PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : mit Tarp Juli-September im nördlichen Lappland?



wandler
28.02.2017, 18:18
Hallo,

Ich möchte dieses Jahr gerne wieder irgendwann zwischen Ende Juli und Anfang September etwa 3 Wochen im Dreiländereck SE/NO/FIN unterwegs sein.
Letztes Jahr hatte ich zu diesem Behufe ein Wechsel Pathfinder dabei; und habe dabei wieder gemerkt, dass ich mich in Zelten grundsätzlich (und in diesem besonders) ziemlich eingesperrt fühle.
Daher überlege ich, ob ich's dieses mal mit Tarp probiere; hab allerdings keine Erfahrung damit.

meine Überlegungen dazu:

- im Notfall ist in der Ecke die nächste Hütte maximal einen strammen Tagesmasch entfernt, falls mal alles durchnässt sein sollte
- weil hauptsächlich weglos unterwegs möchte ich mir ein InReach besorgen, das ja einen guten Wetterdienst haben soll; dann könnte ich bei Unwetteransage also frühzeitig einen geschützteren Platz suchen
- bis jetzt habe ich in der Ecke immer die Erfahrung gemacht, dass der Wind sich kaum dreht; an der richtigen Stelle aufgebaut dürfte es eigentlich nicht reinwinden
- Aufbauvarianten könnte ich im Park oder Berliner Umland üben, wenn's mal windig werden sollte:)

- letztes Jahr habe ich nackt in meinem Schlafsack (ME Classic 750) nachts geschwitzt (war bis Anfang September da, hatte kein eigenesThermometer, tagsüber warens ca 5 Grad laut Hüttenthermometer)
- im gleichen Schlafsack habe ich Anfang Februar auf Rügen am Strand (um die 0 Grad) mit fast geschlossenem Biwacksack (Salewa irgendwas "atmungsaktives") so mitteltoll/leicht fröstelig geschlafen, weil der Schlafsack durch die Kondensfeuchigkeit doch ganz schön nass geworden ist.


meine Fragen dazu:
- ist es sinnvoll, einen Biwaksack mitzunehmen, falls ich dochmal Sturmregen abbekomme/das tarp wegfliegt//wind stark auskühlt/was auch immer?
wenn ja, welchen (Notfallsack, oder eher nur Schutzhülle mit niedriger Wassersäule, oder was mit Membran)? leicht wär natürlich von Vorteil.
- besser gleich einen KuFaSack mitnehmen? müsste ich mir halt erst kaufen, und wird schwer.
- oder eine Kombination KuFa/Daune? Sowas wie KuFaQuilt+Daunendecke? müsste ich auch erst kaufen, hätte damit aber mehr Einsatzmöglichkeiten für Sommertouren im Süden
- ist eine zusätzliche Unterlage sinnvoll? wenn ich mich aus der Baumzone raushalte ist es da eigentlich nie matschig. nutze sonst TAR Xtherm kurz + kurze Evazote
- sonst ein grober Denkfehler drin?

Tausend Dank an jeden, der mir weiterhelfen kann!
-

Taffinaff
28.02.2017, 18:26
Wie hältst du es mit den Moskitos?

Taffi

wandler
28.02.2017, 18:35
Guter Punkt. Vielleicht z.B. ein Sea to Summit - Nano Mosquito Pyramid Net drunterhängen? oder selber eins basteln? Wenn ich im Schlafsack liege, kann ich auch einfach mein Kopfnetz über die Kapuze ziehen. Ist allerdings doof, wenn's zu warm wird, weil ich dann den Sack nicht öffnen kann.

Zz
28.02.2017, 18:41
Hallo,
hast Du dann einen seperaten Mueckenschutz? Ansonsten musst Du unter Umstaenden hart im nehmen sein, aber machbar ist vieles. Eine Kombination welche ich im letzten Jahr beim Paddeln gesehen habe, war Tarp + Haengematte mit Moskitonetz. Wie stellst Du Dein Tarp oberhalb der Baumgrenze auf, hast Du eine extra Aufstellstange dabei? Vermutlich ist ein Kunstfaserschlafsack in der Kombination mit einem Tarp besser geeignet als ein Daunenschlafsack. Die Temperaturen koennen bereits ab August unter 0 Grad fallen und im September erst recht.

wandler
28.02.2017, 18:45
Ich würde wohl meine Trekkingstöcke nehmen. Hat eine Extraaufstellstange Vorteile? Hängematte geht leider nicht, ich mag baumige Gegenden nicht so sehr.
wegen KuFaSack: wie oben geschrieben, wäre mir das die unliebste Variante, falls Daune/Biwaksack bzw KufaDaunenkombi funktionieren würde. Mit der ersten Variante würde vermutlich am billigsten wegkommen, mit der zweiten hätte ich mehr Einsatzmöglichkeiten.
Kufa für den Temperaturbereich wiegt halt auch einiges.

