PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Superthema Gaskocher - wie gefährlich, auf was achten?



Mischa
11.09.2005, 00:17
Hallo Forum,

ich starte dieses Thema trotz des anderen Beitrags, aber das sollte i.O. gehen! Ich habe schon öfters mit Gasbrennern zu tun gehabt, Ihr sicher auch.
Leider ist mir mein neuer Kocher "Markill Peak Ignition" nicht so bekommen, siehe: http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?p=146669#146669
Das Thema sollte auch für andere Leute interessant sein und Verbrennungen u.a. schlimmen Sachen vorbeugen - auch sollte es für Neulinge bestimmt sein!

1. Gaskartuschen: Was muss ich bei den unters. System beachten, wie sind diese zu lagern, zu transportieren, wie ist es hier um die Sicherheit bestellt?
2. Kann und darf ich andere Kartuschen als die vom Hersteller angegeben benutzen?
3. Wie kann man einen defekten Kocher erkennen, wenn dies überhaupt möglich ist?
4. Wie nehme ich einen neuen Kocher in Betrieb, wenn Fertigungs- und/oder Materialfehler vorliegen können?
5. Was alles kann passieren, wenn der Kocher unkontrollierbar wird, wie muss ich mich verhalten

6. ! - Sollte man überhaupt in Zelten kochen???

mit der Bitte um Ergänzung

Gerade Punkt 2 interessiert mich hierbei sehr. Hier und in anderen Foren, ebenso auf Seiten des Internetverkaufs habe ich durchaus gelesen, dass man ohne Probleme die Kartuschen der Hersteller tauschen darf, also Primus auf Markill et cetera (für meinen Fall Schraubkartuschen)?

Ich hoffe, dass man etwas sensibilisiert wird.
Mischa

Becks
11.09.2005, 00:41
1. Keine Alufolie oder nur Alufolie im Winter als Hitzereflektor und wenn dann nur im Freien. Christoph1972 ging sein SnowPeak zusammen mit der Kartusche und Topf mal fliegen als die Kartusche explodierte. Die Dellen im Topfboden, die der Kocher durch den Schub erzeugte, sahen nett aus.

2. Kannja, denn die Gewinde sind genormt. Darf, k.A., kann man aber nicht verhindern, denn Globe und Co. bieten in der Regel nur Kartuschen von einem Hersteller an.

3. Kein Gas oder Gas kommt raus obwohl Ventil zu ist

4. test im Freien. Kopf und Flossen weg

5. feuerball, Stichflammen oder die Nudelsuppe fliegt zusammen mit dem Kocher weg was einen leeren Magen bedeutet.

6. Wenn vermeidbar nein, ansonsten ist es eben Risiko mit dem man leen muss. Benzinbrenner halte ich in der Hinsicht für riskanter.


Ach ja, als chemiker fliegt mir immer wieder was um die Ohren. gehört zum Job halt dazu und macht vielleicht etwas unempfindlich gegen sowas.

Alex

Kanem
11.09.2005, 11:29
Ich hab auch schonmal eine Stichflamme mit meinem Markill Light Shot produziert:
Ich bin mir nicht mehr sicher: ich glaube ich wollte das Ding am Lagerfeuer anzünden, weil gerade kein Feuerzeug zur Hand war. (Seehr leichtsinnig, ich weiß. Bitte nicht nachmachen!)
Als sich das Gas dann entzündete gab es jedenfalls nicht diese kleinen blauen Flämmchen rundherum, sondern der Brenner brannte mit einer ziemlich großen, leuchtenden, gelben Flamme.
Erst nach einigen Sekunden ging die Flamme dann in die normale, nichtleuchtende Form zurück.

Es war zum Glück im Freien, es ist nichts passiert. Deshalb hab ich zunächst nicht näher drüber nachgedacht.
In meinem Fall war jedenfalls nicht technisches Versagen die Ursache, sondern einfach falsche Handhabung:

Meine Erklärung wäre, dass ich den Kocher kurz so gehalten habe, dass flüssiges Gas in den Brenner laufen konnte. Als es sich dann enzündet hat nützte natürlich auch das Ventil nichts mehr, es gab eine Stichflamme.

Könnte dir etwas ähnliches passiert sein, Mischa?

Kanem

Mischa
11.09.2005, 14:00
hm, der Kocher stand beim Anzünden auf einem festen Untergrund. Daher kann eigentlich kein flüssiges Gas in den Kocher gekommen sein oder etwa doch?

Alle Gegenständen waren neu vom Händler.

Fall es jemand hat: Mich würde das Innenleben eines Gaskochers mit Schraubkartusche und deren Anschluss interessieren! Hat jdm. Zeichnungen?

