

Viele Grüße

Putzenhugo

bourne
30.06.2017, 15:06
@Omitier: Soweit ich bisher herausgefunden habe, liegt Fimmvörðuháls und Hrafntinnusker noch viel Schnee; außerdem sind manche Furten eher schwierig, siehe z.B. hier: https://www.campericeland.is/en/traveling-conditions-highland-and-tourist-sites/

Wir überlegen grad, in Rjupnavellir zu starten und Fimmvörðuháls am Ende zu machen....

Putzenhugo
01.07.2017, 12:33
... in 10 - 12 Tagen kann noch eine Menge Schnee wegschmelzen :p War bei uns vor 2 Jahren auch so. Beim Abflug war der Trail noch nicht freigegeben - bei der Ankunft 4 Tage später - war alles safe :bg: Auch hier hilft es, die Hütten anzurufen! GSM-Netz ist überall, mit der Ausnahme in Emstrur-Botnar, vorhanden.

Viele Grüße

Putzenhugo

bourne
01.07.2017, 20:16
Ich habe von Uwe Grunewald noch eine interessante Info bzgl. Wasser bekommen, die ich hier mit euch teilen darf:

Es gibt von Skogar kommend eine Alternativroute ab der Brücke über die Skógá bis zur Hütte Fimmvörduhálsskáli (in der Neuauflage ISLAND - Das Südliche Hochland ist sie drin). Auf dieser Strecke kann man an zwei Stellen noch einmal Wasser tanken. Er schätzt, dass es etwa 1 km von der Baldvinsskáli und etwa 2 km von der Fimmvörduhálsskáli sind.
Des Weiteren hat der Ranger der Baldvinsskáli im letzten Jahr auch Wasser verkauft (etwa 500 ISK für 1Liter). Ob das dieses Jahr auch noch so ist, kann er nicht sagen. Da sollte man sicher vorher beim F.Í. nachfragen.

In der OSM Summer Topo dürfte das die eingezeichnete Route "Red Alternative" sein.

SAiMeN
02.07.2017, 08:26
Ich wollte ja eigentlich die Route Mitte Juli von Landmannalaugar nach Pörsmörk und weiter bis nach Skogar laufen. Einige schreiben ja jetzt doch dass die Süd-Nord Route die "schönere" sein soll. Werde daher nochmals drüber grübeln müssen :bg:

Was ich hier jetzt noch nicht ganz sicher mitbekommen habe ist, dass es ja laut Uwe Grunewald zwei leicht versetzte Routen von Skogar zum Fimmvörouhals gibt - die eine führt zur Hütte Fimmvörouskali, die andere zu der bei Baldvinsskali. Sind diese beiden wirklich 2 Routen?!? Falls ja, welche würdet ihr einschlagen wenn ihr definitiv an einer der beiden Hütten zelten wolltet? (HB Nammatj 3 ist dabei)

Auch ist diese Etappe die einzige, bei der es kein Wasser an der Hütte gibt/ Wasser an der Hütte geschmolzen werden muss, richtig? Das heisst, bei den anderen Hütten und Etappen also kein Problem, ja?

Sorry, falls das schon exakt geschrieben wurde und ich es nur überlesen hab. :roll:

Danke.

Gruß Simon

thomas79
02.07.2017, 09:02
Die Wasserversorgung hast du genau richtig zusammengefasst.

Zum Thema Zelten an den beiden Hütten habe ich mich ja weiter vorne schon geäußert, da halte ich mich bei einer Routenempfehlung raus...

bourne
02.07.2017, 12:00
Was ich hier jetzt noch nicht ganz sicher mitbekommen habe ist, dass es ja laut Uwe Grunewald zwei leicht versetzte Routen von Skogar zum Fimmvörouhals gibt - die eine führt zur Hütte Fimmvörouskali, die andere zu der bei Baldvinsskali. Sind diese beiden wirklich 2 Routen?!? Falls ja, welche würdet ihr einschlagen wenn ihr definitiv an einer der beiden Hütten zelten wolltet? (HB Nammatj 3 ist dabei)

Das ist eine Alternativroute, Du kommst dennoch zu beiden Hütten. Hier ein Screenshot aus Basecamp, das ist eine OSM Karte von frikart. Ohne Gewähr, ich war ja selbst noch nicht dort!
Uwe (Grunewald) hat mir für eher schlechteres Wetter den Hauptweg nahegelegt und bei gutem Wetter die Alternativroute als landschaftlich etwas attraktiver.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/redalternative.png

bourne
05.07.2017, 19:52
INFORMATION FROM SAFETRAVEL.IS from today
Laugavegur: Still snow on about 2-4 hours part of the track – in Hrafntinnusker camping must be done in snow. If people are not prepared for that they must hike 22 km from Landmannalaugar to Álftavatn in one day. Important to inform hikers of the fact that it’s easy to get lost when thick fog hits in the snow (white-out) so a GPS is required! River Bláfjallakvísl has been good for some days now as the weather has been cold, this can change quickly as temperatures rise. The Þröngá river by Þórsmörk has had very strong current.
Fimmvörðuháls: Still quite a lot of snow from Baldvinsskáli to Brattafönn (6-8 km). Conditions vary a lot dependent upon weather. If clouds hang low it can be difficult to navigate in the snow, therefore GPS is required. This is a long hike, over 20 km and you need to be well equipped in proper footwear! No drinking water is on this path after the canyon.

AND

No hiking fimmvörðuháls. Very strong winds make it dangerous to hike over the mountain pass Fimmvörðuháls from Skógar to Þórsmörk. Today Wednesday and tomorrow Thursday.

Putzenhugo
31.07.2017, 01:08
...schon zurück? Wie war die Tour?

Viele Grüße

Putzenhugo

bourne
01.08.2017, 23:55
Ja zurück. Die Tour war großartig, Skogar bis Landmannalaugar und dann noch bis Rjupnavellir. Reisebericht startet demnächst!

ad. Zelten: wir haben knapp vor Mitternacht neben der Hütte am Fimmvörðuháls unser Zelt aufgebaut, in der Hütte haben schon alle geschlafen. Der Hüttenwirt war in der Früh zuerst nicht allzu erfreut, aber besänftigt, als er unser sehr gut verankertes Hilleberg gemustert hat. Prinzipiell sehen sie es nicht gerne, es passiert ihnen einfach zu viel am Grat mit den drehenden Winden (und schlecht ausgerüsteten Trekkern). Sie hätten die Zelte gern am Plateau der unteren Hütte.
Wir sind die rote Route hinauf, da gibt es später noch Wasser nachzufüllen. Bei uns noch viele Schneefelder, ebenso dann bei Hrafntinnusker, die Zeltplätze im Lavafeld sind aber frei.

Alle Furten bei uns unproblematisch, die stärkste Strömung hatte die Þröngá, etwas über knietief. Am letzten Tag sind wir allerdings dem Sturm nach Rjupnavellir hinaus davongelaufen, da haben sie die Pässe und angeblich auch den Laugavegur wegen tiefer Furten gesperrt.