BlackCascade
28.02.2017, 19:16
Hallo,

ich werde vorraussichtlich auch im August in SE/NO/FIN unterwegs sein (Nordkalottlenden).

Ein Tarp würde ich wegen der Mücken echt nur mit Netz nehmen, und zu einem Biwaksack gehört meiner Meinung nach auf längeren Touren immer ein VBL.
Ich überlege noch ob ich Biwaksack und VBL überhaupt brauche (kein Tarp) und nehme einen WM Apache mit, KuFa ist mir zu schwer. Und theoretisch müsste es ja möglich sein die nassen Sachen bei ganz miesem Wetter alle paar Tage in einer Hütte zu trocknen.

Als "Not"Unterlage habe ich immer Autofolie dabei, die ist leicht und sogar relativ haltbar, wie ein einwöchiger Dauereinsatz in Dänemark bewiesen hatte. :D

---> Wie funktioniert das mit den Hütten im Grenzgebiet? Wenn man nur in Norwegen unterwegs ist lohnt sich wohl eine Mitgliedschaft bei der DNT. Aber bei drei Ländern mit drei verschiedenen Hüttensystemen?

...

wandler
28.02.2017, 19:22
also VBL/Daunensack/Biwaksack? erledigt das das Kondensproblem? klingt ganz gut.
Die finnischen Hütten haben fast immer einen (spartanischen) Teil, in dem für umme genächtigt werden kann.
Ich hab nie in schwedischen Hütten geschlafen, aber wenn du sowieso ein Zelt dabei hast... im Notfall kann man ja auch den vollen Preis bezahlen (der saftig ist, immerhin)

BlackCascade
28.02.2017, 19:40
VBL + Daunensack und Biwacksack also. Wenn Du noch Gewichtsreserven hast, lohnt sich vielleicht noch ein Seideninlett bei der VBL-Kombi, ist angenehmer, man schwitzt irgendwie weniger und es ist weniger "klamm" am nächsen Morgen. ;)

Das mit den finnischen Hütten klingt gut, und bei den Schwedischen kann man sein Zelt doch sicher im Windschatten aufstellen?

wandler
28.02.2017, 19:50
Gut, dann probier ich mal so zu schlafen, Seideninlet hab ich. Was wäre denn ein günstiger VBL? Reicht ne Rettungsdecke?
Weitere Meinungen sind natürlich herzlichst willkommen!

Bei den Hütten zu schlafen ist natürlich kein Problem. Ich kann allerwärmstens die Pältsastuga am Nordkalottleden empfehlen, das ist die am schönsten gelegene Hütte die ich kenne, mit Quelle, und einem wunderschönen kleinen Bergmassiv das man als Gipfeltagestour laufen kann um danach für 5 Euro zu saunieren. Das Paradies auf Erden :D

wilbert
28.02.2017, 20:02
@BlackCascade

... und zu einem Biwaksack gehört meiner Meinung nach auf längeren Touren immer ein VBL.
wie sind deine erfahrungen mit einem vbl bei über null?

vg. -wilbert-

Fjaellraev
28.02.2017, 21:04
Ich würde es mir nicht antun, aber ich habe die jungen Jahre auch so langsam hinter mir. ;-)
Wenn es dir im Zelt eng vorkommt würde ich eher mal ein grösseres - also 2-Personen - Zelt ausprobieren. Wiegt halt etwas mehr aber dafür hat man auch bei miesem Wetter ein gemütliches "Zuhause".

Gruss
Henning

wandler
28.02.2017, 21:20
ich habe die jungen Jahre auch so langsam hinter mir. ;-)

ich noch nicht;-) Ich war in ner ähnlichen Gegend auch mal mit einem Shangri-La XYZ (zur Not passten drei Leute rein) unterwegs. Das ist schon angenehmer als im Pathfinder, aber das Platzangebot schlägt die zig Kubikkilometer unter freiem Himmel halt nicht wirklich.
Und die Scheissluft... und der Geruch...

Einen ernsthaften Versuch wärs mir wert. Wer hat noch Tips dazu?

derray
28.02.2017, 23:08
Hallo Wandler!