Grüße
Mischa

hrrh
11.09.2005, 16:32
weiter hinweise, was im interesse der sicherheit zu beachten ist:
- kartusche so hinstellen, wie vom hersteller vorgesehen (ventil nach oben) und so dass sie nicht umfliegen kann
- beim gaskartusche wechseln nicht rauchen (sollte selbstverstaendlich sein)
- nach befestigen einer neuen kartusche mit spuelmittelwasser oder lecksuchspray nachschauen, ob alles dicht. auf keinen fall mit feuerzeug oder streichholz nachschauen!
- daran denken, dass beim wechseln der kartusche explosive gase entstehen koennen, wuerde daher von allem was funken erzeugen (taschenlampe, feuerzeug) kann oder brennt (anderer kocher, gaslampe...) einen angemessenen abstand halten
- sproede oder beschaedigte dichtungen sind IMMER und UNVERZUEGLICH zu ersetzen
- wird eine gasflasche zur versorgung des kochers verwendet, eine schlauchplatzsicherung verwenden
- nix veraendern oder rumbasteln, wenn man nicht ganz genau weiss was man tut!
- nach dem aufdrehen des ventils nicht noch ewig mit feuerzueg oder streichholz rumhantieren, sondern den kocher SOFORT anzuenden (sonst stichflamme)
- gaskartuschen nur im freien wechseln und vor dem anzuenden des kochers noch kurz warten

5. wenn der kocher unkontrollierbar brennt, schnell von selbigem entfernen oder den feuerloescher (wenn vorhanden) verwenden

Mischa
11.09.2005, 16:36
eine Frage:

Wenn der Kocher unkontrolliert brennt, was kann hierbei passieren?
Ich denke schon, dass die Kartusche explodieren kann. Kann dies eintreten und wieviel Zeit hat man zum Löschen oder sollte man sich lieber aus dem Staub machen?

Mischa

Thomas75
12.09.2005, 08:30
6. ! - Sollte man überhaupt in Zelten kochen???
Das Kochen im Zelt lässt sich leider nicht immer vermeiden. Auf jeden Fall sollte man seinen Kocher gut kennen bevor man ihn im Zelt benutzt.

Eddie
12.09.2005, 12:56
Was ist ein "Superthema" ?

Laird
12.09.2005, 15:14
Moin Mischa!

Ich habe einen Primus Sturmkocher mit Zuleitungsschlauch fürs Gas. Ich habe allerlei Katuschen benutzt: Primus, Gamping Gaz, Markill und Bauhaus Noname. Ich hatte nie ein Problem wie Stichflammen oder so damit.
Auf Grund des Zuleitungsschlauch kann man praktisch auch mit "Flüssiggas" kochen, wenn man volle Power braucht.

Die Gaskatuschen behandel ich ganz normal. Soll heißen: schmeißen, in Rucksack stopfen und in der Sonne liegen lassen. Bisher keine Ausfälle. Natürlich koche ich lieber draußen, aber im Zelt kann man auch gut kochen, wenn der Kocher sicher steht. Mit einem Brennkopf, der nur auf die Katusche gedreht wird würde ich aber versuchen, im Vorzelt oder ganz draußen zu kochen.

bye
The Laird

marcus
16.09.2005, 13:24
beim ersten test n eimer wasser oder feuerlöscher bereithalten....
kann net schaden.
mußte meinen dragonfly auch schon mal löschen-war aber eher mein fehler :bash:
bin da aber etwas härter im nehmen & umgang mit brennstoffen, da ich damit fast jeden tag zu tun hab...
wenn möglich würde ich nur die originalkatuschen verwenden. weis nicht, ob die anschlüße wirklich eine NORM besitzen. es gibt auch genug gewinde mit verschiedenen steigungen. also nur weil das gewinde greift, heist es noch lange nicht, das der anschluß auch wirklich 100%ig dicht ist.... :ignore:

snoopy13
17.09.2005, 08:54
Hallo zusammen.

Wie an anderer Stelle schonmal erwähnt, bin ich gegenüber Gaskochern inzwischen ziemlich skeptisch. Mir selbst ist zwar noch nix passiert, aber ich durfte zweimal nette Shows erleben. Hochgegangene Kartuschen von Zeltnachbarn eben. ( auf kleinen Camping-Sites am AdW, wo die Leute wissen sollten, was sie tun - keine besoffenen Festival-Freaks...)
Das eine Mal hat sich die Kartusche benommen wie diese Kreisel-Bienen zu Silvester, war auch n ähnliches Geräusch :P . Das Ding is mehrere Minuten unkontrollierbar zwischen den Zelten hin und her gebrummt.
Das zweite Mal war weniger lustig: da ist ne Kartusche wie ne Cruise Missile aus einem Zelt geschossen gekommen und is durch 4 weitere Zelte durchgegangen mit der Folge von Schmelz-Löchern, gebrochenen Stangen und natürlich einer Riesenpanik. Zum Glück ist beides Mal kein körperlicher Schaden entstanden ausser einigen leichten Verbrennungen bei den Leuten, die versucht haben, die Dinger zu löschen, bzw "einzufangen".
Was zu den Ausfällen geführt hat, kann ich natürlich nicht sagen. Zumindest beim "Raketenstart" war niemand im betreffenden Zelt, muss also auf Überhitzung oder falsche Lagerung zurückzuführen sein. Hoffe mal, dass niemand nen brennenden Kocher im Zelt allein läßt!!
Naja, auf jeden Fall versuche ich seitdem, solange ich unter alpinen Höhenmetern und über 10 Grad unterwegs bin, auf Gas zu verzichten und mit Spiritus auszukommen.