Welche Temperaturen erwartest du denn?
Die Kombination Inlet-VBL-Daune-Bivy dürfte gegenüber einem leichten KuFa-Schlafsack keinen Gewichtsvorteil mehr haben.
Und du hast nicht das Problem 4 verschiedene Teile passend miteinander kombinieren zu müssen ohne das etwas verrutscht usw.
Die ganze VBL-Daune-Thematik lohnt sich, in meinen Augen, wirklich erst bei deutlichen zweistelligen Minustemperaturen. Musste ich auch bei der vergangenen Wintertour wieder erleben, als die erste Nacht wärmer war als erwartet (+/- 0°C) und die Daune zusammenfiel wie ein Kartenhaus.

mfg
der Ray

Torres
28.02.2017, 23:20
Kommt auf den Schlafsack an. ME kann ich da nicht beurteilen, kann sein, dass er bei Feuchtigkeit nicht mehr wärmt, bei WM ist das okay, vor allem, wenn man ihn auch mal trocknen kann. Dann würde ich aber keinen neuen Kufa kaufen, sondern einen dünnen, preiswerten und leichten Kufa-Sommerschlafsack als Overbag mitnehmen, gleicht sich gewichtsmäßig aus.
Ich nutze auch VBL schon bei Plustemperaturen, habe gute Erfahrungen damit gemacht, schwitze aber auch kaum.

wandler
28.02.2017, 23:43
Ah, danke für die Einschätzung! Ärgerlicherweise hatte ich dort kein Thermometer dabei, ich würde so zwischen +3/-3 schätzen. Früher als Ende August wirds natürlich eher etwas wärmer sein.
Hm. @BlackCascade, kannst du nicht noch was zu deinen Erfahrungen schreiben?

Jetzt habe ich mir mal ein paar Kufasäcke für leichte Minusgrade angeschaut, sind gar nicht so arg schwer wie ich dachte. Hätte dazu jemand eine Empfehlung?
Was wäre denn von einem leichten KuFaQuilt (könnte ich mir eventuell nähen lassen) + z.B. einem Cumulus Comforter zu halten? Wird das im Fall der Fälle zu nass? Dann hätte ich halt zwei Gegenstände, für die ich sonst auch Verwendung finden würde. Und die Kufasäcke sehen alle wahnsinnig eng an den Beinen aus, ich schlaf gerne mit etwas angewinkeltem Knie auf der Seite.

Merci!

wandler
28.02.2017, 23:49
Danke auch Torres für die Einschätzung!
Ich sehe schon, ich muss wohl mal testliegen. Ist leider grad etwas zu warm hier...
Geht denn eine Rettungsdecke als VBL?
Und was für einen WM-Schlafsack nutzt du?
Hättest du einen Vorschlag für einen sehr geräumigen KufaÜberzieher? mein ME ist XL, glaub ich...
Sorry, soviele Fragen!

Torres
01.03.2017, 00:12
Okay, Deiner ist recht schwer, da gehen auch Kufalösungen. Mir ist Daune aber lieber, gerade wenn es frisch wird. Der Overbag muss nicht passen, ich nutze den als Decke, nur die Füße sind im Schlafsack, damit er nicht verrutscht. Er hat nur den Zweck, Kondens abzuhalten. Dein Schlafsack ist warm genug, wenn Du eine gute Matte hast. Ich habe entweder den Antelope oder den Caribou mit und nen noname Kufa darüber.

morit.z
01.03.2017, 11:13
Ich habe selber bislang leider nur begrenzte Tarperfahrung, daher ist meine Meinung evtl. mit Vorsicht zu genießen ;-)
Aber: warum wird hier hier denn (anscheinend) davon ausgegangen dass es unter einem Tarp viel feuchter sein müsste als in einem Zelt und dadurch ein KuFa-Sack angebracht wäre? Ich behaupte mal dass wenn das Tarp groß genug ist, die Fähigkeiten vorhanden sind geeignete Plätze dafür zu finden und das Tarp genug Aufstellvarianten bietet um es bei richtigem Schietwetter ggfs. auch weitestgehend "dicht" zu machen, sollte ein Daunenschlafsack kein Problem sein.
Natürlich muss ein Feuchtigkeitsschutz von unten da sein (das Netzzelt wird ja vllt sowieso einen dichten Boden haben) und der Schlafsack sollte temperaturmäßig ausreichend Reserven haben, aber ansonsten sollte das imho kein unmögliches Unterfangen sein.

Torres
01.03.2017, 11:29
Es geht nicht um Zelt-Tarp, sondern um die Feuchtigkeit bei um die 0 Grad, die Schlafsäcke zusammrnfallen lässt. Ich friere da auch schon mal im Puma GWS, wenn ich direkt am Wasser stehe. :bg: Naja, zumindest anfangs. Daher bin ich bei Herbsttouren auf Overbag umgestiegen, dann reicht sogar der Caribou und bleibt fluffig. Kufa Säcke in dem Temperaturfenster Minustemperaturen wären mir zu voluminös. Das muss aber jeder für sich selbst prüfen.

morit.z
01.03.2017, 11:43
Es geht nicht um Zelt-Tarp, sondern um die Feuchtigkeit bei um die 0 Grad, die Schlafsäcke zusammrnfallen lässt.

Na gut.. aber die eigentliche Frage war ja nach dem Tarp :p:grins:

wege
01.03.2017, 11:49
Hi, Wegen Mückenschutz unter einem Tarp kann ich dir den hier
https://de.aliexpress.com/item/230G-Ultralight-Outdoor-Camping-Tent-Summer-1-Single-Person-Mesh-Tent-Body-Inner-Tent-Vents-mosquito/32696186066.html?spm=2114.13010608.0.0.CpPwpM
empfehlen. Hab ich mir auch schicken lassen und finde sowohl das Gewicht, wie auch die Größe gut.
Ob der Boden wasserdicht ist, kann ich noch nicht bewerten, aber dürfte wohl reichen.
Zumindest eine prima Ergänzung wenn man mit Tarp unterwegs ist und Krabbeltiere nicht so gerne im Gesicht hat.:lol:

wandler
01.03.2017, 13:15
@wege: danke für den Tip! Nur: 49 Tage aus China, und alle Markennamen sind verpixelt... gibt es davon ein Original? Da wäre mir wohler...

@Torres: leichter Daunesack + leichter Kufaüberzieher kommt mir ganz plausibel vor, und die WM-Schlafsäcke sehen wirklich extrem verlockend aus, allein die Preise... da muss ich nochmal überlegen. Was benutzt du denn für ein Tarp? Und was als Unterlage?

@morit.z: danke für deine Einschätzung. Bis zu welchen Temperaturen warst du denn so unterwegs? Und was für ein Tarp / welche Größe benutzt du?

morit.z
01.03.2017, 13:56
Mit Tarp war ich bislang nur in gemäßigten Gefilden im Sommer unterwegs bei Nachttemperaturen von etwa 10°C aufwärts. Mal war es eine Baumarktplane, mal ein SilNilyon-Tarp (3*3m).

Lies' am besten auch mal ein bisschen im UL Forum (https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/); da dürfte der Anteil der Tarpnutzer deutlich höher sein und es gibt auch ein paar Reiseberichte aus Lappland (soviel sei verraten: für Nordskandinavien greifen die meisten doch auf irgendeine Behausung zurück die man irgendwie "dicht" machen kann).
Und schon fast ein Klassiker zur Tarpnutzung (https://dzjow.com/2011/06/08/tarping-with-the-grace-solo-spinntex-97/).

Torres
01.03.2017, 14:01
Ich wollte damit sagen, ich sehe wenig Unterschied zwischen Zelt und Tarp bei dem Temperaturfenster, feucht ist feucht. Gut ist Tarp über Zelt, dann bleibt das Zelt kondensfrei. Ich nutze kein Tarp, auch kein SL 3 mehr, die Aufstellerei nervt mich, ich mag es selbstehend, und ich mag Regen-, Wind- und Mückenschutz. Leider kann ich zum Tarpaufstellen auch nichts sagen, kenne Lappland nur im Winter. Du solltest aber mit Gestrüpp, Beerenpflanzen und Felsen/Steinen rechnen, zumindest in Finnland. Matte: Evazote und Prolite plus womens short, die sind warm und verlieren vom Angucken nicht gleich Luft. :grins:

wandler
01.03.2017, 17:11
@morit.z: Danke für die Links!
Die Blogbilder sehen super eindrucksvoll aus, so würd ich's mir wünschen:D., und auf Unwetterbilder hat er ja verzichtet. Der hat aber echt ein winziges Tarp; und halt auch einen 345-Dollar-Biwaksack.
So am Hang schlafen, das hat doch was.

Auch das Forum ist interessant, da gibts schon ein paar Berichte, die mir zu denken geben. Aber die machen ja seltsame Sachen, in Turnschuhe da oben rumlaufen, ich weiß nicht... (soll kein Angriff sein). Das hier sieht jetzt nicht so vertrauenserweckend aus: https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/4349-mit-tarp-in-den-sarek/
Schade, dass es da so wenig Bilder gibt.

Eine Frage: Wenn das Tarp groß genug ist, kann man doch auch einfach ne Pyramide bauen, oder? Dann wär's im Prinzip nicht anders als in nem Shangri-La, das fand ich ziemlich sturmstabil. Und man wär von allen Seiten geschützt.

Zementkopf
03.03.2017, 11:33
Also das Mückenproblem kann man doch ganz leicht ohne extra "Innenzelt" lösen? Carinthia macht es ja mit dem Tropen vor!
Ich würde mir einfach ein Stück von dem Stoff kaufen und das in den Schlafsack einnähen lassen? An der Oberseite noch ein Schlaufe samt Stockcord einnähen, dann kann das Netz an der Firstleine aufhängen, sodass es nicht auf dem Gesicht aufliegt.